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von Lorlilto
27.04.2018 17:14
Forum: Götter, Dämonen und ihre Diener
Thema: Apostasie und Glaubenswechsel
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Apostasie und Glaubenswechsel

Ich würde behaupten, ein Geweihter kann nicht gleichzeitig Diener zweier Götter sein. Nach einem Wechsel kommt das Karma von der neuen Gottheit und fertig. Und angesichts der Aspekte die beispielsweise durch Entrückung auch irgendwie zum Ausdruck kommen, dürfte der Geweihte den Unterschied auch merken, selbst wenn er weiterhin in ähnlichem Bereich tätig ist.
Natürlich betet auch ein Geweihter je nach Situation auch zu den anderen elf Göttern (also der ING-Geweihte zu Efferd für eine sichere Bootsfahrt etc.), aber wie ein Soldat seinen Respekt (und Gehorsam) vor jedem Baron zeigt (vor allem in dessen Machtbereich) aber Befehle nur von einem (=derjenige, der ihn bezahlt) annimmt, respektiert der Geweihte alle Götter (soweit nötig und möglich) aber folgt den Geboten und Prinzipien des einen von dem er Karma bekommt (oder in manchen Fällen zu bekommen glaubt).
von Lorlilto
26.04.2018 23:59
Forum: Götter, Dämonen und ihre Diener
Thema: Apostasie und Glaubenswechsel
Antworten: 25
Zugriffe: 1929

Apostasie und Glaubenswechsel

In Bezug auf die charakterliche Entwicklung habe ich einen vergleichbaren Prozess mit meinem G7-Charakter erlebt:
- Ursprünglich ein Waldelfischer Bewahrer der sehr tief in den Salamandersteinen aufgewachsen ist und entsprechend agnostisch ("ja, die Götter existieren, aber wie die Hochelfen gezeigt haben, führt Götter-Verehrung zu nichts gutem").
- Sah sich selbst auf einer Mission quasi als Abgesandter des Elfenvolkes den Gezeichneten zum Erfolg gegen Borbarad zu verhelfen (weshalb er selber auch gezeichnet war, und natürlich wusste er nicht exakt, was die Bedrohung sein würde, sondern nur, dass es eine geben würde). Eine semi-religiöse Beziehung hatte er dabei zur träumenden Madaya, die ihn (für sein Verständnis) losgeschickt hat, einen der schlimmsten Auswüchse ihrer (notwendigen) Tat zu verhindern (er hat Mada und Madaya vollständig gleichgesetzt, "Madas Frevel" entsprach für ihn also dem Öffnen des Weges zurück in die Lichtwelt). Diese Beziehung ist am ehesten als starke (und vermutlich einseitige) Sympathie zu verstehen, also keine Gebete und Opfergaben (aber der Nachteil "Mondsüchtig" war regeltechnischer Ausdruck dieser Zuneigung).
- Im Laufe der Jahre unter Menschen hat er sich sukzessive von seinem ursprünglichen Elfischsein entfernt und fand lange Zeit keine Lösung für eines der Hauptprobleme, das er aufziehen sah: Dank Madaya hatten die Elfen ihre Träume und das Mandra, um sich gegen dämonische und ähnliche Gefahren zur Wehr zu setzen, bei den Menschen hat nur ein geringer Anteil vergleichbare Fähigkeiten.
- Dann kam es zu einer Schlüssel-Situation, in der er durch einen Dämon (ich glaube ein "Auge des Namenlosen", aber bin nicht sicher) schwer verwundet wurde und die Selbstheilung per Balsam nicht funktionierte. Der Heilsegen einer anwesenden Rahjageweihten dagegen half. Das hat ihm schon mal sehr zu denken gegeben.
- Nach der Rückkehr Borbarads reifte auf Basis dieses und weiterer Erlebnisse göttlichen Wirkens und vieler Gespräche mit Geweihten die Erkenntnis, dass für die Menschen anstelle von Träumen und Mandra der Götterglaube den Schutzschild gegen die anstehende Bedrohung darstellt.
- Von da an hat er begonnen, Menschen in ihrem Götterglauben zu bestärken und nahm den Glauben dafür auch selbst an. Offen ausgelebt hat er ihn allerdings nur gegenüber Menschen, bei den (immer weniger werdenden) Kontakten zu Elfen hat er das Thema nicht angeschnitten.
- Schließlich hat er sich entschlossen offiziell einer Kirche beizutreten und Akoluth zu werden. Die Wahl fiel auf die Rahjakirche, da diese seinen bisherigen Idealen (vor allem Harmonie, aber auch Leidenschaft) am nächsten stand.

Diese Entwicklung war so nicht im geringsten geplant, wurde aber dadurch unterstützt, dass unser SL uns bewusst in Situationen brachte, die das Weltbild der Charaktere herausforderten (das hatte bestimmt nichts damit zu tun, dass der gute Psychologe ist...), um zu sehen was dann passiert (also auch von seiner Seite her ergebnisoffen). Ab einem bestimmten Punkt sah ich selbst keinen Weg darum herum, dass sich der Charakter aufgrund der Erlebnisse den 12-Göttern zuwendet. Auch wichtig war wohl, dass ich zwar eine Idee hatte, wohin es mit dem Charakter gehen kann, aber bereit war, diese Idee laufend anzupassen, womit Rohals Worte erneut zutrafen: "Aus Sein wurde Werden."
Insgesamt ergab sich so ein recht organischer Glaubenswandel, der auch insgesamt von der Gruppe (soweit ich weiß) als stimmig wahrgenommen wurde.
Schwieriger stelle ich es mir vor, einen Glaubenswechsel im Vorfeld zu planen. Das kann funktionieren, wenn der SL die passenden Situationen und Impulse einbringt, kann genausogut aber auch total gewollt wirken oder garnicht funktionieren, wenn z.B. die Vorstellungen von Spieler und SL zu eben diesen Schlüsselmomenten auseinandergehen.