Die Suche ergab 9 Treffer

von chizuranjida
11.02.2019 01:17
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens
Antworten: 271
Zugriffe: 19138
Geschlecht:

Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens

Na'rat hat geschrieben:
11.02.2019 00:42
So viel zum Thema übermächtiger Moloch. Es ist aber vielmehr so, dass jede Region in Aventurien für sich betrachtet werden muss. Ist es nicht eher so, dass zum Mittelreich mehr publiziert wird?
Richtig. Nicht zu vergessen: Dabei werden oft mittelländische Helden empfohlen und von Exoten abgeraten, und das Mittelreich wird positiv dargestellt.

Fünf Abenteuer über Dschungelstämme würden diese nicht unbedingt beliebter machen, wenn sie alle für mittelländische Missionare geschrieben wären, die den dummen, exotischen Wilden bei irgendwas helfen.
Ich glaube, es geht nicht nur um die Anzahl der Abenteuer in einer Region, sondern auch um den Blickwinkel der Autoren auf die dortigen Einheimischen. Das ist eben oft der aus mittelreichischer Sicht. Oder doch zumindest aus der Sicht eines außenstehenden Betrachters, was es Spielern nicht leicht macht, sich selber in die betreffenden Kulturen hineinzudenken.

Wobei auch Horasreich, Thorwaler, Elfen und Novadis ihre Fürsprecher haben, die ihre Lieblinge toll geschrieben haben, aber zB bei Orks, Achaz, Al'anfanern oder Miniwatu ist da Luft nach oben, glaube ich.

Edit: Ein Grund, warum das Horasreich bei vielen Spielern nicht so beliebt ist, könnte sein, dass es immer wieder ziemlich offensichtlich gepusht und toll geschrieben wurde: Expansion (Zyklopeninseln, Südmeer), reich, fortschrittlich, technisch ganz vorne, etc pp, so dass es vielleicht etwas übertrieben rüberkommt. Manche Leute haben ihr Setting eben auch gern mal etwas rückständiger und dreckiger.
Na'rat hat geschrieben:
11.02.2019 00:42
chizuranjida hat geschrieben: ↑
11.02.2019 01:28
Wer mehr Spielwiese für al'anfanisches Imperium oder auch tulamidische Gründungen braucht

Dafür müsste man das Setting neu aufsetzen. Mehr Spielweise wäre was. Vielleicht mit DSA6.
Warum müsste man das Setting neu aufsetzen? Grüne Hölle III kenne ich noch nicht. Sind da die Umrisse und Völker ganz Uthurias schon abschließend festgelegt?
von chizuranjida
11.02.2019 00:28
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens
Antworten: 271
Zugriffe: 19138
Geschlecht:

Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens

S7evin hat geschrieben:
10.02.2019 21:16
Man sollte Nostragast stärken und dieser Region Teile des Mittelreiches zuschreiben, dann wäre plausibel, warum das nicht "zurück ins Reich" geholt wird. Das würde ich absolut unterstützen. Mal Nostragast auf Kosten des MR interssant machen, statt umgekehrt.
Die Römer haben Irland und Schottland nie erobert. Wenn sie es unbedingt gewollt hätten, wäre das sicherlich machbar gewesen. Aber wozu eine neue Provinz erobern, wo es nur Torf und unangenehme Barbaren gibt, und die weit mehr kostet als sie einbringt?
So könnte man den Plotschutz für Nostergast einigermaßen begründen.

Welchen Mehrwert fürs Spiel-Setting brächte es, Nostergast zu vereinen? Soll die einzige patriarchalisch-mittelalterliche Kultur (Andergast) verschwinden? Sollen die regionalen Unterschiede zwischen diesen beiden und Albernia verwischt werden, Andergast weniger rückständig, Albernia weniger irisch? Wo wäre der Mehrwert?

Man hätte von mir aus gern Albernia und auch Almada unabhängig lassen können, aber der Zug ist nun abgefahren. Das damals wirklich erdrückend übermächtige Reto/Hal-sche Mittelreich mit seinem Zentralstaat, stehenden Heer und Geheimdienst ist aber nun wirklich deutlich geschwächt, so dass sich andere Staaten wie Aranien und Horasreich glaubwürdig daneben halten können.
Esgaroth hat geschrieben:
10.02.2019 21:23
Gleichwertigkeit ist hier auf Verfügbarkeit bezogen. Ich kann das alles spielen, nirgends wird mir gesagt: 'Wurde letztens im Metaplot plattgemacht, ist also Essig als Spielerfigur.' Und gerade deshalb kann der Metaplot nicht viele große veränderungen beinhalten, da meiner Meinung nach oberstes Ziel ist, an der vorhandenen Vielfalt der Auswahlmöglichkeiten nicht zu rütteln oder diese unnötig einzuschränken.
Sehe ich auch so - weitgehend.
Die Verfügbarkeit ist da, und es ist wichtig, dass sie erhalten bleibt, darum der weitgehende Plotschutz.
Gleichwertigkeit gibt es aber nur in dem Sinne, dass Al'anfaner, Tulamiden, Shokubunga und Goblins genauso vorhanden sind wie das Mittelreich zum Beispiel.
Es gibt aber - wie weiter oben ausgeführt - eine klare Bevorzugung insofern, als der Standardheld als Mittelreicher gedacht wird und "Randkulturen" auch von Autor zu Leser oft als fremd und nicht selten barbarisch/unterlegen beschrieben werden. Daran könnte man noch drehen, um das fairer und die "Randkulturen" attraktiver zu machen.
Esgaroth hat geschrieben:
10.02.2019 21:23
Nostergast auf Kosten des Reiches stärken sehe ich so nicht, und auch das mit Nebachot... Naja, vielleicht sollte man erstmal mit Khunchom anfangen, auch wenn das nicht im Mittelreich ist.
Bloß das nicht! Die klassische zwölfgöttergläubige Tulamiden-Kultur hat schon Rashdul an die Novadis verloren, und Fasar ist eine Einwandererstadt mit reichlich Mittelländern (während Gareth, als einstmals attraktives Handelszentrum, anscheinend nie ein Tulamiden-, Novadi-, Horasier- oder Zwergenviertel hatte). Wenn Khunchom Aranien zugeschlagen würde, wäre es doch bald aus mit der Stadtstaaten-Kultur.

Wer mehr Spielwiese für al'anfanisches Imperium oder auch tulamidische Gründungen braucht: noch ist in Uthuria vermutlich einiges machbar. Auch wenn sich in der Kampagne dorthin mal wieder die Vorrangstellung der mittelländischen Kultur gezeigt hat: Stoerrebrandt als Auftraggeber, weil man ein Abenteuer im Dienste Al'anfas nicht zumutbar fand, und der holt mal eben schnell den angeblich riesigen Vorsprung Al'anfas auf.
von chizuranjida
09.02.2019 03:49
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens
Antworten: 271
Zugriffe: 19138
Geschlecht:

Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens

Rasputin hat geschrieben:
09.02.2019 03:37
"Profane" Grenzkonflikte gibt es zwar irgendwie, aber so richtig wird daraus auch nichts habe ich das Gefühl.
Teilweise ist das vermutlich publikationstechnisch bedingt. Wenn man Grenzen verschieben will, sollte das normalerweise passieren, kurz bevor eine neue SH zu der Gegend rauskommt. Das ist halt selten, und dann muss das Abenteuer dazu passen, genau im richtigen Moment fertig sein und herauskommen, das Abenteuer muss gerailroadet sein mit den neuen Grenzen (falls festgeschrieben), und es darf kein zuständiger Redakteur was dagegen haben, das Briefspiel wohl möglichst auch nicht, und und und.

Falls man eine Stadt/Gegend die Seiten wechseln lässt, die eine bestimmte Rolle erfüllt (zB angenommen Port Stoerrebrandt als einzige Südmeerkolonie des Bornlands, oder angenommen das Mittelreich verlöre Punin, die ultimative Metamagier- und Stubehocker-Akademie, ans Kalifat), dann müsste man überlegen, ob das so langfristig verzichtbar ist, oder ein Ersatz geschaffen werden müsste.

Da hängt viel dran, und es passt nur in einem sehr engen Zeitfenster richtig gut. Das ist leider nicht einfach.
von chizuranjida
09.02.2019 03:33
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens
Antworten: 271
Zugriffe: 19138
Geschlecht:

Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens

@Rasputin Ich persönlich mag Erzbösewichte, die für das pure Böse stehen (Paktierer, NL-Priester) durchaus, aber nicht nur. Menschen (und demnach vermutlich auch Zwerge, Orks etc) können aus Gier, Eifersucht, Größenwahn, purer Dummheit oder sonstwas heraus gemein genug sein; daraus kann man viel machen, und das muss man nicht unter den Teppich kehren.
Ganz zu schweigen von nachvollziehbaren Interessenkonflikten, wenn Piraten Küstendörfer plündern, Orks Menschen und Elfen sich um dasselbe Land streiten wo sie leben/jagen wollen, oder zwei Adlige beide glauben dasselbe Junkergut geerbt zu haben.

Der Khomkrieg hätte in die Richtung gehen können, aber damals war noch Redaktionssetzung dass Al'anfa böse sei. Der Orkkrieg hätte auch so laufen können, dass die Orks aus ihrem kargen Steppengebiet verständlicherweise in Länder vorstoßen, wo auch früher Orks lebten. Aber Orks waren und sind als böse gesetzt.
Albernia-Nordmarken war klar so aufgezogen, als reiner Interessenkonflikt zwischen normalen Leuten. Möglicherweise ist das nicht so gut angekommen, und man hat das Konzept deswegen schnell wieder ad acta gelegt. Vielleicht ist Gut vs das ultimative Böse doch viel beliebter. Das weiß ich nicht. Vielleicht hätte das auch spannender werden können, wenn man entsprechende Abenteuer in den Boten gesetzt hätte und/oder der Westen des Mittelreichs unabhängig geworden wäre.
von chizuranjida
09.02.2019 03:09
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens
Antworten: 271
Zugriffe: 19138
Geschlecht:

Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens

Madalena hat geschrieben:
09.02.2019 01:33
Das Kalifat hat deutlich mehr erfolgreich erobert als nur Süd-Almada. Das Horasreich hat ebenfalls erfolgreich expandiert (Zyklopen, Drôl, Südmeer).
Hat das HR die Zyklopeninseln militärisch erobert, oder ist der König der Zyklopeninseln mit seiner Provinz übergelaufen? Drôl entsprechend.

Bei den Südmeerkolonien gibt es dieses "Randkulturen-zählen-nicht-"Problem, das abgeschwächt auch Tulamiden, Maraskaner etc betrifft: Das Horasreich oder Brabak kann einfach mal auf einer Waldinsel eine Kolonie einrichten. Weil: Da wohnt ja keiner. Nur Mohas/Achaz/Utulus. Und die kann man ignorieren.
Dass das Horasreich sie ignorieren kann ist klar und passt. Dass sie sie militärisch niederknüppeln können mag auch sein. Dass Al'anfa gerade nicht aufpasst wenn jemand in deren Interessensphäre wildert, da braucht man dann Plotschutz.
Aber dass so absolut gar nichts passiert, das ist wieder diese Sache "Der Autor kann ignorieren, dass dort schon Leute mit eigenen Interessen wohnen", seien es Haipu oder wer auch immer, die etwas gegen diese Kolonie haben könnten oder umgekehrt umschmeichelt werden wollen.

Genauso kann man im Raschtulswall oder in der Schwarzen Sichel oder wo auch immer mal eben schnell ein Kloster oder sonst ein Mysterium hinsetzen, das die örtlichen Ferkinas, Trolle, Goblins, Grolme etc irgendwie seit Jahrhunderten überhaupt nicht interessiert. Sowas kann man sich in Briefspielbaronie Posemuckel nicht rausnehmen.

Zurück zu den militärischen Eroberungen der jüngeren Vergangenheit: Die Orks im Svellttal hatte ich erst auch noch erwähnen wollen, aber da müsste man sich fragen, ob die als Staat zählen.
Thorwal hatte zeitweise einen Teil Nostrias besetzt, aber vermutlich nicht lange genug. Da zeigt sich auch wieder, wieviel es ausmacht, ob eine Gegend von einem Redakteur betreut und geliebt wird oder nicht: Witzkko konnte damals die Thorwaler wieder raussschreiben. Das kann man gut finden oder nicht, aber es verdeutlicht doch, dass es eher keinen Masterplan zu geben scheint, sondern sowas stark von Vorlieben der Autoren abhängt.
Madalena hat geschrieben:
09.02.2019 02:04
Was die - kosmologisch betrachtet - WIRKLICH Bösen angeht scheint mir die Verteilung tatsächlich relativ fair. Ein paar erzböse Thorwaler würden noch fehlen.
Och, ich hätte auch nichts gegen ein paar hochrangige Novadis, die meinen, es gibt halt nur einen Eingott auf Dere, und das ist der goldene und erste und der einzige Unterschied ist dass sie seinen Namen wiedergefunden haben. :) :devil:
Aber warum nicht auch eine Thargunitoth-paktierende Utulu-Zombie-Schamanin, oder ein ganz fieser Nivese? Es gibt so viele Kulturen, da kann man aus dem Vollen schöpfen. Nur wenn eine Kultur / ein Volk systematisch runtergemacht wird obwohl andere, die ganz ähnliche Sachen machen, gelobhudelt werden, das finde ich unausgewogen.
von chizuranjida
09.02.2019 01:11
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens
Antworten: 271
Zugriffe: 19138
Geschlecht:

Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens

Na'rat hat geschrieben:
08.02.2019 23:52
S7evin hat geschrieben:
08.02.2019 21:56
das Mittelreich dabei nicht als der grosse Strahlemann wegkommt, sondern mit negativen Assoziationen bestückt wird.
Bitte sehr, je nachdem wie man die Quellen liest haben wir folgendes:
  • Unfähige Vollposten an der Spitze (siehe die jüngste Geschichte).
  • Illegitime Erbfolge (Kaier Hal ist ein Tyrann... Und über Reto reden wir mal nicht).
  • Sklavenhalter (Leibeigene sind defakto Sklaven und Orks).
  • Fremdenfeindlich (weil Orks und Gobos und so).
Wird aber nicht so dargestellt. Das ist m.E. der Punkt. Das Mittelreich hat Maraskan besetzt - aber das war irgendwie nicht böse. Die Staatenlenker des Mittelreichs benehmen sich wie dämliche Idioten - das wird aber so nie zugegeben, sondern in heroisch-rondrianisch umgeschrieben. Leibeigenschaft wird in allen Texten als gut und akzeptiert gesetzt, im Gegensatz zur Sklaverei. Um diese ungleiche, gewichtende Darstellung geht es doch; wer die nicht mag, dem wird damit auch das erzählerisch bevorzugte Mittelreich weniger sympathisch.
Expansionistisch (immerhin der einzige Staat in den letzten paar hundert Jahren der erfolgreich einen Eroberungskrieg geführt hat
Das stimmt nicht. Das Kalifat hat Südalmada erobert und gehalten.
von chizuranjida
08.02.2019 23:01
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens
Antworten: 271
Zugriffe: 19138
Geschlecht:

Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens

Mithrandir hat geschrieben:
08.02.2019 20:37
Das DSA sehr "mittelreichzentrisch" ist, ist wahr. Das war für mich aber immer "by Design" so, weil viele eben gerne "Fäntelalter" spielen wollen. Ein DSA mit dem Hauptfokus auf Thorwal, Al'Anfa oder da tulamidische (und womöglich noch mit einem "bösen Mittelalterland") würde sich höchstwahrscheinlich nicht so gut verkaufen und nicht so gut etabliert haben.
Ich glaube nicht, dass es das ist, worum es S7evin geht. Sicher würde ein Spiel mit Fokus auf dem Miniwatu-Königreich oder den Goblins sich nicht verkaufen. (Eins mit Wikingerfokus hingegen würde ich nicht so direkt ausschließen.)

Aber vergleiche bitte mal, wie die Völker in den Spielhilfen beschrieben werden. Gibt es in einer Mittelreich- oder Flusslande- oder auch Bornland-Spielhilfe Zitate von reisenden Hesindegeweihten aus Khunchom, al'anfanischen Kaufleuten oder zwergischen Wandergesellen, die die aus ihrer Sicht komischen Sitten, das miese Wetter, fade Essen oder sonst irgendwas beschreiben? Eher nicht, oder?
Aber wenn du in eine Beschreibung der Tulamiden, Novadis, Ferkinas, etc schaust, dann werden sie aus mittelreichischer Sicht, oft in Zitaten von mittelreichischen (oder auch horasischen) Autoren, als fremd und anders beschrieben.
Der Held ist ein Mittelreicher.
Es gibt Abenteuer in Al'anfa für mittelreichische Heldengruppen, und es wird darauf eingegangen, was ein Mittelreicher dort wahrscheinlich alles falsch machen oder fremdartig finden wird. Weil der Standard-Held eben ein Mittelreicher ist. Genau dadurch wird dieser Standard immer wieder verstärkt und bestätigt, und Helden mit anderem Hintergrund weniger attraktiv gemacht.

Denn der Spieler eines Al'anfaners liest ja sogar in den vermeintlich neutralen Hintergrundtexten (nicht nur in Zitaten aventurischer Autoren) von der bösen, verhassten Sklaverei und der "Pestbeule des Südens".
Genauso wie ein Goblin-Spieler in den vermeintlich neutralen Hintergrundtexten vom verzweifelten Abwehrkampf der Elfen gegen die goblinischen Horden liest (während die Elfen das Stammland der Goblins eroberten), oder davon, wie die edlen Theaterritter das Bornland für die Erstbesiedelung eroberten und sicherten. (Erstbesiedlung bedeutet eigentlich, dass da vorher noch gar niemand wohnte.)

Edit: Für die Box "Stolze Schlösser, dunkle Gassen" wurden, soweit ich mich erinnere, mal eben ca ein Dutzend neue Heilige erfunden, als Schutzpatrone für die Zünfte. Darunter vielleicht ein Zwerg, aber kein Tulamide. Es ist das gleiche wie S7evin bei den Kirchenoberhäuptern bemängelt, und bei Handelshäusern findet man wieder das gleiche. Der mittelländische Kulturkreis steht im Fokus und wird gepäppelt, und die Randkulturen gehen unter. Dadurch werden sie immer irrelevanter und unattraktiver.
S7evin hat geschrieben:
08.02.2019 00:31
An dieser Stelle möchte ich für Unheil über Arivor eine Lanze brechen. Die Horaten haben ohnehin zu viele Städte, speziell verglichen mit den Tulamiden. Es erschliesst sich mir nicht, warum die Güldenländer, die ja Zuzüger sind, eine so grosse Bevölkerung aufbieten, während die Sumerer, die ja "zuerst" da waren, viel weniger zahlreich sind.
Ja, das habe ich mich auch immer gefragt. Vor allem auch, warum sich die dämlichen Urtulamiden im Osten und Süden mit den Echsen und der Riesin Männertod gehauen haben, wenn das Land direkt nördlich und westlich des Raschtulswalls, darunter das liebliche Yaquirtal, frei und unbesiedelt gewesen sein sollte.
Möglicherweise gibt es dazu in der Dunkle-Zeiten-Box und/oder der Historia Setzungen; die kenne ich nicht.
Mein Vorschlag wäre gewesen, dass Tulamiden auch weiter westlich wohnten, die sich (wie später auf Maraskan) mit den güldenländischen Einwanderern mischten, eingemeindet und in der Geschichtsschreibung totgeschwiegen wurden, wie später die Herkunft des guten Kaisers Raul. Da hätte man zumindest die nötigen Zahlen für die rasche Expansion.
Jadoran hat geschrieben:
08.02.2019 21:53
DSA wird in Deutschland von dort Lebenden für großteils auch dort lebende Kunden gemacht. Deren durchschnittliche Fäntelaltervorstellung soll durchs Mittelreich abgebildet werden, damit sie sich da reindenken, drin wohl fühlen und damit identifizieren können. (deswegen ist das MR mittlerweile auch frei von jeglicher Diskriminierung) Danach sind dazu die "Lieblingsurlaubsländer" drum herum gekommen.
Das stimmt zumindest nicht ganz. Zumindest in der Frühzeit spielte es auch eine große Rolle, ob ein Autor eine Region bzw ein Volk mochte oder nicht, und einige wurden ja direkt als Gegner aufgebaut und entsprechend niedergeschrieben. Das Bornland und Thorwal kommen besser weg als Al'anfa, Elfen besser als Orks. (Und Orks waren doch in anderen Spielen schon länger spielbar, oder? Shadowrun?)

Das hat sich lange so gehalten, tut es vielleicht noch immer, und ich finde schon, dass man das unsympathisch finden darf. Das liegt ja gar nicht am Mittelreich selber, sondern mehr daran, wie Autoren wegen dieser Mittelreich-ist-toll-Tradition auf andere Regionen/Kulturen schauen.
Assaltaro hat geschrieben:
08.02.2019 21:57
Wenn ich das hier so lese denke ich es ist ganz gut, dass sich der Metaplot meist auf übernatürliches Böse wie Borbarad, danach schwarze Lande etc. beschränkt. Auch wenn immer vielen eine so klare schwarz/weiß Zeichnungen, wo klar erkennbar ist, wer die Bösen sind, langweilig erscheint. Ich denke gegenteilige Kampagnen mit Kriegen zwischen den menschlichen Kulturen würde den Streit ihr noch mehr anfachen, da einer verlieren muss.
Und wenn man in einem Konflikt um rein weltliche Interessen mal auf die Schwarz-Weiß-Malerei (Al'anfa böse, Novadis gut; Orks böse) verzichten würde? Ich würde nicht vorab ausschließen wollen, dass es spannend und bereichernd sein könnte.
S7evin hat geschrieben:
08.02.2019 22:04
Dass niemand einen Al'Anfaner oder einen Novadi spiel will, eben aufgrund der innerweltlichen Darstellung, ist in meinen Augen ein Zeichen dafür, dass die Designer zumindest in diesen Regionen kläglich versagt haben.
Ich habe lange mit viel Vergnügen einen Al'anfaner gespielt. Zeitweise hatten wir auch einen Novadi in der Gruppe.

Leicht nervig kann es sein, wenn Mitspieler irgendwann damit ankommen, der Held müsse doch mit der Zeit einsehen, dass Sklaverei böse sei. (Während Leibeigenschaft natürlich okay ist - weil in den Spielhilfen so beschrieben.)
Ich empfehle dann gern die Kiminalromane um Decius Caecilius Metellus jr. von John Maddox Roberts, wo die absolute Normalität von Sklaverei in der antiken Welt gut rauskommt, wie ich finde. https://de.wikipedia.org/wiki/John_Maddox_Roberts#SPQR
von chizuranjida
31.01.2019 23:05
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens
Antworten: 271
Zugriffe: 19138
Geschlecht:

Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
31.01.2019 01:11
Der Rastullahglaube aber war so ziemlich von Anfang an ein aventurisches Stand-In für den Islam,
Ja schon, insofern als er die einzige aventurische Religion war, die beim Islam abgekupfert hat. Was ich sagen wollte ist, dass der Rastullahglaube - meinem Eindruck nach - anfangs nicht als plumper Islam-Abklatsch angelegt war, sondern sicherlich mit voller Absicht bei verschiedenen Vorbildern geklaut hat.

Es gab, darauf aufbauend, dann verschiedene Möglichkeiten, die Novadis zu entwickeln. Man hätte zB die Idee entwickeln können, dass die Deppen in Keft damals einer magischen Illusion (von Nahema?) aufgesessen sind. Oder Rastullah=Raschtula (=Brazoragh?) als schlafenden Giganten.
Man hätte die Rechtsschule von Fasar sich durchsetzen lassen können und einen starken tulamidischen Nationalismus und Rassismus gegenüber Mittelländern als politische Entwicklung aufbauen können, oder aber die Unauer Schule stärker betonen, nach der die Zwölfgötter Rastullahs Diener sind.
Sicherlich gäbe es noch etliche andere Möglichkeiten.
Eine Zeit lang wurden immer neue Versatzstücke aus der islamischen Welt hinzugefügt, wie die Derwische, bis dahin, dass sich aventurische Radikalislamisten in Keft umbringen, obwohl der Rastullahglaube nicht mal eine Jenseitsvorstellung hat. Deswegen finde ich, dass der Rastullahglaube mit der Zeit stärker zum Islam-Abklatsch wurde als ganz am Anfang.
Wie es aktuell aussieht weiß ich nicht.
hexe hat geschrieben:
31.01.2019 10:28
Da werden anderen Götter mehr oder weniger integriert, da haben Frauen mal mehr mal weniger zu sagen, da ist Magie Teil der Religion statt abgelehnt zu werden.
Jein. Es gibt fünf Rechtsschulen, meine ich. Davon lehnt die von Keft die anderen Götter ab. Andere integrieren sie oder einige davon, mehr oder weniger.
Wieviel Frauen zu sagen haben liegt mehr an der Kultur. Die zwölfgöttergläubigen Tulamiden sind auch patriarchalisch.
Magie wurde lange grundsätzlich als verbotenes Echsenwerk abgelehnt, bis auf Sharisadim. Erst in jüngerer Zeit hat sich der Kalif mit seiner Zauberschule Mehrwed durchgesetzt, und der (als uralt geretconnte) Derwischorden, vorher geheim, konnte sich offenbaren. Es soll aber unter den Wüstenstämmen immer noch Hardliner geben, die Magie an sich ablehnen.

Aber ist ja egal. Sollte die Umfrage nochmal gemacht werden, ohne dass Bornland und Nostergast sowie Novadis und Aranien zusammengefasst sind, stimme ich trotzdem immer noch für die Schwarzen Lande, auch wenn ich vom Kalifat auch kein so großer Fan bin. :)
von chizuranjida
30.01.2019 22:42
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens
Antworten: 271
Zugriffe: 19138
Geschlecht:

Die unbeliebtesten Reiche Aventuriens

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
22.01.2019 14:02
Novadis:
Hier ist es vor allem der Glaube, der mir übel aufstößt - eine monotheistische Religion passt nicht wirklich in eine polytheistische Welt (selbst die Zwerge sind ja anders drauf als die Novadis),
Doch, das durchaus, finde ich. Das Problem sehe ich eher darin, wie eine Religion ohne Wunder/Mirakel, obendrein tendenziell magiefeindlich, in einer Welt bestehen soll, wo andere Leute sich vom Perainepriester ihres Dorfes gesund wundern und vom Efferdpriester die Zisterne füllen lassen können.
Aber das Problem haben auch die Maraskaner und diverse Barbarenkulturen.
Die Ähnlichkeit mit dem Islam hat mit der Zeit erst zugenommen, glaube ich. Die Bestattungssitten zB kommen aus dem Zoroastrismus. Novadis dürfen saufen und Schweinefleisch essen. Sie haben Sandgärten wie die Zen-Buddhisten. Die Juristerei der Mawliyat hat mich persönlich immer an alte Rabbinerwitze erinnert. Die Assassinen, Derwische und abgedrehten Selbstmörder sind erst später dazugekommen.

Ich habe an vielen "Reichen" irgendwas auszusetzen (MR zu groß und überwältigend, HR zu fortschrittlich und gehyped, Thorwaler rücken auf einmal freiwillig von ihrer Basisdemokratie ab, ...).
Entschieden habe ich mich für die Schwarzen Lande. Die waren mir von Anfang an zu tödlich, um dort Abenteuer anzusiedeln, und auch zu tödlich, als dass da mittelfristig eine Bevölkerung überleben könnte, und damit zu nichts zu gebrauchen.