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von Andwari
22.11.2018 10:10
Forum: Götter, Dämonen und ihre Diener
Thema: Verfall Rondras
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Verfall Rondras

@chizuranjida
Bei der Echsengöttin könnte man ja wenigstens argumentieren, dass die Echsen halt in einem echt abgelegenen und unwirtlichen Eck hausen - wobei schon hier bei einem mehrmonatiger Aufenthalt irgendeines Forschers (ausnahmsweise nicht mit Rakorium als Führer, der natürlich weiß, dass das alles eine böse Verschwörung ist) in Selem echt schwer erklärbar ist, warum der da keine massiven Parallelen sieht.
Der Tulamide, der ja kein Hinterwäldler und noch dazu zahlreich und mit Städten voller Tempel in seiner direkten Nachbarschaft gesegnet ist, wird noch mal sonderbarer.

Novadi-Mission kann man sich ggf. verkneifen, aber die ganzen hochproduktiven Ex-Zwölfgöttergläubigen Fellachen in Balash, Szintotal und Amhallahsih wären eigentlich guter Konfliktstoff - dass man den Khomkrieg nicht (alternativ) auf al'anfanischer Seite durchkämpfen soll, ist mMn eine echt vergebene Abenteuerchance.
von Andwari
21.11.2018 18:52
Forum: Götter, Dämonen und ihre Diener
Thema: Verfall Rondras
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Verfall Rondras

Ein SC-Anhänger eines dieser ganzen "seltsamen" Kulte kriegt mMn einen ziemlichen Kulturschock, wenn er 50 Meilen von daheim seinen Gott in einem Zwölfgöttertempel wiederfindet und sich dem wegen 99% Übereinstimmung kaum entziehen kann - wie sollte ich denn vor diesem Standbild Rondras in ihrem Streitwagen vermuten, dass meine daheim verehrte Gewittergött(in) Ra'Andra wer anders ist? Wo doch alle Attribute usw. passen?

Bei Maraskanern und Rastullahanhängern kenne ich auch eben nur SC, die "normale" Leute spielen - keinen der der sich quasi als spiritueller Anführer/Priester/o.ä. sieht. Gegen die handgreiflichen Vorteile, die z.B. der geweihte Diener einer Heilungsgottheit hat, die ihm Heilungswunder gewährt, sieht der Mawdli oder R&G-Priester argumentativ ziemlich dünn aus. Klar, man braucht das nicht, wenn man sich lange genug philosophisch windet. Aber die andere Gottheit wirft mit Geschenken um sich, Alrik Normalaventurier wird also den Perainegeweihten für den Diener der besseren Gottheit halten.
von Andwari
21.11.2018 10:45
Forum: Götter, Dämonen und ihre Diener
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Verfall Rondras

@Jadoran
Für "vergessene Götter Aventuriens" - wenn sich das auf Rondra beziehen soll - müsste man allerdings noch ein paar hundert Geweihte in Rente schicken, einige Dutzend Tempel zu Hühnerställen umwidmen, die religiöse Prägung und Traditionen von insbesondere quasi der kompletten kämpferischen Elite Aventuriens ausradieren - ein Anfang ist mit dem Steinewurf auf die Säulenhalle ja gemacht, aber wer will das? Und wie soll man die gesellschaftlichen Änderungen in nur wenigen Jahren plausibel machen?

Stark gläubige Rastullahanhänger und philosophische Maraskaner - klar, geht. Die verlieren ja nix, weil sie von ihren Göttern gar nix erwarten. Von einem xyz-Geweihten in einer Fantasywelt verlangt man allerdings "Wunderwirken" - der NSC-Perainegeweihte der keinen wirksamen Heilungssegen kann, wird von der Heldengruppe schnell (und übermäßig streng beurteilt) als Betrüger vermutet. Magie als weitgehend analysierbare Gabe hilft da nur fast - weil der Magierspieler da fix mit Odem und Analys am Start ist.
Eine Rolle von NSC-Geweihten ist mMn auch, ihre Glaubensgemeinschaft darzustellen um dem Bild der Fantasy-Welt etwas hinzuzufügen - und genau da kneift es z.B. bei Kor-Geweihten außerhalb von Söldnerlagern, weil die bisher nur eine marginalisierte Randgruppe ansprechen.
von Andwari
21.11.2018 10:11
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Verfall Rondras

@Waldemar
Klar war das Prinzip miteinander ringender Götter bekannt - was ich sagen will, ist dass der Alveran-Geschäftsverteilungsplan von Zeitalter 1-9 völlig belanglos ist. Das "interessante" sind die bespielbaren Kandidaten für den anstehenden Wechsel - und da haben sich z.B. die Orkgötter und ihr Bodenpersonal echt sehr aktiv gezeigt, was sich in viel bespielbarem Material seit irdisch 1993 niederschlägt. Zu Kor gibt es in den letzten ca. 10 Jahren auch einiges - aber insgesamt ist die Präsenz der Zwölfgötter(diener) und der von denen vertretbaren Werte in den erlebbaren Abenteuern schlicht noch mal eine andere Größenordnung.

Ein in wenigen Jahren "erfolgreicher" Orkgötze oder Kor will ja nicht "nur" so was für die Spieler überschaubares wie einen Bedeutungs-Austausch Firun/Ifirn (wobei letzerer ja sowieso schon z.T. fraglich ist) - sondern eine der besonders präsenten Rollen "verdrängen" - d.h. Rondra und/oder Praios ersetzen - wo die restlichen Menschen-Geweihten natürlich gar nicht begeistert wären, weil die derische Aufgabenverteilung dann schief hängt.

@Sano
Wenn Veränderungen im Götterhimmel sich derisch nicht auswirken, ist die ganze Show ziemlich unsinnig - das führt nur zu outgame Frust, siehe HA. Es ist schlicht kaum ein Rollenspieler von "Wahnvorstellungen" für seinen Chari zu begeistern (mein Gott existiert und ist mächtig), besonders wenn die nicht als vergütete Nachteile dranstehen. Klar, es gibt Rur&Gror-Priester und Rastullah-Mawdlis - aber vmtl. viel weniger bespielt als man einfach so denken würde.

Meiner Meinung nach scheitert ein "möglichst viel Veränderung" =?= "möglichst viel Action" einfach daran, dass der Ulisses-Verlag schlicht nicht genug Abenteuerschreiber für so was begeistern (und sie für ihr Tun bezahlen) kann. Den Hintergrund "stimmig" umzuschreiben würde bedeuten, sehr viele Updates zum Hintergrund an allen möglichen Stellen zu liefern. Viele Regionen Aventuriens haben seit vielen Jahren überhaupt kein Update erfahren (der Gildenrat Mengbillas ist vmtl. das dienstälteste Gremium überhaupt). Die Götterwelt updaten und nicht was zum Geschehen rundrum sagen, ist auch doof.
von Andwari
20.11.2018 23:10
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Verfall Rondras

@Ämter & Co.
Die ganzen alveranischen Ämterbesetzungen über die Äonen sind mMn ziemlich belanglos: Wer bespielt denn aktiv das vierte oder siebte Zeitalter? Vor dem Zeitalter-Retcon war es eigentlich auch nahezu unmöglich, ohne Zeitreise irgendwelche Artefakte von vor dem vorhergehenden Zeitalter darzustellen: die historische Geschichte und mögliche archäologische Funde Aventuriens bezieht sich zu 99,x% auf das gerade vergangene Zeitalter oder Ende des vorvergangenen Zeitalters - das bis da hin ja selbst die ältesten Zwergenmythen, Echsenstädte und Drachenrelikte einschloss (ja, Tairachschamanen protestieren hier). Glaubwürdige und verwendbare Relikte mit >10000 Jahren Alter werden echt schwierig und sind meist echt staubig.

Das wurde halt jetzt in einer einzelnen Quelle (HA) festgelegt, hat aber eigentlich keinen Bezug zu all dem bespielten Material der letzten >30 Jahre Aventurien/DSA. Wie viel Auswirkungen muss wohl ein normgerechtes Karmakorthäon haben und wie intensiv gespielt werden, wenn die bisherige jahrtausendlange aventurische (menschliche) Geschichte ja nur die "Ruhezeit" dazwischen sein sollte und die Umwälzungen der Borbaradkampagne&nachfolgendes Chaos nur den ersten Auftakt darstellen?
=> Das darzustellen würde richtig abenteuerschreibendes Personal brauchen - das mMn in der Menge nie für DSA vorhanden war. Dass wir jetzt den Orkensturm oder die Borbaradkampagne flüssig spielen könnten (und am Spieltisch oft Jahre dafür brauchen) liegt daran, dass das die x-te Revision mit Beiträgen vieler Spielgruppen ist.

Klar hat Shinxir oder sonstwer ein paar Fans - aber der taucht bisher in der bespielbaren Welt Aventurien praktisch nicht auf - und ist den Aventuriern unbekannt. Eine wirklich schlechte Situation, wenn wir in 5-10 irdischen Jahren sagen wollen, der sei auf einem Chefsessel gelandet. Wenn es schneller gehen soll, gibt es weniger Spielmaterial dafür und wenn man mehr bespielbare Infos liefern will, dauert es länger...
von Andwari
05.11.2018 09:55
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Verfall Rondras

Zum Begriff "Krieg":
Vllt. sollten wir den Unterschied zwischen unserer irdischen und der aventurischen Sichtweise bzgl. "Krieg" hinweisen. Aventurisch ist "Krieg" kaum definiert.

- es fehlt an staatlichem Gewaltmonopol, d.h. nicht nur die vormodernen "Staaten" Aventuriens dürfen Gewalt ausüben und damit "Krieg" als Mittel ihrer Interessenwahrnehmung wählen.
- eine Fehde ist im MR (seit Aufhebung des allzu modernen Landfriedens mit iirc der Ochsenbluter Bulle, der auch erst frühestens seit Reto bestand) nicht nur vollwertiger Gerichtsersatz - sondern auch sehr skalierbar. Wenn sich zwei Provinzherren oder mächtige Grafen befehden, können da "Heere" auftreten und bei zwei sich befehdenden kleinen Edlen endet das evtl. mit einem Duell auf der schlammigen Straße (oder einem Armbrustbolzenschuss aus dem Hinterhalt).
- Turniere sind da, wo man das gerne macht, oft recht realistische Kampfübungen für Profi-Krieger (d.h. Krieger, Ritter usw.). Schließlich ist der Lanzenangriff zu Pferd aventurisch gelebte wertvolle Kriegstaktik - eben nicht so obsolet wie irdisch im 16ten Jhdt. In Aventurien prügeln sich auf Schlachtfeldern tatsächlich noch und verstärkt wieder die Adeligen und besitzenden Schichten (Freie = Aufgebot, "Landwehr").
- Duelle sind auch eine Form des sich-gegenseitig-totschlagens. Zumindest wenn man verabredet "bis einer nicht mehr kann" = 2tes Blut. Dass der Verlierer dabei überlebt, ist nur würfeltechnisch wahrscheinlich - aventurisch sollte man das ernst nehmen, weil man dabei draufgehen kann oder mit einem dauerhaft steifen Ellenbogengelenk rausgeht (was den eigenen Kampfwert, d.h. oft Grundlage für belehnt-werden merklich senkt). Duellregeln sind also auch Regeln für einen tatsächlich ernsthaften Kampf wegen eines ernsthaften Zwistes (d.h. Regulierung von etwas, das man sonst halt anderweitig unreguliert mit Gewalt auflöst).
- Gewalt ist je nachdem, wer sie gegen wen ausübt, durchaus akzeptiert. Dass der Handwerksmeister seinen Lehrling prügelt ebenso, wie dass der Ritter uns mit seinem Schwert vor Räubern schützt und die ohne viel Diskussion erschlägt. Wenn er dazu seine Kumpels zusammenruft (d.h. 5 Ritter und 20 Knechte), weil die Räuberplage im Wäldchen überhand genommen hat, versichert man sich halt ggf. vorher beim Grafen oder Baron, ob der bei der Räuberhatz dabei sein will = ist gesellschaftlich akzeptiert, man macht Räuberhatz und verschwört sich mit der bedeutenden militärischen Macht nicht gerade dazu, den Baron abzusetzen.
von Andwari
25.10.2018 14:26
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Verfall Rondras

@Athene & Co.
Gerade bei Rondra ist mMn zu DSA-Uraltzeiten eine deutliche Inspiration durch Athene erkennbar - und das "saubere" Image ist auf Heldenseite ja auch irgendwie etwas, das wohl viel lieber gespielt wird als ein richtig dreckiger Bürgerkrieg o.ä. = da wären auch eigentlich keine Probleme, denn bei den bespielbaren aventurischen Konflikten hat selten jemand auf Heldenseite verlangt, Brunnen zu vergiften oder ähnliches - aber dass der skrupellose Gegner so was gelegentlich macht, sollte nicht ganz ausgeblendet werden.

Genau da scheitern ja "die Guten" unter den NSC - sie tappen teilweise mit Ansage in "Fallen" die nicht irgendwie kreativ erscheinen, versagen bei eigentlich bewältigbaren Aufgaben bzw. behindern diejenigen, die (ohne selbst Brunnen zu vergiften) das Notwendige in harten Konflikten tun wollen.
Das zermürbende Warten ist vorbei, Schwertbrüder und Schwertschwestern! Jetzt ist die Zeit gekommen, in der wir Antworten finden werden und endlich das tun können, wonach sich unsere Herzen schon so lange sehnen: mit dem Schwert in der Rechten, Kameraden an unserer Seite und einem heiligen Choral auf den Lippen wider den Feind ziehen."
—Ayla von Schattengrund, Göttinnendienst in Perricum anläßlich der Ausrufung des Kriegszustandes, 20. Ingerimm 1019 BF
Das obige Zitat ist mMn genau so ein Sonnenschein-Gehabe - wenn man es nicht explizit in einen Kontext stellt, wo lediglich eine aufpeitschende Rede gebraucht wird.
Die Invasion der Borbaradianer läuft, es hat die ersten vernichtenden Niederlagen gegeben, Ayla weiß das weil sie es gerade vorhin quasi miterlebt hat, wie der Tempel in Mendena fällt - aber Ayla spricht hier weder davon, bedrängten Gläubigen zu helfen, noch brave Kämpfer zu unterstützen oder gar zu ermuntern - sie macht ihr ganz eigenes Ding, hat gerade (erst) ihr Lehen zurückgegeben, schert sich eigentlich nicht um die Aufgaben der Rondrageweihtenschaft für die Gesellschaft - sondern will die als eigene (überschaubar kleine) Eliteeinheit in den Kampf führen. So wie die Szene organisiert ist, wirkt sie nur nach innen, dabei hätte sie ein Signal sein können, dass die Rondrakirche ihre Verpflichtung zum Kampf wider die Niederhöllen annimmt - hätte man nur ein paar weltliche Autoritäten, andere Geweihte usw. eingeladen (und dabei den eigenen Wissensvorsprung noch für die Show eingesetzt).

Taktisch ist hier der Gegner in der Initiative, man selbst wurde überrumpelt, O.K. - also eigentlich keine Situation, um weitgehend uninformiert über die Lage, ohne Verbündete und ohne Ziel quasi von einem sofortigen Gegenschlag zu fabulieren - denn genau das ist das Bild, einfach mal losreiten.
von Andwari
25.10.2018 12:33
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Verfall Rondras

Gerade die Rondrakirche hat viele Elemente, die eigentlich unfähige Amtsinhaber verhindern müssten:
- die Questen dürften zwischen Knappen und Rittern der Göttin sehr viele Leute mit mäßigem Urteilsvermögen rausnehmen.
- Kampf als Prinzip bedeutet Wettbewerb, da ist ein meritokratisches System quasi zwangsläufig.
- es gibt eben nicht flächendeckend "ererbte" Posten - dass ein designierter Nachfolger in Arivor oder Donnerbach von Rondra nicht als Geweihter angenommen worden wäre, ist nie thematisiert, d.h. die waren wohl immer würdig.
- wie alle Geweihten haben die Ronnies einen echt göttlichen Einstellungstest - und werden später mit allerlei göttlichen Eingebungen versorgt.

NSC generell müssen nicht supertoll und übermäßig fähig sein - wenn sie allerdings wegen bestimmter Eigenschaften auf einen Posten gestellt werden und alle rundrum nahezu kritiklos mit ihrer Leistung zufrieden sein sollen, sollten sie wenigstens nicht "unfähig" sein. Dazu gehört halt auch, dass man im Kernbereich seines Jobs nicht völlig kalt von mäßig kreativen Manövern seiner Gegner erwischt wird - die ersten Erfolge eines Orkensturms kann ein Marschall noch als "Mist, war halt neu" verbuchen. Da nach 20 Jahren immer noch dieselben Fehler zu machen wirkt unfähig.
von Andwari
24.10.2018 17:32
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Verfall Rondras

Das Rondra-Vademecum ist IT auch 1032 BF = da waren einige weitere Treffer unter der Gürtellinie noch gar nicht geschehen.

Bei der Rondrakirche ist das Bild vergreisender Amtsinhaber ja eigentlich (bis auf einen Zwerg im Roten Rat) sowieso nicht im Kopf, gefühlt sterben die alle spätestens Mitte 30.
Dass das vorvorherige und das neue SdS echte Großvätergeneration sind ist davon unbenommen - und beim ollen Graf Giesbert hätte man auf den Silkwiesen die Stirn runzeln sollen? Ja, Ayla war auch nicht mehr jung, hätte aber auch noch 20 Jahre machen können.

Dass selbst kaum ausgebildete 'Löwenritter neuen Typs' oder anderweitige Notmaßnahmen als Tempelverwalter irgendwie Novizen besser betreuen sollen als kampferprobte unverkrüppelte Ritter der Göttin - klingt sonderbar. Eigentlich sollte doch eine mehrjährige selbstverantwortlich bestrittene Aventiure (für die bei mittelreichischen Geweihten die letzten Jahrzehnte kaum Gelegenheit war) auf rondrianische Lebensweise, Selbstbehauptungswillen und Entscheidungsnöte besser vorbereiten als grün an die Ostfront geschickt zu werden oder - für Nichtmittelreicher - sich gemeinsam mit seinem Sennenoberhaupt genau davor zu drücken.
von Andwari
22.10.2018 18:23
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@Vasall
"... im kompletten Zwölfgötterkult" & "Erbfolge" ist doch gleich doppelt inkorrekt - bitte nicht mehr behaupten als irgendwo steht. Geweihte dürfen erben (Geld, Gegenstände usw.), wir reden hier von weltlichen Vorbehalten gegen Belehnung/Herrschaft von Geweihten. Das ist anscheinend eine Mittelreich-Frage, denn der Patriarch von Al'Anfa, der oberste Praiot von Fasar oder die rondrianische Sennenmeisterin der Sennen Altes Reich und Nord finden Herrschaft durch Geweihte ganz toll.

Letztere ist ziemlich sicher mit dem mittelreichischen Lehnswesen vertraut - denn die Geweihten und Gläubigen in ihrer Senne sind diese ganzen Ritter aus Weiden und Umgebung.

@AngeliAter
Die Anzahl derjenigen, die erst spät im Leben Geweihte (etablierter Kirchen) werden und eben nicht ein jahrelanges Noviziat hinter sich haben, dürfte eher gering sein - in den wenigen Fällen könnte man eine Lösung finden und trotzdem eine generelle Regelung zum Herrschaftsverbot für Geweihte biebehalten. Die Lehnsherren sind je nach Region/Hintergrund allerdings mehr oder weniger eingeschränkt, was ihre Enstscheidung angeht, wer belehnt wird - oft eben keine freie Auswahl allein des künftigen Lehnsherrn.

@Baal Zephon
Nach Hintergrund haben quasi alle Geweihten Karma - selbst wenn die (Peraine-?)Kirche in manche einsame Ecke einen Laienkleriker schicken mag bzw. der dort als Dorfgeweihter gilt, die Kirchen selbst wissen Bescheid und karmale Geweihte sollen der absolute Standard sein.
Sicher wäre es als "Bugfix" für die oft nicht berücksichtigten Möglichkeiten von Geweihten in Abenteuern/Hintergrund hilfreich, wenn man sehr viele karmal sehr schwache Geweihte annehmen würde, also 4.1 quasi "viertelmagische" Geweihte. Als Antagonisten und Ex-Tempelvorsteher eines bedeutenden Tempels (vgl. Albuin "der Ketzer") eignen sich die natürlich nicht.
von Andwari
22.10.2018 14:55
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@Wolfio
Ja, direkt göttlich erwählt zu sein ist ein starkes Argument für Autorität - das die aventurischen Kirchen nur anscheinend wenig benutzen. Die Gottheit erwählt ständig unterschiedliche Personen als Geweihte - wenn man als Gläubiger unterschiedliche Geweihte kennt, kann man immer noch den einen weniger und die andere mehr mögen. Das "auserwählt-sein" ist in christlichen Kirchen mindestens genauso stark - die Priester da sind nicht nur von einem der Götter auserwählt, sondern von dem einen allwissenden Gott - da kann es gar keine "Fehler" geben oder man diskutiert mit Leibeigenen über Theodizee.

Die christlichen Kirchen haben mit ihrem Bedeutungsaufstieg auch mit den weltlichen Herrschern diverse Arrangements getroffen - also sich gegenseitig nicht ins Handwerk zu pfuschen - und die immer wieder angepasst. Teile dieser Arrangements finden wir als Kopie in DSA - obwohl z.B. ein Verzicht auf Teilnahme an Gewalttätigkeiten/Politik viel weniger zu Praios- und Rondrageweihten passt als zu irdischen Geistlichen.

Fehlende Arbeitskraft meine ich, dass der Abdecker ein wirtschaftliches Problem hat, wenn seine Tochter weg ist und nicht mehr daheim hilft = der freut sich erst mal nicht, sondern es geht ihm schlechter - und das, wo er das Balg dessen erste zwölf Jahre durchgefüttert hat und sie jetzt ordentlich mit anpacken könnte. Die Kirche, die eine Abdeckertochter ins Noviziat aufnimmt, muss vmtl. den Eltern zusätzlich etwas helfen - diejenige, die Bürgerkinder und Adelssprösslinge aufnimmt, kriegt vmtl. sogar noch mehr Zuwendungen obendrauf.
von Andwari
22.10.2018 14:10
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Verfall Rondras

Was genau ist Murks? Wenn ein Geweihter bei der Initiation diese Premium-Info kriegt, ist das gerade für Niederadelige und andere Bessergestellte genau der richtige Zeitpunkt - weil die können überhaupt eine "Ausbildung" für den Sprössling festlegen. Die Tochter vom Abdecker würde daheim als Arbeitskraft fehlen, wenn sie Novizin würde - evtl. haben auch die Gläubigen Vorbehalte und die Kirche müsste die komplette Ausbildung selbst finanzieren (und ggf. einen Ersatz-Lebensweg bieten, wenn es bei vielen solchen Novizen nicht mit dem Geweihtentum klappt, weil nichtangenommene Ex-Novizen sind sonst ein gesellschaftliches Problem) ... schwierig.
von Andwari
22.10.2018 13:57
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Verfall Rondras

Wer soll denn besonders rondragläubig (praios-, ...) erzogen werden um sich dann ggf. für ein Dasein als Geweihter zu eignen? Das sind doch genau die Kinder von Niederadel und ggf. auch von höheren Adeligen. Die Kirchen haben mit dem von allen Aventuriern gern gegebenen Kirchenzehnt gewaltige Mittel, selbst Dorfgeweihte sind ziemlich gut versorgt und gerade die genannten (und auch Travia in Darpatien und Weiden, Efferd an der Küste und am Großen Fluss, ...) brauchen auch Führungspersonal, das führen kann und sich mit den regionalen Mächtigen gut versteht.

Geweihte sind (bis auf ein paar Ausnahmen) keine irdischen Klosterbrüder, eben nicht hinter dicken Mauern weggesperrte Nonnen - sondern wären durchaus als Aktivposten für Familienclans geeignet, die auch für die Familie "Politik" machen - und damit natürlich auch für die jeweilige Kirche. Natürlich bedenkt Baronin Selinde auch die Rondrakirche großzügiger als andere mit (Steuer-)Mitteln, wenn einer ihrer Söhne damit direkt gefördert wird.
Als Geweihter ist der Sohnemann natürlich immer noch eine gute Partie - und dessen Kinder können nicht nur Geweihte werden, sondern vllt. auch mal Gutsverwalter oder Waffenmeister für ihren Onkel, den Baron.

@persönlich durch Gottheit auserwählt
Bei der Vielzahl korrupt oder unfähig erscheinender Geweihter scheinen die göttlichen Maßstäbe nicht allzu hoch zu sein oder "unergründlich"? Eine Gottheit wie Rondra, die ihr Bodenpersonal quasi ausschließlich unter professionellen Kämpfern rekrutiert, aber sich (überraschend) einfallen lässt, mit deren Lebensaufgabe (bewaffneter Konflikt, samt unschönen Begleiterscheinungen) nix zu tun haben zu wollen, sollte dabei schnell auf Probleme stoßen.
von Andwari
22.10.2018 12:13
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Verfall Rondras

Karmakorthäon ist mMn eine Kopfgeburt - innerhalb von 1-2 Menschengenerationen soll sich da was grundlegend ändern? Ja, Kor wird von den Autoren gebauchpinselt - aber sein Programm ist massiv eingeschränkt und ihm fehlen einfach wesentliche Aspekte, die Rondra zugeschrieben werden, während man durchaus in der Rondrakirche Ecken findet, die die in ihrer Region vorkommenden Themen bzgl. Krieg bewältigen können - der Donnerbacher Honore erklärt halt ggf. Goblinbekämpfung zur Jagdveranstaltung und aufständische Bauern für ehrlos, während der tulamidische Geweihte mit Söldnertum und Blutritual überhaupt keine Berührungsängste hat.

Die Korkirche hat praktisch kein Bodenpersonal und wird weitgehend als "zur Rondrakirche gehörig" wahrgenommen, Brazoragh hat ein paar Kultisten und ist sonst weitgehend auf ein Volk von 1-200000 Leuten (5% der aventurischen Bevölkerung) beschränkt. Welche anderen zwölfgöttlichen Kirchen haben lieber den Status Quo statt Rondra gegen sonstwen auszutauschen - weil das nicht ohne weitergehende Neuverteilung von Kompetenzen ginge?
=> das zu ändern braucht vor Allem Zeit, klar könnten 1200 BF die Orks sich massiv vermehrt haben, aber will man das und welcher Spieler wartet so lange?

@Vogt
Dass ein Geweihter einen Vogt einsetzen muss, ist ein Hotfix für die Aufgabe, dass man nicht kirchliche und weltliche Macht vereint sehen will - der Begriff "Vogt" sagt überhaupt noch nix darüber, wie viel der Geweihte dem ins Tagesgeschäft und in stategische Entscheidungen reinreden darf. Für die gewollte Idee wäre "kaum" günstig, aber da gibt es einen massiven Mangel an äußeren Kontrollmöglichkeiten und man müsste viel festlegen, was nicht geht. Auch ist offen, wie ein normales Lehen dann einen adeligen Geweihten und zusätzlich einen mächtigen Vogt "standesgemäß" ernährt bzw. denen die Möglichkeit gibt, ihre Aufgaben zu erfüllen.
=> Natürlich setze ich als Geweihte meinen Ehegatten als Vogt ein, meine Kinder, die restliche Familie und der selbst sind dafür.
von Andwari
22.10.2018 10:49
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Verfall Rondras

Götter und Götterdiener sind mMn kein absolut unwichtiges Detail in einer Fantasy-Welt (!) wie Aventurien - zumindest bekommen die in offiziellen Abenteuern und Hintergrundbänden ziemlich viel Platz, also kirchliche Meisterpersonen, Tempel, göttliches Wirken usw.

Abenteuer und Hintergrund sind in DSA immer verbunden gewesen - nicht nur als Einbahnstraße in der sich Abenteuer beim Hintergrund bedienen, sondern viele Abenteuer-Details wurden (z.T. umständlich, nachträglich) in die Hintergrundbeschreibung mit eingebaut.

Wenn also in Abenteuern solche Umstände zu Götterdienern vorkommen, die die "Glaubwürdigkeit" Aventuriens belasten, ist das eine Qualitätsverminderung für DSA. Natürlich kann ich als SL einzelne isolierte Fakten für mein Aventurien umschreiben - das wäre nur Mehrarbeit. Die Darstellung unfähiger Götterdiener (und Institutionen allgemein) ist aber kein isolierter Fakt. Etwas von dem Umfang zufriedenstellend umzubauen braucht richtig viel Vorbereitungszeit für mich und ist für einige Kampagnen echt schwierig überhaupt hinzukriegen.
von Andwari
10.10.2018 13:40
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Verfall Rondras

@Herr der Welt
Dem "von außen herangetragen" kann ich nicht ganz zustimmen, wenn wir von einem ritterlich inspirierten Ehrbegriff sprechen: Das ist zuerst ein Anspruch an sich selbst, es gibt genug literarische Beispiele wo nur der Held selbst von seiner ehrbeschneidenden Verfehlung weiß und die ihm immer noch entgegengebrachte Achtung und Ruhm deshalb ablehnen muss. Dass bei vorhandener Ehre auch ein Anspruch nach außen besteht, entsprechend wertgeschätzt zu werden, ist nur zweitrangig - wer ehrversessen nur wegen dieses von außen kommenden Ansehens handelt, ist auf einem ganz schlechten Pfad.

Dass Ehre in DSA oft auf rondrianische Kampfregularien verengt wurde, ist mMn ein großer Fehler (den z.B. die Rittertugenden aus dem SdR nicht begehen) - die maßgeblichen Tugenden für einen weidenschen Ritter, horasischen Seeoffizier und einen grangorischen Kaufherrn im Dienst seiner Gesellschaft unterscheiden sich zwar merklich, man kann aber vmtl. noch deutliche Schnittmengen finden - gerade wenn man die gesellschaftlich mit deutlich weniger ehrenhaften Mietschwertern oder Krämern vergleicht.


In DSA4.x ist "Soziales" auch Regel - die ganzen mit Ehrenhaftigkeit verknüpften Themen Prinzipientreue, Sozialstatus, Verpflichtungen, Moralkodices usw. funktionieren nur gemeinsam mit einem innerweltlichen Feedback und sind mit GP und Regelmechanismen hinterlegt.