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von Advocatus Diaboli
30.10.2017 21:41
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Charakter in der Sackgasse
Antworten: 19
Zugriffe: 1255

Charakter in der Sackgasse

Ich sehe das ähnlich wie Phoenix: Diese Situation hat unglaubliches Potential für einen wirklich emotionalen und eben überraschenden Plot.

Macht es doch so: Die Helden stoßen zufällig auf einen Kult von Namenlosanhängern und wollen - ganz Helden - denen natürlich das Handwerk legen. Das gelingt scheinbar erst, aber der Kult ist größer, als sie dachten (dein Kult?). Die Oberen des Kultes beschließen, dass die Helden sterben sollen. Dein Char erfährt das. Lange Zeit schon zweifelt er an der Richtigkeit seines Glaubens. Soll er seine Freunde jetzt sterben lassen? Oder stellt er sich gegen seine Glaubensgefährten, ja gegen seinen Glauben?

Geplant sein sollte dann besser, dass er sich für seine Freunde entscheidet. Sonst könnte wirklich Frust entstehen, wenn ein Char dabei drauf geht. Wenn dein Char aber für die Gruppe arbeitet und trotzdem stirbt wer... naja, dann ist es eben ein Tod in einem Abenteuer. Das kann immer passieren, ist ja aber nicht deine Schuld, nur weil dieses Abenteuer deinen Char in den Fokus stellt.

Ich würde die Enthüllung dann langsam aufbauen... Misstrauen sähen, indem dein Char eben Dinge weiß, die die anderen nicht wissen. Er sieht einen Hinterhalt voraus oder weiß, dass im Essen Gift ist, er weiß, wie man die magische Tür im Versteck des Kultes öffnet, obwohl er sonst nicht der Schlößerknacker ist, er weiß, mit welchen Kräften der Gegner man zu rechnen hat...
Anfangs kann er sich damit raus reden, dass er sich lange mit diesem Kult befasst hat, viel gelesen hat darüber (ggf. in Verbindung mit seinem Eintritt in den Draconiter Orden erklärbar). Irgendwann wird es aber doch unglaubwürdig und sie stellen ihn zur Rede. Oder einer der Gegner - gefangen genommen statt getötet, verrät ihn. Vielleicht aber auch nicht? Vielleicht kann er seine Tarnung aufrecht erhalten. Vielleicht kann er alle ausschalten, die ihn verraten könnten - so bleibt das Abenteuer auch für dich spannend.
Macht es vom Spielgeschehen abhängig, ob die Tarnung auffliegt. Falls sie auffliegt, muss dein Char glaubhaft versichern, dass er sich geändert hat, dass er zu ihnen hält und sich abgewendet hat vom Namenlosen. DAS gibt hochemotionales Rollenspiel, nachdem die Gruppe so viel zusammen erlebt hat. Eventuell kommt es sogar zum Kampf zwischen dir und einem/mehreren der Gruppe. Dann stirbst dein Char vermutlich. Dann hast du eben den epischen Heldentod und musst einen neuen Char bauen. Aber ihr habt ultra krasses Rollenspiel gehabt.
Falls es nicht auffliegt, hat dein Char trotzdem mit dem Namenlosenkult gebrochen. Wenn dein SL und du Spaß an diesem Geheimniskram habt, führt ihr das weiter in der Art, dass du ab jetzt nicht ab und zu Geweihte tötest, sondern ab und zu mal ein Namenlosanhänger auftaucht, der die Helden töten will und immer besteht dabei die Gefahr, dass deine frühere Mitgliedschaft aufgedeckt wird. Die Helden bekommen alle Gesucht Namenlosanhänger.

Also in Bezug auf die Frage, was mit dem Char zu tun ist - töten und neuen oder Gesinnungswechsel?
-> Lass dich überraschen. :)

Wenn du eh nicht weißt, was du willst, dann lass es die anderen entscheiden, aber ohne sie vorher einzuweihen. Sie werden überrascht und du weißt auch nicht, was passiert. Die besten Momente im Rollenspiel sind wirklich die, wenn man outgame überrascht wird.
Jadoran hat geschrieben:Ich würde tendenziell das ganze weiterhin als Geheimnis zwischen Dir und dem Meister lassen. Warum dein Held "nicht verhindern konnte, dass das Archiv ein Raub der Flammen wurde", brauchen die Mitspieler nach den ganzen Geheimnissen auch nicht mehr wissen :censored: Ich würde es versuchen, unter der Decke zu halten, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mitspieler das im laufenden Spiel lustig finden werden nach all der Zeit. Wenn ihr in fünf Jahren Anekdoten erzählt, sieht's vielleicht anders aus ("Is-nich-wahr!"). Wenn es den SL bisher gereizt hat, doppelt zu spielen, dann sollte er auch weiterhin keine Probleme haben und Dir helfen, die Dunkle Vergangenheit des Helden zu begraben.
"Lustig" finden sie es vielleicht nicht. Aber cool, denke ich schon. Ich würde eher ganz stark davon abraten, das Ganze nie im Rollenspiel für alle zu thematisieren und dann irgendwann viel später nur outgame zu erzählen. Wie blöd ist das denn? Warum sollte es sie dann erfreuen, wenn sie nie was davon gehabt haben?

Ich hatte mal kurze Zeit einen in der Gruppe, der war glaube ein Namenlosanhänger oder was ähnliches. Das wurde im Rollenspiel nie thematisiert. Vielleicht wäre es das, wenn wir länger gespielt hätten. Ich habe es dann später erfahren und fands blöd. Mir wäre weitaus lieber gewesen, wenn es dazu wirklich Rollenspiel gegeben hätte.
von Advocatus Diaboli
29.10.2017 20:23
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Charakter in der Sackgasse
Antworten: 19
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Charakter in der Sackgasse

Wie ein ausgebrannter Magier oder ein armloser Krieger? Das ist hart. Dann steckt jetzt ein großer Haufen AP in Dingen, die er tatsächlich nie wieder wird einsetzen können? Oder will er nur nicht wegen umgepolter Überzeugung?

Wenn du jetzt wirklich einen vergleichsweise nutzlosen Char hast, würde ich den SL und die anderen Spieler fragen, ob sie einverstanden wären, dass dir nach und nach ein bisschen mehr als anderen unter die Arme gegriffen wird in Steigerungsdingen. Da gäbe es verschiedene Wege: Mehr AP, zusätzliche Vorteile (Göttergeschenke? Paktgeschenke? Welche der nachkaufbaren Vorteile ohne AP auszugeben?), herausragende Lehrmeister für alles relevante, was er auf seinem neuen Weg lernt, ...

Die anderen Spieler müssten sich natürlich mit so einer Sonderbehandlung einverstanden erklären. Aber wenn du sagst, so wie der Char nun ist, leidet die ganze Gruppe... dann ist der Rest ja vielleicht auch dafür, aus diesem Char schneller wieder was nützliches zu machen.