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von Der löbliche Pilger
20.11.2019 10:49
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Thema: Cross-gender im Rollenspiel
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Cross-gender im Rollenspiel

Jadoran hat geschrieben:
20.11.2019 10:24
@Der löbliche Pilger: Wenn man einmal "abtrennt", das man - egal welchen Geschlechtes - nicht ungefragt an den sexuellen Phantasien anderer teilhaben will und sich die zitierte Anekdote daher auch für mich "icky" anfühlt: Die Fremdsteuerung (Meine Burg! Meine Armee! Meine Mage! Meine Pferdepflegerin!) ist als solche auch nicht komischer als das sich hineinversetzen in eine Figur. Nur anders. Es sind auch Machtphantasien ("Ich bin ein großer Held, ich bin stärker als"... vs. "Ich bin ein großer Herrscher, auf einem Wink von mir erobern meine unbesiegbaren und sehr modisch gekleideten Sturmtruppen...") oder andere Phantasien. Bei einem Aufbausimulationsspiel dirigiert man auch die "Arbeiter". Was die Anekdote eben zum Kippen bringt ist das "sexy" :rolleyes: . Oder sind Tabletopper, die unzählige Figuren über den Tisch schieben etwa komischer als Rollenspieler?
Nein, nein, das wollte ich damit nicht zum Ausdruck bringen. Das Thema, auf welches ich mich bezog, war ja die mögliche Identifikation mit seinem Charakter bei Cross-Gender. Und ich glaube, in dem von mir geschilderten Fall findet überhaupt keine Identifikation statt bzw. ist selbige auch null erwünscht.

@Madalena Ich denke nicht, dass dies hier bewusst geschehen ist. Sehr wahrscheinlich würde er von seinem Krieger auch als "mein mächtiger Warrior" sprechen. :) Aber sehr wahrscheinlich müsste er in dem Falle auch jedem am Tisch permanent beweisen, wie "powerful" er ist.
von Der löbliche Pilger
20.11.2019 09:54
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Wizkatz hat geschrieben:
15.11.2019 16:57
Der löbliche Pilger hat geschrieben:
15.11.2019 16:53
Wenn ungepflegte, bärtige Männer (nicht, dass alle Bartträger ungepflegt wären!) mitte 40 von ihrem Charakter nur in der dritten Person sprechen und ihn dann permanent "meine sexy Mage" [sic!] nennen, dann passt eben alles zusammen.
Ein Aspekt, den ich erst seit diesem Thread hier länger im Kopf umherdrehe: Kann es sein, dass es neben den Spieler/innen, die sich mit ihrem Charakter mehr oder weniger identifizieren auch eine ganz andere Form von (meist) Spieler gibt, die sich einfach GAR nicht mit ihrem Charakter identifiziert sondern vielmehr aus der Sicht eines Puppenspielers agiert, der sich daran erfreut, die Handlungen und das Schicksal einer Person (hier die sexy Magierin im RP) bestimmen zu können und daraus eine Art von Befriedigung und Machtgefühl ableitet? :grübeln:
Das kann durchaus sein. Er sprach von dem Charakter ja nie in der Ich-Form, sondern in der Dritten Person inkl. Possesivpronomen. Insofern hatte das schon eher einen (für mich) fragwürdigen Habitus des "Besitzers" einer sexy Magierin, die tun muss, was er von ihr verlangt.
von Der löbliche Pilger
15.11.2019 16:53
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Rhonda Eilwind hat geschrieben:
15.11.2019 12:02
Ich glaube tatsächlich, dass CG unter DSA-Spielern erheblich verbreiteter ist als unter den Spieler anderer Systeme, einfach, weil das System es offen anbietet und den liberalen Anspruch diesbezüglich (zumindest früher war das so) auch stark betont hat.
Ich spiele aktuell in 2 DSA-Runden und einer (unregelmäßigen) Hexxen-Gruppe. Bei allen sitzen auch Frauen mit am Spieltisch und bei allen wurde GC per Gruppenentscheid abgelehnt. Das war in einer der Runden eine zugegebenermaßen knappe Abstimmung, aber das Ergebnis steht.

Bevor ich meine zweite DSA-Runde gefunden habe, bin ich auf der Suche mit einer anderen Gruppe in Kontakt gekommen und habe einen Abend probeweise mitgespielt. Dort wurde GC betrieben und es hat alle Klischees erfüllt, die hier genannt wurden. Wenn ungepflegte, bärtige Männer (nicht, dass alle Bartträger ungepflegt wären!) mitte 40 von ihrem Charakter nur in der dritten Person sprechen und ihn dann permanent "meine sexy Mage" [sic!] nennen, dann passt eben alles zusammen. :lol:
Wobei das nicht der einzige Grund gewesen ist, weswegen ich an dem Abend frühzeitig geflüchtet bin, aber das wäre eine andere Geschichte...

Vielleicht ist mit meiner Imaginationsfähigkeit etwas kaputt, aber wenn ein Spieler mit brummeliger Stimme einen Zwergen spielt und ich schließe die Augen, dann stelle ich mir einen Zwergen vor. Wenn unsere Spielerin das gleiche täte, hätte ich automatisch eine ZwergIN im Kopf. :grübeln:
von Der löbliche Pilger
11.10.2019 15:02
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Cross-gender im Rollenspiel

Ich muss mich jetzt mal outen:

Ich bin kein Freund von Cross-Gender im Rollenspiel. In beiden Gruppen, in welchen ich aktuell spiele, wird diese Meinung auch von der überwiegenden Mehrheit der Spieler geteilt. Interessanterweise haben wir in beiden Runden auch Spielerinnen, die sich jeweils als einzige Personen gegen diese Gruppenregel ausgesprochen haben.

Wenn ich ehrlich bin, würde ich beiden durchaus zutrauen einen männlichen Charakter zu spielen, aber da sind wir fair und konsequent: gleiches Recht für alle! :lol:

In einer Gruppe hatten wir vor einiger Zeit einen neuen Spieler, der gerne eine weibliche Heldin gespielt hätte, was wir mit Verweis auf eben jene Gruppenregel abgelehnt hatten. Nach einem guten halben Jahr haben wir uns dann ohnehin getrennt, weil sein Spielstil für den Rest der Runde einfach zu wenig immersiv gewesen ist. Insofern hat uns das eher nochmals in unserer Ansicht bestärkt.

In beiden Runden kam es übrigens (da sich dieses Thema aus dem betreffenden Thread abspaltete) noch nie zur Darstellung sexueller Handlungen oder übermäßiger Gewalt.