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von WeZwanzig
08.09.2020 14:47
Forum: Spielhilfenbewertungen
Thema: Die dampfenden Dschungel
Antworten: 29
Zugriffe: 2008
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Die dampfenden Dschungel

@Der löbliche Pilger Miniwatu-Adlige habe ich bewusst weggelassen in meiner Aufzählung, das ist wirklich eine Besonderheit, die nur bei ihnen vorkommt.

Mir geht es aber um etwas anderes, kann sein, dass ich mich da missverständlich ausgedrückt habe:
Nehmen wir an ich will einen Waldmenschen-Animisten spielen. Ich habe lediglich das GRW und den Regionalband. Die einzige S/K/P-Kombinaion die mir das erlaubt wäre Mensch/Moha/Nipakau-Kocan der Tschopukikuha.
Jetzt habe ich drei Möglichkeiten. Entweder ich akzeptiere, dass ich einen Tschopukikuha spielen muss oder ich muss darauf verzichten eine fertige Profession zu nutzen, sondern muss frei steigern, oder ich kaufe mir Magie III wo die Profession nur Nipakau-Kocan heißt und habe damit wieder alle Freiheiten mir meinen Stamm auszusuchen. Und das, obwohl es nichts gibt, was den Animisten der Tschopukikuha großartig von den anderen unterscheidet. Ich sehe darin, das es so speziell ist, keinen Mehrwert. Speerkämpfer sind bei allen Stämmen verbreitet, wenn man die Darna besonders hervorheben will, dann wäre eine Professionsvariante von mir aus der richtige Weg gewesen. So ist es gerade für Anfänger, die sich vielleicht noch nicht trauen von den Professionen abzuweichen sehr einschränkend.
von WeZwanzig
07.09.2020 16:32
Forum: Spielhilfenbewertungen
Thema: Die dampfenden Dschungel
Antworten: 29
Zugriffe: 2008
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Die dampfenden Dschungel

Da ich das Buch bisher noch nicht in Gänze gelesen habe enthalte ich mich noch mit einer Bewertung, aber es müsste schon sehr viel Gutes in den mir noch fehlenden Teilen sein, damit es mehr als 1 Punkt wird:

Das Buch scheitert leider insbesondere an seinen eigenen Ansprüchen: Versprochen wurde eine Kulturbeschreibung aus der Sicht der Kultur selbst heraus, nicht wie bisher oft üblich aus der Sicht des „überlegenen Mittelländer, Al’Anfaner oder Horasier“. Alle Kulturen, die bisher unter den Begriff „Moha“ gefallen sind, sollten erlebbar, versehbar werden und nicht mehr nur „edle Wilde“ sein. Für die Überarbeitung des Grundregelwerks wurde sogar versprochen, dass man die Kultur „Moha“ in die beiden Kulturen „Waldmenschen“ und „Insel-Utulus“ auftrennen will, weil sie so unterschiedlich seien.

Davon merkt man in den „Dampfenden Dschungeln“ aber nichts! Die gesamte Kultur aller Stämme wird zusammen beschrieben, Abgrenzungen der einzelnen Stämme finden sich meist nur in Nebensätzen und nie vollständig, sondern oft nur 2-3 Stämme herausgepickt, die in dem Punkt anders sind. Lediglich das Kapitel „Stammeszugehörigkeit“ beschriebt auf dreieinhalb Seiten, wie sich die einzelnen Stämme unterscheiden. (In „In den Dschungeln Meridianas" waren es noch 13 Seiten, und das obwohl dort weniger Stämme beschrieben wurden, bzw. manche zusammengefasst wurden.) Durch die starke Verkürzung fehlen auch viele Informationen, die es früher gab und es wird nur ein sehr unvollständiges Bild abgegeben.
Am meiste fällt das bei der Beschreibung von dem Dorf Hapo-Nesha auf. Das Dorf kann frei bei den Festland-Waldmenschen oder Insel-Utulus verortet werden. Je nachdem gibt es Besonderheiten, die sich unterscheiden. Dieses Konzept ist nicht neu, so ein Dorf gab es etwa schon in den Streitenden Königreichen. Dort konnte man jemanden die Beschreibung geben und sofort war klar, ob es ein andergastsches oder nostrisches Dorf war. Bei dem Dschungel-Dorf hingegen wirken die Unterschiede beliebig. Hier mal die Unterschiede:
Häuser: Pfahlbauten, jede Sippe hat eigene Häuser / Lehmhütten, jeder darf jede Hütte jederzeit benutzen.
Ahnenhaus: Es gibt ein Haus, in dem „die Geister der Ahnen wohnen“. Dort bringt man täglich Essen hin, nachtsüber verschwindet es. Dafür verantwortlich ist: ein elfjähriger Junge, der das Essen einem Affengeist bringt / ein junger Erwachsener mit Pigmentstörung, weil das Essen von seiner Angebeteten kommt und er den Eindruck erwecken will, die Ahnen seien zufrieden mit ihr.
Das Dorfzentrum: wird für Handwerk genutzt / wird für die Zucht von Pei-Pei-Asseln genutzt.
Die nahe Lehmgrube ist verflucht, weil: der dort Lebende Humus-Dschinn sauer ist, dass man seinen Lehm stiehlt / beim Lehmabbau gefährliche Pilzsporen ausgegraben wurden.
Anführer: Häuptlingin und Schamane vertragen sich nicht / Häuptling und Schamanin mögen sich.
Abgesehen von den Pei-Pei-Asseln ist nichts davon typisch, sondern beliebig.

Auch ansonsten scheint man nicht so recht zu wissen, wie man die Waldmenschen und Utulus interessant machen will. Von den zwölf wichtigen, mit Bild versehenen Meisterpersonen sind nur sieben Waldmenschen oder Utulus, drei weitere sind „Blashäute“, zwei Echsen. Für einen Band, der sich nur auf die Moha fokusiert schon eine sehr schlechte Quote.

Regeltechnisch verstehe ich den Band auch nicht wirklich. Die Professionen wirken extrem speziell (Dschungelschleicherin der Keke-Wanaq, Waffenschmied der Tapo-Tikaute, Speerkämpferin der Darna oder Oberaschamane der Rololo) ohne das erklät wird, warum genau dieser Stamm gewählt wurde. Wie sehe den ein Oberanschamane der Shemuhaha aus, was wäre bei ihm anders?
Darna sind jetzt eine eigene Tradition (was Sinn macht) aber die Ausarbeitung ist: Es sind im Grunde Magiedilettanten die vor allem Elfenzauber nutzen. Und Hexenflüche, warum auch immer.
Sehr großer Minuspunkt: Hruruzat, die Kampftechnik der Waldmenschen schlechthin, hat gerade mal einen kleinen Absatz bekommen. Regeltechnisch ist der Hruruzat gar nicht enthalten, dafür muss man ins Kompendium schauen (aber nichtmal der Hinweis dorthin steht im Buch, sondern den musste ich gerade nachschalgen)

Hingegen richtig stolz war man auf den neu eingeführten Stamm der Tapo-Tikaute. Der Vergleich mit Wakanda ist nicht unpassend, passt leider nicht wirklich nach Aventurien in meinen Augen. Man war aber so begeistert von der Neukreation das der Stamm mit Abstand den meisten Platz im Buch bekommt. Beim Thema „Kampfkunst & Kriegsführung“ etwa haben sie eine Seite für sich. Alle anderen Stämme müssen sich eine einzelne Seite teilen! Sie haben auch eine eigene regeltechnische Kultur.
Damit haben wir in DSA5 zwei Kuturen für alle Dschungelstämme: Moha und Tapo-Tikaute (bzw. 3 wenn in der GRW-Überarbeitung „Moha“ aufgeteilt wird.) In DSA4 hatten wir sechs! (Dschungelstämme, Darma, verlorene Stämme, Wladinsel-Utulus, Miniwatu, Tocamuyac, manche davon noch mit verschiedene Subkulturen mit regeltechnischen Auswirkungen). So viel dazu, dass man weg will von dem „einheitlichen Moha-Bild der Nordleute“. In der Havena-Spielhilfe kann man verschiedene Wesenzüge wählen, je nachdem aus welchem Stadtteil der Stadt man kommt. Sowas sucht man für die verschiedenen Stämme in ddD vergeblich. Da kann man lediglich je nach geographischer Lage verschiedene Wesenszüge wählen („Horobans Wälder“, „Regengebrige“, „Trahelien und die Syllanische Halbinsel“, „Pirateninseln“ und „Waldinseln“). Regeltechnisch macht es also einen Unterschied ob ich ein Bürger Havenas aus Orkendorf oder aus dem Südhafen bin, nicht aber ob ich ein Napewanha oder en Tschopukikuha bin.

Achja, als kleine Randbemerkung: Die Shokubunga haben sich jetzt in „Shuritakha“ umbenannt. Warum wird nicht erklärt. War der alte Name phonetisch zu nahe an Schokolade? War das rassistisch?