Die Suche ergab 16 Treffer

von Djembo
03.12.2020 22:44
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Eadee hat geschrieben:
03.12.2020 21:04
Wenn etwas bei der Wirkung nicht dabei steht dann wirkt es auch nicht so.
Das ist eine sehr alte Diskussion im Rollenspiel an sich. Da wird gerne angeführt, dass es ja keine Schwerkraft gibt, weil die nirgendwo in den Regeln steht. Das ist natürlich völliger Unsinn. Mit der Argumentation könntest du beispielsweise auch herbeidiskutieren, dass ein Eisdschinn seinen Beschwörer immer angreift weil beim Dschinnenruf nicht dabei steht, dass er das nicht tut und Eisdschinne Lebewesen hassen. Er tötet den Beschwörer und führt dann den Dienst aus, denn dass er den Dienst bei gelungener Kontrollprobe ausführt, das steht ja dabei. Oder beim Metamorpho steht nicht dabei, dass eine permanente Eiskugel tatsächlich kalt ist, nur dass sie sich kalt anfühlt. Also bildet sie wohl im Regenwald kein Schwitzwasser sondern bleibt vorbildlich trocken.
Das beides wäre nach deiner Definition auch raw, ist aber ebenso Unsinn. Insofern ist es sehr wohl eine Hausregel, zu sagen, eine magische Heilung würde keinen Dreck aus Wunden entfernen.
Warum ist es dir eigentlich so wichtig, ob das eine Hausregel ist, oder nicht?
von Djembo
03.12.2020 17:29
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Eadee hat geschrieben:
03.12.2020 17:13
Der Heiltrank entfermt raw keine Fremdkörper, ergo auch keine Verschmutzungen.
Nein eben nicht. Der Heiltrank raw trifft keine Aussage, ob Fremdkörper entfernt werden. Wie gesagt, es macht einfach Sinn, dass wenn die LeP voll und die Wunden weg sind, keine Fremdkörper mehr im Körper sind, aber weder dafür noch dagegen gibt es eine Aussage in den Regeln. Deine Interpretation ist genau so eine Hausregel wie meine.
Eadee hat geschrieben:
03.12.2020 17:13
Hast du Gegenbeispiele aus aktuelleren Abenteuern? Ich lasse mich gerne belehren.
Wozu? Bestimmt finde ich, wenn ich ein wenig suche, in irgendeinem Abenteuer oder Roman ein Gegenbeispiel, aber wozu das? Das ist dann immer noch nur eine Interpretation dieses einen Autors, das hat nichts mit Regeln und Hintergrund zu tun. In (offiziellen) Abenteuern fliegen auch Bäume als Raketen durch die Luft, in offiziellen Romanen beherrschen auch Hexen Baronien und schlafen mit jedem/r, der/die geschlechtsreif wird.
von Djembo
03.12.2020 16:47
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

@Eadee Zwei Abenteuer von 91 und ... 95(?) sind jetzt nicht gerade optimale Quellen für Regel- und Hintergrundfragen. Der Wind in der Wüste war doch sogar noch DsA2, oder?
Und nimm es mir nicht übel, aber mit so seltsamen Strohmannargumenten machst du deine Sache nicht gerade glaubhafter. Aus "der Balsam entfernt Fremdkörper" zu machen "mit dem Balsam könnte ein durchgeknallter Masochist Mauern einreißen" ist schon... ein großer Schritt.
Rules as written ist das mit den Fremdkörpern nicht, es wird nur nicht behandelt.
von Djembo
03.12.2020 09:32
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

@Eadee Es stimmt natürlich, nirgendwo steht, dass Dinge aus der Wunde entfernt werden. Allerdings müsste man dann auch erklären, wie Wunden verschwinden und LeP aufgefüllt werden, wenn die Dinge, die sie verursachen, noch drin stecken. Hat dann der Soldat auf ewig einen festgewachsenen Pfeil, der ihn auch nicht behindert, im Knie stecken? Die LeP sind wieder da, die Wunde geheilt rein spielmechanisch ist alles in Ordnung. Wenn Dinge in der Wunde verbleiben, dann wäre aber nicht alles wieder in Ordnung, deshalb ist es eine Hausregel, dass Heiltränke kein Wundfieber verhindern aber keine, dass Heiltränke keine Sphärenrisse schließen.
von Djembo
02.12.2020 18:34
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Eadee hat geschrieben:
02.12.2020 18:12
Wundfieber ist keine Hausregel.
Aber dass Heiltränke kein Wundfieber verhindern schon. Ob sie es tun ist mWn nirgendwo geklärt, also ist natürlich jede Regelung eine Hausregel, auch wenn es starke Hinweise gibt, dass sie es doch tun. Pfeile, Messer, Holzsplitter und ähnliche Dinge werden ja auch aus dem Körper "ausgeworfen", warum also kein Schmutz?
Eadee hat geschrieben:
02.12.2020 18:12
Verschafft aber die SFs Schnellladen und Schnellziehen, welche benötigte Aktionen reduzieren kumulativ dazu wenn man die SF wirklich beherrscht.
Zwei SF, die beide in den Kapiteln (WdS und WdA) zu benötigten Aktionen nirgendwo auftauchen außer bei Waffen und Munition. Sie für Tränke einsetzbar zu machen, das ist eine klassische Hausregel.
von Djembo
02.12.2020 16:38
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Eadee hat geschrieben:
30.11.2020 19:13
Ziemlich sicher wird er aufhören jede KR Tränke zu trinken wenn er wegen solcher Aktionen Tagelang die Gruppe behindert und sei es nur weil der Rest der Gruppe ihm die Heiltränke abnimmt und dazu nötigt zu lernen sich ordentlich zu verteidigen.
Der Kern ist doch, dass um an diesen Punkt zu kommen nicht nur erst Ärger in der Gruppe entstehen muss sondern auch Hausregeln eingeführt werden müssen, die einfach unnötig sind, wenn man die bestehenden Regeln anwendet. Es wurde eine Powergamingregel eingeführt (Heiltränke können extrem schnell getrunken werden) und um das entstehende Powergaming zu unterbinden wurden Hausregeln eingeführt, die die an sich sehr praktischen Heiltränke (ich muss das Abenteuer nicht unterbrechen um zu rasten und zu regenerieren, ich muss nicht mit endlosen Abzügen durch Wunden herumhantieren, ich muss nicht nach dem Kampf eine 80-Minuten-Rast (bei 4 SCs) einlegen, nur damit kein Wundbrand eintritt etc.) stark verschlechtern.
Was ihr in euren Gruppen macht, sei euch ja gänzlich belassen, aber es als Lösung für ein Problem darzustellen, ist nicht wirklich zielführend.
VFBmk hat ja selbst nie von solchen Sachen geschrieben, nur dass der Charakter Heiltränke trinkt anstatt zu parieren, wie genau er das macht, wurde nie beschrieben, nur was von einem Patronengurt. Aber dafür gibt es eben Regeln, ein Heiltrank aus einem Patronengurt dauert 2 Aktionen (wenn man gnädig ist, immerhin muss der Patronengurt entweder einen Verschluss haben, oder die Fläschchen fallen auch mal raus, ist also nicht das gleiche wie "um den Hals" im WdA 34), ein Axxeleratus bringt keine Zusatzaktionen, beschleunigt das Trinken also nicht. Also kann ein Charakter, der das tut, kaum angreifen und muss 1-2 unparierte AT pro Heiltrank hinnehmen, je nachdem, ob der Gegner darauf achtet und umwandelt, oder nicht. Ich finde das nicht sonderlich mächtig, spätestens wenn mal ein Gegner mit Kampfgespür ankommt und, sobald der Charakter nach dem Fläschchen greift, einfach mal einen Hammerschlag, zwei gezielte Stiche oder ähnliches ansagt, ist der Charakter am Popo.
RAW ist das eine Taktik, die bei normalen Räubern und ähnlichem Gesocks funktionieren kann, aber gegen die darf auch ein Alchemist mal gewinnen.
Und die eigentliche Antwort auf das Problem von VFBmk wurde schon ganz am Anfang, auch von dir selbst übrigens, gegeben:
Eadee hat geschrieben:
15.07.2020 15:33
Rede mit dem Spieler. Das ist das sinnvollste. Durch "Erziehungsversuche" wie spontane Hausregeländerungen oder plötzliches Auftauchen von Gegnern die den Spielerhelden one-hitten ruinierst du nur die Vertrauensbasis zwischen Spieler und Spielleiter, das ist der Punkt wo der Spieler (und möglicherweise die anderen Spieler auch) mehr Wert darauf legen werden vor dir als Meister sicher zu sein als Spaß am Spiel zu haben. Sehr ungesund für den Spielrundenfrieden sowas.
von Djembo
25.11.2020 17:37
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Wie wäre es dann mit Hausregeln, die nicht vorhandene Probleme verschlimmern und einen ganzen Rattenschwanz nach sich ziehen. Statt Heiltränke zu ziehen und zu trinken in einer freien Aktion zu erlauben und damit Heiltränke absolut übermäßig mächtig zu machen, woraufhin man Hausregeln braucht, um dieses Problem zu behebe könnte man einfach das Ziehen von Waffen länger dauern lassen. Nebenbei ist in den 10 Aktionen, bzw. 5 wenn man eine FF schafft, auch das Trinken mit drin, nicht nur das Ziehen aus der Gürteltasche.
Eadee hat geschrieben:
25.11.2020 17:24
Grundlegende Fähigkeiten sind einfach in unheimlich vielen Abenteuer-Standardsituationen notwendig und wer das seinen Fachidioten nicht zumuten will muss entweder die Spielwelt weichspülen oder jedes abenteuer absolut maßschneidern damit auch wirklich für jeden Helden ein separater Weg vorhanden ist der genau in sein Fachgebiet fällt wo er nicht versagen kann (Denn wenn er versagt ist ja niemand da der ihm helfen könnte).
Weil Scheitern unerträglich wäre? Weil jede gescheiterte Kletternprobe den Sturz in den Tod bedeutet? Die Lösung bringst du doch schon selbst an: Der Profi erledigt die Aufgabe und sorgt dann dafür, dass seine Begleiter ihm folgen können. Das ist sein Job als Profi. Und es gibt einen Unterschied zwischen einem Fachidioten und jemandem, der einfach beispielsweise ein Körperklaus ist. Verbietest du deinen Spielern Nachteile wie Einbeinig, Feste Gewohnheit oder Prinzipientreue? Das wäre die logische Konsequenz denn der Einbeinige wird die Klettertour nicht schaffen können, die Hexe kann auf dem Schiff kaum zaubern und der extrem standesbewusste Horasier wird sich dazu herablassen, in die billige Kaschemme mit zu kommen.
von Djembo
25.11.2020 17:00
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Eadee hat geschrieben:
25.11.2020 14:01
Und der Magier und der Ritter und der Elf schaffen auch alle ihre Verkleidenprobe so gut, dass die Torwache nichts merkt
Wenn du die Leute einzeln würfeln lässt, klar. Wenn aber, wie es auch sinnvoll wäre, der Streuner das Verkleiden auch übernimmt, dann sieht das ganz anders aus.
Eadee hat geschrieben:
25.11.2020 14:01
Sich im Feindgebiet aufteilen ist so ziemlich das Dümmste was man tun kann.
Im Feindgebiet, was für ein schöner Ausdruck. Und was für eine falsche Aussage. Im Gegenteil ist auf Zwang zu versuchen, Anfänger beim Profi mitlaufen zu lassen, eine Garantie, dass etwas schief gehen wird. Nur einer vermasselt in der aufgeteilten Gruppe die Probe und reißt eben nicht alle anderen mit rein. Denn der klassische Ritter wird sich, um bei deinem Beispiel zu bleiben, selbst wenn er Verkleiden mitgesteigert hat, nie auch nur ansatzweise so gut verkleiden, wie der Gesellschafter mit Cha von mehr als 11. In deinem Modell gibt es keinen Grund, irgendwo gut zu werden weil immer einer der anderen schlechter sein wird und die Gruppe entweder sowieso rein reißt oder die Proben eh so leicht sind, dass es keinen Profi braucht.
Eadee hat geschrieben:
25.11.2020 14:01
Das "Problem" des Threaderstellers ist ja nicht dass alle nach dem Kampf voll sind, sondern dass jemand nach jedem Treffer nen Heiltrank runterstürzt mitten während dem Kampf.
Was aber schon mehrmals als Unsinn aufgezeigt wurde. WdS 54. Mindestens 5 Aktionen, um einen Trank aus der Gürteltasche zu holen und zu trinken, WENN eine FF-Probe gelingt. Ansonsten 10 Aktionen. Wer irgendwelche Hausregeln aufstellt, mit denen das in einer freien Aktion geht, der ist sowieso selber Schuld und braucht natürlich ganz besondere Hausregeln und seine misslungenen Hausregeln hauszuregeln.
von Djembo
25.11.2020 13:45
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Eadee hat geschrieben:
25.11.2020 11:34
DAS ist das wovon ich rede wenn ich meine dass die Gruppe Abenteuer GEMEINSAM bestreiten soll. Dass sie eben nicht für jeden Dreck die Party splitten müssen.
Das ist aber dein persönliches Problem. Ich sehe wenig als passender an, als wenn die Helden zur Überwindung eines Hindernisses jeder einen eigenen Weg gehen. Umgekehrt ist es sehr nervig, wenn alle Schleichen können müssen (bzw. alle Heimlichkeitsfertigkeiten in einem einzigen Talent zusammengefasst werden), damit die Gruppe bloß nicht geteilt werden muss.
Am besten ist es, wenn der Streuner der Torwache eine Lügengeschichte über eine Lieferung unglaublich schwerer Stahlrüben erzählt, weshalb er auch die drei Kerle zum Schleppen dabei hat, die nur stumm auf dem Wagen sitzen und das Ganze nicht kommentieren. So überwindet die Gruppe dieses Hindernis gemeinsam und der Streuner hat seinen Ich-bin-nützlich-Moment.

.
Eadee hat geschrieben:
25.11.2020 11:34
.Wenn Zeit für nen Balsam ist, ist auch Zeit dafür die Wunde zu säubern.
Du meinst, dass, wer die 2,5 Minuten für einen Balsam mit SpoMo Zauberdauer halbieren hat, auch die 20 Minuten für die Erstversorgung hat? Bei Weitem nicht immer.

Ich finde es irgendwie seltsam, dass bei uns das Heiltrankproblem nie diese Dimensionen angenommen hat, die hier von einigen beschworen werden. Ja klar, wenn der Meisterhandwerk-Alchemie-Gildenmagier dabei ist, dann ist Heilung kein Problem mehr. Nach jedem Kampf sind alle immer voll, kein Ding. Aber problematisch war das irgendwie noch nie. Bedeutet für mich als Meister doch nur, dass ich nicht aufpassen muss, wie abgenutzt die SCs schon sind sondern auch mal bedenkenlos einen Armbrustschützen unter die Gegner stellen kann, ohne dass ich gleich fürchten muss, dass ich 18 statt 8 TP erwürfele.
von Djembo
07.10.2020 13:00
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Den Kiepenkerl habe ich gelesen und was du so zusammenfasst steht da keineswegs drin. Da wird von einzelnen Gegenden geschrieben, in denen die Obrigkeit den Handel gerne eingeschränkt sähe, von Handwerkern, die den Handel ablehnen. Aber daraus eine allgemeine Einstellung abzuleiten, die Gesellschaft wäre total handelsfeindlich, nur das Erzeugnis der eigenen Hände Arbeit zähle etwas und Reichtum werde skeptisch beäugt, ist doch sehr weit her geholt.
Ganz abgesehen von den allgemeinen Kritikpunkten an diesem Werk, da liegt vieles im Argen.
Sorry, aber glauben tue ich eher Leuten wie Andermann, der in seinem Zins und Gült eine wirklich solide Quellenarbeit gemacht hat, Bihrer, der sich zwar vornehmlich mit der Bischhofsherrschaft beschäftigt aber da auch immer mal wieder in die Ständegesellschaft eintaucht (und eine echt gute Einführung Mittelalter Vorlesung gehalten hat) oder Ludwig Jansen, die (Katherine Ludwig Jansen) in ihrer Arbeit über das Verhältnis von Strafe und Frieden in den italienischen Stadtstaaten einige spannende Sachen ausgegraben hat.
von Djembo
07.10.2020 11:06
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Galliad hat geschrieben:
06.10.2020 23:48
Ich beziehe mich in dieser Grundeinstellung auf eine Zeit zwischen 1300 und 1600. Weiter ist Aventurien nirgendwo. Der Buchdruck hat sich gerade mal im Horasreich durchgesetzt. Und nicht mal dort haben wir inzwischen sowas wie Kolonialismus, der ja genau den Wohlstand bringt, von dem du sprichst.
Ich spreche nicht von dem großen Sprung, den die Besiedelung Amerikas brachte. Auch vorher schon, und zwar laaaaange vorher, gab es ein städtisches Verdienstbürgertum. Man darf nicht den Kardinalfehler (in diesem Zusammenhang ein wunderbares Wort :-D ) begehen, auf die Propaganda zu hören. Gerade die Kirche(n!) zwischen Antike und Moderne haben immer und immer wieder die Armut gepredigt und den Reichtum verdammt. Gleichzeitig war ein gewisses Vermögen schlicht Voraussetzung um höhere Weihen beispielsweise in der katholischen Kirche zu erlangen, alleine schon der Simonie, des Ämterkaufes wegen. Die wurde zwar 451 verboten, dann nochmal 1060, 1139, 1179, 1563 und zwischendurch wurde sie auch außerhalb der großen Konzile immer mal wieder abgelehnt. Gemacht wurde es trotzdem immer, selbst bei den Dominikanern, Franziskanern und anderen Bettelorden, lässt sich Simonie ebenso oft nachweisen wie Prunksucht.
Im Rest der Gesellschaft ist das hier
Galliad hat geschrieben:
03.10.2020 15:07
Das ist halt auch eine Gesellschaft, wo jemand mit viel Wohlstand, mit Verachtung gestraft wird, wo nur das eigene Hände Werk zählt und wo man keinen Grund hat, gewaltigen Reichtum anzuhäufen, weil man allgemein zufriedener ist. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es eh keine.
ebenso Unsinn. In kleinen Nischengesellschaften gab es das immer mal wieder und auch größere Gruppen, wie zum Beispiel die Katharer (da lässt sich schlecht zwischen religiöser und gesellschaftlicher Gruppe trennen) lassen sich aufspüren, aber im Allgemeinen ist das völliger Quatsch. Es gibt keinerlei nicht-propagandistische Belege für einen gesellschaftlichen Konsens zur Armut, selbst die Armutsbewegung der Zwölfhunderter war nicht gerade ein Massenphänomen. Und sozialer Aufstieg war im städtischen Kontext alles andere als unnormal. Alleine schon innerhalb eines Standes vom Lehrling zum zünftigen Eldermann war ein weiter Weg zu gehen, aber auch Standesgrenzen wurden immer wieder - in beide Richtungen - überwunden. Zum Beispiel der Weg vom unfreien Diener über den Burgmann zu Ritter. Stichwort "ministerialer Dienstadel". Der Eintritt in den Klerus war selbst auf dem Land eher eine Geldfrage, der erste Sohn erbt den Hof, der zweite wird Priester, wenn die Eltern sich den Beitritt leisten können, der Rest zieht in die Welt (oft wurde der Hof auch geteilt, aber nach ein paar Generationen...). Edelleute, die ihr Vermögen verloren, waren nach ein-zwei Generationen keine Edelleute mehr.
Auf dem Land sah die Sache ähnlich aus, war aber deutlich schwieriger denn in einer Zeit, in der ein ausgebrachtes Korn in einem guten Jahr in einer fruchtbaren Gegend durchschnittlich knapp 3 Körner hervor brachte (also die Ernte, die verkauft und gegessen werden konnte und vorher noch besteuert wurd, nur das doppelte der Saat war, heutzutage reden wir von 170kg/ha Aussaat bei bummelich 7 Tonnen Ernte/ha), war es schwierig, mit Landwirtschaft Vermögen anzuhäufen. Dennoch gab es immer wieder Großgrundbesitzfamilien, deren Weg sich über ihr Land bis in die Stadt bis in den hohen Klerus nachverfolgen lässt.

Und noch viel wichtiger: wir sprechen über Aventurien, nicht über die echte Welt. In keinem einzigen Werk wäre mir eine Stelle geläufig, in der die von dir beschriebenen Zustände beschrieben werden. Zugeben muss ich natürlich, dass ich die DSA 5 Regionalbeschreibungen nicht kenne, die von DsA 4 und 3 habe ich aber alle zumindest gelesen und da kann ich mich nirgendwo an solche Aussagen erinnern.


Was bedeutet das für das eigentliche Thema, warum schreibe ich so einen riesigen Absatz?
Ganz einfach: es ist sinnvoll anzunehmen, dass ein Alchemist nicht nur ein Produzent sondern auch oft ein Händler ist und als solcher arbeitet. Er kauft günstig Zutaten, veredelt sie und verkauft teuer Produkte. Da hält ihn nichts davon ab, auch fremde Produkte zu kaufen und zu verkaufen. Bei vielen Handwerkern sind da Bedenken wegen der Qualität der Ware und versteckter Mängel sinnvoll anzunehmen, Alchemisten können aber die Qualität eines Werkstückes genau bestimmen. Natürlich wird also ein niedergelassener und in seiner Gemeinschaft anerkannter Alchemist den dahergelaufenen Fremden, darunter ein bleichhäutiger Barbar aus dem Norden und ein verdammter Goblin, im Leben keinen angemessenen (Einkaufs-)Preis für ihre Ware bieten. Aber ebenso wird er sich kaum die Gelegenheit entgehen lassen, ein paar gute Waren billig zu bekommen. Und wenn er dazu seine eigenen Waren als Tauschmittel einsetzt, immerhin könnte er zwar für den Heiltrank 10D bekommen, aber er hat ja selber nur ein paar Silber an Zutaten aufgewandt, warum dann nicht?
Galliad hat geschrieben:
06.10.2020 23:48
Wenn du aber anfängst, Eidechsen zu quälen oder sogar zu züchten, damit sie öfter den Schwanz abwerfen oder mehr als einer gleichzeitig wächst, dann befinden wir uns auf einem Dunklen Pfad zu einem Pakt mit Asfaloth.
Warum? Nur weil meine Eidechsen 3 Schwänze im Jahr liefern, ist es noch lange keine schlechtere Allegorie für Regeneration, eher noch eine bessere. Es geht in der Alchemie nicht um Tsa vs. Asfaloth oder gar Gut gegen Böse, nur um Symphatien. Man sollte sowas nicht moralisieren.
von Djembo
04.10.2020 13:15
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

@Galliad Nicht so richtig. Aus "Lasse nun das Gefeß stehen, wo es warm ist und rühr es nicht an bis zum siebten Tage." ein "Lasse nun das Gefeß im Labor stehen, so dass das ganze Labor nicht benutzbar ist für sieben Tage" zu machen, ist schon ein weiter Sprung. Da macht es deutlich mehr Sinn, an der Preisschraube zu drehen.

Um das mit der Preisschraube nochmal genauer auszuführen:
Der Heiltrank braucht folgende Zutaten:
der Schwanz einer beliebigen Eidechse, 1 Skrupel Gold, 1 Arganwurzel oder 1 Bund Wirselkraut, 10 Unzen Morgentau
Die Preise dafür sind:
der Schwanz einer beliebigen Eidechse - was immer man einem Bauernkind oder Hirten zahlen will, sagen wir einfach mal 2 Heller
1 Skrupel Gold - Eine Dukate hat eine Unze, also 25 Skrupel, also kostet das Gold etwa 4 Heller (100 Heller sind in einer Dukate, davon 1/25el, also 4 Heller). Gehen wir mal davon aus, dass alchemistisch reines Gold etwas teurer ist als Münzgold und sagen einfach mal 8 Heller
1 Bund Wirselkraut - 5D
10 Unzen Morgentau - selber sammeln, irgendeinem Nachbarskind einen Heller in die Hand drücken, egal, billig.
Zusammen kommen wir damit auf 5D und 1 Silber Zutatenkosten.
Aber weil wir keine Idioten sind substituieren wir. Wir ersetzen Wirsel durch Salbei (auch ein Heilkraut, das Wunden stillt, nur eben ein schwächeres. Sowas ist normalerweise eine sinnvolle Substitution, wenn der SL zickig ist, dann ist es eben eine mögliche) und drücken dadurch die Kosten von 5 Dukaten auf ein paar Heller.
Und plötzlich braut der Alchemist seinen Heiltrank nicht mehr für 5 Dukaten sondern für 2 Silbertaler (weil der Spieler keinen Bock hat, Heller mit zu schreiben) mit einer läppischen Probe + 12 ( ausgehend von dem tragbaren, archaischen Labor oder +16 bei einem zickigen SL)

Genau das ist das Problem mit SC-Alchemisten. Die brauen dann nämlich, selbst wenn man deiner Lesart folgt und sagt, das Labor sei 7 Tage nicht benutzbar, mit lächerlichen Kosten die nützlichsten Tränke im Spiel. Und was für eine Gruppe hat niemals ein paar Wochen Pause? Nur eine, in der der SL willkürlich Dinge vermeiden will, das führt aber meistens schnell zu Frust.

Das ist also die Schraube, an der man drehen kann. Wenn ein substituierter Heiltrank 4 Dukaten pro Stück in der Herstellung kostet, dann können die SCs auch mal einen trinken, werden sie aber nicht wie Wasser runter kippen.
Galliad hat geschrieben:
03.10.2020 15:07
2. ja sicher. Das ist aber nicht unser moderne Grundeinstellung. Das ist halt auch eine Gesellschaft, wo jemand mit viel Wohlstand, mit Verachtung gestraft wird, wo nur das eigene Hände Werk zählt und wo man keinen Grund hat, gewaltigen Reichtum anzuhäufen, weil man allgemein zufriedener ist. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es eh keine.
Als Historiker kräuseln sich mir bei dieser Aussage die Fußnägel. Das ist sowas von in jeder Hinsicht falsch. Aventurien ahmt eine Zeit zwischen 600 und 1700 (je nach Region, bei den Gjalskern und Orks kann man sogar über noch VIEL frühere Zeiten reden) nach. Das Mittelreich ist meistens das klassische Hochmittelalter wie man es in der Schule kennen lernt und das ist eine Zeit hoher sozialer und geographischer Mobilität, in der Handel und Gesellschaftertum erblühen und hoch angesehen sind. Immerhin reden wir hier von städtischen Kontexten, im hintersten Dorf gibt es recht wenige Alchemisten.
von Djembo
02.10.2020 07:57
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Galliad hat geschrieben:
01.10.2020 22:40
1. Heiltränke brauchen 7 Tage. In dieser Zeit ist das Labor nicht benutzbar. Ganz einfach.
Deine Interpretation, nicht die Regeln
Galliad hat geschrieben:
01.10.2020 22:40
2. Alchimisten wollen nicht, dass die Helden ihnen Tränke verkaufen. Ich meine, wo kommen wir denn da hin? Wir sind hier in einer Gesellschaft, wo man sehr viel Wert auf die eigene Arbeit legt. Im Handelsherr gibt es ganze Kapitel darüber, wie sehr Händler (professionelle) von Handwerkern und Dörflern verachtet werden, weil sie die Gesellschaft parasitär ausbeuten. Warum sollte ein Handwerker, der sich nicht nur durch sein Handwerk definiert, sondern auch seinen sozialen Ruf davon abhängig macht, es gut und hochqualitativ auszuüben, den Helden einen auch nur annähernd fairen Preis machen? Der würde sie sogar eher zum Namenlosen jagen, als hier alles zu untergraben. Der Alchimist will nichts kaufen, er will verkaufen. Er wird vielleicht seltene und wertvolle Elixiere mit niedriger Verbreitung kaufen wollen um es erforschen oder feilbieten zu können, aber nicht Heiltränke aus Massenherstellung.
Ja was denn nun? Alle 8 Tage einer oder Massenherstellung? Und warum soll ein Alchemist, der die Qualität der Produkte kontrollieren kann, nicht Ware einkaufen und mit Gewinn verkaufen? Das ist seeehr konstruiert.
Wenn man die Zutaten des Heiltrankes nimmt, die Kosten berechnet und dann das Gold und den Wirsel gegen Eisen und Salbei wegsubstituiert, dann kostet einen HT zu brauen etwa 1 Silber. Und das auch nur, weil der Schneiderbursche, der die Eidechsenschwänze und den Tau besorgt, der Sohn eines guten Freundes ist und auch ein Taschengeld haben soll. Daher haben NSC-Alchemisten bei mir meistens 1-2 sehr gute Heiltränke auf Vorrat, die dann auch gerne mal dreistellig kosten, die berühmten 2Dukaten pro LeP,, und brauen ansonsten für "wenig" Gold (je nachdem so um die 10-20) in ein paar Tagen die benötigte Menge, wenn die Spieler nicht zu unverschämt sind.
Galliad hat geschrieben:
01.10.2020 22:40
3. Ja, mit wachsender Macht der Helden, wächst auch die Herausforderung.
Das ist sicher Sache des Spielstils, aber wir sind nicht bei Skyrim. Die Gegner werden nicht mächtiger nur weil die SCs mächtiger werden. In höheren Machtstufen verschiebe ich gerne einfach den Fokus weg von "wir müssen die 10 Banditen umhauen" zu "wenn wir es nicht schaffen, beide 5er-Gruppen Ferkinas umzuhauen ohne dass die jeweils andere das mitbekommt, müssen die Ritualopfer leiden. Andererseits sind das auch nur Goblins...". Also die Herausforderung besteht nicht mehr darin, mit einem mächtigen Gegner fertig zu werden, sondern alle Umstände zu bedenken und moralische Dilemmata zu überwinden.
von Djembo
11.09.2020 08:13
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Masochismus
von Djembo
16.07.2020 12:19
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

Grakhvaloth hat geschrieben:
16.07.2020 02:21
Es heißt "mehrerer Elixiere der gleichen Art".
Yo, das habe ich ganz nonchalant überlesen. Aber trotzdem, das Wort gleichzeitig ist ja schon recht eindeutig. Man könnte natürlich die Wirkungsdauer da hinein nehmen, aber das wäre bei Heiltränken ja auch egal (und um die geht es ja), da die sofort wirken.
"Gleiche Art" könnte man auch auf den Bereich des Gebräus (Heilmittel, Eigenschaftselixiere usw.) beziehen. Würde auch Sinn machen, da bei einer Vergiftung man schon mal ein Antidot und einen Heiltrank gleichzeitig in den Patienten schütten möchte oder eben verschiedene Eigenschaftselixiere oder Prophylaktika.
von Djembo
15.07.2020 23:26
Forum: Novizen & Eleven
Thema: Heiltranküberdosis
Antworten: 116
Zugriffe: 5216

Heiltranküberdosis

VFBmk hat geschrieben:
15.07.2020 11:25
Allerdings ist unser Heiler inzwischen der Meinung es sich Lieber pro Kampf lieber mal 5 Heiltränke zu schlucken als zu parieren oder auszuweichen.
Das Geldargument ist schon valide. Nirgendwo ist geregelt, wie viel Geld eine Substitution spart, wenn man aber die einzelnen Zutatenkosten rechnet, dann ist ein Heiltrank für unter 1 Silber drin. Und daher: sei ein Meister und verbiete genau das.
In meiner Runde benutzen wir ein abstraktes System. Die Tränke haben im WdA Zutatenkosten. Eine +3 Substitution spart 10%, eine +7 spart 20%. Ein Meisterhandwerksalchemist braut dann immer noch Heiltränke für einen Dukaten das Stück, aber ein Dukat ist genug Geld, dass man dafür doch lieber pariert ;-) Dann kann ein Alchemist zwar Wirsel durch Salbei vom Wegesrand ersetzen, Gold durch Steine und Morgentau durch Spucke, aber er wird dennoch nicht für 2 Heller einen Heiltrank brauen.
Und wenn ihr das nicht wollt, dann lass ihn doch. Aber lass die Welt darauf reagieren. Wenn Heiltränke so lächerlich billig in Literfässern braubar sind, dann lass doch auch die Gegner eine solche Taktik fahren. Und zwar nicht die Stadtwachen sondern den Oger (der kann dann auch zweimal die Runde angreifen, wenn er nicht pariert) oder den Belhalarpaktierer. Und wenn du das gemacht hast und der Kampf OT 3 Stunden gedauert hat, dann sprich das Thema nochmal an.
Manchmal hilft es, den MITspielern einfach mal vor Augen zu halten, was einem eigentlich gerade den Spaß verdirbt.

Das Zitat von Grakhvaloth beschreibt die gleichzeitige Einnahme mehrerer Tränke, nicht die kurz hintereinander liegende Anwendung. Ein Unverwundbarkeitselixier, ein Stärketrunk, ein Willenstrunk und ein Gewandtheitselixier in einen Becher zu kippen und in einer Aktion zu trinken, das macht Probleme. Sie im Laufe mehrerer Aktionen zu kippen nicht. Das kann man schon auch anders lesen, aber wenn man nicht gerade einen Powergamer am Tisch sitzen hat, dann ist das auch nicht stärker als der Magier, der sich vor dem Kampf ein wenig bufft und kostet auch noch massig Geld.