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von WeZwanzig
05.11.2015 10:29
Forum: Romanbewertungen
Thema: R157: Mehrer der Macht
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Re: Mehrer der Macht

Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Roman halten soll.
Er ist gut geschrieben und war spannend zu lesen. Die streitenden Königreiche werden meiner Meinung nach sehr schön dargestellt und haben bei mir dazu geführt, dass ich Lust auf einen Helden aus Andergast bekommen haben. Auch hat mich gefreut viele bekannte Gesichter aus der "Weißen-Berg"-Kampagne wie etwa Wolorion wieder zu sehen, immerhin waren das die ersten Abenteuer, die ich selber gemeistert habe. Magie war durchweg stimmig und regeltechnisch richtig dargestellt, gerade die Probleme der Druiden mit Eisen waren extrem gut aufgezeigt. Außerdem habe ich in dem Roman zum ersten mal gesehen, das jemand den ATEMNOT sinnvoll einsetzt. :wink:

Und dennoch hinterlässt das Buch einen faden Beigeschmack. Zuerst einmal fehlt mir in der ganzen Geschichte ein richtiger Sympathieträger. Helmbrecht hat es sich bei mir gleich am Anfang Meisterinformationen: mit dem Mord an dem Jungen in der Taverne verscherzt, Melanor fängt recht sympatisch, vielleicht nur etwas zu ehrgeizg, an, hat sogar seine richtig guten Szenen,Meisterinformationen: wie etwa als er sich in Joborn mit der Dirne unterhält oder für Helmbrecht seine Ausbildung bei Yehodan aufs Spiel setzt, wandelt sich in der zweiten Hälfte des Buches jedoch auf vollkommen irrationale Weise Meisterinformationen: zu einem kaltblütigen Mörder und Integrant, und das Wendelmir einem nicht gerade sympatisch ist muss ich wohl nicht extra erwähnen.
Zum anderen hatte ich beim Lesen stets das Gefühl, das einzelne Szenen rausgekürzt wurden und das Buch unter großem Zeitdruck fertiggestellt wurde. Viele Szenen wirken so als ob sie eine weitere Handlung vorbereiten, die dann aber nie kommt. Gerade unter diesem Gesichtspunkt kann ich nicht verstehen, warum kurz vor Schluss noch mit Königin Yolande ein vierter "point-of-view" eingeführt wird, der die restliche Handlung nur grob streift.
Zuletzt noch drei Sachen, die mich besonders gestört haben; Meisterinformationen: Da wäre der mMn zu frühe Tod von König Efferdan. Gerade als er König Wendelmir anbot, das dieser sein Nachfolger wird hätten mich die Entscheidungen von Wendelmir sehr interessiert. Ein Annähern an der König hätte seinem Charakter sehr interessant bereichern können. (Anfängliche Heuchelei, die sich vielleicht irgendwann in so etwas wie Sympathie entwickelt, und dann echte Bestürztheit beim Tod des Königs.) Stattdessen wird Wendelmir gerade als es interessant wurde die Entscheidung von Yehodan abgenommen... Als zweites fand ich den Auftritt der Tierkönige von Ochse und Hirsch eher befremdlich. Ihr Handeln wird nicht erklärt und scheint einfach nur ein Mittel zu sein, die Handlung voranzutreiben, denn dass sich der Ochse Wendelmir auf dem Thron wünscht und der Hirsch nicht will, dass Silvana und Helmbrecht sterben wirkt einfach nicht nachvollziehbar. Zum Schluss muss ich noch sagen, dass mir das Ende sehr missfallen hat, aber das liegt wohl an mir, da ich offene Enden einfach nicht mag :lol:

Fazit: Mich hat das Buch unterhalten und ich bereue nicht es gelesen zu haben. Dennoch hätte ich mir viele Szenen anders gewünscht. Hätte man die Szene in Nostria großteils weggelassen, gerade die der Königin, die einfach nicht zum restlichen Buch passen, und den Anfang stattdessen mehr ausgearbeitet wäre das Werk mMn wesentlich besser geworden. Von mir gibt es 3 Punkte