Die Suche ergab 212 Treffer

von Jadoran
20.02.2019 21:24
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Später nachmittags, Conchita (Boronaya)
„Stimmt schon. Eine Schreiberin, die Briefe unterschlägt... selbst wenn's nur einer war....“ Jucho kratzt sich am Kopf. „Hauslehrerin vielleicht? Lesen und Schreiben kann echt nicht jeder.“ Sertudo öffnet nicht einmal die Augen. „Das macht meist der Schreiber mit auf einer Plantage.“ Makita zuckt mit den Achseln. „Meist ist nicht immer. Frag doch mal Gabir. Der kennt die unmöglichsten Leute.“ Jucho nickt, und sein Gesicht hellt sich auf. „Kost ja nichts, und mehr als schief gehen kann es nicht.“ Tonarev lacht. „Und Dir fasst er wenigstens nicht wohin!“ Jucho muss wieder lachen. „Auch wahr.“ Er zögert. „Sie hat praktisch kein Geld. Könnte sie vielleicht heute bei euch auf dem Zimmer schlafen?“ Makita schüttelt den Kopf. „Jefe, wir sind in Al'Anfa. Du solltest die Situation schamlos ausnutzen und sie Dir zwischen die Beine klemmen! Nein... natürlich kann sie das. Sofern Senora Ponches nichts dagegen hat.“ Jucho, der schon wieder rot geworden ist, nickt erleichtert. Dann schaut er zum westlichen Horizont. „Was meint ihr – gehen wir erst zur Herberge, damit wir nicht zu spät zum Abendessen kommen? Auszahlen lassen können wir uns auch danach noch.“
Die Conchita macht gute Fahrt, und bis auf kurze Halte an zwei Plantagen, wo Mitreisende aussteigen, verlieren sie keine Zeit, so dass sie es wohl tatsächlich pünktlich zum Abendessen schaffen werden.
von Jadoran
20.02.2019 17:46
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Abends, Gildenhaus in Portas, Santinera(Goldon)
„Glück vielleicht auch.“ Die Schankmaid lacht. „Aber vor allem Bier.“ „Können wir beides brauchen.“ Onid lacht. „Hast hinterher noch was vor, Neesama?“ „Ja, allein ins Bett gehen.“ Sie gibt ihm lachend einen Nasenstüber. Lifta kichert. „Kein Glück heute, Jefe.“ Onid nimmt es mit Humor und gibt der Schankmaid einen Klaps, was die ihm zugesteht, sich dann aber verabschiedet. Lifta hebt ihren Humpen. „Na dann Prosit. Glück ist wichtiger als Höhepunkte.“ Sie fasst dahin, wo unter der Tunika wohl ihr Talisman hängt. „Glück hat man nie genug, aber zu viele Höhepunkte machen einen dicken Bauch.“ Sie tut einen tiefen Zug. „Und wer soll euch dann zusammenflicken?“ Sie grinst Goldon an. „Und Du hast doch eh schon eine Freundin. Oder hat sich Cusis legendäre Nase etwa getäuscht?“ Von einem der Nebentische erklingt das Klatschen einer saftigen Ohrfeige und johlendes Gelächter, und auch Lifta muss grinsen. „Dabei bringt er wirklich Glück.“ Onid klopft gegen seine Brust. „Bin ja nicht abergläubisch, aber es scheint was dran zu sein.“ „Wetten, dass ich morgen Glück hab?“ Onid zögert. „Das muss dann aber ziemliches Glück sein, sonst gilt es nicht.“ „Einen Oreal?“ Onid lacht. „Warum nicht!“

19. Tag, ziemlich spät vormittags, irgendwo im Dschungel am Ostufer, im Lager derer, die ihren Namen nicht nennen.
Sie brauchen doch beinahe eine Stunde, und erreichen das Lager nach Einsetzen des Mittagsregens. Die Kochstelle befindet sich jetzt unter einem aus Bambusstangen und Bananestaudenblättern improvisiertem Schutzdach mit Rauchabzug, dessen Erstellung wohl zu mehr Gesprächsgelegenheiten mit den Männern der Sippe geführt hat, da das Schutzdach irgendwie stabiler aussieht als die Hütten der Sippe. Den Grund erklärt Marico auf Brabaci. “Um Bambus vernünftig auszukerben, brauchst Du schon eine scharfe Machete. Um Pfosten einzuschlagen einen ordentlichen Hammer und Spaten. Die haben hier halt ewig mit Klopfsteinen, Steinbeilen und Schnürlianen gearbeitet. Ausserdem ziehen sie wohl immer wieder um. Und sie haben nur fünf Macheten, allesamt stumpf und aus schlechtem Stahl. Der Dreck, der billig vertauscht wird eben.” Alejandro, von drei Gehilfinnen umgeben, genau denselben wie schon die ersten beiden Male, was sicher kein Zufall ist, dreht den Kopf. “Sie haben zwar einen Schleifstein, aber einen für einfache Messer. Ohne das richtige Werkzeug ist das alles eine Heidenarbeit. Liegt nicht daran, dass die doof wären.” Tamaka hat erst einmal der Schamanin Bericht erstattet, nun gesellt sie sich zu ihnen. “Es riecht gut. Tamaka mag das Essen, das Du kochst.” Alejandro lächelt erfreut. “Danke.Wir sind auch fast fertig.” Er blickt zu Sumaida. “Habt ihr alles?” Sie nickt und blickt zu Tamaka. “Sie kennt die Stellen, das hilft unheimlich.” Alejandro lacht. “Das kann ich mir vorstellen.”
Gegessen wird zusammen, und dabei über den Hüttenbau diskutiert. Sumaida findet es schwer, der Diskussion zu folgen, aber auch Marico und Alejandor radebrechen ziemlich, nun da viele durcheinander reden. Ein wenig hat Sumaida den Eindruck, dass die meisten Anoihas bessere Hütten zwar schön fänden, aber ihnen ihre gegenwärtigen reichen, und sie nicht einsehen, warum sie viel Mühe auf etwas verwenden sollen, was sie doch nach ein paar Monaten wieder verlassen. Die Schamanin beteiligt sich praktisch nicht an dem Gespräch, jedenfalls nicht aktiv, sie winkt aber Tamaka und Tewaewae Parakore zu sich und redet mit ihnen.
von Jadoran
20.02.2019 15:19
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Abends, Gildenhaus in Portas, Santinera(Goldon)
Cusi schüttelt den Kopf. „Hast Du bei der Gildenaufnahme nicht richtig zugehört? Die Gilde nimmt keine Aufträge gegen andere Gildenmitglieder an. Wenn Du also auf eine andere Partida im Sumpf losgehen willst, solltest Du Dich besser nicht dabei erwischen lassen, sonst ist der Rausschmiss noch Dein kleinstes Problem. Und glaub nicht, dass das nicht rauskommt.“ Sie schaut mit einem typischen 'Sag gefälligst was!' Blick zu Onid, der offenbar nach den richtigen Worten sucht. Der brummt und schiebt dann seinen leeren Humpen von sich. „Hör mal zu Goldon. Wir nehmen Aufträge von der Gilde an. Die bürgt dafür, dass die in Ordnung sind. Wir müssen uns also keinen Kopf drum machen. So läuft das. Ob die Kirche sich hier die Butter vom Brot nehmen lässt oder nicht, das zu beurteilen überlasse mal schön ihr. Ich werde mich in sowas nicht reinziehen lassen, damit das mal ganz klar ist. Wir sind Questadoren. Wir machen hier keine Politik. Kannst Du in Deiner Freizeit gerne machen, aber lass uns da raus.“ Gabir schaut ein wenig verwirrt, als die Stimmung so abrupt abkühlt. „Wer will denn gegen einen Magier kämpfen?“ Lifta lacht. „Niemand, der seine fünf Sinne beisammen hat. Die Schamanen der Zischler sind mehr als schlimm genug, wenn man sie denn mal zu Gesicht bekommt. Aber Freund Goldon sticht offenbar der Hafer – gegen irgendwen kämpfen will er auf jeden Fall.“ Onid knurrt. „Heb Dir das für die Zischler auf. Und jetzt brauch ich was zu trinken.“ Rigo klopft auf den Tisch. „Nichts für ungut, Jungs, meine Familie wartet.“ „Schlaf gut!“ Cusi rempelt ihn an, dann hebt auch sie die Hand. „Ich lasse es dann auch mal gut sein. Machts gut.“ Sie erntet Kopfnicken, und die beiden verabschieden sich. Auch Gabir treibt es zu einem anderen Tisch weiter, wo er wie ein alter Bekannter begrüßt wird. Offenbar kennt der Junge hier jeden.
Lifta mustert Goldon. „Nur damit Du auf keine falschen Gedanken kommst. Von wem ich mich anfassen lasse, das entscheide ich.“ Onid grinst eine Spur schuldbewusst. Sie grinst nun ebenfalls. „Ich brauch auch noch was – trinkst auch noch was? Außerdem bringt Gabir Glück. Ist allgemein bekannt.“ Sie winkt der Schankmaid mit dem leeren Humpen zu. „Normalerweise, wenn man auf Zischler stößt, zieht man sich zurück. Die haben im Sumpf den klaren Vorteil. Wenn man kämpfen muss, kämpft man, aber wir suchen die nicht. Es gibt kein Kopfgeld oder sowas. Aber der Prospero lässt sich nicht aufhalten. Da muss man es also auskämpfen und hoffen, dass die keine Verstärkung holen. Deswegen werden seine Aufträge auch so gut bezahlt und nur von Partidas angenommen, die das stemmen können.“ Onid grinst, als die Schankmaid mit dem Bier eintrifft und wieder seine Nähe sucht. „Uns zum Beispiel. Aber wenn es Dich dermaßen in den Fingern juckt, überlasse ich Dir gerne den nächsten Maru.“
von Jadoran
20.02.2019 11:48
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Abends, Gildenhaus in Portas, Santinera(Goldon)
„Dommel und Prospero sind beides Magier. Über den Dommel brauchst Dir aber nicht den Kopf zu zerbrechen, der arbeitet nur mit Sylla zusammen. Prospero ist ein ganz geriebener Kerl, der scheint immer zu wissen, wo was ist. Der hockt mit zwei anderen Magiern aus der Metropole zusammen, losziehen tut aber seit Wochen immer nur er. Und der kann Trugbilder zaubern, die ziehen dir die Hosen aus. Wörtlich. Außerdem soll er den Großen Dispens für die Siebte haben, Du weißt schon.“ Onid leert seinen Humpen und stellt ihn ab, während die anderen das Zeichen gegen den Bösen Einfluss machen. Cusi nickt. „Bei dem geht es immer mitten rein in die Sträucher. Kein vorsichtiges sondieren, sondern: 'Wir müssen anderthalb Meilen nordwestlich, bis zu diesem Baum da. Da befindet sich angeblich ein eingestürzter Torbogen.' So einer ist das.“ Sie mustert Goldon. „Und was das Kämpfen angeht, kommst Du sicher auf Deine Kosten. Der zieht sich bei Widerstand nämlich nicht zurück.“
Yo-Ho! Was sitzt ihr denn so unvollständig herum? Alles bestens bei euch? Lifta, Du siehst wieder entzückend aus! Cusi, neue Frisur? Gefällt mir!“ Gabir taucht am Tisch auf, legt Lifta eine Hand auf die Schultern, in der andere seinen Humpen haltend. Lifta lacht. „Sagst Du, während Du mir durch den Ausschnitt bis auf den Bauchnabel schaust!“ Cusi entspannt sich sichtlich und lacht ebenfalls. „Du bist der erste, der es bemerkt!“ Auch Onid begrüßt ihn. „Hola Gabir. Wie geht’s der kleinen Krabbe?“ „Bestens, bestens! Unsere verehrungswürdige Anführerin inspiriert mich jeden Tag aufs Neue.“ Das ist frei von jeglichem Spott, und solcher wird von ihm offenbar auch nicht erwartet. Lifta schaut hoch. „Traust dich nicht?“ Gabir lacht und seine Hand gleitet in ihren Ausschnitt. Onid protestiert. „Hey, wenn ich das mache, scheuerst Du mir eine, das mein Kopf von links nach rechts fliegt!“ „Du kriegst ja auch nicht den Unterschied zwischen Titten und Brotteig hin!“ Lifta streckt ihm die Zunge raus und Onid winkt lachend ab. „Glücklicher Bastard!“ „Ich bringe Glück!“ Gabir lacht. Lifta genießt die Behandlung ganz augenscheinlich. „Solltest Du auch machen, Cusi, dann werden sie vielleicht mal wahrnehmbar.“ „Vom Massieren sollen sie größer werden? Das hat Dir doch gewiss ein Kerl eingeblasen!“ Cusi ist einfach nur amüsiert. „Tatsachen lügen nicht!“ Lifta lüftet kurz ihre Tunika und Cusi schüttelt den Kopf. Onid, der – obwohl er Liftas Oberweite sicher schon mal gesehen hat – trotzdem kurz hingeschaut hat, lacht. „Möge es auf dich regnen, Du schwarzer Hund! Was gibt’s Neues?“ „Sylla meint, morgen wird’s den ganzen Tag regnen. Die irrt sich nie bei sowas. Wo sind denn Rodel und die anderen?“ Cusi verzieht bei der Namensnennung angewidert das Gesicht. Lifta, die immer noch die Aufmerksamkeit seiner Fingerfertigkeit genießt, trinkt einen Schluck. „Wieder mal eine Schweinerei auf eigene Rechnung. Du willst es nicht wissen.“ Gabirs offenes Gesicht wird sorgenvoll. Lifta protestiert. „Nicht aufhören!“ Gabir grinst wieder und kommt ihrer Aufforderung nach. „Wart ihr nicht heute auf La Grande Desplumada?“ Rigo nickt. „Ja. Wieso?“ „Ich hab nur gehört, die Älteste von Don Amatino wäre heute Nachmittag nach La Caluma geritten, da wo El Tauro der Verwalter ist, weil irgendwelche Söldner Ärger gemacht hätten.“ „Der älteste Bastard vom alten Macalinto?“ Onid wird sofort nüchtern und wach. Gabir plappert fröhlich weiter. „Ja, hab ich gehört. Von so'nem Typen beim Schmied. Sagte, die beiden wären dicke Freunde.“ „Wahrscheinlich haben sie eine Wette laufen, wer die meisten Bastarde zeugt.“ Cusi muss lachen, aber ihre Augen ruhen auf Onid. Der brummelt. „Da müssen sie durch. Keiner hat sie gezwungen. Selbst schuld.“ Rigo beugt sich vor. „War sie allein?“ Gabir überlegt, immer noch die Hand in Liftas Ausschnitt. „Neeee... der Typ sagte, glaub ich, sie wäre mit ihrer Leibsklavin weg. Kann mich aber auch irren.“ Lifta lacht, und Gabir zieht seine Hand zurück. Lifta schaut zu ihm hoch. „Was Du immer aufschnappst. Kennst Du Goldon schon, unseren schweigsamen Raben?“ Gabir nickt Goldon freundlich zu. „Klar doch – Goldon ist uns am Brunnen begegnet. Wie läuft's?“
von Jadoran
19.02.2019 23:42
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Conchita (Boronaya)
„Gut ist doch gut genug, und besser wird’s meist eh nicht.“ Makita lacht, und Tonarev streckt die Beine aus. „Und Du hast völlig recht. Hier erzählt einem wenigstens keiner was von wegen 'Göttlicher Ordnung' und 'Jeder an seinem Platz'. Hier heißt es: 'Kneif Deinen Arsch zusammen und mach was aus Dir!'“ Sie schaut zu Bule und Sertudo, die etwas abseits sitzen und eingedöst sind. „Echte Questadoren, pennen ein, sobald sie die Beine ausstrecken können.“ Sertudo schlägt die Augen auf. „Willst etwa mein erstes Mal hören?“ Makita lacht. „Danke, ich kann's mir denken.“ Sertudo grinst. „Na dann.“ Er schließt die Augen wieder. Makita grinst noch breiter. „Und bei Bule steht's eh noch aus.“ Der protestiert. „Das hab ich gehört! Gar nicht!“ „Wenn's nicht stimmt, warum wirst dann rot?“ Sertudo rempelt ihn an. „Maki zieht dich doch nur auf.“ Bule murmelt „Gemein!“ und dreht sich halb weg, was nur noch mehr Heiterkeit verursacht. Dann kommt Jucho herüber und bevor er etwas sagen kann, seufzt Tonarev. „Du willst ihr helfen.“ „Sie tut mir halt leid. Sie ist total durch den Wind und hat keine Ahnung, wohin sie soll und was sie tun soll.“ Tonarev seufzt erneut. „Mein Bruder. Na schön. Was kann sie denn überhaupt?“ Jucho schaut über die Schulter zu dem tödlich verlegenen Häufchen Elend. „Lesen, Schreiben und Rechnen. Buchhaltung und sowas. Ich red ja nicht davon, sie in die Partida aufzunehmen!“ Tonarev schaut zu Boronaya. „Was meinst Du? Mit den Empfehlungen ihres Onkels wird sie wohl kaum einer als Schreiberin einstellen, oder?“
von Jadoran
19.02.2019 15:37
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Abends, Gildenhaus in Portas, Santinera(Goldon)
Verpasst? Nicht wirklich.“ Onid scheint gewohnheitsmässig seine Lederrüstung zu tragen, hat aber nur sein Jagdmesser an der Seite. Lifta und Cusi tragen Leggins und ärmellose Tuniken, in Cusis Fall eher züchtig geschnürt, bei Lifta doch recht lose. „Grimrigs Goldesel scheint was ganz Tolles gefunden zu haben – die sind zum Quarantänehaus, und er sah richtig zufrieden aus. Sagt aber nicht, was es war.“ Onid zieht die Augenbrauen hoch. "Woher habt ihr denn das?" „Netta und Jarra waren auch im Badehaus.“ Lifta grinst. Cusi nickt. „Dem Zeug nach, das ich Netta aus den Haaren gewaschen habe, würde ich sagen, sie waren am See, oder noch weiter nördlich.“ Rigo, ebenfalls in zivil und mit ein paar kleinen Hobelspänen im Haar, dreht seinen halbleeren Humpen in den Fingern. „Was gibt’s denn noch weiter nördlich?“ Lifta zuckt mit den Schultern. „Das weiß wohl nur ihr Goldesel.“ Onid trinkt seinen Humpen leer und winkt dann damit der nächsten Bedienung. „Bah. Die ist mir unheimlich. Genau wie dieser Prospero. Die wissen immer genau, wo sie hin wollen.“ Lifta grinst. „Alle Magier sind unheimlich.“ Cusi zuckt mit den Achseln. „Geht so. Bei uns im Haus wohnt jetzt eine, hat sich Jucho angeschlossen. Die wirkt ganz normal.“ „Dem tapferen kleinen Jucho? Den Amina damals rausgeworfen hat?“ „Sag nichts gegen ihn, Jefe.“ „Tu ich doch gar nicht.“ Onid kriegt sein Bier geliefert und revanchiert sich, da die Bedienung sich dabei gegen ihn lehnt, einem kleinen Übergriff. Sie protestiert auch nur halbherzig. „Hey, nicht vor den übrigen Gästen, Grosser.“ Er tut Busse mittels eines großzügigen Trinkgeldes. Rigo nutzt die Gelegenheit für eine Nachbestellung, dann beugt er sich vor. „Die blonde Kleine, die mit den beiden Crocodileros rumhängt, soll echt gut sein. Hab gehört, die haben heute den Apothekerauftrag fehlerfrei erledigt.“ Onid grunzt. „Echt? Dann haben sie ja mehr verdient als wir.“ Er schaut zu Cusi und Lifta. Cusi hebt die Hände. „Ich bin Fährtensucherin. Ich hab mir die Liste auch schon angeschaut, aber ich kenne gerade das teure Zeug nicht. Das sind alles irgendwelche Moose oder Schmarotzerwurzeln, die nur auf ganz bestimmten Bäumen wachen. So Zeug eben.“ Lifta nickt. „Du willst ehrlich nicht, dass ich anfange, irgendwelche Tränke aus selbst zusammengesuchten Beeren und Wurzeln zu brauen. Was ich brauche, hole ich beim Apotheker oder auf dem Markt. Das ist besser so.“ Onid nickt. „Soll ich sie fragen?“ Lifta schüttelt den Kopf. „Wenn die Sliff oder Rodel sieht... vergiss es. Außerdem ist die Leder. Der Sumpf bringt die um.“ Rigo brummt. „Wo wir grad davon sprechen... sind die drei echt los?“ Onid knurrt. „Ist ihre Sache. Aber wenn sie morgen nicht ausgeschlafen und pünktlich da sind, poliere ich ihnen die Fresse.“ „Haben wir denn schon einen Auftrag?“ „Morgen zieht der Prospero wieder los. Sylla ist schon vom Dommel gebucht. Grimrig macht Pause. Muss ich also nur schneller sein als Taro oder Reto. Wer anders traut sich an Prosperos Aufträge nicht ran.“ Cusi lacht trocken. „Mit gutem Grund.“ Sie wendet sich an Goldon. „Aber Du wolltest es ja aufregend und mit Kampf. Da kommst Du sicher auf Deine Kosten.“

19. Tag, ziemlich spät vormittags, irgendwo im Dschungel am Ostufer, im Lager derer, die ihren Namen nicht nennen.
'Wo hast Du das her' und 'Gibt's da noch mehr von' sind sich aufdrängende Fragen, aber Goldfunde machen nicht unbedingt glücklich, und Alejandro beläßt es erst einmal bei seiner Aussage. Der Krieger erläutert auch ungefragt. “Der Vater meines Vaters tötete eine Echse und nahm ihr das ab.” Die Schamanin nickt. “Er war ein großer Krieger, tapfer und schnell wie der Jaguar. Deswegen trug er auch den Namen Der Mit Dem Jaguar Jagt. Einst kamen Echsen, die Schlangenzüngigen, die Lügen in ihrem Herzen haben und Kamaluqs Kinder ihren Satuulgöttern opfern, dorthin, wo wir einst jagten. Da kämpften wir gegen sie und töteten viele, und Der Mit Dem Jaguar Jagt tötete ihren Schamanen.” Alejandro zeigt sich pflichtschuldigst beeindruckt. Sumaida schaut auf das eher bescheidene Relikt echsischer Pracht. “Was meinst Du?” “Vom Goldwert her vielleicht ein halbes Goldstück. Wenn die Zeichen da was bedeuten auch mehr, aber da ich keine Ahnung davon habe, bekommen wir wahrscheinlich auch nur den Goldwert dafür, mein ich. Und dazu... wenn wir ihnen ihre ganzen Perlen und das Goldstück abnehmen für ein Jaggdmesser... dann machen wir wahrscheinlich immer noch Verlust, und sie fühlen sich trotzdem über den Tisch gezogen.” Sumaida nickt. “Und stell Dir vor, die Klinge bricht wegen irgendeinem Missgeschick nach ein paar Tagen oder Wochen. Dann brauchen wir hier nicht mehr auftauchen. Auch mein eigenes Messer ist nun nicht gerade aus Zwergenstahl.” Sumaida wird nachdenklich. Die Schamanin mustert Alejandro. Dann räuspert sie sich. “Es ist bald Zeit zum Essen. Tamaka, führe Helles Haar zu den Kräutern, die sie braucht.” Sie schaut zu Alejandro und macht ihm ein Kompliment bezüglich seiner Kochkünste, was er richtig einordnet und sich erbietet, sie noch einmal in den Dienst der Sippe zu stellen. Ausserdem ist er ziemlich erleichtert, dass die Verhandlung vertagt wird. Am Herdfeuer gewinnt er auch seine Sicherheit zurück und macht sich an die Arbeit. Tamaka hingegen bedeutet Sumaida, ihr zu folgen, und es geht wieder in den Busch.

Sumaida hat Mühe der schlanken und in körperlichen Bestform Befindlichen zu folgen, die geradezu durch das Unterholz gleitet wie ein Fisch durch Wasser. Sie nimmt ihren Mut zusammen. “Nicht so schnell Tamaka. Ich kenne mich nicht so gut aus wie Du.” Tamaka hält an und dreht sich um. “Findet Neues Essen ist ganz furchtbar dumm!” Sie stampft mit dem Fuss auf. Sumaida ist da zwar anderer Meinung, aber sie versteht, was Tamaka eigentlich sagen will und wird rot. “Weißt Du, er mag Dich schon.” “Ist an Tamaka irgendetwas hässlich? Oder ist er ihr doch noch böse, weil sie ihn getreten hat?” Sie mustert Sumaida. “Oder macht er keine Liebe mit Tamaka, weil Du das nicht willst, Helles Haar?” Sumaida wird noch röter. Für einen schwachen Augenblick, für den sie sich gleich darauf schämt, ist sie versucht, das von sich zu weisen, aber dann bleibt sie bei der Wahrheit. “Er spürt schon, es es...uh.. mir nicht gefallen würde.” Tamaka mustert sie eingehend. Man sieht ihr an, dass sie gerne 'Warum?' fragen würde, aber da ihr Gefühle von Eifersucht selber nicht fremd sind, spart sie sich das. Stattdessen versucht sie es anders. “Aber Tamaka kann ihn Helles Haar doch gar nicht wegnehmen. Ihr kommt doch nur selten.” Sumaidas Röte bleibt. “Uh..so funktioniert das nicht bei uns Bleichhäuten.” “Du wärst ihm also trotzdem böse?” Sumaida senkt den Kopf. Sie zweifelt keinen Moment daran, das Tamaka ganz hervorragend darin ist, einen Mann 'glücklich' zu machen. Sie hat dunkles, volles Haar, ist gertenschlank und doch kräftig gebaut, und selbstbewußt. Und deutlich erfahrener als sie. Nicht gerade die Konkurrenz, die man sich wünscht. Gibt es denn nicht genug junge Männer in ihrer Sippe? Sumaida bockt. “Ich möchte da nicht drüber reden, Tamaka.” Tamaka verschränkt die Arme. “Tamaka will aber drüber reden.” Sie gibt ein wenig nach. “Aber sie will sich auch nicht mit Helles Haar streiten.” Sumaida versucht Zeit zu schinden. “Lass uns doch erst einmal die Kräuter suchen.” Tamaka läßt sich darauf ein. Schließlich ist es der Wille der Schamanin.
von Jadoran
19.02.2019 10:45
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Conchita (Boronaya)
Makita lacht abgeklärt. „Da gibt es nicht viel zu erzählen. Er hiess Felicio Alaro Sturm-Paligan, war der jüngste Sohn des Plantageros nächsten Plantage und ich war etwas Besonders, jemand, bei dem er ehrlich sein konnte und sich nicht verstellen musste. Und so ausdrucksstarke Augen hatte ich, das zieht wohl fast immer.“ Sie grinst und blickt kurz zu Jucho herüber. „Ich kam mir verstanden vor, und hab ihm alles geglaubt. Tja... und nach einer Woche hieß es dann 'es ist vorbei, wir passen einfach nicht zusammen, jetzt mach bloß kein Drama draus'. Dazu gab's den Spott meiner Umgebung, die es mir tatsächlich vorher gesagt hatte und der ich nicht hatte glauben wollen. Immerhin war er tatsächlich recht gut im Bett.“ Sie schaut zu Tonarev. „Und bei Dir?“ Die verzieht das Gesicht. „Jus Primä Nogdis – oder so ähnlich. Wenn man sechzehn wurde, hat sich der Bronjar die Ehre gegeben. Bei hübschen Männern zuweilen auch die Bronjarin. Es war aber gar nicht so furchtbar wie ich vorher dachte. Einmal, weil es eh alle traf, da gab's keinen Spott, eher, wenn eine ausgelassen wurde, und unser alter Bronjar hat sich richtig Mühe gegeben. Gab ein richtiges Abendessen dazu, mit Wein und Braten, schlafen im Federbett und Frühstück ans Bett. Er hat einen behandelt wie eine Braut. Aber als sein Neffe geerbt hat, war es damit vorbei. Der hat sich auch nicht mit einer Nacht begnügt, der hat einfach genommen, wenn ihm danach war, und danach mit einem Tritt fortgeschickt. Deswegen sind wir auch weg, Jucho und ich. Also genauer, weil er den Kerl verprügelt hat, als der mich im Heuschober durchnehmen wollte und ich mich wehrte. Dafür wären wir gehängt worden.“ Auch sie schaut zu Jucho hinüber. „Und bei Dir, Boronaya?“

4. Tag, Abends, Gildenhaus in Portas, Santinera(Goldon)
Das Haus ist gut gefüllt, und die Stimmung ziemlich ausgelassen. Goldon sieht an einem Tisch Gabir mit ein paar Questadoren scherzen, aber es sind wohl nicht die aus seiner Partida. Onid ist bereits da, Rigo, Cusi und Lifta ebenfalls, sie teilen sich den Tisch mit einer anderen Gruppe, die Goldon nicht kennt, und es sieht auch nicht aus, als ob sie miteinander reden. Sliff, Gamo und Rodel fehlen. „Zum Grusse, Rabe, Dein Anteil!“ Er schiebt ihm die vereinbarten Silbermünzen zu.
von Jadoran
18.02.2019 20:12
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Gondola → Conchita (Boronaya)
Zunächst zögert der Vorarbeiter, aber dann nimmt er den Brief entgegen, es bleibt auch keine Zeit, sich noch einmal mit 'Onkel Severus' zu unterhalten, der sich auch nicht blicken lässt, als die Conchita anlegt, wie Tsabina vielleicht gehofft hat.
Es werden ein paar Kisten und Säcke entladen, und das ist schnell erledigt. Sie suchen sich einen Platz auf dem recht leeren Schiff, auf dem sich gerade mal zwei Dutzend Passagiere und nur wenig Fracht befindet. Auch eine Partida aus der Gilde ist da, aber die fünf mit den eisernen Marken sehen müde und missgelaunt aus, so dass Jucho lieber Abstand von ihnen hält und sich mittschiffs hinpflanzt. Tsabina sucht seine Nähe, vielleicht einfach, weil er ein paar freundliche Worte für sie übrig hat. Makita schaut sich das aus ein paar Schritt Entfernung an und seufzt. „Ich bin zwar die letzte, die sich beklagen sollte, dass unser Anführer ein weiches Herz für eine Maid in Nöten hat, aber ich hoffe, er verspricht ihr nichts, was er nicht halten kann.“ Tonarev nickt. „Kämpfen kann die jedenfalls nicht. Sehr Dir ihre Hände an.“ Bule zuckt mit den Schultern. „Tut mir schon irgendwie leid. Aber was lässt sie sich auch den Kopf verdrehen. Verliebten in Nöten helfen...“ Tonarev nimmt ihren Bruder in Schutz. “Jucho kann nicht anders. Und wenn er nicht so wäre, wie er ist, säße ich nicht hier. Er wird ihr schon nichts versprechen, was er nicht halten kann. Schlimmstenfalls schläft sie eine Nacht bei uns beiden auf der Stube.“ Das Jucho auf die Idee kommen könnte, Tsabinas Situation auszunutzen, scheint vollkommen außerhalb der Vorstellungskraft der Partida zu liegen.
Jucho gibt derweil sein Mittagspaket an Tsabina – sie haben es ja nicht gebraucht, da sie eingeladen wurden, auch wenn ein Questadorenmagen auch ohne Probleme eine Zusatzmahlzeit am Tag verträgt. Das Essen bringt zumindest die fließenden Tränen zum Versiegen. Gleichzeitig essen und heulen geht einfach nicht. Dazu gibt es einen Schluck aus der Feldflasche, und da Jucho Bornländer ist, befindet sich darin offenbar nicht nur Wasser., so dass Tsabina husten muss und sich nach einem Schulterklopfen ein Lächeln abquetscht.
Makita wendet sich an Boronaya. „Was über den Kerl rausgefunden? Das Aaas würde ich gerne in die Finger kriegen. An genau so einen Typ habe ich mein erstes Mal verschwendet.“

19. Tag, ziemlich spät vormittags, irgendwo im Dschungel am Ostufer, im Lager derer, die ihren Namen nicht nennen.
Alejandro überlegt. So teuer Waffen im Einkauf sind – will man hingegen gebrauchte verkaufen, so bekommt man von den Händlern natürlich deutlich weniger dafür – einer der Gründe, warum sie ihre Beute erst einmal aufgehoben haben. Und wenn als Gegenleistung Flussperlen angeboten werden, stellt sich das Problem, dass er sich mit dem Wert von Perlen schlichtweg nicht auskennt, sondern nur ungefähr weiss, was eine einfache Kette minderwertiger Süsswasserperlen auf dem Markt kostet – und das sind nur wenige Silber. Aber natürlich gibt es Süsswasserperlen, die viele Dublonen wert sind. Und in Kräutern können sie sich kaum bezahlen lassen – die finden sie schliesslich selber, und für die wertvollen gibt es nicht viele Abnehmer, die auch nicht viel davon brauchen.
Er legt die Hände übereinander. “Was könnt ihr denn anbieten? Es gibt einige wenige Flussperlen, für die tauschen manche Bleichhäute sehr viel, und sehr viele, für die tauschen sie fast gar nichts.” Er schaut zu Sumaida und fragt auf Brabaci. “Kennst Du dich mit Perlen ein wenig aus? Also wann sie wertvoll sind?” Sumaida fährt sich verlegen durchs Haar. “Ich...uh... sie müssen, glaube ich, sehr gleichmässig sein und glänzen. Besonders glänzen. Schwarze sind glaube ich besonders viel wert.” Das ist tatsächlich nicht mehr, als auch Aljeandros theoretisches Wissen abdeckt, aber er bedankt sich trotzdem.
“Wir werden Dir Perlen zeigen, die wir gefunden haben.” Die Schamanin winkt der Sippe zu, und nacheinander kommen vornehmlich junge Kriegerinnen – die Perlenbesitzer scheinen tatsächlich größtenteils weiblich und recht jung zu sein – und holen aus Lederbeuteln ein paar Perlen. Rein zahlenmässig kommt zwar schon etwas zusammen, aber seinem Eindruck nach ist das alles nur ein paar Oreal wert. Er schüttelt den Kopf. “Es tut mir leid. Ich kenne mich nicht besonders gut aus mit Perlen, aber ich fürchte, das wird nicht viel helfen.” Wieder schaut ihn die Schamanin eindringlich an, so dass sich seine Nackenhaare aufrichten, aber wieder nickt sie. Dann kommt ein junger Krieger und gibt zögernd neben ein paar Flussperlen, die auch nicht besser sind, ein kleines Stück Metall auf die Decke, und Gold erkennt Aljeandro wie alle Questadoren, wenn er es sieht. Es ist nicht groß, und als er es hoch nimmt, wird auch klar, dass es deutlich weniger als eine Dublone wiegt, aber es ist getrieben und sieht aus, als ob es Teil eines Schmuckstücks gewesen wäre. “Das ist Gold. Das mögen die Bleichhäute sehr, dafür tauschen sie gerne.” Das wissen die Anoihas offenbar bereits.
von Jadoran
18.02.2019 10:23
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Gondola (Boronaya)
Zunächst kommt nur das von Sklaven zu erwartende „Ich hab nichts gesehen und nur meine Arbeit gemacht!“ Schließlich bringt es tendenziell Probleme, wenn man Sachen bemerkt. Sachen bemerken und eine Meinung dazu haben... für sowas sind schließlich Aufseher und Vorarbeiter da. An den Vorarbeiter, der ihr Boot gesteuert hat, wendet sich Boronaya dann auch nach dem zweiten Gesprächsversuch, und jener ist tatsächlich auch kooperativ. Er selbst war gerade mit der Einteilung von Lagerplatz beschäftigt – die Plantagenbesitzer sind alle darum verlegen, dass möglichst ihre Ernte als erstes verladen wird – aber er glaubt sich daran zu erinnern, dass vor drei Tagen ein Aufseher auf einer Schute von La Rapida, das ist eine Plantage weiter am Oberlauf des Rio Serpentillo, nahe den Stromschnellen, bis zu denen hin er zumindest mit kleinen Schiffen befahrbar ist, ankam und dann mit der Conchita flussabwärts reiste. Von ihm darauf angesprochen erinnert sich nun auch eine junge Sklavin, die zu der Zeit auf dem Steg ausladen half, daran. Das war ein sehr freundlicher Mann, er hatte seinen Dienst auf La Rapida aufgegeben, hat er erzählt, weil er seine Mutter besuchen wollte. Ein schöner Mann. Verdächtig ist ihr da nichts vorgekommen, sonst hätte sie auf jeden Fall etwas gesagt! Darauf angesprochen verneint sie, dass es dieser Fedorino gewesen sein könnte, wobei sie daran scheitert, Fedorino näher zu beschreiben. Aber die Haarfarbe ist offenbar anders gewesen, und er hatte keinen Bart.
Tsabina, die am Ende des Steges sitzt und offenbar immer noch von Jucho getröstet wird, ist anscheinend unsichtbar geworden und wird auch nicht erwähnt. Aber aus der Beschreibung der Abläufe entnimmt Boronaya, dass Tsabina um diese Tageszeit wie immer mit den Vorbereitungen der Ladepapiere für den Folgetag beschäftigt war und ihre Schreibstube nur Fenster zu den Gemüsebeeten hin hat. Die Ladepapiere der Schute hat der Don entgegen genommen und gegengezeichnet, aber der hat mit dem Aufseher kein Wort gewechselt.
von Jadoran
17.02.2019 21:37
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Direkt nach Mittag, Plantage Sietepepinos → Gondola (Boronaya)
„Die einzige Verbindung geht über den Fluss. Karrenwege gibt es nur um Santinera herum. Und mit drei Tagen Vorsprung ist er flussabwärts längst in Al'Anfa und untergetaucht. Um den zu kriegen müsstest Du schon erfahrene Kopfgeldjäger anheuern, und ich denke nicht, dass das lohnt. In den Posten hier und natürlich in Santinera werden sie Steckbriefe aufhängen, aber sofern nicht wenigstens ein satt zweistelliger Dublonenbetrag auf seinen Kopf ausgelobt wird, kümmert das in Al'Anfa kein Schwein.“ Tonarev schüttelt den Kopf. „Und ich denke nicht, dass die Denodados dieses Geld für ihre Rache über haben. “ Jucho nickt und nimmt sein Pack auf. „Abmarsch.“
Das Ruderboot ist tatsächlich schon abfahrbereit, und flussabwärts geht es angenehm schnell.
In Gondola bleibt trotzdem nicht viel Zeit, denn die Conchita kommt sehr pünktlich und ist tatsächlich schon am Horizont zu sehen, wie sie sich den Blauen Hanfla hoch kämpft. Am Anleger wartet außer ihnen nur noch Tsabina, eine Reisetasche zu ihren Füssen und immer noch kreidebleich. Der Postenkommandant hat wohl Ernst gemacht, und die Sklaven machen sorgfältig beim Anlegen einen Bogen um ihre ehemalige Vorgesetzte und tun ansonsten so, als würden sie sie nicht sehen. Jucho tritt zu ihr, was Makita und Tonarev mit einem unterdrückten Seufzen quittieren. „Das wird schon wieder. In Santinera findest Du sicher eine Anstellung.“ Sie bricht stumm in Tränen aus, und Jucho wird rot.
von Jadoran
17.02.2019 16:48
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

19. Tag, ziemlich spät vormittags, irgendwo im Dschungel am Ostufer, im Lager derer, die ihren Namen nicht nennen.
Es bedurfte zwar keiner seherischen Fähigkeiten, aber Alejandro behielt trotzdem recht. Jagdmesser und Panzerstecher stehen auf der Wunschliste, und Alejandro bietet erst einmal an, Mit Marico zusammen zwei frisch gefangene kleinere Krokodile aufzubrechen und auszunehmen, während Sumaida mit der Schamanin spricht. Als es dann ernsthaft in die Verhandlungen geht, ruft sie allerdings Alejandro hinzu, der das weitere zerlegen dann Marico überläßt.
Der Häuptling legt die Position seiner Sippe dar. “Wir haben mit den Unsichtbar Im Dschungel gesprochen. Die sind zwar ungeschickt und eingebildet, und können längst nicht so gut schleichen wie wir, aber sie reden öfter mit den Bleichhäuten aus der Steinstadt. Sie tauschen viel, aber so wie sie tauschen, wollen wir nicht tauschen.” Alejandro bekennt seine Unwissenheit. “Ähm... es leben viele Bleichhäute in der Stadt. Wie tauschen die Unsichtbar Im Dschungel denn?” Der Häuptling erklärt ihm das Arrangement, dass jene Sippe wohl mit Carlosco hat. Sowohl Alejandro wie auch Sumaida werden rot. “Äh, ja, ich verstehe. Also, dass ihr das nicht wollt, Das würden wir.. ähm... auch nicht wollen. Es..also das...es macht keinen Spaß, wenn man es zum tauschen macht.” Der Häuptling nickt. “Sie sagen, dass die Stadt-Bleichhäute auch Flussperlen mögen, und ihr bekommt offenbar auch die Geld-Dinge für die Kräuter, die ihr sammelt.” Alejandro nickt. “Das ist wahr. Aber wir bekommen nur Geld, wenn es genau die Kräuter sind, die der...” Er sucht das mohische Wort für Apotheker, und muss auf 'Schamane' ausweichen, “wenn es genau die sind, die er genau an dem Tag haben will. Und selbst wenn wir die ganze Tasche voll bringen... wir müssten vier oder fünf Mal so eine Aufgabe erfüllen, bevor wir ein solches Messer tauschen könnten.” Die Schamanin sieht ihn länger an, als ihm lieb ist, dann aber nickt sie. “Findet Neues Essen spricht wahr.” Alejandro nickt erleichtert, da er sich auch keiner Lüge bewußt ist. Der Häuptling hat auf die Schamanin gewartet und fährt nun fort. “Unsere Schamanin sagt, wenn Du in der Stadt ein Messer für uns tauscht, wirst Du besser tauschen können, als wenn einer von uns in eure Stadt geht. Willst Du uns helfen?” Alejandro schaut zu Sumaida, dann wieder zum Häuptling. “In der Stadt der Bleichhäute bin ich nur ein einfacher Krieger. Wenn ihr mir Flussperlen oder Kräuter gebt, dann muss ich sie erst in Geld tauschen, bevor ich damit das Messer tauschen kann, so funktioniert das Tauschen in der Stadt aus Stein.” Die Schamamin nickt. Offenbar ist ihnen das bereits gesagt worden.
Plötzlich schlägt sich Alejandro mit der flachen Hand vor die Stirn, beinahe seinen Helmrand treffend. “Ich bin dumm!” Tamaka schaut von der Kochstelle herüber. “Das weiss ich.” Sie erntet vielstimmiges weibliches Gekicher, und auch Sumaida kann nicht anders. Alejandro steckt das weg und wechselt ins Brabaci. “Wir haben doch noch die Waffen von den drei Schuften. Ein Dolch und ein Hakendolch, die helfen ihnen nicht. Aber der Schütze hatte auch ein Jagdmesser, das war mindestens so ordentlich wie meins.”Sumaida hat ebenfalls nicht daran gedacht und sagt aus schierer Loyalität auf Mohisch. “Es war voreilig von mir zu lachen, ich bin auch dumm! Ich habe auch nicht daran gedacht.” Tamaka schaut zu ihr, ebenso wie Häuptling, Schamane und ein paar andere, und sie wird prompt verlegen.
von Jadoran
16.02.2019 09:45
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Direkt nach Mittag, Plantage Sietepepinos (Boronaya)
„Das kann ich euch beim besten Willen nicht sagen, sie sind wahrscheinlich die einzigen, die die entsprechenden Kontakte haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Feld für Missverständnisse mit Dschungelachaz noch größer ist als mit Eingeborenen, zudem handeln die Achaz am liebsten menschliche Gefangene, und darauf haben die Gonralas in Santinera mehr oder weniger das Monopol. Aber der genaue Einblick fehlt mir da, ich mutmaße lediglich.“
Es klopft, und Denodado bittet herein. Ein junger Haussklave meldet, dass die Schute unbeschadet zurück ist und liefert das unterzeichnete Frachtpapier ab. Denodado überprüft dieses, dann reicht er es an Ilenia weiter. „Darüber werden wir uns beide anschließend noch unterhalten müssen.“ Sie nickt schuldbewusst. „Jawohl, Herr.“ Er wendet sich an den Jungen. „Ist der begleitende Söldner zum Essen eingeladen worden?“ Das wird bestätigt. „Gut.“ Denodado schaut zu Jucho und Boronaya. „Dann, fürchte ich, solltet ihr langsam aufbrechen, damit es nicht zu knapp wird mit der Conchita. Habt Dank für eure Unterstützung und die anregende Konversation.“ Jucho kann mit letzterem Wort zwar offenbar nichts anfangen, nickt aber freundlich. „Es war uns ein Vergnügen, Don Denodado.“

Der Rest der Söldner hat bei den Aufsehern gegessen, und der gerade noch rechtzeitig eingetroffene Bule wurde bereits ins Bild gesetzt. Tonarev empfängt ihren Bruder frotzelnd. „Na, wie hat euch das Essen am Herrentisch gemundet, Graf Jucho?“ Jucho gibt ein dankbares Opfer ab und wird rot. Makita legt noch nach. „Gabs Bosperanjer? Und musste Ilenia im Stehen essen?“ Jucho faßt sich und brummelt. „Nein. Gabs nicht, und nein, sie scheint es überlebt zu haben.“ Er schüttelt sich. „Wir haben die ganze Zeit über Chimären geredet. Das ist, wenn man Tiere auseinander schneidet und dann Teile von verschiedenen wieder zusammen macht mit Magie.“ Er schaut zu Boronaya. „Tut mir leid, das ist alles, was ich verstanden habe.“ Es schüttelt ihn wieder. „Aber wir sollten losziehen, je früher wir wieder in Santinera sind, desto besser. Und die Conchita sollten wir nicht verpassen. Ich hab keine Lust, auf Gondola zu übernachten.“ „Du sagst es, großer Bruder.“ Jucho nickt. „Habt ihr noch was interessantes gehört?“ Makita schüttelt den Kopf. „Nee, nur das übliche Gewäsch und Mutmassungen, wer jetzt Ärger bekommt. Und gewusst haben sie es jetzt natürlich gleich alle.“ Tonarev nickt. “Amato hat die drei Küchenhilfen wohl für einen Monat zur Feldarbeit eingeteilt.“ Sertudo zuckt mit den Achseln. „War nicht anders zu erwarten. Was haben sie denn auch anders erwartet? Sie können noch von Glück sagen, dass der Don nicht so ausflippt wie der Postenkommandant auf Gondola. Von den anderen Aufsehern kamen durchaus Vorschläge, 'jetzt mal wieder für etwas Disziplin zu sorgen', aber Amato hat es verboten.“ „Krabbeneimer. Im Bornland war das genau so. Der Neid unter den Leibeigenen war oft noch größer als die Arroganz der Herren.“ Tonarev schüttelt sich.

19. Tag, recht sicher vormittags, irgendwo im Dschungel am Ostufer, ziemlich sicher im Jagdgebiet derer, die ihren Namen nicht nennen.
Er behält recht, allerdings erringen sie einen Achtungserfolg. Während Marico sich gerade von einem Mohagoni-Baum heruntergleiten läßt, wo er eine nur Sumaida bekannte Schmarotzerpflanze geerntet hat, deren ausgekochter Wurzelsaft angeblich gegen Fusspilz Wunder wirken soll, hält Alejandro inne und hebt die Hand. Dann schließt er kurz die Augen und sagt auf Mohisch. “Ich kann dich zwar nicht sehen, Tamaka, aber ich rieche dich.” Er fährt trotzdem zusammen, als die Anoihakriegerin auf einmal nicht mehr Teil des Buschwerkes ist und ihn an der Schulter berührt, und Sumaida quiekt vor Schreck. “Du lernst dazu, Findet neues Essen. Aber Du bist immer noch blind wie ein Maulwurf.” Alejandro sammelt sich. “Äh..ja... offensichtlich.” Er sucht mit den Augen, und Tewaewae Parakore macht sich sichtbar, und als sie sieht, wie Marico sich über ihren Anblick freut, freut sie sich auch ganz offensichtlich. Tamaka hingegen schaut auf die gerade geerntete Wurzel. “Warum kletterst Du auf den Geisterbaum, um so eine nutzlose Wurzel zu schneiden? Ist Dir langweilig?” Sumaida versucht, ihr das mit dem Fusspilz zu erklären, aber da diese Krankheit anscheinend bei der Sippe unbekannt ist, bleibt Tamaka skeptisch. Dann aber gleitet ihr Blick zu Alejandros in der Scheide steckenden Jagdmesser. “Es ist gut, dass ihr gekommen seid. Wirft Speer Sehr Weit will mit euch reden. Kommt mit.” Sie dreht sich um.

Es geht wieder zu dem niedrigen Wasserfall an der Felswand, und dort sollen sie warten. Tewaewae Parakore bleibt bei ihnen und fängt an, mit Marico herumzutändeln, was Alejandro und Sumaida dazu bewegt, ein klein wenig Abstand zu halten. “Meinst Du, wir kriegen Ärger?” Alejandro schüttelt den Kopf. “Nein. Ich fürchte, sie brauchen ein oder gar zwei Jagdmesser, damit sie die Krokodile vernünftig aufbrechen können. Ich hoffe, sie wollen nur tauschen.” Sumaida nickt, dann schaut sie zu Seite. “Du hast sie wirklich am Geruch erkannt?” Alejandro wird rot. “Doch. Schon.” “Wie reicht sie denn?” Es könnte da durchaus ein klein wenig Eifersucht in ihrer Frage mitschwingen, und Alejandro breitet die Hände aus. “Nicht so gut wie Du. Und konkret...ähm... konkret ist es schwer zu beschreiben. So ein bischen nach Moschus und Benbuckel und Pfeffer... tut mir leid, ich kenne Gerüche hauptsächlich aus der Küche, da ist es sehr wichtig...” Sumaida muss lachen und vergißt ihre Eifersucht. “Würdest Du mich denn auch erkennen?” Alejandro zögert nur kurz. “Natürlich! Jedenfalls wenn Du nicht gerade frisch gebadet bist und irgendein Duftöl aufgelegt hast.” Er schaut kurz zu Marico und Tewaewae Parakore, aber da die beiden gerade nicht seiner Aufmerksamkeit bedürfen, schaut er wieder zu Sumaida. Die kichert. “Ich werde dich irgendwann auf die Probe stellen!” Alejandor wird rot, wird aber durch Wirft Speer Sehr Weit gerettet.
von Jadoran
15.02.2019 18:47
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

19. Tag, früh morgens, Gildenhaus in Portas, Santinera
Im Gildenhaus gibt es massives Gedränge um die Aufträge, und es stellt sich heraus, dass offenbar einige Ruinenforscher entweder abgereist sind oder Pause machen, jedenfalls reicht es nicht für alle, und es gibt Gegrummel und Gemaule. Korian entscheidet sich nach einem Blick auf die Traube. “Wir gehen Jagen und Moos sammeln. Bringt auf jeden Fall etwas Silber, und besser wir brechen auf, bevor der miesgelaunte Rest loszieht.” Sie verabschieden sich, und als Alejandro und die Seinen ans Brett können, müssen sie feststellen, dass selbst die Krokodiljagden weg sind. Immerhin gibt es eine kleine Liste des Apothekers, an die sich mangels ausreichender Kenntnis niemand getraut hat, denn die wenigen Gruppen, die über einen guten Heiler verfügen, sind so groß oder so erfahren, dass für sie noch ein Auftrag in den Ruinen verfügbar war. Alejandro nimmt ihn ohne große Rücksprache vom Brett, reicht ihn dann aber Sumaida. Diese nickt. “Einen Teil, das da, das letzte, Weidenrinde, Donf und Belmart haben wir sogar schon. Aber...uh... es ist auch wieder Paschu drauf...” “Hoffentlich gehen wir den Anoihas nicht langsam auf die Nerven, mein ich.” Alejandro wendet sich an Rijka, die ihn notiert. “Viel Glück. Die jagen aber normalerweise die Leute eher fort, die sie stören, als dass sie sie angreifen. Da gibts noch ganz andere.” “Dann haben wir ja Hoffnung. Danke, Signorita Rijka.” Diese lächelt ihn an und blickt dann zu Janis und Jelinea, die ratlos vor einer praktisch leeren Wand stehen. Janis schaut zu Alejandro. “Habt ihr was?” Die vage Hoffnung schwingt mit, dass es eventuell auch für sie beide reicht, aber Alejandro hat Bedenken, eine ohnehin spannungsgeladene Begegnung mit den Eingeborenen durch die beiden Schwertgesellen noch um eine weitere Unwägbarkeit zu komplizieren. “Schon, ist aber Kräutersuche tiefer drin.” Janis nickt, die unausgesprochene Ablehnung akzeptierend. Draussen hat Alejandro trotzdem ein schlechtes Gewissen. “Das war jetzt nicht sehr nett, aber.. wenn Jeli und Tamaka aufeinander treffen, das kann nicht gut gehen. Und das Paschu brauchten die doch auch selber – da werden wir wahrscheinlich die Schamanin fragen müssen, ob wir suchen dürfen, mein ich.” Sumaida wird etwas bleich, da sie schon ahnt, wer wieder mit der Schamanin wird reden 'dürfen', nickt aber. “Aber wie finden wir die?” “Ich fürchte, die finden uns.”
von Jadoran
15.02.2019 11:53
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Sandalia, Platz der Helden (Goldon)
Inazuna legt auch ihre Iryanrüstung wieder an und zieht die Schnallen fest, offenbar gewohnt, das selbst zu tun. „Überlasst die Zurechtweisung meiner Kameraden bitte mir.“ Auf seine Vermutungen und seine Meinung über ihr Aussehen geht sie nicht ein, statt dessen justiert sie ihr Halstuch und hängt sich den Tellerhelm an die rechte Seite. So wie ihr Nachtwind hängt, ist sie Linkshänderin. Wahrscheinlich. Allerdings sind gute Fechter mit anderthalb- oder zweihändigen Waffen oft recht geschickt auf beiden Händen, und sich da in der Einschätzung zu vertun ist in einem Kampf mit Klingen leicht die letzte Fehlentscheidung, die man trifft. „Einen guten Tag, Goldon.“ Sie nickt ihm zu und schaut zu Gabir, der, kurzzeitig verlegen schauend, wieder fröhlich grinst. „Können wir?“ Er salutiert. „Jederzeit einsatzbereit, Taicho!“ Ihre restlichen Gefährten haben sicher eine Meinung, halten es aber wahrscheinlich für weiser, die Klappe zu halten und verabschieden sich, vielleicht auch, um nicht allein mit Goldon zurück zu bleiben.
von Jadoran
15.02.2019 10:36
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Sandalia, Platz der Helden (Goldon)
Rigo beendet seine Reinigungsanstrengungen und lädt sich seinen Sohn auf die Schulter. „Bis später dann, machts gut.“ Gabir winkt ihm fröhlich zu, Inazuna und die anderen beiden nicken nur freundlich. Dann, ihre ledernen Leggings noch einmal kritisch in Augenschein nehmend, ob sie auch frei von Fauna sind, beantwortet Inazuna gleichmütig wie bisher Goldons Frage. „Es waren alles Trottel.“ Gabir grinst gut gelaunt, er scheint Goldons herablassende Art nicht übel zu nehmen, und anders als die beiden anderen Jungquestadoren – und jünger sind sie, obwohl auch sie eiserne Marken tragen – wirkt er auch nicht eingeschüchtert. Die Feldscherin und der Kundschafter hingegen scheinen ganz froh zu sein, dass sich zwischen Goldon und ihnen ihre Anführerin befindet. Die wendet sich an ihre Kameraden. „Ich muss noch zum Schmied, geht schon mal vor.“ Feldscherin und Kundschafter nicken, aber Gabir breitet die Arme aus. „Soll ich nicht mitkommen? Ich handele Dir sicher einen guten Nachlass aus, Taicho!“ Sie atmet wie genervt ein, schüttelt dann aber den Kopf. „Na schön.“ Sie zieht sich ihre Leggins an, und genau den Moment, als sie sich deswegen bückt, passt er ab, um ihr einen Klaps zu geben, breit grinsend, als sei das ein toller Streich. Sie erstarrt kurz, dann seufzt sie, zieht die Leggins vollends hoch und verschließt sie. „Was ist gestern abend erst passiert?“ „Aber Du würdest mir nie was tun!“ Sie seufzt erneut. „Nein, würde ich nicht. Ist das denn ein Grund, mir an den Hintern zu fassen?“ „Sonst traut sich das ja keiner! Und Du hast einen richtig hübschen Po!“ Sie schüttelt den Kopf und lässt es dabei bewenden.
von Jadoran
14.02.2019 23:57
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Direkt nach Mittag, Plantage Sietepepinos (Boronaya)
Denodado schüttelt den Kopf, während das Geschirr abgeräumt wird. „Ich habe in meinem Leben tatsächlich noch keinen einzigen Achaz gesehen, Gelehrte Dame. Ich weiß, dass sie sich früher für sich hielten, und dass man sich sozusagen aus dem Wege ging. Die einzigen, die mit ihnen hier in der Gegend Handeln trieben, waren und sind die Gonralas. Die Ansichten sind geteilt, um es so auszudrücken. Sicher ist jedoch, dass die wilden Achaz jeden Menschen, der die Ruinensümpfe betritt, als Feind ansehen. Aber darüber hinaus ist mir kaum etwas bekannt. Euch Jucho?“ Der lächelt ungelenk. „Ich bin nur welchen in den Ruinen begegnet, und ich kann euch versichern, sie waren sehr feindlich. Ich habe auch von Leuten gehört, die ihre Sprache sprechen, dass keine Verständigung möglich war. Sie sehen uns als Eindringlinge an, die sie vertreiben, töten oder ihren Götzen opfern wollen.“ Leonia ringt sich zu der üblichen Frage von Nichtkämpfern durch. „Habt ihr schon einmal einen getötet, Senor Jucho?“ Der reagiert auf diese Frage wie die meisten, die nicht aus Spaß kämpfen und töten. „Wenn es sich nicht vermeiden ließ. Normalerweise versucht man sie abzuwehren und sich zurück zu ziehen. Man weiß ja nie, wie viele es sind.“
von Jadoran
14.02.2019 18:19
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Sandalia, Platz der Helden (Goldon)
Rigo lacht bei der misstrauischen Nachfrage. „Wohin ich gehe? Primero, wohin geht Papa jetzt?“ Primero weiß die Antwort. „Zu Mama und Oma und Tante Shakia!“ Rigo tätschelt ihm den Kopf. „Genau so ist es.“ Er wendet sich an Goldon. „Da hörst Du es. Die härteste Truppe, Gabir? Da schmeichelst Du uns. Aber wird sind schon nicht übel. Die einzige Truppe, die komplett Bronze trägt, ist Syllas Partida.“ Er schrubbt weiter. Gabir lacht herzhaft. „Zu welcher Partida ich gehöre?“ Inazuna schaut kurz auf, wäscht sich aber weiter. Gabir weist mit einer Geste auf sie, die einem Impressario in einem Opernhaus gut zu Gesicht stände. „Zur Partida unser unvergleichlichen Anführerin Inazuna, Siegerin in sechs Zweikämpfen, dem Nachtwind Santineras!“ „Halt die Klappe, Gabir. Er verarscht dich doch nur. Du hast uns eben schon vorgestellt. Er sieht nicht aus, als ob er's mit den Ohren hätte.“ Das kommt sehr gleichmütig. Gabir lacht verlegen. Inazuna schaut zu Rigo, der die Hände beschwichtigend hebt, deutlich sagend: Nicht vor meinem Sohn, bitte! Sie lächelt. „Keine Sorge. Sowas beleidigt mich nicht.“ Sie nickt Goldon zu. So langsam, nach Einsatz von Wasser und Bürste, sieht sie recht annehmbar aus. Vor allem, für eine Söldnerin ungewöhnlich, entdeckt Goldon keine einzige Narbe auf ihrer messingfarbenen Haut.
Primeros Neugier ist geweckt. „Was ist ein Nachtwind, Papa?“ „Ein maraskanisches Schwert. Und ein Vogel, der keine Magie mag.“ „Warum?“ Rigo lacht, und Inazuna gibt eine Antwort. „Gegen Magie, so sie dem Guten dient ist nichts einzuwenden.“ Sie fährt mit ihren Reinigungsarbeiten fort. Gabir lacht noch einmal eine Spur unsicher und macht sich dann auch wieder an die Arbeit.

19. Tag, früh morgens, Alte Baracken in Portas, Santinera
Alejandro spritzt sich das angenehm kühle Wasser des Brunnens ins Gesicht und überlegt erneut, ob er gestern etwas anders hätte machen sollen. Es bot sich eigentlich an, und Sumaida war anch dem dem Tanzen auch in Stimmung, aber sie hatten einfachkeine Lust, wie so viele sich einfach eine dunkle Ecke zu suchen. Und hier zurück angekommen, waren sie tatsächlich beide dann doch müde. Ausserdem kam es ihm so vor, als ob sie die Ereignisse des Vortages noch nicht losgelassen haben, genau wie ihn selbst, wenn er ehrlich gegen sich ist. “Morgen.” Korian taucht neben ihm auf und klopft ihm auf die Schultern, “Und?” “Nichts 'und'.” Korian steckt seinen Kopf ins Wasser und schüttelt ihn dann. “Gelegenheiten soll man nutzen. Ausserdem macht vögeln den Kopf frei.” Alejandro lacht unsicher und läßt sich lieber nicht auf eine Diskussion ein, bei der er nur verlieren kann.

In der Küche jedoch, als Sumaida sich beinahe in die Finger schneidet, spricht er es dennoch an. “Hängt's Dir immer noch nach?” Sumaida schaut verlegen zur Seite. “Schon. Irgendwie.” Sie schaut ihn an. “Ich bereue es nicht! Sie wollten uns töten, nur zu ihrem Vergnügen. Sie hatten es verdient!” Alejandro nickt. “Aber es war das erste Mal, dass ich jemanden getötet habe.” “Bei mir auch. Es war erstaunlich leicht.” Marico brummt. “Von wegen. Dieser Sliff war ein extrem harter Knochen.” Alejandro muss grinsen und entspannt sich. “Du weisst, schon, wie ich das meine.” Marico grinst ebenfalls. “Klar doch. Aber macht euch keinen Kopf. Wir sind Questadoren, und das Töten gehört dazu. Das war uns allen klar. Und wie ihr beide wisst: Sie hatten es verdient, weil sie uns töten wollten.” Sumaida nickt. Dann klatscht sie sich mit den Händen gegen ihre Wangen. “So ist es. Und jetzt schmeisse ich Harana aus dem Bett!”
von Jadoran
14.02.2019 15:39
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Sandalia, Platz der Helden (Goldon)
„Eine Nymphe? Die muss ich mir auf jeden Fall anschauen!“ Rigo lacht, Dann wendet er sich Goldon zu. „Na, dann sehen wir uns im Gildenhaus.“ Er nimmt sich nun seine Stiefel vor.
Eine weitere Gruppe Questadoren kommt an den Brunnen geschlurft, und einer von ihnen begrüßt Rigo gleich fröhlich. „Rigo, Du alte Sumpfrantze!“ Rigo schüttelt den Kopf und lacht den deutlich jüngeren Utulu mit dem lockigen Haar an. „Gabir, Du altes Schandmaul.“ Er mustert die vier und nickt ihnen grüßend zu. „Wart ihr jagen?“ Gabir nickt und schält sich aus seiner Rüstung, ebenso wie die anderen drei. „Das waren wir – es wollte sich heute keiner von uns beschützen lassen.“ Er löst seinen Waffengurt, dann deutet er auf. Goldon. „Boron zum Gruße - ein neuer Fechter in eurer Partida?“ Rigo nickt. „Goldon aus Al'Anfa, Tempelgardist auf Urlaub.“ Er deutet auf die vier. „Dieser nassforsche Kerl ist Gabir.“ Der lacht nur und übernimmt das weitere Vorstellen. „Unsere großartige Anführerin, Inazuna.“ Eine kleine Thalusiererin, sie geht Goldon nicht ganz bis zur Schulter und hat sich schon bis auf eine einfache Tunika frei gemacht. Sie nickt Goldon und Rigo ein wenig steif zu. Gabir machte eine großzügige Geste. „Das ist unsere Feldscherin Tarita und unser Kundschafter Pedro.“ Die Feldscherin ist ziemlich unscheinbar, Pedro hingegen scheint sich zu bemühen, einen Bart zu kultivieren. Beide wirken genau wie Gabir noch recht grün hinter den Ohren auf Goldon, und nickten ihnen etwas erschöpft zu. Am gefährlichsten wirkt tatsächlich die Thalusierin, die sich mit einer abgeklärten Gleichgültigkeit von Fauna und Flora des Dschungels zu reinigen beginnt. Gabir betrachtet einen Tausendfüßler, der es sich in seinen Locken bequem gemacht hat, und befördert ihn dann in die Landschaft. „Der Trick mit dem Speerschaft, den Du mir gezeigt hast, funktioniert wirklich gut.“ Rigo lacht. „Das war eigentlich eine Lektion und keine Lehrstunde, Du junger Hüpfer.“ Er klopft ihm auf die Schulter. „Aber wenn Du was dabei gelernt hast, um so besser. Deinen Mund zu halten aber offenbar nicht.“ Gabir grinst, dann geht er auf die Knie herunter. „Und Du bist der tapfere Primero?“ Der Junge nickt und grinst, offenbar findet er Gabir lustig. „Ja. Mein Papa kennt viele Tricks!“ „Einen ganzen Sack voll! Und einen ganz tollen davon hat er mir beigebracht!“ Rigo wendet sich an Inanzuna. „Wie läuft's bei euch?“ Die zögert kurz. „Es geht so. Reicht gerade mal für die Miete und das Essen. Wie war eure Eskorte? Onid war einfach schneller.“ Rigo zuckt mit den Schultern. „Na ja.“ Er blickt herunter zu Gabir, der Primero gerade 'Den Daumen verschwinden lassen' vorführt, was den Kleinen begeistert, weil 'Opa das auch kann'. Inazuna muss lächeln und fährt fort, groben Dreck aus ihren Sachen zu bürsten. Rigo zuckt mit den Achseln. „Eskorte eben. Man geht halt mit, damit nichts passiert, nicht um zu kämpfen.“ Inazuna nickt und beginnt dann mit der eigentlichen Körperwäsche. Es wirkt beinahe wie ein Ritual. „Es ist die Augfagbe eines Kriegers, die Schwachen zu schützen.“ Rigo lacht gutmütig bei ihrem mit ruhiger Überzeugung vorgebrachten Credo. „Solange man dafür bezahlt wird, Inazuna, solange man dafür bezahlt wird.“ Sie zieht eine Grimasse. Gabir steht auf und macht sich auch ans bürsten und putzen, einen Seitenblick auf seine Anführerin werfend, deren Tunika recht lose sitzt. Die scheint das zu spüren. „Denk nicht mal dran, Gabir.“ „Ich tu doch gar nichts, Taicho.“ Er blickt zu Goldon und Rigo und grinst. „Neu in der Stadt, Goldon? Und dann gleich in einer der härtesten Partidas der Gilde?“
von Jadoran
14.02.2019 10:54
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Mittags, Plantage Sietepepinos (Boronaya)
Das Thema Chimärenerschaffung sowie deren Nützlichkeit ist äußerst heikel, wie Boronaya weiß. Jucho, der offenbar ohnehin gewöhnt ist, dass die Frauen reden, während die Männer essen, vermeidet es sorgsam, sich dazu äußern zu müssen, und auch Ilenia tut lieber nichts, was den Don eventuell verärgern könnte. Leonia kann dem Gespräch offenbar nicht recht folgen, man sieht ihr allerdings sehr deutlich an, dass sie 'Tiere falsch rum zusammennähen' einfach für einen Perainefrevel hält. Aber da ihr Onkel höflich auf das Thema eingeht, maßt sie es sich lieber nicht an, etwas zu sagen, was ihr als Unhöflichkeit ausgelegt werden könnte, ausser, dass sie möglichst unauffällig das Schutzzeichen des Ibis schlägt.
So fühlt sich Boronya unwillkürlich doch an zuhause erinnert, wo Sefira die Konversation bei Tisch bestimmte und alle anderen entweder antworteten oder schwiegen.
Don Denodado ist hingegen sehr pragmatisch, was allerdings nicht heißt, dass er der Chimärologie gegenüber aufgeschlossen wäre. Das fortpflanzungsfähige Chimären – und alles andere kann für die Viehzucht ja keinen Sinn machen - extrem aufwendig sind, ist ihm zumindest vom Hörensagen bekannt. Ebenso dass die einzigen beiden angeblich so geschaffenen Arten, die ihm bekannt sind, nämlich Minotauren und Harpyien, einen sehr schlechten Ruf genießen. Wie oft treten allein schon bei der profanen Zucht Probleme auf? Rassereine Zornbrechter etwa haben oft Nervenkrankheiten, die man sonderbarerweise vermeiden kann, wenn man etwas Promenadenmischung einkreuzt. Und nach der Erschaffung einer Nutztierchimäre würde diese ja in die Hände von magischen Laien gegeben, nicht wahr? Nicht zuletzt schätzt es die Gütige nicht, und die Gefahr besteht, dass sie den Feldern und Ställen dann ihren Segen verwehrt, was kein verantwortungsvoller Plantagero riskieren will. Boronaya hat den Eindruck, dass Magister Rodrigo schon vor einigen Jahren versucht hat, den Heiden zu predigen.
Das bewahrheitet sich bei Nachfrage auch prompt – Magister Rodrigo hat einmal einen Vortrag vor dem Club der Pflanzer und Viehzüchter Santineras gehalten, einer Vereinigung, in der fast alle Plantagenbesitzer lose zusammengeschlossen sind. Wenn man so will, der Oberschicht der Gegend, wobei nach Alanfaner Maßstäben aber selbst die Salmoranez und Macalintos, denen zusammen etwa vier Fünftel aller Plantagen und allen Grund und Bodens in Santinera gehören dürften, bestenfalls obere Mittelschicht darstellen, auch wenn die in einer ganz anderen Liga als die anderen Plantageros spielen. Die Sklavenhändler Gonralas, die seit Jahren unangefochten immerhin den dritten Platz in Santinera einnehmen, gälten allenfalls als Fanas von bescheidenem Wohlstand, und einfache Planategros wären nur ein müdes Lächeln wert.
Da Don Denodado normalerweise in Sanitnera lebt, ist er recht gut informeirt, allerdings auch diskret in seiner Ausdrucksweise. Santinera ist derzeit die nördlichste Stadt des Imperiums am Blauen Hanfla, somit Grenzgebiet. Was danach kommt, ist ziemlich unbekannt. Da es keine kreuzenden Handelsströme gibt, hat es seine optimale Größe wahrscheinlich auch erreicht, solange sich die Methoden der Landwirtschaft nicht grundlegend ändern oder neue Rohstoffvorkommen erschlossen werden. Zu viel Wachstum täte der Stadt nach Meinung Don Denodados auch nicht gut. Das Gespräch trägt bis zum süßen Nachtisch, dem gerne zugesprochen wird.
von Jadoran
13.02.2019 17:46
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

18. Tag, Erntedankfest in Santinera, Morgens, Portas, Santinera
Sie sind früh dran, und das ist gut, denn zum Erntedank wird in fast allen Haushalten der Stadt das Beste aufgefahren, was man sich leisten kann, und gerade auf die schmackhafteren Fische gibt es wie erwartet einen ordentlichen Andrang. Alejandro hat Glück und ergattert ein gutes Dutzend, zusätzlich zu zwei Karpfen für das Abendessen. Auf dem Heimweg wagt sich Sumaida vor. “Ich... uh.. würde gerne die Prozession mitlaufen... zu den Schreinen der Gütigen. Würdest Du... uh...” “Ich komme gerne mit.” Sie lächelt ihn glücklich an.
Als sie wiederkommen sind auch die anderen langsam in die Gänge gekommen, und der Tisch ist sogar zur Feier des Tages mit Blumen geschmückt, was wohl auf weibliche Initiative zurück zu führen ist.

Sumaida hat ihre gute grüne Tunika angezogen, in der sie Marico und Alejandro bislang noch nie gesehen haben, und es wird Alejandro schnell klar, dass sie die große Prozession meinte, die auch zu den Schreinen der nahen Plantagen führt und somit bis spät in den Nachmittag dauert. Aber er spürt, wie wichtig ihr das ist und hält klaglos durch, während Marico und die anderen sich verabschieden, nachdem die Schreine in Santinera abgegangen sind. Aus Al'Anfa ist eigens ein Geweihter mit zwei Novizen eingetroffen, der diese angenehme Pflicht wohl jedes Jahr übernimmt und von den Plantagenverwaltern freudig und doch respektvoll begrüsst und bewirtet wird.
Als sie dann am nachmittag endlich wieder in den Alten Baracken ankommen, tun ihnen beiden die Füsse weh, aber im Durchgang stellt sich Sumaida auf die Zehenspitzen und gibt Alejandro einen Kuss. “Danke, dass Du..uh.. mitgekommen bist.” Er zieht sie heran, aber bevor sie große Worte machen können, erblickt sie schon der Rest ihrer Partida. Buki, Harana und Jelinea haben sich bereits in ihre Festagskleidung geworfen. “Ich hoffe doch, ihr seid nicht zu müde zum tanzen!” Sumaida wird rot. “Kann ich mich eben frisch machen?” Alejandro spricht ein Machtwort. “Erst mal machen wir eine kleine Pause. Ich muss mir auch den Strassenstaub runterwaschen, und wenn...“ “Bevor wir losziehen sollten wir aber ein wenig was essen. Erntedank feiert man vor allem mit seiner Familie und seinen Freunden!” Korian gibt Buki einen Klaps. “Recht hat sie. Du kochst doch für uns, Bruder?” Alejandro lacht. “Natürlich., Sofern ihr Wein besorgt habt.” “Wein und Rum! Aber erst mal mach dich frisch!” Alejandro verabschiedet sich.

Eine gute Stunde später sitzen sie alle gemeinsam am Tisch, Sumaida nunmehr auch in ihrem Tanzkleid, mit frischen Blüten im Haar. Aus der Stadt weht bereits Musik herüber, aber zunächst einmal gilt ihre Aufmerksamkeit dem Mahl. Alejandro wird mit Lob überschüttet, und der eingekaufte Wein und Rum, zu Sangria verarbeitet, geht schnell zur Neige. Dann steht Buki auf. “Ich geh jetzt tanzen! Wer kommt mit?” Sie grinst in die Runde. “Und ich sage es schon jetzt – Fußkranke brauchen sich keine Hoffnungen zu machen!” Sie läßt ihren Rock schwingen und wirft ihr rotes Haar in den Nacken.
von Jadoran
12.02.2019 17:40
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Sandalia, Platz der Helden (Goldon)
„Primero.“ Der Junge traut ihm noch nicht so ganz über den Weg, aber als Rigo ihm eine Bürste reicht, macht er sich eifrig an die Arbeit. Rigo zuckt mit den Schultern, den Gesprächsschwerpunkt ändernd – er hat wohl keine Lust, in Gegenwart seines kleinen Sohnes darüber zu reden, was manche Leute mit Sklavinnen so machen. „Da hast Du recht. Aufträge, die pro Tag eine Dublone bringen, sind auch eine wert... ich kenne so einige, die in Leinentüchern zurück gekommen sind, und die hatten teilweise noch Glück.“ Er zieht sich seine Iryanrüstung über den Kopf. Er ist deutlich hagerer als Goldon, sehnig und sicher ebenso kräftig, und neben der hässlichen Narbe am Hals gibt es noch mindestens zwei Narben, die auf Schussverletzungen hindeuten, dazu eine lange, schlecht genähte, aber gut verheilte Speerwunde. „Unterschätze Rodel und Sliff nicht. Sliff kann zwei Zischler auf einmal beschäftigen, und Rodel trifft auf zwanzig Schritt so ein Biest zuverlässig in den Nervenknoten und hat nachgeladen, bevor das Biest liegt.“ „Wo ist der Nervenknoten, Papa?“ Primero ist eifrig und gewissenhaft am Schrubben. „Hier!“ Rigo klopft seitlich gegen seine unteren Halspartie. „Eine kleine Wölbung, wenn man daneben trifft, geht’s nur in ihre Halsmuskeln, und die sind verdammt kräftig. Mit dem Säbel kommst da nicht ran, und mit dem Speer hast Du selten den richtigen Winkel. Braucht Übung - Crocodileros sind da meistens besser als Fechter, hab ich mir sagen lassen, da die Zischler und Krokodile da angeblich sehr ähnich sind. Na, wenn's einfach wäre...“ Er macht sich ebenfalls ans Schrubben. „Hast Du heute ein Goldstück verdient, Papa?“ „Nein, nur fünf Silber. Aber dafür ist Papa auch schon jetzt zuhause.“ „Hast Du gegen die Zischler gekämpft?“ „Nein. Papa ist heute nur spazieren gegangen und hat aufgepasst, dass keine bösen Flusspiraten den Goldesel überfallen.“ „Und Goldon hat dabei geholfen?“ „Stimmt genau.“ Rigos Blick geht über Goldons Andenken an disziplinarische Anstrengungen, spricht sie aber nicht an. Jeder Söldner hat schließlich was, über das er nicht reden möchte. „Und was hast Du heute gemacht?“ „Ich hab Opa feste bei der Galigons-Figur geholfen, für das rote Boot.“ „Das muss ich mir aber ansehen!“ Er wendet sich an Goldon. „Was hast Du mit dem Rest des Tages vor?“ Primero hält es für wichtig, weitere Details zu liefern. „Die Galigons-Figur stellt eine nackte Frau dar, mit Fischschwanz wo die Beine sind. Das ist eine Nümpfe.“

18. Tag, Erntedankfest in Santinera, Morgens, Alte Baracken in Portas, Santinera
“Ich könnte schwören, dass ausser uns dreien noch jemand Küchendienst hat.” Jelinea schaut zu Sumaida und Alejandro. Sumaida seufzt. “Ich gehe sie wecken. Nochmal.” Alejandro brummt. “Es ist wirklich ein wenig ärgerlich.” Aber kaum hat er es gesagt, taucht Harana auch schon auf, streckt sich und gähnt. “Was für ein wunderschöner Morgen.” Alejandro grinst. “In der Tat. Und gerade noch rechtzeitig. Wäre doch schade gewesen, heute beim Frühstück nicht sitzen zu können.” Harana grinst und gibt zurück. “Pfft. Als ob Du auch nur für fünf Heller hauen würdest.” Sie nimmt von Sumaida Messer und Yam-Wurzeln entgegen und begint zu schnibbeln. “Ihr Jungs habt aber schon wenigstens ein sauberes Hemd für die Prozession und das Fest, oder? Wo wir uns schon hübsch machen.” Alejandro fühlt drei weibliche Blicke auf sich. “Natürlich, mein ich. Erntedankfest ist auch bei uns ein grosses Fest.” Er schaut zu Sumaida. “Schlecht geschlafen?” Die wird rot. “Ja. Schon. Ein wenig.” Er lächelt unbeholfen. “Ich auch. Ist doch nur natürlich.” “Ich hab ihm mitten ins Gesicht geschossen.” “Er hatte eine Rüstung an – die hätte die halbe Wucht der Kugel abgefangen. Und verdient hatte er es.” Er bekommt Unterstützung von Jelinea und Harana, die diesbezüglich einen kategorischen Standpunkt einnehmen. “Wenn einer mal zuviel gesoffen hat und seine Hände nicht bei sich halten kann... alles verzeihlich, wenn er sich entschuldigt. Aber dafür kann es kein Pardon geben. Auch nicht für Mitläufer. Mitgemacht hätte der nämlich garantiert.” Sumaida nickt. “Ihr habt recht.” Alejandro schaut zu ihr. “Kommst Du mit auf den Markt? Ich wolte sehen, ob sie Rotgnitzen haben, die sind in Butter und Maismehl frittiert ein Fest... zur Feier des Tages.” Jelina nickt ihr zu. “Wir kommen hier klar.”
von Jadoran
12.02.2019 10:31
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Sandalia, Platz der Helden (Goldon)
„Ich hab hier geheiratet – in der Regenzeit helfe ich meinem Schwiegervater in der Bootswerft. Aber mit Onid zusammen im Sumpf verdienst Du bis zu einer Dublone am Tag. Die sieht mein Schwiegervater, wenn er Glück hat, am Ende eines Monats.“ Er zuckt mit den Schultern. „Onid sucht die Aufträge aus, und bevor die ausgehängt werden, müssen sie von der Gilde freigegeben werden. Ich hab die Welt und ihre Regeln nicht gemacht. Das, was Sliff und Rodel vorhaben, würde nicht als Gildenauftrag rausgehen. Plantagen anzugreifen wird nicht unterstützt, egal ob 'legal' oder nicht. Gäb zuviel böses Blut, die Dons und Donnas kennen sich hier ja alle. Aber wenn der Kerl seine Kleine nicht wiederkriegt, dann kauft er sich halt eine andere und macht mit der dasselbe. Und der Don wird ihm schon einen Abstand für sie zahlen müssen, dafür braucht es keine Söldner. So ist die Welt."
Sie erreichen den Platz, dieser ist noch ziemlich leer, sie sind ja auch früh zurück. Rigo wird dennoch am Brunnen von einem kleinen Jungen empfangen, der mit einem „Papa!“ in ihn hineinknallt, hochgehoben wird. „Na, war mein kleiner Racker heute auch brav?“ Natürlich war er das. „Hilfst Du Papa, sein Zeug sauber zu machen, damit Mama ihn ins Haus lässt?“ „Natürlich! Wer ist der schwarze Mann, Papa?“ „Das ist Goldon, er ist neu in unserer Partida. Sag ihm Guten Tag.“ Der Junge tut das höflich mit einem gewissen Abstand, halb gedeckt Durch Papas Hosenbein.

4. Tag, Mittags, Plantage Sietepepinos (Boronaya)
Das Essen ist gut, von den Zutaten her eher besser, oder zumindest aufwendiger als das vorangegangene Abendessen bei Senora Ponches, aber obwohl sich die Köchin hier sicher Mühe gegeben hat, den gerade eingetroffenen Don zu beeindrucken, ist für Boronaya klar, wer die bessere Zunge hat.
Am Tisch sitzen außer dem Don, der mittlerweile einigermaßen präsentabel aussehenden Leonia und Ilenia, die sich außer einer gewissen Vorsicht beim Hinsetzen nichts anmerken lässt, nur Jucho und Boronaya. Jucho wünscht sich ganz augenscheinlich die Unterstützung seiner Schwester, die ihm wahrscheinlich notfalls die Tischmanieren ansagt, aber tatsächlich reichen die offenbar bei Senora Ponches eingeübten vollauf, es wird hier kein Palasthaushalt imitiert. Nach einer Suppe gibt Denodado das Gesprächsthema vor und fragt Boronaya nach ihrer Meisterin und dem Leben im Palast, im Vergleich zum Abenteurerleben.
von Jadoran
11.02.2019 18:18
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, Nachmittags, Sandalia, Auf dem Weg zum Platz der Helden (Goldon)
„Onid hat schon recht, man soll sich aus anderer Leute Streit raus halten. Gibt nur Ärger, besonders wenn's um 'nen hübschen Hintern geht.“ Er hält kurz an einem kleinen Avesschrein an und spricht offenbar ein kurzes Gebet zum Dank für die erfolgreiche Rückkehr. Goldon fällt auch auf, dass er die meisten der wenigen Leute, denen sie hier beim Marsch durch die Gassen des Handwerkerviertels begegnen, es ist ja mitten in der Siesta, grüßt und zurück gegrüßt wird. „Und keine Aufträge, die nicht über die Gilde kommen. Da biste auf der sicheren Seite und wirst nicht auf einmal als Wegelagerer oder Flusspirat auf die Galeere geschickt, weil dein Auftraggeber dir 'nen Bären aufgebunden hat.“ Auf die Galeere geschickt... das sagt man immer noch, obwohl die Flotte längst keine mehr unterhält. Aber Knochenarbeit für Strafsklaven gibt es immer noch mehr als genug.

17. Tag, später am Nachmittag in den Alten Baracken in Portas, Santinera:
Korian und seine Truppe kehren recht spät heim, sind aber wenigstens guter Laune. Und sie wissen bereits Bescheid. “Ihr seid ja Tagesgespräch. Gratuliere!” Korian schlägt Alejandro auf die Schulter. “Reife Leistung. Wie habt ihr die Bande erledigt? Sliff und Rodel galten als richtig harte Knochen.” Alejandro ist gar nicht so stolz auf sein Tagewerk und fühlt sich bei dem Lob etwas unwohl. “Ist das erste mal, dass ich wen getötet habe. Musste halt sein.” Korian lacht. “Ist auch der einzige Grund es zu tun.” Buki und Harana setzen sich zu Sumaida, die an ihrer grünen Tunika herumstopft. “Wie geht's Dir?” Sumaida lächelt tapfer. “Danke. Es geht langsam.” Buki wird wieder übergriffig, und Sumaida quietscht. “Lass das doch!” Buki grinst. “Nun erzähl schon. Sonst vereinnahmen die Jungs den ganzen Ruhm für sich.” Sumaida schaut zu Alejandro, und der wiederholt, leicht rot geworden bei Bukis Attacke auf Sumaida, den Bericht, den er schon Janis und Jelinea gegeben hat. Korian nickt. “Saubere Taktik. Ihr habts drauf.” Buki nickt. “Ich werd mich bei Felico entschuldigen müssen. Ist doch nicht so ein Hundsfott, wie ich dachte.” Sie versucht wieder, Sumaida zu erwischen, aber diesmal haut die ihr auf die Finger. “Deine Reflexe werden immer besser!” Sie müssen beide kichern. Auch wenn es albern ist, scheint es Sumaida aufzuheitern. Jelinea schüttelt den Kopf. “Lass das doch wenigstens vor den Jungs.” Die grinst. “Ach, die sehen sich das gerne an, nicht wahr.” Alejandro schaut zu Korian “Bruder, kannst Du sie nicht mal übers Knie legen?” Buki läßt sich nicht einschüchtern.”Das sähst Du sicher auch gerne mit an.” Alejandro wird prompt rot. Buki wirft ihm eine Kusshand zu und steht auf. “Ich geh jetzt ins Bad. Du warst schon, Sumi?” Die nickt. Buki schaut zu Jelinea. Die läßt die Schultern kreisen. “Ich noch nicht. Aber ich sags dir gleich – wenn Du mich antatscht, lange ich Dir eine.” Dem Ton fehlt aber die Schärfe, und Buki gibt prompt zurück. “Bei Dir wüsste ich doch eh nicht, wo vorne und hinten ist, wenn Du keine Nase hättest.” Sumaida senkt verlegen den Kopf, Harana muss grinsen, aber Jelinea macht nur selbstbewusst Pffft.
von Jadoran
11.02.2019 14:27
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, später Vormittag, Plantage La Grande Desplumada
Das Rotstiefelchen macht bei Goldons provokanter Nachfrage empört den Mund auf, aber die Oberaufseherin legt ihr den Zeigefinger auf die Lippen. „Lass dich nicht provozieren, Botina.“ Sie wendet sich an Goldon und sagt zunächst ruhig. „Über Senor Mojigatto zu urteilen steht uns nicht zu.“ Als er aber andeutet, sie wäre mit ihm intim gewesen, werden ihre Augen hart, und sie schnalzt laut mit der Zunge. Das führt dazu, dass die vier Hunde die Zähne fletschen und bedrohlich knurrend an den Leinen zerren. „Signorina, bitte.“ Die Männer haben Schwierigkeiten, die Hunde zu halten. Die Oberaufsehrerin macht mit den Fingern eine scheuchende Handbewegung. „Schert euch zu euren Spießgesellen.“ Gamo und Rodel schwenken ihre Schusswaffen in Richtung der Hunde, aber Onid verpasst dem ihm am nächsten stehenden Gamo eine Kopfnuss, die ihm den Helm ins Gesicht schiebt und herrscht Goldon an. „Wir werden nicht fürs Streit anfangen bezahlt. Zurück ins Glied, und zwar dalli!“ Dann blickt er zur Oberaufseherin und knurrt, kaum weniger bedrohlich als die Hunde. „Schön Sitz machen!“ Die atmet durch, aber – wahrscheinlich weil sie die tatsächlichen Kräfteverhältnisse einigermaßen realistisch einschätzt – sagt sie „Aus!“, woraufhin sich die Hunde beruhigen. Onid flucht. „Wie ein Sack Flöhe!“

4. Tag, auf Mittag zu, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)
Der Rückweg verläuft ruhig, Sliff und Rodel strapazieren das Thema nicht weiter, zu deutlich ist Onids Mißbilligung. Auf halbem Weg, Santinera ist noch nicht in Sicht, überrascht sie der Mittagsregen, aber Rast zu machen lohnt nicht, und sie stiefeln weiter. Als sie dann, die Sonne steht schon wieder hoch am Himmel und verwandelt den Schlamm des Karrenwegs in feinen, roten Staub, endlich das Stadttor erreichen, wendet sich Onid um, tritt an den Kutschbock und hält Senor Mojigatto den Auftrag zum Abzeichnen hin. „Es war uns ein Vergnügen, für euch zu arbeiten, Senor Mojigatto. Ich hoffe, ihr wart zufrieden.“ Der antwortet ebenso förmlich. „Das war es. Ihr habt eure Aufgabe vorbildlich erfüllt.“ Er schaut zu Sliff und Rodel, die grinsend nicken. „Ich bin in der alten Schreinerei am Südtor abgestiegen.“ Onid kommentiert das erst einmal nicht, sondern steckt den Auftrag ein. „Gut Jungs. Packt die Waffen ein, ich gehe zur Gilde, uns auszahlen lassen. Um die sechste Stunde treffen wir uns im Gildenhaus, dann kriegt jeder seinen Anteil.“ Sliff möppert. „Geht's nicht früher? Wir haben Grad die dritte...“ „Nein. Das. Geht. Nicht. Früher.“ Sliff verzieht das Gesicht. „Na schön. Dann gib's uns Morgen früh.“ „Wie ihr wollt. Wir sehen uns.“ Er verstaut seine Waffen, nickt den sie beiläufig aber wahrnehmbar im Auge behaltenden beiden Stadtwachen am Tor höflich zu und stiefelt los. Cusi wendet sich an Lifta. „Ich brauche ein Bad. Kommst Du mit?“ „Klar doch.“ Sie winken den Männern im allgemeinen zu. Rigo wendet sich an Goldon. „Kommst mit zum Brunnen, die Ausrüstung waschen?“ Er meint wohl den auf dem Platz der Helden.
von Jadoran
11.02.2019 10:57
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, auf Mittag zu, Plantage Sietepepinos (Boronaya)
Es ist schwierig. Amato und Leonia beschreiben praktisch zwei völlig unterschiedliche Leute,auch wenn die groben anatomischen Details übereinstimmen. Ein eher herzförmiges Gesicht, große, leicht mandelförmige Augen, kein Bart, prächtiges, goldblondes Haar. Einig sind sie, dass er ein wahrhaft entwaffnendes Lächeln hat. Da muss was dran sein. Boronaya gibt sich alle Mühe, und als eine etwas pummelige Haussklavin auftaucht und mit kaum nachweisbarer Genugtuung verkündet, dass 'der Herr' sie nun im Grossen Speisezimmer erwarte, sagt sie sich, dass sie unter den gegebenen Umständen nicht Besseres hinbekommen wird. Sowohl Amato wie auch Leonia erkennen Fedorino auf der Zeichnung wieder, aber Boronaya fürchtet, dass die wahrscheinlichste Reaktion von Fremden sein wird: 'Dieser charmante junge Mann vor mir kann doch unmöglich dieser gemeine Verbrecher auf diesem Steckbrief sein.'
Im großen Esszimmer hält Denodado Gericht über seine Nichte, die Schreiberin und den Oberaufseher. Auf dem Tisch liegen die Bücher der Plantage: das Ausgabenbuch, das Inventar und das Logbuch, dazu die Vorratsliste der beiden Küchen. Sie sind ordentlich zusammen gelegt, darauf liegt sein eigenes Notitzbuch.
Neben ihm steht, offenbar genau wie Boronaya vor wenigen Augenblicken erst hinzu gebeten, Jucho, der versucht seine Verlegenheit zu verdecken.
Denodado mustert die drei in Reih und Glied vor ihm stehenden Delinquenten, die die Köpfe gesenkt halten und klopft mit den Fingern wie unschlüssig auf die Tischplatte. Dann atmet er durch. „Bevor ich anfange. Hat irgendwer von euch noch etwas zu sagen?“ Es vergeht ein Augenblick, dann fällt Ilenia auf die Knie und schluchzt. „Ich habe meine Pflichten vernachlässigt und euer Vertrauen enttäuscht, Don Denodado. Ich bitte um meine Bestrafung.“ Denodado macht „Hmm.“ Nun geht auch Amato auf ein Knie herab. „Don Denodado, ich habe versagt. Ich habe euer Vertrauen enttäuscht.“ Denodado nickt und schaut zu seiner Nichte, der die Tränen über das Gesicht laufen. Dann fällt auch sie auf die Knie. „Ich habe mich täuschen lassen und versagt, Onkel. Ich...“ Er hebt die Hand und knurrt beinahe unwillig. „Leonia. Du gehörst zur Familie. Du kniest nicht vor mir! Wir sind doch keine Novadis! Entschuldige dich im Stehen und sieh mich dabei an!“ Sie hebt den Kopf und steht zögernd wieder auf. „Mich trifft die meiste Schuld, nein,die Ganze. Hätte ich nicht...“ Er hebt wieder die Hand. „Also gut. Also gut. Amato!“ Der hebt den Kopf. „Du bist mein Vorarbeiter hier. Der Kerl war allein, und Du hast zugesehen, wie er die Gewalt über Sietepepinos mit süßen Worten an sich gerissen hat. Du hast Dich weggeduckt wie ein Sklave. Ich streiche Dir drei Monatsgehälter. Wenn Du mich noch einmal so enttäuscht, schmeiße ich Dich raus.“ Amato atmet regelrecht auf und nickt. „Habt Dank für eure Milde, Herr. Ich werde euch nie wieder enttäuschen!“ „Das hoffe ich.“ Denodado blickt zu Ilenia. „Ilenia. Als Schreiberin der Plantage ist es Deine Aufgabe, die Verwalterin zu unterstützen und zu kontrollieren. Du hast versagt. Nachdem Du gemerkt hast, dass Dein viel zu spät geschriebener Brief an mich nicht angekommen ist, hättest Du nach Santinera reisen müssen um mich persönlich zu informieren. Das wusstest Du. Es ist nur eine halbe Tagesreise. Spätestens, als der Schurke Anstalten machte, die Ernte zu verkaufen. Dass ich gerade noch rechtzeitig eingetroffen bin, ist nicht Dein Verdienst.“ Die Sklavin hält ihren Blick auf dem Boden. „So ist es, Herr, aber ich hatte Angst und war zu schwach, Herr.“ Denodado nickt. „Warte in der Bibliothek auf mich und mache Dich bereit. Ich werde dich züchtigen.“ „Jawohl Herr.“ Auch sie atmet auf, und Boronaya kann das nachvollziehen. Die Bibliothek ist garantiert ein recht kleiner Raum, und das bedeutet schon einmal, dass sie nicht die Peitsche erwartet, und, noch viel wichtiger: Mit einer Entfernung von ihrem Posten hat der Don auch nicht gedroht.
Der wendet sich seiner Cousine zu. „Leonia. Du hast Dich als unfähig erwiesen, die Plantage zu führen. Vielleicht warst Du mit der Verantwortung überfordert. Ich mache Dir nicht zu Vorwurf, den süßen Lügen eines Betrügers aufgesessen zu sein.“ Sie schluchzt, und er schaut kurz zur Seite. „Das passiert. Männern wie Frauen. Aber dass Du ihn hier hast gewähren lassen, und dass Du nicht den Mumm hattest, dich an Deine Tante oder an mich zu wenden, nachdem er Dich hat sitzen lassen. Du wirst mich morgen nach Santinera zurück begleiten, und wir werden zusammen mit Deiner Tante entscheiden, was zu tun ist. Deinen Verwalterlohn behalte ich zur Minderung des von Dir verursachten Verlustes ein, das ist Dir klar?“ „Jawohl, Onkel.“ Sie schnieft und senkt den Blick. „Wirst Du mich fortschicken?“ „Das werden wir sehen.“ Er atmet durch. „Geh jetzt auf Dein Zimmer und bring dich in Ordnung. Kleidung, Frisur, Gesicht. Die Donna einer Plantage läuft nicht herum wie ein nasser Wischlappen, und noch bist Du Donna. Beim Essen will ich, dass Du wieder präsentabel bist. Zeig Rückgrat.“ Er wendet sich an Jucho. „Ich bedanke mich für euren Schutz Jucho, den Göttern sei Dank war er nicht in dem Masse nötig, wie ich doch befürchtet habe. Ich werde euch zwei Briefe mitgeben – einen an den Stadtrat, einen an mein Kontor. Bitte gebt beide noch heute ab. Die Skiff von Severus wird euch nach dem Mittagessen wieder nach Gondola bringen, und um die fünfte Stunde werdet ihr mühelos noch die Conchita erreichen.“ Jucho neigt das Haupt. „Danke, Don Denodado.“ „Ich habe zu Danken. Lasst mich schon einmal den Auftrag abzeichnen.“ Jucho reicht ihn Denodao, und der setzt seine Unterschrift darunter, die es ihm erlaubt, sich in der Gilde auszahlen zu lassen. „In einer Viertelstunde wird gegessen. Wenn ihr euch frisch machen wollt, wird euch die Köchin helfen.“ Jucho nickt, unsicher zur Schreiberin schauend, der wohl jetzt eine sehr unangenehme Viertelstunde bevor steht, sagt aber nichts.
DSA_Santinera_PlanatageSietepepinosVomFluss.jpg
von Jadoran
10.02.2019 22:18
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, auf Mittag zu, Plantage Sietepepinos (Boronaya)
Es ist eben eine Gemüseplantage. Es gibt kein Peitschenhaus und keinen Schwitzkasten, wie er auf der ungleich größeren Plantage stand, auf der Boronaya geboren wurde, aber es kommen trotzdem einige Erinnerungen hoch.
Sie ist recht ordentlich gehalten, und Don Denodado hält sich nicht an Kleinigkeiten auf. Die vier runden Vorratshäuser sind schon gut gefüllt, die Felder fast komplett abgeerntet. Dann lässt sich Denodado durch die Quartiere, Werkstätten und die Cantina für die Sklaven, die Freigelassenen und Aufseher führen, mustert den Koch und dessen drei junge Gehilfinnen, die allesamt Schmuck aus Glas- und Porzellanperlen tragen. Er runzelt die Stirn. „Leonia, wann warst Du zuletzt hier?“ Leonia zögert. „Vor einer Woche.“ Denodado schüttelt den Kopf und wendet sich an Amato. „Wenn sich die Küchenhilfen so viel Schmuck leisten können, werden sie bestochen. Also: Werde ich eine Diskrepanz bei den Vorräten entdecken, gibt es eine Destille, wo ihr blind machenden Fusel panscht, oder machen sie die Beine breit?“ Leonia wird rot. Amato faltet die Hände hinter seinem Rücken und schaut geradeaus. „Der Schmuck kommt von Do...Sen... diesem Fedorino. Also Letzteres, Don Denodado.“ Leonia schnieft erneut, noch röter werdend. Amato schaut nicht zu ihr hin. „Deswegen konnte ich auch ni...“ Denodado hebt die Hand. „Wenn es das ist, lass sie ihnen. Aber sie sollen ihn nicht bei der Arbeit tragen. Das erzeugt Neid.“ „Jawohl, Don Denodado.“ Der Don schaut sich um. „Nur damit das klar ist. Wenn es irgendwelche Rechnungen zu begleichen gibt, dann tue ich das. Wer nicht den Mumm hatte, mich zu informieren, der soll sich hüten und versuchen, jetzt sein Mütchen zu kühlen.“ „Selbstverständlich nicht, Don Denodado.“ „Ich will heute Nachmittag die Vorratsliste der Küche sehen.“ Amato nickt. Don Denodado schaut zu Leonia. „Die vom Haupthaus wird mir hoffentlich gleich Ilenia vorlegen.“ Leonia nickt unsicher.
Es geht weiter, über die Felder, und weder fällt Boronaya irgendetwas aussergewöhnliches oder besonderen Tadel Erforderndes auf, noch scheint Don Denodado solches zu entdecken. Jucho und Tonarev sind ziemlich still, und schließlich, es ist keine Stunde mehr bis zur Mittagszeit, erreichen sie wieder den kleinen Platz vor dem Haupthaus. „Ich werde mir jetzt die Bücher ansehen. In einer halben Stunde treffen wir uns im großen Esszimmer.“ Er wendet sich an Jucho. „Ihr könnt solange Pause machen. Gelehrte Dame, darf ich fragen, wie es um eure Zeichenkünste steht? Ich würde es begrüßen, wenn ihr nach den Beschreibungen von Leonia und Amato einen Steckbrief von diesem Fedorino anfertigen könntet. Ihr könnt dazu die Terrasse zum Fluss hin nutzen, die ist um diese Tageszeit schön schattig und kühl.
von Jadoran
10.02.2019 17:56
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, auf Mittag zu, Plantage Sietepepinos (Boronaya)
Denodado mustert das sich ihm bietende Bild. „Werde ich nicht begrüßt?“ Die Sklaven und der Oberaufseher sinken prompt auf die Knie, als hätten sich ihre Beinmuskeln in Porridge verwandelt, und die Donna wird beinahe mitgerissen. Denodado nickt. „Ich weiß bereits Bescheid. Ich will also keine Ausflüchte, keine Anschuldigungen hören. Ilenia, Du legst mir im Esszimmer die Bücher aus.“ „Jawohl, Herr.“ Sie knickst und verschwindet im Haus. „Leonia, Amato, ihr führt mich über die Plantage.“ Der Mann macht den Mund auf, aber Denodado hebt die Hand. „Dich zu melden hattest Du genug Zeit, Amato. Du redest, wenn ich Dich was frage.“ „Jawohl Herr.“ Denodao nickt seiner Nichte zu, die zusammen zuckt und sich wie mechanisch in Bewegung setzt. Denondao wendet sich an Jucho. „Lasst zwei hier zurück, nur für den Fall, dass jemandem die Nerven durchgehen... Gelehrte Dame, wenn ihr, Senor Jucho eine eine der Damen mich begleiten möchten?“ Jucho nickt Makita zu. „Wenn einer abhauen will...“ „Schon klar.“ Sie und Sertudo ziehen sich in den Schatten zurück, ihre Waffen weiter auf den Boden richtend.
Denodado blickt zum Gesinde. „Ihr geht wieder an die Arbeit. Ich will kein angebranntes Mittagessen. Wir sind sieben Leute mehr zum Mittagessen. Senor Jucho und die Gelehrte Dame Boronaya speisen mit uns im kleinen Esszimmer.“ Jucho wird prompt rot, 'Herrenbehandlung' ist er ganz eindeutig nicht gewohnt.
Die Köchin knickst tief. „Jawohl, Don Denodado, Seid versichert, wir alle...“ Er hebt nur die Hand, und sie klappt ihren Mund zu. Denodado wendet sich an seine Nichte. „Zuerst die Vorratshäuser.“ „Jawohl, Onkel Alriggio.“ Sie schluckt und schnieft zugleich. Er klopft ihr auf den Rücken. „Los geht’s.“ Er wendet sich an Jucho, Tonarev und Boronya. „Wenn euch was auffällt, fragt oder sagt es ruhig.“ Jucho nickt und läßt seinen Blick kreisen.

17. Tag, Mittag, Alte Baracken in Portas, Santinera
Während der Mittagsregen niederprasselt geniessen sie zu Fünft das Mittagsmahl, und als abgewaschen ist, und sie zusammen sitzen, schneidet Alejandro vorsichtig ein Thema an, das bislang noch undiskutiert ist, aber doch über ihnen schwebt. “Wie wollt ihr das eigentlich halten... nur zu zweit? Anfängeraufträge sind meist Kräuter suchen und Krokodiljagd... schon einfachste Eskorte reissen sich gerade an ruhigen Tagen die Veteranen unter den Nagel.” Jelinea dreht ihren Becher in der Hand. ”Und Du willst sagen: Und weder von Krokodilen noch von Kräutern habt ihr eine Ahnung, nicht wahr?” Alejandro wird ein wenig rot. “Nicht so direkt... aber, mein ich.” "Du hast ja recht.” Janis trinkt einen Schluck. “Hilft ja nichts, so zu tun, als wäre es nicht so. Für Eskorte sind wir zu zweit zu wenige, und sowieso braucht es dafür auch mindestens einen Schützen. Und im Busch brauchts einen Kundschafter. Und einen Heiler.” Es bleibt unausgesprochen, dass die beiden durchaus Alejandro, Marico und Sumaida brauchen könnten, dass das aber nicht wirklich umgekehrt auch gilt. Jelinea übt sich in Optimismus. “Vielleicht kommen nach dem Erntedankfest neue Anfänger in die Stadt.” Janis schaut etwas zweifelnd, aber da er offensichtlich der Juniorpartner ist, formuliert er vorsichtig. “Wir müssen aber in der Zwischenzeit von was leben, Jeli.” Die schaut ihn an. “Willst Du etwa den Schwanz einziehen, so wie Gerhold?” Sie schaut zu Alejandro. “Wir waren eigentich zu dritt. Gerhold hatte als Waffe den großen Sklaventod, war aber ein Schisser.” Janis protestiert. “Jeli!” “Ist doch wahr. Wollte angeblich ein berühmter Questador werden, aber kaum bietet ihm in Apestos Capestosos so ein Werftbesitzer an, seine Wachmannschaft zu befehligen und verspricht ihm dafür feste Anstellung und ein großbusiges Sklavenmädchen, zack, weg war er.” Sie fixiert die männlichen Mitglieder der Runde. “Klar, damit kann man euch kriegen, nicht wahr?” Janis protestiert. “Jetzt sei nicht unfair. Ich bin doch bei Dir geblieben.” Jelinea grummelt, aber als sie Sumaidas tadelnden Blick wahrnimmt, entschuldigt sie sich. “Tut mir leid, war nicht so gemeint. Läuft halt alles nicht so wie geplant.” Sie trinkt einen Schluck.
von Jadoran
10.02.2019 17:31
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, auf Mittag zu, auf dem Rio Serpentillo stromaufwärts (Boronaya)
„Ungücklich, aber wohl nicht zu ändern.“ Denodado hinterfragt nicht Boronayas Expertise. „Legt den Dummkopf auf den Rücken.“
Die Bedingung 'einen der Lesen kann' bedeutet, dass Bule die Schute nach Gondola begleiten darf, worauf er nicht besonders scharf ist, sich aber fügt. „Lass Dir nichts bieten, Kumpel.“ Jucho klopft ihm auf die Schulter. Denodado nimmt noch einmal seine Sklaven ins Gebet. „Ihr seid pünktlich wieder auf Sietepepinos, Kein Getrödel, und erst recht macht ihr Senor Bule keine Probleme, sonst wehe euch. Ihr helft abladen, lasst euch den Lieferschein quittieren und kommt dann sofort zurück. Habt ihr verstanden?“ Das haben sie, wie sie wortreich beteuern.
Mit etwas Geruckel, Geschaukel und dem Stemmen mit den Ruderblättern ist die Schute schnell wieder klar gemacht und verschwindet bald aus dem Blick flussabwärts. Das Ruderboot hingegen strebt flussaufwärts, und es dauert nicht mehr all zu lange, dann kommt der Anleger der gesuchten Planatage ins Blickfeld, und Sertudo meldet auch, er sähe die Turmspitze des Herrenhauses zwischen den Bäumen oberhalb des Hanges.
Am Steg sitzen drei Kinder und angeln, springen aber auf und rennen den Hang hinauf, als sie das mit gleichmäßigen Ruderschlägen schnell heran eilende Boot erblicken. Sertudo grinst humorlos. „Lasst mich raten: Keiner hätte was ahnen können.“ Jucho dreht den Kopf. „Trotz allem: Vorsicht.“ „Klar doch, Jefe.“

4. Tag, auf Mittag zu, auf dem Rio Serpentillo stromaufwärts (Boronaya)
Auf der Plantage gab es offenbar keine zehn Minuten zur Vorwarnung, und wenn Boronya dem sich bietenden Bild, welches das kleine Empfangskommitee auf den Stufen ins Haupthaus abgibt, betiteln sollte, dann würde sie zwischen 'Das schlechte Gewissen' und 'Vor Angst Benässt' schwanken. Da stehen in der Mitte eine schlanke, junge Donna mit rotgeweinten Augen, die aussieht, als habe sie in ihren Klamotten geschlafen und versucht, sich nach einigen Tagen Abstinenz innerhalb von fünf Minuten zu waschen und zu frisieren. Neben ihr steht eine recht hübsche, aber eher kleine Sklavin, halb Moha, halb Thalusierin, sauber und ordentlich gekleidet, drei lederbezogene Kladden vor die Brust haltend, als ob die einen Schutz bieten würden, die mit fest auf den Boden gerichteten Augen dort ein Loch sucht, das zum Versinken geeignet wäre. Dann ein kräftiger Kerl, wahrscheinlich eine Kreuzung aus Thorwaler und Moha, der sich an seinem vor die Brust gehaltenen Hut festhält und schließlich drum herum das Hausgesinde, das – Boronaya kennt diese Haltung genau – seiner Anwesenheitspflicht nach kommt, aber stumm zum Ausdruck zu bringen versucht, dass sie überhaupt gar nichts mit irgendwas, oder noch wichtiger, irgendwem, zu tun hatten oder haben und immer nur brav getan haben, was ihnen befohlen wurde, für belastende Hinweise aber gerne zur Verfügung stehen.
Ansonsten wird auf der Plantage zumindest so getan, als ob eifrig gearbeitet würde, und kein Feldsklave ist so dumm, durch Gaffen eventuell in das unter Garantie anstehende furchtbare Strafgewitter herein gezogen zu werden.
von Jadoran
10.02.2019 11:54
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, auf Mittag zu, auf dem Rio Serpentillo stromaufwärts (Boronaya)
Als Boronaya mit ausgestrecktem Arm laut 'Paralys!' ruft, fahren nicht nur die eigenen Rudersklaven zusammen, auch die Sklaven auf dem anderen Boot erstarren, und bei ihrem Steuermann ist das sogar wörtlich zu nehmen. Ihr eigener Steuermann bringt das Boot längsseits und flink, wenn auch nicht besonders elegant, schwingen sich Jucho und Bule hinüber. Den Sklaven auf dem anderen Boot geht das viel zu schnell, und sie fangen an zu jammern und werfen sich zu Boden. Einer, der nicht schnell genug ist, sein Ruder los zu lassen, bekommt einen festen Knuff, und damit ist jeder Widerstand, so er überhaupt beabsichtigt war, gebrochen. Jucho versucht den Steuermann ebenfalls zum Hinknien zu bewegen, sieht aber nach einem Knuff ein, dass da wohl nichts zu machen ist. Er zieht ihm nun einfach das Steuerruder aus den erstarrten Fingern, schubst den zur Statue Gewordenen ins Boot auf die Melonen und bringt selbst ungelenk das Boot zum Wenden und in Richtung Ufer, wo es noch in fünf Schritt Abstand vom Schilf auf einer Sandbank mit einem sanften Knirschen aufsetzt, während das Ruderboot Längsseits bleibt und von den Rudersklaven mit zwei Rudern festgesteckt wird.
Denodado krabbelt an Bord. „Was beim Gehörnten fällt euch ein! Ich bin Don Denodado, euer Herr und Meister, wie könnt ihr es wagen, euch meinen Befehlen zu widersetzen?“ Es setzt großes Lamentieren ein, aber nach ein paar Augenblicken winkt Denodado ab und entscheidet sich offenbar, ihren Beteuerungen, 'nur die Bewaffneten wahrgenommen zu haben' erst einmal gelten zu lassen. Er besieht sich den steif gewordenen Steuermann und schiebt ihn mit dem Fuss an. „Janko!“ Er wendet sich zu Boronaya und zuckt mit den Schultern, dann schaut er zu den anderen Ausstellungsstücken, „Wo ist das Frachtmanifest, und wo ist dieser Fedorino?“ Das Frachtmanifest wird vorgewiesen, und Denodado wird böse. Er holt einen Stift heraus und schreibt darauf herum. „Von wegen, auszuhändigen an die Loeblich & Deflorentia Handelscompagnie. Das würde euch so passen.“ Die Sklaven halten die Monstranz des reinen Befehlsempfängertums hoch. Denodado ist nicht amüsiert. „Ihr wisst allesamt genau, dass wir seit Jahren unser Gemüse nur an Don Mabusi und Donna Candida liefern – und die Melonen gehen an Candida.“ Er schreibt eine Notiz und reicht dann Frachtmanifest und Notiz an Jucho. „Schicke einen Mann mit, einen der Lesen kann, der die Schute nach Gondola begleitet. Gebt Severus dort die Notiz und das Manifest. Er darf keine unser Ware an andere als unsere Kunden Mabusi oder Candida aushändigen. Das hier müsste die erste Ladung sein.“ Er schaut zum aus Gondola mitgekommenen Bootsführer. Der nickt. „Si, Don Denodado. Das ist die erste Lieferung“ Denodado wendet sich an Boronaya. „Phex sei Dank. Könnt ihr euren Zauber bitte lösen? Ich muss mit diesem Sohn eines Nilpferds reden.“ Er wendet sich an die Sklaven. „Und ihr – was wisst ihr über diesen Fedorino?“
Es kommt sehr zögerlich, aber wenig überraschend sind die Sklaven natürlich gut informiert. Fedorino, der offenbar doch nicht Don Fedorino sondern 'der Schurke Fedorino, der ihnen gleich verdächtig vorkam' ist, ist vor drei Tagen in dunkler Nacht verschwunden, mitsamt dem Schmuck von Donna Leonia und allen Silbermünzen aus der Kasse, beinahe eine ganze Dublone. Die Donna hat sich seitdem in ihrem Zimmer eingeschlossen und kommt nicht mehr heraus und weint die ganze Zeit.
von Jadoran
09.02.2019 16:46
Forum: Abenteuer & Reisen
Thema: Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera
Antworten: 410
Zugriffe: 8334

Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

4. Tag, auf Mittag zu, Gondola (Boronaya)
Das Boot legt unter der Steuerung des Vorarbeiters ab, und nimmt schnell Fahrt auf. Senor Denodado wendet sich an Jucho, der sich mit dne anderen kräftig in die Riemen legt. „Wenn wir an der Plantage ankommen, lasst zwei Steg zurück und haltet euch mit dem Rest der Gruppe bei mir. Ich möchte den Kerl lebend.“ Juche nickt. „Bule, Makita.“ „Wenn er Probleme macht, knufft ihn ein wenig. Er sollte aber noch reden können.“ Das Boot schießt dahin, dann meldet Sertudo. „Uns kommt eine Schute entgegen, voll beladen mit Melonen.“ Denodado steht auf. „Die gehört zu Sietepepinos. Haltet sie auf!“ Der Steuermann gehorcht, und das Ruderboot hält auf den sich schnell nähernden Gemüsekahn zu, dessen vier Sklaven Besatzung erst neugierig, beid er Kursänderung dann besorgt schauen. Sertudo nimmt Bules Balstra uns Spannt sie durch, und Senor Denodado schiebt sich zum Bug durch. Jucho nickt Boronaya zu. „Hinterher.“ Denodado hebt die Hand. „Anhalten!“ Entweder erkennen ihn die Sklaven nicht, sind zu langsam von Begriff oder glauben gar, sie könnten dem pfeilschnellen Ruderboot entkommen, jedenfalls machen sie keine Anstalten, ihren Kurs zu ändern, und schon wenige Augenblicke später sind sie auf wenige Schritt heran. „Gelehrte Dame – Bringt sie bitte zum Stehen, möglichst ohne sie zu töten oder die Ware zu beschädigen.“ Er wendet sich an Sertudo. „Wenn es not tut, schießt dem Steuermann ins Bein.“ Der nickt und nimmt die Waffe hoch.

17. Tag, sehr kurz vor Mittag, Gildenhaus in Portas, Santinera
Die Abwicklung nimmt eine weitere Stunde in Anspruch, und dann ist es Mittag. Sie kaufen sich ein paar Fische und einen Krug Wein auf dem Markt und kehren dann zurück in die Alten Baracken, denn unausgesprochen brauchen sie einfach eine Pause. Dort treffen sie auch Janis und Jelinea, die niedergeschlagen am Tisch unter dem Sonnensegel sitzen, und aufschauen, als sie auf den Hof trotten. “Wie seht ihr denn aus?” Es ist schnell erzählt. Jelinea seufzt. “Und ich dachte, wir beide hätten einen Scheisstag gehabt.” Sie schüttelt den Kopf. “Aber wenigstens habt ihr gesiegt!” Sumaida setzt sich an den Tisch. “Ich habe ihm ins Gesicht geschossen.” Jelinea setzt sich neben sie und legt den Arm um sie. “Der Kerl hatte es nicht anders verdient. Die wollten euch umbringen.” Sie nickt. “Ich weiss.” Sie schaut zu Alejandro und Marico. “Wenn ihr nicht gewesen wärt...” Alejdandro lächelt matt, aber überzeugt. “Wir sind eine Partida. Wir halten zusammen.” Er gibt sich einen Ruck. “Und jetzt braten wir uns den Fisch und machen frisches Fladenbrot. Und dazu trinken wir Wein.” Sumaida nickt. “Wie war es bei euch?” Janis zuckt mit den Schultern. “Frustrierend. Der Don wollte Sparringspartner für sein Töchterlein. Und die dumme Tuse bestand auf scharfer Klinge zum Üben. Und ging natürlich voll rein, als ob es ernst wäre. Als Jeli ihr dann beim Sparring die Waffe aus der Hand geschlagen hat und sie dabei einen Schmiss gekriegt hat, gab's ein Riesendrama. Sie hat geheult, Papa hat uns ausbezahlt und fast vom Hof gejagt. Vier Oreal. Und jede Menge Flüche.” Alejandro zuckt mit den Achseln. “Dons und Donnas... gibt so'ne und solche.” Jelinea blickt zu Sumaida, aber Alejandro redet ganz offensichtlich nicht über ihre Eltern, also hat sie 'dicht' gehalten. Sie sitzt immer noch auf der Bank und starrt auf die Tischplatte. Marico schnauft. “Wie ruhig Du im Gildenhaus geblieben bist. Das war echt beeindruckend.” Alejandro wehrt ab, “Das sah nur so aus. Ich hatte total die Hosen voll, vor allem, als Onid erst mal so tat, als hätten wir denen nachgestellt und nicht umgekehrt.” Er tätschelt Sumaidas Schulter. “Komm schon, lass uns waschen und dann was bruzzeln. Ich habe Hunger.” Sie schaut auf, klatscht sich mit den Händen gegen die Wangen und nickt. “Jawohl!”