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von Jadoran
19.05.2019 14:18
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)
Der Biss ist ein wutrot-violetter Punkt, darum herum ist die Haut blass, und darum herum hat sich ein überraschend dunkelviolett und scharf abgezeichneter Ring gebildet. Der Daumen ist komplett taub, und die anderen Finger fühlen sich auch taub an, Bildet er sich das ein, oder ist ihm ein wenig schwindlig? Und er hat einen furchtbaren Durst. Wahrscheinlich vom Klettern.
Als sie den Steg erreichen, besteht kein Zweifel. Ihm ist so schwindlig, dass er kaum stehen kann, und die ganze Hand ist mittlerweile taub und geschwollen. Das verdammte Vieh muss giftig gewesen sein. Er bekommt einen Schweissausbruch und muss sich an einem der Stegpfosten abstützen.
von Jadoran
19.05.2019 12:39
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Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)
Goldon schimpft wie ein Rohrspatz, weniger auf Alricio, sondern eher auf die allgemeine Lage. Nachdem er den schlimmsten Dampf abgelassen hat, beruhigter sich. “Also gut. Zurück zum Anleger. Und dann versuchen wir es noch mal mit geradeaus. Hast Du was in der Hose, oder was?” Er juckt sich am Hals. Alricos Handfläche fühlt sich mittlerweile taub an, und er hat Schwierigkeiten, den Daumen zu bewegen.
von Jadoran
19.05.2019 11:42
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Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)
Mit dem Schwert Gebüsch und Äste zu schlagen kommt überhaupt nicht in Frage, da ruiniert er sich in Windeseile die gute Klinge. Und das Jucken hat sich tatsächlich beim Klettern vom Oberschenkel in den Schritt verlegt. Da ist definitiv wer, der da nicht hingehört, sich aber offenkundig wohl fühlt. Und die Hand, die gebissen oder gestochen wurde, beginnt jetzt erst zu jucken und dann sich komisch taub zu fühlen. Was war das für ein Vieh? Sah wie eine Spinne aus.
Noch schlimmer aber ist erst einmal der Ausblick. Sie sind wieder am Flussufer angelangt, offenbar sind sie im Halbkreis gelaufen. In gut hundert Schritt Entfernung kann er den Steg erkennen. Eine kappe Stunde Schinderei für nichts und wieder nichts. So ein Dreck. Als ob er eine üble Ahnung hätte, ruft Goldon von unten. “Kannst Du was erkennen?”
von Jadoran
18.05.2019 19:53
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas , Santinera (Boronaya)
Cusi schüttelt den Kopf. “Was sich im Sumpf verändert? So ziemlich alles. Der Wasserstand ist jetzt am niedrigsten, der kann mehr als zwei Schritt steigen, nach einem Taifun binnen Tagen. In der Regenzeit geht kein Schwein in den Sumpf, sofern es noch einen Funken Verstand hat. Abgesehen davon, dass Du nichts findest, kannst Du nichts ausgraben. Aus Schlamm wird Brei, selbst die Esplanaden stehen dann zuweilen unter Wasser. Die meisten Goldesel fahren dann zurück in die Metropole und kommen erst nach drei Monden wieder.” Makita und Tonarev nicken betreten. “Aufträge gibts dann nur noch für die wenigsten. Ein bischen Eskorte, aber das ist so wenig, das holen sich die kampfstärksten Partidas.” Zu so einer gehören bekanntlich Cusi und Lifta, und sie zucken mit den Schultern.” Jeder muss sehen, wie er zurecht kommt. Tut mir leid.” Lifta nickt beinahe entschuldigend, offenbar ist es kein Geheimnis, womit sich Makita und Tonarev während der letzten Regenzeit durchschlagen mussten. “Dann gibts zuweilen Kräutersuche für den Apotheker, aber wenn Du das nicht richtig gelernt hast, dann kannst Du das vergessen. Ich bin keine schlechte Feldscherin, aber das meiste Zeug, das der ausschreibt, kenne ich nicht mal vom Namen her.” Cusi nickt. “Da gibts in der Gilde eigentlich nur zwei, die das drauf haben, Ranica und Sumaida.” Tonarev, die in ihrer Partida die Feldscherin gibt, nickt. “Die kleine Blonde, die sich immer hinter ihrem Anführer versteckt?” Cusi nickt. “Die muss sehr gut sein. Keine Ahnung, warum die hier Questadorin spielt.” Der Hafen kommt bereits in Sicht. “Und dann natürlich Krokodile. Aber wenn Du das nicht von der Pike auf gelernt hast, verdingst dich besser als Tagelöhner. Das ist deutlich schwerer als es aussieht, und wenn Du versuchst, die abzuknallen, machst eher Verlust als Gewinn. Ach ja, und gefressen werden kann man dabei auch.”
Lifta nickt. “Meine erste Regenzeit hab ich auch als Schankmaid überlebt. In der Lotosblüte.” Sie grinst schief. “Besser als Knüppeldämme legen oder verhungern.” “Wenn man sehr haushält, kommt man mit fünf Oreal die Woche hin. Solltest also mindestens drei Dublonen auf der hohen Kante haben... naja, Du als Magierin hast natürlich andere Möglichkeiten als Besoffenen ihr Bier zu bringen und sich zum Dank zwischen die Beine grabschen zu lassen. “ Lifta schüttelt den Kopf. Zauberer haben's gut! Boronaya kennt den Blick.
von Jadoran
18.05.2019 00:07
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas , Santinera (Boronaya)
Auf Boronayas Einschätzung bezüglich Siana gehen die Frauen nicht ein, warum auch immer, aber Cusi beantwortet dafür ihre Frage nach Rettungsversuchen. “Man kann einen Rettungsauftrag hinterlegen. Muss natürlich im voraus bezahlt werden, und ob er dann angenommen wird.... und wird natürlich auch erst ausgehängt, wenn man überfällig ist, also nach zwei Tagen. Ist aber immerhin eine Möglichkeit. Freunde zu haben ist allerdings besser. Das eine ganze Gruppe verschwindet ist selten. Kommt bei Grünschnäbeln, die sich völlig übernehmen zuweilen vor, aber zunehmend seltener.” Lifta lacht. “Die Gilde ist keine große, glückliche Familie.”

28. Tag, vormittags in den Alten Baracken, Ports, Santinera
Als sie zurück kommen, haben die anderen alle Anstrengungen eingestellt und ruhen sich aus. Jelinea schreibt an einem Brief nach Hause, Marico und Rando sitzen am anderen Tisch und pflegen ihre Waffen, von Janis, Harana und Buki ist keine Spur zu sehen. Korian liegt auf der Bank und schnarcht. “Schöne Questadoren seid ihr mir.” Alejandro lacht. “Sollen wir nicht noch jagen gehen? Besser wäre es doch, meine ich.” Marico zögert, nickt dann aber. “Was auch sonst mit dem angebrochenen Tag. Um ins Gildenhaus zu gehen ist es eh zu spät.”
Sie fahren mit dem Kanu eine gute Halbe Stunde flussaufwärts, und müssen dann ziemlich weit rein. Ihre Sammeltasche ist beinahe voll, als Marico endlich eine vielversprechende Spur findet. Sie erwischen dann aber doch nur ein einzelnes Wasserschwein, und während sie die Tragestange schlägt, ertappt sich Jelinea bei dem Gedanken, dass sie bei dieser Art Tagewerk nicht nur unnütz wie eine Einbeinige beim Tanzen ist, sondern sich auch fragt, was um Rondras Willen sie hier eigentlich macht. Grünzeug sammeln und das Abendessen jagen? Ist das das Abenteuer, das sie erleben wollte? Wird sie so zu einer besseren Fechterin? “Schlaf nicht ein. Wir müssen einen Unterstand bauen, es geht gleich los, mein ich.” Sie schüttelt sich. “Ich komme.” Und sich von einem Plantagen-Crocodilero herumkommandieren lassen? Nichts gegen Alejandro, von seinem Charakter her. Aber das kann es doch wirklich nicht sein.
Der Mittagsregen dauert länger als üblich, ein klares Anzeichen für die nahende Regenzeit, und anshcliessend erwischt Alejandro noch einen unvorsichtigen Affen, so dass für ein reichhaltiges Abendessen gesorgt ist. Jelinea versucht, den Tag positiv zu sehen, aber trotzdem kann sie nicht gegen ihre Grübelei an, und noch schlimmer, Alejandro scheint es zu merken. “Ist irgendwas, Jeli?” “Nein, nichts.” Sie sieht zu, wie Marico den Affen ausnimmt und schlägt dann eine Tragestange dafür.
Ihr Jagderfolg wird zuhause mit Begeisterung aufgenommen. Korian hat nachmittags offenbar Waffentraining angesetzt und Janis zur Mithilfe verpflichtet, der Harana gerade beibringt, wo man beim Säbel anfassen muss. Alejandro strebt mit Sumaida in die Küche, während Marico sich erst einmal am Brunnen säubert. Jelinea zögert, aber Janis die Schau zu stehlen käme sicher nicht gut an. Auch wenn sie es defintiv besser kann. Und so nahe ran muss man zum erklären auch nicht gerade, kann er sich nicht etwas beherrschen? Sie schüttelt den Kopf und säubert erst einmal ihre Waffen.
von Jadoran
17.05.2019 10:40
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)
“Wie, Du hast kein Haumesser dabei?” Goldons Frage fehlt die Spitze, weil ihm beim Reden einfällt, bis vor wenigen Tagen selbst noch keines besessen zu haben, ja er beinahe sogar ohne Marschverpflegung losgezogen wäre. Als selbstständiger Questador muss man sich eben um alles selbst kümmern. Und an alles selbst denken.
Glücklicherweise sind sie beide das Fechten gewöhnt, und daher ermüden ihre Arme nicht so schnell, während sie sich dabei abwechseln einen Weg durchs Unterholz zu bahnen. Man kann hier zumeist keine fünf Schritt weit sehen, und alles ist voller Insekten, die es allesamt auf sie abgesehen zu scheinen haben, insbesondere auf ihn. Liegt wahrscheinlich am Schwarz, wie die hübsche Magierin und Cusi übereinstimmend gewarnt haben.
Dichtes Buschwerk, Farne, grosse Bäume, und diese drückende Hitze, das Summen und Brummen der Insekten. Eine Hölle in grün. Dann kommt auf einmal Schilf, und der Boden wird weich. Das Fehlen von Bäumen vor ihnen spricht dafür, dass sie eine grössere Wasserfläche vor sich haben, aber das Schilf ist übermannshoch und der Boden wird schlammig. Goldon lockert seine Schultern und erschlägt ein weiteres Biest, dass sein Ohr für eine Einflugschneise hält. “Kannst Du mal etwas hochklettern, an einem der Bäume hier, damit wir eine Übersicht kriegen?” Alricio juckt es seit einiger Zeit unangenehm in der Hose, erst am linken Bein, dann am Oberschenkel, und er hat das Gefühl, dass es sich in Richtung seiner Jungs bewegt.

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas , Santinera (Boronaya)
Boronaya wird ziemlich gelöchert, wobei sich die Jungs ein wenig absetzen, wohl aus Selbsterhaltungstrieb. “Ja, der Blick auf die Reisfelder bei Nacht ist schön. Aufs Tanzen hätte ich auch mal wieder Lust.” Tonarev schaut nach vorne zu den Jungs, und falls sich Boronaya nicht täuscht, wurde der Abstand soeben um einen halben Schritt grösser. Makita kichert. “Dabei tanzt Jucho gar nicht mal schlecht. Und Bule sogar gut. Der traut sich nur nicht, richtig anzufassen.” Definitiv ein halber Schritt, Tendenz zu einem ganzen. “Und Du hast Siana bei Prospero den Vortritt gelassen?” Cusi ist erstaunt. Makita grinst. “Oder hat sie dich mit ihrer Lebenserfahrung ausgestochen?” Mitte zwanzig dürfte die Malerin schon sein, und die Universität Al'Anfa ist sicher ein Pflaster, in dem man seine gesellschaftlichen Fähigkeiten schult.
“Moin!” Cusi wird angerufen, und eine weitere Questadora mit eisernem Gidlenabzeichen gesellt sich zu ihnen, beziehungsweise zu Cusi. Die begrüsst sie. “Moin Lifta. Na?” “Schon das Neueste gehört? Sliff hat endgültig Hausverbot bei Carlosco bekommen. Und eins auf die Schnauze.” “Er wird sich's verdient haben. Gibts denn überhaupt noch einen Puff, der ihn reinlässt? Bei der Lotosblüte ist er doch auch draussen.” “Der Kerl ist einfach krank. Und unser Rabe hat gestern den Auftrag für die verlassene Plantage übernommen. Noch zusammen mit einem anderem, einem Horasier.” Cusi schüttelt den Kopf. “Alricio? Dem? Die beiden sind allein in den Dschungel?” Sie schüttelt erneut den Kopf. “Na ja, er muss es ja wissen. Aber Alricio sah eigentlich ganz nett aus. Schade um ihn.” Boronaya entnimmt dem Ton, dass die erfahrene Kundschafterin Goldon und Alricio allenfalls geringe Überlebenschancen einräumt.

28. Tag, Vormittags, Herberge von Pedro und Anzia in Sandalia, Santinera
Pedro wartet diesmal oben bei Anzia, und nachdem Sumaida ihr das Heilmittel verabreicht hat, gibt sie noch ein paar Verhaltensmassregeln, sich dabei ertappend, Anzias Anatomie kritisch mit ihrer eigenen vergleichend. Kann sie da mithalten? Aber ein paar verstohlene Blicke zu Alejandro begründen keinen Anfangsverdacht, auch wenn Anzia derzeit nur eine schweissnasse Tunika am Leib hat, die gerade genug der Vorstellung überlässt. “Du musst dich waschen und was frisches anziehen. Ich helfe Dir.” Sie wendet sich an die Jungs, aber die kommen ihr zuvor. “Wir warten dann auf der Terrasse?” “Wenn ihr so nett wärt.” Anzia lächelt schwach bei ihrer Bemerkung. “Momentan fühle ich mich so verführerisch wie ein nasser Lappen.”
Auf der Terrasse suchen Pedro und Alejandro ein Gesprächsthema, und Aljeandro entscheidet sich für etwas naheliegendes.”Der Prospero ist echt so scharf auf eure Aufzeichnungen?” Pedro seufzt. “Ja. Ob das nun ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, weiss ich nicht. Er hat ja selber vor kurzem angeblich einen sagenhaften Fund gemacht, jedenfalls erzählt man sich das hier, und Kr-Tnch-Tonch ist eigentlich überhaupt nicht sein Fachgebiet. Keine Ahnung, warum ihn das so interessiert. Anzia und ich haben ja alles aufgeschrieben, was unser Magister für wichtig hielt. Aber vielleicht kenne ich mich auch einfach nicht genug aus.” “Und wieso erlaubt ihr ihm keine Abschrift?” Pedro zögert. “Wir haben ja drüber nachgedacht. Vielleicht machen wir das ja auch. Aber wir wollten das nicht überstürzen. Offen gesagt kann ich nicht recht einschätzen, was wichtig ist, und was nicht. Ob und wieviel wir dafür verlangen sollen. All das. Wir können anschliessend ja kaum nachverhandeln.” Alejandro nickt. “Auch wieder wahr.” Sumaida kommt auf die Terrasse, ihre Tasche verschliessend, und die beiden Jungs wenden sich ihr zu. “Wie geht es ihr?” “Die Arznei schlägt gut an, sie schläft jetzt. Aber sie braucht ein paar Tage Ruhe.” Pedro atmet auf. “Danke! Wenn wir was für euch tun können, meldet euch.” Alejandro nickt. Sumaida hängt sich ihre Tasche um. “Ich schaue morgen noch einmal nach ihr, aber wenn sie keinen Rückfall bekommt, hat sie es in drei Tagen hinter sich.”
von Jadoran
16.05.2019 22:50
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Nachts, Herberge Arangenbäume, am Platz der Helden in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Tonarev kichert hinter vorgehaltener Hand. “Unanständig? Na dann gute Nacht. Aber erzähls nicht am Frühstückstisch, sonst...” Boronaya kann es sich denken. Die Nacht vergeht ohne Zwischenfälle und kaum liegt sie im Bett, fallen ihr die Augen zu.

8. Tag, sehr früh morgens, Herberge Arangenbäume, am Platz der Helden in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Boronaya ist immerhin nicht die letzte am Frühstückstisch. Auch Cusi ist wieder für den Sumpf gerüstet, aber fest gebucht scheint Propero Onids Truppe noch nicht zu haben. “Ich hoffe, Taro und Reto schnappen uns den Auftrag nicht weg.” Zumindest die Frauen wissen alle von Boronayas Verabredung und brennen recht eindeutig auf Neuigkeiten, aber am Tisch ist das Thema selbstverständlich tabu.
von Jadoran
16.05.2019 17:19
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Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Spät nachts, Am Westabhang -> Platz der Helden in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Noch während sie wartet, wird ihr bewußt, dass das das allererste Mal in ihrem Leben ist, wo sie sich heimlich wieder nach Hause schleicht. Bei Sefira wäre es völlig undenkbar gewesen, gegenihre Regeln zu verstossen und sich unerlaubt aus dem Palast zu entfernen oder deutlich zu spät zurück zu kehren. Unbemerkt schon gar nicht. Und Freundinnen, die ihr dabei geholfen hätten, hatte sie auch nicht, denn zwischen Laila und ihr bestand vom ersten Tag an eine scharfe Konkurrenz, die Sefira sogar noch gefördert hat, nach dem Motto, 'Möge die Bessere gewinnen!' Vielleicht liegt es am Wein, aber es kommt ihr beinahe so vor, als ob sie ein Stück Jugend nachholt.
Nackte Füsse tapsen auf der Stiege, dann öffnet ihr Tonarev im Nachthemd leise die Tür. “Und, wie war's?” Sie flüstert, während Boronaya sich sicherheitshalber die Schuhe auszieht. Das ihr die Witwe mit dem Nudelholz kommt ist zwar nicht zu erwarten, aber eine traviagefällige Erbauungspredigt braucht sie jetzt gerade auch nicht unbedingt.

7. Tag, Vormittags auf der Rossa, Flussaufwärts. (Goldon und Alricio)
Goldon bedankt sich, dann sucht er sich mühsam seinen Weg über den Steg ins Schilf und Unterholz hinein. Hier war schon lange niemand mehr, soweit er das beurteilen kann, und der Steg ist in einem traurigen zustand. Aber sei es Glück oder Können, auch wenn es manchmal verdächtig knarrt, er schafft es die gut fünfzehn Schritt unfallfrei bis aufs feste Land und dreht sich zu Alricio um, eine aufmunternde oder gar fordernde Geste machend.
von Jadoran
16.05.2019 08:23
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Nachts, Am Westabhang -> Platz der Helden in Sandalia, Santinera (Boronaya)
“Und ich von Dir.” Er küsst sie erneut, die gesetzte Grenze akzeptierend, wie ihr Körper fast beleidigt zu Kenntnis nimmt. Du musst mich nehmen, nicht warten, bis ich mich Dir hingebe! Aber Fortschreitter deutet ihren Willen richtig, und ihr Begehren zieht sich beleidigt in den Schmollwinkel zurück. Wieso sollen immer nur die anderen ihren Spaß haben?
Sie reisst sich zusammen und bindet sich das Brusttuch wieder um, sich dabei beim Knoten helfen lassend. Dann geht es zurück, bis auf ein einmaliges Verfransen in eine kleine Sackgasse und den Rückweg über einen kleinen, nur vom Mond beschienenen Platz, wo ein Brunnen plätschert und ihr Begehren einen letzten Versuch aus dem Hinterhalt startet, als sie sich noch einmal küssen. Aber dann sind sie auf der großen Gasse, die zwar nicht mehr belebt, aber auch nicht wirklich menschenleer ist, passieren den kleinen Wachposten der Stadtgarde zum Platz der Helden und dann stehen sie auch schon vor der Herberge Arangenbäume. Sie muss hinten rum, und Fortschreitter verabschiedet sich. “Danke für den wundervollen Abend, Boronaya. Ich freue mich schon auf morgen!”

28. Tag, Vormittags, Alte Baracken in Portas, Santinera
Als sie wiederkommen, sind Jelinea und Marico schon wieder im Hof, das Schwarze Brett hatte wohl nichts passendes mehr zu bieten. Es gibt tatsächlich keinen Widerspruch, auch wenn Mariko etwas brummt. “Soll mir recht sein – aber ob die im Dschungel so nützlich sind?” Jelinea denkt ganz offensichtlich in dieselbe Richtung, aber sie bemüht ihren Optimismus. “Nun, es sind immerhin zwei Magier. Die werden schon irgendwie nützlich sein. Wir wollten sie ja eh mitnehmen.” Alejandro nickt und schaut zur Küche, wo Sumaida das Heilmittel ansetzt. “Was machen wir mit dem angefanenen Tag? Eskorte kommt ja wohl keine mehr rein, jetzt sicher nicht mehr, mein ich. Ich hätte nichts gegen etwas Sparring.” Er schaut zu Korian. Der unterbricht seine Rüstungspflege und grinst. “Stets zu Diensten.” Marico seufzt. “Ich habe ein ganz mieses Gefühl bei der Sache.”
Er behält recht. Als Sumaida mit ihrer Tasche aufbrechen will, ist Alejandro bereits zum dritten Mal unsanft entwaffnet und zu Boden geschickt worden. Korian grinst. “Beinarbeit. Kennst Du doch vom Ringen. Du musst spüren, was der andere vorhat. Wenn Du erst reagierst, wenn er seine Arme bewegt, ist es bei einem erfahrenen Kämpfer zu spät.” “Ich merke es.” Alejandro steht unverdrossen auf und nickt der zweifelnd schauenden Sumaida aufmunternd zu. “Soll ich mitkommen?” Sie wird rot, weil sie sich das eigentlich gewünscht hat. “Schadet mir gar nicht zu lernen, wie man das anwendet.” Er winkt Marico zu, der sich entschlossen seiner Niederlage ins Auge sehend Korian nähert. Buki, die mit Stopfarbeiten beschäftigt ist, grinst. “Die Magierin war ganz hübsch. Sehr hübsch sogar. Muss man das Fiebermittel in die Brust einreiben?” Sumaida wird knallrot. “Du...uh... weisst genau, dass man das... uh... trinkt!” Buki grinst noch breiter. “Kann mich gar nicht mehr erinnern. Aber bei Fieber...” “Macht man höchstens kalte Wickel. An den Füssen!” Buki grinst Alejandro an. “Stehst Du auf Füsse?” Der blickt zu Korian. “Darf ich ihr den Hintern versohlen?” Der lacht. “Nur zu.” Sumaida ballt ihre kleinen Fäuste. “Ich halte sie fest!” Buki hebt die Hände. “Gnade, ich gelobe Besserung. Ein andermal gerne, aber derzeit braucht meine Kehrseite etwas Schonung.” “Na dann!” Alejando bringt seine Klamotten in Ordnung, und dann verlassen er und Sumaida die Alten Baracken.
von Jadoran
15.05.2019 22:29
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Vormittags auf der Rossa, Flussaufwärts. (Goldon und Alricio)
Leonia schaut ihn etwas überrascht an, und über ihr Gesicht huscht, wie kaum anders zu erwarten, auch der Schatten von Misstrauen, den Goldon bei solchen Worten auch selbst empfinden würde. Eine junge Frau soll zwei fremden Kerlen auf eine verlassene Plantage folgen? Dass Bombarda – oder Rahjalina, wie immer die andere Grandessa wohl heißen mag – gerade mit Gabir den Fokus aufs Körperliche gelenkt hat, hilft da eher nicht. Sie ist offenbar hin und her gerissen, aber entscheidet sich dann doch, lieber dem gefassten zu Plan zu folgen und sich auf ihre eigenen Fähigkeiten zu verlassen, als sich in die Hände der beiden unbekannten Kerle zu geben. „Habt Dank für euer Angebot, aber ich denke, ich versuche mein Glück allein. Boron mit euch.“ Dass die Partidas, die in den Sumpf gehen, sie offenbar für verrückt halten, beantwortet sie mit Trotz.
Die Laufplanke wird nun eingezogen, und die Rossa strebt erneut flussaufwärts, nun mit Alricio und Goldon als den einzigen Passagieren. Einige Zeit später taucht am Westufer ein Anleger auf, halb verborgen im Schilf und in traurigem Zustand. Die Rossa legt an. Die Pfähle des Anlegers sind noch standfest, aber die Laufplanken erfordern wahrscheinlich ein gerüttelt Maß an Vorsicht. So dem ersten Anschein nach, war hier außer Vögeln, die alles voll... mit ihren Hinterlassenschaften verziert haben, schon lange niemand mehr. „Seid übermorgen pünktlich Senores. Soweit aufwärts fahren wir normalerweise nicht. Wenn ihr nicht da seid, kommen wir nicht von alleine wieder.“ Die Vollmatrosin, die die Leinen bedient, macht das Zeichen des Mungos, um ihnen Glück zu wünschen.
von Jadoran
15.05.2019 08:54
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Nachts, Am Westabhang in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Fotschreitter vergeudet keine Zeit mit Worten. Seine auf ihren Hüften liegenden Hände drehen sie sanft zu ihm hin, dann berühren sich ihre Lippen, und als sie mitgeht, wird daraus ein leidenschaftlicher Kuss. Kurz lösen sie sich wieder, während sich ihre Nasenspitzen berühren, dann finden sie sich für einen zweiten, und seine Hände wandern streichelnd nach oben. Seine Finger finden den Knoten ihres Brusttuches, und bald darauf streichelt nicht nur die angenehm frische Nachtluft ihre Haut, und als sie ihn ermutigt, greift er entschlossener zu. Ihr Körper drängt ihm entgegen, fordert mehr.

28. Tag, Morgens in den Alten Baracken in Portas, Santinera
Korians Truppe sieht tatsächlich ein wenig zu verprügelt aus, um damit eine glaubhafte Eskorte abzugeben, und so legen sie einen Ruhetag ein. Als Alejandro und die seinen sich gerade zum Gildenhaus aufmachen wollen, taucht ein Junge im Durchgang auf und mustert erst einmal mit Sicherheitsabstand das bewaffnete Volk, bevor er sich auf ein Nicken von Korian hin näher traut. “Ich suche die Heilerin Sumaida.” Da er zu Sumaida schaut, weiss er wohl auch, wer das ist. “Worum geht's denn?” Alejandro fragt freundlich, aber vorsichtig nach dem Grund. Schliesslich hat die Stadt einen angesehenen Apotheker und eine veritable Dottora. Der Junge mustert ihn verlegen. “Der Gelehrten Dame, Signorita Anzia, geht es sehr schlecht, und der Gelehrte Herr Pedro, die beide bei uns wohnen...” Sumaida nickt. “Ich komme. Ich hole nur meine Tasche.” Sie schaut bittend zu Alejandro, und der versteht wie immer den Wink. “Ich komm mit, wenn Du nichts dagegen hast?” Sie atmet auf, und Alejandro wendet sch an Marico. “Schaut ihr beiden schon mal im Gildenhaus, ob was einfaches für uns dabei ist? Eskorte oder Kräuter?” Marico nickt. “Klar doch.” Jelinea nickt, auch wenn man ihr ansieht, dass sie sich gewünscht hätte, dass ihr der Auftrag erteilt worden wäre, was Buki auch prompt kommentiert. “Sind wir nicht die rechte Hand vom Chef? Aua!” Der Klaps von Korian war zwar nicht feste, traf aber ein immer noch leidendes Körperteil. Marico tut so, als habe er die Spitze nicht gehört und Jelinea macht nur “Pfft!

Der Junge führt Alejandro und Sumaida zu einer guten Herberge, wo Pedro sie auf der Terasse nervös auf und ab-tigernd erwartet, und seine Erleichterung, als er Sumaida erblickt, ist profund. “Bitte kommt hoch, Anzia geht es sehr schlecht!”
Wahrscheinlich ist Alejandro nicht gerade der beste Assistent in Heilerdingen, aber seine blosse Anwesenheit gibt ihr Kraft. Und die braucht sie im Angesicht zweier Magier, auch wenn eine davon wie ein nasser Lappen auf ihrem Lager liegt. Die Diagnose ist leider erschreckend einfach, und ihr erster Eindruck verfestigt sich. “Sie hat das Reisswasserfieber.” Nach der Strapaze im Sumpf kein Wunder. “Es geht ihr besser, als ich... uh... erwartet hätte...” Pedro macht eine Geste. “Ich habe einen Balsam-Cantus auf sie gewirkt...” Von Namen und Wirkung her kennt Sumaida den Zauberspruch tatsächlich. “Aber er gibt ihr nur Lebenskraft zurück...” Sumaida zögert und schaut zu Alejandro. Das notwendige Amuekakave ist nicht ohne Grund so teuer. Natürlich kann man die Krankheit einfach im Bett auskurieren, aber das birgt das Risiko, dass das Fieber in die Knochen zieht. Alejandro übernimmt den schwierigen Part. “Wir haben das Heilmittel – aber es ist, offen gesagt, recht schwer zu finden. Der Apotheker zahlt uns für das unbearbeitete Kraut beinahe eine ganze Dublone.” Das ist Geld. Auch für die Jungmagier. Anzia setzt an. “Wie lange dauert denn...” Pedro atmet ein. “Wir können das zahlen.” Er zögert, weil allen klar ist, dass das einen Rückgriff auf die Geldbörse ihres verstorbenen Magisters bedeutet, für die sie Rechenschaft schuldig sein werden. Alejandro klopft Sumaida auf die Schulter. “Wenn ihr uns helft, Ersatz zu finden, soll das kein Thema sein.” Sumaida atmet möglichst unauffällig auf, die Erleichterung auf Anzias und Pedros Gesicht läßt sich hingegen nicht verbergen. “Versprochen!” Sumaida lächelt. “Ich geh eben, die Arznei vorbereiten, ich bin in ungefähr einer Stunde wieder da.” “Danke!” Pedro bringt sie bis zur Tür, und kaum sind sie auf der Gasse, bedankt sich Sumaida bei Alejandro. “Danke. Meinst Du, die anderen werden böse sein?” Alejandro schüttelt den Kopf. “Das wird sich schon ausgehen.”
von Jadoran
14.05.2019 17:49
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Vormittags auf der Rossa, Flussaufwärts. (Goldon und Alricio)
Goldon hat es kaum gesagt, da seufzt ein Questador hinter ihm. „Das Frustrierende ist: Die Weiber haben das selber aufgebracht, und jetzt glaubt er es auch noch fest. Glücklicher Bastard.“ Ein Kumpan seufzt ebenfalls. „Ich weiß nicht einmal, wann das aufgekommen ist. Manchmal glaube ich, sie machen das, um uns zu ärgern. Sei versichert, wenn Du Nikka einfach anpackst, schneidet Sie dir die Finger ab.“

7. Tag, Abend, In den Gassen Sandalias , Santinera (Boronaya)
Diese Herausforderung nimmt Fortschreitter gerne an, und auch wenn beide wissen, dass sie einfach nur die breite Strasse hinunter bis zum Platz der Helden nehmen müssten, nimmt er bald auch eine Treppe nach oben, die schon nach einer Biegung von einem plätschernden Bächlein begleitet wird. Sie kömmen über einen kleinen, ja winzigen Platz, vom kaum eine Unterarmlänge breiten Bach in der Mitte geteilt, wo tasächlich noch eine Werkstatt auf hat und ein Löffelschnitzer seiner Arbeit nachgeht, und gegenüber ein paar ältere Nachbarn auf Kisten und Fässern zusammen sitzen und den Abend bei einem Bier geniessen. Eine kleine Insel des Lichtes, danach wird es erst wieder einmal dunkel, und Fortschreitter traut sich, seinen Arm um Boronaya zu legen. Ihre Gasse biegt nach rechts ab, es geht wenige Stufen nach unten, und sie finden sich auf einem Weg wieder, dessen Verlauf dem hier recht steilen Westabhang folgt. Eine knapp hüfthohe, steinerne Brüstung bietet genug Platz zum setzen, und die Häuser in ihrem Rücken sind allesamt dunkel. Jenseits der Stadt erstrecken sich weite Reisfelder, von Busch und Bauminseln durchsetzt, die Boronaya sich fragen lassen, warum man sich die Mühe gemacht hat, sie stehen zu lassen. Hier schweben immer noch eine Menge Leuchtkäfer, deren Licht sich im Wasser der mittlerweile wieder gefluteten Reisfelder spiegelt wie ein zweites Firmament. Um sie herum ist es still, auch wenn irgendwo unterhalb der Brüstung ein Schwein grunzt und in einem der Häuser hinter ihnen jemand schnarcht. Und den fernen Dschungel hört man natürlich auch. Aber das unterstreicht die Ruhe eher, als dass es sie stört. Hier verharrt Fortschreiter, und wenn er sich ermutigt fühlt, dann wagt er sich auch weiter vor. Nicht stürmisch, aber auch nicht schüchtern.
DSA_Santinera_Westabhang_iso.jpg
von Jadoran
14.05.2019 00:32
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Abend, In den Gassen Sandalias , Santinera (Boronaya)
Prospero amüsiert sich hervorragend, als Boronaya die möglicherweise schrecklichen Folgen ihrer ungestillten Neugier beschreibt. “Wie langweilig wäre es doch, immer alles gleich zu erfahren, und wie fördert es doch den menschlichen Geist, das Unbekannte zu erforschen. Besucht mich am Morgen des dritten Tages, und wer weiss, vielleicht wartet ausser einem guten Frühstück noch eine Überraschung auf euch? Überrascht mich, dann überrasche ich euch!” Siana schüttelt den Kopf. “Ihr seid ganz offensichtlich der Meinung, man soll es auch schönen jungen Frauen nicht zu leicht machen, Tadaeus?” “Disziplin und Konsequenz, das sind Sefiras Prinzipien, und die Meisterin würde mir zürnen, würde ich ihr eine so vielversprechende Schülerin verderben, indem ich es ihr zu leicht mache.” Siana bekommt einen weiteren Klaps. Sie lacht und macht eine scheuchende Handbewegung. “Mir schwant Böses, Boronaya. Flieht, solange ihr noch könnt, ich halte ihn auf!

Fortschreiter lacht etwas unbeholfen - bei dem Geplänkel gerät er offenbar ein wenig ins Schwimmen, unsicher, wie weit der Scherz geht und wieviel davon ernster gemeint sein mag als es klingt oder nicht so ernst zu nehmen ist, wie man meinen könnte. Als Boronaya über Tsabinas Vergangenheit Auskunft erteilt, atmet er beinahe auf. Trotz der allgemeinen Formulierung sind das eindeutige Aussagen. Aber auch Prospero wird wieder ernster. “Jeder macht Fehler. Aus ihnen zu lernen und sich unermüdlich wieder aufzuraffen zeichnet die alanfanische Seele aus.” Sie haben eine Gasse erreicht, und Prospero und Siana halten an, offenbar müssen sie hier die nach oben führende Treppe in das Gässchen nehmen. Es liegt völlig im Dunklen, was zwar aufgrund des klaren Sternenhimmels und den weiss getünchten Wänden kein Problem darstellt, aber etwas wundert sich Boronaya schon, dass Prospero so scheinbar ungeschützt durch die dunklen Gassen zu wandeln bereit ist, nachdem die ganze Stadt wissen dürfte, was für einen dicken Fisch er an Land gezogen hat. Aber 'scheinbar' ist hier wahrscheinlich das zu beachtende Wort.
“Nun heisst es scheiden, werter College Fortschreitter, bezaubernde Boronaya. In drei Tagen sehen wir uns wieder, wenn Phex es will.” Er verneigt sich, und Siana zwinkert fröhlich, sich wieder bei Prospero einhängend.

27. Tag, Abends, Alte Baracken, Portas, Santinera
Buki und Harana sind glimpflicher davon gekommen, obwohl auch sie ein paar blaue Flecken haben. Hara ist allerdings noch recht mitgenommen, da ihr Hemd wohl nicht durch Unglück zerrissen ist. “Das war so eine blöde Schnepfe, die hat das extra gemacht. Ein Kerl hat mich festgehalten, und sie hat mir alles runter gerissen. Ich hab sie mit den Füssen fortgeschubst, und dann hat der Kerl was von irgendjemandem über den Schädel gezimmert bekommen und mich losgelassen. Ich dachte schon, ich lande überm Tisch.” Buki seufzt und knufft sie. “Ist ja nichts passiert.” Sumaida nimmt sie in Augenschein, und da sie sich gerade gewaschen haben und ins Bad wollen, sind Bukis Bessuren gut sichtbar, “Äh... wie ist denn das passiert?” Buki reibt sich ihr Hinterteil und grinst. “Ich bin an Felicio geraten, von Grimrigs Partida. Ich hab ihm in die Levhthansfreude getreten. Da hat er mich einfach hergenommen und übers Knie gelegt. Ich hatte die Lederhose an, aber der Mann hat Kräfte!” Sumaida inspiziert das in Mitleidenschaft gezogene Körperteil. “Immerhin hat er Dir nicht ins Gesicht geschlagen.” “Dann hätte ich jetzt keine Zähne mehr. So schlafe ich halt heute nacht auf dem Bauch.” Buki grinst und läßt sich wohlig seufzend ins heisse Wasser sinken. “Janis ist von Netta übel aufs Kreuz gelegt worden...” “Ich hab ihn schon behandelt. Es ist nichts gebrochen.” Auch Harana steigt ins Wasser. “Ich werde morgen aussehen wie eine verprügelte Ehefrau. Und das Hemd zu stopfen dauert ein paar Stunden.” Sie mustert Sumaida, die zusammenpackt. “Alejandro hatte mal wieder den richtigen Riecher, nicht wahr?” Sumaida nickt, kommentiert das aber nicht weiter. “Ich bring eben mein Zeug weg, dann komme ich auch rein.”
Oben im Zimmer ist Jelinea auch gerade dabei, sich fürs Bad fertig zu machen, und sie schaut zu Sumaida, als die schweigend ihre Tasche verstaut und sich umzuziehen beginnt. “Bist Du böse mit mir?” Sumaida zögert beinahe unmerklich, schüttelt dann aber den Kopf. “Nein...uh.. wieso?” “Wegen meiner Bemerkung zu Alejandro vor dem Gildenhaus.” Sumaida zögert wieder, und bei ihr ist das Antwort genug. “Es war echt nicht so gemeint. Als Schwertgesellin...” Sumaida macht ihrem Herzen Luft, ohne laut zu werden. “Korian und die anderen müssen morgen erst mal ihre blauen Flecken auskurieren. Das ist ein verlorener Tag. So Bullen und Bären wie Grimrig, Duro oder Felicio stecken das vielleicht einfach weg, aber wir nicht. Du weisst genau, dass Alejandro nicht feige ist.” Jelinea läuft rot an. “Das wollte ich doch gar nicht andeuten!” Sie schaut aus dem Fenster. “Ich hab's echt nicht so gemeint.” Sumaida nimmt die Entschuldigung an. “Laß uns ins Bad gehen, bevor das Wasser kalt wird.”

7. Tag, Vormittags auf der Rossa, Flussaufwärts. (Goldon und Alricio)
Goldon entscheidet sich und nimmt den Auftrag für die verlassene Plantage von der Wand. Rijka notiert sich seine Entscheidung, schreibt auch auf, das Alricio mit ihm zieht, wie bei allen anderen Partidas offenbar, und wünscht ihnen viel Glück. Der Schiffsführer nimmt die Bezahlung gleichmütig entgegen und verspricht, entsprechend weit hoch zu fahren um sie abzusetzen und, noch wichtiger, sie morgen Abend auch wieder abzuholen.
Die Rossa ist recht voll, und Goldon erkennt auch einige wieder. Da ist Nikka mit ihrer Partida, direkt neben ihnen. Heute morgen scheint Trolli immerhin bessere Laune zu haben und scherzt mit Gabir, weswegen Goldon davon ausgeht, dass Inazuna auch da ist. Eine etwas größere Gruppe, geführt von einem selbstbewussten Kerl mit einer Hellebarde lagert mittschiffs, er unterhält sich mit ein paar Questadoren, die Goldon noch nicht einordnen kann. Vorne am Bug, wo die Luft am frischesten ist, hat sich eine Grandessa, die gerne und viel lacht, mit ihrer Entourage niedergelassen. Sie unterhält sich mit Donna Leonia, und die beiden scheinen zumindest Gesprächsstoff zu haben. Die Grandessa hat ein halbes Dutzend eigene Sklaven und dazu noch ein halbes Dutzend Rabotnici dabei, und die Rossa zieht einen einfachen Lastkahn hinter sich her, auf dem Seil- und Hebezeug liegt. Offenbar hat sie etwas Schweres im Auge. Leonia hat einen Rucksack mit allem Nötigen dabei, unter anderem eine zusammengerollte Hängematte und eine zusammengelegte Plane, aber Goldon kann ihr keine Begleitung zuordnen.
Die Rossa legt zwischendurch ein paar mal an, und irgendwann gehen auch der Hellebardier mit seiner Truppe von Bord, und das Schiff leert sich etwas. Dann kommt der Sumpfanleger in Sicht und die Grandessa erhebt sich. „Gabir! Einmal Glück bringen!“ Sie breitet die Arme aus und Gabir lässt sich nicht lange bitten. Leonia fällt beinahe die Kinnlade herunter, als er seine Hände unter ihr Bluse schiebt. „Rahjalina!“ Die Grandessa zieht Gabir zu sich heran und drückt ihm einen Schmatz auf die Stirn. „Danke!“ Sie wendet sich an Leonia. „Das bringt Glück! Absolut.“ Leonia schaut von ihr zu Gabir, ganz offensichtlich nicht überzeugt. „Du willst mich für dumm verkaufen.“ Sie schaut in die Runde, aber während einige Questadorinnen kichern, heben andere wie resigniert Schultern und Hände. Nikka lacht. „Es funktioniert. Keine Ahnung warum, aber es funktioniert.“ Trolli grinst. „Aber nicht durch dir Rüstung.“ Leonia wittert eine Verschwörung. „ Das ist nicht euer Ernst.“ Nikka schüttelt den Kopf. „Wenn ihr wirklich allein in den Sumpf wollt, könnt ihr alles Glück brauchen, Donna. Komm her Gabir, ich auch!“ Sie trägt eine Krötenhaut und muss sich erst davon befreien, während ihre Partida kichert und gluckst, und ihr Beispiel bewegt noch zwei weitere Questadorinnen zur Nachahmung. Leonia schüttelt den Kopf. „Ich glaub's nicht. Das kann nicht wahr sein.“ Die Grandessa zuckt mit den Schultern und richtet sich ihr Dekolletee. „Dein Schaden, Leonia.“ Der Sumpfanleger kommt in Sicht, und sie erhebt sich, macht eine rührende Armbewegung und ruft laut. „Bombarda ruft zum Aufbruch! Auf geht’s! Lasst uns alle reich werden!
Das Ausladen dauert etwas, aber noch bevor das Schiff weiterfährt, versammeln sich alle, die in den Sumpf gehen, zu einem kurzen, aber ernsthaft vorgebrachten Gebet.
von Jadoran
13.05.2019 18:46
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Abend, Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
Prosperos Augen blitzen amüsiert. “Vorfreude ist doch die schönste Freude, meine gleichermassen Rahja und Hesinde gefällige Collega. Und wenn es euch dazu bringt, auf eurem Lager an mich zu denken... Nun, vielleicht erzähle ich Alpacina noch ein wenig auf dem Nachhauseweg. Wenn sie brav ist.” “Oder unartig?” Siana kichert, und Prosperos Lächeln verbreitert sich. “In der Tat. Hier in der Weinstube wäre ohnehin kaum der rechte Ort dafür. Und was die Vogelperspektive angeht – die nächsten beiden Tage seid ihr wieder vor Ort, nicht wahr? Dann nehmen wir doch den Tag nach euer Rückkehr, diesmal nach dem Frühstück, bei mir im Weissen Ara?” Die Frage richtet sich vornehmlich an Prospero, und der nickt nach einem rückversichernden Blick zu Siana, an der ja die Zeichenarbeit wohl größtenteils wird hängen bleiben, mühsam wieder vom Zwanglosen ins Berufliche wechselnd. “Es wäre mir ein grosses Vergnügen. Und eine große Hilfe.” “Das wollen wir hoffen - wobei ich euch nicht zu viel versprechen will. Es ist nur ein Bild.” Die dunkle Katze macht einen eleganten Sprung von der Brüstung und verschmilzt mit der Dunkelheit.
Prospero verabschiedet sich von einigen braven Bürgern und Bürgerinnen mit einem freundlichen Kopfnicken, welches tatsächlich überall erwidert wird, nickt auch Tsabina und Saki zu, wobei letzte begeistert zurückwinkt, dann knallrot wird und sich hinter ihren Freundinnen versteckt. Dann bietet er Siana seinen Arm, und Porspero tut selbiges bei Boronaya.
Als sie die Treppchen zur Prachtstrasse erklommen haben und schon die Brücke nach Sandalia sehen, wendet sich Prospero noch einmal an Boronaya. “Das hübsche Kind, das uns bedient hat, euch verbindet eine Vergangenheit? Ich vermeinte ein Erkennen zu spüren, eines zu besseren Zeiten für sie? Oder bin ich zu neugierig?” Gut zweihundert Schritt haben sie noch gemeinsamen Weg.
von Jadoran
13.05.2019 15:41
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7. Tag, Recht früh Morgens, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon und Alricio)
Leonia macht schon den Mund auf um etwas Schnippisches zu sagen, beherrscht sich dann aber und zuckt mit den Achseln. “Ich will ja keinen Feldzug anführen, nur etwas aufklären. Aber na schön, dann auf ein andermal, ihr tapferen Streiter.” Sie nickt Goldon nicht unfreundlich zu, lächelt Alricio an und wendet sich zum Gehen. Ob das ironisch war oder nicht, kann man so einfach nicht sagen. Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Rijka schaltet sich ein. “Donna Leonia, ich kann nur deutlich davon abraten, allein in den Sumpf...” Leonia hebt die Hand. “Ich bin kein Grünschnabel. Aber vielen Dank, Signorita.” Sie marschiert hinaus. Am Tisch der Söldner, mit denen sie sich gestritten hat, hält einer seinen Tellerhelm in die Tischmitte. “Einen Oreal, dass die allein loszieht.” Die Anführerin steigt ein, eine Söldnerin hält dagegen. “Nee, so doof sah sie auch wieder nicht aus.”
von Jadoran
13.05.2019 08:43
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7. Tag, Abend, Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
“Ich könnte Siana bitten, sie tanzt sehr gerne, augenscheinlich.” So langsam kommen sie in Tritt, und Fortschreitter taut zunehmend auf. Niemand wird sie zum Paar des Abends vorschlagen, aber sie haben ihren Spaß, und kommen sich näher. Seine rechte Hand, zunächst noch brav auf ihrer Hüfte, wandert etwas tiefer, und bei den Drehungen hält er nicht mehr sorgsam Abstand, so dass sie sich hier und da an Armen und Beinen, und als sie es drauf anlegt, auch anderswo berühren, bis er schliesslich, als sie sich bei ihm eindreht, einen Kuss von ihrer Wange stiehlt. Der Wein und die Musik steigen beiden zu Kopfe, aber dann ist die Musik wieder aus, und sie kehren zum Tisch zurück, wo mittlerweile das Fleischstäbchen verschwunden ist, die Katze aber immer noch da sitzt, als wäre sie aus Basalt gehauen. Auch Siana und Prospero sind ins Schwitzen gekommen, und bevor sie sich niederläßt, versetzt ihr Prospero einen Klaps, den sie Boronayas Meinung nach bewusst provoziert hat und prompt mit einem Kichern quittiert. Aber leider geht es auch bereits auf die elfte Stunde zu, und Fortschreitter und Siana haben Jucho und seine Partida für den morgigen Tag für das Säulenfeld gebucht, und das bedeutet, sie müssen kurz nach der sechsten Stunde aus den Federn. Prospero spricht die unangenehme Wahrheit aus, und schließt mit einem. “Dürfen wir die Damen nach Hause begleiten?” Siana bringt ihre Frisur in Ordnung. “Oder teilen wir uns auf, wie wir gekommen sind? Dann müsst ihr nicht hoch bis zum Palmenhaus, Boronaya und Ribaldo, und ihr, Tadaeus, nicht hinunter auf den Platz der Helden.”

27. Tag, Abends, Alte Baracken, Portas, Santinera
Als sie wieder heim kommen, erfährt Alejandro eine gewisse Genugtuung, denn Rando, Janis und Korian lecken gerade ihre Blessuren. Offenbar gab es eine tüchtige Prügelei. Korian, stolzer Träger eines saftigen Veilchens, brummt. “Irgendso ein Idiot hat Buki in den Schritt gegriffen, und sie hat ihm darufhin einen Tritt verpaßt. Leider direkt in die Kauleiste. Dann gabs Ärger.” Blank ziehen im Gildenhaus, noch dazu im Gedränge, kommt nicht in Frage, das muss nicht diskutiert werden, also blieben die Fäuste. Sumaida schaut sich das Malheur an. “Ich hole meine Tasche! Wie geht es Buki und Hara?” Korian zuckt mit den Schultern, verzieht dann das Gesicht, als ihn seine Anatomie an die Folgeschäden seiner Abendunterhaltung erinnert. “Schon im Bad. Haben auch was abgekriegt – Harana hat's ausserdem die Bluse zerrissen, die ist ziemlich durch den Wind.” Er schaut zu Alejandro. “Ihr wart keine fünf Minuten weg. Hast Du das gerochen, Bruder?” Alejandro grinst unbeholfen. “Lag schon irgendwie in der Luft, mein ich. Wie geht's der Schulter?” “Etwas geprellt, denke ich. Ich hatte dem Kerl eine saubere Gerade verpaßt. Aber er hat nur den Kopf geschüttelt, 'Hupp!' gebrummelt und mich dann hochgehoben und auf den Tisch geworfen. War so ziemlich jeder gegen jeden, oder zumindest Partida gegen Partida.” Er grinst. “Wir haben ganz schön aufs Maul bekommen.”
Sumaida kommt aufgeregt und im Laufschritt wieder, und die Jungs lassen sich nacheinander verarzten. Sie haben tatsächlich so einiges abgekriegt. “Ihr solltet morgen erst einmal auskurieren. Janis geprellte Rippe, Deine Schulter, und Randos Handgelenk... ausserdem macht es keinen guten Eindruck auf Auftraggeber, wenn ihr aussieht wie verprügelte Hunde.” Sumaidas Erleichterung, dass nichts wirklich Schlimmes passiert ist, schlägt in Strenge um. “War das denn wirklich nötig?” Korian zuckt mit den Schultern. “Man muss auch einstecken können. Danke, übrigens.” Sumaida schüttelt den Kopf. “Ich schaue jetzt nach Buki und Hara.” Sie ringt sich zu einem Lächeln durch.
von Jadoran
12.05.2019 09:53
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Abend, Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
Bei dem kaum verdeckten Tadel an ihn wird Fortschreitter rot, wohl ganz offensichtlich, weil er ihn als verdient akzeptiert, und er verspricht ihr den nächsten Tanz, während Diederich sie schon auf den freien Platz führt, der als Tanzfläche dient. Saki, die Prospero zwangsverpflichtet hat, dreht und wirbelt wie ein Brummkreisel, und obwohl sie nur einen einfachen, sicher selbstgenähten Baumwollrock und eine recht simple Leinenbluse mit ein paar Bändern im Haar trägt, wirkt sie gerade im Moment wie eine Prinzessin. Das Licht der Fackeln und Kerzen läßt ihr Haar glänzen, und ihr strahlendes Lächeln zieht die Umgebung in ihren Bann, und immer wieder spielt ein LIchtreflex von ihren makellosen Zähnen und großen braunen Augen.
Aber auch Diederich kann tanzen, sehr gut sogar, und Boronaya merkt, wie sie sich immer mehr in seine Hände begibt. “Ihr tanzt wie eine junge Göttin, Boronaya.” Auch sie schwingt und dreht sich, und kommt immer mehr in Stimmung, während sich ein Kompliment ans andere reiht. Vielleicht sind es Schmeicheleien, aber Boronaya fühlt sich gerade in Stimmung, sich schmeicheln zu lassen. Seine Hände sind hier und da, zuweilen nehmen sie sich deutlich mehr heraus, als sie bei einem einfachen Beisammensein gestatten würde, aber jetzt gerade hier fühlt sich das genau richtig an und dürfte sogar etwas mehr sein. Sie merkt, wie ihr Körper Diederich die Signale gibt, die er wünscht, und dann, als er sie nach einer vielleicht etwas zu schwungvollen Drehung sanft abbremst, sind sie auch kurz genau da, wo Gabir sie neulich selbstherrlich hatte. Aber diesmal fühlt sich das wunderbar an. Leider sind sie viel zu schnell wieder weg, denn der Tanz endet schon. Es gibt einen Applaus der Umstehenden für Saki, welche Prospero zurück zu ihren Freunden führt und sich mit einer Verbeugung für den Tanz bedankt, was sie ihrerseits mit hochrotem Kopf aber strahlend mit einem Knicks erwidert.
Auch Diederich führt Boronaya wieder zurück, und verabschiedet sich, bevor Prospero an den Tisch zurück kommt, mit dem Wunsch nach einem Wiedersehen. Fortschreiter hat sich hastig erhoben, als sie wieder zum Tisch kam und dabei sogar seinen leeren Weinbecher umgeworfen, und macht eine Verbeugung. “Wenn ich euch dann wieder mit Beschlag belegen dürfte, Boronaya?” Siana, die von ihrem jungen Galan ebenfalls zurück begleitet wurde, schnappt sich gleich gutgelaunt Prospero am Arm. “Ihr alter Charmeur. Dieser Tanz gehört mir.” Sie schaut zur Katze, die sich nicht bewegt hat, aber nun deutlich näher an dem Teller mit dem letzten Fleischspiesschen sitzt als vorher, welches sie offenbar überhaupt nicht interessiert. “Ich stehe ganz zu euer Verfügung.” Prospero nickt Fortschreiter und Boronaya aufmunterd zu. “Auf ins Vegnügen, ihr junges Volk!”
Fortschreitter hat seine Tanzfähigkeiten leider nicht verbessert, auch wenn sie rein technisch wahrscheinlich etwas besser als Boronayas eigene sind, wie sie sich zu seinen Gunsten erklärt. Er schiebt und wendet sie durch das Volk, diesmal sorgsam vermeidend, sie zu treten oder jemand anzurempeln. “Ich fürchte, ich habe meine Tanzkünste zu sehr vernachlässigt. Aber ich gelobe Besserung, Boronaya.”
von Jadoran
11.05.2019 18:57
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27. Tag, Abends, Sandalia (Die Crocodileros)
Ihre Weg führt sie nach Sandalia. Aus Carloscos Schenke im Hafen dringt ebenfalls Lärm, hier gedenken die Rabotnici ihrer toten Kameraden. Die Posten der Stadtwache an der Strasse nach Sandalia hinauf sind verstärkt, wohl weil Alejandro nicht der einzige ist, der mit einer Prügelei rechnet, aber da ausser Jelinea, die ihr Rapier an der Seite hat, niemand von ihnen eine Waffe trägt, werden sie ohne Kommentar nach Sandalia durchgelassen. Hier ist es deutlich friedlicher, und bald schon dringen die Düfte verschiedener Garküchen in ihre Nasen. Sie halten bei einer kleinen Garküche an, die neben einem Schuster liegt, der noch eifrig bei der Arbeit ist, und erstehen ein paar frittierte Fische an Stäbchen und einen Krug Bier. Es gibt nur zwei kleine Tischchen auf dem ebenso kleinen Platz, aber die Abendluft ist angenehm, und einer der Tische wird tatsächlich gerade frei. “Die sind echt gut!” Alejandro schaut zum Wirt. “Habt ihr die doppelt frittiert, Senor?” “In der Tat mein Junge, einmal um sie durchzubraten, und noch einmal kurz, um sie schön knusprig zu machen.” “Das ist euch wahrlich gelungen!” Auch das Bier ist deutlich besser als im Gildenhaus, und die Stimmung hebt sich. Alejandro geniesst das Essen und gesteht sich ein, dass Jelineas Bemerkung ihn mehr geärgert hat, als er gedacht hatte. Um auf andere Gedanken zu kommen schneidet er das Thema der Mitnahme der beiden Jungmagier bei der Kräutersuche an. Marico sagt als erster was, und íst nicht so begeistert. “Die halten uns nur auf, oder? Und bezahlen tun sie uns ja sicher nicht, oder?” Alejandro widerspricht nicht. “Ist, denke ich, nicht beabsichtigt. Aber wir lernen auch was über Magier, oder?” Jelinea zögert. Alejandro hat damals Janis und sie als nutzlosen Ballast mitgeschleppt, da wäre es nicht gerade fein, dieses Argument jetzt zu bringen, und sie beschränkt sie auf ein. “Meinst Du wirklich?” Alejandro nickt. “Wäre ja erst mal nur dieses eine Mal. Und natürlich am Westufer. Aber ich würd schon gerne mehr darüber erfahren, was Zauberer so können und was nicht. Ausser Feuerbälle zu werfen und Leute in Kürbisse zu verwandeln, mein ich.” Er grinst. Sumaida äussert leise ein “Ich bin dafür”, und darufhin legt sich auch Marico fest. “Du bist der Boss. Und Du hast recht, kostet uns ja nichts ausser ein wenig Zeit, und die haben wir.” Jelinea lenkt ein. “Von mir aus. Vielleicht lernen wir tatsächlich was.”
von Jadoran
11.05.2019 00:36
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Abend, Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
Der Magus lehnt sich lächelnd etwas zurück, und sie kann ihre Wirkung auf ihn gerade nicht richtig einschätzen, ohne sich näher damit zu befassen. “Offen gesagt vor allem meine Kräfte regeneriert, während meine geschätzten Kollegen mit der Analyse begonnen haben.” Die Musik beginnt wieder, und dann taucht eine maximal Achtzehnjährige am Tisch auf, auf dem Gesicht noch einen Rest von 'Und ob ich mich traue, ihr werdet es schon sehen!´, die Prospero ihr bestes Lächeln bietet. “Darf ich um den nächsten Tanz bitten, Gelehrter Herr?” Prospero erhebt sich und verneigt sich. “Aber mit dem größten Vergnügen. Saki, die Tochter unseres geschätzen Apothekers Paulson, nicht wahr?” Die junge Frau lächelt geschmeichelt, dass sie erkannt wurde. Prospero wendet sich an Siana und Boronaya. “Mit eurer gütigen Erlaubnis.” Siana lacht. “Erteilt, aber hebt euch ein wenig Energie für mich auf!” “Oh, da könnt ihr sicher sein! Versprochen ist versprochen!” Saki zieht ihn fort.
Sakis Beispiel hat wohl einen jungen Mann ermutigt, und auch Siana wird aufgefordert, so dass Fortschreitter und Boronaya allein am Tisch verbleiben. Einige junge Männer fragen sich recht offensichtlich, ob sie sich trauen sollen, die Magierin aufzufordern, es bräuchte wohl nur eines aufmunternden Blickes an einen von ihnen, um sie zur Tat schreiten zu lassen.
Fortschreitter hält sich mit den Händen an seinem Weinbecher fest und sucht offenbar nach einem Gesprächsthema, ziemlich sicher würde er sogar Boronaya ein weiteres Mal auffordern, wenn er nicht Angst hätte, ihr noch einmal auf die Zehen zu steigen.
“Ich hoffe, ich laufe damit nicht Gefahr, mich nur noch hüpfend fortgewegen zu können, aber darf ich um den Genuss eines Tanzes bitten, Boronaya? Ihr erlaubt doch, Ribaldo?” Diederich verneigt sich vor Boronaya.

27. Tag, Abends, Gildenhaus in Portas, Santinera
Das Begräbnis war überraschend gut besucht – vielleicht weniger wegen Onid als wegen der beiden in Santinera aufgewachsenen Arbeiter, und die Borongeweihte liess es sich nicht nehmen, Vergeltung für die Schändung der Leichen zu fordern. Viele Freunde unter den Questadoren haben die Echsen ohnehin nicht, und die Stimmung ist aufgeheizt, was sich im Gildenhaus fortsetzt. Das Bier fliesst in Strömen, aber Alejandro fühlt sich zunehmend unwohl und blickt schließlich zu Marico. “Lass uns gehen. Das endet hier in einer Prügelei...” Marico schaut sich um und nickt. Die meisten sind genau in der Stimmung, sich irgendwelche Achaz vorzunehmen, aber da leider gerade keine anwesend sind, ist es nur wahrscheinlich, dass die Hitze sich eher früher als später ein anderes Ventil suchen wird – und spätestens seit ihrem Sparring mit Korian überschätzt Marico da seine Chancen nicht. Sumaida muss nicht überzeugt werden, ihr ist die zur Schau gestellte Derbheit ohnehin zuwider. Jelinea hingegen zögert, zumal Korian und seine Partida sich pudelwohl zu fühlen scheinen und Buki bereits auf einem der Tische tanzt, angefeuert von einer johlenden Menge. “Du kannst noch bleiben – Janis ist ja auch noch da.” Alejandros Vorschlag führt zu einem Stirnrunzeln, und als Buki einer weiteren Söldnerin, einer aus Grimrigs Partida, an deren Namen sich Alejandro gerade nicht erinnern kann, auf den Tisch hilft, erhebt sich auch Jelinea. “Nein, ich komme mit. Das Bier schmeckt hier ohnehin wie Goblinpipi.” Sie schieben sich nach draussen, und an der frischen Luft grummelt Jelinea ein wenig. “Müssen wir uns eigentlich immer verziehen, wenn es nach Ärger riecht?” Alejandro wird rot. “Müssen nicht, aber wem bringt es was, wenn wir in eine Schlägerei wegen nichts geraten? Ich such mir meine Kämpfe gerne selber aus.” Jelinea steckt zurück. “War ja keine Kritik.” Alejandro zuckt mit den Schultern und lügt. “Ist auch nicht so angekommen.” Er schaut sich um, den Lärm des Gildenhauses im Rücken. “Sollen wir noch irgendwohin, wo es was Vernünftiges zu Essen und Trinken gibt?” Sumaida nickt heftig, und Jelinea und Marico haben auch keine Einwände.
von Jadoran
10.05.2019 10:43
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7. Tag, Recht früh Morgens, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon und Alricio)
Rijka deutet auf den Zettel. Um den Auftrag anzunehmen, muss Goldon ihn wohl an sich nehmen. “Ihr müsst dem Schiffsführer der Rossa Bescheid sagen. Die Plantage liegt etwa eine halbe Schiffsstunde nördlich des Sumpfanlegers, soweit fährt er nur, wenn jemand dahin will. Sie liegt angeblich sehr nahe am Fluss auf der Westseite, der Anleger soll noch sichtbar sein. Vom Anleger aus dürfte es trotzdem mindestens eine Viertelstunde landeinwärts sein, eher eine halbe Stunde. Ich war selbst nie da, aber all zu nahe wohl sicher nicht, des Hochwassers wegen. Obwohl... es scheint ja nichts geholfen zu haben. Vereinbart auf jeden Fall die Abholung für den nächsten Tag, sonst sitzt ihr da fest, bis ihr ein Kanu aufgetrieben habt. Der Bericht geht an mich, und wenn er nach allgemeinem Überfliegen ein Kundschafterbericht ist, bin ich befugt, euch auszuzahlen.”

In diesem Moment kommt eine junge Frau durch die Tür, mit breitkrempigem Landsknechtshut, einer ziegenledernen Peitsche, Jagdmesser und eine Balestrina am Gürtel, gekleidet in neues Lederzeug, blank geputzte Halbstiefel und Wickelgamaschen. Sie schaut sich mit einer Mischung aus Unglauben und Verstimmung um, dann marschiert sie zum Schwarzen Brett. Was sie sieht, scheint sie nicht zu erfreuen, und sie stellt Rijka zur Rede. “Wo sind meine Söldner? Das Schiff fährt bald! Habt ihr den Auftrag zu spät hingehängt?” Die Balestra hat gravierte Beschläge, die Peitsche einen silbernen Knauf mit einem Rubin darin, und das Jagdmesser dürfte ebenfalls so viel wert sein, wie drei oder vier einfache. Rijka versucht ein Seufzen zu unterdrücken. “Donna Leonia. Der Auftrag hängt seit der siebten Stunde.” Die Grandessa schaut sich um und mustert die herumlungernden Questadoren. “Habt ihr nichts zu tun, Kerle? Wollt ihr kein gutes Silber verdienen?” Am Tisch hinter ihr lacht einer der Questadoren trocken. “Gutes Silber immer, schöne Frau. Aber ihr glaubt doch nicht, dass wir für den Hungerlohn im Südtempel unsere Knochen hinhalten.” “Zum gierigen Feilscher mit euch! Das ist Lohn nach Khunchomer Kodex! Was wollt ihr mehr?” Eine andere Söldnerin spuckt tatsächlich aus. “Ihr wollt da mit drei Mann rein und einen Oreal pro Kopf und Tag zahlen? In den Sumpf? Wo man nach zwei Tagen einen Tag flach liegt? In den Südtempel geht keiner, der seine fünf Sinne beisammen hat, mit weniger als vier Mann. Für einen Silber am Tag? Wohl kaum, da verdiene ich auf dem Rücken liegend ja mehr!” Ihre Gruppe macht Hurr Hurr. Die Grandessa ist nicht beeindruckt. “Ihr habt doch einfach nicht die Cojones dafür.” Einer aus der Gruppe gibt zurück. “Ich leg dich gleich übern Tisch und geb Dir Cojones, Süsse!” Die Grandessa macht verächtlich “Pfft!”, sieht aber wohl auch ein, dass es keinen Sinn macht, die Söldner zu beschimpfen. Sie wendet sich an Goldon und Alricio, die am Tresen stehen. “Wie steht es mit euch? Ist nur Erkundung. Wir schauen uns das zwei Tage lang an, dann kehren wir zurück. Schlanker Fuss, rein und raus. Was sagt ihr dazu?”
von Jadoran
09.05.2019 22:34
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Abend, Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
Prospero nickt Fortschreitter zu, der das Nachschenken übernimmt, und reicht selbst die Früchte an. “Das klingt nach einem wahrhaft gelebten Tag.” Er schmunzelt und blickt zu Siana. Die hebt die Hände. “Ich habe den Großteil des Tages damit verbracht, Zeichnungen zu kolorieren, die ich gestern und vorgestern skiziert habe. Immerhin an der frischen Luft.” Fortschreitter gibt sich geschlagen. Er hat in seiner Kammer seine Notizen nachgetragen, solange die Erinnerung noch frisch war. “Ihr braucht euch eurer Sorgfalt nicht zu schämen. Offen gesagt habe ich im Prinzip dasselbe gemacht, und die gute Maushaber sitzt, wie ich sie kenne, immer noch über den Unterlagen. Aber jetzt sind wir hier und feiern, Musik und Tanz ist Balsam für Leib und Seele.” Prospero wendet sich an Boronaya, wieder den Schalk in seinen Augen. “Aber warum ihr unheimlicher wirken sollt als ich, das müsst ihr mir erklären. Was habt ihr denn Unartiges angestellt?” Siana kichert. “Das würde ich auch gerne hören.” Der schwere Rotwein und die Tanzerei scheinen ihre Wirkung nicht zu verfehlen – die Malerin ist noch längst nicht betrunken, aber angeheitert ist sie sicher ein wenig.
von Jadoran
09.05.2019 08:30
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7. Tag, Abend, Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
Nach dem Tanz führt Fortschreitter Boronaya, wohl ihre Unzufriedenheit spürend und seine eigene tänzerische Leistung realistisch beurteilend, an den Tisch zurück, und für den zweiten bleibt ihnen nur, Prospero und Siana zuzuschauen, die eine überraschend gute Figur machen. Sianas Kleider sind wie gemacht für den Zweck, und der lang geschlitzte Rock läßt immer wieder kurz ihre langen Beine bis über die Hüfe aufblitzen und die mit Lochstickerei und überformatigen Armellöchern verzierte Bluse verheisst stets den dann doch nicht in Fülle gewährten Einblick auf mehr. Vor allem scheint sie gerne zu tanzen.
Aber während Fortschreitter noch nach einer Antwort auf ihre Frage sucht, die aufgrund des Tones sicher nicht das bedeutet, was er sich vielleicht wider alle Wahrscheinlichkeit von dem Abend erhofft, kommen die beiden an den Tisch zurück und Prospero bietet Boronaya seinen Arm. “Einen Tanz zumindest schuldet ihr mir, Blume von Selem,” Er zwinkert ihr zu, und sie findet sich in den Armen Prosperos wieder. Während Siana unbarmherzig Fortschreitter fordert, sie aufzufordern. "Signoritas wollen betanzt werden!"
Und es macht Spaß. Anders als sein Vorgänger beansprucht Prospero mit großer Selbstverständlichkeit die Führung und verkrampft auch nicht beim Anfassen. Sie muss sich keine Gedanken über das wohin und drohende Zusammenstösse machen, darum kümmert er sich, und sie merkt, wie die Musik von ihr Besitz ergreift und ihr Körper sich freut, zu drehen und zu wirbeln, und sie langsam in Stimmung gerät, die zufälligen oder verstohlenen Berührungen geniessend, die der Rahjanga den Partnern erlaubt und nahelegt, sich begehrenswert und verehrt fühlt. Prospero scheint allerbester Laune, und als er sie mit dem Verstummen der Musik – die Musiker machen eine erste kurze Pause – nach einer Verbeugung wieder zurück an den Tisch führt, schwindelt ihr zwar ein wenig der Kopf, fühlt sie sich aber erfrischt und gut amüsiert. Fortschreitter hat tapfer seinen Mann gestanden, wenn auch offenbar, genau wie bei Boronaya, hin und wieder auf der falschen Stelle, wofür er sich gerade wieder entschuldigt, aber Siana scheint es ihm nicht übel zu nehmen. Auf einen Wink von Prospero bringt Tsabina neuen Wein, einen Krug Wasser zum Mischen und einen Holzteller mit frischen Früchte. “Und womit habt ihr den heutigen Tag verbracht, meine Liebe?”

27. Tag, spät vormittags, Alte Baracken in Portas, Santinera
Auf diese Art kommen sie doch erst knapp vor dem Mittagsregen nach Hause, wo jeweils Korian und Marico sowie Janis und Jelinea miteinander Sparring machen, und während Korian recht eindeutig Marico trainiert und immer wieder unterbricht, um Tipps zu geben oder auf Fehler hinzuweisen – nachdem er sie schamlos ausgenutzt hat – sieht es bei Janis und Jelinea fast wie ein ernster Kampf aus. Sie sind sich beinahe ebenbürtig, Janis ist etwas stärker, aber Jelinea flinker, und schliesslich gelingt es ihr, ihn nach einem gar nicht einmal besonders ungefügen Hieb auszumanövrieren und die Klinge an die Kehle zu halten. Er läßt seine Klinge sinken und hebt die Hand mit dem Buckler. “Touché. Wieder einmal.” Jelinea grinst. “Das ist dann mein neunundvierzigster Sieg in Folge.” Er schüttelt den Kopf, während Harana, die auf der Bank Rando dabei zusieht, wie der ihre Balestra pflegt, kichert. “Du zählst die?” “Jeder Kampf macht uns besser.” Jelinea und Janis salutieren zueinander mit erhobenen Rapieren und stecken sie dann weg. “Puh.” Sie erblicken die Heimkehrer. “Ah, der Fisch ist da!” Alejandro muss lachen. “Ihr seid beide wirklich gut.” Jelinea grinst. “Aber gewonnen hab ich!” Janis kennt das offenbar und nimmt es nicht krumm – oder wenn doch, läßt er es sich zumindest nicht anmerken. Alejandro schaut zu Korian und Marico, die auch unterbrochen haben, um sie zu begrüssen. “Na, wie lief's?” Sie folgen ihnen in die Küche. Alejandro wäscht sich die Hände und bindet sich dann die Schürze um, bevor er sich ans Ausnehmen der Fische macht. “Der Tod von dem Magier ist Stadtgespräch, und die Marus auch.” “Kein Wunder.” Korian schaut sich um, während Marico, der die Abläufe in der Küche besser kennt, sich bereits mit Sumaida ans Schnibbeln macht. “Da kommt noch was nach, bin ich sicher. Müssen wir zu dem Begräbnis von Onid und den beiden anderen?” Sumaida zögert, und Alejandro hofft, ihren Gesichtsausdruck richtig zu deuten. “Wird ja keine große Sache sein. Ich denke schon, wir sollten kurz auftauchen. Nur abends zum Umtrunk zu gehen käme sicher nicht so gut... ein bisschen die Ohren aufzusperren schadet nicht. Wir müssen ja nicht ganz vorne stehen. Große Freunde waren wir ja nun gerade nicht.” Korian nickt und schaut sich um. “Stimmt schon.” Dass es drei aus Onids Truppe waren, die Sumaida abpassen wollten, ist allen noch in deutlicher Erinnerung, und auch wenn Onid selber damit wohl nichts zu tun hatte, so färbt die Antipathie doch irgendwie ab. Korian blickt nach draussen. “Harana, schwing Deinen Prachthintern hoch und hilf mit, Tisch decken!” Die schmollt. “Ich hab mich gerade hingesetzt, wir sind beim Waffenpflegen.” Korian zieht die Augenbrauen hoch, und sie gibt nach. “Ich komm ja schon. Elender Sklaventreiber! In der Zeit, in der Du mich hochgescheucht hast, hättest Du es doch längst selbst erledigen können!” Das trägt ihr einen ziemlich festen Klaps ein, als sie an Korian vorbei läuft. “Menschenschinder!” Sie grinst, und Korian lacht. “Wo ist Buki?” “Da, wo man zu Fuss hingeht.”
von Jadoran
08.05.2019 17:46
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7. Tag, Recht früh Morgens, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon und Alricio)
Rijka zuckt auf Goldons Frage hin mit den Schultern. “Nun, die Passage mit der Rossa kostet fünf Kupfer pro Kopf und Fahrt. Die Plantage selbst liegt schon länger still, sicher zehn Regenzeiten. Soweit ich weiss, hat ein Wilmaan-Spross damals versucht, eine Kakaoplantage zu errichten, aber nachdem ein Frühjahrshochwasser für eine Überschwemmung der Felder gesorgt hat, ist ihm entweder das Geld oder die Lust vergangen. Er hat die Sklaven damals an andere Plantageros verkauft und ist abgereist. Die Plantage selbst wollte damals niemand kaufen. Der Auftraggeber will anonym bleiben. Er will einen Bericht über die Zustände vor Ort. Der Auftrag hängt schon eine Weile.” Sie zuckt erneut mit den Schultern, als ob sie sagen wollte: Bei der Bezahlung kein Wunder.
Am nächsten Tisch, besetzt durch eine Fünfergruppe, schüttelt ein strohblonder Kerl den Kopf. “Laßt lieber die Finger davon, ihr Grünschnäbel. An der Sache ist garantiert irgendwas faul. Wenn jemand wirklich Bescheid wissen wollte, würde er sich 'nen Kundschafter als Leibwächter mieten und selber hinfahren.” Seine Gruppe nickt, aber seine dunkelhäutige Anführerin grunzt. “Red ihnen nicht rein, die müssen selber wissen, was sie tun. Geht uns nichts an.” “Ich sag ja nur.” “Halt die Klappe.” “Ist ja gut, Jefe.” Rijka zuckt mit den Schultern. “So würde ich es machen. Aber der Auftraggeber wird schon seine Gründe haben.”
von Jadoran
08.05.2019 15:09
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7. Tag, Recht früh Morgens, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon und Alricio)
Rijka lächelt freundlich. “Ich hänge die Aufträge um die siebte Stunde aus, um die Zeit sind die meisten Veteranen bereits da.” Nun, das ist deutlich früher als gewohnt, das erfordert schon Selbstbeherrschung, wenn man den Drill nicht täglich hat. Auch Goldon hat sich mittlerweile einen bequemeren Trott angewöhnt. “Und ja, Fechter gibt es deutlich mehr als Kundschafter oder gar Heiler. In der ganzen Gilde gibt es derzeit eine einzige echte Heilerin, der Rest sind mehr oder minder erfahrene Feldscher. Camiaras Kundschafter ist bei Felico untergekommen.” Dem Klang ihrer Stimme war das nicht unbedingt die weiseste Entscheidung von Felico. “Aber lasst euch nicht entmutigen und habt etwas Geduld. Vor ein paar Tagen hat sich eine Kundschafterin eingeschrieben, ist aber noch nicht wieder aufgetaucht, und es gibt immer wieder Wechsel. Auch kommen manchmal kurzfristige Eskortierungsaufträge herein, wenn die Conchita mit Gästen von der Hauptstadt einläuft.” Darauf hoffen oder warten wohl auch die Gruppen, die im Gildenhaus verblieben sind.
von Jadoran
08.05.2019 01:38
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7. Tag, Abend, Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
Prospero hebt seinen Becher. “Mein erster Lehrmeister, Boron hab ihn selig, sagte mir stets: Um zu bekommen, was Du willst, Junge, musst Du wissen, was Du willst.” Siana beugt sich ein wenig vor. “Wenn ich jenes mysteriöse Ding zeichnen darf, dann würde ich dafür sogar etwas Unanständiges tun, Tadaeus.” Prospero lächelt und nickt. “Dann laßt uns das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und schenkt mir den ersten Tanz.” Die Musiker sind bereits am stimmen und sich eindudeln, und gerade als Siana zustimmt, beginnen sie mit dem ersten Stück. Sie sind nicht die ersten, ein älteres Paar und zwei Jungspunde kommen ihnen zuvor, aber es ist noch Platz. Prospero wendet sich an Fortschreitter. “Wenn ihr nicht von einem alten Mann ein Feigling genannt werden wollt...” Der junge Gelehrte gibt sich, durch den Wein befeuert, einen Ruck und verbeugt sich vor Boronaya. “Wenn ich bitten darf.” Wie lange ist es her, dass sie getanzt hat? Noch dazu einfachen Rahjanga zur Musik einer Schenkenkapelle? Sie hat nicht einmal einen Rock an, ein schwerer Nachteil gegenüber Siana, die ihren bereits fliegen lässt. Sie kann einigermassen tanzen, das sieht man deutlich.
von Jadoran
07.05.2019 22:42
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27. Tag, Vormittags, Alte Baracken in Portas, Santinera
Als die Rossa anlegt, trennen sich die Gruppen, nicht ohne zu verabreden, sich am Abend im Gildenhaus auf einen Umtrunk zu treffen. Aber allen steckt der Sumpf in den Knochen, und einige haben auch noch Verwundungen auszukurieren. Als sie endlich den Innenhof betreten seufzt Alejandro. “Endlich zuhause. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber mir schlug der Sumpf aufs Gemüt.” Korian zuckt mit den Schultern. Marico sagt nichts, aber aus Sumaida bricht es jetzt heraus. “Das war kein Trugbild! Das war ein Dämon! Ihr habt es doch auch alle gesehen.” Alejandro nickt immerhin. “Ich verstehe davon nichts, aber ich glaube nicht, dass Trugbilder einem Maru den Kopf abbeissen können.” Jelinea und die anderen, die bislang erfolgreich die Fassade des abgebrühten Questadoren aufrecht erhalten konnten, schauen ihn an. “Was?” Alejandro schaudert es noch bei der Erinnerung. “Ich hab's vom Wachturm aus gesehen. Du doch auch, Rando.” Der schaut zu Seite. “So genau nun auch wieder nicht. Nachdem es...er... über den Morast lief wie über festen Grund und sich auf den vordersten Achaz stützte, habe ich...” Janis schaut ebenfalls irgendwohin, wo er niemandem in die Augen schauen muss. “Er hat uns immerhin das Leben gerettet. Und die Magier der Akademie dürfen das.” Korian gibt Buki einen Klaps. “Deswegen sagt man ja auch: Mit Magiern fange man nicht an, man schlage sie denn ganz tot. Jetzt kriegt euch ein. Janis hat recht: Die Magier der Akademie dürfen das, und über den Einsatzzweck kann man sich kaum beklagen, oder?” Buki nickt und bringt ein Grinsen zustanden, vorsichtig den Blick auf Sumaida vermeidend. “Stimmt schon...Und...und vielleicht wars ja doch nur ein Trugbild.” Das wäre so viel bequemer. Sumaida schaut zu Alejandro hoch, und der legt ihr den Arm um die Schulter. “Wir machen uns jetzt frisch und holen uns dann auf dem Markt ein paar Fische. Und zum Phexschrein wollte ich auch.” Sumaida bringt ein Lächeln zustande. “Da komme ich mit.”

Die Einkäufe dem Markt sind schnell erledigt, aber die aufgeriebene Questadorengruppe und der gefallene Magier sind ganz definitiv Stadtgespräch, ebenso die übel zugerichteten Leichen, die geborgen wurden, und deren Begräbnis für den Nachmittag offenbar ansteht. Als sie ihre Münzen im Opferstock unter der Mungostatuette in der schattigen Nische an der Gabelung zweier Treppen versenkt haben, seufzt Alejandro. “Verstehs nicht falsch, aber so bald kriegen mich keine zehn Pferde mehr in den Sumpf.” Sumaida nickt, er spricht ihr aus der Seele, auch wenn sie es nicht einfach so sagen wollte. Alejandro bleibt stehen. “Es sind nicht nur die Echsen – ich will ehrlich sein: Die sind mir im Kampf total über, da muss ich noch viel trainieren. Ich finde den Sumpf selbst einfach furchtbar deprimierend.” Sumaida betrachtet ihre eigenen Füsse. “Ich auch. Und ich kann noch viel schlechter kämpfen als ihr.” Sie versteckt ihre verlegenen Hände hinter ihrem Rücken. “Und mit Kräutersuchen verdienen wir doch eigentlich mehr.” Alejandro nickt. “Stimmt schon. Sollen wir noch zum Peraineschrein?” Sie nickt und lächelt ihn dankbar an.
Beim Weg durch Sandalia spricht sie dann ein anderes Thema an. “Die beiden Assistenten von dem toten Magus...” Alejandro sieht sie an und nickt ermutigend. “Ich hab ja mit ihnen auf dem Schiff geredet. Die...uh... wollen noch ein wenig hier bleiben. Und die würden...uh... gerne mal beim Kräuter sammlen mit. Zum Lernen. Ich hab aber gesagt, das muss ich erst mit euch besprechen.” Alejandro überlegt das. “Sollten wir in der Runde klären. Was für einen Eindruck hattest Du denn von ihnen?” Sumaida zögert. “Schon..uh... ganz nett. Aber ich hab ja auch nur kurz mit ihnen geredet.” “Wir bräuchten dann auf jeden Fall zwei Kanus... aber Kanus dürften sie eh haben. Wir können ja mal einen zusammen trinken.” Sumaida nickt erleichtert. Er legt den Arm um sie und zieht sie heran. “Ich bin echt froh, dass wir ungeschoren wieder heim gekommen sind.” Sie nickt.
von Jadoran
07.05.2019 12:29
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Abend, Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
Prospero lehnt sich wenig zurück und blickt auf die von der Abendsonne beleuchtete Szenerie. “Ein wunderbarer Ort. Wenn man Abends noch ein wenig unter die Leute will oder einem die Decke bei der Recherche auf den Kopf fällt.” Siana pflichtet ihm bei. “Das geht mir genauso. Und die Luft ist hier soviel besser als im Sumpf.” Die Katze ignoriert Bornaya genau wie den Rest der lärmenden, niederen Lebensformen und scheint zu meditieren.
Nun, wo Siana schon einmal das passende Stichwort 'Sumpf' gebracht hat, schneidet Fortschreitter vorsichtig das Thema an, und fragt Prospero, ob er schon einmal persönlich im Säulenfeld an der entsprechenden Stelle gewesen sei. Prospero schmunzelt. “Nun, mein gelehrter Freund, ihr wisst ja, wir Magier haben von Hesinde einen unfairen Vorsprung bekommen, was gewisse Möglichkeiten angeht. Persönlich schon, körperlich nicht, zumindest nicht im engeren Sinne.” Siana, bei der der Silberberger offenbar gut anschlägt, kichert. “Das ist gewiss ein unfairer Vorteil, insbesondere beim unauffälligen Besuch junger Damen.” Auch Prospero muss lachen, wohingegen Fortschreitter rot wird. “Leider gestaltet es sich nicht so, Verehrteste, denn die rahjaischen Freuden sind eng mit dem Körper verwoben. Verwandelt sich eine Magierin etwa in, sagen wir einen Panther, so wird sie feststellen, dass sie den Anblick einers schönen Jüglings zwar noch lecker, aber leider kaum noch verlockend im Sinne der Heiteren findet. Es ist dann mehr wie die Erinnerung an eine Gewohnheit.” Die Katze öffnet die halbgeschlossenen Augen und schaut Boronaya an. Aber vielleicht auch nur Tsabina, die gerade einen Holzteller mit Fleischspiessen an ihr vorbeiträgt.
Fortschreitter wagt sich vor. “Es gibt einem also die Gelegenheit, raubt einem aber das Begehren?” “Prägnant formuliert. In der Tat. Wie schnell könnt ihr zeichnen, Verehrteste?” Das gilt wieder Siana, der er zuprostet. Die schmunzelt und prostet zurück. “Das kommt drauf an, wen oder was.” “Nennen wir es ein Diorama von vier mal vier Schritt Aussmassen. Ihr hättet dafür maximal sieben Stunden Zeit.” Fortschreitter versteht schneller als Siana. “Eine Luftansicht des Gebietes?” Siana hebt die Hände. Wenn es eine veritable Luftansicht ist, dann müssen wir über das Mass an Details reden.” Sie schaut zu Fortschreitter. “Und dann schuldet ihr mir was, mein Bester.” Prospero lacht. “Und wenn ihr es als Vorlage für Wandbild nehmt, Alpacina?” Siana lacht herzlich. “Tadaeus, der Kanzler genehmigt kein Prachtbild, dass nicht wenigstens drei nackte Maiden und ein halbes Dutzend Fabeltiere enthält. Selbst die grosse Logarithmentafel im Lehrsaal musste ich mit einer Allegorie der Mathematik und einem Einhorn versehen. Aber eine Luftansicht... hätte schon etwas. Normalerweise muss man dafür einen Turm erklimmen. Aber was hättet ihr davon?” Fortschreitter nickt, mutiger geworden durch den Wein. “Können wir euch im Gegenzug irgendwie behilflich sein?” Siana lacht. “Abgesehen von unserer bezaubernden Gesellschaft.” Prospero lacht herzlich und winkt Tsabina heran, nachzuschenken. ”Eure Gesellschaft ist schon einmal ein guter Anfang. In der Tat, das könntet ihr. Aufgrund des Zeitdruckes bis zur Regenzeit könnte die gute Maushaber ein wenig Unterstützung bei der Katalogisierung und dem Abzeichnen vertragen.” Die Katze dreht den Kopf, als Tsabina mit Nachschub an Wein, frischem Brot und einem Teller scharf gewürzter Fleischspiesse kommt. Prospero bezahlt und gibt ein großzügiges Trinkgeld. “Meine Schöne. Bringt doch bitte dem jungen Mann in dem Seidenhemd an der Theke, der sich beständig auffällig unauffällig näher in unsere Richtung schiebt, einen einfachen Roten auf meine Kosten und richtet ihm aus, er soll sich weniger auffällig benehmen. Wenn er mir den Abend verdirbt, verwandele ich ihn in eine Kröte.” Siana prustet los, während Fortschreitter nach einem kurzen Schulterblick, der seinen Verdacht erhärtet, rot anläuft. Tsabina wird eine Spur bleich, weil die Klangharmonien von Prosperos Scherz nicht besonders lustig klangen, wird dann rot, als sein Lächeln ihr gilt und wieder warm wird. Sie nickt. “Das mache ich, Gelehrter Herr.” Prospero wendet sich, nachdem er ihr kurz hinterhergeblickt hat, Boronaya zu und zwinkert. “Und wo liegen eure Interessen, junge Dame?”
von Jadoran
06.05.2019 18:54
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Recht früh Morgens, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon und Alricio)
Goldon und Alricio treffen so gleichzeitig ein, dass sie zusammen durch die Tür kommen, aber offenbar gab es entweder zu viele frühe Vögel oder deutlich zu wenig Würmer: Ein paar Trupps kommen ihnen entgegen, und die Taube am schwarzen Brett lichtet sich bereits. Genau wie das Brett. Und was da noch hängt, obwohl sich einige mit enttäuschten Gesichtern abwenden, hat wahrscheinlich guten Grund dazu. Es sind nur noch drei Blätter: Eine unbegleitete Erkundung einer angeblich verlassenen Plantage, die wohl einen ganzen Tag flussaufwärts liegt, aber nur mit acht Oreal ausgelobt ist, was selbst für zwei Leute unterbezahlt wäre, da ja die Passage auf der Rossa auch nicht umsonst ist. Ein Angebot für drei Wächter zu drei Heller sowie Kost und Logis pro Tag auf einer Plantage einen halben Tag flussabwärts für drei Wochen. Als potentielle Dauerstelle für Leute, die sich zur Ruhe setzen wollen, nicht schlecht. Aber wahrlich nichts, um sein Glück zu machen. Und eine Sumpfeskorte in den großen Südtempel für sieben Oreal pro Kopf sowie Beuteanteil. Augenscheinlich völlig unterbezahlt, oder die Auftraggeberin hat einen schlechten Ruf. Oder beides. Ein knappes halbes Dutzend Partidas lungert an den Tischen herum, wohl in der Hoffnung, dass Aufträge nachgeschoben werden, und die Stimmung ist dementsprechend schlecht.
von Jadoran
06.05.2019 18:45
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

7. Tag, Abend, Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
“Einen trockenen Roten, gewiss. Wir haben einen guten Sikramer.” Sie schaut zu Prospero, und der lacht sie an. “Für mich etwas vollmundigeres, einen echten Raschtulswaller vielleicht?” Tsabina wird ein wenig rot. “Echt ist er nicht, aber gut, Meister Guean preist ihn als Silberberger an.” “Den meine ich!” Ein kurzer Rundblick beschert ihm zustimmendes Nicken von Fortschreitter und Siana. “Drei Mal, und Brot und Oliven dazu. Du bist neu, schönes Kind?” “Mein zweiter Tag, Gelehrter Herr!” “Du wirst bald schon gepriesen werden wie Meister Gueans Weine.” Er zwinkert ihr zu und sie wird nun vollkommen rot, verzieht sich dann eilig, um die Bestellung zu bringen. Prospero mustert Boronaya schalkhaft zürnend. “Einen trockenen Roten, fürwahr! Das ist ja wie ein kaltes Herz, Hammelfleisch ohne Pfeffer oder thalusisches Curry ohne Bier. Hat euch Sefira auf diesen Geschmack gebracht?” Erst einmal ein Alltagsthema, damit man sich sortieren und entspannen kann. Siana tadelt auch gleich mit scherzhaft funkelnden Augen zurück. “Verehrter! Wie könnt ihr Boronaya ihres Geschmackes wegen züchtigen und selbst in einer Weinstube von Bier reden!" Prospero deutet eine Verneigung an. “Mein Fehler, Bewundernswerte, fürwahr!” Er wendet sich an Boronaya. “Ich bitte vielmals um Entschuldigung!”
Tsabina bringt das Gewünschte, und Prospero bringt durch eine Geste eindeutig aber dezent zum Ausdruck, dass die Zeche auf ihn geht. Das Brot scheint frisch aus dem Ofen zu kommen, es ist noch warm, und auch die Oliven sind hervorragend. Dazu reicht Tsabina ein kleines Schälchen Öl. Prospero bringt den ersten Toast aus. “Auf die Wissenschaften, Freunde.” Der Wein ist gut, auch wenn der Sikramer nicht ganz mit dem mithalten kann, was zu besonderen Gelegenheiten in Sefiras Palast in die Becher kommt. Prospero scheint mit seinem 'Silberberger' ebenfalls zufrieden zu sein.
Dann springt auf einmal eine grosse, beinahe basaltschwarze Katze auf die niedrige Brüstung neben dem Tisch und setzt sich auf die von der Abendsonne gewärmten Steine hin, stolz wie eine aranische Tempelwächterin.
von Jadoran
06.05.2019 11:19
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7. Tag, Abend, Vom Badehaus Paulson über die Herberge Arangenbäume zu Guean's Weinstube in Magnolia, Santinera (Boronaya)
Die Antwort reicht Diederich, der sie mit einer galanten Verbeugung beantwortet und ihr ein strahlendes Lächeln schenkt, bevor er sich nach ein paar weiteren Nettigkeiten und einem “Dann werde ich der heiteren Göttin weiterhin meine Gebete widmen.” verabschiedet. So ganz zufrieden ist Boronaya nicht mit ihrer Handhabung der zugegebenermassen nicht einfachen Situation, auch wenn Fortschreitter sich bemüht, sich den Ärger nicht anmerken zu lassen. Seine Manieren sind wirklich gut, aber er ist schlecht darin, sich zu verstellen.
Glücklicherweise ist es nicht mehr weit, nach der Brücke geht es eine Gasse und ein paar Treppchen hinunter auf einen kleinen, nach Osten hin offenen Platz, wo sie schon erwartet werden.
Auch in Sianas Budget ist für Seidenblusen wohl kein Raum, aber genau wie Fortschreitter hat auch sie sich entschlossen, ihr Bestes zu geben. Und das lässt sich auch in Leinenkleidung vorzeigen, wobei sie grundsätzlich derselben Philosophie wie Boronaya gefolgt zu sein scheint. Ihre reich mit Lochstickerei verzierte weisse Leinenbluse verbindet geschickt die derzeit in Al'Anfa herrschende Mode mit dem, was das Publikum hier budgetbedingt trägt. Ihr großzügig geschlitzter Rock betont ihre schlanken Beine, was noch durch elaborierte 'Legionärssandalen' unterstrichen wird, die ebenfalls gerade groß in Mode in der Hauptstadt sind. Auch sie hat eine kleine Umhängetasche dabei, und Boronaya würde ein Abendessen darauf verwetten, dass sie vor allem Zeichenblock und Stifte enthält.
Prospero schliesslich kann sich zweifelsohne Seide leisten, aber bis auf ein recht schlichtes, weisses Hemd, hat er sich ebenfalls für Leinen entschieden. Boronaya würde sogar darauf tippen, dass er sich die Kleidung hier hat anfertigen lassen, sicherlich zwar von der besten Schneiderin, aber nach teurer Hauptstadtmode sieht es nicht aus. Er trägt eine luftige Jacke, die man mit gutem Willen eine kurze Robe nennen könnte, auf der eine Menge bunter Stickereien zu sehen sind, die alle irgendwie einen magischen Bezug haben, obwohl es hauptsächich Tiere und Pflanzen sind. Die dunkle Hose ist weit und bequem, lediglich die bestickte Schärpe ist ausgefallen. Der Gesamteindruck ist so, dass er in die Runde paßt und Fortschreitter nicht wie ein armer Schlucker neben ihm wirkt. Sicher eine bewußte Entscheidung, wie Boronayas palasterprobtes Gefühl für Etikette ihr sagt. Ein anderes Gefühl flüstert ihr zu, dass er, trotz seiner großen Nase, wirklich etwas her macht.

Gueans Weinstube ist recht klein, eigentlich nur ein langer, in die Tiefe des Raumes gehender Tresen und wenige kleine Tische, aber normalerweise sitzt man ohnehin draussen auf dem kleinen Platz, von dem man aus einen wunderbaren Ausblick über die Stadt hinweg auf den Fluss und den Dschungel hat. Hier stehen mehrere einfache Holzbänke und -tische, und wer daran keinen Platz findet, kann sie auf die kaum kniehohe Brüstung setzen. Prospero und Isana haben sich allerdings einen der Tische sichern können, und der Magus erhebt sich fröhlich und, wie immer, mit perfekten Manieren, um sie zu begrüssen und ihnen einen Platz anzubieten.
Zu behaupten, dass sie im Mittelpunkt des Interesses stünde, wäre übertrieben, aber unauffällig sind sie nun auch nicht gerade. Eine kleine Überrschaung gibt es noch: Eine der beiden Schankmaiden, die eifrig hin und her wetzen, ist Tsabina, die dank Juchos weichem Herz eine Nacht bei ihnen hatte übernachten dürfen. Sie erkennt Boronaya auch sofort und nickt ihr mit einer Mischung aus frohem Wiedererkennen und peinlicher Scham einer tief Gefallenen kurz zu.
An einem anderen Zisch haben sich ein paar Musikanten gesammelt, offenbar aus der Nachbarschaft, sie sehen nicht wie bezahltes fahrendes Volk aus, sondern eher wie Bekannte, die sich abends zur Unterhaltung treffen. Die meisten sind schon etwas älter, und sie erinnert sich an Sianas Ankündigung, tanzen zu wollen. Sie sind noch am vorglühen, aber sie scheinen ebreits vollzählig zu sein. Sobald alle sitzen winkt Prospero die Bedienung herbei, und Tsabina erscheint prompt. “Was darf ich euch bringen?”

27. Tag, Morgens in den Esplanaden im Sumpf.
Sumaidas Ankunft wird von den beiden Jungmagiern mit sichtbarer Erleichterung aufgenommen, während Magister Prospero es immerhin vermeidet, etwaige Ungehaltenheit zu zeigen. Als klar wird, dass Sumaida nicht nur eine Zwischenfrage hat, erhebt er sich und verabschiedet sich höflich, um sich zu Syllas Partida zu gesellen.
Als er ausser Hörweite ist, bricht es aus den beiden Jungmagiern heraus. “Puh. Danke! Er wollte einfach nicht locker lassen, aber wir dürfen ihm doch die Aufzeichnungen des Magisters nicht geben!” Sumaida überlegt, ob sie darauf eingehen soll und beläßt es lieber bei einem Nicken. Statt dessen erkundigt sie sich nach dem Befinden. “Wie geht es euch?” Der junge Mann lächelt. “Schon viel besser. Glücklicherweise hat Taro uns abgehalten, Wasser aus Pfützen zu trinken, sondern nur direkt im Helm aufgefangenen Regen.” Er wird rot. “Ich hab mich noch gar nicht vorgestellt – Pedro Elmazo, Adeptus Minor.” Er reicht ihr die Hand. “Efreut. Ich bin Sumaida, Ich bin Heilerin.” Pedro lächelt. “Die Freude ist ganz auf unserer Seite. Meine Collega...” “Collega...Du Klotzkopf!” Die junge Frau atmet durch und lächelt. “Anzia Fesquilla, auch Adepta Minora.” Auch sie reicht Sumaida die Hand. “Vielen Dank übrigens für...” Sumaida wird ein wenig rot. “Das passiert im Dschungel ständig, sobald man in stehendes Wasser steigt. Bei Jungs ist es genau so schlimm. Diese kleinen Biester kriechen überall rein.” Anzia lacht abgeklärt. “So wie unser Magister, Boron hab ihn selig.” Sumaida ist sich nicht ganz sicher, wie das gemeint ist, und entscheidet sich vorsichtshalber, es als Forscherdrang, bezogen auf die Ruinen, zu deuten, auch wenn das verlegene Beiseiteschauen Pedros etwas anderes suggeriert. “Wie lange seid ihr denn schon in Santinera?” Pedro übernimmt das reden. “Fast einen ganzen Monat. Alle drei Tage in die Ruinen. Wir sind kaum mit dem Aufzeichnen nach gekommen.” “Und was macht ihr jetzt?” Pedro und Anzia schauen sich ein wenig ratlos an, und er zuckt mit den Achseln. “Offen gesagt haben wir bis gestern Abend gar nicht mehr damit gerechnet, uns darüber den Kopf zerbrechen zu müssen. Bis Ende des Monats ist die Unterkunft noch bezahlt... ich denke, wir verschnaufen erst einmal, sichten die Unterlagen und kehren dann zurück in die Akademie, um Bericht zu erstatten.” Er schaut zu Jelinea, Alejandro und Marico. “Die drei da gehören zu Dir?” Sumaida fühlt sich bemüßigt, keine Irrtümer aufkommen zu lassen. “Alejandro ist unser Anführer.” Ihr Augen sagen sehr deutlich: Nicht unser Koch! “Marico unser Kundschafter und Jelinea unsere beste Fechterin.” Pedro reagiert ein wenig verlegen. “Ich dachte, der Große mit der Hellebarde wäre euer Anführer.” “Korian führt eine eigene Partida. Wir verstehen uns nur gut.” “Und ihr habt euch mit Ledermarke schon in den Sumpf getraut?” Sumaida wird rot. “Lust dazu hatten wir, offen gesagt, nicht. Aber Sylla wollte uns, und wir schuldeten Taro was.” “Ganz schön mutig. Ich hab mich nie an den Sumpf gewöhnen können. Weniger wegen der Achaz...” Anzia nickt. “Man kriegt da ja keine Luft. Glücklicherweise wohnen wir in Santinera auf dem Hügel. Ich bin die frische Meeresbrise gewöhnt.” Sie schüttelt sich. “Ich hätte Seemagierin werden sollen.” Sumaida und Pedro lachen. Anzia taut etwas auf. “Wo wohnt ihr?” “In den Alten Baracken. Mit Korians Partida zusammen. Immerhin haben wir ein Badehaus.” “Wir haben einmal die Woche das vom Apotheker Paulson benutzt. Ich glaube, das tue ich mir heute auch an.” Sumaida lächelt. “Ja, das ist sehr schön, für uns auf die Dauer aber zu teuer.” Pedro schaut wieder kurz zu Sumaidas Gruppe hin. “Was macht ihr sonst so?” Sumaida zuckt mit den Schultern. “Kräuter für den Apotheker oder die Dottora suchen, Krokodile jagen, einfache...uh... Eskorten zu den Plantagen...sowas halt.” Pedros Interesse ist geweckt. “Du kennst Dich wirklich gut mirt Dschungelkräutern aus, nicht wahr?” Sumaida wehrt ab. “So ein wenig. Halt genug für die Aufträge... und so.” “Da würde ich gerne selber noch was lernen. Das hier ist mein erstes Mal im Dschungel, und da sollte ich die Gelegenheit zum Lernen wahr nehmen. Könnten wir euch vielleicht mal begleiten?” Sumaida zögert, etwas überfahren durch seinen Elan, der wohl auch Anzia überrascht. “An sich gerne, aber das muss ich mit den anderen absprechen.”