(PS05) Schlangengrab

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Thallion
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(PS05) Schlangengrab

Ungelesener Beitrag von Thallion » 19.03.2018 14:52

Dieser Thread dient zur Diskussion der Inhalte des im März 2018 erschienenen Romans Schlangengrab von Bernhard Hennen und Robert Corvus.

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Schlangengrab

Vielleicht hast du Erfahrungen mit diesem Roman gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Fragen oder Meinungen zum Buch. Dieser Thread ist zur Sammlung dieser Informationen und Themen gedacht.

Darüber hinaus kann man in diesem Thread den Roman auch bewerten, um so eine grobe Orientierungshilfe für andere Leser zu bieten.

Bitte nur dann abstimmen, wenn du den Roman kennst!

Argilac
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(PS05) Schlangengrab

Ungelesener Beitrag von Argilac » 19.03.2018 17:21

Ich habe bisher außer dem Prolog nur das erste Kapitel komplett gelesen und werde meine Bewertung erst nach der Lektüre des gesamten Buches abgeben.

Nichtsdestotrotz möchte ich hervorheben, daß der Prolog mir wesentlich besser gefallen hat, als die der anderen Bücher. Er ist aus Sicht Beorns geschrieben und handelt von seinem allgemein bekannten Hintergrund, also wie er sein Auge verlor und zu seinem Beinamen kam. Die Figur Beorns wird hier deutlich komplexer und vielschichtiger gezeichnet, als im Hauptgeschehen der vorigen Bände. Daneben sind einige Absätze auch noch aus Sicht verschiedener Mit- und Gegenspieler geschrieben, die das Gesamtbild komplettieren.
(auch wenn die Sicht der Männer auf Frauen der der Vorbánde zu entsprechen scheint...)

Auch das erste Kapitel führt die Handlungsbögen verschiedener Charaktere alles andere als oberflächlich weiter und setzt qualitativ den Vorgängerband fort.

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(PS05) Schlangengrab

Ungelesener Beitrag von WeZwanzig » 22.03.2018 23:03

So, hab das Buch heute durch bekommen und bin sehr freudig überrascht worden.
Nachdem Teil 3 für mich der Tiefpunkt war und Teil 4 schon wieder einen Aufschwung darstellte steigert Teil 5 das ganze nochmal.

(Ab hier Spoiler):

Der Prolog erzählt diesmal die Geschichte von Beorn und seinem berühmten Überfall auf Port Paligan. War zwar ganz spannend zu lesen, man erfährt wie Beorn sein Auge verlor, wie er sich als Drachenführer bewiesen hat und wie er zu seinem Namen gekommen ist, doch die eigentlich spannende Frage "Was war mit seiner Schwester und Phileasson???" bleibt unbeantwortet. Schade, da müssen wir wohl auf den Prolog zum Foggwulf selber warten.

Nachdem der Prolog soviel Wert auf Beorn gelegt hat, wird es im Hauptteil erstaunlich still um ihn. Sein Abenteuer wird nur sehr kurz beschrieben, der Hauptfokus liegt diesmal auf Phileassons Mannschaft. Ein großes Problem von Beorns aktueller Mannschaft ist, dass kaum noch interessante Charaktere dabei sind. Beorn und Zidaine sind noch ganz spannend, erster auch wieder sehr gut getroffen, zweite driftet manchmal aber etwas ins Nervige mit ihren Rachewünschen. Tjorne hat das gleiche Problem, nur ist es bei ihm seien Furcht. Zum Glück fällt dieses ganze Steinakr-Drama aber mehr in den Hintergrund. Die anderen Mitglieder der Mannschaft bleiben extrem farblos. Eilif, Pardona, Galayne und Selime können ein bisschen was anstellen, doch mit dem Tod Ursas im letzten Teil verliert die Original-Mannschaft jeglichen Reiz und so war ich doch ganz froh, das zumindest Iskir einen ganz würdigen Abgang bekommt. Ob der alte und der Pyromane (mir fallen gerade nichtmal ihre Namen ein) nächstes mal noch dabei sind ist mir herrlich egal.
Auch die beiden neuen Mitglieder, eine al'anfanische Hexe und ein al'anfanischer Fechter, die Beorn noch aus Port Paligan kennt und die ihm dort (mehr oder weniger) geholfen haben wirken sehr generisch, was man über sie weiß erfährt man im Prolog, im Hauptteil haben sie außer "Hexe hilft Plotlösen" kaum Relevanz.

Der viel größere Phileasson-Teil hingegen ist wirklich super. Hauptaugenmerk der Autoren scheinen diesmal die Geweihten Praioslob und Shaya zu sein, die beide in ihrem Glauben getestet werden.
Praioslob wird mit dem eher strengen Teil seiner Kirche konfrontiert und hadert regelmäßig mit seiner liberalen Einstellung zur Magie und hinterfragt sich und seinen Glauben. Ob ein Lynchmob der einen Magier jagt, der sich nicht an den Codex Albyricus hält, ein Visitator seiner Kirche der Ihn belehrt, als er Tylstyr in einen Praiostempel führt, die maraskanische Sichtweise auf den "peniblen Bruder" oder der Moment, in dem er einen jungen Magier "in Versuchung führt", indem er ihn bittet ihm magisch zu helfen, als die beiden von Marus festgenommen werden.
Shaya hat ganz andere Probleme. Sie hat sich in eine Maraskanerin verliebt, doch steht auch das im Gegensatz zu ihren Überzeugungen, denn nicht nur, dass die beiden nie Kinder haben können, wie sie es sich immer gewünscht hat, noch dazu kommt, dass ihre Angebetete nicht nur sie liebt. Eifersucht, Selbstzweifel und Reue werden sehr schön beschrieben und zeichnen das Bild einer menschlichen, unsicheren und realistischen Geweihten, die super zu Shaya passt.
Neben den beiden bekommt Abdul noch recht viel Screentime (und sein Zusammentreffen mit Rakorium ist einfach nur köstlich), sowie Leomara , der Foggwulf und die drei Elfen, von denen vor allem Galandes mit ihrem einsetzenden Altern zu kämpfen hat.

Nun zur eigentlichen Handlung. Die Handlung kann man gut in drei Teile aufteilen:
- Seeschlangejagd mit Bacha
- Ermitteln in Boran
- Reise durch den Dschungel um entführte Ottajasko-Mitglieder zu befreien

Teil 1 wurde sehr gut gelöst. Erwartet habe ich eine Nacherzählung von Moby Dick, doch das ganze verlief zum Glück anders. Auf Bacha wurde kaum wert gelegt, stattdessen ging es viel mehr um die Mannschaft an sich. Diese musste Bacha nämlich ziemlich wild durcheinadergewürfelt zusammenstellen, da keiner mehr mit ihm fahren will. So befinden sich auf dem Schiff neben der Ottajasko noch Mittelreicher und Maraskaner gleichermaßen an Bord, die sich gegenseitig ständig anpöbeln, was letzendlich während der Namenlosen Tage dann in einer Meuterei und einem brennenden Schiff endet.
Man kommt mit letzter Kraft in Boran an und der beste Teil des Buches beginnt. Maraskan. Wer sich Pagodentürme, Samurais und Geishas vorstellt, wie sie die letzten DSA-Produkte gezeichnet haben, der wird schwer enttäuscht. Das Buch beschriebt Maraskan so wunderbar, das man nicht anders kann, als die Schönheit dieser Szenen zu preisen. So sollte Maraskan bitte immer sein. Bitte. Lasst die beiden Autoren die Maraskan-RSH schreiben. Und preiset die Schönheit! Egal ob ihre Kleidung, ihr Glaub oder ihr Kladj, keine Seite die ich nicht genoss. Ein Theaterstück, bei dem die Zuschauer den Fortgang bestimmen und Schauspieler spontan Szenen improvisieren, weil sie eine vorherige verkackt haben und die Zuschauer jetzt etwas verwirrt sind; eine Maraskanerin, die dem Fremdjin Praioslob erklärt, warum sie mit Tsa schimpft, da diese sie in die falsche Familie wiedergeboren hat; eine Maraske als Fremdenführerin; gebackene Meerschweinchen ("man isst sie mit den Knochen!") oder aber die Aufregung der Maraskaner, als Irullas Spinne bei der Häutung ein Bein abbricht, und sie daher nicht mehr 2*2*2 Beine hat. All das und so viel mehr ist Maraskan.

Zum Schluss noch ein Tadel und ein Lob.
Der Konflikt Mittelreich Vs. Maraskan wird nicht wirklich erklärt. Für DSA-Veteranen natürlich kein Problem, aber wenn ich bedenke, dass ich das Buch im regulären Buchladen erwerben konnte und es mit seinen berühmten Autoren und durch den Hayne-Verlag wohl auch viele Nicht-DSAler-Kunden haben wird denke ich, dass so etwas einfach besser beschrieben gehört. Das gleiche gilt für den Friedhof der Seeschlangen. Das dieser Ort in einem anderen DSA-Abenteuer nochmal aufgegriffen wird wissen vielleicht wir, aber das Buch macht etwas zu viele Andeutungen an die wahre Natur dieses Ortes, ohne sie aufzuklären. Ich frag mich, wie das auf nicht-DSAler wirkt
Hingegen besonders positiv ist mir hier die Detailarbeit aufgefallen. Immer wieder gab es kleine Anspielungen und Hinweise, die nur DSA-Kenner verstehen (die aber im Gegensatz zum Tadel vorhin nicht relevant zum verstehen sind). Das Beorn in Festum zum Beispiel Sumarblot feiert und dort kurz auf Rangnid Thorkilsdottir trifft zeugt von einer guten Kenntnis des Hintergrundes, bzw. guter Recherche. Und solche Momente gab es öfter.

Abschließend schwanke ich zwischen 4 und 5 Punkten, bleibe dann aber doch bei der 4, einfach weil ich finde es ist noch Luft nach oben, gerade in den Beorn-Teilen. Vielleicht muss ich es aber auch einfach nochmal lesen und mehr auf die Schönheit achten. Den diese ist nunmal überall, so wie Rur die Welt geschaffen hat.
DSA, trotz der Regeln, nicht wegen der Regeln

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(PS05) Schlangengrab

Ungelesener Beitrag von Engor » 24.03.2018 11:04

Ich halte Schlangengrab für eine gelungene Fortführung der Handlung. Es gelingt vor allem die gefährlichste Klippe zu umschiffen, indem die Kopie der Moby Dick-Story weitgehend vermieden wird, da Kapitän Bacha und seine Geschichte recht klein gehalten wird. Allerdings stellt das eine gewisse Lücke da, die auch spürbar ist. Das liegt aber letztlich an der Abenteuervorlage, damals war eine literarische Anleihe ja auch nicht ganz unüblich.
Grundsätzlich halte ich diesmal die Beorn-Teile für unterhaltsamer, hier kommt wiederum das echte Gefühl einer Kaperfahrt auf, besonders die Figur des Leif gefällt mir hier. Ich kann meinem Vorredner nur teilweise zustimmen, es stimmt, dass Teile der Mannschaft des Blenders weniger greifbar sind, allerdings liegt dies wohl an der Entscheidung, hier klar zwischen Haupt- und Nebendarstellern zu differenzieren. Tatsächlich ahnt man aber, wer das nächste Schwertfutter sein wird. Das ist einer der Aspekte, an denen man zwei Autoren erkennt. Phileasson Mannschaft erhält zumindest gefühlt besser verteilte Schlaglichter, hier sind alle Charaktere individueller greifbarer. Manche Figurencharakterisierungen erzeugen aber gewisse Längen.
Auch wenn ich kein Maraskan-Fan bin, kann ich nur zustimmen, die Atmosphäre wird wirklich gut dargestellt, z.B. in den kleinen Details wie den Honinger Geschichten. Ohnehin merkt man die gute Recherchearbeit zu vielen Details der Einzelbände, das fühlt sich wirklich aventurisch an. Stellenweise könnte ich mir aber vorstellen, dass Leser, die nicht so mit der Hintergrundwelt vertraut sind, ein paar mehr Erläuterungen brauchen könnten, z.B. sind beim Friedhof der Seeschlangen sehr viele vage Andeutungen vorhanden, die für einen Gelegenheitsleser wohl nur schwer verständlich sind.
Meine ausführliche Kritik findet sich hier: https://engorsdereblick.wordpress.com/2 ... angengrab/

Ich gebe 4 Punkte.

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(PS05) Schlangengrab

Ungelesener Beitrag von Curthan Mercatio » 04.06.2018 15:23

Mit Schlangengrab pendelt sich die Reihe für mich auf einem konstant guten Niveau ein. Die Handlung hatte für mich kaum Längen, inbesondere die Seefahrt und die Handlung auf Maraskan haben mir gut gefallen.

Bei den Figuren stimme ich zu, dass die Hexe und der Fechter relativ blass bleiben und auch Tjorne konnte sich - obwohl er seit dem Anfang der Reise dabei ist - noch nicht wirklich sinnvoll entwickeln. Dass er jetzt ins Team Pardona wechselt, führt nur seine Reihe schlechter Entscheidungen fort. Phileassons Gruppe gewinnt hingegen weiter an Tiefe und besteht mittlerweile aus vielen interessanten Figuren, nur noch wenige Personen wie diese Almadanerin bleiben noch ein wenig blass. Shayas Geschichte fand ich hingegen gut und glaubwürdig dargestellt. Sehr gut, denn so etwas kann natürlich leicht ins Klischeehafte kippen.

Sehr nett fand ich auch die Anspielung auf "Westwärts Geschuppte". Damit insgesamt 4 Punkte.

PS: Was mir ein wenig Sorgen bereitet, ist, wie die Spannungskurve über die ganzen restlichen Romane gehalten werden kann. Zum Beispiel bei Tylstyr und Zidaine sollte meiner Meinung nach bald etwas passieren, sonst droht das irgendwann auf GZSZ-Niveau abzurutschen.
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