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von Loirana
31.05.2018 12:39
Forum: Romanbewertungen
Thema: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht
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R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Das zerbrochene Rad ist bis dato der einzige DSA Roman den ich gelesen habe. Nachdem ich mich durch den ersten Teil gekaut habe (dieser hat so seine Längen) geht es hier "zur Sache", soweit man das sagen kann.

Die Handlungsstränge aus dem ersten Teil werden hier teilweise "endlich" zusammengestrickt. Doch auch hier wurde zu meinem Leidwesen die Handlung gestreckt. Ich konnte mit der Romanze zwischen der Gräfin von Geestwindskoje und dem Bauernsohn nur wenig anfangen, obwohl ich Romantik in Fantasyromanen nicht ablehne. Irgendwie kam sie dennoch stets als "nervig" rüber, möglicherweise aufgrund der Tatsache, dass der Szenenwechsel nach Geestwindskoje meist deutlich interessantere Szenen unterbrach.

Sehr gut gefallen hat mir hingegen der Werdegang von Gilia von Kurkum, die ich in "Dämmerung" nach dem ersten Kapitel fast vergessen hatte, bis sie im Epilog einen epischen Auftritt hatte. Ihre Selbstzweifel und ihren Kummer trägt sie nun das halbe Buch lang mit sich rum, weigert sich das Erbe ihrer Mutter anzutreten, bis ihr ein eindeutiges göttliches Zeichen klar macht, dass sie vor ihrem Schicksal nicht weglaufen kann. Wie schon im Epilog von "Dämmerung" hat sie mehr als nur einen epischen Auftritt, der Kampf gegen die paktierenden Meuchelmörder ist aber einer der denkwürdigsten.

Nahemas Auftritt aus dem Anfang von "Dämmerung" trägt nun auch endlich seine Früchte, denn kurz vor der entscheidenden Schlacht tritt sie auf um Gilia die Schwanenflügel zu überreichen. Die Beschreibung der Schlacht, einschließlich des Wendepunktes beim Ritt der Geflügelten war so großartig in Schrift gefasst, dass ich sogar beim Schreiben dieser Zeilen Gänsehaut bekomme.

Die Geschichte findet in diesem Buch einen epischen Abschluss und lässt Geschmack auf mehr - zu schade, dass Kiesow nicht die komplette Borbaradkrise als Roman verfassen konnte. Als jemand, der jedoch die G7 Kampagne nicht mitspielen konnte, gab mir das Buch einen guten Einblick in die Stimmung zur Zeit der G7 Kampagne, dem Wendepunkt der Borbaradkrise und dem Bornland im spezifischen.

Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen (Matajew reißt es echt runter...)