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von chizuranjida
18.10.2019 02:03
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Jasper Stoßenheimer hat geschrieben:
18.10.2019 01:50
Das ist sowas von engstirnig und wird dann als Fortschritt, Divers und ganz toll verkauft, das Frauenrollen nur von Frauen gespielt werden dürfen. Männer nur von Männern, Schwarze nur von Schwarzen etc..
Okay. Falls sie doch mal das Silmarillion verfilmen sollten oder sowas, hast du jetzt noch Zeit, deine Eingabe zu machen, dass Danny DeVito Galadriel spielen sollte.
von chizuranjida
17.10.2019 23:42
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Erstmal danke @Mods, dass der Thread wieder existiert. Ich hatte schon befürchtet, der wäre dauerhaft gelöscht. Was umso ärgerlicher gewesen wäre, sollte das Thema in den nächsten Jahren nochmal aufkommen, und man könnte dann nichtmal verweisen.
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
16.10.2019 12:16
Ähnlich wie das Theater vor ein paar Jahrhunderten war, wo man Männer in Frauenkleider steckte, weil echte Frauen auf der Bühne nichts zu suchen hatten.
Das wollte ich auch gerade einwerfen. Auch bei den alten Griechen wurden Frauenrollen von Männern gespielt. In Rom soll es zumindest ab der späten Republik Schauspielerinnen gegeben haben.

Da heute hier bei uns Frauen beim Film arbeiten dürfen, besteht kein Grund, eine Frauenrolle mit einem Mann zu besetzen. Genauso wie kein Grund besteht, die Rolle eines Schwarzen mit einem Weißen zu besetzen, oder die eines hühnenhaften Muskelprotzes mit einem schmächtigen Winzling oder korpulenten Couchpotato.

Mitunter werden davon Ausnahmen gemacht. Manchmal klappt es (Hugh Jackman ist eigentlich zu groß für Wolverine), manchmal nicht. Wenn heutzutage ein weißer Schauspieler einen Schwarzen, Indianer oder Hawaianer spielt, kommt das meistens nicht so gut an. Vor 60 Jahren war das noch kein Problem. Da ändert sich also auch, woran die Leute sich stören.

Irgendwo habe ich gelesen, die Finanziers der Lara Croft-Spiele hätten sich anfangs sehr gegen die weibliche Besetzung der Rolle gesträubt, die dann aber gut ankam. Die konnten sich nur einen männlichen Actionhelden vorstellen.

Wer weiß, falls es in 100 Jahren noch P&P geben sollte, vielleicht stört sich dann ja auch keiner mehr an der von einem Mann gespielten notgeilen Katzenhexe. :) Jetzt aber offenbar schon.
B.O.B. hat geschrieben:
16.10.2019 03:23
In so fern bin ich mir tatsächlich nicht sicher, ob uns die Diskussion auf Basis der jeweiligen eigenen Erfahrung wirklich weiterbringt:
Da ist was dran, aber die von seriösen SozialwissenschaftlerInnen erhobene Statistik existiert ja wohl noch nicht, also haben wir nichts besseres.

Weiterbringen tut uns diese Diskussion aber schon, finde ich. Falls nicht beim Crossgender, dann doch allgemein bei "Wer kann welche Rollen verkörpern? Sehen wir den Helden oder den Spieler vor uns, wenn wir ihn anspielen?"
Jasper Stoßenheimer hat geschrieben:
16.10.2019 17:54
Crossgender ist witzig genung um diverse Alltagsprobleme von Frauen zu erspielen, was macht Frau Ritterin in der Platte wenn sie mal auf Klo muss? Als Mann nicht so das Problem aber als Frau, usw. ??
Was macht denn der Herr Ritter in Platte, wenn er mal Feststoffe absondern muss?

Oder: Was machte Kara ben Yngerimm denn in seinen berühmten Reiseerzählungen, wenn die Ferkinas ihn mal wieder gefangen und drei Tage durchgehend gefesselt hatten? Ich kann mich nicht erinnern, dass der dann erstmal seine Hosen ausgewaschen hätte.

Es mag Runden geben, die die täglichen Klogänge ausspielen, aber bevor das ein Thema wird, möchte ich auch gern wissen, wie statistisch relevant das dann wird.

Jasper Stoßenheimer hat geschrieben:
16.10.2019 18:40
Ich als Mann empfinde es auch als Problem das mir ständig was zwischen den Beinen rumschwingt.

Du solltest vielleicht gelegentlich einen Therapeuten aufsuchen.

Madalena hat geschrieben:
17.10.2019 20:04
S2: "Du hast noch nie gesagt, dass du auf Toilette gehst [ich glaube, die tatsächliche Wortwahl war etwas vulgärer]. Du bist geplatzt!"
S1: "Dann bin ich halt geplatzt. Aber MIT RÜSTUNG!"
:6F: :lol:
von chizuranjida
16.10.2019 00:21
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Cross-gender im Rollenspiel

LordShadowGizar hat geschrieben:
15.10.2019 13:05
Also... könnte es nicht auch sein das es gutes Rollenspiel ist wenn ein Kerl eine Frau spielt die gerne Ja sagt und die Lust sowie den Rausch in vollen zügen genießt, ohne das er da einzig und alleine seine feuchten Träume auslebt.
Könnte es nicht gutes Rollenspiel sein wenn ein Weib einen Mann spielt der gerne Ja sagt, ganz ohne feuchte Träume auszuleben oder aufzeigen zu wollen 'das-alle-Männer-notgeile-Böcke-sind'?
Das kann an sich zwar schon sein, aber bei wie vielen der zitierten schlechten Beispiele war es das wohl? Und wie viele spielten doch einfach das notgeile Busenwunder, von dem sie sich wünschten, sie möge ihnen im echten Leben über den Weg laufen? Auch so eine Frage für Bachelor-Kandidaten in Sozialwissenschaft oder Psychologie mit HiWi-Job und Con-Besuchsförderung.

Außerdem: Selbst, wenn ein Char mit ausschweifendem Liebesleben an sich vom Hintergrund her stimmig ist und dieser spezielle Char auch gut gespielt wird, kann es trotzdem sein, dass die Runde eigentlich lieber wenig Sex einbringen möchte, und dass es deswegen stört.
Der Orkschamane, der Blutmagie mit Menschenopfern betreibt, ist ja wahrscheinlich auch sehr gut gespielt, passt aber auch vielleicht nicht jeder Runde.

Aber es ist schon bezeichnend, wie sehr sich alles an den Lustmolchen und Nymphomaninnen aufhängt. Wenn ein Mann eine Thorwaler-Piratin spielen will, weil seitlich abstehende rote Zöpfe an einem Mann doof aussehen, scheinen da ja nur wenige ein Problem mit zu haben. Genausowenig wie mit dem von einer Frau gespielten Conan-Barbaren oder Almada Jones, der darauf verzichtet hat, seine Schwanzlänge nach den Regeln von WdV auszuwürfeln und aufs Maximum zu setzen, oder der zumindest nicht damit hausieren geht.

Es ist also vielleicht nicht crossgender selbst was stört, sondern die Sorte Char, deretwegen manche Spieler crossgender betreiben.

Vasall hat geschrieben:
15.10.2019 09:01
Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens.


"Da war die Vorstellung die Mutter der Gedankenblase!", bitte. Wir sind hier schließlich unter radikalen FeministInnen.
:6F:

Rhonda Eilwind hat geschrieben:
15.10.2019 17:35
ch hab grad ne halbe Stunde auf dem Hsndy an einem Beitrag getippt und dann brach die Verbindung zusammen und alles war weg.
Ich Versuch es nächste Woche noch mal, wenn ich wieder zuhause bin - falls dann hier noch einer mitliest.

Autsch, Beileid.
Das liest dann doch längst keiner mehr. Forensterben! Noch nicht mitbekommen? :censored:
von chizuranjida
15.10.2019 02:23
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Ich fänd's unheimlich schade, wenn der Thread gelöscht oder geschlossen würde, weil hier Ideen aufgekommen sind, die ich nach meiner langen DSA-Karriere neu, faszinierend, ausprobierenswert und potentiell spielverbessernd fand, wie das mit den Char-Bildern, damit man nicht den Spieler sondern den Char vor Augen hat, oder die Frage, ob man als der Held oder von ihm in der dritten Person reden soll.

Und das alles nur wegen der leidigen Grundsatzfrage, ob Männer und Frauen auf der Erde unabhängig vom kulturellen Hintergrund derart verschieden ticken, dass sie das auch in allen (völlig andersartigen) aventurischen Kulturen zwingend müssen.
Wobei wir mangels studierbarer irdischer Fallbeispiele vermutlich keine Möglichkeit haben, darauf eine Antwort zu finden.
von chizuranjida
15.10.2019 01:20
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Jasper Stoßenheimer hat geschrieben:
15.10.2019 00:21
Das wollte ich euch nicht antuen.
Du Guter!
https://www.youtube.com/watch?v=YLcWUKS0O80
von chizuranjida
15.10.2019 00:13
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Jasper Stoßenheimer hat geschrieben:
14.10.2019 23:44
ch finde es überhaupt nicht verwerflich seine Eltern mal um Rat zu fragen, auch bei Frauenfragen.
Dir ist aber schon aufgefallen, dass du deinen Vater als Experten für Frauenfragen angeführt hast, und deine Mutter nicht? :grübeln:
Niemand zwingt dich, diesen Thread zu lesen, wenn er dir missfällt.
von chizuranjida
14.10.2019 00:19
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Jasper Stoßenheimer hat geschrieben:
13.10.2019 14:53
Die Jungs gehen meistens in die Kneipe oder in den Puff.
Die Dame lässt sich erst mal schön in einem Bad massieren und gönnt sich neue Klamotten/Schmuck, hat sie sich ja verdient.
Ja, das typische Verhalten einer Heldengruppe aus thorwalschen Piratinnen und tulamidischen Gelehrten. Kennt man. :visierzuw:
Jasper Stoßenheimer hat geschrieben:
13.10.2019 11:01
Äh doch, genau so. Ich als Mann kann die Gedankengänge von Frauen bis heute zum Teil nicht nachvollziehen, umgekehrt genauso und wenn ich meinem Vater glauben darf ist das auch ziemlich sinnlos zu versuchen.
Gut, dass du da voll den Experten für weibliche Gedankengänge an der Hand hast, so von wegen Mann und Vater.

Deine Eltern sind sicher auch beide in Olport groß geworden, wo seit Jahrtausenden vollständige Gleichberechtigung herrscht, und zB der Matrosinnengatte ganz normal ist, der daheim Brei kocht und Windeln wäscht, während die Ernährerin der Familie auf dem Immanfeld die Leute von Pottwal Prem vermöbelt.
Deine Eltern sind sicherlich nicht von der Kultur eines Landes geprägt, wo bis in die 1960er bzw 70er Jahre eine Frau die Erlaubnis ihres Mannes brauchte, um einer bezahlten Arbeit nachzugehen, ein Bankkonto zu führen, und der Mann dann immer noch über ihr Geld verfügen konnte.
Wizkatz hat geschrieben:
13.10.2019 20:14
Die absolute Basis des Rollenspiels ist es, irgendwelche Entscheidungen zu treffen und zu interagieren; die nächste Stufe ist es, einen Charakter innerweltlich zu verkörpern, der Entscheidungen ungefähr so trifft, wie man sie wahrscheinlich selber treffen würde; und die letzte Stufe ist, tatsächlich einen glaubhaften Charakter zu verkörpern, der sich in seinen Entscheidungen und Wesenzügen grundsätzlich von einem selber unterscheidet, aber dabei nachvollziehbar bleibt.
Schön zusammengefasst. Es wäre klasse gewesen, wenn das und @Darilons ausführlichere Überlegungen damals schon bekannt und im Bewusstsein gewesen wären, als (zu DSA2-Zeiten) die Redaktion noch mühsam versuchte, den Spielern klarzumachen, dass es mehr gibt, als sich selbst mit Schwert in der Hand zu spielen. Gerade der Ansatz mit Charakterbild auf dem Tisch ist ja nicht schwer umzusetzen. Das hätte ich damals sicher aufgegriffen und wäre jetzt neugierig, ob es sich ausgewirkt hätte.
von chizuranjida
13.10.2019 02:49
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Darilon hat geschrieben:
12.10.2019 19:25
Die erste Sache, die mir aufgefallen ist, ist die visuelle Komponente: Bei der Szene mit dem Wirt war es das Sehen des Charakterbildes weswegen ich realisiert habe, dass ich den Spieler im Kopf hatte. Die erste Idee war also das Charakterbild nicht nur in der Mappe zu haben, sondern so vor mir aufzustellen, dass wenn die anderen Spieler in meine Richtig sehen, sie automatisch das Charakterbild vor Augen haben.
Klingt nach einer guten Idee. Zudem mit wenig Aufwand.

(Ich muss zu dem Fallbeispiel aber auch sagen: Dass der Char 2 m groß und breitschultrig ist, okay, er könnte deswegen aber trotzdem noch schüchtern und zurückhaltend sein. Wenn aber die ganze Runde und der Meister völlig vergessen haben, dass der mit zwei Kampfhunden unterwegs ist, da ist schon irgendwas verlorengegangen bei der Charakterkonzeptvermittlung.)
Die zweite, vielleicht noch wichtigere Sache ist mMn, dass ich von der Ich-Erzählung zur Er-Erzählung gewechselt bin. Meiner Beobachtung nach, sorgt die Verwendung des „Ichs“ dafür, dass wir automatisch den Sprecher vor Augen haben. Bei der „Er“-Form, dagegen verarbeiten wir unbewusst, dass es sich nicht um den Sprecher, sondern um jemand anderes handelt. Das erklärt für mich warum Roman, oder Erzählungen von Schwestern/Freundin nie zu „Frau mit Bart“-Problem führen.

Wenn ich mir einfach vorstelle: Der Mitspieler mit Bart, der einen weiblichen Charakter spielt sagt: „Ich komme jetzt mit wackelnden Hüften auf dich zu, streiche dir mir der Hand über die Schultern und den Hals. Danach beuge ich mich vor bis meine roten Lippen nah an deinem Ohr sind und flüstere: Wie wäre es heute abend mit uns beiden?“
Oder derselbe Bärtige Spieler sagt:
„Die attraktive Sharisad, kommt mit wackelnden Hüften auf Alrik zu, streicht ihm mit der Hand über den Rücken und den Hals. Danach beugt sie sich vor, bis ihre roten Lippen dicht an seinem Ohr sind und flüstert: Wie wäre es heute abend mit uns beiden?“

Das macht in meiner Wahrnehmung einen riesigen Unterschied.
Interessante Beobachtung. Ich kann mir gut vorstellen, dass das so ist, habe es selbst aber nie verglichen und auch nicht drauf geachtet.

Es soll Runden geben, in denen festgelegt wird, ob man als der Held zu sprechen hat ("Ich gehe zu dem Wirt rüber und sage: ein Ferdoker, geschüttelt, nicht gerührt") oder über ihn ("Mein Held Alrik geht also zu dem Wirt rüber und sagt: ...").
Das war bei uns nie so. Das hat jeder gemacht wie es ihm gerade passte. Vielleicht hat das ein bisschen dabei geholfen, dass wir auch kein Problem mit crossgender hatten.

Falls hier mal wieder ein/e Sozialwissenschaftler/in reinschaut, der oder die ein Thema für eine Arbeit braucht, wäre das ja mal ein spannendes Thema für eine Studie. :)

Jedenfalls danke für den Hinweis, das ist wieder eine ganz neue Facette an dem ganzen Thema, und erweitert es dann ja auch nochmal auf dem Spieler unähnliche Chars allgemein.
von chizuranjida
12.10.2019 17:40
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ledaeth hat geschrieben:
12.10.2019 13:15
Wenn es ingame so gut wie egal ist, ob man Frau oder Mann ist, warum dann nicht einfach das eigene Geschlecht auf den Charakter übertragen. Spart viele Korrekturen der Art "Während NSC Soundso den Jäger befragt... äh, Verzeihung: die Jägerin! ...".
Das klingt zwar erstmal stimmig. Man könnte jetzt natürlich die Ausnahmen aufzählen: Amazone. Hexe. Goblinschamanin. Sharisad. Was, wenn mich an der Novadi-Kultur, oder andergassischen, die Rolle der aufbegehrenden unterdrückten Frau reizt? Oder die der Bluträcherin, die Frau ist, rechtlich als Mann gilt, und sich als vorgeblich solcher durchzusetzen lernen muss während eine ganze Sippe Schlächter hinter ihr her ist udn sie hinter denen?

Aber warum muss man sich überhaupt dafür rechtfertigen, was für einen Char man spielen will? (Solang er voraussichtlich ins Abenteuer und die Gruppe passt und nicht mit Nymphomanie oder anderen Spleens allen auf die Nerven geht.)

Da kommt man genauso wieder auf "Bei uns keine Elfen, die sind uns zu exotisch", "Bei uns keine Nichtmenschen" etc pp.
Der adlige Ritter muss ja auch nicht unbedingt sein. Mit dem bürgerlichen Krieger hat man viel weniger zu beachten.
Oder der Weißmagier mit seiner Kleiderordnung und all den Auflagen, muss das sein? Ein flexiblerer grauer ginge doch auch? Und warum überhaupt aus dem Bornland, ist das Mittelreich nicht gut genug?

Zählt eine Begründung wie "Ich will aber, dass mein Gelehrter wie Indiana Jones aussieht" / "Ich will aber, dass meine Grabräuberin wie Lara Croft aussieht"?
von chizuranjida
12.10.2019 01:58
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Paladose hat geschrieben:
12.10.2019 00:52
Es fiele mir unheimlich schwer wenn mir Beispielsweise ein männlicher Spieler mit gepflegter Baßstimme und typisch männlichem Timbre und "30 Jahre Raucher" Stimmeinschlag erklären will, er wäre Belizeth die sinnliche Sharisad die mit einem Augenzwinkern Drachen verführt.
Naja, aber wenn er meistern täte, und im Abenteuer so eine Sharisad vorkäme, müsste es auch passen.

Oder sagen wir so:
Meister Achim (statt Alrik) ist furchtbar erkältet. Nase zu, heiser, und am husten. Wenn er zwischen zweimal Trompeten ins Taschentuch die Szene rüberbringt, wie die Dryaden sinnlich singen, das geht klar.
Wenn er aber statt dessen sagt: "Nee Leute, sorry, ich bin am Ende heute, kann mal bitte jemand anders meistern? Ich hab' auch nen Char fertig den ich dann spielen kann, hier, Golgaritin ..."
Das geht dann aber sowas von gar nicht. Das muss dann schon ein Mann sein, ein Golgarit. Weil: ob man als Frau oder Mann schweigend draufhaut, das macht voll den Unterschied.

Ich meine, sicher, Baßstimme für Sharisad ist nicht optimal (seit Jahren an der Wasserpfeife nuckeln kann die aber auch), aber dann müsste man dem Spieler auch Elfen verbieten, denn zweistimmiger Tenor ist er ja auch nicht gerade.
Vielleicht sind auch die Immersionsansprüche unterschiedlich. Die eine Runde mag bei Kerzenlicht und offenem Fenster im Winter spielen, wenn die Helden im Yeti-Iglu sitzen. Die andere mag dasselbe Abenteuer auch im Sommer und mit Pizza auf dem Tisch spielen.
Den einen stört eine Männerstimme, und den anderen erst, wenn der Spieler mit dem Pizzakarton raschelt und mit vollem Mund spricht.

Edit:
Und die supersexy Sharisad ist ja nun auch nicht der einzige denkbare weibliche Char für den Raucher-Bass. Angenommen, er wollte eine stark rauchende charyptische Piratin spielen, die als Bootsfrau die Matrosen zusammenstaucht und sich eine tiefe Stimmlage antrainiert hat weil das weiter trägt? Oder eine Zwergin, für die wir einfach mal annehmen, dass die tiefe Stimmen haben können?
Oder eine dieser trollzacker Bergarbeiterinnen, die später zur fasarer Gladiatorin umgeschult wurden, mit leichter Staublunge? :ijw:
Ich meine ja nur. :elfe:
von chizuranjida
12.10.2019 00:18
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Gorbalad hat geschrieben:
11.10.2019 19:26
Assaltaro hat geschrieben:
11.10.2019 18:56
Bei Frauen die Männer spielen hab ich dafür noch keine Totalausfälle erlebt, gibt es aber bestimmt auch.
Da würde mich tatsächlich interessieren, wie sich das verteilt. Also wie viele Frauen/Männer empfinden jeweils crossgendernde Frauen/Männer als "Totalausfall"?
Ich könnte mir vorstellen, dass man auf Versuche vom anderen Geschlecht, das eigene darzustellen empfindlicher reagiert - eben weil man da die genauere Vorstellung hat, wie das Geschlecht tickt (auch wenn das vielleicht eigentlich mehr ein "wie ich ticke" oder "wie ich meine, dass mein Geschlecht ticken sollte" sein mag).
Wenn es so eine Statistik gäbe, würde mich das auch interessieren.

Aber wie tickt denn nun ein aventurischer männlicher Spielerheld - von Novadi bis Nuanaä-Lie, und vom Achaz-Kristallomanten bis zum fünfhundertjährigen Waldelfen-Veteran? Und wie die entsprechenden Weibchen?

Vielleicht mag man bei Mittelreichern noch sagen: "Ein Mann würde aber / eine Frau würde aber nicht ...", aber fällt das nicht spätestens in Aranien oder bei den Gjalskern unter "Nö, aranische Männer sind so, das ist bei uns normal", bzw "Odun Orklandhörnchen (mein Totem) sagt aber ich soll ...") und tritt spätestens bei Nichtmenschen hinter andere exotische Eigenheiten zurück, die einem ebenfalls auffallen mögen? ("Ich sag's dir ja ungern, aber du kannst echt keine Elfen spielen.")
Ares hat geschrieben:
11.10.2019 16:10
Aber leider haben einige Spieler, die sagen sie wollen Cross-Gender spielen nun mal den Hang genau solche eindimensionalen Fetischfantasien zu bauen.
Wer als SL solche Charas zu erleiden hatte, ist danach verständlicherweise deutlich zurückhaltender weitere Cross-Gender-Charas zuzulassen: Einer hats allen versaut...
Das ist zwar verständlich, aber dann kann man möglicherweise mit gleicher Wahrscheinlichkeit Elfen verbieten, und mit etwas Pech Zwerge, Schwarzmagier, Weißmager, Hexen und diverse Geweihte gleich noch mit.

Man könnte eine Umfrage machen: Was ist schlimmer, Cross-Gender oder Schelme? :grübeln:

Ich würde neuen Spielern eine Chance geben wollen, vielleicht mit Erklärung ("Wir hatten aber schonmal einen Spieler mit Amazone, die war nicht so ganz wie wir uns das vorstellen ... Deine wird kein mannstolles Busenwunder hoff ich?")
Aber ich hatte auch noch keine schlechten Erfahrungen damit. Weder mit Frauen, die Männer spielten, noch umgekehrt.
FrumolvomBrandefels hat geschrieben:
11.10.2019 14:33
Schlussendlich sollte man sich in der Darstellung mit Folgendem beschäftigten: Rasse, Kultur, Sozialer Hintergrund, gemachte Erfahrungen, religiöse Einstellung, grundsätzliche Moralvorstellungen, Erworbene Nachteile/(Vorteile), Extrovertiert/Introvertiert, Spontan/Überlegt, Logik/Intuitionsbasiert.
Bei all den Punkten, warum soll gerade die Darstellung des Geschlechts ein No-Go Kriterium sein?
Fiieri hat geschrieben:
11.10.2019 09:01
Ich persönlich finde den Unterschied zwischen "extrovertierter Party-Sau" mit Hang zur körperlichen Ertüchtigung und "introvertiertem Bücherwurm" mit Hang zu "beliebiges Nerdthema einfügen" größer als "Bücherwurm weiblich" und "Bücherwurm männlich".
Eben. Der große Unterschied zwischen der thorwalschen Kriegerin mit Trunksucht, Blutrausch und Hobby Sagas dichten und dem al'anfanischen Gelehrten mit Schulden, Angst vor Schlangen, und Aberglauben (sein Glücksbringer-Hut) ist jetzt nicht unbedingt in erster Linie, dass sie eine Frau ist.
von chizuranjida
11.10.2019 01:21
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Ares hat geschrieben:
10.10.2019 23:53
Ist doch eigentlich ganz einfach: Spiel das, was du auch darstellen kannst.
Das würde ich so nicht unterschreiben. Spielen wir nicht gerade gerne auch mal etwas, das ganz anders ist als wir selber, um eben dieses ganz andere zu erleben und auszukosten?
Wie viele von uns sind Muskelprotze mit KK17 und KO18 und können ernsthaft ausspielen, wie man nach einem Duell in Vollrüstung zur Mittagsstunde so drauf ist? Oder nach einem Tag Rudern in eisiger Gischt? Oder wenn man gerade 1W6 Leute zerhackt hat, von denen man ziemlich sicher ist, dass die zwangsrekrutiert waren?
Aber das geht glatt durch.
Warum auch nicht, geht ja allen so, das stimmt schon.

Aber warum darf dann zB der leicht korpulente Mitspieler mit Vollbart nicht die Galadriel-hafte elfische Seherin spielen? Den entsprechenden elfischen bartlosen Propheten-Spargeltarzan aber durchaus? Oder als Meister dann doch auch wieder die Elfe, weil, Meister kann ja alles?

Ich soll mir die ganze Spielwelt vorstellen, von dem Oger, der da aus dem Unterholz bricht, wo die Pizza steht, bis zum Meister als Amazonenkönigin. Aber Mitspieler B als Jägerin geht nicht?
(Meine Güte, als Jägerin, die halt jagt. Nicht als Jägerin, die Körbchengröße E im Lederbikini hat und jeden männlichen NPC sofort anspringt.)

Man muss das ja nicht machen, wenn man keinen Spaß dran hat. Aber es als abwegig oder unmöglich zu verbieten, das finde ich wiederum ... abwegig.
Ares hat geschrieben:
10.10.2019 23:53
Und wenn du es nicht gut darstellen kannst, dann spiel es wenigstens so, dass es unterhaltsam ist, ohne den anderen auf die Nerven zu gehen.
Geschlecht sollte in Aventurien eigentlich nur in zweiter Linie von Bedeutung sein (Spielmechanisch ist es das nämlich praktisch nicht).
Das unterschreibe ich voll.

Als ich meine maraskanische Scharlatanin Chizuranijda erschaffen habe, war ich mir nicht sicher, ob ich so einen extrovertierten Charakter rüberbringen und durchhalten könnte. Es ging, glaube ich, ganz gut. Einige andere Konzepte wie zB den Ferkina-Krieger oder die Traviageweihte habe ich nach einer Sitzung oder nach kurzer Zeit aufgegeben wenn es nicht passte.
Ich würde niemandem davon abraten wollen, mal ein Konzept auszuprobieren, das für sie schwierig ist. Wenn es nicht klappen sollte, kann man immer noch wechseln. Aber warum gleich gar nicht versuchen?
Jadoran hat geschrieben:
10.10.2019 12:16
Meiner Erfahrung nach geht cross-gender mühelos, solange nicht zu viel Sexualität reingebracht wird oder jemand krampfhaft versucht, zu demonstrieren, wie man es "richtig" darstellt. ("Ein Mann/Frau würde nie...")
Das sehe ich auch so. Aventurien ist auch nicht die Erde. Gleichberechtigung ist in vielen Kulturen dort nicht neu; Rahjalieb auch nicht. Götter und Magie existieren. Vieles ist anders. Warum sollten alle aventurischen Frauen (auch zB Elfen, die über tausend Jahre alt werden und alle paar Jahrhunderte mit einem Kind rechnen, und auch nur falls die Sippe gerade eines braucht) sich so benehmen, wie man es nach hiesigem Klischee erwartet?

Eine Rondrageweihte ist in erster Linie Rondrageweihte. Wenn sie von sich aus einen Hintergrund anlegt, dass sie auch eine Familie will oder liebestoll ist, okay, aber das muss doch nicht unbedingt. :thorwaler: