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von Andwari
14.06.2018 11:06
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Sozialer Stand
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Zugriffe: 1459

Sozialer Stand

@Vasall
Wir kennen jeweils die Vorbilder - willst Du behaupten, das sei für einen Laien nachvollziehbar dargestellt?
- die Landwehr (also Aufgebot von Waffentreuen, ein Landnot-Leibeigenenhaufen war da nie gemeint) wird immer als letzter Dreck dargestellt und was z.B. die Stadt Gareth für die Schlacht auf den Silkwiesen stellt (das Freiwilligenregiment unter Graf Giesbert von Bruck), ist ein absolut indiskutables Stafbataillon und Treuebruch Gareths gegenüber dem Reich.
- jeder Reisende ist bewaffnet, natürlich auch Zahori, Kesselflicker und auch die Räuber im Wäldchen = wo soll da eine Grenze sein? Ehrbare (Freie) Reisende müssen am Stadttor auch die Waffen ins Depot packen.
- Gesinde wird nur in Randnotizen erwähnt. Das irdische Vorbild, dass es einen Hausherrn gibt, kann auch im gleichberechtigten Aventurien nicht 1:1 nach irdischem Vorbild funktionieren - weil warum dessen Ehepartner abqualifizieren?
- Die Reichssteuer (Kaiserdukat) wird von absolut jedem gefordert, und jeder ist auch waffenpflichtig - erwähnt wird nur die teure Freikaufoption, aber nicht, was man mit den Häuslern anstellt, die ihrer Pflicht nachkommen würden - dito bei Stadtbevölkerung, da ist nur für Bürger eine Ausrüstung gefordert - was man mit all den Einwohnern macht, die sich weder Bürgerrecht noch Harnisch leisten können, steht nirgendwo. Ein städtischer Schustergeselle mit SO5-6 wäre ja wohl ziemlich sicher kein Bürger, aber ein Paradebeispiel für einen Freien. Dass bei Feldzügen irgendwo hin eher eine Auswahl der unteren Mittelschicht (einfache Gesellen) ein paar Stücke aus dem Zeughaus in die Hand gedrückt kriegen und zum Stadtaufgebot zusammengestellt werden, als dass da die Spießbürger selbst mitgehen (die alle in ihrem Betrieb unabkömmlich sind), ist anzunehmen - notfalls deklariert man das als "Söldner".
von Andwari
14.06.2018 10:24
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Sozialer Stand
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Sozialer Stand

Das Schema ist leider dadurch mäßig gut, weil es 99% aller Leute in Stufe 1+2 packt:
- der reisende Kesselflicker ist Abschaum, aber frei = Stufe2
- der Helfer/Dienstbote im Handwerksbetrieb, nominell frei = Stufe2
- der einfache Handwerksgeselle = Stufe2
- sein Meister = Stufe2
Da liegen Welten dazwischen und fast alles, was soziale Abstufungen so ausmacht. Schon in DSA4 war das mit SO2 bis SO10 die überwiegend bespielte Welt - ob ein Graf jetzt SO15 oder 16 hat, macht doch selten einen Unterschied.

Die meisten Geweihten sind mMn in Stufe 3 falsch eingeordnet: Sie haben zwar eine gewisse Sonderstellung, die Mehrzahl aller Peraine- Travia- Ingerimm- Efferd- usw.-Geweihten agiert aber irgendwo bei Stufe 2. Klar, die können mal mit einem ihrer Schützlinge beim Gutsherrn vorsprechen und der wird das auch beachten - aber dabei sind sie nicht gleichgestellt. Stufe 2 bis 2½ wäre eher die Regel + natürlich ist der Praios- oder Traviageweihte aus adeliger Familie mit entsprechendem Auftreten usw. voll in Stufe3.

Auch einfache Magier sollten mMn außerhalb des hesindegefälligen Horasreichs generell in Stufe2: Die sind zwar an dessen oberem Ende, aber keinen Deut besser gestellt als der Handwerksmeister, der vier Gesellen und fünf Helfer in seiner Werkstatt hat. Der typische Hofmagier ist immer ein Spezialist, der einem Stufe3/4 Typen dient und dabei neben sich die nichtadeligen Jagdmeister, Gutsverwalter, Waffenmeisterin, Hofkaplan, Burgzimmermann, Küchenmeister, usw. sieht, also alles Stufe 2 mit Entscheidungsbefugnissen über Helfer, die der Magier nicht mal hat.


Bei den Adelsstufen I-III wird jetzt wieder einiges durcheinandergewürfelt: Ein Junker ist ganz was anderes als ein Edler = der erste hat auch für die nächsten Generationen einen sicheren Status, der andere nicht. Ein Ritter war bisher mindestens so hoch wie ein Edler, weil genau dieser persönliche Adelstitel + Befähigungsnachweis in einem herrschaftswichtigen Betätigungsfeld (Kampf).
Nach dem Hintergund haben nur manche Edle/Ritter ein gesichertes Einkommen aus irgendeinem Gut bzw. sichere Finanzierung über einen gehobenen Posten für sich selbst - und das fällt regelmäßig in der nächsten Generation an den Lehnsgeber zurück bzw. sterben die Aventurier nicht so geplant, dass der Stadtwachenkommandant da nahtlos eines seiner Kinder als Nachfolger reinpacken kann - wenn der mit 50 nämlich selbst noch lebt, will er weitermachen und der 25-jährige Spross hängt erst mal finanziell in der Luft. Die drei Kinder eines Edlen erben alle keinen Edlentitel, haben alle drei erst mal keine wirtschaftliche Perspektive um einen adelstypischen Lebensstil aufrechtzuerhalten. Für die ist Verbleib in einer herausgehobenen Schicht der zu erkämpfende Erfolgsfall - und viele werden den Müllerssohn oder die Silberschmiedstochter heiraten und damit am oberen Ende der "Freien" weitermachen. Denn Offizierskarriere usw. erlaubt mit der mageren Besoldung eben kein standesgemäßes Adelsleben (nach irdischem Vorbild, als Schutz vor fähigen armen Schluckern).

@Vasall
Die Unterscheidung "Fahrende" und "Freie" hat DSA so nie sauber getroffen oder nur vertieft angesprochen. In DSA4 sind "ungebundene" Abenteurer im Fokus der Abenteuerschreiber der Regelfall, oft werden alle Helden wie Reisende mit zweifelhafter Reputation behandelt, dass viele "fahrende" Professionen mit MinSO3 starteten, fiel wenig auf, denn man konnte die immer bis ins Mittelfeld erhöhen und genügend andere, die nicht als "Fremde" ins Dorf kommen, haben auch nur MinSO3 oder so. Nur mit Zahori-Kultur bekam man "Randgruppe" = wer einen halbwegs respektablen Fernhändler, Schausteller, Quacksalber, Scharlatan oder reisenden Handwerker in einem unehrlichen Gewerk usw. spielen wollte, hat das halt umgangen.