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von chizuranjida
17.07.2019 03:34
Forum: Heldentaten & Kreatives
Thema: Einen Tulamiden spielen
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Einen Tulamiden spielen

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 10:51
Ferkina sind außer an Afghanen vielleicht noch an diverse kaukasische Völker (wie Tschetschenen) angelehnt.
Das würde von den Turmhäusern her passen, die einige Stämme haben, ja. Andere Anleihen als das wüsste ich da jetzt auch nicht. Allenfalls noch das Goldwaschen in den Bächen mit dem "Goldenen Vlies" wie in Kolchis/Georgien, also indem man Schaffelle reinlegt, in denen sich der Goldstaub fängt.

Aber wenn man nach jeder möglichen Übereinstimmung sucht, könnte man auch an Massai denken. Mir fällt jedenfalls sonst kein Volk ein, das eine ausgesprochene Gemüsephobie hat und findet, man solle möglichst nur von Fleisch, Milch und Blut leben.

Von daher und wie schonmal gesagt finde ich es gar nicht zielführend, zu sagen "XY ist die Vorlage für diese Kultur", weil da oft Versatzstücke aus den verschiedensten Regionen, literarischen Vorlagen, und frei Erfundenem zusammengewurstelt wurden.
Wo soll man denn irgendwas Tibetisches oder Nepalesisches ansiedeln wenn nicht im Raschtulswall? Hat das Konzil der elementaren Gewalten nicht eine gewisse Ähnlichkeit mit einem tibetischen Kloster? Aber falls es das hat, sollten dann die umliegenden Ferkinastämme (verbunden nicht zuletzt über die Konzilsdruiden) auch ein paar Anklänge daran haben?
Nun, sie haben zB Grunzochsen/Yaks ...
Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 10:51
Thalusa könnte vielleicht auch in Richtung Jemen/Oman oder sogar Somalia gehen.
Thalusa-Stadt würde ich das nicht aufdrücken wollen und sehe auch da keinen Bezug, eher würde ich sowas in der unmittelbaren Umgebung von Kannemünde verorten, weil trockener, und stärkerer novadischer Einfluss.
Thalusa-Stadt hat Reisfelder, und Leute im Wickelrock die mit Angelhaken an Papierdrachen Fledermäuse fangen, um sie zu essen. Das geht in Richtung Bengalen, Indochina, Indonesien, nicht Oman.
Es soll aber in Myranor Kulturen geben, die stark aus Südostasien schöpfen. Aber über Myranor weiß ich fast nichts.
Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 10:51
Deine Schöpfungsgeschichte finde ich sehr güldenländisch angehaucht.
Ich weiß nicht recht wie ich es ausdrücken soll, aber ich würde auch eher weiter auf dem aufbauen wollen, was zu aventurischen Tulamiden, ihrer Religion und Geschichte gesagt wurde, anstatt sie möglichst ähnlich zu sassanidischen (?) Persern hinzubiegen.
Es ist halt ein Fantasy-Volk, keine exakte Kopie von irgendwem.
Der Kontrast zu den Güldenländern, deren Religion und Lebenseinstellung ist schon wichtig. Und die hatten ja offenbar mit Shinxir schon einen Gott der Konformität, Gesellschaft über Individuum, etc; dazu Praios als Zentralgott. Da müssen die Tulamiden einfach deutlich anders drauf sein.
von chizuranjida
12.07.2019 01:48
Forum: Heldentaten & Kreatives
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Einen Tulamiden spielen

Shirwan hat geschrieben:
29.06.2019 00:12
(Mit Ausnahme der Urtulamiden, insbesondere dem Militär, da hat jemand sehr sauber recherchiert).
DDZ? Das kenne ich nicht, und gibt es leider nicht als Download. Die Box ist vergriffen und gebraucht sauteuer.
Hat da wirklich jemand Sumerer oder Babylonier oder sowas 1:1 sauber kopiert, ganz ohne Anpassung ans sonstige Aventurien und was schon über Urtulamiden publiziert war? Ich hoffe nicht.

Ich glaube nicht, dass es irgendeine aventurische Kultur oder Gegend gibt, die nur nach einem einzigen Vorbild aufgebaut ist, oder auch nur eine, die je diesen Anspruch hatte. Es geht ja auch gar nicht, denn Aventurien hat nunmal eine andere Gesamt-Geschichte, hat real existierende Götter und damit wahre, mögliche und falsche Religionen, Magie, große Drachen und sowas, Nichtmenschenvölker, etc pp
Ich fände es auch gar nicht sinnvoll, sowas zu versuchen.
Es geht doch um inspirierende Vorlagen für Fantasy-Rollenspiel-Abenteuer. Wenn's nebenbei inneraventurisch stimmig ist, umso besser. Da auch noch eine akkurate Kopie einer irdischen Kultur reinzuwursteln wird eher nicht klappen.

Es hat zB anscheinend mal jemand versucht, einzuführen, die Güldenländer hätten Pferde mitgebracht, und damit die damals pferdelosen Tulamiden überrollt wie die Conquistadores in Mexiko. Dem standen aber die Elfenpferde aus der Phileasson-Kampagne entgegen, und die Orkponys. Also ging das nicht. Sowas muss man immer beachten. (Kamele jetzt mal völlig außen vor.)
Shirwan hat geschrieben:
29.06.2019 00:12
Ferkinas: Sollen sich leider an den Kurden orientieren, es werden auch immer wieder Bezüge zu den Kurden aus Karl Mays Büchern gezogen.
Abgesehen von dem Buchtitel "Durchs wilde Mhanadistan" wüsste ich keinen Bezug zu Kurden. Das Reiterspiel Buskurdh beruht auf einem, das in Afghanistan, aber auch weiter in Zentralasien verbreitet ist. Die Namen sind teils aus den bereits vorher bekannten tulamidischen abgeleitet, teils afghanisch oder allgemein indo-iranisch.
Die Technik ist steinzeitlich, HerrIngerimmNochmal. Das als Bezug auf konservative Afghanen zu nehmen ist schon mittelschwer weit hergeholt. Die irdische Bronzezeit begann übrigens mW in einer Mine in Tadjikistan.
Die Magie ist schamanistisch, da mag man auch an zentralasiatische Traditionen (Mongolen, Turkvölker) denken, aber vor allem ist es halt der aventurische Schamanismus, so wie er regeltechnisch und vom magischen Hintergrund gesetzt wurde.
Einiges ist aus den Kulturen der Tulamiden und Novadis rückgeschlossen, die ja alle irgendwie von so einer Art Ferkinas abstammen. ZB haben die Ferkinas die gleichen Bestattungssitten wie die Novadis.
Beim gehämmerten Flussgold und der Teppichkunst mag man an Skythen denken.
Die wilden Horden von Rascha-Anbeterinnen sind griechischen Mänaden nachempfunden.
Die dunklen Filzzelte kommen von tibetischen Nomaden, genauso wie die Grunzochsen/Yaks. Und die Schädelhaufen mit den wehenden Kopftüchern der Erschlagenen auf Passhöhen dürfen auch gerne an diese Steinhaufen mit Gebetsfahnen erinnern, die sie in Tibet, Nepal und da so haben. :)
Shirwan hat geschrieben:
29.06.2019 00:12
Fasar: Konnte ich bisher nicht zuordnen.
Zu den Vorlagen zählt mW die Kurzgeschichtenserie Freistatt. Ansonsten natürlich alles, was sich aus Setzungen über Tulamiden allgemein und die aventurische Geschichte ergibt.
Shirwan hat geschrieben:
29.06.2019 00:12
Thalusa: Leider keine Ahnung.
Wieder: Die allgemeine tulamidische Kultur ist immer als Grundstock zu beachten, und Anleihen woandersher sind immer nur möglich, wo sie der nicht widersprechen. Samarkand als Wüstenstadt an der Seidenstraße: definitiv nein, Thalusa ist ja eine Küstenstadt. Kleidung und Schiffbau haben möglicherweise einige leichte Anklänge an Bengalen und Indochina. Der permanente Zustand der Hungersnot bei den Tagelöhnern, während zugleich Großgrundbesitzer Reis-Überschüsse für gutes Geld exportieren, folgt mW historischen Vorlagen zB aus Bangladesh.

Shirwan hat geschrieben:
29.06.2019 06:58
Thema Religionen: Also um ganz ehrlich zu sein. Für mich liest sich der tulamidische Glauben so: Mhm wir brauchen einen Glauben für die Tulamiden. Ach nehmen wir den Zwölfgötterglauben und stülpen den drüber. Ist jetzt sehr vereinfacht ausgedrückt, aber im Kern glaube ich ist dies auch so geschehen. Gerade bei den Echsengottheiten finde ich das sehr unpassend.
Das war ja auch anfangs bei den Thorwalern ähnlich. Das die ein eigenes Pantheon haben, ist ja auch eher "neu".
Die Thorwaler hatten schon in der DSA2 Spielhilfe Thorwal&Seefahrt einen vom mittelreichischen Zwölfgötterglauben stark abweichenden Glauben vor allem an Swafnir und Ifirn, während Rondra und Efferd nicht als Personen sondern Naturgewalten betrachtet wurden, und einige Götter eher unbekannt waren.

Bei den Tulamiden muss man berücksichtigen, dass Hela-Horas versucht hat, die Kultur auszulöschen, und die Priesterkaiser später haben nochmal ihr Bestes getan, vorherige religiöse Strömungen abzustellen.
von chizuranjida
15.05.2019 23:40
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Einen Tulamiden spielen

Interessant. Mich als überzeugten Hobbit spricht natürlich vor allem das Essen an. Bei den Anleihen an persische Mythologie komme ich nicht über Ahriman&Ormuzd hinaus. Auch über persische Feste weiß ich zu wenig, abgesehen von Noruz/Newroz oder wie auch immer man das schreibt. (Aber sowas in der Art haben am ehesten die Ferkinas, weil bei denen Frühling und Schneeschmelze wichtig sind. Das Tulamidenland hat ja einen ganz anderen Jahrenzeitenrhythmus als der Iran.)

Zurück zum Essen:
Darüber ist schon ziemlich viel publiziert worden, und da DSA langsam und unter Einwirkung vieler Autoren gewachsen ist, und die tulamidische Kultur Anleihen aus mehreren verschiedenen irdischen hat, ist es ziemlich vielfälig.

Entweder von Hadmar oder von Bernhard Hennen aus der Frühzeit von DSA kommt wahrscheinlich, dass Tulamiden, Novadis und Al'anfaner allesamt Hund essen. Vermutlich eine Anleihe aus der phönizisch-karthagischen Kultur. Und immer gut geeignet, um Mittelreicher, Thorwaler und deren Spieler zu schockieren. :ijw:

Ja, das was du beschreibst mit dem Essen am Boden im Schneidersitz, ungewohnt und unbequem für Mittelreicher, das eignet sich auch sehr schön für den kulturellen Kontrast. Wir haben dazu, glaube ich, auch zwei aventurische Zitate in LdES, wo der Mittelreicher sich ekelt, dass die Tulamiden mit den Fingern essen, und der Tulamide verächtlich meint, die Mittelreicher müssen eben mit Löffeln essen, weil sie sich nie die Finger waschen. Die Füße waschen sie sich ja auch nicht, sie ziehen ja nichtmal die Schuhe aus wenn sie ins Haus gehen. :) Zumindest für reichere Haushalte sind aber auch niedrige Tische mit Sitzkissen drumherum beschrieben; das Tischtuch auf dem Boden würde ich eher Novadis oder Bauern zuordnen.

Ein häufiges Missverständnis unter Spielern ist, zumindest die Novadis, oder alle Tulamiden, würden Alkohol ablehnen. Das ist nicht so. Kann man natürlich machen, dass der eigene Held überzeugter Antialkoholiker ist. Aber sowohl Novadis als auch zwölfgöttergläubige Tulamiden trinken Wein und Palmwein. Schnaps dagegen ist nicht üblich, obwohl es einen Raki-entsprechenden Anisschnaps gibt, und Bier auch eher nicht. Tee ist aber klar sehr beliebt, das Charaktergetränk der Gegend, und zudem ein wichtiger Exportartikel.
Abweichend von dem, was der Durchschnittsdeutsche sich unter orientalischem Essen vorstellen mag, gibt es auch kein Schweinefleisch-Verbot, sondern im Gegenteil gerne Selemferkel.

Was Reis angeht: Da schlägt wieder das Zusammengewurstel verschiedener Hintergründe zu. Reis wächst am unteren Mhanadi und in Thalusien. In Aranien und Mhanadistan ist es entweder kühler oder trockener, und dort haben sie hauptsächlich Weizen und essen mehr Brot als Grundnahrungsmittel. Safran muss früher mal sehr beliebt gewesen sein, ist aber seit Borbarad kaum mehr zu bekommen und furchtbar teuer (kommt aus dem Amazonengebiet bei Beilunk), und wird von findigen Fälschern durch Färberdistel ersetzt.

Sonstige kulinarische Kuriositäten:
Die Tomate stammt ursprünglich aus Thalusien und soll Silem-Horas' kostbarste Kriegsbeute gewesen sein. :) Würde heute wohl kein Pasta-begeisterter Horasier glauben.
Die aventurische Gewürznelke kommt aus der Gegend von Unau und aus Thalusien ("Shadifnägelchen") und wird demnach wohl ein Charaktergewürz der tulamidischen Küche sein.
Die Merach-Frucht, für die ich keine irdische Entsprechung kenne, ist irgendwie total lecker, aber giftig wenn zusammen mit Alkohol genossen.
Die Menchalblüte (dito) soll als Gewürz irgendwie umwerfend köstlich sein, und ihr Duft lockt Dschinne an.

Es stellt sich natürlich noch die Frage, ob die Familie mit Gästen gemeinsam isst, oder nur der Hausherr, während die Frau(en) von den Männern getrennt essen. Für Novadis ist das - glaube ich - als getrennt gesetzt; für Stadtstaatentulamiden schlage ich es jetzt nicht nach.

Was die Götterwelt angeht: Dazu hat Hexe ja schon das Wesentliche gesagt. Man muss auch da bedenken, dass DSA im Lauf der Zeit gewachsen ist. Als die Tulamiden eingeführt wurden, war zu Echsen, Bosparanern und Frühzeit noch wenig gesagt, und die Vorstellung, dass die Zwölfgötter vielleicht nicht immer so gesetzt und unumstößllich waren, war wohl noch nicht aufgekommen. Dass die einwandernden Bosparaner gar nicht alle Zwölfgötter kannten und zB Phex erst von den Tulamiden übernahmen, die umgekehrt Peraine oder Travia überhaupt nicht kannten, oder die inwzischen vergessenen Stadtgottheiten (wie bei den alten Sumerern), das ist alles im Lauf der Jahre und Editionen erst dazugekommen.
Ebenfalls zu bedenken: Hela-Horas hat einen blutigen und zutiefst rassistischen Vernichtungskrieg gegen die tulamidische Kultur geführt, allerdings ohne die - damals noch ganz neue - Zwölfgötterreligion durchzudrücken, weil sie sich selber als Göttin sah.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass der Namenlose den frühen Tulamiden unbekannt war, bevor sie auf die Bosparaner trafen, oder dass er zumindest in ihrer Götterwelt keine nenneswerte Rolle spielte. Denn weder Novadis noch Ferkinas heute kennen ihn oder beachten ihn groß, und auch für die früh von den Urtulamiden abgespaltenen Trollzacker spielt er mW keine zentrale Rolle. Aber ich weiß nicht, ob in der Dunkle-Zeiten-Box dazu was gesagt ist.

Eine mythisch-religiöse Eigenheit, die ich gerne mag, ist übrigens noch die Legende von Zulhamid&Zulhamin als Stammeltern oder Tierkönigen der Menschen. Sollten die Menschen einen Tierkönig haben wie andere aventurische Tierarten auch, könnte der im Raschtulswall immer noch irgendwo rumlaufen. :)

Mahlzeit!