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von Haketau
31.05.2019 16:43
Forum: Feedback & Ankündigungen
Thema: Beiträge zum Bardenwettstreit 2019
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Beiträge zum Bardenwettstreit 2019

O König von Gareth

O König von Gareth,
welch großes Heldenwerk.
Haben wir dir vollbracht
mit Menschen Elf und Zwerg.
Was tragen wir davon,
als unser mühen Lohn?
Allwo ist nicht zu finden,
als Elend, Spott und Hohn.

Im Winter neunzehn Hal,
riefest du uns ein.
Vor Wehrheims Eisern Mauern,
da musste Sammlung sein.
Des schwarzen Marschall Horden
Fielen in dein Land,
Zerstörten deine Felder
Legten manchen Brand.

Es war ein rauer Winter
Ringsum da stürmte Schnee.
Ein Zelt schützt nicht vor Kälte
Wenn zufrieren Fluss und See.
Kein Brandwein in der Flaschen,
kein weißes Brot dabei;
Ein schlechtes Kraut zu rauchen,
das war der Zeitvertreib.

Und kam das Frühjahr an,
da war die große Hitz'.
Da mussten wir marschieren.
Bis eim der Buckel schwitzt.
Da musste man marschieren,
vom Morgen bis Mittag,
Und das verfluchte Leben
das währt den ganzen Tag.

Vom Marschieren weg,
da ging es in die Schlacht.
Kein Ritter tut nicht fragen,
ob man zu fressen hat.
Es war das hartes Ringen,
Standhalten war die Not.
Es blieben viele Recken,
Der Silk war blutend Rot.

Der große Marsch ging weiter,
Auf Greifenfurt‘e zu.
Des schwarzen Marschalls Horden,
Ließen uns kein Ruh.
Es war im Monde Firnum,
Die Schlacht am breiten Moor,
Wo ich und deinem Dienste,
Mein Arm für dich verlor.

O König von Gareth,
du großer Potentat,
Wie bin ich deines Dienstes
so überdrüssig satt.
Was fangen ich nur an
in diesem Jammertal,
allwo ist nichts zu finden
als lauter Not und Qual.

Und werden ich dann alt,
wo wenden ich mich hin?
Die Gesundheit ist verloren,
die Kräfte sind dahin!
Und endlich wird es heißen:
Ein Vogel und kein Nest!
Geh', Alte, nimm den Bettelsack,
bist bloss Soldat gewest!

(Hier ist dann mein zweiter Textbeitrag zum selbereinsingen nach den Melodie und Vorlage 'O König von Preussen')
von Haketau
12.05.2019 14:49
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Thema: Beiträge zum Bardenwettstreit 2019
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Beiträge zum Bardenwettstreit 2019

Lied der beiden almadaer Pikeniere.

Nach Almada zogen zwei Pikenier’,
Die waren von Ferkinas gefangen.
Und als sie kamen ins omlader Quartier,
Sie ließen die Köpfe hangen.

Da hörten sie beide das traurige Wort:
Dass Almada verlorengegangen,
Der Traum der Größe wehte hinfort, –
Und der Modenkaiser gefallen.

Da weinten zusammen die Pikenier’
Wohl ob der kläglichen Kunde.
Der eine sprach: Wie weh wird mir,
Wie brennt meine alte Wunde!

Der andre sprach: Das Lied ist aus,
Auch ich möcht mit dir sterben,
Doch hab’ ich Weib und Kind zu Haus,
Die ohne mich verderben.

Was schert mich Weib, was schert mich Kind?
Ich trage weit bess’res Verlangen;
Lass sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind, –
Mein Kaiser, mein Kaiser gefallen!

Gewähr’ mir, Bruder, eine Bitt’:
Wenn ich jetzt sterben werde,
So nimm meine Leiche nach Almada mit,
Begrab’ mich in Almadas Erde.

Der Greifenstern am rothen Band
Sollst du aufs Herz mir legen;
Die Pike gib mir in die Hand,
Und gürt’ mir um den Degen.

So will ich liegen und horchen still
Wie eine Schildwacht, im Grabe,
Bis einst ich höre Siegesgebrüll
Und wiehernder Rosse Getrabe.

Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab,
Viel Schwerter klirren und blitzen;
Dann steig’ ich gewaffnet hervor aus dem Grab,
Mein Kaiser Selindan zu schützen.

(Gehört in Punin 1037 BF. Originaltext nach H. Heine "Die Grenadiere", Mehrfach vertont. Unter anderem von R. Schumann und R. Wagner.)