Halbork GLadiator der eigentlich nur Frieden will.

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Seidoss-Anima von Seelenheil
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Halbork GLadiator der eigentlich nur Frieden will.

Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 14.01.2019 15:36

Moin moin,

ich liebäugel schon länger damit, einen Halbork zu spielen, aber hatte nie so wirklich Inspiration, da mir die Kultur Yurach so gar nicht zusagt und ich zwar einen haborkischen Kämpfer spielen will, aber Söldner nicht mag.

Inzwischen hatte ich einige Ideen, die ich euch nun präsentieren möchte.
Gerne dürft ihr Kritik aussprechen, wo ihr etwas noch zu lückenhaft beschrieben findet, falls ich von der aventurischen Realität abgewichen bin und ob sonst irgendetwas total unstimmig ist.

Ferner habe ich dieses Mal tatsächlich erst einige grobe Gedanken und den ersten Entwurf einer Geschichte gehabt, bevor ich mir GEdanken zu den Regeln gemacht habe, daher würde ich mit euch gerne zusammen eins stimmiges Regelkonzept entwerfen.

Die Grundüberlegung war, dass ein Halbork zwar eine miserable Ausstrahlung hat (CH Wert bestimmt nicht den Charakter eines Helden, sondern wie er auf andere wirkt) und sich leider nur/am besten eben für einen Kämpfer eignet, aber deshalb noch lange kein grobschlächtiges Arschloch sein muss - denn schließlich können weder er noch seine Mutter etwas dafür, dass sie vergewaltigt wurde.

Es geht also um einen Halbork, der zwar kämpfen kann/muss, aber dieses eigentlich gar nicht möchte, was sich ja auch mit dem Text des Gladiatoren verträgt: WdH, S. 99: [...]Vielen hat das Leben hart genug mitgespielt, dass sie vielleicht sogar eine Abneigung gegen das Blutvergießen entwickelt haben [...] ziehen nun rastlos umher, weil sie nichts anderes mit ihrem Leben anzufangen wissen[...] "



Shardur der liebe Halbork.

Zu erst kommen einige Gedanken, die so ins Unreine geschrieben wurden.
Ich möchte für Doppelungen und Unstrukturiertheiten um Verzeihung bitten. Es sind einfach Konzeptgedanken.

- Am liebsten wäre er Pazifist, doch kann er kaum etwas anderes als kämpfen wirklich gut und in der Wildnis muss er sich wehren und seine Haupteinnahmequelle sind Jagdtrophäen, die er in Dörfern für kaum mehr als eine sättigende Mahlzeit und etwas Alkohol verkaufen kann.
Wie sehr wünscht er sich, irgendwo ein friedliches Örtchen zu finden, in dem er nicht gemieden wird und friedvoll leben kann – vielleicht als Bauer, Holzfäller oder gar Maler, Schnitzer oder Koch. Aber niemand will ihm eine anständige Arbeit geben.

Außerdem gibt es da diese Momente, in denen Shardur wider seiner Abneigung gegen Gewalt intuitiv laut wird oder gar zur Waffe greift:
Obwohl er keinen Bezug zu den Menschen hat, die ihn fürchten oder hassen, ist er ein emphatischer [im Sinne von Mitgefühl, nicht im Sinne von Menschenkenntnis] Kerl: Er hasst, was er erleiden musste und kann es nicht ertragen, mit anzusehen wie andere ähnliches erleiden müssen.
Obwohl die Menschen ihn fürchten und mehr als nur selten mit Dankbarkeit oder Neugier auf ihn reagieren, kann er einfach nicht anders (Impulsiv? Gerechtigkeitswahn? Jähzorn? Prinzipientreue?) : Wann immer Orks ein Dorf überfallen, Reiche böse zu Armen sind, Starke Schwache bedrohen, Kranke, Behinderte, Kriegsversehrte und vor allem Kinder schlecht behandelt werden, fällt es Shadrur ausgesprochen schwer, ruhig zu bleiben, obwohl jeder Kampf gegen Orks eine Gefahr für sein Leben ist und er inzwischen eigentlich weiß, dass es große rechtliche, finanzielle und vor allem auch lebensbedrohliche Probleme bringen kann, wenn er (gewaltsam) sich mit Reichen, Adligen oder Gardisten anlegt.

Er stellt sich schützend vor Kinder und Schwache (Arme, Behinderte, Kriegsversehrte.
→ Darauf bezieht sich sein Gerechtigkeitswahn/Impulsiv/Prinzipientreue. Wann immer jemandem Unrecht getan wird, kann er sich nur schwer beherrschen. Auch sein rassentechnischer Jähzorn tritt besonders dann hervor, wenn Kinder bedroht oder Minderheiten schlecht behandelt werden.

Die Schikanen, denen er in seiner Jugend ausgesetzt hat, das Leid in Fasar und die ständig Ablehnung der Menschen, obwohl er sich doch für die schwachen und Kinder einsetzt, haben ihre Spuren an Shardurs Seele hinterlassen. Jedoch ist trotz seines angeborenen Jähzorns seine Kapazität für Hass begrenzt und so beschränkt dieser sich auf die Orks, deren Abstammung er seine Ablehnung zu 'verdanken' hat. Vor allem gegenüber seinem Vater hegt er einen solchen Groll, dass bei dem Gedanken daran, diese zu demütigen und qualvoll zu töten dies die einzige Situation ist, derbezüglich Shardur mit Freude und Lust ans Töten denkt.

In Bezug auf die Menschen empfindet er so etwas wie Hass nur in Bezug auf die Obrigkeiten, die ihre Knechte und die Kinder schlecht behandeln. Ansonsten machen sich eher Trauer, Unsicherheit und Verzweiflung in seine Herzen breit, die er wann immer er kann versucht, mit Alkohol zu betäuben.
Warum hat seine Mutter ihm eigentlich einen orkischen Namen gegeben? Haben die Orks und die Leute im Dorf etwa Recht, die behaupten, dass sie den Verkehr mit seinem Erzeuger wollte? Auch diese Frage ertränkt Shardur gerne mit Alkohol, wenn sie ihn zu sehr quält.

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Es folgt der erste Entwurf einer punktierten Lebensgeschichte, die bisher noch viele Lücken aufweist. Ich werde vermutlich vor allem die Kindheit und die Zeit als Gladiator noch weiter ausführen und ich weiß noch nicht, ob es realistisch ist, dass Shardur trotz der ganzen Ablehnung trotzdem so ein 'Guthalbmensch' ist, wenngleich dies das zentrale Element meines Charakters sein soll:


Shardur ist eine einsame Gestalt.

Er wurde im nördlichen Svelltal in einem kleinen Dorf geboren, nachdem ein orkischer Krieger seine mittelländische Mutter, die Bäuerin Agmete vergewaltigte.

Schon seine Kindheit war schwer für Shardur: Sein Erzeuger scherte sich einen Dreck um ihn und seine Mutter, tatsächlich hatte er ihn nie kennengelernt: Vermutlich war der Krieger weitergezogen um woanders zu plündern und zu vergewaltigen.
Die Orks im Dorf verspotteten ihn als Yurach und die (meisten) Menschen mieden ihn weil sie ihn fürchteten oder angeekelt waren. Sie erzählten sich, dass meine Mutter sich dem Ork freiwillig hingegeben hatte und die Tatsche, dass sie ihrem Sohn einen orkischen Namen gegeben hatte, machte die Sache nur schlimmer.
An Shardurs sechstem Tsatag, kurz bevor seine Mutter an der blauen Keuche erkranken sollte, fragte er sie nach seinem Namen. Sie entgegnete ihm, dass sie gehört habe, dass er für Kraft, Stolz oder Mut stünde und sie ihn als Provokation der Orks ausgewählt habe. Ob das stimmte, hatte Shardur aber nie erfahren.

Shardur war noch keine sieben Jahre alt, da erkrankte seine Mutter an der blauen Keuche und wurde bald darnieder gerafft, da es in dem Dorf keinen Arzt oder Geweihten gab, der sich ihrer hätte annehmen können (wenn er/sie denn überhaupt gewollt hätte).
Natürlich erhebten die Orks Anspruch auf die Hinterlassenschaften von Shardurs Mutter.

Da er nun weder Heim noch Leute hatte, nahm er das wenige, das man ihm ließ (seine Kleidung, einen Dolch, keine zehn Heller Handgeld und etwas Proviant) und zog nach Norden.
Dort sollte es ihm aber nicht besser ergehen: Wenn man ihm in einem Dorf glaubte, dass er sein Geld nicht gestohlen hatte, sodass man ihn überhaupt bewirtete, war das schon das höchste der Gefühle. Also zog er eher durch die Wildnis, denn von Dorf zu Dorf, wo ihn aber hungrige Wölfe das Leben schwer machten. Zumindest kannten diese keine Grausamket und Vorurteile, sondern kämpften genauso wie er aus Gründen der Selbsterhaltung gegen ihn.
Das Leben in der Wildnis war schwer, zwar hatte er aufgrund seiner orkischen Abstammung und seiner bäuerlichen Herkunft eine gute körperliche Verfassung, doch er war noch ein Kind und im Waffengang unausgebildet. Mehrfach musste er um sein Überleben bangen. Doch er kämpfte immer verbissener und erbarmungsloser und entwickelte durch seine ständigen Adrenalinschübe einen regelrechten Kampfrausch, wenn er in die Enge getrieben wurde.

Dies führte ihn nun auch hin und wieder in die Dörfer, denn im Svelltal und den Nordlanden sind Jagdrechte und Wilderei fremd. So konnte er sich den ein oder anderen Kreuzer und die ein oder andere Mahlzeit mit seinen Fellen, Häuten und Zähnen ertauschen, obwohl er nicht nur wegen der miserablen Qualität seiner Waren, sondern vor allem wegen der Vorbehalte gegen seine Rasse unter Preis bezahlt wurde.
So zog es ihn immer weiter Richtung Norden, an Enqui vorbei, bis an die Küste.
Dort richtete er sich ein Lager ein und verdingte sich nunmehr – überwiegend Zwecks Selbsterhaltung – eher als Fischer denn als Jäger. Immer seltener, wenn er doch mal wieder einen Wolf bezwang oder einen großen Fang hatte, kam er nun in die umliegenden Dörfer.

Eines Tages geschah es, dass ein Schiff in die Nähe seiner Lagerstätte kam, das mit schwarzen Segeln unterwegs war.
Shardur versteckte sich zunächst, jedoch war er auch neugierig, da er son solches Schiff noch nie gesehen hatte und auch derartige Menschen nicht: Sie alle hatten schwarzes Haar und bronzefarbene Haut.
Sie gingen in der Nähe seines Lagers am Strand an Land und entdeckten auch bald darauf sein Lager. Er konnte beobachten, wie sie seine wenige Habe durchsuchten und mal gierig, mal abschätzig begutachteten. Ihre fremden zungen kontne er nicht verstehen, aber ihre Lache war gehässig und bösartig, als ob ein Ork mit der hohen Eleganz eines halbelfischen Barden zu sprechen versuchte, ohne aber sein wahres Wesen verbergen zu können.
Wut stieg in Shardur auf und machte ihn unvorsichtig. Das Knistern der Steine unter seinen Füßen verriet ihn und mit gezogenen Säbeln und gespannten Bögen umzingelten die Fremden ihn.
Er kämpfte todesmutig, ja er geriet in einen richtigen Kampfesrausch und war fast dazu in der Lage gewesen, einen der Feinde trotz ihrer Überzahl und besseren Bewaffnung auszuschalten, als ihn mehrere Betäubungspfeile trafen. Es dauerte einen Moment bis sein Adrenalin erlosch, er zu taumeln begann und das Bewusstsein verlor.

Als er wieder erwachte, fand er sich gefesselt in einem schwankenden, hölzernen Raum wieder. Er konnte die Seeluft noch stärker riechen, als am Strand. Ob er sich auf dem Meer befand?
Selten kamen einige der bronzenhäutigen Menschen zu ihm, brüllten ihn in Garethi an, das schlechter war als seines noch, schlugen ihn und zwangen ihn auf die Knie, damit sie ihn notdürftig mit Essen und Trinken versorgen konnten – scheinbar wollten sie ihn lebend und halbwegs gesund halten. Von den Problemen der Notdurft, soll an dieser Stelle geschwiegen werden.

Es ging so Tage, vielleicht Wochen, bis er endlich an Deck des Schiffes geholt wurde. Die Sonne brannte ihm auf seinem haarigen Kopf. Die Welt roch anders. Sie gingen an einem Dock in einem kleinen Dorf an Land und pferchten ihn in einen Käfig, der an eine Kutsche gespannt wurde. So reiten sie erneut einige Tage und nie rasteten sie in einem Dorf, immer in der Wildnis. Shardur hatte Zeit, sich die Umgebung anzuschauen: Ales war ihm Fremd. Die Ebenen, die Wälder, die Berge, das Klima. Er musste weit weg von der Gegend sein, aus der er stammte [der aufmerksame Leser wird feststellen, dass hier in Reflektion der Erfahrungen und Emotionen des Helden der Begriff Heimat bewusst vermieden wurde].

Zwei Tage nachdem die Rationen gekürzt werden mussten, weil die Kutsche von riesigen, kartzenartigen Tieren angegriffen wurde und sich nicht vertreiben ließ, ohne etwas Proviant mitgehen zu lassen, kamen sie endlich nach einigen bergigen Pfaden an einer Stadt an, so groß und laut, wie Shardur sie noch nie gesehen hatte: Fasar.

Man übergab ihn dort anderen Menschen, die ihn wiederum in eine unterirdische Zelle aus Stein warfen. Es war dort sehr finster und an diesem Tag besuchte ihn nur eine fies dreinblickende Frau, um ihn einen widerlichen Fraß und übelriechendes Getränk zu bringen.
Am nächsten Tag wurde er mit einigen anderen Menschen in ein großes Rondell geführt und ihnen wurde erklärt, das sie nun Sklaven seien, die sich tagtäglich in der Arena beweisen müssen. Wenn sie versagten, so wäre das ihr qualvoller Tod. Je mehr sie jedoch gewönnen und sich beim Publikum beliebt machten, desto höher stünden ihre Chancen, eines Tages mit Ruhm und Reichtum wieder frei gelassen zu werden.

So begann für Shardur, noch keine 11 Jahre alt, ein hartes Leben voller Schmerz, Blut und Tod.
Perfiderweise war ihm seine halborkische Stärke ein Vorteil gegen Mensch und Tier und auch, dass er sich in einen Kampfrausch versetzen konnte, sicherte sein Überleben.
Es gäbe über viele Kämpfe, Wunden und Fieberträume zu berichten.
Es sei an dieser Stelle nur davon berihtet, dass nach einigen Jahren ein anderer Halbork in die Arena kam. Es dauerte eine Weile, aber sie unterstützten sich gegenseitig, ja, sie freundeten sich gerade an, als man beschloss, sie gemeinsam in die Arena zu schicken: Man kettete ihre Füße aneinander und schickte Wellen von Tieren und Sträflingen gegen sie. Die Bedingung war einfach: Es würde so lange gekämpft werden bis einer von ihnen tot umfiel. Als alle Ladungen an Sträflingen und Tieren für diesen Tag aufgebraucht und die beiden Halborks erschöpft und blutverschmiert alleine in der Arena verlieben, wurde ausdrücklich wiederholt, dass nur einer diese Arena lebend verlassen würde. Einen Moment lang starteten sich die Halborks an, sie nickten einander zu, wissend, dass es nichts persönliches war und dass sie keine Wahl hatten: Dann starteten sie ihre Angriffe.
Shardur ging schwer verletzt aber als Sieger hervor.

Dieser spektakuläre Kampf trug aber nicht nur eine weitere Wunde in sein Herz, sondern auch zu seinem Aufschwung bei: Er entwickelte sich immer mehr zum Liebling des Publikums, wie wohl er von seinen Mitgladiatoren und den Aufsehern und Ausbildern immer befremdlich und abweisend angeschaut wurde, als sei er mehr eine der wilden Bestien als ein Gladiator.

Es begab sich, dass er mit einigen anderen ausgewählt wurde in Vorbereitung für ein baldiges Spektakel, in einem geheimen Ausbildungscamp in den nördlichen Bergen für einige Zeit zu trainieren.
Unterwegs wurden sie jedoch von einer Horde Wilder angegriffen. Shardur nutzte die Gelegenheit, überwältigte den Wärter, der ihm am nächsten Stand, stahl sein Schwert und rannte in die Berge.
Wie lange er dort umher irrte, vermochte er nicht zu sagen. Zum Glück folgte ihm weder Wärter noch Wilder, denn so rar wie wilde Tiere dort waren, so selten gab es Pflanzen oder wenigstens Wurzeln, die er als Nahrung verwerten konnte, von Trinkwasser ganz zu schweigen.
Die Tage zogen sich hin im Wechsel von sengendem Sonnenschein und eisigen Winden.
Doch irgendwie gelang es ihm irgendwann, einen Weg nach unten zu finden. Womglich wäre ihm dies ohne seinen untrügerischen Orientierungssinn nicht gelungen.
In der Ebene angekommen, beruhigten sich die Winde und die Sonne brannte nur noch zur Mitte der Tage schwer.
Er kam an einen kleinen Bach und konnte sich nach einiger Geduld und mit letzten Kräften sowohl Trinkwasser als auch Fisch zu Essen aneignen. Auf einem kleinen Hügel unter einem Baum schlief er das erste Mal seit Wochen wieder einigermaßen ruhig.

Am nächsten Morgen brach er auf, weiter grob Richtung Norden. Bald kam er in die Nähe eines Dorfes. Er hatte kaum Zeit sich zu überlegen, ob er es umgehen oder hineingehen soltle, um wenigstens in Erfahrung zu bringen, wo er sich befindet, da kamen aus einem nahegelegenen Waldstück eine Horde Orks auf das Dorf zugestürmt.

Orks! Jene widerlichen Kreaturen, denen sein Erzeuger angehört, jene Bestien, die seine Mutter vergewaltigten und die sein ewiges Stigma sein werden, Kind und Frau in Angst und Schrecken versetzen und Schuld an seinem Elend waren. Doch Shardur war kein kleiner Junge mehr er war inzwischen 16 Jahre alt und ein ausgebildeter Gladiator: Er würde es diesen Barbaren zeigen!

Todesmutig stürtze er sich in den Kampf und viel den Orks in den Rücken.
Da das Überraschungsmoment auf seiner Seite war, gelang es ihm gleich 2 ohne Gegenwehr zu erschlagen, zwei weitere bezwang er nur mühsam – zum Glück konnte er sich immer auf seinen Kampfrausch verlassen.
Der Kampf war fast vorüber, da hörter er ein Kind in der Nähe schreien. Ein Ork wollte es entführen oder schlimmeres.
Shardur setzte zum Spurt an, rammte den Ork zu boden, bevor dieser reagieren konnte, und schlitz ihm die Kehle auf.

Das Kind war erst erschroken doch dann dankbar, nicht jedoch der Rest des Dorfes. Die Bewohner waren irritiert, als sie erkannten, dass ein... Orks? Oder so etwas in der Art auf ihrer Seite kämpfte. Die Mutter rief das Kind schnell zu sich. Große Unsicherheit war bei den Menschen und mit gezückten Kurzschwerten und Mistgabeln überlgten sie, was zu tun sei.
Man konnte sich nicht dazu durchringen, Shardur zu vertrauen, jedoch hatte er offensichtlich das Kind gerettet und viele Orks erschlagen, zumal sprach er akzeptables Garethi.
Man einigte sich darauf, Shardur auf seine Fragen zu antworten, dass er in Almada sei, im Mittelreich, zwischen Punin und Raschtulswall. Man gab ihm einen gefüllten Wasserschlauch und einen Beute mit Äpfeln und Birnen und erlaubte ihm, sich im Fluss zu waschen.
Dann jedoch musste er gehen, zu groß waren Vorurteile gegen Orks, zu ähnlich war Shardur ihnen in Gestalt und der Brutalität seines Kampfrausches.

So zog Shardur mit gemischten Gefühlen weiter: Diese Orks zu erschlagen war ein markaberes Hochgefühl: Zum einen verabscheute er inzwischen Gewalt, denn davon hatte er genug gelitten und getan in der Arena, aber sein Hass gegen die Orks hielt seinen Arm kräftig. Die Dankbarkeit des Kindes erfüllte ihn vielleicht das erste Mal in seinem Leben mit so etwas wie echter Freude und zum ersten Mal schien es einen Ansatz von Sinn gehabt zu haben, dass er seine Klinge gezogen hatte.
Aber dies hatte nicht genügt, um sich Vertrauen zu erlangen. Immer noch war er gefürchtet oder gehasst. Und so stieg der Hass auf die Orks und seinen Vater in ihm auf, während er nordwärts durchs Land zog. Hin und wieder kam er in Dörfer um sich Kunde über orkische Aktivitäten einzuholen. Manchmal musste er schon von Ferne ein Dorf fliehen, manchmal wurde er a, Tor abgewiesen, aber manchmal gab man ihm auch Kunde. So zog es ihn wieder häufig in die Wälter und Berge, verdiente er sich sein Geld mit dem Kopfgeld für Orkköpfe oder verkaufte Trophäen.
Jedoch machte er sich auch aktiv Feinde: Einmal zum Beispiel, sah er Kinder auf der Straße spielen und ein reicher Händler kam vorbei. Da sie versehentlich seinen Weg kreuzten und er anhalten musste, schrie er sie an und schlug sie, da sie seine Stiefel mit Schlamm bespritzten.
Es ging durch mit Shardur und er packte den Händler und prügelte ihn zu boden und brüllte ihn an.
Hätte sich nicht eine Tsageweihte für ihn eingesetzt, hätten die Gardisten ihn wohl eingesperrt oder auf der Straße erschlagen. So musste er nur das Dorf verlassen.
Dieses Leben wurde immer unerträglicher für Shardur, sodass er irgendwann auf den Geschmack von Bier und Schnaps kam, nachdem ihn ein weniger undankbarer Auftraggeber zu einem Abend in einer Taverne einlud. Als er betrunken war, konnte er seinen Schmerz vergessen und den Moment genießen bzw. abtöten. Davon wollte er mehr. So entwickelte sich über die Monate eine Alkoholsucht, die viele seiner Finanzen auffraß, und ansonsten begann, an seinen Kräften zu zehren, da es nicht immer leicht war, an Alkohol zu kommen, da er nicht immer in Orte eingelassen wurde.

Und dennoch:
Obwohl die Menschen ihn fürchteten und mehr als nur selten mit Dankbarkeit oder Neugier auf ihn reagierten, konnte er einfach nicht anders:
Wann immer Orks ein Dorf überfallen, Reiche böse zu Armen sind, Starke Schwache bedrohen, Kranke, Behinderte, Kriegsversehrte und vor allem Kinder schlecht behandelt werden, fällt es Shardur ausgesprochen schwer, ruhig zu bleiben, obwohl er eigentlich Gewalt und Kampf verabscheut, jeder Kampf gegen Orks eine Gefahr für sein Leben ist und er inzwischen eigentlich weiß, dass es große rechtliche, finanzielle und vor allem auch lebensbedrohliche Probleme bringen kann, wenn er (gewaltsam) sich mit Reichen, Adligen oder Gardisten anlegt.

So zieht er weiter durchs Land, mal von Schenke zu Schenke, mal auf der Suche nach der nächsten Heldentat und dann wieder bestimmt dem Svelltal entgegen. Denn eines stand fest: Er würde die Orks und vor allem seinen Vater für sein Schicksal büßen lassen, eines Tages, wenn er dazu bereit war!

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Ich habe bisher nur wenige regeltechnische Überlegungen von denen sich einige bereits im Text finden:

GP-Basis: 120GP

Rasse: Halbork
Kultur: ??? (Von seinem Lebensraum- und Stil, zumal seine Ursrungsregion, bietet sich Svelltal/Nordlande an. Allerdings hat er viel Zeit in Farar verbracht und reist nun eher durchs MR. Ich überlege, da die Kultur ihn wenig(er) prägt, ob ich einfach ML Städte nehme, weil 7GP für den einen LeP und die paar Talente eigentlih zu teuer sind.
Profession: Gladiator aus Fasar

Eigenschaften:
MU 12+
KL 9-11
IN 12+
CH <10
FF 8-10
GE 10-14
KO 13 oder 15
KK 15

Vorteile:
Eisern (auto)
Kampfrausch
Richtungssinn (auto)
Zäher Hund (auto)

Nachteile:
Jähzorn (auto)
Ggf. Impulsiv, Gerechtigkeitswahn oder Prinzipientreue (Schutz der Schwachen und Ausgegrenzten)
Gesucht I Fasar
Neugier 5
Randgruppe (auto)
Sucht (Alkohol)
Vorurteile gegen Orks 12
Ggf. Vorurteile gegen Adel und Obrigkeit 6
Ggf. Weltfremd bzgl. Glaube/Religion, da dies an ihm bisher völlig vorbeigegangen ist.
~ Der Threadnekromant.
PG FTW: Wenn ein Krieger zwei linke Hände für Fernkampfwaffen hat, ist dem halt so!

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Skalde
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Ungelesener Beitrag von Skalde » 14.01.2019 16:09

Gute Güte, die Hintergrundgeschichte ist ja bereits ein halber Roman. :) Aber sehr schön. Ich würde ihm am ehesten die Kultur "Svellttal" mit der Modifikation "Fern der Zivilisation" geben, da er die prägenden Jahre seiner Kindheit ja offensichtlich allein dort verlebt hat. Mittelländische Städte jedenfalls käme mir für jemanden, der bisher nur sein nordisches Bauernkaff, die Wildnis und seine Zelle im Arenakeller kennt, sehr unpassend vor.
Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
14.01.2019 15:36
Ich werde vermutlich vor allem die Kindheit und die Zeit als Gladiator noch weiter ausführen und ich weiß noch nicht, ob es realistisch ist, dass Shardur trotz der ganzen Ablehnung trotzdem so ein 'Guthalbmensch' ist
Warum nicht? Wenn man sich in der Geschichte umschaut, findet man immer wieder Menschen, die sich der Prägung ihrer Umwelt zum Trotz völlig anders entwickelt haben. Und ein Halbork, der darum kämpft, seiner gewalttätigen Seite nicht nachzugeben und trotz aller Ablehnung noch gut zu den Menschen zu sein, ist eine schöne rollenspielerische Herausforderung.

Ein wenig erinnert mich der arme Shardur ja an Frankensteins Monster: Im Herzen gut, aber wegen seiner Hässlichkeit abgelehnt.
Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
14.01.2019 15:36
So zieht er weiter durchs Land, mal von Schenke zu Schenke, mal auf der Suche nach der nächsten Heldentat und dann wieder bestimmt dem Svelltal entgegen. Denn eines stand fest: Er würde die Orks und vor allem seinen Vater für sein Schicksal büßen lassen, eines Tages, wenn er dazu bereit war!
Warum geht er denn nicht nach Süden? Im Mittelreich ist er Freiwild und wird immer der verhasste Halbork sein, aber im Süden könnte er einen Ort finden, wo den Leuten egal ist, welche Hautfarbe jemand hat und ob er Fell oder Schuppen trägt. Aber das kann natürlich auch eine schwere Entscheidung sein, die er erst im Heldenleben trifft: Rache an seinem Vater oder endlich irgendwo Frieden finden.
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Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 14.01.2019 19:09

Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
14.01.2019 15:36
denn schließlich können weder er noch seine Mutter etwas dafür, dass sie vergewaltigt wurde.
Das muss übrigens nicht so sein, nur um einen Halbork zu generieren. Orks leben zB frei und anerkannt in Thorwal. Stell dir eine leicht abseitig veranlagte Thorwalerin vor, oder eine blöde Wette ("Wenn du Waschlappen mich im Wettsaufen schlagen kannst, dann schlaf ich mit einem Ork"), und dass Rahjalieb dort oben nicht wächst ...
Oder eine arme, verwaiste oder in erster Ehe verwitwete Frau in Andergast? ("Ja gut, Byakkrak ist ein Ork. Aber der Waldislaus, der hat sich wie ein Ork benommen. Noch mehr verprügeln kann der hier mich auch nicht, und ich brauch' doch auf dem Hof einen, der anpackt, und auch mal das Dach ausbessern kann. Dochdoch, ich heirate den. Bevor ihr Saukerle mir den Hof wegnehmt.")

Wenn der Held Gladiator aus Fasar sein soll: Das könnte Papi auch schon gewesen sein. Im Mittelreich als Räuber gefangengenommen worden, nach Fasar verkauft (Nichtmenschen zu verkslaven ist legal), Star der Arena, kriegte um ihn bei Laune zu halten eine Sklavin zugeteilt.
Das fände ich einfacher, als wenn ein kleiner Junge sich unbewaffnet in der Wildnis des Nordens selbst zum Jäger ausbildet und dann von Leuten, die fast ganz um den Kontinent herumgefahren sein müssen, eingefangen und ausgerechnet nach Fasar gebracht wird, obwohl man ihn unterwegs in Al'anfa schon hätte verkaufen können.

Zur Kultur: Da der Held seine Kindheit allein in der Wildnis zugebracht haben soll, und seine Lehr- und Jugendjahre in Fasar verbracht, bieten sich "Tulamidische Städte" an. Da gehört Fasar dazu. Auf jeden Fall sollte er fließend Tulamidya sprechen, sonst hätte er da nach seiner Flucht ja kaum mit Dörflern reden können.
"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Al'Anfa wieder eins drauf kriegen wird."
- Alrik der Ältere

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Skalde
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Ungelesener Beitrag von Skalde » 14.01.2019 19:51

chizuranjida hat geschrieben:
14.01.2019 19:09
"Wenn du Waschlappen mich im Wettsaufen schlagen kannst, dann schlaf ich mit einem Ork"
:lol: Das könnte von unserer Katzenhexe kommen, wenn sie nicht so absolut untrinkfest wäre.
chizuranjida hat geschrieben:
14.01.2019 19:09
Zur Kultur: Da der Held seine Kindheit allein in der Wildnis zugebracht haben soll, und seine Lehr- und Jugendjahre in Fasar verbracht, bieten sich "Tulamidische Städte" an. Da gehört Fasar dazu. Auf jeden Fall sollte er fließend Tulamidya sprechen, sonst hätte er da nach seiner Flucht ja kaum mit Dörflern reden können.
Bei dem Tulamidya würde ich zustimmen, aber ob man von einer prägenden Zeit in Fasar sprechen kann, weiß ich nicht. Unfreie Gladiatoren verlassen kaum je ihre Zelle. Wie soll er da vom Leben in der Stadt was mitkriegen?

Mir ist noch eingefallen: Vorurteile gegen Adel und Obrigkeit? Der arme Shardur hat doch Zeit seines Lebens kaum was von den Feinheiten der menschlichen Hierarchie mitbekommen, passen da allgemein Vorurteile gegen Sklavenhalter oder Menschen/Orks, die ihre Macht ausnutzen, nicht besser?
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Ungelesener Beitrag von Releana » 14.01.2019 22:33

Skalde hat geschrieben:
14.01.2019 19:51
Mir ist noch eingefallen: Vorurteile gegen Adel und Obrigkeit? Der arme Shardur hat doch Zeit seines Lebens kaum was von den Feinheiten der menschlichen Hierarchie mitbekommen, passen da allgemein Vorurteile gegen Sklavenhalter oder Menschen/Orks, die ihre Macht ausnutzen, nicht besser?
Ein typisch deutsches Vorurteil. Zu finden bei ca. 50% der Chars und 90% der Spieler.

Den Halbork mag ich aber (bis auf das Vorurteil).

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