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von Tjorse
11.08.2017 09:48
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Auswirkungen und Umgang mit hochgerüsteten Charakteren
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Auswirkungen und Umgang mit Hochgerüsteten Charakteren

Satinavian hat geschrieben:
09.08.2017 16:42
Alle möglichen Leute sind besonders wichtig in der Schlacht und deshalb vorrangiges Ziel. Und so ziemlich niemand von denen versteckt sich in der Masse gemeiner Soldaten und tarnt sich als solcher. Weißt du, mit was für prächtigen Prunkrüstungen sich Granden im Feld zeigen (wenn sie es denn überhaupt tun) ? Und wenn einer von denen weg ist, haben seine Leute auch wenig Grund, weiterzukämpfen.
Da ist halt die Frage, welche Gefechtsregeln es in Aventurien so gibt zwischen den kämpfenden Einheiten und inwieweit sich die jeweiligen Gegner auch daran halten.

Wirklich deutlich gekennzeichnet waren Offiziere in den Armeen der realen Welt eigentlich immer nur in Zeiten, wo es die Ehre gebot, das man diesen keinen "unangebrachten Grad der Feindseeligkeit" zu teil werden ließ. Das waren die Zeiten, als Tausende von Soldaten mit Steinschloßgewehren aufeinander zu gelaufen sind, artig in Reih und Glied und dann auch auf Kommando gefeuert wurde. Oftmals war der Offizier auch der einzige berittene und hatte dadurch für den Bajonettkampf (nach den Schießrunden) einen Positionsvorteil.

In den großen Schwert&Schild Schlachten wurde eigentlich überhaupt nicht mit Fernkampfwaffen gezielt geschossen, sondern flächendeckend. Da waren die Offiziere (die Adligen) ebenfalls durch Pferd, Wappen und meist auch persönlich bekannt, haben aber auch nie in der ersten Reihe gekämpft. Viel zu gefährlich.

In modernen Armeen schließlich werden Dienstgradabzeichen versteckt, obwohl das laut Genfer Konvention nicht erlaubt ist, und den jungen Offizieren wird beigebracht, nicht zu auffällig zu agieren, um eben nicht sich selbst als Ziel für einen feindlichen Sniper zu markieren.

Wo genau sich da Aventurien einordnet auf dem Papier, weiß ich nicht, dazu kenne ich einfach zu wenig der Literatur zur Welt. Aber ich glaube, das z.B. ein Rondrianer oder ein Kor-Geweih in der ersten Reihe stehen will und auch will, das er/sie ausreichend feindliche Aufmerksamkeit bekommt, sonst wären die wohl beleidigt. Magier wollen ziemlich sicher am liebsten gar keine Aufmerksamkeit erregen, werden das aber trotzdem zwangsweise tun.

Solange man sich in "zivilisierten" Gegenden aufhält, werden sowohl Offiziere wie auch Magier bereitwillig zeigen, wer sie sind, aus Stolz, aus Standesbewusstsein, vielleicht aus Eitelkeit.

Wenns dann aber dreckig wird, und man weiss sogar, das die gegnerische Seite sich nicht an irgendwelche Regeln des Gefechts hält, bereitwillig auch noch auf bewusstlose draufhaut, um das Thema "Heilung" dann auch zu beenden, dann wird jeder Charakter überlegen müssen, ob der eigene Stolz das eigene Leben wert ist... und da werden wohl die meisten (nicht Rondrianer) sich lieber bedeckt halten und auch als Magier mal nicht in der feuerroten Seidenrobe mit dem goldenen Akademiewappen drauf durch die Wildniss schleichen. Gleiches gilt übrigens auch für "harmlose" Begleiter, denn wer als Räuber schon ein bischen Erfahrung hat, müsste eigentlich mit dem Überraschungsangriff versuchen so viele seiner Gegner direkt auszuschalten und das ist nunmal bei den "Weichzielen" viel leichter als bei den Dosen.
von Tjorse
07.08.2017 16:21
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Auswirkungen und Umgang mit hochgerüsteten Charakteren
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Auswirkungen und Umgang mit Hochgerüsteten Charakteren

Ein großes Problem, das ich in der Aufrüstung Teile der Gruppe sehe, ist die immer größere Differenz zwischen kleinstem Rüstungswert der Gruppe und bestem Rüstungswert der Gruppe...

Als Spielleiter kenne ich nur das System Midgard, wo der maximale RS 5 beträgt und auch Zauberkundige üblicherweise mit RS 2 rumlaufen. Das ist ein relativ kleiner Unterschied. Bei AD&D ist das schon extrem anders. Wenn die Zauberkundigen da keinen magischen Schutz haben, kommt man Ruck zuck an den Punkt wo ein Gegner entweder die Kämpfer gar nicht mehr treffen kann, oder die Magier in jedem Fall trifft (Bei AD&D ist RS ja beknackterweise eine Frage des "getroffen werden" und nicht des "Schaden absorbieren")

Wenn jetzt bei DSA drei Kämpfer zu jeder Zeit einen Rüstungsschutz von 8+ haben, und der Magier aber zwangsweise bei 0 steckenbleibt, dann gibt es für den Spielleiter leichte Probleme aus der Logik des Kampfes:
1. die Gegner sind schwach genug, das sie den Magier nicht mit einem Schlag in Borons Reich schicken... dann kann der schwergerüstete Tank direkt dastehen und gefahrlos kämpfen, weil er schlimmstenfalls mal nen Kratzer abbekommt.
2. die Gegner sind stark genug, das sie auch den schwergerüsteten Chars gefährlich werden können, dann muss der Magier irgendwie verhindern, das er überhaupt getroffen wird, weil zweimal nicht parieren der Tod sein kann.
3. Die Gegner sind aus irgendwelchen Gründen so dämlich, das sie den Magier in Ruhe lassen, weil der ja nicht gefährlich wirkt?!.. das ist zutiefst unlogisch, denn Magier sind ja nunmal immer deutlich als solche erkennbar. Das funktioniert bei einer Hexe, die nicht aktiv oder nicht sichtbar in den Kampf eingreift, aber der Magier sollte doch für jeden vernunftbegabten Gegner ein Primärziel sein. Wenn man den 5 Aktionen in Ruhe rumzaubern lässt, ist doch eh alles zu spät.

Es bleibt also nur die Lösung, sich irgendwie zu einigen... und zwar auf Spieler-Spielleiter-Ebene, indem man irgendwie dafür sorgt, das es immer noch spannend ist aber eben nicht automatisch selbstmörderisch, wenn man eventuell auch einen Char spielen mag, der eben nicht bei jedem Schritt 10cm tiefe Spuren hinterlässt und so viel Metall bei sich trägt, das der Magier schon Probleme kriegt, wenn er neben ihm zaubern will. Hilfreich ist es da vielleicht, wenn man bestimmte Rüstungen als "Kriegsrüstung" definiert, die eben nur zu entsprechenden Anlässen oder mit entsprechenden Genehmigungen (die die Gruppe dann nicht hat) getragen werden dürfen.... und irgendwo sollte dann auch das Gentleman-Agreement sein, das ein Held, der bereitwillig auf seine Rüstung verzichtet indem er sie im Gasthaus zurück lässt, diese auch wiederfindet, wenn er Abends aufs Zimmer geht. Wenn schon beklauen, dann bitte nur Bares... wenn die Rüstung auffällige Gravuren trägt, würde ein Dieb sie doch eh nicht mitschleppen.