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von Dreifach20
23.05.2020 21:02
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Bootsbau
Antworten: 20
Zugriffe: 691

Bootsbau

ChaoGirDja hat geschrieben:
22.05.2020 20:01
Dreifach20 hat geschrieben:
22.05.2020 16:38
Für große Segelschiffe braucht man geeignete Bäume in ausreichender Menge, die dann erst trocknen müssen.
Den ich denke, das man diese Regel kaum bei Schiffen anwenden kann.
Denn wenn so gut getrocknetes Holz wieder in's Wasser kommt, dann quillt es auf. Das mag für die Beplankung des Rumpfes ja soar noch Positiv sein (die Planken pressen sich dann fest aufeinander), aber für das Tragwerk, bis hinauf zum Mast, ist das eine Katastrophe.
Von daher wird man ziemlich Sicher für ein Holzschiff, wie es ja auch immer dargestellt wird, frisches Holz nehmen. Vom Baum zum Schiff, in einem Rutsch. Das Holt quillt nicht und es macht ihm auch nicht viel aus, praktisch dauerhaft Nass zu sein.
Da wir jetzt ja von den Einschränkungen von kurze-Frage-kurze-Antwort entbunden sind, finde ich das Thema interessant genug, um es zu vertiefen.

(Ich schicke vorraus, das ich mit 5 Minuten googeln keine Quelle gefunden, die die Frage beantworten würde und darum versuche ich hier nach meinem technischen Verständnis zu argumentieren.)
Frisches, also nasses Holz ist vor allem schwer. Also bei allen Holzbauteilen, die nicht ständig mit Wasser in Kontakt sind, war man mit Sicherheit bestrebt, leichtes = trockenes Holz zu verwenden. Masten, Deck, Spanten, Aufbauten usw.
Komplett frisches Holz verhält sich ziemlich unberechenbar. Wohin wird es sich biegen, wo entstehen Risse usw.. Wenn das Holz aber schon eine Weile gereift ist, kann man die Alterung und damit Verhalten über die Lebensdauer viel genauer einschätzen.
Das von dir angesprochene Abdichten durch das Aufquellen der Planken ist auch ein Punkt. Die Präzision, um nasses Holz auf Zehntelmillimeter zuzuschneiden, ist meiner Meinung nach mit mittelalterlilchen Werkzeugen nicht machbar. Also hat man vermutlich mit trockenem Holz so eng wie möglich beplankt und die unvermeidlichen Lücken später zuquellen lassen.
Die Behandlung von Holz mit Farbe, Lack oder Imprägnierungsmitteln ist meines begrenzten Wissens nach auch deutlich schwieriger wenn die Feuchtigkeit noch drinsteckt. Das Wasser in den Poren verhindert bzw. erschwert das Einlagern der anderen Stoffe.
In Holzzellen findet während der Trocknung auch eine chemische Umwandlung statt. Nach meinem Verständnis ist das wie eine Aushärtung, die hinterher verhindert, das Wasser wieder eingelagert werden kann, das Holz wird also "wasserfest".
von Dreifach20
22.05.2020 16:38
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Bootsbau
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Kurze Fragen, kurze Antworten (Spielwelten & Hintergrund)

Ganz irdisch gesehen, dauert die Holzbeschaffung beim Bootsbau vermutlich am längsten. Für große Segelschiffe braucht man geeignete Bäume in ausreichender Menge, die dann erst trocknen müssen. Ein Schreiner/Möbeltischler hat mir mal erklärt, das Holz pro Zentimeter (Dicke) etwa ein Jahr lagern sollte.

Handwerker, die mit Holz zu tun haben, bauen zeitlebens an ihrem Holzvorrat, der dann eben vererbt wird. Nur durch die jahre/jahrzehntelange Vorbereitung können sie sofort mit einem neuen Projekt anfangen.