Die Suche ergab 12 Treffer

von B.O.B.
06.07.2019 01:20
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

Deshalb hab ich ja auch als primäre Lösung vorgeschlagen, den ganzen Doppel-DK-Kram (auch und im Besonderen für die Waffen, bei denen die Angabe gar nicht paßt...) zu entwirren.

Natürlich kann man sicherlich noch viele Kleinigkeiten anpassen (wobei da wieder jeder andere Ideen hat und man dann doch mit 'nem gemeinsamen Regel-Nenner leben muß), aber im Großen und Ganzen hat das bestehende System bereits die nötigen Regeln, um die meisten Waffen realistisch und konsistent voneinander abzuheben. Und auch einen Haufen von Manövern speziell für bestimmte Waffenarten, die diesen Waffen Charakter und spezielle effektive Anwendungsmöglichkeiten geben.

Sie werden oft nur zu wenig genutzt (und sind bei vielen dann gar nicht erst auf dem Schirm), wenn zwei von drei Kriegern einfach das große DK H/N/S Schwert (mit Halbschwert SF) als Allzwecklösung führen und konsequentes Gegenhalten in Platte schon wie Finesse wirkt.
von B.O.B.
05.07.2019 20:40
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

Es geht aber doch gar nicht darum, ob man mehr Realismus möchte oder weniger, oder ob man die Spielrealität lieber durch komplexere Regeln besser simulieren möchte oder einfache Regeln bevorzugt und mehr Dinge erzählerisch löst.

Es gibt nunmal extra Regeln, die Vor- und Nachteile unterschiedlich langer Waffen simulieren. Und wenn man da dann plötzlich einfach aus Lust und Laune (oder weil man meint, die Spieler finden es cooler^^) beschließt, daß ein 1,15m langer Anderthalbhänder, einen Reichweitenvorteil gegenüber einem 1m langen Einhandschwert hat, ist das schon schräg. Wenn dann der 1,90m lange Speer keinen Reichweitenvorteil gegenüber dem selben Anderthalbhänder hat, wird's albern.

Das ist dann kein Problem von zu viel oder zu wenig Realismus. Und auch keins von zu komplexen oder zu einfachen Regeln. Es ist ganz einfach ein Ignorieren der (auch ingame) Realität.

Man kann gerne simplere Regeln benutzen oder solche, die mehr auf cineastische Ergebnisse und "Rule of cool" basieren, wenn man das möchte. Aber Regeln (egal welcher Komplexität), die die Spiel-Realität konsistent abbilden sollen (und genau das ist der Anspruch des "Phantastischen Realismus") absichtlich so zu verbiegen, um einen Waffentyp, den man selbst besonders toll findet, zu bevorzugen, ist einfach ein dummer Fehler.

Und genau das ist hier passiert. Man hat detaillierte Regeln geschaffen, die die Größe von Waffen in Betracht zieht, und dann die Regeln gebrochen, um anderthalb-/zweihändige Schwerter besonders stark zu machen, weil man sie für besonders toll für Helden hält.

Wenn ich möchte, daß eine Waffe besonders toll ist, kann ich das gern in die Regeln packen aber dann muß die Realität der Spielwelt das auch widerspiegeln. Wir kennen z.B. alle Waffen aus Filmen, Spielen oder Büchern, die einfach unrealistisch groß sind, aber extrem cool aussehen. Solange das in der entsprechenden fiktionalen Welt konsistent ist, ist das auch völlig legitim. Wenn DSA beschlossen hätte, daß der durchschnittliche Aventurier einfach stärker oder die Waffen leichter sind, so daß Krieger riesige Schwerter führen, ist das okay. Dann ist die Spielwelt nunmal so...

Aber in einer Spielwelt, in der Magie klaren Regeln unterliegt und in der ein Anderthalbhänder nur etwas über einen Meter lang ist, dieser Waffe plötzlich "magischerweise" 2 Meter Reichweite (bzw. die äquivalenten Regeln) zu geben, weil's cooler aussieht, ist einfach daneben. Besonders wenn in der beschriebenen Spielwelt trotzdem Lang- und Stangenwaffen in praktischer Verwendung sind. Und deshalb ist die ganze Diskussion um mittelalterlichen Realismus und Logik hier leider auch so verschwendet.

Die einfache Antwort, warum Speere in DSA so schlecht sind, ist folgende: Weil der entsprechende Autor trotz des angeblichen Ziels der Realismus und der Regeln, die diesen simulieren sollen, beschlossen hat, die Regeln für Waffen, die er persönlich besser findet zu, biegen. Und plötzlich hat man die tolle Allround-Waffe für Helden, die in allen Situationen besser ist, auch wenn weder unsere noch die Spielrealität das in irgendeiner Weise sonst abbildet.
von B.O.B.
30.06.2019 21:22
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

Danke, ich kenn das Video schon lange und würde nie behaupten, daß die wissen, was sie tun :lol:

Ich würde dem Video also auch keinen Erkenntnisnutzen, der über "Wer nicht weiß, was es tut, ist mit 'nem Speer besser bedient" hinausgeht, zurechnen.

Aber dann schreibst du halt (mal wieder recht plakativ, wie ich finde), was von "katastrophalen Schilden", "Lego-Figuren" und "Damit du einen Schild richtig einsetzen kannst, brauchst du zwei Schlaufen"...

Darüber, wie viel Ahnung die Jungs da haben und wie viel Erkenntniswert das hat, kann man diskutieren (meine Meinung steht ja in Zeile 1 :) ). Aber dann mit falschen Aussagen in die selbe Kerbe hauen wollen, schadet deinem Argument mehr als es nützt.
von B.O.B.
30.06.2019 20:38
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
30.06.2019 19:13
Und die Erkenntnisse, die man gewinnt, wenn man Laien mit LARP-Waffen und katastrophalen Schilden aufeinanderschickt, kann man grundsätzlich vergessen. Ich habe mir das Video nochmal angeschaut - die Spaßvögel sind mit Schilden ausgestattet, die innen einen Griff haben, den man tragen muss wie eine LEGO-Figur (sic!) - damit hast du keine Stabilität, weil schon ein minimaler Aufschlag den Schild aus der Balance bringt und in dir nach innen oder außen knickt (was im Video ja auch immer wieder passiert). Damit du einen Schild richtig einsetzen kannst, brauchst du zwei Schlaufen - eine für den Unterarm und eine für die Hand; etwa so http://mittelaltergazette.de/mag/wp-con ... 2x1024.jpg. Da ist es auch kein Wunder, wenn die Schildkämpfer nur marginal besser dastehen als ohne Schild; und dass Lindy Beige das als "wissenschaftlichen Beweis" deklariert, spricht nicht gerade für ihn.
Da diskutieren wir seitenweise über Quellenlagen, historische Realitäten und ähnliches und dann haust du aus dem Nichts wieder so'nen Klopps raus.

Wieso wurden Wikingerschilde wohl jahrhundertelang genau so gefertigt und gemeinsam mit Axt oder Schwert eingesetzt? Sicher nicht, weil das Laien und Spaßvögel waren (oder sie die Legofiguren in Wirklichkeit viele Jahrhunderte zuvor schon erfunden hatten :lol: ), sondern weil sie im Gegensatz zu dir wußten, wie sie mit dem Ding umzugehen hatten.

Tip: Wenn du in dem selber geposteten Link mal weiterblätterst, findest du hübsche Abbildungen entsprechender Techniken. :wink:
von B.O.B.
27.06.2019 18:44
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

Mein Vorschlag wäre hauptsächlich erstmal (wie teilweise schon zu vor erwähnt) eine Überarbeitung des DK Systems.
Nahkampfwaffen mit um die ein Meter Länge DK N (Nahkampf), Stangenwaffen/Speere mit deutlich über anderhalb, oft eher zwei Meter DK S (Stange/Speer^^). Statt Doppel-DK bestimmten Waffen, die nah an der Grenze zwischen 2 DKs stehen oder durch ihre Handhabung flexibel sind (einen Speer kürzer zu greifen ist z.B. recht einfach) die Möglichkeit geben auch in kürzerer Reichweite mit geringen Mali zu funktionieren. Die Werte der SF Halbschwert (-2 auf AT/PA und TP) halte ich für passend. Die SF Halbschwert selber kann dabei gern erhalten bleiben für das, was sie wirklich tut. Nicht nur geringere Abzüge für eine kürzer gegriffene Waffe, sondern tatsächlich eine speziell erlernte andere Griffweise und zusätzliche Techniken (Hebel etc.) die dann die restlichen Boni der bisherigen SF bringen, also bessere Möglichkeiten zu Entwaffen, Umreißen usw.

Die TP Werte fände ich damit an sich schon okay: Säbel, Schwerter etc. haben 1W+(3-4), kleinere Waffen 1-2 Punkte weniger, größere Schwerter (mit KK Vorraussetzung oder eineinhalb/zweihändig geführt) machen 1-2 Punkte mehr (dann aber logischerweise in DK N (15 bis 30cm mehr Gesamtlänge aber dafür mit beiden Händen an der Waffe bringt halt einfach keinen Reichweitenvorteil, der DK S rechtfertigt)), genau wie Stangen-/Infanteriewaffen (hier aber in nun in DS S und wie oben beschrieben teilweise leichter auch etwas kürzer zu führen).

Aus dem Rahmen fallen TP-mäßig in meinen Augen nur die Stäbe... nein, eigentlich sogar wirklich nur der Stab. Zweililie und Magierstab sind waffentechnisch eh Exoten (ob man ersterer 'nen Punkt mehr zugestehen soll, bleibt jedem selbst überlassen^^). Aber so'n massiver, 4cm dicker und mit mit Schwung geführter Stab, der bei 'nem Treffer nur Schaden wie ein etwas größeres Messer anrichtet, wirkt komisch...


Oder kurz gesagt: Wenn man nicht das gesamte System vollständig umkrempeln will, ist das meiste (mit den vorgeschlagenen Änderungen) durchaus funktional. Nur allein dadurch, daß man Anderthalbhänder und Co. wieder zu den Nahkampfwaffen macht, die sie sind, erhalten die echten Langwaffen (Speer, Stangenwaffen und Zweihänder/Andergaster) meiner Meinung schon ihre Berechtigung. Genau wie Nahkampf- und Handgemengewaffen.
Aber halt jeweils klar voneinander abgegrenzt, ohne das momentan vorhandene "Allheilmittel", daß durch die SF Halbschwert einfach mal in allen Distanzklassen funktoniert und dabei noch gute Werte hat...
von B.O.B.
26.06.2019 02:08
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

Vasall hat geschrieben:
25.06.2019 23:43
Also tut mir leid, diese Mär vom Schwert als reine Prestigewaffe für reiche Eliten ist völlig unhaltbar.
Ich glaube niemand hat behauptet, daß Schwerter reine Prestigewaffen waren. (Nagut, ich schon für den Sonderfall japanischer hoher Beamter, aber das waren extra prunkvolle, meist in Übergröße ausgeführte, Exemplare in den Händen von Nichtkämpfern.) Schwerter waren exzellente, vielseitige Seitenwaffen. Aber sie waren dies neben einer primären Kriegswaffe.
Vasall hat geschrieben:
25.06.2019 23:43
Wer neben dem Spieß/Stangenwaffe kein Schwert/Messer führte war nicht vollständig ausgerüstet. So einfach ist das.
Und schön, daß du mir da scheinbar zustimmst. Wenn aber nun jeder "vollständig ausgerüstete Kämpfer" einen Spieß/eine Stangenwaffe und ein Schwert führte, wieso sind Schwerter dann in mittelalterlichen Darstellungen so prävalent. Wegen ihrer Überlegenheit im Kampf (und die Leute waren einfach zu dumm ihre Stangenwaffe gleich zu Hause zu lassen) oder wegen der doppelten Verwendung als Zweitwaffe und als Prestige- oder sogar Ritualwaffe, auch in zivil?

Wie gesagt, ich will dem Schwert nicht seine Nützlichkeit absprechen. Die hatte es durchaus. Aber es war schlicht weg nicht die Kriegswaffe, deren Verbreitung sich auf ihre Überlegenheit gegenüber Speeren und Stangenwaffen gründet, wie es hier einige propagieren wollen.
Vasall hat geschrieben:
25.06.2019 23:43
Natürlich war es Symbol für weltliche Macht und Rechtsfähigkeit, das wurde es aber hunderte Jahre nachdem ganze Legionen damit ausgestattet [...] wurden.
Dann sieh dir aber doch mal die antiken Schlachten an, die die Geschichtsschreibung so gerne als Sieg der "modernen" römischen Kohorte (mit Schwert, schwerem Schild und ein paar Wurfspeeren pro Soldat) gegen die "veraltete" hellenistische Phalanx darstellt. In keinem einzigen Fall war die römische Infanterie der Phalanx im direkten Vergleich überlegen oder auch nur ebenbürtig. Man wurde zurückgedrängt, in die Flucht geschlagen oder führte konstante Rückzugs- und Vermeidungskämpfe während man versuchte den Gegner mit Wurfspeeren zu ermüden.

In keinem einzigen Fall gewannen die Römer dank überlegener Bewaffnung, sondern immer durch schwere taktische Fehler der Gegner, bedingt durch lange, starre Kommandoketten, während die römischen Trupps von geschulten und selbstständig agierenden Zenturios geführt wurden, die durch kurze Kommandoketten taktisch flexibel reagieren konnten.

Ja, die Römische Armee war mit dem Gladius erfolgreich. Aber sie war dies nicht wegen des Schwerts. Das Erfolgsrezept waren kurze Kommandoketten, gut ausgebildete Offiziere und die daraus resultierende taktische Flexibilität und Fähigkeit viel schneller auf Schlachtverläufe zu reagieren als es den starr organiserten Armeen ihrer Gegner möglich war. Das Gladius war sicherlich eine gut zu diesem Konzept passende Waffe, die das Ganze anrundete; eine überlegene Kriegswaffe war es jedoch nicht.

PS: Überhaupt ist der militärische Erfolg der Römer vorallem einer der Organisation und Logistik. Kein Volk hat so viele Schlachten verloren oder nur unter schwersten Verlusten gewonnen und trotzdem immer wieder erfolgreich neue Truppen aufgestellt (und vernünftig ausgebildet), um aus ihren vorherigen Fehlern zu lernen und letztendlich zu siegen.
von B.O.B.
25.06.2019 21:04
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

Zur Zeit der Römer gegen die Griechen waren reine Phalanxkämpfe aber längst überholt. Sie bildeten zwar den Kern aber wurden unterstützt von Reiterei, Streitwagen, teilweise Elefanten etc.

Der große Vorteil der Römer war tatsachlich ein technologischer... der Wurfspeer (Pilum) mit massiver Eisenspitze, der die Schilde teils durchschlug und darin steckenblieb. Ein Schild mit langer Holzstange, die rausguckt und 'ner Spitze die innen auf den Träger zeigt ist nicht mehr ganz so praktisch... :lol:

Und tatsächlich gab es soweit ich mich an meinen Geschichtsunterricht erinnere, nur eine Schlacht bei der eine griechische Phalanx im Infanteriekampf geschlagen wurde; in unebenem Gelände, in dem sie Mühe hatte, ihre Formation überhaupt zu halten.

Fast alle Schlachten wurden anderweitig gewonnen. Durchbrüche der Kavalerie die das Feldherren-Lager stürmten, die Infanterielinien von der Seite oder von hinten aufrollten, bessere reagierende Offiziere, die schwache Flügel schneller erkannten und ausnutzten, um der Hauptstreitmacht in die Seite zu fallen.

Der eigentliche Phanlanx-/Infanteriekampf war in den entsprechenden Schlachten meist ein (recht ereignisloses) Unentschieden, während andere Truppenteile und taktische Manöver die Schlacht entschieden. Die Römer hatten einen Material-Vorteil (bessere Rüstungen und Pilum) und überraschend fähige Offiziere. Der zentrale Infanteriekampf Schwert gegen Speer war nicht der Grund für verlorene Schalchten.
von B.O.B.
25.06.2019 20:31
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
25.06.2019 17:25
Sorry, aber unlogisch ist eher, zu behaupten, dass eine Waffe, die (angeblich) in so ziemlich jeder Hinsicht außer dem Transport schlechter ist als eine andere, in jeder Kultur, in der es sie gab, quasi rein aus Prestigegründen zu der Kriegerwaffe schlechthin geworden ist.
In jeder Kultzur, die das Schwert kannte, war es also die Kriegerwaffe schlechthin? Dann nenn' uns doch mal ein paar dieser Kulturen...

Im europäischen Mittelalter war das Schwert nicht die Kriegerwaffe schlechthin, sondern Zweitwaffe und Prestigeobjekt, echte Kämpfe wurden mit Speeren und anderen Stangenwaffen geführt. Sehr viel später kamen Säbel für die (leichte) Reiterei (mehr zu diesen später... :wink: ).

Auch der so oft dargestellte Ritter mit Schwert und Schild führte in Wirklichkeit den ersten berittenen Angriff mit der Lanze, kämpfte mit Hiebwaffen (beritten mit dem Vorteil, daß man dank Schwerkraft besonders gut auf Fußsoldaten herunterschlagen oder andere Berittene durch die Wucht vom Pferd befördern konnte) und zog seine Zweitwaffe, das Schwert, irgendwann, wenn sich der Kampf in ein wildes Getümmel von Einzelgefechten aufgelöst hatte. Wir wissen inzwischen, daß du das nicht hören willst und es deshalb konsequent ignorierst, aber so sind nunmal die Fakten...


Aber hey, das war sicher nur der eine Ausreißer... wie sieht's denn nun in anderen Kulturen aus? Nehmen wir doch z.B. ... Japan.

Selbst heute noch gilt das Katana als die Waffe eines Samurai. Und weißt du womit Samurai auf dem Schlachtfeld gekämpft haben? Pfeil und Bogen, Speer (Yari) und Naginata (eine Stangenwaffe mit gebogener langer Klinge auf einem langen Stiel) ... und auch mit dem Schwert.

Jeder Samurai hatte zwei davon und benutze die tatsächlich auch zum Kampf (neben den anderen erwähnten Waffen). Und es war vorallem -willst du raten, was jetzt kommt?- ein Prestigeobjekt und die Waffe, die man auch in Friedenszeiten als Symbol bei sich trug.

Weißt du wer noch -und vorallem zuerst- solche Schwerter trug? Die kaiserliche Familie und hohe Beamte... Sie waren ein Zeichen von Stellung und Wohlstand, oft besonders groß und prunkvoll verziert (beides komischerweise nicht, um die Kampfkraft zu erhöhen^^).
Genaugenommen hat überhaupt erst von dort aus das Schwert den Weg zu den Samurai gefunden: einfachere und teilweise kleinere Schwerter, die als Zeichen ihrer Stellung an die niederen Untergebenen verteilt wurden.

Und ja, es wurde mit der Zeit sehr beliebt im Kampf... im Reiterkampf. Kein Wunder ist es doch einschneidig und gebogen und somit eine gute Reiterwaffe, so wie andere Formen des Säbels auch... Ach nein, wir waren ja eigentlich beim Schwert. Gab's da in Japan eigentlich überhaupt etwas, das dem europäischen Schwert, von dem du so viel hälst, entsprach oder sind das eigentlich alles ursprünglich Reitersäbel?

Zumindest war es ein tolles Statussymbol. Die Kriegerwaffe? Wohl eher nicht. Aber das persönliche Standessymbol (und Selbstverteidigungswaffe in Friedenszeiten) für Krieger und Anführer. Also in dem Sinne wohl tatsächlich die genaue Analogie zum mitteralterlichen Schwert! :lol:
von B.O.B.
25.06.2019 16:33
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
25.06.2019 13:49
Wäre der Speer so eine gute Nahkampfwaffe gewesen [...], dann hätte sie sich auch in dieser Funktion durchgesetzt.
Es hat sich aber durchgesetzt. Über Jahrtausende war der Speer eine weit verbreitete und verwendete Waffe (und das nicht nur zur Jagd oder weil man in den Krieg zog und nur seine "Jagdwaffe" besaß).

Und langsam verschwunden ist er erst nach der Entwicklung fortschrittlicherer Stangenwaffen.

Die Verbreitung des Schwerts liegt nicht in den besonderen Fähigkeiten im Kampf begründet sondern in hauptsächlich zwei Vorteilen, die der Speer nicht hatte:

Erstens war ein Schwert leichter mitzuführen und war somit als Zweit- wie auch als persönliche Verteidigungswaffe geeignet.

Zweitens und wohl bedeutender, waren Schwerter teuer und schwer herzustellen. Die waren Prestigeobjekte (teils sogar Ritualgegenstand) und als solche ein Zeichen von Rang, Macht und Vermögen. Sie wurden verziert und in ebenso aufwendig verzierten Schwertscheiden getragen. Das macht sie aber genauso wenig zu besseren Waffen, wie dich dein teures Markenshirt besser warm hält. Viele Schwerter sind bis heute auch deshalb erhalten, weil sie eben kaum/nie wirklicher Belastung ausgesetzt waren sondern als reines Symbol weitervererbt oder gar mit dem Träger begraben wurden. (Die Kreuzform des Schwerts mit langer gerader Parierstange hat der Symbolik im Mittelalter sicher auch nicht geschadet.)

Waffen für den Kampf waren Stangenwaffen, beginnend beim Speer, über die Lanze, (für das einfache Volk) Haufenweise umgebaut Werkzeuge an langen Stielen und die Piken, Hellebarden etc., die sich daraus entwickelt haben.

"Schwerter", die tatsächlich in Gefechten benutzt wurden, entwickelten sich schnell zu spezialisierten Waffen z.B. ähnlich dem Panzerstecher.
von B.O.B.
25.06.2019 12:48
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

Herr der Welt hat geschrieben:
25.06.2019 09:08
relativ flexibel in seiner Länge einsetzbar sein, da er problemlos auch etwas kürzer gegriffen werden kann. Doppeldistanzklassen gibt es bei DSA auch schon für weniger. Mindestens Halbschwert sollte drin sein.
Halbschwert ist drin, fehlt nur in der Manöver/SF Liste...
WdS, S. 72 hat geschrieben:Kenntnis der Sonderfertigkeit Halbschwert erlaubt es Kämpfern mit [...] zweihändig geführten Speeren [...] ihre Waffen auch in einer Distanzklasse kürzer als ihre ideale(n) Distanzklasse(n) einzusetzen...
Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
25.06.2019 09:30
Doppel-DK bei längeren AHH und ZHS finde ich jetzt nicht so unpassend (und ich würde sie grundsätzlich auch den Fechtwaffen geben solange bei denen die linke hand nicht verwendet wird)
Da ist ja der Witz... knapp 1 Meter lange Fechtwaffen, einhändig geführt, haben eine größere Reichweite als ein nur knapp über einen Meter langer Anderthabhänder, bei dem du noch die zweite Hand am Griff/Knauf hast. Das ist simple Biomechanik Aber der Anderthalbhänder hat die höhere DK.
von B.O.B.
25.06.2019 01:38
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

Oder man guckt nochmal genau durch die Liste und vergleicht Längen und Waffenarten mit der angegebenen DK. Einhändige Schwerter und Säbel (knapp bis gut 1 Meter lang), einhändige Hiebwaffen (bis 1,10m), zweihändige Hiebwaffen (bis 1,20m) haben allesamt DK N. Speere und Infanteriewaffen ((mit Ausnahme des Schnitters^^) alle mindesten anderhalb Meter lang, die meisten gehen eher gegen 2 Meter) haben DK S. Das geht alles soweit durchaus in Ordnung.

Es sind tatsächlich nur die gehypten klassischen DSA Kriegerwaffen (Anderhalb-/Zweihänder), die aus dem Rahmen fallen und plötzlich alle DK NS haben. Dabei ist die kürzeste gerade mal 1,15m lang. (Die genau selben Waffen bekommen dann auch noch die Option auf DK H durch SF Halbschwert und die meisten Boni aus den Halbschwertregeln :rolleyes: )

Einfach mal realistisch Allem mit unter anderthalb Metern Länge bei teilweise noch 2-händiger Führung die ungerechtfertigte DK S wegnehmen und das ganze System sieht gleich viel besser aus. Und ja, wenig überraschend trifft diese Maßnahme durchgehend alle Anderhalb- und Zweihändigen Schwerter außer dem echtem Zweihänder, Andergaster und Boronsichel, sonst aber keine einzige Waffe außer dem exotischen Schnitter.

Ein Schelm, wer glaubt, daß da bewußt eine Waffengattung bevorzugt wurde...
von B.O.B.
24.06.2019 23:56
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
Antworten: 141
Zugriffe: 4400

Wieso sind Speere so schlecht?

Ich glaube das größte Problem des Speers ist nicht seine eigene Waffengattung mit eingeschränkten Manövern, sondern die Tatsache, daß der Reichweitenvorteil einer deutlich längeren Waffe durch das (auch noch optionale...) DK-System nur unzureichend beschrieben wird.
Realistisch betrachtet kannst du 'nem unausgebildeten Hanswurst einen Speer nur mit der Bemerkung in die Hand drücken, daß er immer schön die Spitze zwischen sich
und dem Angreifer halten soll, und schon stellt er eine echte Gefahr für jeden nur mit einer Handwaffe Bewaffneten dar.

Betrachtet man mal, wer lange Zeit die Masse an Kämpfern gestellt hat und wie der durchschnittliche Ausbildungsstand war, erklärt das allein schon, warum Speere über so große Zeiträume erfolgreich waren.

PS: Die Führung eines Speers in kürzerer Distanz (Stichwort: Doppel-DK) ist mit der SF Halbschwert (also leicht verringerter Schaden bei nur geringen Abzügen) meiner Meinung nach durchaus sinnvoll abgebildet. (Ja, Halbschwert fehlt in der Auflistung der Manöver/Sonderfertigkeiten von Speeren. Die Regel selbst erlaubt die Führung in Halbschwertposition aber ausdrücklich... natürlich nur für 2-händige Speere, einhändig ergäbe das ja keinen Sinn.)

PPS: Meine Kritik zu den Distanzklassen bezieht sich hier nicht (nur...) auf die Regeln selbst, sondern eher auf die fehlenden Zwischenstufen bzw. dadurch unrealistischen Einstufungen einzelner Waffen. Einem 2 Meter langen Jagdspieß (DK S) keinen Reichweitenvorteil gegenüber einem gut 1 Meter langen Anderthalbhänder (DK NS) einzuräumen ist nicht wirklich realistisch (zu Ungunsten des Speers).