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von chizuranjida
13.02.2020 22:43
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Rechtstreue-Das Jus Meridiana
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Rechtstreue-Das Jus Meridiana

Romin Aranthal hat geschrieben:
13.02.2020 09:36
Es muss aber noch den Fall geben, dass man außerhalb des Rechtssystems steht, wie etwa Waldmenschen, die doch eher herrenlose Objekte sind, wie könnte man sie sonst versklaven.
Wilde Stämme sind möglicherweise erstmal rechtlos. Zudem kann man ja auch leicht mit denen im Krieg liegen. Spätestens wenn sie einen alanfanischen Edelsteinsucher umgebracht haben, eine Missionarin oder so jemanden, was sich nötigenfalls ja auch leicht konstruieren lässt.
Es spricht aber an sich nichts dagegen, dass so ein Stamm irgendein Abkommen mit Vertretern Al'Anfas schließt und dadurch sozusagen zu Verbündeten wird.
Man schließt ja auch Abkommen mit anderen Heiden oder Ketzern, sei es Khunchom, Sinoda, oder diese Leute im Mittelreich, die behaupten, Praios sei der Götterfürst. Da hat ja sogar eine Paligan hin geheiratet.

Es ist auch nicht so, dass regelmäßig wilde Waldmenschen gefangen und versklavt würden. Erstens sind die zu aufsässig und ungebildet und damit zu nichts zu gebrauchen. Zweitens und vor allem sind sie viel zu selten, die Stämme zu klein und weit verstreut. Allein deswegen schon muss die weit überwiegende Mehrheit der Sklaven woandersher kommen.
In Sklaverei geboren drängt sich auf. Viele alanfanische Sklaven sind übrigens nicht mohischer, sondern tulamidischer Herkunft, aus einem Raubzug in Chalukistan vor über hundert Jahren meine ich; das stand schon in der DSA2-Box Al'anfa & der Tiefe Süden irgendwo. Was zugleich belegt, dass Sklaven Kinder kriegen und sich vermehren.
Durch den Khomkrieg sind natürlich auch viele novadische Kriegsgefangene dazugekommen.
Es kommt auch vor, dass verarmte (oder drogen- oder spielsüchtige) Al'Anfaner sich selbst oder eines ihrer Kinder verkaufen.

Schuldsklaverei kommt aber auch so zustande, dass arme Auswanderer aus Mittel- oder Nordaventurien eine Schiffspassage in den sonnigen Süden buchen, wo es keinen Adel gibt und jeder sein Glück machen kann, aber sie haben kein Geld. Sonst würden sie ja nicht so dringend auswandern wollen. Sie müssen die Überfahrt am Zielort abarbeiten. Dabei haben sie nicht bedacht, dass ihnen für Kost und Logis mehr Geld in Rechnung gestellt werden kann, als sie Lohn erhalten, so dass die Schuldsklaverei nie enden wird. Das ist soweit ich mich erinnere auch schon seit der DSA2-Box so und eine der wichtigeren Nachschubquellen für Sklaven. Nach den Kriegen in Bornland und Mittelreich, wo es genug Verzweifelte gab, die nichts mehr zu verlieren hatten, müsste es eigentlich ziemlich viele Sklaven zB aus Tobrien, DArpatien und Albernia geben, die so in die Stadt gekommen sind.

Außerdem können Sklavenhändler natürlich auch auf Sklavenmärkten anderer Staaten einkaufen, die Sklaverei betreiben. Khunchom zum Beispiel hat einen blühenden Sklavenmarkt.

Es ist also ohne weiteres möglich, dass ein kleiner, bronzehäutiger Vollbürger (dessen Großeltern mal aus dem Dschungel kamen und freigelassen wurden), der fließend Tulamidya mit novadischem Inner-Khom-Akzent spricht (weil das Kindermädchen dorther kam), sich von einigen rothaarigen Alberniern in der Sänfte tragen lässt, die während des albernisch-nordmärkischen Krieges angekommen sind.
Romin Aranthal hat geschrieben:
13.02.2020 09:36
Gerade das Beispiel mit dem Bettler und Granden macht die Sache so interessant für mich. Es legt nämlich nahe, dass es einen einfachen Rechtsweg, ja sogar kostenlosen geben muss, der das Vertrauen der Bevölkerung genießt und wohl effektiv zu sein scheint (Selbst wenn das Prinzip "Ohne Kläger keine Klage" gilt, was hier drastische Konsequenzen nach sich zieht).
Dieser Rechtsweg existiert. Effektiv muss er nicht sein (gerade wenn die Gegenseite sich ein Rudel hochbezahlte Anwälte leisten kann, und als größzügiger Förderer der Archive Zugang zu allen Präzedenzfällen hat, die immer gerade verlegt sind, wenn man selber was nachlesen will), und besonderes Vertrauen genießen auch nicht. Er existiert nur.

Man kann da auch Parallelen zu Schadenersatzprozessen in den USA konstruieren, wo man wegen des dämlichsten Blödsinns auf Unsummen klagen kann. (Heißen Kaffee bestellt, bekommen, sich höchst eigenhändig damit beschüttet und verbrüht, klagt auf Schmerzensgeld weil kein Warnhinweis auf der Tasse stand.)
Die Chance, durch alle Instanzen zu gewinnen, ist eher klein. Aber falls jemand sich den Anwalt leisten kann, die Zeit investiert und gewinnt, können die Summen riesig sein. Daher ist der Druck groß, lieber eine Abfindung zu zahlen und das Ganze ohne Schuldspruch beizulegen. Al'anfanisches Gemauschel. :censored: