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von Andwari
05.01.2019 13:48
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion
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Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

@Nico211
Zieht ein Geweihter, der sich für eine gute Sache opfert und damit derisch viel weniger bewirkt als in seinen Möglichkeiten stand, wirklich ins Paradies ein? Die kirchlich gelehrte Antwort in meiner Welt wäre "nein" oder wenigstens innerkirchlich sehr umstritten. Sonst erzeugt man nämlich eine sehr kurzlebige Sekte von Todessehnsüchtigen.

Große Wunder kann man als Sterblicher nicht erzwingen und selbst in passenden Situationen sollten die eher selten auftreten.

Beispiel Thalionmel:
Die hat alles menschenmögliche getan, sich die beste Stelle (Brücke) rausgesucht, es gab kaum sinnvolle Alternativen, selbst wenn sie stirbt hat sie den ganzen Bewohnern Neethas einen merklichen Vorsprung verschafft. Das Wunder kommt erst hinterher - sie ist nicht mit der Idee angetreten, dass sie ein Wunder retten würde.

Was die vor 2½ Jahren beschriebene Spielsituation angeht:
- ein Angriff auf den Bösewicht wäre hier störende Selbstmordaktion, kaum ein Mitspieler wird deswegen gerne den Spielabend in Generierungs-Session umbenennen. Den Bösewicht-Auftritt kann man als SL aber noch besser darstellen - einfach noch zwei Schergen mit Armbrust an der Tür platzieren o.ä.
- auf Verweigerungshaltung eines Paladins müsste der Schurke (d.h. auch der SL) vorbereitet sein - dann droht man halt, ein paar Unschuldige zu massakrieren, wenn der Lichtling nicht mitzieht usw.
- die Diebstahls-Aktion ist dreist, verpflichtet den Bösewicht aber nicht gleich dazu, den (wenn erfolglosen) Dieb umzubringen. Gerade wenn betont wird, dass man mit 3 Amuletten die Weltherrschaft an sich reißen kann und die Helden das dritte besorgen sollen, ist es gar nicht so dumm, das dritte Amulett zu beschaffen (wg. Druckmitteln des Schurken) und rechtzeitig vorher eines der anderen zu entwenden - nix Weltherrschaft, weil noch hat er nicht alle beisammen. Das erleichtert hier dem Lichtling, bei der Suche nach dem dritten Amulett mitzumachen, weil damit eben nicht die Weltherrschaft des Bösewichts gefördert wird, sondern der nur hingehalten wird.
von Andwari
06.07.2016 20:44
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion
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Re: Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

@Assaltaro
Korrekt, man kann sich nicht absprechen - das macht es für den SL einer von impulsiven, kreativen, usw. Gruppe komplizierter. Denn sie sprechen jetzt nicht erst darüber sondern irgendwer macht irgendwas und die Mithelden verstehen das irgendwie richtig oder nicht.

Die Alternative "immer wenn wir nicht darüber reden können, sind wir handlungsunfähig" ist mMn nicht wünschenswert.
von Andwari
06.07.2016 11:16
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion
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Re: Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

Ich sehe hier zwei deutlich unterschiedliche Ansätze:

1. Der direkte Angriff
ist blödsinnig, jeder Chari kann sich vorstellen, dass der Oberbösewicht nicht in diese selbstgewählte Konfrontation geht, wenn er nicht wenigstens noch was dagegen in petto hat. Auch als Spieler kann man wissen, dass eine derartige Abenteuerverkürzung nicht gewollt sein kann.

2. Der Diebstahl eines der Amulette
ist etwas anders gelagert. Darauf, von einem dreisten Komplizen beklaut zu werden, hat sich der SDOM hier nicht vorbereitet. Je nach Theatralik in der Gruppe kann man da mit "Herr, ihr seit so mächtig, erlaubt dass ich Eure Füße küsse..." schon was machen. Ist halt extrem schwierig - aber zwingt den SDOM im Fall, dass er es bemerkt, nicht gleich dazu, die Gruppe zu grillen.


Randbedingungen:

- der SDOM scheint die Gruppe als solche zu identifizieren, hat sich also vorher über sie informiert - oder kriegt auch der Rollkutscher am Nachbartisch denselben Auftrag?

- er wählt einen öffentlichen Ort, obwohl das für ihn taktisch suboptimal ist (er könnte auch gar geheimnisvoll halb hinter einem Baum stehen). Er will also zusätzlich noch die Gruppe bloßstellen (als Komplizen eines Schurken), hat keine Angst vor tratschenden Wirten ... oder massiven Zeitdruck für seine Suche.

- wenn der SL nur ein wenig mehr als die pure Existenz der beiden anderen Amulette beschreibt, ist das "am Gürtel baumeln" mMn ein starker Hinweis für den Dieb, genau seine Aktion durchzuführen.

- wäre ich ein SDOM, ich wäre bei Ronnies äußerst zurückhaltend, die sind dafür bekannt manchmal noch weiter mit dem Schwert rumzuhacken, obwohl sie eigentlich tot sein müssten (und hinterher auch sind). Und haben auch sonst Fähigkeiten, die man als Magier so gar nicht einordnen kann. Ein Heiliger Befehl an den Magier, bis Praiostags mittag hier zu bleiben kann seine ganze Planung kaputtmachen. Und er will eigentlich auch den Ronnie nicht schon bei jedem "Bei Rondra und ihren göttlichen Geschwistern..." grillen, weil dann muss er andere Komplizen suchen.

- generell ist die Situation so, dass man als SL die Chance auf Spieler-Einzelaktionen massiv erhöht: Sie können sich gerade nicht untereinander absprechen, d.h. es gibt gerade keine Gruppe von 4 Personen, sondern 4 Einzelkämpfer, die ihre individuellen Möglichkeiten abchecken. Der Dieb hätte dem Ronnie sonst vllt. vermittelt, dass sein Vorhaben eine ganz dumme Idee ist, uns alle umbringen wird und er damit verantwortlich ist, dass ich der Dieb dann nicht in Rondras Paradies einziehe (was ja Dein Bekehrungs-Ziel war...) aber das fällt gerade flach.