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von Jadoran
14.11.2019 19:59
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Mooks sind im allgemeinen PnP-Nerd-Jargon einfache Schergen, die, auf sich allein gestellt, den Helden kaum Probleme bereiten. Etwa 1 unerfahrener Bandit auf offenem Feld gegen 1 Schwertgesellen-Helden. (Bei Star-Wars sind das die imperialen Sturmtruppen: Haben kein Gesicht, sind männlich, treffen nichts und sterben, sobald ein Jedi sie böse ansieht.)
Redshirts sind dasselbe, nur auf Seiten der Helden. (Die Rolle erfüllt in AB's meist die mittelreichische Armee), die ohne Heldenunterstützung nicht wirklich was auf die Reihe kriegen.
von Jadoran
14.11.2019 17:37
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Und ich glaube ehrlich gesagt weder, dass selbst der engagierteste Meister ein Verhältnis zu "seinen" NSCs aufbaut wie die Spieler zu ihren SCs, noch dass er sie mit einer entsprechenden Geschichte ausstattet
Was mich angeht, hast Du völlig Recht. Und zwar mache ich das absichtlich nicht mit allen NSC's. Wenn ich von vorneherein alle NSC's mit einer Kurzbio ausstatten würde, die mit den Helden in Berührung kommen könnten, also auch den Mooks und Redshirts...

- machte ich mir viel zu viel Arbeit und bin nachher frustriert, dass die Spieler mehr als die Hälfte meiner Arbeit ignoriert haben, etwa weil sie ein Dorf, das eigentlich als Übernachtsungsstation auf ihrem Weg lag, und wo ein zwei kleine Problemchen auf sie warteten, damit sie sich auf der Reise nicht langweilen, einfach ausgelassen haben...
- oder, noch schlimmer - ich fange an meine NSC zu verteidigen. Die Streifschar, die die infiltrierenden Helden aufstöbert und ihnen eigentlich nur zeigen soll, dass der Gegner offenbar sein taktisches 1x1 beisammen hat, und dass man sich nachts nicht mit brennenden Fackeln irgendwo anschleicht... Aber während meine Spieler das noch als Feind 1-4 einordnen, kämpfen in meinem Kopf bereits Fähnrich Aria und ihre drei Kameraden Berto, der kurz vor der Pensionierung steht, Charo, der so gut Mandoline spielt und die Schützin Daria, die als Tochter eines Revierjägers im Wald aufgewachsen ist um ihr Leben. Und irgendwie haben die vier dann das Universum auf ihrer Seite... Ich weiss auch viel genauer als die Spieler, wie die Geographie da gerade aussieht... und wie nah Verstärkung ist... und wo ich so darüber nachdenke... Berto als Veteran müßte eigentlich Kampfgespür haben, und Daria hat natürlich einen Baum als Deckung gewählt, der Schuss auf sie ist selbstverständlich erschwert, das ist nur vernünftig und keinerlei Willkür...
- erschwere ich mir das improvisieren, die Welt wird viel zu unflexibel. Fähnrich Aria ist auf ihrem ersten Einsatz. Die hat keine Ahnung von den Hintergründen, die die Helden interessieren. Aber eigentlich wäre es ganz praktisch, wenn sie keine völlig entbehrliche Fähnrichin wäre, weil die Helden gerade wen für einen Gefangenenaustausch brauchen, und es wäre eigentlich praktischer, wenn Fähnrich Aria die Lieblingsnichte des Heerführers wäre, wo die Spieler gerade etwas optimistisch so einen wunderschönen Plan aushecken auf der Basis, dass Offiziere wertvoll sind... ach ja, und wenn Aria einer der Heldinnen einigermassen ähnlich wäre, wäre das ein echter glücksfall. Einer der Heden hat Glück und sein Spieler bittet um den Würfelwurf. Aber Aria ist doch schon rothaarig wie ihre Mutter, mit Sommersprossen und etwas dünn und flach.

IM SR habe ich die Faustregel: Feinde, die die Helden höchstwahrscheinlich einfach abknallen werden beim infiltrieren, kriegen nicht mehr als einen Vornamen. Sonst lasse ich sie nämlich nicht so einfach sterben.
von Jadoran
14.11.2019 15:32
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Cross-gender im Rollenspiel

Ich stimme @DnD-Flüchtling auf jeden Fall in dem Punkt zu, dass es bei den Mitspielern auch eine aktive Bereitschaft geben muss, die Rolle des anderen zu akzeptieren.
Ich dann wage ich eine steile These: Bei Elfen/Zwerg etc. ist das Akzeptiert fühlen keine Herausforderung, weil man es normalerweise gar nicht merkt, wenn die Mitspieler den Elfen gar nicht als Elfen sondern eben nur als "Typen mit Bogen, kann zaubern" sehen. So mag die bessere Akzeptanz oft eingebildet sein. Bei CG fällt es halt beim ersten falschen er/sie sofort auf.
von Jadoran
10.11.2019 22:21
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Cross-gender im Rollenspiel

Die Anekdote hat einfach nichts mit Cross Gender zu tun. Es hat sich anscheinend damals wer schwer daneben benommen, und anstatt, dass die deutliche Mehrheit (5w+2m vs. 1m) ihn zunächst zur Mässigung und notfalls zum gehen aufgefordert hat... egal. Wäre vielleicht ein Thema: "Wie soll man sich auf Conrunden verhalten, wenn ein/die Mitspieler/SL einem furchtbar auf den Zeiger gehen? Aber brauchen wir nicht, dafür gibts ja selbst auf unseren Forentreffen schon eine Anti-Harassment-Policy. Die SUFU hilft da sicher. Soziale Dynamiken bei gefühlten Konsens- und Regelverstössen sind auch ein interessantes Thema, aber recht... allgemein. Testsituationen in Abenteuern führen oft zu einem Zuschauersyndrom ("Geht uns ja nicht wirklich was an, oder?") oder einer gewalttätigen Überreaktion ("Waffe ziehen und drauf"), fast nie zu einem diplomatischen Vorgehen. Auf jeden Fall ist es ein anderes Thema. Ich kann der Anekdote kein Argument für oder gegen Cross Gender Play entnehmen.
von Jadoran
10.11.2019 08:35
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Cross-gender im Rollenspiel

Wenn ich mir einige der letzten Posts so anschaue: Und wieder sind wir bei der Allgemeinpolitik. Vorsichtig ausgrdrückt. Haben denn echt so viele Rollenspieler Gender-Studies als Erst-Hobby?
von Jadoran
21.10.2019 13:34
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Cross-gender im Rollenspiel

@ledaeth: Ich reibe mich etwas daran, wie Du "stark" und "schwach" definierst,also gleich an der Grundlage Deiner Argumentation. Auch in guten alten S/W Filmen und erst recht alten Büchern gibt es starke Frauen, nur dass die sich im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Rolle bewegen. Wer etwa die Jüdin Rebecca im uralten Ivanhoe als schwach versteht, nur weil sie kein Schwert schwingt und vom edlen Ritter gerettet werden "muss", der hat sie in meinen Augen nicht verstanden. Auch Maureen O'Hara (sicher keine schwache Frau) spielt in MacLintock keine schwache Frau, im Gegenteil. (Und sich gegen John Wayne zu behaupten braucht schon was.)
Es wirkt auf mich so, als würdest Du stark mit "Ist sich immer seiner Sache sicher und kann Leute vermöbeln" verwechseln. Um eine starke Frau darzustellen, müsste die dann metzeln können und weitgehend beratungsresistent sein?
Die Fähigkeit, sich seelisch auch von massiven Gruppendruck nicht einschüchtern zu lassen, sexueller oder materieller Versuchung zu widerstehen oder standhaft im Angesichts von Unglück und Widerniss zu bleiben, ist auch klassisch weder männlich noch weiblich besetzt, und in guten Filmen und Büchern aller Zeitepochen gibt es da viele Beispiele.
Wenn man "schwach" so definiert wie Du oben als "Arbeitsdefinition", dann weist man den Frauen schon per Defintion die Beute/Opferrolle zu, die sie nur in schlechten Streifen, Groschenheften und pseudowissenschaftlichen Gutachten haben. Auf so einer Definition die Diskussion aufzubauen kann in meinen Augen nicht funktionieren.
von Jadoran
15.10.2019 09:07
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Cross-gender im Rollenspiel

Vor einigen Jahren war es noch Mode nicht ausgesprochen selten, dass Spieler, die noch nicht die höheren Weihen der Kanonkenntnis nachgewiesen hatten und durch veganen Lebenstil und weite, metallfreie Kleidung vorlebten, nach Ansicht der DSA lebenden SL keine Elfen spielen durften, weil sie das "nicht hinbekamen". Das scheint sich dank der massiven Fantasywelle, die ohne Elfen kaum auskommt, mittlerweile gelegt zu haben. Man, war das lästig...
Das Cross Gender ist nichts anderes. Meine Erfahrung ist einfach, siehe oben, solange das nicht zum Ausleben feuchter Träume oder Vorleben der "Richtigen Art Rollenzuspielen' missbraucht wird, kein Problem. Und wenn es doch dazu gebraucht wird, dann ist es einfach lästig, egal ob er/sie einen Mann oder eine Frau oder was dazwischen spielt. Kaum jemand hört sich gerne die feuchten Träume von jemandem an, und über die "richtige Art, Rollenspiel zu betreiben' wird man auch nicht gerne belehrt.
von Jadoran
15.10.2019 00:53
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Cross-gender im Rollenspiel

Ach, seien wir doch nett zueinander. Wenn Männer Frauen verstehen würden und umgekehrt, würden wir das Cross-Gender Thema nicht mindestens einmal im Jahr wiederkäuen :cookie:

Väter mögen Frauen nicht besser verstehen als Mütter, aber sie können darüber meist besser mit ihren Söhnen reden. Und seien wir ehrlich: Pen & Paper ist ein ziemliches Nerd-Hobby, also sind wir wahrscheinlich allesamt hier nicht die Spezialisten, auch wenn sich viele Väter und Mütter hier bewegen.
von Jadoran
10.10.2019 12:16
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Gewaltdarstellung im Rollenspiel

Meiner Erfahrung nach geht cross-gender mühelos, solange nicht zu viel Sexualität reingebracht wird oder jemand krampfhaft versucht, zu demonstrieren, wie man es "richtig" darstellt. ("Ein Mann/Frau würde nie...")

Etwas nicht darstellen können, dessen Lebenswelt man nicht nachvollziehen kann, ist nicht auf das Geschlecht beschränkt. Ich kenne genügend fremdschämtaugliche Darbietungen von "Guten Verhandlern", "Großartigen Taktikern" und "Begnadeten Anführern", die unter Verhandeln Beschimpfen und Bedrohen, unter taktischer Planung ein "Wie greifen sie von hinten an!" (Und wie kommt ihr bitte nach hinten? :rolleyes: ") oder "Ihr macht gefälligst was ich sage, weil ich der Anführer bin, und wie es euch geht, ist mir doch egal!" verstanden. (Vielleicht bin ich auch zu vielen Vampire-Live Spieler/innen begegnet) Schon einen normalen Al'Anfaner, für den Sklavenhaltung einfach normal ist, darzustellen, ist vielen einfach nicht möglich. Ihr Al'Anfaner empfindet die Sklaverei natürlich als ganz furchtbar und schämt sich für seine Kultur...
Ich kenne genug Spieler, die einen ganz normalen Held oder eine ganz normale Heldin gebracht haben.