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von Shirwan
15.07.2019 23:49
Forum: Heldentaten & Kreatives
Thema: Einen Tulamiden spielen
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Einen Tulamiden spielen

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
15.07.2019 23:33
Shirwan hat geschrieben:Drachen und Echsenhafte (siehe Zahak) wurden (wie vielerorts) tatsächlich in Persien mit dem Urbösen verbunden.
Ist Zahak nicht auch eine Anspielung von Ferdowsi auf die Araber? ;)
Ja, bei Ferduzi schon, aber die Sage ist ja deutlich älter. Als DSA Spieler solltest du auch den Bezug zu einem dreiköpfigen Drachen kennen :lol:.
Das ist natürlich eine Metapher. Ferduzi sagt das ja selbst in einem seiner Verse. Ich interpretiere das Verspeisen der Hirne als "Büchersturm" nach der islamischen Eroberung, als viele Schriften und die iranische Sprache zerstört bzw. verboten wurden. Das Hirn, womit die Schlangen/Drachen gefüttert werden, ist hier quasi stellvertretend für das alte Wissen/die alte Kultur zu verstehen. Naja back to topic :)
von Shirwan
15.07.2019 21:39
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Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 10:51

Mhandadistan entspricht mMn am ehesten einem Hybrid aus Mesopotamien und Levante (etwa der goldene Halbmond mit Damaskus, Beirut, Tripolis, Homs, Aleppo, Diyarbakir, Mossul/Ninive, Kirkuk, Bagdad,...), nicht dem persischen Hochland... .

Ferkina sind außer an Afghanen vielleicht noch an diverse kaukasische Völker (wie Tschetschenen) angelehnt.

Thalusa könnte vielleicht auch in Richtung Jemen/Oman oder sogar Somalia gehen.
Die Fläche des heutigen Irans ist 5 mal so groß wie Deutschland. die des alten Persiens noch deutlich größer. Du hast viele verschiedene Vegetationszonen von fast tropischen Zonen, über Steppe, Gebirge, ausgedehnte Wälder und (Salz-)Wüste. Kulturell und selbst sprachlich liegen bspw. zwischen einem Gilani, Azari und einem Khorasani Welten. Prinzipiell könntest du die meisten Gebiete der Tulamiden im Iran einordnen (bei den Küstenregionen gäbe es tatsächlich nur die Bandari). Aber dennoch gebe ich dir recht, ich würde regional sowas um den fruchtbaren Halbmond herum sehen. Bitte bedenke, dass dort historisch gesehen lange Zeit die kulturellen Zentren der Perser lagen (Bagdad ist eine abbasidische Gründung und von der Etymologie her iranisch und vorher war auch Ktesiphon die Hauptstadt der Sassaniden dort).

Den Raschtulswall als Kaukasus zu sehen find ich charmant, sozusagen als Wiege der Menschheit, ich könnte mir sogar vorstellen, dass das so gedacht war. Dann würden die Ferkina-Kaukasen auch gut dorthin passen. Gefällt mir!
Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 10:51
Die Sommersonnwende (statt der Tag-und-Nacht-gleiche) als großen Feiertag ähnlich Nouruz/Newroz zu verwenden finde ich super. Würde aber nicht den Sieg über die Finsternis feiern, sondern in guter tulamidischer Tradition den bevorstehenden Sieg der Finsternis (Zeit der Menschen) über die brennende Sonne (Zeit der Echsen und des Echsengottes Pprss) - schließlich wird ab dann die Sonne schwächer.
Ja, konsequenterweise hast du recht! Ich wehre mich aber innerlich stark dagegen, weil das so konträr zur Realität ist. Praios kannst du fast 1:1 mit Mithras mit Abstrichen mit Ormazd gleichsetzen. Auch dieser Individualismusgedanke des Phex passt nicht so wirklich zur orientalischen Kultur. Nach meinem Empfinden hat familiärer Zusammenhalt und das Wohl der Gemeinschaft im Orient einen höheren Stellenwert (mit allen Vor- und Nachteilen). Man sieht sich mehr als Teil einer Gemeinschaft, fast wie bei den Norbarden (auch wenn dass dann wieder das Extrem darstellt). Viele kulturelle Traditionen (Nohrus, Sofrehe aghd etc.), Sprichwörter, Aberglauben, ja selbst die Verwendung von Metaphern und Worten an sich beruhen auf der starken Symbolik von Licht und Feuer. Man verbaut sich dadurch mehr als das man passendes gibt. Selbst im heutigen Iran, beginnt das Jahr mit dem heidnischen Nohrus, die Monatsnamen tragen die Namen der Erzheiligen der Parsen etc. Mein Versuch war es Praios zumindest auf einen annehmbaren, verehrbaren Stand zu heben. Klar entspricht das nicht einmal annähernd der offiziellen Satzung, aber für mir erleichtert das Anleihen aus der Realität nach DSA zu adaptieren und bereichert so mein Rollenspiel (und ich würde sagen auch das derjenigen die mit mir spielen). Phex als Hauptgottheit suggeriert bei mir andere, nach meinem Empfinden größtenteils falsche, Assoziationen.
Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 10:51
Deine Schöpfungsgeschichte finde ich sehr güldenländisch angehaucht. Efferd würde ich nicht verehren lassen (bzw. nur als güldenländischen Gott) - die Tulamiden verehren eigentlich Flussgötter wie Gadang und Mhanadi, und das Meer selbst ist ihnen als "den Echsen gehörig" verboten (als Meeresgottheit würde ich da eher Charyptoroth ansehen...). Eine "Namenlosen"-Gestalt würde ich ins tulamidische Pantheon auch nicht einführen, bzw. wenn dann als ein Konglomerat der "Güldenen" (Pyrdacor, Namenloser, Hela).
Es gibt mehrere "Schöpfungsgeschichten". Die der Avesta und die aus dem Shahnameh (sehr kurz) kenn ich jetzt recht gut. Da wird das Motiv des Gefallenen eigentlich gerne verwendet. Auch dass sich Aspekte höherer Wesenheiten in Kindern vereinigen ist jetzt nicht unüblich.
Ja, Efferd ist schwierig. DSA gibt Bal Mhanad vor (der ist ja auch bei mir als Sohn drin). Im alten Persien, war das Wasser mit Heilwirkung verbunden und wurde mit Frauen assoziert (Anahita ist die bekannteste Göttin in diesem Kontext). Deswegen habe ich aus Bal Mhanads Mutter Satuaria gemacht, die meines Erachtens gut dahin passt. Inneraventurisch hast du natürlich recht.
Ich wüsste gar nicht ob das Meer von den Persern verehrt wurde. Die Perser selbst waren ja auch nie große Seefahrer. Da aber bei DSA die Tulamiden eine lange Küste haben und trotz Bastrabuns angeblichen Verbot ja Seefahrt betreiben, braucht es wohl einen Meeresgott. Erzdämonen in der "heutigen" Zeit direkt zu verehren finde ich schwierig, wenn auch nicht unmöglich.
Zum Bösewicht hatte ich oben schon was geschrieben, das bleibt bei mir drin :). Der Namenlose und Pyrdacor sind bei mir übrigens schon stark zusammen gewachsen und als Vater und Sohn bereits drin (entspricht ja sogar ein wenig der inneraventurischen Realität). Drachen und Echsenhafte (siehe Zahak) wurden (wie vielerorts) tatsächlich in Persien mit dem Urbösen verbunden.

Wegen Prrsss (oder wie immer man das auch schreibt :lol:!) bin ich mir gar nicht sicher, ob die Urtulamiden das mit den Echsen verbinden. Ich bin mir nicht sicher, aber ich meine die Prrsss Priester wurden von den anderen Echsen-Geweihten/Priestern schon vor dem intensiven "Kontakt" mit den Urtulamiden verdrängt.

Wegen Lowanger Dualismus: Das ist mir ehrlich gesagt zu weit weg.
von Shirwan
08.07.2019 22:32
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@DnD-Flüchtling Kein Problem hatte vergessen dich zu "mention" oder zu zitieren.

Ich würde das Gespräch gerne fortführen, aber ich befürchte unsere Meinungen sind zu nah einander, als dass da wirklich was Neues dazu käme :lol: Bzw. ich kann deiner Argumentation folgen.

Vielleicht bzgl. Kabul: Ja, definitiv. Rostam wurde dort geboren! Und Zal Dastans Liebe zu Rudabeh ist einer der schönsten Liebesgeschichten des Shahnamehs (nach meinem Empfinden) und spielt auch dort. Da darf der Name gerne öfters fallen :)

Tulamidische Götter: Ja, das "was tun" habe ich mich auch schon gefragt :( Mehr Abenteuer die zumindest einige (Flächen-)Gebiete abdecken und sich mit dem Thema beschäftigen wären gar nicht so schlecht für den Anfang.
von Shirwan
02.07.2019 14:06
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Aventurische Fläche: Ja, da ist schon eine riesige Diskrepanz. Aber gab es ja schon ewig lange Diskussionen über die Größe und Bevölkerungszahl Aventuriens, das Fass mache ich hier nicht auf :D Aber ich sehe das genauso wie du! Auch was die Reduktion ganzer Länder auf eine Stadt betrifft.

Tulamiden im Laufe der Geschichte: Danke für die Info, hatte das so chronologisch gar nicht mehr so im Blick. Auf jeden Fall sehr interessant!

Religionen: Da bin ich teilweise anderer Meinung als du. Bei den Thorwalern fand ich es gut, dass man da Nägel mit Köpfen gemacht hat. Es wurden neue Götter, götterähnliche Wesen etc. ergänzt/hervorgehoben (siehe Thorwalsches Pantheon im Wiki) und es gab auch tatsächlich eine öffentliche Proklamation (im aventurischen Boten meine ich). Da hat man unstimmige Elemente abgeschnitten (Echsengötter raus, Rondra als Swafnirs Mutter weg, den güldenländer Praios raus etc.). Man hat auch bestehende Elemente recycelt, so sie denn stimmig waren (Ifirn Stellung im thorwalschen Pantheon). Klar deckt sich das nicht mit der nordischen Mythologie, aber ich fand das Ausmaß ausreichend und die Diffusion dieses neuen thorwalschen Weltbilds sehr gelungen. Da gab es wie gesagt den aventurischen Boten, Online Ergänzungen, aber auch diverse Abenteuer, die sukzessive die Glaubensinhalte vertieft und somit ein stimmiges und höchst individuelles Pantheon geschaffen haben.

In der Theorie gibt es tatsächlich sowas in der tulamidischen Kultur auch ein wenig. Aber, dadurch, dass es nirgendwo so richtig thematisiert wurde, weder in Abenteuern noch irgendwie im Boten, ist das nie so richtig angekommen bzw. gab es keine richtige Diffusion dieses Wissens (so zumindest mein Kenntnisstand). Außerdem bleiben weiterhin einige innerlogische Probleme erhalten (Echsengötter, Stellung Rondras etc.).

Ferkinas: Mhm das Afghanen möglichst altertümlich leben, kann ich bei deren Geschichte eigentlich nicht sagen. Klar aktuell kann man diese Meinung vertreten, aber das baktrische, graecobaktrische Reich oder die Kuschana waren sehr fortschrittlich, modern, sehr wohlhabend und hoch zivilisiert. Zudem waren sie lange eine Satrapie des Perser- und Partherreiches, das würde (aus meiner Sicht) nicht wirklich auf die Ferkinas zutreffen.

Jafar: Ne ich meine mich dunkel zu erinnern, dass das ein (nord?)afrikanischer Onkel war oder so. Ich glaube der Wesir bei Prince of Persia 1 hieß aber auch Jafar oder so.

Wenn du das Gespräch fortführen willst, sollten wir es vielleicht verlagern. Bin mir nicht ganz sicher, ob es noch ganz den eigentlichen Inhalt des Threads trifft.
von Shirwan
29.06.2019 12:17
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Du sprichst mir in vielen Dingen aus dem Herzen und rennst bei mir offene Türen ein :)
Ich muss dir aber eine längere Antwort schuldig bleiben. Die "harten" Verpflichtungen des Wochenendes rufen :lol:
Dir ein schönes Wochenende!
von Shirwan
29.06.2019 06:58
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Morgen,

cool endlich jemand der ernsthaftes Interesse zeigt :)

Thema Aufmerksamkeit: Ja, auch absolut richtig. Leider ist die "aktuelle" Regionalspielhilfe auch wieder 15 (?) Jahre alt und außer in Aranien und Gorien ist nicht all zu viel passiert (oder ist mir nicht bekannt). Neben der Aufmerksamkeit kommt bei den Tulamiden aber auch die Unkenntnis oder sagen wir Unvertrautheit dazu.

Thema Antike: Die Geschichte des diamanenten Sultanats orientiert sich definitiv an der iranischen Antike. Wie gesagt, bei DDZ war ich überrascht wie tief sie in einigen Bereichen recherchiert hatten. Gerne sowas auch bei der nächsten Regionalspielhilfe :)

Thema Religionen: Also um ganz ehrlich zu sein. Für mich liest sich der tulamidische Glauben so: Mhm wir brauchen einen Glauben für die Tulamiden. Ach nehmen wir den Zwölfgötterglauben und stülpen den drüber. Ist jetzt sehr vereinfacht ausgedrückt, aber im Kern glaube ich ist dies auch so geschehen. Gerade bei den Echsengottheiten finde ich das sehr unpassend.
Das war ja auch anfangs bei den Thorwalern ähnlich. Das die ein eigenes Pantheon haben, ist ja auch eher "neu". Da gab es dann halt ein paar Leute (Autoren und Spieler) die da mehr Differenzierung rein bringen wollten. Selbst eine Loki-Adaption hat es ja mittlerweile dahin geschafft. Man hätte ja auch einfach Phex umbiegen können, hat man aber nicht. Ich würde mir sowas auch für die Tulamiden wünschen, bezweifle aber dass es da ausreichendes Interesse gibt. Was ich mit meinem Beitrag sagen wollte, ist schlussendlich also, dass es durchaus polytheistische Ansätze gibt (z.B. bei den Ägyptern, aber auch bei anderen orientalischen Völkern), die man als Vorlage nutzen könnte. Bei Feqz, Rondra und Radscha haben sie eine gewisse tulamidische Prägung versucht, aber so wirklich angenommen und differenziert ist diese nicht (zumindest mein Empfinden, bei Radscha noch am ehesten). Gut bei DSA kommt dazu, dass die Götter tatsächlich real sind und die wichtigsten in Alveran hausen. Aber das hat ja Brazorak, Ögnir (Loki) und Co ja auch nicht abgehalten ;)

Thema Ferkinas: Von den Aspekten wären sie genauso nah dran wie die Kurden (Dari ist noch eine sehr urtümliche iranische Sprache und Bergvolk auch weitesgehend). Da käme sogar noch die Nähe zu Aranien / Indien dazu. Aber ich bin mir sehr sicher, dass das (ich meine in LdeS) so aufgeführt wurde. Ich guck mal bei Zeiten wo ich das gelesen hatte. Ganz ausschließen will ich die Afghanen als Vorlage aber auch nicht.

Gorien: Das hat sich nach meiner Meinung verändert. Bei den Ursprüngen bin ich bei dir. Da ist Hasrabal = Jafar oder was auch immer man sich da für Namen ausgedacht hat. Mittlerweile, gerade mit seiner eigenen Rechtsschule, seiner offenen Religionspolitik, seinen zahlreichen Söhnen in Herrschaftsämtern, der Heirat in den Altadel durch Eshila oder durch seine Umtriebe in Chalukistan bzw. allgemein im Konflikt mit Aranien, sehe, zumindest ich, das differenzierter. Kann mir das aber auch einbilden :lol: Freuen würde es mich. Gorien hat viel Potential, auch wenn die Aktion mit Anchopal schon ziemlich fies war :lol:

Samarkand: Mhm da müsste ich mich selbst nochmal einlesen. Weiß nur das Timur da war, viel Porzellan von da kommt und die Soghd (Sogden im Deutschen?) glaube ich ihr Hauptgebiet dort hatten. Aber stimmt Ras Kasan würde geographisch da ungefähr hinpassen. Porzellan kam aber bei DSA aus Unau oder? Nicht aus Thalusa?
von Shirwan
29.06.2019 00:12
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@Thorgrimm_Faenwulfson Sowas zu lesen freut mich sehr. Ich finde es auch schön, dass du dich gerne mit anderen Kulturen auseinandersetzt. Ich weiß ja aus eigener Erfahrung, dass manche Sachen obskur erscheinen müssen. In diesen Fällen aber neutral und offen darauf zuzugehen, finde ich eine sehr schöne Eigenschaft.

@DnD-Flüchtling ,
Ja ich finde das Thema auch sehr spannend! Im Gegensatz zu den europäischen Kulturen, haben die meisten DSA Autoren, verständlicherweise, weniger Erfahrung mit orientalischen Kulturen bzw. nur sehr theoretische. Demzufolge gibt es eine deutlich größere Diskrepanz zwischen orientalischen irdischen Anleihen und europäischen. Dies merkt man den Beschreibungen schon an. (Mit Ausnahme der Urtulamiden, insbesondere dem Militär, da hat jemand sehr sauber recherchiert).
Bei einigen Kulturen wurde schon von der Redaktion vorgegeben, welchen irdischen Anleihen sie entsprungen sind. Bei manchen kann man es sich herleiten.
Eine Vermischung der europäischen und orientalischen Kulturen gab es allerdings öfters in der Geschichte. Bei den Iranern war dies bspw. spätestens bei den Parthern der Fall. Während der Herrschaft der Seleukiden und der frühen Arsakiden gab es da einen sehr fruchtbaren kulturellen Austausch. Die Städtebildung (analog der griechischen Poleis) in Parthien beruht auch darauf und ist ja (wahrscheinlich unbewusst) auch auf die Tulamidenlande übertragen worden.
Polytheistische Elemente gab es auch in der frühen persischen Geschichte (Mithras, Verethragna etc.). Diese gingen aber immer mehr im monotheistischen Zarathustrismus auf. Allerdings verehrten und verehren viele die Erzheiligen Amschaspand, die eigentlich Diener Ormazds (der Hauptgottheit) sind, fast schon wie eigenständige Gottheiten. Hierdurch kriegt der Glaube auch wieder polytheistische Züge.

Bzgl. der tulamidischen Kulturen:
  • Aranien: Aranien ist recht eindeutig mit Indien gleichzusetzen, wurde auch im Rahmen von DSA5 so bestätigt. Genauer ist es das Indien unter der frühen Herrschaft der Mogule, deren Ursprung ja bei den Persern/Khorasani lag (das frühere Khorasan war wiederrum das Kerngebiet der Parther). Persisch war dort Hofsprache. Staatsverwaltung, Architektur, Militärwesen etc. waren lange Zeit persisch/khorasanisch geprägt. Weitere Parallelen sind bspw. der Pfauenthron (Takht-e Tavooz) oder die aus dem persischen stammenden Städtesuffixe (-abad, -khand) und auch Babur (persisch = Tiger), der allerdings in der realen Welt der erste Mogul war und viele weitere.
  • Ferkinas: Sollen sich leider an den Kurden orientieren, es werden auch immer wieder Bezüge zu den Kurden aus Karl Mays Büchern gezogen. Ich persönlich bin zwar kein Kurde finde das aber sehr beleidigend, aber zumindest sprachlich sind sie da sehr nah am Original, was man unter anderem an der Namensgebung sieht. Auch das Siedlungsgebiet in den Bergen weist Parallelen auf.
  • Novadis: Das sehe ich so wie du.
  • Gorien: Bei Hasrabal sehe ich viele Ähnlichkeiten zu den Abbasiden. Hasrabals Religionspolitik gemahnt eher wiederrum an die früherer Perserkönige wie Kyros und Dareios. Ein paar Parallelen gibt es auch zu den Safawiden, gerade im Konflikt mit Aranien / Mogulindien, da passt allerdings die aggressive Religionspolitik der Safawiden nicht.
  • Mhanadastani: Ganz klar persisch (bzw. eher iranisch) orientiert. Hier kann man sich über viele verschiedene Epochen und Dynastien hinweg orientieren (Parther, Sassaniden, Abbasiden und Safawiden, allerdings ohne den Islam). Es gibt aber auch viele Elemente der Turkvölker (die auch bei den Abbasiden viel Einfluss hatten, vor allem später). Bitte beachte, dass selbst im heutigen Iran dutzende von Kulturen existent sind. Wenn du einen Gilani mit einem Khorasani vergleichst, wirst du dich im Iran sehr unbeliebt machen :lol:
  • Fasar: Konnte ich bisher nicht zuordnen. Auf jeden Fall nicht persisch. Wahrscheinlich eine frühere Hochkultur. An der Stelle nur der Hinweis, dass Gladiatorenkämpfe von den Persern als tiefste Barbarei verurteilt wurden.
  • Thalusa: Leider keine Ahnung.
Ja, das mit Nouruz stimmt schon, das macht die an sich schon schwere Überführung in lateinische Buchstaben noch schwieriger. Haha, das mit dem Ghain was du meinst, ist aber auch echt doof, da gibt es wirklich nichts Vergleichbares im Deutschen. Ich bin da auch die abstrusesten Klänge gewohnt :lol: Aber selbst Araber und Perser sprechen das gefühlt unterschiedlich aus.
von Shirwan
26.06.2019 22:44
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@Thorgrimm_Faenwulfson Sehr gerne! Spielst du denn auch einen Tulamiden und wenn ja von wo?
Mir gehen aber langsam die Ideen aus, was man noch so brauchen könnte :lol: Gibt es Vorschläge? Bei der Sprache wollte ich noch was nachliefern, muss mir dafür aber mal Zeit nehmen...

Update:
Sur Khaneh (unter Gebäude)

Ich habe das in leicht abgewandelter Form, mal als Korgottesdienst verwendet (da kann man auch mal schön martialische Trommelklänge abspielen...). Unser Korgeweihter war nach dem zwanzigsten Blutritual echt genervt und fand das dann erfrischend neu. Da hat er sogar mal einen Sinn im Gottesdienst gesehen. Die Mils musste ich allerdings zu Zweihandhiebwaffen vergrößern :)

Tasmeh-Tasmeh (Sport & Spiele)
War ganz gut, um mal den Kontrast zwischen Stadt und Land zu zeigen und warum Tulamiden gute Ringer sind :).
von Shirwan
27.05.2019 23:46
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So, ich habe noch das Disi Tsarah aus meiner Kindheit ergänzt :D Ich glaube, das kann man als Meister gerade in den Großstädten gut verwenden.
Ich überlege noch das Haus der Stärke nach DSA zu übertragen, reizen würde ich es mich schon, ich glaube nur, dass es zu wenig Interessenten gibt :/
von Shirwan
22.05.2019 23:56
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chizuranjida hat geschrieben:
15.05.2019 23:40
Interessant. Mich als überzeugten Hobbit spricht natürlich vor allem das Essen an. Bei den Anleihen an persische Mythologie komme ich nicht über Ahriman&Ormuzd hinaus. Auch über persische Feste weiß ich zu wenig, abgesehen von Noruz/Newroz oder wie auch immer man das schreibt. (Aber sowas in der Art haben am ehesten die Ferkinas, weil bei denen Frühling und Schneeschmelze wichtig sind. Das Tulamidenland hat ja einen ganz anderen Jahrenzeitenrhythmus als der Iran.)
Ich würde es Nohrus schreiben, wenn ich möglichst nah am Original bleiben wöllte (Nouruz schreibt man es häufiger im Internet). Neben Nohrus wird auch die Yaldanacht noch gefeiert, die meisten anderen "heidnischen" Feste (Mehrgan etc.) werden nur noch von sehr wenigen zelebriert. Das Nohrus Fest wird über mehrere Temperaturzonen, im Kaukasus, am Schwarzen Meer und vereinzelt überall im Nahen Osten gefeiert (hauptsächlich natürlich von iranischen Völkern). Deswegen kann ich den Bezug zur Schneeschmelze nicht nachvollziehen, zumal dies auch nicht der Grund des Festes ist. Die von mir oben genannten Traditionen beziehen sich auch auf Nohrus und die Yalda-Nacht. Mindestens die Traditionen der Yalda-Nacht sollten uns bekannt vorkommen Während es draußen dunkel und kalt ist, sitzt man mit seiner Familie im wärmenden Licht.
Ich habe die Yalda Nacht auf die namenlosen Tage gelegt, weil ich das vom mythologischen Kontext noch sehr passend finde (Finsternis wird durchs Licht besiegt). Eigentlich läge das Fest auf dem 1. Firun (Wiedergeburt der Sonne, scheint in Aventurien aber auch so zu heißen). Da Nohrus den Anfang des Jahres darstellt, wurde dies nun auch kurzerhand auf den 1.Praios verlegt (eigentlich wäre es Ende Phex). Ich betrachte das nicht als Fest das "primitive" Kulturen angehen, wenn dem so wäre, müssten wir wahrscheinlich die Hälfte unserer Feiertage (darunter Weihnachten und Ostern) streichen, da sie dort ebenso ihren Ursprung haben. Der 1. Praios (Sommersonnenwende) wird des Weiteren definitiv in Aventurien gefeiert.
Falls dich die iranische Mythologie/Religion interessiert (wobei ich mich nur bei Satinav, Praios, Kor und Marbo an dieser orientiert habe) gucke ich gerne mal, ob ich was im Internet für dich zusammen suchen kann.

Bezüglich des Essens: Vielen Dank nochmals für deine Mühen. Ich muss mir immer an den Kopf fassen, wenn Kurkuma mit Safran gleichgesetzt wird (Banausen!) und dass diese die Trockenheit liebende Krokuspflanze ausgerechnet bei den Amazonen wachsen soll und das nur weil der Name der Burg Kurkum so gut passt... Nun ja es ist und bleibt eine Fantasywelt. Insgeheim hoffe ich nun, dass findige tulamidische Händler es geschafft haben in den 10 Jahren der Besetzung Kurkums die Pflanze bei sich zu kultivieren, meinetwegen auch mit chimärologischen Experimenten, die dazu führen dass man diese Pflanze nur in 2 Wochen im Herbst ernten kann...wenn es da nicht regnet...Aber die bisherige offizielle Setzung ist tatsächlich so, dass diese Pflanze nur bei den Amazonen wächst, danke für den Hinweis (ich hatte es tatsächlich vergessen).
Das mit den dreckigen Füßen, sehe ich kritisch. Das mag bei einer nomadischen Lebensweise 100% der Realität entsprechen, aber bei sesshaften Tulamiden, ist es schwer den Dreck aus den Teppichen zu bekommen (und das mein ich Ernst :wink: )
Bzgl. des Namenlosen: Ich glaube die mhanadastanischen Tulamiden oder sagen wir mal die Nicht Novadi Tulamiden sollten nach meinem Verständnis schon den Namenlosen (als Bösen) kennen. Zumindest wurde er schon seit ich mich erinnern kann in den Publikationen immer Iblis* genannt, was mich zumindest vermuten lässt, dass das Prinzip bekannt ist. Im dunklen Zeiten Teil konnte ich nach einer schnellen Durchsicht auch nicht erkennen, dass das "Prinzip" des Namenlosen unbekannt wäre.
*Ich persönlich fand die Philosophie des Iblis im Islam immer schon interessant.
von Shirwan
17.05.2019 15:24
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Hallo @Heldi auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Ich habe nun, wie schon angedroht, etwas über die Sprache geschrieben. Da liegt aber glaube ich noch was vor mir :lol: Ich hoffe es gefällt euch.
Der neue Text ist am Ende des ersten Beitrags.

@chizuranjida Wow, vielen Dank für die Zusammenstellung aus LdeS! Ich versuche bei Zeiten, dir mal darauf zu antworten. Allerdings vorab: Mein Ziel war es etwas mehr als nur das bisher Bekannte zur Kultur der Tulamiden beizusteuern und auch mal ein paar Sachen kritisch zu hinterfragen. Das war in Regionen wie dem Horasreich und Thorwal ja in der Vergangenheit auch möglich. LdeS und Raschtuls Atem sind, würde ich vermuten, ca. 15 Jahre alt und außerhalb von Aranien, ist nach meinem Empfinden nicht gerade viel dort passiert und auch kein neues Material geliefert worden...

Viele Grüße
Shirwan
von Shirwan
15.05.2019 19:30
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Hallo liebe Community,
ich freue mich sehr über die positive Resonanz eurerseits, vielen Dank dafür. Diese hat mich nun motiviert doch noch ein paar weitere Texte zu verfassen.
Als erstes "Addon" dachte ich mir etwas über die Bräuche zu schreiben. Viele dieser Bräuche finden in der Realität ihren Ursprung im Mittelalter oder sogar aus der Antike und sind damit recht schnell in die DSA Welt zu adaptieren. Die Texte habe ich oben im ersten Beitrag ergänzt.
Falls ich euch dann nicht auf die Nerven gehe, wollte ich noch was über die Sprache schreiben, wobei ich sagen muss, dass ich kein Freund des extensiven Gebrauchs von Fremdworten im Rollenspiel bin (die auch keiner versteht). Meine Lösung sieht da etwas anders aus...

@Baal Zephon und @Horasischer Vagant ,
ich freue mich dass es euch gefallen hat. Das mit den Göttern kann ich total nachvollziehen. Mein Ansatz war auch einfach darüber zu schreiben, ob und wie weit man sich dessen bedient ist natürlich jedem selbst überlassen.
Mich persönlich stört halt die fast feindliche Einstellung gegenüber Praios (die wie gesagt in der Realität genau gegenteilig war, siehe Mithras und Ahura Mazda), der Umgang mit Drachen und Drachenkinder (wie Kor) in einer tulamidischen Glaubenswelt und die fehlende Information, wie mit den Aspekten von Göttern umgegangen wird, die keine Verehrung genießen und teilweise nicht einmal bekannt sind.

Viele Grüße
Shirwan
von Shirwan
13.05.2019 22:59
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Hallo zusammen,
als gebürtiger Perser, wurde ich von meinen Rollenspielkollegen öfters mal gefragt, wie man denn "am besten" einen Tulamiden spielt. Nun ja die Tulamiden sind jetzt nicht identisch mit einem Perser, antwortete ich dann immer. Versöhnlicherweise versuchte ich dann aber irgendwann doch einen Tulamiden mit einem Perser zu vermischen, naja und das Nachfolgende kam raus. Es ist jetzt keine wirklich Spielhilfe, aber soll zumindest ein besseres Gefühl vermitteln.
Vielleicht hilft es euch ja weiter, wenn ja, würde ich mich über eine kurze Rückmeldung freuen.
Viel Spaß damit und Gruß Shirwan
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Essenskultur

Speisen werden, wenn möglich, in großer Runde zu sich genommen. Meistens isst man abends groß (und warm). Am Tag ist es meistens zu warm zum Essen. Das Abendessen besteht in der Regel aus 3 „Gängen“ (Tulamiden würden diese aber niemals als solche bezeichnen). In der Regel beginnt man mit einer Art Vorspeise. Diese besteht aus Kräutern, roh genießbarem Gemüse der Region (bspw. Zwiebeln und Minze), Schafskäse, Joghurt und Brot. Je nach Region kommen auch einige warme, vegetarische Speisen hinzu (siehe Miseh Ghazemi und Nargezi). Dann kommt die Hauptspeise und danach eine Nachspeise (siehe jeweils unten)

Da spontan große Personengruppen beim Essen zusammen kommen, geht man in diesem Fall dazu über eine Decke auf den Boden auszubreiten und auf dem Boden zu essen (die seltensten Tulamiden haben Tische mit über 12 Plätzen). Menschen die das nicht gewohnt sind, haben durchaus Problem im Schneidersitz zu Essen, Tulamiden bieten aber in diesem Fall einem Gast an, separat am Tisch zu Essen (was in Ordnung aber nicht so richtig höflich ist). Da die Speisen dann häufig auf der Decke verteilt sind, werden mehrere Gerichte der gleichen Art auf der Decke verteilt. Gäste tun zusätzlich gut daran, sich beim Verteilen der Speisen am Tisch zu beteiligen, da der Gastgeber erst einmal dafür verantwortlich ist das Essen aus der Küche zur Decke zu bringen (was schnell erfolgen muss, denn Speisen lauwarm zu essen, ist Tulamiden ein Graus). Das führt dazu, dass es recht schnell zu einem geselligen Treiben kommt und die Speisen hin und hergereicht werden.
Hat der Gastgeber die Speisen zum Essen hergeholt, achtet er darauf, dass alle seine Gäste ausreichend zu essen haben. Hat ein Gast sich bei der Essensverteilung beteiligt, geht diese Aufgabe auch auf ihn über (außer er serviert anderen Familienmitgliedern aus seinem Haushalt, hier sollte man eher vorsichtig servieren). Der Gast hat nun die Aufgabe Bescheidenheit auszudrücken und möglichst wenig Speisen sich servieren zu lassen. Am besten lässt man sich zu diesem Zweck etwas mehr als die Hälfte (bis zwei Drittel) dessen servieren was man eigentlich essen möchte und fängt dann an mit dem Servierer zu „verhandeln“. Durch geschicktes Handeln kommt man dann ungefähr auf die Menge die man eigentlich essen möchte. Es ist zulässig die Hand über seinen Teller zu halten oder das Servierinstrument (bspw. eine Kelle) festzuhalten und zu verhindern, dass weiter serviert wird, in diesem Fall ist es dann üblich diese Handlung mittels einer witzigen Aussage zu würzen. Der Gastgeber darf dann (wenn er möchte) diese Aussage gegenkommentieren, ist sein Witz gelungener, lässt man als Gast diese letzte Menge zu, nicht ohne den Gastgeber scherzhaft „zu verfluchen“. Ausländische Gäste begehen häufig den Fehler sich aus Gewohnheit die volle Menge servieren zu lassen und beginnen erst dann an zu protestieren, was im schlimmsten Fall zum Doppelten der gewünschten Portion führt. Essen stehen zu lassen gilt als nicht höflich, außer man entschuldigt sich vielmals beim Gastgeber und preist seine Kochkunst bzw. Gastfreundschaft. Im besten Fall sollte man sich in dieser Situation auf seine Herkunft beruhen und den Gastgeber darauf hinweisen, dass man nicht auf das Essen verzichtet weil man höflich sein möchte. Das wird dann mehr oder weniger kommentarlos akzeptiert. Es ist üblich, dass hart Arbeitende und junge Menschen mehr Essen. Menschen in besonderen Lebenssituationen (bspw. Schwangeren) werden spezielle Lebensmittel oder Gewürze gereicht, um sie für ihre jeweiligen Aufgaben zu stärken. Hier vermischt sich profundes medizinisches Wissen mit Aberglaube und sehr individuellen Traditionen. Jede Familie kennt da so ihre eigenen Hilfsmittelchen. Steht ein Essen zu lange rum, wird es noch einmal aufgewärmt und dann schnell an diejenigen verteilt, die nach Ansicht des Gastgebers zu wenig gegessen haben. Da kommt man als Gast nicht raus, darf es aber im Zweifel auch (teilweise) stehen lassen, der „Handel“ war ja ursprünglich ein anderer…
Man sollte aber unbedingt noch etwas Platz lassen, denn häufig werden als Nachspeise noch einmal Früchte und vor allem Tee serviert. In der Regel isst man die „verdauungsfördernde“ Honigmelone (ob dies wirklich so ist mag jeder selbst entscheiden). Tee wird immer durch etwas anderes gesüßt. Entweder ist das Zucker in kristalliner Form in der Größe eines kleinen Fingers (gerade wenn man krank ist) oder eine Süßspeise wie Baghlava oder eine Dattel.
Es ist übrigens im strengsten Maße verboten Hauptspeisen mit der Hand zu essen (Brot und Kräuter sind also bspw. erlaubt)! Wer dies macht, entlarvt sich als Mitglied der untersten Schichten oder gar als Barbar. Die Person hat dann zukünftig ungefähr das Ansehen eines Ferkinas (bzw. Orks in mittelreichischen Maßstäben). Im privaten, sprich ohne Gäste, ist das in Ordnung, aber selbst da versucht man das eher zu vermeiden.

Lebensmittel
Lebensmittel werden fast ausschließlich aus der eigenen Region bezogen. Hier gilt aber, dass bestimmte Regionen deutlich bekannter sind für bestimmte Produkte als andere Regionen (bspw. aranische Arangen). Bei Lebensmitteln sind allerdings besonders die Frische und ein intensiver Geschmack wichtig, was auch für die Zubereitung der Speisen gilt (siehe auch Essenskultur). Honig- und Wassermelonen sind durchweg beliebt, da sie frisch und saftig auch den Durst stillen können. Außerdem können sie auch zwischendurch erworben werden (sie werden in Flüssen gekühlt). Honigmelonen sollen zudem die Verdauung fördern und sind deswegen als Nachspeise/Nachtisch beliebt. Weitere omnipräsente Lebensmittel sind Fleisch, Reis, Schwarzer Tee und Milchprodukte jeglicher Art. Alle anderen Arten Tee außer Schwarzer Tee werden schlichtweg nicht als Tee betrachtet. Einem Tulamiden Früchtetee anzubieten, sollte bei diesem auf schieres Unverständnis treffen. Milchprodukte sind ebenfalls sehr beliebt auch als Getränke (Dugh (salziges Joghurtgetränk) ist ein ähnliches Getränk wie Ayran, wird allerdings mit Kräutern durchmischt). Tulamiden essen gerne Fleisch, wenn sie es sich leisten können, ansonsten stellt das Grundnahrungsmittel Reis dar. Zuweilen wird als Fleischersatz Butter oder Schmalz dem Reis beigefügt, manche Tulamiden essen aber auch Butter zusätzlich zum Fleisch, weil es ihnen schmeckt. Ansonsten fügen reichere Menschen ihrem Reis Safran hinzu, wodurch dieser eine Goldgelbe Farbe erhält. Reis wird in Töpfen zubereitet (vorher ist Reis mehrere Stunden separat in Wasser einzulegen) und deswegen in Kuchenform serviert. Pappiger Reis (wie in der realen Welt beim Chinesen), ist den Tulamiden ein Graus und wird als Makel der Kochkunst betrachtet. Safran gilt im Übrigen als Allheilsmittel und (natürlicher) Geschmacksverstärker.
HöflichkeitAnzeigen
Höflichkeit, der feine Unterschied

Tulamiden leben seit Jahrtausenden in großen Städten und sind es gewohnt häufig miteinander zu agieren. Während am Anfang grundlegende Handlungsanweisungen entwickelt wurden, die das notdürftigste (Über-)Leben sicherstellten, weiteten sich diese Verhaltensregeln immer weiter aus und nehmen nun eine wichtige Stellung innerhalb der tulamidischen Gesellschaft ein. Fehlende Manieren stehen bei den Tulamiden für Unkultiviertheit und Armut. Beherrscht ein Tulamide dagegen die gesellschaftlichen Bräuche in seiner Perfektion wird er unabhängig von seiner tatsächlichen Herkunft im höchsten Maße geschätzt und geachtet und ihm zumindest Gehör geschenkt. Tulamidische Höflichkeit wird von Mittelreichern teilweise als verlogen oder mit völligem Unverständnis wahrgenommen. Die direkte Art des Mittelreichers dagegen ist für einen Tulamiden ein Zeichen, dass Konflikte bei den Mittelreichern schnell in (barbarischer) Gewalt enden.
Tulamidische Höflichkeit zu beschreiben gestaltet sich recht schwierig. Es ist zwar möglich sehr konkrete Anweisungen für bestimmte Situationen zu vermitteln, aber diese können natürlich nicht jede Lebenssituation abdecken. Menschen die sich an diesen starren Verhaltensregeln orientieren und diese auswendig lernen, fallen irgendwann auf, dennoch rechnet man ihnen ihre Bemühungen in diesem Fall hoch an, zeigen sie doch die Bereitschaft sich mit der tulamidischen Kultur auseinanderzusetzen.
Grundlegend sind folgende Punkte zu beachten:
  • Tulamidische Adjektive fangen schon im Komparativ an. Wirklich Steigerungen im höflichen Sinne erreicht man also nur im Elativ oder Superlativ
  • Nur Feinde werden oder (in seltenen Fällen) Personen in Abwesenheit werden beleidigt. Möchte man seinen Unmut über eine Person ausdrücken negiert man positive Aussagen (nicht gut, nicht besonders aufregend, nicht gerade schnell). Jemanden direkt ins Gesicht zu beleidigen gilt in den meisten Fällen demnach als stumpf, barbarisch und geistlos
  • Ältere und vor allem durchs Alter gebrechliche Personen werden mit Respekt behandelt, bei hohen sozialen Unterschieden, darf diese Regel aber aufgeweicht werden
  • Es gilt stets die Mühen und Fähigkeiten des anderen wertzuschätzen
  • Es ist nicht zulässig einer (freundschaftlich) bekannten Person in unmittelbarer Nähe den Rücken zuzuwenden. Ist das nötig, dann entschuldigt man sich im Vorfeld oder fragt im besten Fall vorher nach, ob dies erlaubt ist. Begegnet man sich auf der Straße, dreht man solange der Person das Gesicht zu bis man wieder eine ausreichende Distanz eingenommen hat
  • Möchte man etwas von einer anderen Person, fragt man nicht direkt danach, sondern bittet im ausreichenden Maße darum und bietet dem anderen an, im Bedarfsfall darauf selbst zu verzichten. Grundsätzlich wird aber diesbezüglich Zurückhaltung erwartet
  • Körperliche Nähe ist bei Tulamiden nicht ungewöhnlich, gerade bei Personen gleichen Geschlechts. Das geht weit über die höfliche Distanz eines Mittelreichers hinaus (bzw. heran :) ) Bei verheirateten Personen unterschiedlichen Geschlechts, sollte man sich dagegen in Zurückhaltung üben oder ein sehr gutes Verhältnis zum Ehepartner der Person aufweisen
Weitere konkrete Handlungsanweisungen
  • Männer grüßen häufig, in dem sie ihre rechte Hand auf die Brust, über ihr Herz halten und sich leicht bis tief verbeugen (je nach Respekt für die andere Person). Man sollte sich allerdings nicht unnötigerweise zu tief verbeugen, sonst gilt man als Bückling. Frauen senken höchstens ihren Blick, ansonsten dürfen sie aufrecht grüßen. Bei intensiveren Begrüßungen werden Wangenküsse gegeben (auch geschlechtsübergreifend)
  • Sitzt man auf dem Boden ist es unhöflich (ungefragt) seine Beine auszustrecken (man nimmt somit anderen Personen evtl. die Möglichkeit sich in der Nähe hinzusetzen)
  • Man dankt vor dem Essen seinem Gastgeber für seine Mühen und entschuldigt sich, dass man ihm diese bereitet hat. Nach dem Essen lobt man noch einmal die Kochkunst des Gastgebers
Typische Einleitung einer Kaufszene
Jeder der Texte in eine andere Sprache übersetzt, weiß dass viel vom Charme der Sprache verloren geht. Falls das Nachfolgende vielleicht etwas zu trocken herüber kommt, dann mag dies (auch) der Übersetzung geschuldet sein.

Käufer: Friede mit euch, ehrenwerter Herr! Ich hoffe ihr seid nicht erschöpft von den Mühen des Tages.
Verkäufer: Habt vielen Dankt für eure Sorge.
Käufer: Sagt edler Herr, wie viele Silbertaler sind euch genehm um diesen Pokal von euch zu erwerben?
Verkäufer: Dieser Pokal ist eurer nicht wert. Bitte nehmt ihn als mein bescheidenes Geschenk an euch.
Käufer: Eure Manieren ehren euch.
Verkäufer: Nein, wirklich dieser Pokal sei der eure.
Käufer: Habt Dank für eure Großzügigkeit und Freundlichkeit. Verzeiht mir bitte, aber ihr würdet mir eine Freude machen, wenn ich diesen Pokal von euch erwerben dürfte.
Ab hier beginnt dann das Feilschen.
Götter (Inoffiziell)Anzeigen
Götterglaube
In der mittlerweile 15 Jahren alten Spielhilfe im Land der ersten Sonne, wird berichtet, dass die meisten Tulamiden in der Regel nur eine Teilmenge der Zwölfe anbeten, häufig ergänzt durch lokale oder historisch verehrte Gottheiten. In der gleichen Spielhilfe werden auch einige Beispiel genannt (gerade Thalusien), ich würde diese gerne um die urtulamidischen Götter aus den neueren Publikationen ergänzen.
Des Weiteren fand ich es ziemlich seltsam, dass bei den Tulamiden der Sonnengott, der die Quelle ihres Reichtums darstellt als Gott der Dürre angesehen und fast schon verachtet wird, da in der Realität das genau Gegenteil der Fall war (Sonne und Licht wurden hoch verehrt).
Auch das Bild Rondras, Kors und den (anderen) "Echsengottheiten" fand ich zum Rest der Beschreibungen unpassend. Ich habe mir deswegen eine eigene Göttergeschichte und Abwandlungen des Pantheons ausgedacht. Vielleicht mag auch das helfen:

Götterwelt
Allgemeine Lehre

Zurvan al’Mahmoud und Zumu al‘terech schufen gemeinsam die Welt und die ersten Götter. Ihnen wurden zuerst zwei Zwillinge geboren, die das Feuer des Vaters in sich trugen und dann noch viele weitere Götter. Die Zwillinge, Ormazd und Feqz, ehrten das Werk ihrer Eltern und bewahrten und vervollständigten dieses. So geschah es, dass Zurvan bestimmte, dass die beiden gleichermaßen über die Welt herrschen sollten, jeder für jeweils die Hälfte des Tages. Als Zeichen ihrer Macht wachten ihre Augen über die Welt: Sonne und Mond! Doch der jüngste Bruder, später Ahriman genannt, neidete den anderen ihre Macht und ihre Stellung. So groß war seine Wut, dass er seine eigene Mutter tödlich verletzte und dadurch die Welt zerstören wollte. Wenn er nicht herrschen sollte, dann sollte keiner herrschen. Zurvan jedoch verband seine Kraft mit der Zumus und erlitt gleichermaßen die Wunde, dadurch war es ihm zwar nicht mehr möglich in die Welt einzugreifen, doch konnte er so Zumus endgültigen Tod verhindern. Die beiden Zwillinge waren wütend auf ihren Bruder und rüsteten sich und die von ihnen geschaffenen Völker, die Menschen und Zwerge, zum Krieg, doch Ahriman verhöhnte sie. Er erschuf seinerseits Völker, die durch die Macht des Feuers und der Wärme nur stärker wurden, die Echsen und Drachen. Wann immer sich die Götter näherten, da wuchs die Macht der Völker Ahrimans und führte zum Hundertfachen der Menschen und Zwerge! Doch Phex hatte einen Plan, er gab seine gesamte Macht über das Feuer seinem Bruder Angrosh, der das Feuer unter der Erde verbarg. Und so geschah es, dass das Licht des Mondes stark abnahm und keine Hitze mehr in dieser war! Gleichzeitig verlangte er die Dienste des mächtigsten Kriegers: Khor. Khor der strahlende Sohn Ormazds, erfüllt vom Feuer des Vaters wurde von Phex mit der Farbe der Nacht getarnt und ward dunkel wie diese. Und so sind die Farben Khors, rot wie sein tief in ihm brennendes Blut und schwarz wie die Nacht. Doch Phex ging noch weiter, er zeugte ein liebreizendes Mädchen mit einer Sterblichen, benannte sie nach seinem eigenen Auge und gab ihr einen Teil seiner Macht über die Magie: Mahda! Mahda und Khor zeugten wiederrum einen sterblichen Menschen, einen Krieger, der die Kraft seines Vaters und die Magie seiner Mutter besaß und bestimmten ihn zum Anführer aller Menschen: Rashdul. Gemeinsam zerschmetterten sie die Dienerschaft des Dritten Bruders und beraubten ihn seiner Macht. Ormazd und Feqz und alle anderen Götter urteilten hart über ihren verräterischen Bruder und ketteten ihn mit von Angrosh geschmiedeten Fesseln an die klaffende Wunde, die er selbst seinen eigenen Eltern zugefügt hatte und durch die nun Chaos und Dämonen in die Welt gelangten. Ormazd brennender Zorn verbrannte das zerschlagene Reich der Echsen und führte dazu, dass heute nur noch die Wüste Khom da steht, wo sich einst das blühende Land der Echsen befand.

Götter
Zurvan (Los, Kha, teilweise Satinav): Vater der Götter, der seinen beiden Söhnen Ormazd und Feqz die Herrschaft über die Welt verlieh. Gebietet über die Zeit, über die Ormazd (am Tag) und Feqz (in der Nacht) wachen. Kann aufgrund seiner Verwundung nicht mehr aktiv in die Welt eingreifen. Er schenkte seine brennenden Augen (Sonne und Mond) seinen zwei Söhnen und gilt seitdem als blind.
Zumu (Sumu): Göttin auf deren Leib die Menschen (Zwerge etc.) wandeln. Erschafferin allen Lebens. Mutter aller Götter. Kann aufgrund ihrer Verwundung nicht mehr aktiv in die Welt eingreifen.
Feqz (Phex): Herr der Nacht. Der angesehenste Gott. Kampf gegen Echsen, listiger Schattenkämpfer, List, Eigenverantwortung, Freiheit, Humor. Die Lüge ist, entgegen des Klischees, ein Werk Ahrimans und nicht Feqzens. Es ist jedoch erlaubt listig die Wahrheit so zu formulieren, dass der Hörer, das so versteht wie man selbst es möchte. Sein erloschenes Auge ist der Mond.
Ormazd (Praios): Neben Feqz, Herr der Welt. Herrschaft, Ordnung, Eide und Verträge, Wahrheit, Weisheit, Feuer, Licht und Reinheit, Herrscher über den Tag. Sein Auge ist die Sonne. Seine Strafe die Dürre. Viele Tulamiden setzen Ormazd nicht mit Praios gleich, da ihnen Praios zu „mittelländisch“ ist.
Ahriman (Der Namenlose): Der verräterische Bruder, der gegen seine großen Brüder rebellierte, seine Eltern tödlich verwundete und Chaos und Verderben in die Welt brachte. Sein einst göttliches Antlitz, verwandelte sich auf Grund seiner Taten in die Fratze eines drachischen Scheusals und seine Haut in Schuppen. Allein die goldene Farbe ist ihm von seiner einstigen Pracht geblieben. Pyrdacor soll sein erstgeborener Sohn gewesen sein. Er wurde von den Göttern besiegt, an die Wunde seiner Eltern gekettet, die er selbst geschlagen hatte und seiner Macht und seines Namens beraubt. Ahriman bedeutet einfach das (unendlich) Böse und soll der der Ursprung des Wortes Ahrdeha (Drache) sein.
Radscha (Rahja): Lust, Hingabe, Liebe, Fruchtbarkeit, Rausch, Künste, selten auch ästhetischer Kampf und Säbeltänze. Wird vor allem von jungen Frauen, von Säbeltänzern, aber auch von Romantikern (beiden Geschlechts) verehrt. Mutter vieler Gotteskinder und Halbgötter.
Rondra: Ehrenhafter Zweikampf, Duell, Jagd (Kräftemessen), Regenbringerin, Herrin des Sturms und der Winde. Göttin der Amazonen und Kriegerinnen (Betonung auf –innen). Der Aspekt des Regens macht Rondra in einem Land, das vom Wasser abhängig ist, zu einer bedeutenden Gottheit.
Angrosh (Ingerimm): Erschaffer der Zwerge und Riesen. Gebietet über den Felsen und das Handwerk. Da er und seine Völker die Zwerge und Riesen im Kampf gegen die Diener Ahrimans geholfen haben und um die Echsen nicht mit seinem Feuer zu stärken (s.o.), gab ihm Feqz seine Macht übers Feuer.
Efferd: Gott der Meere und des Wassers. In der Regel wird eher sein Sohn mit Atvarya, der mächtige Meister des Flusses Bal Mhanad verehrt.

Götterkinder & Halbgötter
Khor (Kor): Sohn von Ormazd und Rondra. Loyalität, Kameradschaft, Vertragstreue, Disziplin, Schlachtenordnung, gnadenloser Kampf gegen das Chaos und das Böse. Fährt der Sage nach in tapfere Männer ein und zeugt mit deren Frauen kräftige Krieger, die man dann Khorasani (Sonnenaufgang) nennt. Wird als schwarzer Panther verehrt. Benannt nach dem Auge Ormazds (Khor = Sonne).
Mahda: Tochter des Phex mit einer Sterblichen. Bringerin der Magie, die über den Nachthimmel tanzt. Ihre Schleier die niederfallen, sollen im Norden den Menschen von der Macht ihres Vaters künden (Polarlichter), dies wurde aber bisher nur in den seltensten Fällen überprüft… Benannt nach dem Auge ihres Vaters (Mah = Mond, da(d) = Gabe, Geschenk). Einige Poeten behaupten Khor und Mahda würden sich innig lieben und Radscha hätte von Feqz und Ormazd einen Teil des Tages von ihnen erbeten. Ihre Kinder wurden nach dieser Zeit benannt in denen sie zusammen sein dürfen: Pegah (Morgenröte) und Shabdiz (Abenddämmerung). Beide dienen als (geflügelte) Stute und Hengst Radscha.
Mahar Bor auch Aharmorda (Marbo): Tochter Feqzens und Atvaryas. So wie ihre Mutter das Leben ist, so gebietet sie über den Tod ohne den kein Leben sein kann. Erscheint entweder als junges Mädchen, als erwachsene Frau in den besten Jahren oder als Greisin mit einem Stundenglas. Einige behaupten sie hätte den Drachen und Diener Ahrimans Chol’iadrim (Golgari), dessen Sohn wiederrum Kurungur sein soll, niedergerungen und benutze ihn nun als Reittier. Namensherkunft: ahar oder a = Anti, Gegenteil und Mord(an) = Sterben. Nicht zu verwechseln mit Namordad = Untod
Alef Aytan (Levthan): Sohn Radschas mit einem Sterblichen. Männlichkeit, Potenz, fleischliche Lust, manchmal auch Hirtentum. Einige behaupten er hätte sich an seiner (Halb-)Schwester Atvarya vergangen und wurde deswegen von Ormazd bestraft.
Atvarya (Satuaria): Tochter Ormazds und Radschas, Fruchtbarkeit, Leben, Heilung, Saat, Familie. Zusammen mit dem Licht ihres Vaters lässt sie Felder gedeihen. Gerade bei den einfachen Bauern eine der bedeutendsten Gottheiten.
Aveschan (Aves): Reise, Handel, Abenteuer, Gastfreundschaft (auf die auch der Reisende angewiesen ist), Vater vieler tulamidischer Abenteurer, etwas lüstern, Feqzens und Rahjas Sohn

Restlichen Zwölfgötter
Im Allgemeinen erkennt man die restlichen Zwölfgötter als Götter an auch wenn man im Falle von Tsa und Hesinde sich nicht sicher ist, ob es sich auch um gute Götter oder Diener Ahrimans handelt. Unten aufgeführte Götter genießen allerdings nur in Ausnahmefällen Verehrung. Ihre Aspekte werden von anderen Göttern (jeweils aufgeführt) abgedeckt:
  • Travia: Atvarya (Mutter, Familie) und Aveschan (Gastfreundschaft), sehr selten Radscha (frisch verheiratete Frauen oder Liebende die um die Gunst ihres Ehepartners/-partnerin fürchten), Treue und Höflichkeit (Ormazd)
  • Boron: Mahar Bor. Die Aspekte Rethons nehmen Ormazd und Feqz wahr
  • Hesinde: Ormazd und Feqz (Weisheit), bei der Magie Feqz/Mahda, die Kunst wird von Radscha und im Falle handwerklicher Kunst auch von Angrosh beansprucht
  • Firun: Rondra, sehr selten Feqz (wenn die Beute eine Echse oder ein Drachen ist)
  • Tsa: Atvarya, selten Mahar Bor (Unsterblichkeit)
  • Peraine: Atvarya, Fruchtbarkeit auch Radscha und Alef‘Aytan
Bräuche, Riten und AberglaubeAnzeigen
Ideen für Bräuche, kultische Handlungen und Aberglauben

Die Namenlosen Tage: Während der Namenlosen Tage ist es Brauch, nach Möglichkeit das Haus des ältesten bekannten Verwandten aufzusuchen (immerhin hat dieser am häufigsten der Macht Ahrimans widerstanden) und die Tage gemeinsam zu verbringen. Mittels Licht versucht man die Macht Ahrimans zu schwächen und so ist es Brauch in dieser Zeit alle Räume auszuleuchten. Nach den Namenlosen Tagen ist es Brauch, dass man sich innerhalb von 12 Tagen gegenseitig besucht. Jeder Besuch muss von der anderen Partei erwidert werden und man dankt und lobpreist Ormazd, dass er erneut die Macht seines verräterischen Bruders zerschlagen hat.

Erster Praios: In einigen Dörfern ist es Brauch am ersten Praios leuchtend rote Gewänder zu tragen, laut singend und musizierend durch das Dorf zu ziehen und dabei Fröhlichkeit und Heiterkeit zu verbreiten. In anderen Dörfern findet dagegen zur Mittagszeit in der gleichen Tracht ein Schwerttanz statt. In beiden Fällen bezeichnet man die Rotgewandteten als Hadji Piruz, was so viel wie der „ehrenwerte Meister des Sieges“ bedeutet.
Am späten Abend werden mehrere Lagerfeuer entfacht. Gerade von den jungen (sündigen) Menschen wird erwartet, dass diese über das Feuer springen und die bösen Divs und Shaitans (mindere und gehörnte Dämonen), die sich an sie geheftet haben, in der reinigenden Flamme und Hitze des Feuers zu Grunde gehen. Umso größer das Feuer, umso größer vermutet man ist seine Macht, was bei übermütigen Jugendlichen schon das ein oder andere Mal zu leichten Verbrennungen geführt hat.

Zisdah be dar (zum Dreizehnten aus der Tür): Am dreizehnten Praios (Ormazd) wird das Haus verlassen und der Tag draußen verbracht. An diesem Tag befinden sich die letzten bösen Geister im Haus und man will nicht als Ziel dieser Geister fungieren. Es ist Brauch an diesem Tag den Bal Mhanad oder zumindest einen Fluß aufzusuchen und ihm einige Pflanzen zu opfern, in dem man diese in ihn wirft.

Abschied: Begibt sich ein Familienmitglied auf eine längere Reise ist es üblich unter das Wagenrad, den Huf des Pferdes oder im Zweifelsfall dem Stiefel des Reisenden ein Echsenei zu zerquetschen und somit ein (ungeborenes) Echsenleben zu opfern. Dieser Brauch stammte wohl noch aus den frühen Anfängen der tulamidischen Geschichte und sollte so die Macht der Echsen schwächen. An dem Gerücht, dass von einem Sultan der sich auf Reisen begab, erwartet wurde ein Drachenei zu opfern, darf jedoch getrost gezweifelt werden.

Rückkehr: Kommt ein Reisender nach einer langen Reise zurück nach Hause wird ein Tier geopfert/geschlachtet und mit seinem Blut Schutzzeichen vor der Haustür (auf dem Boden) gezeichnet. Dieser Brauch ist in der Rondra- und Korkirche in abgewandelter Form immer noch bekannt. In einigen vor allem städtisch geprägten Gegenden wird dieser Brauch als primitiv angesehen und nicht mehr praktiziert. Die Opferung hat aber auch recht pragmatische Gründe: Das frische Fleisch kann von dem (evtl. von der Reise geschwächten) Heimkehrer direkt genossen werden. Außerdem stehen Leder oder Fell für neue Kleidung zur Verfügung (die alte Kleidung oder auch Schuhe mögen durch die Reise verschlissen sein)

Basiliskentag (18.Phex): An diesem Tag kleiden sich junge Krieger (meistens Männer) in schwarze Gewänder und schwärzen auch ihre Gesichter und Waffen, um Jagd auf alles Echsische zu machen. Streng tulamidische Khorgläubige ziehen über roten Gewändern Schwarze an und folgen diesem Beispiel.

Weihrauch / Böser Blick: Dem Glauben der Tulamiden nach sollte man nicht zu sehr das Glück, die Gaben oder den Wohlstand einer anderen Person preisen. Das zieht nämlich den Blick böser Geister an. Hat man dies zu häufig getan, oder vermeint man den Neid und den bösen Blick anderer zu verspüren, so muss man das Ziel dieses Neides mit Weihrauch einsegnen. Der spezielle Weihrauch enthält einiger Körner, die mit etwas Phantasie an (geschlitzte, sprich „echsische“) Augen erinnern. Dieser Weihrauch wird entzündet und über dem Kopf des Ziels geschwungen. Währenddessen werden Bannflüche gegen den bösen Blick ausgesprochen und Feqzens Segen (der Verschleierung) erbeten. Dabei bildet der Weihrauch natürlich Rauchschwaden, die min. das Gesicht des Ziels verhüllen. Außerdem verbrennen die „Augen“ (sprich Körner) explosionsartig was von einem knackenden Geräusch begleitet wird. Dies wird, recht martialisch, als Platzen der Augen der Feinde interpretiert.
SpracheAnzeigen
Sprache

Grundsätzlich bin ich kein Freund davon Fremdworte (wie Zul, Alef etc.) am Rollenspieltisch zu benutzen, da in den meisten Fällen, dies eh keiner versteht. Wenn ich das selbst mache, dann sehr gezielt und dann nach Möglichkeit immer wieder die gleichen Begrifflichkeiten. Alternativ liefere ich die Übersetzung etwas leiser direkt oder im unmittelbaren Anschluss mit. Hiervon gibt es einige Ausnahmen. Einige Begriffe, gerade aus dem Arabischen und Türkischen, sind so verbreitet, dass man sie mittlerweile auch in Deutschland und speziell in DSA kennt (Sahib, Effendi, Salam etc.). Diese kann man bei Bedarf einsetzen.

Aussprache & Akzent
Wer das mag, kann auch versuchen mit Akzent zu sprechen, meines Erachtens führt das aber eher dazu, dass es lächerlich klingt und nicht exotisch (vielleicht mag aber gerade das ja auch ein Ziel sein). Auf Wunsch kann ich da ein paar Beispiele nennen. Wenn man jemanden spielt, der die Sprache noch nicht lange spricht, würde ich eher damit arbeiten, dass er bspw. Sprichwörter 1:1 ins Deutsche (Garethi) übersetzt oder mit der Syntax oder Grammatik Probleme hat.

Ein Wort vorab: Ich ging immer davon aus, das Tulamidiya ein Gemisch aus Arabisch, Türkisch, Persisch und natürlich vielen Eigenentwicklungen ist. Tatsächlich konnte ich bisher höchstens eine Handvoll persischer Begriffe im Tulamidya erkennen. Im Ur-Tulamidya sieht es dagegen deutlich besser aus. Wenn ich hier also Übersetzungen mitgebe, dann können sie der "offiziellen" Tulamidya Übersetzung widersprechen.

Metaphern & Assoziationen
Ich würde statt der Verwendung von Fremdworten und Akzenten empfehlen, eingedeutschte Begrifflichkeiten, exotische Vokabeln, orientalische Formulierungen und Metaphern zu verwenden. Auch hier muss man natürlich aufpassen, dass es nicht allzu lächerlich klingt (wie einige der nachfolgenden Beispiele). In der tulamidischen Literatur sind Metaphern von essentieller Bedeutung, häufig kombiniert mit "Wissenschaften" wie der Astronomie oder Geschichte. Dies darf und soll auch ungewöhnlich sein: Ein Elefantenleibiger ist kein dicker Mensch, sondern ein Hüne mit der Kraft eines Elefanten (allerdings kommt es hier auch auf den Kontext an). Die fleckige Haut (Sommersprossen) einer Rothaarigen könnte von 1000 Küssen einer Pari (Fee/Blütenjungfer) bedeckt worden sein*. Ein Gesicht wie der Mond zu haben, bedeutet, dass dieses eine (edle) Bläße aufweist und eine vollkommene, unerreichte Schönheit repräsentiert, nicht etwa dass man ein Mondgesicht hätte. Insgesamt versucht man, gerade wenn man von Schönheit spricht, immer neue Metaphern zu verwenden (siehe unten).

Vergleiche und Steigerungen
Ein häufig schon bekanntes Mittel in der tulamidischen Sprache sind Vergleiche und Steigerungen.
Im Tulamidischen reicht es häufig nicht aus nur die stärkste oder schönste zu sein, man muss auch gleichzeitig besser als die anderen sein. Das klingt natürlich erst mal unlogisch (ist es auch), aber es reicht einem meistens nicht nur der Einäugige unter den Blinden zu sein, sondern man soll unter ernstzunehmenden Konkurrenten, die schon die Besten darstellen, herausragen. Dadurch entstehen dann Formulierungen wie Schönste der Schönen, Weisester der Weisen etc. Dieses Mittel wird gerne auch im anderen Kontexten verwendet: König der Könige: Der Herrscher über schon machtvolle Herrscher. Blitz der Blitze: Das ist „der“ imposanteste Blitz den die Person je gesehen hatte. Allgemein wird gerne der Genitiv verwendet (Licht der Rechtsgläubigen, Schwert der Schutzbefohlenen, Wahnsinniger der Liebenden)

Steigerungen werden von den Tulamiden gerne auch mit Zahlen vollführt (meistens durch Potenzierung). So opferte der Held 10 Elefanten, 100 Pferde und 1000 Lämmer, bevor er zu seiner gefährlichen Reise aufbrach. In Kombination mit der tulamidischen Zahlenmystik können da glaube ich schöne Formulierungen entstehen.

Farben
Wenn man etwas literarischer von Farben spricht, dann verwendet man auch hier gerne Vergleiche. Anbei ein paar Beispiele und deren Verwendung in Klammern:
  • Ocker: Honig (für Augen)
  • Gelb: Safran (als Färbemittel für edle Kleidung)
  • Rot: Granatapfel, Granatapfelblüte, Rubin, Safran (ungemahlen rot), Blut, Koralle (auch für Rosa) (für Lippen und Wangen)
  • Weiß / hell: Schnee, Silber, Mond (für Haut)), Perlen (für Zähne)
  • Schwarz: Rabe, Ambra (da weißes Ambra unbekannt ist), Moschus (auch für dunkelbraun) (für Haare, Augenbrauen, Wimpern)
Radscha zu Ehren - Worte das Schöne zu beschreiben
Viele Tulamiden haben Freude daran durch die Kunst der Sprache die Schönheit der von ihnen Verehrten zu beschreiben. Ich selbst bin leider kein Poet, kann hier also nur die Worte und Formulierungen der großen Meister übersetzen oder auf bestehende Übersetzungen dieser Künstler zugreifen. Anbei einige Beispiele:

Heiligtum der Schönheit: Ist ein Mensch zu schön, dann glaubt man, dass Wesen außerhalb der Menschenwelt daran Einfluss nahmen
Ihr Leib ist schön wie eine reine Seele, so als nähme sie keinen Anteil am Derischen (Irdischen)

Feen / Pari: Es sollen einst Meteoriten/Sterne vom Himmel gefallen sein und die Form schöner Frauen annehmen können. In der frühen Glaubenswelt waren diese Pari Dämonen, die den Charakter der Menschen verdarben und von fast göttlicher Schönheit waren. Wenn man den Namen der Götter aussprach, da verloren sie ihr Aussehen und man erblickte ihre wahre Gestalt. Zwischenzeitlich setzte man sie mit Hexen gleich. Mittlerweile haben sie einen eher positiven Charakter, ähnlich einer Fee.
  • Sündigen in dem man mit rauher Hand die Feenhafte (Parihafte) berührt
  • Du Pari (Fee) meiner Sehnsüchte belächle nicht meines Herzens bittere Tränen
Weitere:
  • Ihre Haare griffen Fangseilen gleich nach dem Herzen des Helden
  • Ihre Haare, ein Diadem aus Moschus und Ambra, legten sich sanft über ihre silbernglänzenden Kuppeln (gemeint ist hier ihr Gesäß)
  • Ihr lockiges Haar, lag Ring, auf Ring, einem Kettengeflecht gleich auf ihren Granatäpfeln
  • Nie berührte sie der Sonne Antlitz: Umschreibung für edle, unberührte Frauen
  • Schlank und vom hohen Wuchs einer Zypresse: Die Form der Zypresse gilt als Symbol für einen schönen Leib
  • Ein Mann mit einer Taille wie eine Zypresse und der Brust eines Löwen
  • jemandes Namen aus dem Herzen stehlen: Die Erinnerung an eine (einst geliebte) Person auslöschen
  • Deine Augen süß und von der Farbe des Honigs folgen nun eines anderen Mannes Schritt
Gesamtbeispiel
Noch nie berührte sie der Sonne erhabenes Antlitz. Von hohem Wuchs ist sie, zart und zierlich wie eine Zypresse. Über dieser Zypresse lächelt das Licht der Sonne ihrer kirchblütigen Wangen. Ihrer feiner Linien Rabenflug, ziert ihre Augen, die schwarzen Narzissen gleichen. Ihr Mund, sinnlich wie ein Gebet in der Farbe roter Korallen, ist klein, wie ein Herz das sich voller Sehnsucht zusammenzieht. Gekrönt wird sie von einem Diadem aus Moschus und Ambra, das wie Fangseile der Sonne Glanz raubt. Die Flut ihrer Locken legt sich über ihre Granatäpfel und silberglänzenden Kuppeln, nur getrennt von safranfarbener Seide. Ihr Leib ist schön wie eine reine Seele, so als nähme sie keinen Anteil am Derischen und so mag auch nur ein Gemahl aus dem fünften Himmel ihrer würdig sein.

Übertreibungen
Bei den obigen Ausführungen waren ja schon einige Übertreibungen dabei, allerdings kann man da auch noch weiter bis hin ins Legendenhafte gehen:
Tulamiden bemühen gerne irreale Vergleiche. So müssen (starke) Helden nach Ansicht der Tulamiden auch immer groß gewachsen sein. „So stark und groß gewachsen war er, dass sein Haupt über den Wolken ragte / … seine Stirn den Mond berührte.“. „So imposant war seine Erscheinung, dass es einem Elefanten/Drachen das Herz zerfetzte“ (=der Drache bekam Angst). So weinte die Luft unter den mächtigen Angriffen seines Khunchomers und die Wolken regnen Rondras blutige Tränen, wenn ein großer Held verstirbt. Große Männer haben auch großen Appetit und so wird dann berichtet, wie sie sich Zebras braten und verspeisen.

Assoziation zu Tieren
Bezüge zu Schlangen, Hunden, Wölfen und Bären sind im Tulamidischen ungewöhnlich. Ein zäher Hund würde im Tulamidischen eher als Beleidigung wahrgenommen werden, da Hunde als dreckige, fast schon mindere Tiere gelten. Ein Bezug zu einem Bären wird eher als Metapher für Fettleibigkeit verstanden und nicht als Kraftmetapher.
Helden und Heldinnen werden in Epen gerne mit Tieren verglichen:
  • Stärke und Mut: Löwe (Schir), Panther (Bang), Tiger (Babr bzw. Babur)
  • Gier (nach Blut), Entfesselte Kraft: Krokodil (Temzah), Drache
  • Kraft: Elefanten (Fiel) und Drachen
  • Ungezügeltheit, Wildheit, Unüberlegtheit: meistens durch Attribute wie „brünstig“ (har), ein brünstiger Elefant ist das beliebteste Beispiel. Dies muss nicht immer vollständig negativ gemeint sein. Der brünstige Esel dagegen betont die Dummheit der unüberlegte Handlung
  • Schnelligkeit: Pferde (Asp), Vögel
  • Schönheit: Pfau (Tavuhs) (Pfaue gelten hier eher nicht als eitel)
  • Ungeschick: Kamel (Tschotohr)
Redewendungen
  • Die Katze beruft ihren Schwanz als Zeugen: Redewendung, wenn man jemandem Befangenheit vorwirft oder jemandem vorwirft, dass er sich auf eine ihm wohlwollende und damit nicht objektive Meinung beruft
  • As Mahi ta mah(da): Vom Fisch bis zum Mond, bedeutet allumfassend, über die ganze Welt. Könnte bei DSA auch vom Niedersten bis zum Höchsten bedeuten. Wird wegen der sprachlichen Nähe von mahi und mah(da) gerne in der Literatur verwendet.
  • Du hast einen vollendeten Stein geschliffen: Du hast alles perfekt ausgeführt. Du hast eine Meisterleistung erbracht.
Weitere Formulierungen
  • Feuerspringer (atischpareh): Metapher für eine freche, leicht sündige Person, allerdings eher freundlich wie "Lebemann/-frau" gemeint. Durch den Sprung über/durch das reinigende Feuer, kann man seine Sünden verbrennen, was wahrscheinlich den Ursprung des Begriffs darstellt
  • Mein Vater kam raus / jemandes Vater herauslocken: Dies bedeutet, dass man jemanden an die Grenze seiner (meist körperlichen) Fähigkeiten gebracht hat
  • Jemand wie einem Schaf den Kopf abschneiden (sehr veraltete Ausdrucksweise): Jemand Wehrlosen oder Unbedachten ermorden
  • Der Bezug zu Planeten und Sternen ist in DSA schwierig, da die Planeten im eigenen Pantheon verankert sind und über das "Verhalten" der Sterne und deren Namen in DSA wenig bekannt ist (zumindest mir). Vielleicht weiß da jemand mehr und kann was beisteuern. Ein Beispiel wäre z.B. ein Name für das Auge der Stute als Methaper für Radschas Gunst/Blick
  • Vergleich zu Helden der Vergangenheit sind auch zulässig und häufig. Bspw.: Weise wie Rohal und kühn wie Dschadir
Beleidigungen & Kraftausdrücke
Auch bei Beleidigungen und Kraftausdrücken ist man eher kreativ. So heißt etwa Halt‘s Maul, Sareh Mahr ("Möge das Gift der Schlange dich treffen", wörtlich Gift der Schlange). Möglich sind auch Beleidigungen wie Bihamokas (Einsamer, Verlorener, wörtlich "ohne alle und jeden"), sprich jemand der nicht in der Geborgenheit einer Familie aufgewachsen ist und somit keine Erziehung genossen hat. Beliebt ist auch bifarhang (kulturslos, Barbar, wörtlich: ohne Herkunft, Wurzel, Kultur) oder biadab (unhöflich, wörtlich ohne Höflichkeit). "Härtere" Kraftausdrücke entsprechen weitesgehend ihren mittelreichischen Äquivalenten. Ist ein Familienbezug vorhanden bspw. ...-sohn, dann wird der Bezug im persischen in der Regel über die Eltern gezogen, also bspw. Pedarzag (Hundevater) (das ist übrigens eher im Persischen so, im Arabischen ist es meines Wissens wie im Deutschen). Wie gesagt gelten Beleidigungen als Zeichen schlechter Erziehung und werden eher von den unteren Gesellschaftsschichten oder für wahre Feinde verwendet.
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Einige Worte vorab:
  • Das kh wird kehlig wie das ch in Dach ausgesprochen.
  • Die Sur-Khaneh ist auch in der realen Welt existent und wurde hier lediglich angepasst

Sur-Khaneh- Haus der Kraft

Das Sur-Khaneh (Haus der Kraft) ist eine uralte tulamidische Tradition. Es bezeichnet einen Ort, an dem Übungen zur körperlichen und geistigen Ertüchtigung ausgeführt werden. Da an diesen Orten die Geschichten, die Sprache und der Glaube an die alten Götter bewahrt wurden, empfanden dies die bosperanischen Eroberer unter der Herrschaft Hela Horas als Ketzerei und Widerstand gegen die göttliche Ordnung, sowie als Keimzelle militärischen Widerstands. Als Folge dessen wurden diese Orte zerstört und die Mitglieder dieser Institutionen (unter denen sich auch Geweihte der Rondra, Kors und Phexens befanden), systematisch verfolgt. Zwar gelang es gerade Anhängern des Phex diese Tradition im Untergrund fortzuführen, doch führten diese Verfolgungen dazu, dass diese Tradition weitgehend vergessen wurde. Erst in jüngster Zeit, durch die Rückbesinnung auf die tulamidische Geschichte, lebt diese Tradition wieder auf. Je nach Glaubensrichtung stehen unterschiedliche Inhalte zur Verfügung, doch haben alle Varianten dieser Tradition gemein, dass die geistige und körperliche Ertüchtigung im Vordergrund steht.

Varianten je nach Glaubensrichtung
Das Sur-Khaneh war schon immer stark mit dem Glauben an eine Gottheit und "dessen" Pantheon verknüpft. Historische Quellen erwähnen, dass die ersten Gottheiten die diese Tradition aufführten die urtulamidischen Gottheiten Feqz, Randara und Khor waren. Angeblich gab es gerade im thalusischen Raum aber auch Institutionen die Ras'Ragh verehrten. Das auch Rashtul zu diesen "Gottheiten" gehörte, kann nicht schriftlich nachgewiesen werden, doch sollen einige Hadjinim die sich auf Rashdul berufen, eine ähnliche Tradition aufweisen. Heutzutage wird diese Tradition hauptsächlich von der Rondra und Korkirche, sowie neuerdings von den Novadis wieder aufgegriffen. Es gibt angeblich noch weiterhin einige im Schatten agierende feqzgefällige Sur-Khanehs, angeblich soll Marwan Sahib einem dieser Häuser vorstehen, doch könnte es sich hierbei auch nur um Gerüchte die von der Feqzkirche gefördert werden, handeln.
Natürlich unterscheiden sich die Inhalte der körperlichen und geistigen Ertüchtigung je nach Gottheit enorm, doch existieren aufgrund des gemeinsamen Ursprungs auch Gemeinsamkeiten (siehe weiter unten).
In ländlichen Räumen ohne militärischen Schutz und in früheren Zeiten nahmen die Mitglieder eines Sur Khanehs häufig die Aufgabe einer Miliz ein, die die Gemeinschaft vor feindlichen Angriffen schützte. Auf der anderen Seite wurden so auch schon früh moralisch gefestigte Krieger und Söldner für die Heere geschult.

Körperliche & geistige Ertüchtigung
Körperliche Ertüchtigung: Rondra und Korkirche, mit einigen Abstrichen auch die Novadis legen neben einem soliden Training der Beweglichkeit, ihren Fokus auf körperliche Stärke. Bei der Feqzkirche ist dies genau andersherum.
Geistige Ertüchtigung: Alle Traditionen haben gemein, dass die regionale Geschichte, Sagen und Glaubensgrundsätze allen Teilnehmern vorgetragen und von diesen verinnerlicht wird. Dies stellt einen wichtigen Teil der Übungen dar, denn mit den kämpferischen Fähigkeiten die vermittelt werden, soll auch das Bewusstsein für den moralisch korrekten Einsatz dieser verinnerlicht und so auch die Seele der Teilnehmer gestärkt werden. Dies gilt für alle Traditionen und Glaubensgrundsätze, auch wenn man dies als Mittelreicher vielleicht bei Khor und Feqz nicht erwarten würde. Gemäß der tulamidischen Tradition wird Geschichte nicht als nüchterne Aufzählung von Fakten angesehen, sondern muss entsprechend ausgeschmückt werden. Hierbei werden natürlich bewusst Geschichten ausgewählt, die den Idealen der Gottheit genehm sind und Eigenschaften und Entscheidungen der Protagonisten immer in diesen Kontext gebracht. Auch wenn die Fähigkeiten der Protagonisten immer sehr übertrieben dargestellt werden, ist es üblich, dass Helden Fehler aufweisen und Fehlentscheidungen treffen. Denn die absolute Vollkommenheit eines göttlichen Ideals ist nur den Göttern und ihren Kindern vorbehalten, der Mensch muss zwar nach diesen Idealen streben aber schlussendlich daran scheitern. Dieses Scheitern wird aber auch kritisch hinterfragt und ausführlich diskutiert.

Aufbau eines Sur-Khanehs
Der Aufbau eines Sur-Khanehs ist bewusst recht einfach gehalten. Der Eintritt des Gebäudes ist sehr niedrig gehalten (unter 1,5 Schritt) und gegenüber vom Eingang ist zumeist ein Bild oder Zeichen der Gottheit (bei den Novadis eher die Ausnahme) aufgestellt. Der (fremde) Eintretende ist durch den niedrigen Eingang gezwungen, gebückt den Raum zu betreten und somit den Traditionen des Hauses und der Gottheit den nötigen Respekt zu zollen. In unmittelbarer Nähe der Götterstatue befindet sich ein Podest (Sardam) mit einer Trommel (bei Feqz wird auf die Trommel verzichtet). Auf diesem Podest steht oder sitzt der Morsched, der die restlichen 8 Teilnehmer durch die Übung begleitet. Der Morsched ist entweder ein Geweihter (bei den Novadis handelt es sich hierbei manchmal um einen Derwisch) oder um den ältesten Teilnehmer (bei Orten bei denen kein "geeigneter" Geweihter vorsteht).
Den meisten Raum nimmt eine ca. 1 Schritt tiefe Grube ein. Erstaunlicherweise ist diese bei allen Traditionen achteckig. Jede der Seiten wird von einem Teilnehmer eingenommen. So kommt man auf insgesamt 9 Personen (8 Teilnehmer + 1 Morsched). Dass dies gemäß zwölfgöttlicher Tradition genau die heiligen Zahlen von Phex und Khor sind und selbst die Novadis 9 als Glückszahl betrachten, kann Zufall sein oder an der langen Tradition der Zahlenmystik liegen. Im Sinne der Zahlenmystik wird folgende eher unübliche Interpretation vorgenommen: Einheit und Macht (1) ordnet die Schönheit und schöpferische Vielfalt der Welt (8) (1+8=9).

Üblicher Ablauf
Üblicherweise sind die Teilnehmer größtenteils unbekleidet und tragen nur einfache Hosen. Dies soll die grundsätzliche Gleichheit vor den Göttern und Bescheidenheit ausdrücken. Bevor sie den Raum betreten ist es üblich sich im Vorfeld ausgiebig zu reinigen und häufig auch Finger- und Zehennägel zu schneiden. Zweiteres ist gerade für die Ringübungen relevant. Das unerfahrenste Mitglied stellt sich gegenüber des Morscheds (Anführer) auf und kann so von diesem am besten unterwiesen werden. Je erfahrener er wird, desto näher rückt er an ihn ran. Üblicherweise muss man einen Monat warten und bei den Übungen zuschauen, bevor man Mitglied werden darf. Insgesamt dürfen Zuschauer den Übungen folgen. In sehr konservativen Regionen und bei den Novadis wird Frauen der Zugang jedoch verwehrt oder die Männer müssen sich vollständig bekleiden. Einzelne Übungen können von Teilnehmern vorgeführt oder Fragen während der Unterweisung gestellt werden. Jedes Mal, wenn ein Teilnehmer das Wort ergreifen oder etwas selbstständig ausführen will, muss er dafür die Erlaubnis vom Morsched einholen. Hierfür erhebt er den Arm und ruft „Rokhsat“ (Erlaubnis!). Wenn der Morsched dies erlaubt, dann antwortet er mit „Rokhsat bar [Name des Gottes]“ (Erlaubnis im Namen des Gottes erteilt). Falls er die Erlaubnis verweigert antwortet er mit „Forsat“ (Verweigerung). Dies wird kommentarlos akzeptiert und gilt nicht als Beleidigung oder ehrenrührig. Während einer philosophischen Erörterung ist dieses Verhalten nicht notwendig, außer die Diskussion sollte allzu hitzig werden, in diesem Fall verlangt der Morsched das Erheben der Hand und definiert durch sein Nicken die Reihenfolge. Manche Sur-Khaneh die Rohal hoch verehren, erlauben nur bilateral geführte Gespräche, wie in den Gesprächen mit Rohal, zwischen Teilnehmern und dem Morsched, wobei natürlich jeder Teilnehmer den Morsched fragen darf.
Die Übungen beginnen häufig mit der geistigen Ertüchtigung (siehe oben). Diese Ertüchtigungen werden während der Übungen fortgesetzt und können auch zwischen den einzelnen Übungen ausführlicher ausfallen. Während der Übungen werden die geistigen Unterweisungen auch teilweise in Versform oder sogar im Sprachgesang dargebracht. Nach der Begrüßung beginnt man mit Aufwärmübungen, um die Muskeln zu lockern und den Körper für die eigentlichen Übungen aufzuwärmen, meistens begleitet von leichten Trommelschlägen und mit Drehungen, um den eigenen Körper (Tscharkh Sadan). Das Tscharkh Sadan (drehen) soll die Beweglichkeit und Ausweichübungen trainieren.
Die eigentlichen Übungen variieren je nach Gottheit und regional üblichen Waffen. Anbei die üblichsten Übungen:

Mil: Dies sind (üblicherweise zwei) bis zu 40 Stein schwere Holzkegel (es gibt aber auch deutlich leichtere Varianten). Die geschwungen und jongliert werden. Sie sollen den (beidhändigen) Kampf mit Nahkampfwaffen fördern, insbesondere mit kraftbasierten Hiebwaffen, wie Streitkolben oder Äxten. Üblicherweise geht dafür einer der Teilnehmer in die Mitte und setzt den Takt der Trommel in Übungen um, während der Morsched weiter die geistige Festigung vornimmt. Der Mann in der Mitte wird als Myander (Beherrscher der Mitte) bezeichnet.
Kabadeh: Das Kabadeh ist ein zwischen 12 bis 60 Stein schwerer Stahlbogen. Statt der Sehne ist eine enganliegende Kette an dieser befestigt, die zusätzlich mittels metallischer Scheiben an den Kettengliedern beschwert wird. Die Anzahl der Kettenglieder und Scheiben ist abhängig von der Kultur und dem Glauben des Sur-Khanehs. Der Bogen wird mit zwei Händen gegriffen, beim ersten Hochheben geküsst (meistens ist in der Mitte ein Zeichen der Gottheit eingraviert) und dann erst einmal über dem Kopf gekreist. Hierbei muss man den Bogen ausreichend hochhalten, damit die Scheiben nicht ins Gesicht schlagen. Danach werden die beim Bogenschießen üblichen Bewegungen mit dem Bogen ausgeführt, wozu auch das Pfeil ziehen simuliert wird (allerdings mit dem 60 Stein schweren Bogen!). Auch hier ist auf die Scheiben zu achten. Um auch die Beinarbeit und Koordination zu schulen, wird sich hierbei häufig um die eigene Achse gedreht.
Sang: Das Sang (Stein, Fels) soll den Kampf mit dem Schild trainieren. In früheren Zeiten wurde dies mittels Felsen simuliert, mittlerweile gibt es hierfür spezielle, schwere Holzschilde (eigentlich Zepar. Sie werden dennoch häufig weiterhin als Sang bezeichnet) mit denen die Übung ausgeführt wird. Diese Übung wird häufig mit dem Rücken auf dem Boden und mit zwei Schilden ausgeführt. Durch das anschließende Heben der Schilde sollte bspw. das Drücken im Nahkampf simuliert werden. Es gibt aber auch deutlich agilere Übungseinheiten, die dennoch fast immer auf dem Boden ausgeführt werden.
Schwertübungen: Es gibt einige Schwertübungen, die manchmal auch ausgeführt werden. Dabei geht man vor allem auf Schnelligkeit, sowie den kreativen Einsatz des Schwertes/Säbels ein. Häufig wird auch der stumpfe Rücken des Säbels mit in die Übung bezogen, den man dann mit der zweiten Hand stabilisiert und zur besseren Kraftübertragung nutzt (um bspw. den Gegner zurückzustoßen oder starke Angriffe abzuwehren). Unter anderem werden dann mit säbelähnlichen Stützen auch Liegestütze gemacht.
Koshti (Ringen): Die Übungen enden immer mit Ringübungen (Freistilringen). Der Mosched legt die Kampfpaarungen fest. Üblicherweise kämpfen immer nur zwei Teilnehmer gegeneinander gleichzeitig.


Disi Tsarah - دیزی سرا
In der Stadt leben viele hart arbeitende Menschen. Gerade mittags ist man meistens fern des Heims und will eine kräftigende Nahrung einnehmen. In den Städten kommen hierdurch innerhalb kurzer Zeit große hungrige Menschenmassen im sogenannten Disi Tsarah zusammen. Hier wird ein Eintopf serviert, der sich je nach Region unterscheidet, aber fast immer „Ab-Gusht“ (Wasserfleisch) oder Disi genannt wird. Die häufigsten Zutaten dieses Eintopfs sind Kichererbsen, Tomaten, Zwiebel, Knoblauch und natürlich Wasser und Fleisch, wobei gerade letzteres nur einen Bruchteil des Eintopfs darstellt, auch wenn der Name anderes vermuten lässt. Dazu gesellen sich in aller Regeln Kartoffeln und weitere regionale, sättigende Zutaten. Häufig kommen auch diverse Kräuter dazu (meistens gemäß jahrhundertealter Familienrezepte). Diese Zutaten werden über Stunden hinweg in einem gewaltigen Bottich gekocht.
Das Disi Tsarah (mit Ausnahme der Küche) ist in den allermeisten Fällen halb untererdig gebaut (min. 1 Schritt tief) und ähnelt, wenn noch tiefer gebaut irdischen Römerkellern. Sinn und Zweck dahinter ist, dass diese Räume dadurch ungemein kühler sind, was bei der Mittagshitze und dem kräftigen Essen ein Segen ist. Es hat allerdings den gewaltigen Nachteil, dass hierdurch auch wenig Platz zur Verfügung steht. In Deutschland wurden einige historische Keller zu Restaurants oder Brauhäusern umfunktioniert, diese kann man (wenn voll belegt) mit der Enge eines Disi Tsarah vergleichen. Da es nur ein Gericht gibt, sind einige Disi Disi Tsarahs dazu übergegangen direkt beim Eingang Eintritt zu verlangen, um nicht während des laufenden Betriebs umständlich Geld einzusammeln.
Kommen nun die Heerscharen der einfachen Leute, wird der Eintopf in irdene (meist blaue) Krüge umgefüllt. Diese haben einen Durchmesser von ca. 5 bis 8 Fingern (der Krug verjüngt sich von oben nach unten) und eine Höhe von ca. 10 bis 13 Fingern. Je nachdem wie groß die Stadt oder der Andrang des Disi Tsarahs ist, haben sich verschiedene Serviertechniken etabliert. Häufig werden gleich mehrere Portionen mitgenommen, was aufgrund des Gewichts der Krüge leichter gesagt als getan ist. Am häufigsten hat der Servierer eine Holztafel die an seinem Rücken mit Hilfe von Lederbändern befestigt ist. Sein Bauch wird von einer Lederschürze oder sogar einem Fell bedeckt. Die Holztafel hat Einsparungen, so dass die entsprechend geformten Krüge in diese eingelassen werden und zu ca. zwei Drittel nach unten rausragen. Sie sind ungemein heiß (deswegen die Schürze). Um sie rauszuholen, werden in der Regel Handschuhe verwendet. Dem Gast wird ein dünnes Fladenbrot gegeben (Zangak), dass er selber mehrlagig falten und dann verwenden kann, um den Krug zu halten. Außerdem erhält er einen hölzernen Stößel mit dem er den Eintopf zu einem Brei stampft und dann mittels eines langstieligen Löffels verzehrt.

Weiteres zum Disi Tsarah und Ab-Gusht
Eine andere Serviertechnik ist die, dass Fellbeutel am Gürtel herum befestigt werden und in diese der Eintopf reingesteckt wird.
Auf dem Land wird der Eintopf, gerade von Tagelöhnern, eher abends gegessen, nachdem man das Feuer mittags entfacht hat. In Regionen in denen es weichen Stein (ich weiß leider nicht um welches Gestein es sich handelt) gibt, wird dieser ausgehöhlt und als Kessel für diesen Eintopf verwendet, da er die Hitze fast einen halben Tag speichern kann und den Eintopf nahezu mit nur einer konstanten Temperatur erhitzt.
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Sport & Spiele

Sport - Allgemein
Entgegen des Klischees legen die meisten Tulamiden mehr Wert auf Kraft und Konstitution, statt auf die Beweglichkeit. Des Weiteren steht häufig weniger der Spaß beim Sport im Fokus, als die körperliche Ertüchtigung. Der beliebteste (körperliche) Sport ist und bleibt deswegen das Ringen (das bspw. im Sur Khaneh, siehe Gebäude, praktiziert wird). Es mag für einen Mittelreicher verwunderlich sein, dass viele tulamidische Parks des Weiteren einen Ringplatz beinhalten, der regelmäßig genutzt wird.

Tasmeh-Tasmeh
Tasmeh Tasmeh ist ein sehr altes "Spiel" aus den frühen Zeiten der Tulamiden, in denen der Kampf gegen die Echsen und andere Mächte noch an der Tagesordnung war. Es ist recht brutal und wurde deswegen im Lauf der Zeit immer "weicher" gestaltet. In kämpferischen oder traditionellen Regionen ist das Spiel jedoch noch weit verbreitet.
Tasmeh-Tasmeh soll das gemeinsame Vorgehen als Gruppe, aber auch körperliches Geschick, Kraft, List, Geduld sowie Schmerzresistenz trainieren. In der Regel spielen mindestens 3 Verteidiger gegen 3 Angreifer. Es können aber auch mehr Spieler daran teilnehmen. Sind es weniger, wird einer der Gürtel häufig entfernt.
Spielaufbau & Regeln: Es wird ein ca. im Durchmesser 3m großer Kreis gezeichnet (je nach Gruppengröße modifiziert). Auf zwei gegenüberliegenden Seiten wird ein "Tazmeh" ausgelegt. Tazmeh heißt übersetzt Gürtel. Häufig handelt es sich heutzutage wirklich um einen solchen. Früher wurde auch verdrillte Echsenhaut dafür genutzt. Zur Not verwendet man biegsame, aber stabile Zweige/Ruten. Die Verteidiger gehen in den Kreis, die Angreifer dürfen weitgehend nur außerhalb des Kreises agieren.
Ziel des Spiels ist es alle Gegner in den Kreis (Verteidiger) oder aus dem Kreis (Angreifer) zu zerren. Hierfür muss man seinen Gegner heranlocken und mit Kraft und Geschick, meistens unter Einsatz von Ringtechniken in oder aus den Kreis ziehen. Sind beide Beine außerhalb bzw. innerhalb des Kreises wurde diese Person „besiegt“. Je nach Variante ist sie nun Mitglied der anderen Partei oder komplett aus dem Spiel raus (häufig eher Zweiteres, da man ungern den Verräter spielt). Es ist zulässig, wenn auch halsbrecherisch, als Angreifer über den Kreis zu springen. Das kostet die Verteidiger schon einiges an Aufmerksamkeit, kann aber auch zu schweren Verletzungen führen, wenn die Person nicht sauber landet. Wenn nur noch ein Verteidiger im Spiel ist, kann es sein, dass man sich von der Seite (oder bei kleineren Kreisen von hinten) anschleicht, sich flach auf den Boden legt und dann das Tazmeh hinter den Füßen des Verteidigers wegzieht. Solange die Füße außerhalb des Kreises sind, ist auch das zulässig. Manche Verteidiger tun aber bewusst unaufmerksam um solch ein Handeln zu animieren, denn es ist ein leichtes einen solchen Angreifer zu besiegen. Es dürfen beliebig viele Personen an einem zerren, auch Menschenketten oder Mehrfachpaarungen kommen gelegentlich vor.
Die Tazmeh stellen Köder, Werkzeug und Bonus gleichermaßen dar. Die Verteidiger dürfen die Gürtel nicht berühren, weder mit Hand, Fuß noch sonst einem Körperteil. Wurden sie verrückt und nicht erobert, dann darf man sie manchmal wieder auf die Ausgangsposition bringen (Gruppenentscheid der vorher festgelegt wird). Die Angreifer dürfen versuchen die Tazmeh zu erobern, sprich aus dem Kreis zu ziehen und aufzunehmen. Ist ihnen das gelungen dürfen sie diese nach Belieben einsetzen (in manchen Regionen ist der Einsatz jedoch nur gegen die Beine beschränkt). Häufig, um die Verteidiger auszupeitschen oder, damit sie diesen Peitschenhieben entgehen, die Verteidiger an den Rand des Kreises zu drängen. Die Verteidiger dürfen das Tazmeh auch zurückerobern, bspw. in dem sie den Angreifer mit samt Tazmeh in den Kreis ziehen, oder das Tazmeh seiner Hand entreißen. Wurde das Tazmeh vom Angreifer erobert, dann darf man im Übrigen auch als Verteidiger das Tazmeh berühren. Aufopferungsvolle Verteidiger lassen bewusst ihren Arm oder ihr Bein so treffen, dass sich das Tazmeh um diese Gliedmaße windet, um dann mit einem kräftigen Ruck das Tazmeh zurückzuerobern. Wurde es zurückerobert wird es wieder auf seine Ausgangsposition gestellt und darf dann wieder nicht vom Verteidiger benutzt werden. Sich auspeitschen zu lassen, um nicht zurückzuweichen, gilt im Übrigen als Zeichen von Dummheit, fehlender Kraft und Geschick und nicht etwa als Zeichen von Mut oder Beständigkeit. Wurde man aber getroffen, erträgt man den Schmerz grimmig und kommentarlos, während der Angreifer das genaue Gegenteil tut, ausgiebig kommentiert und den Gegner verspottet um diesen zu provozieren und zu unbedachtem Handeln zu bewegen.
Die Verteidiger lassen häufig die Tazmeh anfangs nur schwach verteidigt, um übermütige Angreifer näher an den Kreis zu locken. Jeder versucht seinen Beitrag zu leisten, jüngere Kinder sind häufig unauffälliger und genießen einen gewissen Welpenschutz. Ältere koordinieren oder nutzen ihre Kraft. Nach einem Durchlauf als Verteidiger wechselt man häufig und die Verteidiger werden zu Angreifern und umgekehrt. Ausgeschiedene werden häufig zu Richtern. Da die Lüge als Makel gilt, ist man hier eher objektiv. Junge Mitspieler werden immer etwas privilegiert, da der Schutz von Jüngeren als Tugend zählt.
Weitere Regeln: Ist das Tazmeh ein Gürtel, darf nie mit der harten Schnalle geschlagen werden, diese muss in oder vor der Hand gehalten werden. Beim Ringen und Greifen, darf nicht gerauft werden. Boxhiebe, hohe Tritte, Ellbogeneinsatz etc. sind also explizit verboten. Einzige seltene Ausnahme ist bei der Verteidigung des Tazmehs. Da darf getreten werden, um eine Eroberung des Tazmehs zu verhindern. In den meisten Regionen ist aber auch das nicht zulässig. Zu kleine Kinder dürfen nicht gepeitscht werden, wobei das zu jung je nach Region unterschiedlich, meistens aber großzügig, interpretiert wird. Peitschenhiebe ins Gesicht sind immer verboten. Es ist unzulässig mit dem Tazmeh jemanden zu würgen, ihn mittels einer Schlinge zu fesseln ist jedoch erlaubt, wenn auch schwierig.

Garadan
Leider kenne ich die DSA-Schach Regel und Figuren nicht, aber im Irdischen gibt es auch einige Unterschiede bzgl. der Figuren, vielleicht mögen diese euch als Inspiration dienen.
Garadan wird schon recht früh mit den Kindern geübt, teilweise ab 5 Jahren, häufig in etwas vereinfachter Form.
Die Irdischen Figuren werden im Persischen (und damit ursächlich wahrscheinlich im Indischen) folgendermaßen bezeichnet bzw. dargestellt
Bauer = Soldat (Zarbas, extrem selten Piadeh = Fußgänger), Läufer = Elefant (Fil), Springer = Pferd (Asp), Turm = Streitwagen (Roch, daher auch Rochade), Dame = Wesir (Wasir), König = Shah (Shah)
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15.05.2019: Bräuche und kultische Handlungen
17.05.2019: Sprache ergänzt
27.05.2019: Gebäude - Disi Tsarah
03.06.2019: Neugliederung mittels Aufklappen, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen
17.06.2019: Riten und Götterwelt getrennt. Sport&Spiele ergänzt
18.06.2019: Sur-Khaneh ergänzt