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von ledaeth
10.11.2019 20:06
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Jadoran hat geschrieben:
10.11.2019 08:35
Wenn ich mir einige der letzten Posts so anschaue: Und wieder sind wir bei der Allgemeinpolitik. Vorsichtig ausgrdrückt. Haben denn echt so viele Rollenspieler Gender-Studies als Erst-Hobby?
Dass Rollenspieler überdurchschnittlich interessiert sind an Psychologie und Sich-in-andere-hineinversetzen sollte eigentlich nicht verwunderlich sein.
von ledaeth
21.10.2019 13:38
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

@Jadoran: Das ist mir alles bewusst und wollte ich damit auch nicht gesagt haben. Du tust genau das, wovor ich mit mehreren Disclaimern versucht habe, zu warnen.
von ledaeth
21.10.2019 10:53
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass meine Meinung nicht nur sehr individuell begründet bzw. persönlicher Natur ist, sondern auch, dass sie auf den Erfahrungen in der aktuellen (langjährigen) Spielrunde beruht.
Will sagen: Natürlich kann sowieso jeder spielen, wie’s ihm passt. Aber sogar ich selbst spiele hauptsächlich deshalb (momentan) kein Cross-Gender, weil ich in dieser Runde so gute Erfahrungen ohne gemacht habe. (Und nicht, weil ich schlechte Erfahrungen mit CG gemacht hätte.)

B.O.B. hat geschrieben:
15.10.2019 04:35
Ist wirklich irgendjemand, der hier Cross-Gender-Verbote auf Grund schrecklicher persönlicher Erfahrungen unterstützt, der Meinung, daß Cross-Gender das Problem war und nicht nur ein Symptom eines problematischen Spielers/Meisters, der es sonst auch anderweitig geschafft hätte, sich selbst zu disqualifizieren?
Klar, sich selbst disqualifizierende Mitspieler gibt es natürlich. Die fliegen raus, fertig. Über die brauchen wir nicht reden.

Assaltaro hat geschrieben:
15.10.2019 13:14
Es ging nie darum, ob der CG-Charakter sexuell aktiv ist, sondern eher, dass es nervt, wenn dies die einzige Charaktereigenschaft ist.
Genau. Ich finde eindimensionale Charaktere auf Dauer (!) langweilig und daher nicht diskussionswürdig. Egal, was ihre eine Eigenschaft ist. Eine reicht einfach nicht. Über diese Form von Spiel brauchen wir also auch nicht reden.
(Ich hoffe, jetzt fühlt sich niemand auf den Schlips getreten, der eindimensionale Darstellungen geil findet. Ja, ich spiele auch gern mal ein Abziehbild, aber der Spaß verbraucht sich halt schnell, daher tue ich das nur in One-Shots und nicht in Kampagnen.)

Skalde hat geschrieben:
15.10.2019 16:20
Ich denke, an dem Ansatz von Fenia Winterkalt können wir uns alle ein Beispiel nehmen. Wenn das Rollenspiel allen Spaß machen soll, dann spielt man [...] Menschen, die eine Persönlichkeit, einen Wertekanon und eigene Vorstellungen besitzen.
Jawoll! Jetzt kommen wir in den Bereich, über den ich mir Gedanken mache: Dreidimensionale Charaktere mit eigener Motivation und Weltanschauung.
(Weil dies der Bereich des „ernsthaften“, immersiven, charakterdarstellenden, impro-theater-ähnlichen ROLLENspiels ist, bei dem sich das lohnt. Andere Formen können ebenfalls Spaß machen (RollenSPIEL?), aber da sie mehr „casual“ sind, wäre es im Gegenteil eher hinderlich, sich zu viele Gedanken zu machen.)
Zusammengefasst: Es geht mir um tiefe, glaubwürdige Charakter-Darstellung in einer langjährigen Runde mit fester Besetzung, bei der die Charaktere als Menschen spürbar werden und sich im Laufe der Zeit auch innerlich weiterentwickeln.
Hier haben sich auch schon mehrere Spieler/innen zu Wort zu gemeldet, denen es um gut abgerundete, mehrschichtige Charaktere geht, bei denen die Frage nach dem Mann- oder Frausein eher in den Hintergrund tritt. Perfekt! Da fühl ich mich doch sehr zu Hause. :)

Warum also bin ich trotzdem dafür, im Spiel beim eigenen Geschlecht zu bleiben?
Je mehr ich darüber nachdenke, desto seltsamer kommt es mir selbst vor.
Aber ich habe eine Idee, wie ich meine Ansicht retten könnte. ;)

tl;dr
These:
a) Integration „fremder“ Impulse rundet den Charakter ab.
b) Diese Integration gelingt besser, wenn ich common ground zwischen mir und dem Charakter als Basis voraussetze.


Anders formuliert: Ich spiele mich selbst, nur anders. XD
(Eine Aussage, die sich meinem Verständnis nach mit der generellen Richtung im Thread Was für Heldentypen könntet ihr nicht spielen? deckt.)

Was nun allerdings „sich (zum Teil) selbst spielen“ bedeutet, vor allem: wie viel von mir selbst und welche Anteile von mir selbst ich brauche, um eine für mich stimmige Handlungsbasis zu haben, das ist natürlich bei jedem unterschiedlich.
Für den einen mag das eine körperliche Entsprechung sein, für den anderen eine moralische oder charakterliche.

Denn neben den Äußerlichkeiten, also dem geschlechtstypischen Erscheinungsbild und den geschlechtstypischen Bewegungsmustern (deren Prototypizität natürlich variieren kann) gilt es in diesem Zusammenhang natürlich auch die „Innerlichkeiten“, den Charaktertypus des Spielers zu beachten.
Der laute, extrovertierte Kerl hat eben Schwierigkeiten, eine ruhige Frau zu spielen, weil er dafür zu viel redet (und nicht, weil er keine Frau spielen kann). Eine Vielrednerin hingegen kann er deutlich leichter ver„körpern“.

Setzen wir mal zwei Begriffe fest, um neben der körperlichen Dualität Mann/Frau auch eine charakterliche benennen zu können. (Achtung, jetzt wird’s abenteuerlich, bitte mit einem Augenzwinkern lesen.)
- ‚stark‘ sei die traditionell männlich besetzte Rolle des Machers, der immer weiß, was zu tun ist, und es auch anpackt, der keine Selbstzweifel kennt und emotional stabil ist.
- ‚schwach‘ sei die traditionell weiblich besetzte Rolle des unsicheren, sowohl körperlich unterlegenen als auch emotional labileren Zweiflers, der der Rettung und Führung bedarf.
Ich bin also beim 50er-Jahre Schwarz-Weiß-Film. :D

Disclaimer 1: Ohne mich damit näher auszukennen. Film-Spezialisten jetzt bitte nicht aufheulen.
Disclaimer 2: Es geht mir nur um eine ganz grobe Kategorisierung in zwei (ja, das ist lächerlich) Kategorien. Da schlägt natürlich jeder halbwegs denkende Mensch die Hände über dem Kopf zusammen. Ich bitte um Nachsicht. Ich brauche einfach nur eine Dualität, um meinen Standpunkt zu verdeutlichen, und dieses Klischee scheint mir passend. Mehr Kategorien machen es unübersichtlicher.


Also, von dieser Setzung ausgehend gilt für mich (!):

1. Ohne Cross-Gender
1.1 Ein ‚starker‘ Mann, der einen ‚starken‘ Mann spielt ODER eine ‚schwache‘ Frau, die eine ‚schwache‘ Frau spielt:
Spieler gleich Charakter. Langweilig.

1.2 Ein ‚starker‘ Mann, der einen ‚schwachen‘ Mann spielt ODER eine ‚schwache‘ Frau, die eine ‚starke‘ Frau spielt:
Aha! Schon viel besser! Hier versucht jemand, sich in jemand anders bzw. in einen anderen Rollentypus hineinzudenken, sich auszuprobieren, Neuland zu entdecken, Verständnis zu entwickeln.
(Vorausgesetzt, man versucht das wirklich und bedient nicht einfach ein Klischee, das den Charakter zu einem eindimensionalen Abziehbild macht. Aber davon gehe ich - wie gesagt - aus.)

2. Mit Cross-Gender
2.1 Ein ‚starker‘ Mann, der eine ‚starke‘ Frau spielt ODER ein ‚schwacher‘ Mann, der eine ‚schwache‘ Frau spielt ODER eine ‚starke‘ Frau, die einen ‚starken‘ Mann spielt ODER eine ‚schwache‘ Frau, die eine ‚schwache‘ Frau spielt:
Jetzt kommt es sehr darauf an, wie bzw. warum sie diese Rolle spielen. Der ‚schwache‘ Mann spielt eventuell eine ‚schwache‘ Frau, weil er so endlich mal er selbst sein kann, ohne eigentlich ein Mann sein zu müssen („Stell dich nicht so an. Du bist keine Memme sondern ein Mann!“). Oder der ‚starke‘ Mann spielt eine ‚starke‘ Frau, weil er gerne seine ‚weiblichen‘ Anteile mehr erfahren würde (was ein echter Mann im echten Leben natürlich niemals tun würde!!). Das fände ich völlig legitim. Die Person bleibt bei sich (einem automatisch komplexen, weil realen Charakter) und stellt sich in einen anderen Kontext, um sich auszuprobieren.
Auch hier bleibt, wie unter 1.1, Spielertypus gleich Charaktertypus, aber durch den veränderten Kontext wird es deutlich spannender.

2.2 Ein ‚starker‘ Mann, der eine ‚schwache‘ Frau spielt ODER eine ‚schwache‘ Frau, die einen ‚starken‘ Mann spielt:
Auch hier kommt es darauf an, wie „ernsthaft“ das Charakterspiel versucht wird. Auf der „Ich mache es mir leicht“-Seite haben wir massiven Klischee-Alarm, auf der „Ich probiere mal was völlig anderes“-Seite haben wir eine echte Herausforderung, weil doppelt Cross: -Gender und -Typus. Das ohne Klischees (als Notfallplan in Überforderungssituationen, z. B. wenn es schnell gehen muss) hinzukriegen, finde ich extrem sportlich.

3. Männlich und weiblich vereint
Jetzt verlasse ich unfairerweise den Bereich der allgemeinen Formulierung und führe meinen derzeit gespielten Charakter als Beispiel an: einen kampfstarken, handfesten Söldner (Nebenberuf Schmied), den ich mit (erd-)traditionell eher weiblich besetzten Eigenschaften ausstatte (in Liebesdingen schüchtern und verlegen, auf Gruppenharmonie und -zusammenhalt bedacht).
Das ergibt insgesamt: Ich, ein ‚schwacher‘ Mann, spiele einen ‚starken‘ Mann, der ‚schwache‘ Anteile besitzt.
Ich bin der Meinung, ein solcherart konstruierter Charakter könnte problemlos auch von einem ‚starken‘ Mann gespielt werden, ebenso von einer ‚starken‘ oder ‚schwachen‘ Frau. Weil es immer eigene Anteile gibt, mit denen der Spieler sich verknüpfen kann, während gleichzeitig viel Spielraum zum Ausprobieren fremder Anteile bleibt. (Die Gewichtung würde natürlich anders ausfallen, aber es wäre immer noch (fast) derselbe Charakter.)


Zusammengefasst:
Ich persönlich setze mein Mann-Sein gerne mit dem Mann-Sein meines Charakters gleich, um eine körperliche Basis zu schaffen. Gleichzeitig lege ich den Charaktertypus des Helden irgendwo zwischen mir und einer fiktiven andersgepolten Person fest, sodass ich dort gleichzeitig Basis und Spielraum habe.

Disclaimer: Das mag anderen Spieler natürlich völlig anders gehen.
von ledaeth
16.10.2019 17:20
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

LordShadowGizar hat geschrieben:
15.10.2019 13:05
Ich meine, wenn der Kerl eine lustvolle Frau (oder umgekehrt) spielt, könnte es auch einfach gutes Charakterspiel sein, ohne dass manche es mitbekommen, weil deren Köpfe gleich in einen bestimmten Abwehrmodus schalten, sobald sowas aufkommt.
Das ist absolut möglich! Aber dieser Abwehrmodus ist nun mal oft gegeben.
Selbst wenn man von einem aufgeklärten Menschen ausgeht, der seinen auf sozialen Prägungen beruhenden Abwehrmodus überdacht, bearbeitet und im Griff hat, stellt es immer noch eine (möglicherweise geringe) geistige Hürde dar. Und dann kann man zumindest überlegen, ob man mit der arbeiten will, oder ob man beschließt, sie gar nicht erst zu provozieren. Solange alle Spieler damit einverstanden sind, finde ich beides legitim.

Madalena hat geschrieben:
16.10.2019 00:43
a) Brünstig obendrein, vögelt sich durch die Weltgeschichte.
b) Nicht brünstig, aber herausragendes Aussehen. Hatte keinen ausgespielten Sex, aber ausgespielten Sexappeal.
Beides Konzepte, wo bei einem männlichen Spieler sofort die Alarmglocken für viele losgehen würden. Waren allerdings beides Spielerinnen
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass einer Spielerin mit mannstoller Charakterin im Allgemeinen mehr verziehen – oder besser gesagt: mehr Spielraum eingeräumt wird als einem Spieler, weil sie ja „weiß, wovon sie spricht“. Und auch, weil sie (falls es zu überhöhter Darstellung kommt) nur ihre eigenen Geschlechtsgenossinnen beleidigt, sich also ein Stück weit über sich selbst lustig macht, mit ihrem Stein nur das eigene Glashaus zertrümmert. Das lässt sich für die anderen Beteiligten viel besser aushalten.
Da geht es mir wie
Assaltaro hat geschrieben:
15.10.2019 14:05
mich persönlich stört es doch deutlich mehr, wenn ein Mann eine Frau spielt, die alles bespringt und ich nicht merke, dass hinter dem Charakter noch mehr steckt, als diese eine Eigenschaft, als wenn Sie von einer Frau gespielt wird.
von ledaeth
16.10.2019 14:32
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Satinavian hat geschrieben:
16.10.2019 11:22
Motion capture interessiert sich auch nicht für das Geschlecht des Schauspieler und wird entsprechend beliebig besetzt.
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
16.10.2019 12:16
Also das wäre mir jetzt neu - bei profilierten Rollen fällt mir spontan keine ein, die nicht "geschlechtergerecht" besetzt wurde (Snoke und Gollum = Andy Serkis, Smaug = Benedict Cumberbatch, Maz Kanata = Lupita Nyong'o etc.). Auch dann, wenn es eigentlich keinen Unterschied gemacht hätte...
Ist es bei Motion Capture nicht sogar recht wichtig, dass man geschlechtsspezifisch besetzt? Weil sich beispielsweise männlicher und weiblicher Gang aufgrund der unterschiedlichen Anatomie in tausend Details unterscheiden?
Oder sind diese Details inzwischen so gut definiert, dass man das alles rausrechnen kann? Aber selbst dann würde ich schätzen, dass es immer noch einfacher ist, ein weibliches Modell zu nehmen als ein männliches umzurechnen (oder umgekehrt).
von ledaeth
14.10.2019 11:24
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Wizkatz hat geschrieben:
13.10.2019 20:14
Das spielt wieder in eines der sehr guten Videos von Matt Colville (Youtube) rein, welche propagiert, dass es letztlich für jeden Rollenspieler verschiedene Stufen des Rollenspiels gibt - wobei davon keine dadurch schlechter ist, jedoch andere Perspektiven und Ziele hat.
Hast du einen Link? Würde ich mir gerne mal reinziehen, sehe aber auf den ersten Blick keinen passenden Titel in seiner Flut an Videos. ^^
von ledaeth
12.10.2019 17:27
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Ich find den Thread auch toll. Schön, dass es so rege Beteiligung gibt. :) (Ha! Nimm das, Forensterben! :ijw: )
Über viele Aspekte, die genannt wurden, hatte ich mir so noch keine Gedanken gemacht, weil sie in meinem Umfeld nie relevant waren.
Andere hatte ich als selbstverständlich angenommen und sie daher nicht auszuformuliert. Die hätten für eine umfassende Betrachtungsweise mit dazugehört.
Feine Sache!
von ledaeth
12.10.2019 13:15
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Cross-gender im Rollenspiel

Madalena hat geschrieben:
12.10.2019 11:54
Kann da jemand nicht? Oder will er nicht?
Ich kann nur für mich sprechen, aber in meinem Fall ist es eindeutig das Wollen. :ijw:
Und zwar aus dem einfachen Grund, dass das
Madalena hat geschrieben:
12.10.2019 11:54
Spiel, das von Fantasie lebt, von Bildern, die man in seinem Kopf baut
, schon aufwändig genug vorzustellen ist. Nicht, weil ich keine Fantasie hätte, sondern weil es einiges an Aufwand ist, allen Spielern die gleichen (oder zumindest ähnliche) Bilder in den Kopf zu zaubern.
Da brauche ich diesen zusätzlichen Fallstrick nicht auch noch. Das ist alles.
(Wenn mir ein Transgender-Mensch gegenübersitzt, dann ist mir wahrscheinlich wurscht, was es spielt, denn dann ist alles gleich glaubhaft. Den Fall hatte ich nur noch nie, daher kann ich das schlecht beurteilen.)

Anders formuliert:
Madalena hat geschrieben:
12.10.2019 11:54
"Dir kann ich auf Grund deines Äußeren Geschlecht X nicht abnehmen."
würde ich so nicht sagen.
Ich kann mir das durchaus vorstellen, aber warum sollten wir uns das Leben gegenseitig schwermachen, wenn es in Aventurien doch eh die bei uns noch lange nicht erreichte Gleichberechtigung gibt? Wenn es ingame so gut wie egal ist, ob man Frau oder Mann ist, warum dann nicht einfach das eigene Geschlecht auf den Charakter übertragen. Spart viele Korrekturen der Art "Während NSC Soundso den Jäger befragt... äh, Verzeihung: die Jägerin! ...".

chizuranjida hat geschrieben:
12.10.2019 00:18
Man könnte eine Umfrage machen: Was ist schlimmer, Cross-Gender oder Schelme?
Eindeutig Schelm.
Hmm, ich könnte mich jetzt endgültig zur Persona non grata deklarieren, indem ich zugebe, dass in unserer Gruppe weder Schelme noch Elfen gespielt werden dürfen ... :grübeln: ... nein, ich glaube das lasse ich lieber. XDD
von ledaeth
11.10.2019 11:47
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Cross-gender im Rollenspiel

Tjorse hat geschrieben:
11.10.2019 11:16
Interessant fine ich auch, das schon im Opener dieser (immer wiederkehrenen) Diskussion Crossgender abgelehnt wird weil "Männer keine Frau spielen können".
Beziehst du dich auf mich? Denn der Opener der Diskussion war ja eigentlich der von mir zitierte Beitrag (der auch nur postuliert, dass es verbietende Gruppen gibt, ohne selbst dieser Meinung zu sein).
Falls du allerdings den Opener dieses Threads meinst, dann bitte ich darum, mich nicht falsch zu verstehen:
Ich lehne Cross-Gender-Spiel durchaus nicht ab. Es ging mir nur darum, eine andere Perspektive einzunehmen, die vielleicht mehr Verständnis öffnet für Leute, die das tun. Weil ich Aussagen wie "Es gibt Leute, die verbieten das, was für ein Scheiß, die sind ja komplett bescheuert." (um es mal übertrieben zu formulieren) ungern stehen lasse und lieber versuche, zunächst einen sinnvollen Grund anzunehmen.
(Ich weiß, ich bin furchtbar naiv und glaube immer noch an das Gute im Menschen. Tut mir leid.) :cookie:

Tjorse hat geschrieben:
11.10.2019 11:16
Mag sein, das es Leute gibt, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, aber daraus eine allgemeingültige Regel abzuleiten, halte ich für falsch.
Da bin ich ganz bei dir!
Für meine Runde hat es sich eben ohne Cross-Gender ergeben und ich finde das sehr gut und stimmig. Aber das muss natürlich nicht heißen, dass es in anderen Runden auch so sein muss.

Tjorse hat geschrieben:
11.10.2019 11:16
Und ganz bestimmt lasse ich mir meinen Spielspaß nicht von Fremden aus einem Forum diktieren oder kaputtreden.
Das ist gut so, und ich wüsste auch gar nicht, wie das gehen sollte. ;)
von ledaeth
10.10.2019 11:50
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Gewaltdarstellung im Rollenspiel

Madalena hat geschrieben:
10.10.2019 11:09
Aber das tut man doch auch, wenn man einen Elfen oder Zwerg spielt. Oder einen Magier. Oder einen Geweihten einer fiktiven Religion. Oder jemanden, der in Aventurien sozialisiert wurde. Aber gut, lassen wir das vielleicht.
Ja, gehört nicht hierher. Trotzdem noch ein kurzer Versuch eines Erklärungsansatzes: ich denke, dass der kulturelle Hintergrund eines bspw. Zwergs für alle Beteiligten gleich unverständlich ist und daher von den Spielern (sofern sie demselben Kultur- und Bildungskreis entstammen) auf ähnliche Weise zusammenfantasiert wird. Wodurch weniger Dissonanz zu erwarten ist als beim Thema weiblich/männlich, zu dem jeder eine (und zwar nur eine, also einseitige) Erfahrung mitbringt.

Rhonda Eilwind hat geschrieben:
10.10.2019 11:12
Dieser absoluten Aussage würde ich einfach mal widersprechen.
Absoluten Aussagen kann (und sollte) man immer widersprechen. ;) Und ich wollte sie auch nicht als solche verstanden wissen. Sorry! Sagen wir: es funktioniert für mich und meine Mitspieler in der von uns angestrebten, immersiven Spielweise nicht.
Abgesehen davon sehe ich keinen Widerspruch zwischen deinen und meinen Aussagen.

Rhonda Eilwind hat geschrieben:
10.10.2019 11:12
Probleme gibt es meiner Meinung nach viel öfter da, wo sich innere Eigenschaften der SCs und der Spieler widersprechen.
Absolut! Der blutdurstige Kor-Geweihte funktioniert für mich genau deshalb nicht, weil ich seine Ansichten nicht teile, ja nicht einmal seine Motivation verstehe.
Genau deswegen halte ich ja Crossgender-Spiel für so schwierig. :)
von ledaeth
10.10.2019 11:00
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Gewaltdarstellung im Rollenspiel

Madalena hat geschrieben:
10.10.2019 10:42
ledaeth hat geschrieben:
10.10.2019 10:38
Ich habe Crossgender-Charaktere (in beide Richtungen) am Spieltisch gehabt und auch selbst gespielt (in diesem Fall natürlich nur in eine Richtung), und habe eigentlich immer festgestellt, dass es die Immersion stört, wenn man outgame eine Frau ansieht, während man ingame einen Mann anspielt (oder andersrum, völlig egal).
Und wenn der zierliche, feinfühlige, "tut keiner Fliege was zuleide"-Frauenversteher einen polternden, testosterongeladenen Thorwaler-Korgeweihten spielt?
Tut er nicht. Weil er's nicht hinkriegt. ;) Jedenfalls nicht auf Dauer.
Denn auch in diesem Fall müsste ich "Vorbilder" kopieren, ohne mich wirklich hineinversetzen zu können.
Das kann Spaß machen, zum Beispiel in einem lustigen, kleinen One-Shot, aber für eine jahrelange, immersive Kampagne funktioniert das einfach nicht.

Dennoch bleibt selbst in diesem Extremfall (du schilderst ja hier das äußere rechte Ende der "Männlichkeitsskala", aufgedreht bis zur 11) die vergleichsweise leichtere Darstellbarkeit eines Muskelbergs mit tiefer Stimme, weil ich für diese Darstellung die besseren körperlichen Voraussetzungen mitbringe. Anders gesagt: Mir würde man den zwar auch nicht glauben, aber meine Freundin könnte ihn nur als reine Karikatur spielen, der jeglicher Ansatz von Glaubwürdigkeit fehlt.
von ledaeth
10.10.2019 10:38
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Nachricht der Moderation

Das Thema kam hier auf, HdW.
chizuranjida hat geschrieben:
10.10.2019 01:01
Es gibt Runden, die "Crossgender" verbieten. Gern mit der seltsamen Begründung, selbstverständlich könne ein Menschenmann einen Achaz oder Waldelfen spielen, als Meister auch einen Gott oder eine Blütenfee, aber doch keinesfalls eine Menschenfrau. Das ist zu fremdartig.
So formuliert klingt das derart schwachsinnig, dass ich ebenfalls geneigt wäre, diese Begründung abzulehnen. Obwohl ich eigentlich anderer Meinung bin. ;)
Zur Einordnung: Ich bin ein recht sensibler Mann, und meine weiblichen Bekannten sagen mir nach, ich sei ein "Frauenversteher", dennoch spüre ich oft und deutlich die Grenzen, an die ich dabei stoße. Daher denke ich (als jemand, der relativ nah dran ist), dass die Unterschiede im männlichen und weiblichen Erleben tatsächlich erstaunlich groß sind und man viel Erfahrung und Einfühlung benötigt, wenn man ein tiefgehendes Verständnis zwischen den Geschlechtern anstrebt.
Womit ich nicht sagen will, dass keine Verständigung möglich wäre oder dass man sich nicht auf Pläne, Handlungen oder Moralvorstellungen einigen könnte.
Ich glaube aber, die Darstellung des anderen Geschlechts verlangt eine ziemliche Gehirnakrobatik, wenn man es richtig machen will. Also nicht nur äußere Handlungsweisen kopieren, sondern sich method-acting-mäßig einfühlen und daraus Handlungen ableiten.
Auf der anderen Seite: Wenn ich als Mann einen 'männlichen Elfen' spiele, kann ich mich auf dem 'männlich' ausruhen und muss "nur" (ja, das kann schwierig sein) den 'Elfen' spielen.
Das zur Innensicht.
Dann gibt es aber auch noch das Problem der Außensicht:
Ich habe Crossgender-Charaktere (in beide Richtungen) am Spieltisch gehabt und auch selbst gespielt (in diesem Fall natürlich nur in eine Richtung), und habe eigentlich immer festgestellt, dass es die Immersion stört, wenn man outgame eine Frau ansieht, während man ingame einen Mann anspielt (oder andersrum, völlig egal).
Wenn ein Mann einen männlichen Elfen spielt, kann ich mir die spitzen Ohren und die schlankere Statur leicht hinzudenken, während es deutlich mehr gedankliche "Arbeit" erfordert, wenn meine Augen mir aufgrund der gesamten Gestalt und Gesichtszüge "weiblich" melden, sich das gedanklich auf "männlich" rüberzubiegen (oder andersrum, völlig egal).
Wir legen in unserer wöchentlichen Runde viel Wert auf Ingame-Dialoge und Charakterspiel und haben zwar kein Crossgender-Verbot per se, aber interessanterweise waren wir uns einig, dass wir lieber im eigenen Geschlecht bleiben wollen. Ich habe nicht mit jedem einzeln darüber gesprochen, aber vermutlich aus diesen Gründen.
Grakhvaloth hat geschrieben:
10.10.2019 09:00
chizuranjida hat geschrieben:
10.10.2019 01:01

Und es gibt Frauen, die grundsätzlich keine weiblichen Charaktere spielen. Mitunter aufgrund der Erfahrung, dass die erste Heldin an jedem Stadttor von den Wachen vergewaltigt wurde, weil der Meister konnte und das für sich unterhaltsam fand.
Entschuldige bitte, wer macht denn sowas? Wenn das ernsthaft vorkam (kann ich mir kaum vorstellen), dann hat sich der entsprechende Meister damit völlig disqualifiziert. Und das nicht nur als SL.
Zustimmung.