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von Rhonda Eilwind
20.11.2019 00:40
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Madalena hat geschrieben:
20.11.2019 00:23
Das mit dem "Ich will meinen Char hübsch/attraktiv finden" ist eine interessante Theorie.
Meine wäre ja eher, dass für diese Männer jeder weibliche SC, der nicht die ultracoole, stylische, idealerweise auch noch kampfstarke Sexbombe (also die Trophäe schlechthin, wenn sie ein NSC wäre) darstelle, ein "Downgrade" wäre. Unter dem Besten vom Besten tun sie's halt nicht. :P

Aber das eine schließt das andere ja keineswegs aus. :)
von Rhonda Eilwind
19.11.2019 23:44
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Ich hätte anfangs gern eben nicht crossgender gespielt und "durfte" quasi nicht - insofern hätte ich damals die These von @DnD-Flüchtling durchaus bestätigt.

Ich bin eine Frau und wollte partout ne Frau spielen (was damals tatsächlich exotisch war).

Dann habe ich eine Weile bei unbekannten neuen Mitspielern oder in Gruppen mit sonst nur männlichen Charakteren und/oder Mitspielern grundsätzlich Crossgender gespielt "um nicht so aufzufallen".

Das stieß dann wiederum gar nicht so unbedingt auf Gegenliebe. Nicht wegen meiner Art der Darstellung, sondern wegen der Probleme einiger Mitspieler, SC und Spielerin auseinander zuhalten.

Dann habe ich in einer Runde angefangen, wo CG total normal war, bei Spielern wie Spielerinnen. Und das ist jetzt innerlich so mein Ist-Stand.

Ich würde heute jederzeit alles spielen und eher von der Einstellung der Mitspieler, der Gruppenkonstellation und vor allem vom Charakterkonzept abhängig machen, ob ein neuer SC denn nun männlich oder weiblich würde, als von meiner eigenen Person.
von Rhonda Eilwind
19.11.2019 18:00
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

@Madalena

Ich glaube, dein Eindruck täuscht - es sind halt generell mehr Männer unterwegs, auch hier im Forum und damit auch in den FABs. Also ist die Wahrscheinlichkeit, auf einen Crossgender spielenden Mann zu treffen, schon darum höher.
von Rhonda Eilwind
15.11.2019 12:29
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Cross-gender im Rollenspiel

@Tjorse @Assaltaro

Danke euch!

Ich sag ja, ich bin da sicher nicht mehr auf dem aktuellen Stand! :)
von Rhonda Eilwind
15.11.2019 12:09
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Weiß ich nicht.

Ich hatte immer den Eindruck, AD&D zB würde sich implizit viel mehr an männliche Spieler richten und denen dann auch nix über Crossgender erzählen (weil es als unnötig angesehen wird?)

Ich kenne sonst nur noch einige Hardcore-Tolkien-Spieler (Rolemaster bzw. MERS) von früher, die halt meinten, bei Tolkien könne man keine Frauen spielen, die dürfen und können ja nix. Also galt für die: Männer dürfen kein Crossgender, Frauen MÜSSEN.

Ansonsten kenne ich kein RPG, in dem so wie bei DSA auf die völlige körperlichen Gleichberechtigung der Frau hingewiesen wird und aktiv auch weibliche Beispielcharaktere in Regelbücher auftauchen.

Sprich: Es wird nicht ausgeschlossen, aber eben auch nicht aktiv angeboten.

Aber ich bin aus dem Thema auch schon ne Weile raus, mein Eindruck könnte ziemlich veraltet sein!
von Rhonda Eilwind
15.11.2019 12:02
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Ich glaube tatsächlich, dass CG unter DSA-Spielern erheblich verbreiteter ist als unter den Spieler anderer Systeme, einfach, weil das System es offen anbietet und den liberalen Anspruch diesbezüglich (zumindest früher war das so) auch stark betont hat.
von Rhonda Eilwind
15.11.2019 11:49
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Cross-gender im Rollenspiel

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
15.11.2019 11:40
aber wenn es um das CG-Thema geht, gibt es wohl eine Mehrheit, die es zumindest wenig bis gar nicht reizt,
Entschuldige mal, aber das ist doch rein dein eigener Eindruck, oder gibt es eine belastbare Erhebung dazu?

Ich könnte genauso aus dem Bauch heraus genau umgekehrt argumentieren und das wäre dann ähnlich fundiert.
von Rhonda Eilwind
10.11.2019 22:53
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Jadoran hat geschrieben:
10.11.2019 22:21
Die Anekdote hat einfach nichts mit Cross Gender zu tun.
Jein.

Wenn ich es richtig verstanden habe, spielte ja @knppel (männlich?) eine Hexe (weiblich?) - und der weibliche SC von @knppel wurde ingame gemobbt, weil er weiblich war...
Während die männlichen SCs männlicher wie weiblicher (?) Spieler nicht gemobbt wurden?

Insofern war das Erlebnis für @knppel eine direkte Folge von cross-gender, weil es ihm sonst nicht passiert wäre-

Trotzdem ist das Ganze eher unter "intensives Rollenspiel" zu verorten, denn es wurde ja nicht der SC gemobbt, weil er vom anderen Geschlecht gespielt wurde, sondern generell, weil er weiblich war.
Aber: Anscheinend konnte man suffbedingt nicht mehr OT mit den Spieler kommunizieren, sondern nur noch mit seinem Charakter. Was die Sache dann etwas schwierig macht, denke ich mir.
von Rhonda Eilwind
10.11.2019 12:45
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Cross-gender im Rollenspiel

@Skalde

Ich glaube ;) mit Glauben hat das weniger zu tun als mit dem jeweiligen persönlichen Vorstellungsvermögen... und das hängt wiederum nicht nur von der Persönlichkeit, sondern auch von der jeweiligen Lebenserfahrung ab.
Ist also uU orts- oder altersabhängig.

Dann hängt mE auch vieles an der Gewichtung, die man Erfahrungen gibt. Der eine sieht den einen oder die zwei Kumpels, die mal blöde Sprüche raushauen, als Einzelfälle, weil sie ja sonst ganz ok sind.
Der andere trifft diese zwei vielleicht auf einer Con, kennt sie nicht näher und verbucht die Begegnung unter ‚Leute mit Vorurteilen gegen Crossgender‘ oder ‚Leute mit seltsamem Bild von Frauen getroffen’.

Fazit des einen: ‘Bei uns gib es das praktisch nicht” (falls doch, braucht man es bei xyz nicht ernst zu nehmen). Fazit des anderen: “Ist allgegenwärtig - auf jeder Con treffe ich mindestens zwei Kandidaten!” :P

@Fenia_Winterkalt

Es ist mE schwierig, RL-Aspekte hier ganz heraus zu lassen - die Vorurteile gegen Crossgender bestehen ja OT.

Und haben natürlich auch mit der Vorstellung aller Beteiligten von ‚gender‘ und dessen Auswirkungen zu tun.

Ich bin mir zB ziemlich sicher, dass die mir früher begegnete Ablehnung von ‚gendergleichem‘ Spiel (es wurde von mir als Frau ganz selbstverständlich erwartet, dass ich einen Mann spiele, und mir keine ‚Extrawürste brate‘) auch mit der damaligen grundsätzlichen Einstellung der betreffenden Spieler und Meister zu Frauen generell zu tun hatte.

Das muss man gar nicht weiter irgendwie aufdröseln, aber ganz ohne Verweis auf das RL kommt man bei diesem Thema mE schlecht hin.

Weil die Gründe für die bestehenden Probleme eben nicht nur IG liegen.
von Rhonda Eilwind
21.10.2019 12:57
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Cross-gender im Rollenspiel

@ledaeth

Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag.

Ich glaube, mir dem "ich spiele mih selbst, nur anders" können sich relativ viele Rollenspieler identifizieren.

Mir geht es im Grunde genauso... jeder Charakter, egal welcher, hat immer mindestens einen Aspekt, der sehr ähnlich oder genauso ist wie bei mir selber. Das ist nicht immer derselbe Aspekt.
Manchmal ist es nur Raumangst (oder die Abneigung gegen Sellerie... :P ), manchmal Ängstlichkeit, manchmal ein gesundes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten oder, oder...

Für mich ist aber das Geschlecht tatsächlich keiner davon - aber korrekterweise muss ich sagen: Keiner mehr.

Ganz am Anfang ging es mir ähnlich wie dir, und ich wollte als Frau eben auch eine Frau spielen.

Ich habe ja schon geschrieben, dass das erstaunlicherweise damals nicht so gut ankam und eher auf Unverständnis stieß. - Und in einem Fall ja auch extrem negativ auf mich zurückfiel.

Solchermaßen zum CG quasi "gezwungen", merkte ich dann relativ schnell, dass es zumindest für mich, zumindest in den Runden, in denen ich dann spielte, gar kein Identifikationsproblem (mehr) darstellte. Ob Mann oder Frau war gar nicht das wesentliche Merkmal des jeweiligen Charakters.

Wobei ich schon extrem verschiedene Männer gespielt habe. Typische "starke" (also, nach deiner Terminologie), aktive, extrovertierte Typen (zum Macho hat es unter Thorwalern allerdings nicht gereicht), typische 'schwache', deren Platz und Aufgabe in der Gruppe wohl auch eine Frau hätte ausfüllen können, und alles dazwischen.

Ich fand es tatsächlich durch den leicht größeren Abstand zum Charakter beim CG sogar einfacher, mal Verschiedenes auszuprobieren.

Wobei meine weiblichen Charaktere bisher auch durchaus verschiedene Persönlichkeiten waren - aber insgesamt war die Varianz da im Rückblick nicht so groß. Heißt: Die männlichen SCs unterschieden sich untereinander und von den Frauen stärker, als die Frauen untereinander.

Das kann allerdings auch Zufall gewesen sein, weil die weiblichen Charaktere, die ich länger als einen Abend/eine Con-Session lang gespielt habe, vom Grundtypus her alle ähnlich waren (Streunerin, Bardin, Diebin/Kundschafterin).

Was nicht unbedingt an den SCs selbst lag. Ich hätte gern mit jedem einzelnen Charakter noch weitergespielt, aber es hat sich in einigen Fällen einfach nicht ergeben, zB weil die Runde so nicht mehr zusammenkam.
von Rhonda Eilwind
16.10.2019 16:32
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

@ledaeth

Beim MoCap ist das sogar sehr wichtig.

Mein Mann war früher in der Spieleentwicklung und ich werde nie vergessen, whoever mir die ersten MoCaps des letzten, nie vollendeten Projekts zeigte... den muskelbepackten Helden, sprintend...

Und meine erste Frage: „Haben die eine Frau als Modell genommen?” :lol:

Hatten sie nicht - aber ihr einziger Darsteller war ein sehr schlanker, gelenkiger Mann, im Hauptberuf Baletttänzer. a) konnte der nicht wie ein Sprinter sprinten und b) passten seine Bewegungsmuster nicht zu einem Muskelprotz... :ijw:

Meine
von Rhonda Eilwind
16.10.2019 00:25
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Cross-gender im Rollenspiel

Nee - nicht mitbekommen.

Wenn ich hier irgendwann die letzte sein sollte, mache ich das Licht aus. :dunkelheit:
von Rhonda Eilwind
15.10.2019 17:35
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Cross-gender im Rollenspiel

Ich hab grad ne halbe Stunde auf dem Hsndy an einem Beitrag getippt und dann brach die Verbindung zusammen und alles war weg.
Ich Versuch es nächste Woche noch mal, wenn ich wieder zuhause bin - falls dann hier noch einer mitliest.
von Rhonda Eilwind
15.10.2019 01:20
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Cross-gender im Rollenspiel

@Jasper Stoßenheimer

natürlich kannst du eine Meinung zu Männern und Frauen haben. Und wenn die ist: „Die kann man eh nicht verstehen“ - dann sei es so.

Und ich denke auch, wenn du deinen Vater um Rat fragst, hat der einiges richtig gemacht. :)

(Aber vielleicht fragst du bei Gelegenheit auch noch mal ne zugängliche Frau... soo kompliziert sind wir gar nicht, das sieht nur so aus. ;). )

Und dafür, also für deine Meinung, hat hier niemand von dir verlangt, ein Buch zu lesen.

Aber wenn man ein bestimmtes Fachgebiet schmäht, dabei aber wesentliche Aussagen falsch wiedergibt - finde ich grundsätzlich die Aufforderung, sich doch erstmal mit dem Thema auseinanderzusetzen, bevor man ein Urteil über dieses Forschungsgebiet fällt, nicht ganz unberechtigt.

Natürlich steht es jedem frei, was er mit seiner Zeit anfängt. Und wenn du deine nicht mit Genderforschung verbringen willst, kann ich das gut nachvollziehen.

Aber dann musst du dir an sich in solchen Situationen, wenn es also um Genderforschung geht, eigentlich auch unwidersprochen anhören, dass du gar nicht weißt, worüber du schreibst. Weil es stimmt.
von Rhonda Eilwind
12.10.2019 19:38
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

... oder der ‚sie‘-Form...

Wäre bei der Sharizad glaube ich besser... :ijw:
von Rhonda Eilwind
12.10.2019 03:21
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

@Tjorse

Das zeigt doch eigentlich nur, wie unausgegoren unser aller Vorstellungen darüber, was männlich oder weiblich ist und einen richtigen Mann oder eine richtige Frau ausmachen, letztlich doch ist.

Ich hab vor Jahren auch mal "sowas wie" Belletristik geschrieben (also, das berümte Manuskript, das jeder* Schreiberling* (ich krieg langsam Spaß an diesen Sternchen) in der Schublade hat) und ein zentraler Protagonist war männlich.

Ich habe dann das Manuskript neben den meisten meiner Freundinnen gezielt ziemlich vielen Männern in meinem Bekanntenkreis zu lesen gegeben (Frauen fanden es idR ganz gut), weil ich wissen bzw. sicher gehen wollte, einen glaubwürdigen Charakter geschaffen zu haben, und nicht einfach eine "Frau in Hosen".

Tjö, was soll ich sagen... Frauen fanden die Person generell ansprechend und eher sympathisch - Zweifel an "der Männlichkeit seiner Gedankengänge" kam nicht auf. Für sie ging er als Mann durch.

Auch eher "nerdige", nachdenkliche, tendenziell eher introvertierte Männer (unterm Strich Leute, die so ähnlich gestrickt sind, wie ich selbst) fanden die Person durchaus glaubwürdig entwickelt und überzeugend.

Und bei einem damaligen Kollegen, der sich selbst, denke ich, als sehr männlich, im Sinne von "aktiv", "proaktiv, nicht abwartend", "ein Macher halt" betratet habe ich ganz offenbar einen wunden Punkt getroffen.

Der kam darauf so gar nicht klar und schrieb mir eine ellenlange Mail darüber, dass kein echter Mann sich jemals so oder so oder so verhalten würde, dass das alles haarsträubend sei und jegliche Glaubwürdigkeit vermissen lassen würde, und kein Mann, der auf sich und sein Mannsein hält, je dieses Buch lesen oder gar verlegen würde... :ups:

Ich hab's überlebt, weil ich ja schon wusste, dass das nicht stimmt - es gab Männer, denen es trotz diverser kleiner Mängel gefallen hat.

Aber an sich stellte ich mir nun die Frage: Was denn nun? Hatte ich es richtig gemacht, oder war alles ganz falsch, nur weil es das Selbstbild einer bestimmten Gruppe nicht trifft?
von Rhonda Eilwind
10.10.2019 13:53
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Gewaltdarstellung im Rollenspiel

@Lokwai

Ja, genau - hätte ich bei den AD&Dlern einen typischen Tank gespielt, wäre es ihnen wohl
leichter gefallen, zwischen mir halber Portion (damals jedenfalls :P ) und dem SC zu unterscheiden. :)

Der Thorwaler war ursprünglich gar nicht meiner. Den hat mir eine Mitspielerin (in einer damals rein weiblichen Gruppe) vererbt, als ich dort eingestiegen bin. Sie hatte mehrere SCs, und mit dem war sie nicht glücklich.
Der war anfangs wirklich ein reiner Lastesel und Tank, dem niemand was anderes zutraute. Von emotionaler Tiefe ganz zu schweigen. ;) Das zu spielen, war für mich übrigens gar nicht so einfach.

Und ich selbst hätte mir genau so einen Charakter wohl auch nie ausgesucht.

Ich musste ihn ein wenig umbiegen oder umbauen, damit auch ich Spaß an dem Konzept habe, aber dann...

Eröffneten sich mit völlig neue Perspektiven fürs Rollenspiel. Ungelogen! :)

Der Rondrianer ist erst danach entstanden. Den hätte es wohl ohne den Thorwaler nie gegeben!
von Rhonda Eilwind
10.10.2019 13:10
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Gewaltdarstellung im Rollenspiel

ledaeth hat geschrieben:
10.10.2019 11:50
Absolut! Der blutdurstige Kor-Geweihte funktioniert für mich genau deshalb nicht, weil ich seine Ansichten nicht teile, ja nicht einmal seine Motivation verstehe.
Genau deswegen halte ich ja Crossgender-Spiel für so schwierig.
Die Frau oder der Mann, das unbekannte Wesen? ;)

Kann schon sein. :)

Ich fand es aber tatsächlich nie schwierig, Männer zu verstehen, wahrscheinlich, weil ich nur Brüder habe, davon aber mehrere.

Und über die "Nicht-Männlichkeit" meiner (ja gar nicht mal freiwillig gespielten - s.o. - eigentlich spiele ich schon lieber Frauen) - männlichen Charaktere hat sich tatsächlich zumindest bei DSA noch niemand beschwert.

Witzigerweise hatten gerade meine sehr sportlich und ergebnisorientiert und wenig immersiv spielenden AD&D-Kollegen die größten Probleme, sich zu merken, dass ich "eigentlich" gerade ein Mann war. Bzw. einen spielte.

Das könnte eventuell daran gelegen haben, dass mein Charakter in der Runde ein Fassadenkletterer war, der mangels gigantischer Körperkräfte oftmals eher verhandlungslastige Lösungen bevorzugte und im Zweifel eher darauf setzte, übersehen zu werden, als von vornherein groß aufzutrumpfen. Sich also nicht sehr "typisch" männlich verhielt. Taten der Barde und sein Spieler zwar auch nicht (s.o.), aber durch das Geschlecht des Spielers kamen da wohl trotzdem keine Missverständnisse auf.

Thorwaler, Krieger, Rondra-Akoluthen - alles ziemlich kampfstarke Charaktere - hingegen stießen nie auf ein entsprechendes Glaubwürdigkeitsproblem.

Sex hat übrigens in beiden Gruppen quasi keine Rolle gespielt. Oder wenn, dann sehr(!) dezent. "Kommt natürlich vor, ist aber grade nicht das Thema". So etwa. :)
von Rhonda Eilwind
10.10.2019 11:12
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Gewaltdarstellung im Rollenspiel

Grakhvaloth hat geschrieben:
10.10.2019 09:00
Wenn das ernsthaft vorkam (kann ich mir kaum vorstellen),
Mir ist mal - das habe ich hier neulich auch beschrieben - ansatzweise etwas ähnliches passiert. Und darauf habe ich jahrelang in neuen Runden, deren Mitspieler ich nicht kannte, etwa auch auf Cons, keine Frauen mehr gespielt.
Da war der Verursacher ein Mitspieler und der SL überfordert, übrigens.

Etwas anderes sehr Gemeines, das ich nicht mehr so ganz zusammenkriege, ist einem mir bekannten Rollenspieler (einem RPG-Bekannten eines meiner Brüder) im Teenie-Alter passiert. Also so mit 14 oder 15. SL im selben Alter.

Der Spieler spielte einen Elf (ich meine, bei AD&D - wenn DSA, dann war es noch DSA2) und hatte sich eine wunderschöne, wunderliebe, ganz entzückende Elfe als Freundin zusammenfabuliert - quasi seine Seelengefährtin (der Gutste war auch imm RL eindeutig sehr romantisch veranlagt).
Der SL wollte ihm das erst verbieten. Erlaubte es dann aber, jedoch nur unter der Bedingung, dass er der ganzen Runde jedes Mal im Detail und ganz genau mit allen Einzelheiten erzählte, was er mit der nun machte, wenn die sich mal zurückzogen. Sonst dürfe er nicht mehr mitspielen. :rolleyes:

Und - wenn ich da nciht zwei haarsträubende Geschichten aus derselben Runde zusammenschmeiße - als der Spieler (u.a. gestärkt durch meinen wohlmeinenden Rat, den anderen diesbezüglich den Mittelfinger zu zeigen) das nicht mehr wollte, ließ der SL das zu, dass ein anderer SC (eine Art Oger) die Elfe im Schlaf erschlug und sie aufgegessen hat.

Fanden alle furchtbar witzig. Bis auf den Elfenspieler. Dem war auch eine Woche später noch eher zum Heulen zumute.

Ja, ich weiß - wir waren alle mal 14 oder 15. Und haben mutmaßlich damals auch im RPG Dinge getan, die wir heute so nicht mehr tun wollten.

Aber das betrifft eben auch Frauen. Der SL, der einen weiblichen SC von der Stadtwache begrapschen lässt, ist sich vielleicht nicht im Klaren darüber, dass er mehr als einen doofen Witz macht. Oder einen, der länger nachwirkt. Weil's ihm an praktischer Lebenserfahrung fehlt. Es kann später auch trotzdem ein nicht nur netter, sondern auch anständiger Mensch aus ihm werden, dem solche Zoten im Traum nicht mehr einfallen würden. ;)

Aber passiert ist dann eben passiert.

Dass normale erwachsene Menschen sowas nicht machen, ändert daran nichts.

---
ledaeth hat geschrieben:
10.10.2019 11:00
Das kann Spaß machen, zum Beispiel in einem lustigen, kleinen One-Shot, aber für eine jahrelange, immersive Kampagne funktioniert das einfach nicht.
Dieser absoluten Aussage würde ich einfach mal widersprechen.

Probleme gibt es meiner Meinung nach viel öfter da, wo sich innere Eigenschaften der SCs und der Spieler widersprechen.

Bestes Beispiel: Einer meiner AD&D-Kollegen, der einen redegewandten Barden spielte - aber in der Regel pro Abend nicht mehr als ein, zwei Sätze von sich aus sagte... :P

Zum Glück brauchte er das auch nicht, wir waren meist in der Wildnis unterwegs, Fallen entschärfen und Monster plätten und so.

Er meinte dann einfach irgendwann, da er von woanders stammte, würde sich seine Erzählkunst überwiegend in seiner Muttersprache entfalten (die keiner von uns anderen beherrschte). Und er sei in erster Linie in diesem Teil der Welt unterwegs, um neue Geschichten zu sammeln und nach und nach zu übersetzen.
So war es dann ok. Aber an sich war der Spieler für den SC eine klassische Fehlbesetzung.