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von Heldi
14.06.2019 23:13
Forum: Neuigkeiten & Berichtenswertes
Thema: Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt
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Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt

Jadoran hat geschrieben:
14.06.2019 21:34
Wenn man hofft, dass der Verlag mit zumindest einem Teil der Kreativen weiter (oder genauer: erneut) existiert, der macht mit einem Kauf seiner Produkte nichts falsch, denn man braucht dafür keine Ersatzteile und eines der wichtigsten Argumente für einen Investor ist, ob eine Firma noch einen Markt hat.
Stellen wir uns vor, Ulisses kauft Splittermond und Roll-Inclusive aus der Insolvenzmasse. Wie glorreich wäre das?! Würde aber vermutlich wirtschaftlich keinen Sinn machen, da der Ulisses-Hass wohl größer als die Splittermond-Liebe ist.
von Heldi
14.06.2019 21:18
Forum: Neuigkeiten & Berichtenswertes
Thema: Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt
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Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt

Fenia_Winterkalt hat geschrieben:
14.06.2019 18:16
Da niemand etwas ausgibt was er nicht entbehren kann und möchte und dafür ja auch bekommt was er haben möchte, ist die Mahnung ja auch auch ein bisschen egal :D
Ich habe einerseits das Gefühl, mich zu wiederholen, aber andererseits, dass nicht ankommt, was ich sage. Ein letztes Mal versuche ich es daher noch:

Es wirkt auf mich so, als würden viele in der Szene derzeit glauben, dass Uhrwerk gerettet (saniert) werden könnte und (auch) deshalb gekauft wird, was das Zeug hält. Wer sich aber dadurch (zusätzlich) zum Kauf motivieren lässt, tut das "ins Blaue hinein". Öffentlich bekannt sind nicht genug Informationen, um die Chancen einer Sanierung einzuschätzen. Wem das egal ist und wer deshalb sagt, jede geringe Hoffnung ist besser als keine, der*die braucht sich darum freilich nicht zu stören.
von Heldi
14.06.2019 18:08
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Thema: Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt
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Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt

Fenia_Winterkalt hat geschrieben:
14.06.2019 17:45
Er hat gesagt er könne zu dem Zeitpunkt eigentlich noch nicht viel mehr sagen. Auf der Nordcon wird es eine Gesprächsrunde mit dem Uhrwerkverlag geben und da wird man vielleicht das eine oder andere noch erfahren.

Man kann doch nicht erwarten das jemand Firmeninterna preisgibt die das Insolvenzverfahren vielleicht gefährden. Und die er vielleicht gar nicht öffentlich machen darf. Da gibt es ja auch eine große Unsicherheit bei so einem Verfahren.
Diese Aussage meinte ich. Danke für die genauere Wiedergabe. Warten wir mal ab, was bekannt gegeben wird. Und ich habe dabei überhaupt keine Erwartungshaltung. Unklarheit kann am Markt aber zur Zögerlichkeit der Akteure führen - bei uns aber offenbar nicht so sehr, daher stoßen viele meiner Bedenken hier ja auf taube Ohren.
von Heldi
14.06.2019 17:39
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Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt

Gumbald hat geschrieben:
14.06.2019 11:49
Im Endeffekt läuft es darauf hinaus: Möchte man den Uhrwerk Verlag mit ein paar Käufen unterstützen (selbst wenn diese dann nur moralischer Natur sind und Ende nichts an der Situation ändern werden) oder nicht.
Spekulationen und Halbwissen sind hier meines Erachtens nicht zielführend.
Kann man so sehen. Kann man aber auch anders sehen. Man kann nämlich wissen wollen, wem (welchem Gläubiger) und wobei (mit welchen Aussichten) man hilft, bevor man hilft. Aber wir sind uns ja einig, dass es jede*r machen soll, wie er*sie möchte.

Mir ging es nur darum, die rechtliche Situation auszubreiten. Dass man dies derzeit nur mit viel Unsicherheit hinein kann, ist kein Grund es zu unterlassen. Es ist aber ein Grund klarzustellen, dass es Unsicherheit gibt. Ich hoffe, dass habe ich ausreichend getan Für Klarstellung könnte nur Uhrwerk sorgen. Ich erwarte das aber nicht. Herr Götz hat ja nicht nur das erst angekündigte Interview mit Orkenspalter abgesagt, sondern auch gesagt, es gäbe nichts weiter zu erklären. Das ist natürlich sehr fragwürdig. Ich hätte da nämlich ein paar Fragen, deren Beantwortung uns aufklären würde. Aber solange wir (ich ja auch, s.o.) auch ohne diese Antworten loskaufen, besteht für Herrn Götz kein Anreiz zur Aufklärung.
von Heldi
13.06.2019 01:37
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Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt

Cherrie hat geschrieben:
12.06.2019 23:14
Ist ein Vermieter, ein Kreditgeber oder ein sonstiger Privatgläubiger in Deinen Augen weniger wert? Verdient er es nicht, sein ihm zustehendes Geld zurückzubekommen?

Ich verstehe den Ansatz, dass man den Verlag erhalten will. Aber diese Unterscheidung in "gute Mitarbeiter" und "böse Vermieter" ist bestenfalls "befremdlich" zu nennen, alles andere wäre nun in´s Persönliche abgerutscht. Und ja, trotz der Formulierung "muss jeder selbst wissen ob er das will" hört man da deutlich eine Meinung heraus.
Die Meinung, die Du da raushörst, ist aber nicht meine. Ich habe in diesem Forum wahrscheinlich schon zu lange keine politischen Meinungen zum Ausdruck gebracht (ist ja auch nicht mehr erwünscht, wenn ich das richtig sehe), so dass man annehmen kann, ich hätte eine Abneigung gegen Vermieter. Ist nicht so. Vielleicht ist in diesem Zusammenhang ein Scherz erlaubt, der mir in anderer Form schon mal moderiert worden ist: Der Verlagsleiter von Uhrwerk ist ja der Herr Uli Lindner. Ziemlich guter Nachname. ;)

Also: Ich habe keine Vorbehalte gegen die etwaigen Vermieter, deren Mieter Herr Götz ist. Ich habe aber auch kein Interesse an ihnen. Es gibt eine Menge Mieter auf dieser Welt, die auf ihrem Geld sitzen bleiben. Das ist deren Risiko. Ich habe noch nirgendwo versucht, deren etwaig offenen Forderungen zu retten. Es dürfte nicht zu gewagt sein, anzunehmen, dass es vielen hier so geht. Und deshalb wollte ich das für alle klarmachen. Wem die Rettungsbemühungen nützen, ist derzeit höchst unklar.
Rhonda Eilwind hat geschrieben:
12.06.2019 23:44
Hier ist es aber doch umgekehrt? Sprich: Der Verlag war insolvent, und möglicherweise, wenn er mit seinem Privatvermögen haftet, ist es darum derzeit auch der Inhaber...? Dann ist es wohl unvermeidlich, dass man den quasi mitrettet, wenn man den Verlag retten möchte- eins geht halt nicht ohne das andere. Andererseits wäre der Verlagsinhaber, wenn der Verlag wieder solvent wäre, halt uU auch nicht mehr von der Privatinsolvenz bedroht. -oder? Das wäre er in dem Fall ja überhaupt nur, weil der Verlag pleite ist und der Inhaber nicht ganz genau vor Ort wohnt!
Wenn der Rechtsträger der beiden Verlage keine juristische Person (oder Personengesellschaft), sondern Herr Götz als rechtsfähiger Mensch ist, dann gibt es keine getrennten Vermögensmassen. Insolvenzschuldner ist dann Herr Götz und zur Insolvenzmasse, die der Insolvenzverwalter zu Geld zu machen versucht, um dann damit die Insolvenzgläubiger zu befriedigen, gehören alle Vermögensgegenstände, die Herrn Götz gehören: Grundstücke, Goldketten, Lizenzen, Autos, Bürostühle, Markenrechte, usw usf.

Es gibt in einer solchen Konstellation keine Haftung einer Privatperson für die Unternehmensschulden, weil in Wahrheit alles eins ist. Das ist wichtig für die Reihenfolge der wirtschaftlichen Befriedigung aller Insolvenzgläubiger. In Deiner Konstellation, der wohl eine Trennung der Rechtsträger von Unternehmen und Privatperson vorschwebt, werden erst die Unternehmensgläubiger befriedigt, bevor man sich um die Privatperson kümmert. Hier ist aber alles eins und jeder Euro, der in die Kasse geht, fließt quotal gleichmäßig allen Gläubigern zu; egal, ob es jetzt ein Crowdfunding-Supporter, eine Druckerei, der Vermieter der Büroräume oder der Geschädigte eines hypothetisch von Herrn Götz verschuldeten Verkehrsunfalls mit seinem Fahrrad ist.
von Heldi
12.06.2019 18:02
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Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt

Der Backlash war zu erwarten. Ich will auch gar nicht dazu animieren, jetzt nicht die großen Rettungskäufe zu starten. Ich habe nur Zweifel daran, ob sie zur Rettung führen können. Zu große Konformität irritiert mich einfach und führt bei mir dazu, die Sache von der anderen Seite zu betrachten. Und da muss sich irgendwer schon fragen, warum es zu dieser Insolvenz gekommen ist. Es stecken ja enorme Summen in den Crowdfundings, die Uhrwerk veranstaltet, aber noch nicht ausgeliefert hat. Diese Produktionsmethode birgt zweifellos die Gefahr, die wirtschaftliche Schieflage eines Unternehmens zu verschleppen, weil erst Geld kommt, bevor geliefert werden muss ("Vorfinanzierung"). Es kommt die Rechtsform des Unternehmens als Einzelkaufmann hinzu. Da treten Insolvenzen nach der insolvenzrechtlichen Erfahrung seltener (nicht nie!) überraschend auf, sondern wird die Insolvenzanmeldung verzögert.
Gorbalad hat geschrieben:Könnte das nicht auch bedeuten, dass Herr Götz beschlossen hat, nicht mehr als Einzelkaufmann firmieren zu wollen, und vor hat eine GmbH o.ä. zu gründen, ggf. mit GeschäftspartnerInnen?

Keine Ahnung, was er so frisch nach einer Insolvenz dahingehend darf, möglicherweise kann er da nur mehr Angestellter sein, aber nicht Gesellschafter oder Geschäftsführer.
Ja, könnte es auch bedeuten, klang für mich aber anders. In einer Insolvenz bleibt jeder auf seiner Position, nur die Entscheidungsgewalt geht (außer bei einer sog. "Eigenverwaltung") auf den Insolvenzverwalter über.
Gorbalad hat geschrieben:Es ist es besser, wenn der Arbeitgeber nicht pleite geht? Pardauz!
Nicht nur "es" ist besser, sondern der Arbeitgeber ist besser, der nicht Pleite geht. Es gibt aber auch unverschuldete Insolvenzen.
Gorbalad hat geschrieben:Abgesehen davon: Dass es einer (zumindest unterstellten) Heuschrecke wirtschaftlich gut geht, wäre jetzt nicht direkt eine Widerlegung der Kritik.
Geht immerhin nicht nur der Heuschrecke, sondern auch deren Parasiten (= feste und freie Angestellte) gut. Was wäre zB, falls freie Mitarbeiter im letzten Jahr bei Uhrwerk zum Teil hinter ihrem Geld herlaufen mussten? Ich habe von einer Person gehört, dass das so war.

Edit:
Assaltaro hat geschrieben:Vorallem ist es ja nicht so, dass wir Unterstützer ihm jetzt einfach Geld zuwerfen oder blindlings alles kaufen, was Uhrwerk zu bieten hat. Von vielen hab ich jetzt einfach gehört, dass sie nun das gekauft haben, was schon länger auf der Wunschliste war, nur die Zeit gefehlt hat, dass auch wirklich zu lesen, wenn man es kauft. Und dann ist es ja relativ egal, wenn das pdf noch etwas länger ungelesen am Rechner rumliegt.
Das stimmt und ist auch gut so. Ich hab übrigens (schon letzte Woche) auch ein PDF gekauft. Das Fate-Horror-Handbuch-PDF. Mit meinen Fähigkeiten als Horror-SL bin ich nämlich nicht zufrieden.
von Heldi
12.06.2019 00:17
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Uhrwerk Verlag gibt Insolvenz bekannt

Liebe Leute, ich will nicht gerne die Stimmung trüben, aber bei der Sache ist schon Vorsicht angebracht.

1. Ich dachte bis zuletzt, Uhrwerk sei rechtlich als GmbH oder andere juristische Person organisiert - wie etwa auch Ulisses. Das stimmt aber offenbar nicht, sondern Träger ist der "Geschäftsführer" Patric Götz. In Wahrheit ist er rechtlich damit ein Einzelkaufmann, aber das tut vielleicht nichts zur Sache. Wichtiger ist, dass daraus folgt, dass es rechtlich gar keine getrennte Vermögensmasse des Verlags von dem Privatvermögen von Herrn Götz gibt (wenn meine Information zur Rechtsform stimmt). Insolvent ist jetzt Herr Götz. Den Insolvenzgläubiger*innen haftet er mit seinem gesamten Vermögen, sei es Golduhr im Privatsafe, Grundstück auf Wangerooge oder allen Vermögensgegenständen im Verlagsbüro. Das wird dazu führen, dass es im Insolvenzverfahren nicht nur Unternehmens-, sondern auch Privatgläubiger (zB Vermieter, Unterhaltsgläubiger, Banken bei einem Privatkredit) geben wird, die sich um das Geld streiten. Die Einzelheiten sind (mir) freilich unklar, doch muss jede*r neue Unterstützer*in befürchten, dass nicht (nur) die Verlagsgläubiger*innen (Druckereien, Angestellte, freie Mitarbeiter*innen), sondern auch Privatgläubiger*innen und Herr Götz persönlich von den jetzt investierten Geldern profitieren. Muss jede*r selbst entscheiden, ob es ihm*r das wert ist.

Die Trägerschaft durch Herrn Götz als Einzelperson führt auch dazu, dass als Insolvenzgrund nur die in der Pressemitteilung angegebene Zahlungsunfähigkeit in Betracht kommt (§ 17 InsO); denkbar wäre auch die drohenden Zahlungsunfähigkeit gem. § 18 InsO. In aller Regel tritt der nur für juristische Personen eingreifende Insolvenzgrund Überschuldung (§ 19 InsO = mehr Passiva als Aktiva) sehr viel früher ein (und d.h.: wenn noch mehr Aktiva da sind, welche die Fortsetzung des Geschäftsbetriebs erhoffen lässt), weil irgendwer dem Unternehmen auch im Stadium der Überschuldung noch irrtümlich Geld gibt. Die Überschuldung ist als Insolvenzgrund aber für Herrn Götz wie gesagt nicht relevant. Das kann nun entweder sehr Gutes oder sehr Schlechtes bedeuten: Herr Götz kann aktuell zahlungsunfähig sein, obwohl die aktuelle Bilanzsituation keine Überschuldung aufweist. Dann würde es sich nur um einen temporären Zustand handeln, der zB durch die Zahlung eines Abkäufers oder die Lieferung einer Druckerei voraussichtlich von selbst beseitigt werden würde. Davon gehe ich aber nach der Pressemitteilung nicht aus, da dort vermutet wird, die Verlage würden am jahresende nicht mehr wie derzeit bestehen. Deshalb ist die schlechte Variante nicht unwahrscheinlich: Die wirtschaftliche Situation von Herrn Götz ist so schlecht und seine Schulden sind so hoch, dass er keine weiteren Kredite zur Erhaltung der aktuellen Zahlungsunfähigkeit mehr erhalten konnte. Oder er hätte zwar können, aber wollte sich keine weiteren Kredite holen? Aber warum wollte er dann nicht?

2. Der Vorgang zwingt uns außerdem mMn dazu, neu über die Kritik an Ulisses nachzudenken.Dieses Unternehmen und sein Geschäftsführer-Gesellschafter Markus Plötz sind ja durchaus als Heuschrecke des deutschen Rollenspielmarkts dargestellt worden. Aber Ulisses schreibt nach allem, was wir wissen, schwarze Zahlen (hatte sich nicht jemand vor Jahren mal an einer Bilanzanalyse versucht - als Jurist geht das über meine Fähigkeiten hinaus)? Wenn das so ist, erfüllt Ulisses seine Verantwortung gegenüber Angestellten und Mitarbeitern weitaus besser als Uhrwerk!

Zugestanden wird, dass dabei auch solche Zumutungen wie der Umzug in die Nähe von Waldems in der hessischen Provinz offenbar für viele Jobs im Unternehmen unabdingbar ist. Vor einem knappen Jahrzehnt hatten wir uns darüber bereits unterhalten. Der Uhrwerk-Verlag hat indessen offenbar Büroräume in Köln. Den Unterschied der Gewerberaummietpreise können wir uns alle vorstellen.