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DSA4 Stürmischer Herbst

Beendete oder abgebrochene Abenteuer
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Cloverleave
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Stürmischer Herbst

Ungelesener Beitrag von Cloverleave » 09.02.2018 13:03

"Natürlich kennt er dich. Und hat er mich oder Rhiannon oder Vadiro oder Thimorn kaum losgelassen auf dem Weg zurück? Nein, er konnte dich nicht aus den Augen lassen. Vertrauen ist schwer, ich weiß...Aber versprich mir, dass du nicht davon läufst, sondern es versuchst." Ernst blickt Tamila ihre Freundin an.

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Fenia_Winterkalt
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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 09.02.2018 13:15

"Das.. kann ich dir nicht versprechen.. aber ja, versuchen tue ich es natürlich... natürlich..." meint Vara etwas fahrig streicht ihrerseits Elindir sanft das Haar zurück...

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Cloverleave
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Ungelesener Beitrag von Cloverleave » 09.02.2018 13:20

Tamila beugt sich vor und gibt Vara einen sanften Kuss auf die Stirn. "Hab Vertrauen, meine Blume. Du nutzt jede Kleinigkeit, um wieder zu zweifeln...lass es nicht gewinnen..."

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Fenia_Winterkalt
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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 09.02.2018 14:24

"Ich muss zweifeln.. so wie er von ihm gesprochen hat... du warst nicht dabei.. so schnell ändern sich doch solche Dinge nicht.. aber da bin ich wieder an dem Punkt wo ich einfach nichts weiß... das wird sich wohl zeigen müssen.." meint die Gelehrte von ihren eigenen Gefühlen recht erschöpft.

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Cloverleave
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Ungelesener Beitrag von Cloverleave » 10.02.2018 20:45

Tamila setzt sich endgültig neben ihre Freundin und umarmt sie vorsichtig. "All diese Dinge solltest du mit ihm besprechen. Zerbrich dir jetzt nicht den Kopf darüber. Es wird sich zeigen, hab nur etwas Geduld."

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Fenia_Winterkalt
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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 10.02.2018 21:05

Vara lehnt den Kopf an Tamilas Schulter. Sie nickt sacht.. sie beobachtet Boron und Liaiella.. Vadiro und Rhiannon.. Thimorn und seinen Stein.. und wartet...

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Ungelesener Beitrag von Cloverleave » 11.02.2018 10:26

Tamila streichelt beruhigend Varas Rücken und schweigt erstmal.
Schließlich betrachtet sie Varas Gesicht einen Moment von oben und fragt leise: "Warum glaubst du nicht daran, dass die guten Dinge geschehen, meine zarte Rosenblüte?

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Sarafin
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Ungelesener Beitrag von Sarafin » 11.02.2018 18:29

Elindirs ReiseAnzeigen
Er ist schwerelos - nein ... körperlos! Es ist wie bei der Rückverwandlung. So scheint eine Ewigkeit zu vergehen, in der sich alles um Elindir zu drehen scheint, ohne, dass er einen Anhaltspunkt hat 'was' sich da dreht. Dann ein Lichtpunkt, der sich auf ihn zubewegt. Mit einem Mal ist alles in gleißendes Licht gehüllt ...

Meeresrauschen. Das ist das erste, was Elindir wahrnimmt. Das sanfte Rauschen des Meeres. Ein leichter Wind weht ihm um die Nase und trägt den salzigen Geruch der See mit sich. Es dauert einen Moment, bevor Elindirs Augen sich an die Umgebung gewöhnt haben. Er steht oben auf einer mit grünem Gras bewachsenen Klippe. Hinter ihm grüne Hügel soweit das Auge reicht, vor ihm geht die steinerne Kippe steil hinab und unten das Meer.

Wo bin ich?
Elindir spürt keine Schmerzen mehr von der Verwandlung. Nicht mal die Anstrengung des letzten Abends oder die Müdigkeit nimmt er war. Dafür bemerkt er schließlich, dass unweit von seiner Position jemand auf einem Stein sitzt und aufs Meer hinaus schaut.
Der Mann hat helles, einstmals blondes, kurzes Haar, ein hageres Gesicht mit einer etwas zu großen Nase und wässrigen Augen. Früher war er wohl einmal kräftig und ein stattlicher Mann, doch davon ist nicht mehr viel übrig. Eine alte Narbe zieht sich gut sichtbar über den Hals und verschwindet unter dem einfachen Gewand, das er trägt.
Die Konturen des Mannes scheinen zu verschwimmen, so als würde man ihn durch eine bewegte Wasseroberfläche beobachten, während die Umgebung absolut klar ist. Sein Vater ist gealtert, doch erkennt Elindir ihn sofort. Diaran ui Bennain scheint Elindir jedoch hingegen nicht bemerkt zu haben.

Sein Sohn verweilt zunächst, wo er ist und schaut einfach nur. So oft hatte er darüber nachgedacht, wie es wäre, ihn zu sehen, seinen Vater zu treffen. Mit ihm sprechen zu können. Wie oft in den letzten Monaten hatte er sich ausgemalt, was er sagen würde. Was er sagen wollte. Alles das scheint nun wie weggewischt.
Es ist die Stimme seines Vaters in seinem Geist, die ihn aus der Starre reißt. Steh nicht herum wie ein Ölgötze. Benehme dich wie der Prinz, zu dem ich dich erzogen habe. Er weiß nicht mehr, wann ihm sein Vater das vorgehalten hatte - er war noch ein Kind gewesen. Elindir lächelt bei der Erinnerung und tut einen vorsichtigen Schritt auf das Abbild der Seele seines Vaters zu.
"Vater", sagt er einfach nur. Irgendwie ist er ganz ruhig jetzt. Es ist die Gewissheit, dass es sich schon fügen würde. Und Liebe.

Der Mann rührt sich zunächst nicht, runzelt die Stirn und schaut auf. Etwas irritiert sieht er sich um, bis sein Blick an Elindir haften bleibt. Zaghaft erhebt er sich von seinem Stein, seine Unterlippe bebt. Das Gesicht des verstorbenen Fürsten macht einen Wechsel von Freude zu Trauer über Zorn, Erstaunen und Verwirrung. "Bist ... Bist du es wirklich? Spielt Boron mir keinen Streich?" flüstert er mehr, als er spricht.
Er geht einen winzigen Schritt auf Elindir zu, seine rechte Hand streckt sich nach ihm aus. Sie zittert. Dann lässt er sie sinken.
"Nein, du musst ein Trugbild sein. Du bist immer ein Trugbild." Diaran blickt zu Boden, traurig.

Elindir blinzelt verwundert.
"Ich bin es", antwortet er und überbrückt seinerseits den Abstand. Früher, da war ihre Beziehung immer sehr formell, beinahe distanziert. Sie waren sich dennoch nahe gewesen, auf andere Weise. Kein Vergleich zu dem Verhältnis, das Elindir zu seinem Leibdiener pflegte. Unendlich lange schien Elindir das her zu sein. In einem anderen Leben. Heute, jetzt und hier - wo immer das auch genau war - waren sie dieselben und doch andere.
Nur einen Schritt von seinem Vater entfernt, bleibt Elindir stehen. Ganz entsprechend dem Protokoll, auf das sein Vater immer so viel wert gelegt und das Elindir im Umgang mit ihm immer Sicherheit gegeben hatte, sinkt Elindir auf ein Knie und senkt den Kopf. Beim Blick auf seine Schuhe stellt er fest, dass er - anders als sein Vater - keine durchscheinende Gestalt ist. Und offenbar auf dem Weg hierher zu Schuhwerk gekommen.
"Mein Hoher Vater", beginnt er. "Ich bin es. Euer Sohn, Elindir. Ich bin hier."

Diaran blickt wieder zu ihm. Dann schließt er langsam die Augen und für einen Moment ist da nur Stille und das Rauschen des Meeres. Einen endlos erscheinenden Augenblick bleibt Elindir einfach dort, wo er ist. Es ist wunderschön hier, erkennt er. Er hört Diaran mehrfach nach Luft schnappen. Als wollte er sprechen, doch tut es nicht. Elindir bleibt, wo er ist, den Kopf weiterhin gesenkt. Sein Vater würde ihm sagen, wenn er bereit war. So war es immer gewesen.

Die Stimme des Fürsten ist brüchig, als er wieder zu sprechen beginnt:
"Dann ... dann bist du ... wie bist du ... gestorben?" fragt er. Ganz ruhig. So wie immer. Doch Elindir kann es hören. Diaran ist nur äußerlich ruhig. In ihm, da ist dieser Orkan. Der Orkan, die Unruhe, der Sturm. Wie in all den Jahren. Er war derselbe. Selbst im Tode noch.
"So jung ... dann ... war es schon damals ... aber ... warum erst jetzt?" fragt er verwirrt mehr sich selbst, als sein Gegenüber.

Elindir hebt langsam den Kopf und sieht seinem Vater ins Gesicht. Der Anblick trifft ihn mehr, als er erwartet hatte. Die alten Augen flackern, während sein Vater Elindir mustert. Seine eigene Beherrschung bricht beinahe sofort. In seinem Gesicht beginnt es zu zucken und schließlich lächelt er schmerzlich.
"Ich bin nicht tot", flüstert er und muss seine Stimme zwingen die Worte zu formen.
"Ich lebe, Vater ... ich lebe."
Ganz ohne sein Zutun füllen sich seine Augen wieder mit Tränen.
"Mir geht es gut", sagt er, in dem tapferen Versuch trotz allem nicht zu weinen.

Elindirs Vater streckt erneut eine zitternde Hand aus und diesmal legt er sie auf Elindirs Wange. "Du lebst? Aber ... Aber wie kann das sein?" Für einen Augenblick huschen seine Augen hin und her, als versuche er sich zu erinnern.
"Es ist so lange her ... Ich habe nach dir suchen lassen. Überall. Ich war mir sicher, dass dir etwas zugestoßen sein müsste ... dass dieses Wesen ..." beginnt er, bricht doch schließlich ab.
Elindir ergreift die Hand seines Vaters mit seinen und hält sie fest.
"Ja ... ja und nein ..." Er drückt die Hand fest, noch immer auf einem Knie.
"Ich ... ich habe getan, was ich Euch schrieb ... damals ... in dem Brief ..." Seine Stimme ist leise. Er wagt es nicht lauter zu sprechen und senkt den Blick.
"Ich ging mit Ama'ilaion in den Wald ... Farindels Wald ..." Er seufzt und krallt sich in die Hand seines Vaters. Lässt im nächsten Moment wieder locker. Keine Schwäche zeigen. Haltung bewahren. Immer Haltung bewahren. Sein Vater war so aufgewühlt. Er wollte ihm Halt geben.
"Und ... die Zeit ..." Er sieht wieder auf, die Augen immer noch mühsam davon abhaltend überzulaufen.
"Ich ... ich blieb einige Monde dort ... doch ..." Elindir bricht ab und keucht. Er kann es kaum aussprechen. Schmerzlich verzieht er das Gesicht. "Ich ... kehrte nach ... nach wenigen Monden zurück ... ich ..."
"Elindir", wirft sein Vater liebevoll ermahnend ein. All die Jahre, er ist immer noch derselbe. "Steh auf und sprich frei heraus. Es steht dir nicht zu stottern. Du bist mein Sohn. Der Prinz. Vergiss das niemals.
Elindir atmet einmal tief ein und aus. Er war sein Vater. Egal wie viele Jahre vergangen sein mochten ... er, Elindir, war sein Kind. Welche Erleichterung. Er fasst sich und wischt sich mit dem Ärmel verstohlen über die Augen, bevor er aufsteht. Als er den Fürsten wieder ansieht, hat er sich bereits etwas gefangen. Auch das machte ihn zu seines Vaters Sohn.
"Nun sag mir: Was ist geschehen?" fragt Diaran ihn, jetzt mit einem eher besorgten Blick. "Die Zeit im Farindel vergeht schneller", berichtet Elindir.
"Die Zeit, die ich dort verbrachte - für mich nur wenige Monde - , waren über dreihundert Jahre im Fürstentum."
Scheu sieht er seinem Vater ins Gesicht, auf die Reaktion gespannt.

Für einen Moment schweigt Diaran und sieht ihn nur an. Sucht zu begreifen, was Elindir ihm gerade gesagt hat. Dann schließt er die Augen und schüttelt den Kopf.
"Es ist einerlei", urteilt er dann.
"Mein lieber Sohn ..." fährt er fort und schenkt Elindir - vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben - ein Lächeln. "Ich habe zu den Göttern gebetet, gefleht, dass du wohlbehalten zurückkehren magst ... ob es nun ein Jahr oder Hunderte sind ..." Er unterbricht sich und blickt eine kleine Weile zu Boden.
"Ich fürchtete und freute mich zugleich dich balde wiederzusehen bei meinem Tode, doch du warst ... nicht da. Mein Sohn ... du lebst! Das übersteigt all meine kühnsten Hoffnungen."
Voll väterlicher Liebe legt Diaran Elindir die Hände auf die Schultern und sieht ihm ins Gesicht. In seinem ist bei aller Besonnenheit eine neue Freude, ein Funken, der zuvor nicht dort war. Urplötzlich schließt der Fürst seinen Sohn in die Arme. "Meine Gebete wurden erhört" flüstert er mit zitternder Stimme an Elindirs Ohr, dem daraufhin ebenfalls wieder die Tränen in die Augen treten. Diesmal kümmert es ihn nicht.
Für einen Augenblick stehen sie einfach da, liegen sich in den Armen. Und zum ersten Mal seit langer Zeit fühlt Elindir Frieden. Tiefen Frieden, wahrhaftigen Frieden, der bis in seine Seele reicht.

Irgendwann jedoch lösen sie sich voneinander. Diaran legt einen Arm um Elindir. Mit der freien Hand deutet er hinter sich auf den Stein. "Komm, setz dich zu mir. Du musst viel zu erzählen haben."
Etwas irritiert schaut Elindir den Stein an, zu dem sie gehen, doch noch während sie sich diesem nähern, wird aus dem kleinen Stein, auf dem Diaran saß, eine hölzerne Sitzbank. Das widerum entlockt dem Prinzen einen erstaunten Laut.
"Wie ... huch?" macht er und sieht seinen Vater fragend an.

Dieser setzt sich auf die Bank und schweift mit dem Blick übers Meer. "Am Anfang war ich selbst verwundert" beginnt er übergangslos, während Elindir sich zu ihm setzt.
"Ich meine ... dieser Ort ... er erscheint ziemlich bescheiden für einen albernischen Fürsten, nicht wahr? Kein Schloss, keine Dienerschaft ... nur das Meer. Ich habe eine Weile gebraucht ... doch ich habe verstanden."
Diaran schweigt einen Moment und sieht auf das Meer hinaus. Elindir folgt seinem Blick.
"Ich fürchte ... ich fürchte, ich verstehe nicht, Vater", gesteht er.
Die Mundwinkel seines Vaters zucken leicht, doch dann wird er wieder ernst.
"Das Meer. Ich kann nichts sehr lange ansehen, außer das Meer. Das Haupt wiegt schwer, wenn es eine Krone trägt, doch nun ... hier und jetzt ..." Kurz blickt er zu Elindir, dann geht der Blick des Fürsten wieder hinaus auf das Wasser.
"Ein einfaches Leben - oder viel eher ein einfacher Tod ... ich war verwundert, ich weiß nicht, was ich erwartet habe ... sicherlich nicht dies, und doch ..."
Er unterbricht sich für einen tiefen Atemzug.
"Dieser Ort ... die Heimat meiner Seele. Nichts gibt mir so viel Frieden wie das Meer. Das Meer hat mich getröstet, nachdem du verschwunden warst. Die letzten ... dreihundert Jahre ... sagst du? Es kommt mir vor wie gestern ..."
Plötzlich schnaubt er.
"Das sanfte Rauschen des Meeres und die Ruhe hier haben vielleicht verhindert, dass ich im Grabe rotiere", sagt er trocken, doch in seinem Blick kann Elindir zu seiner Verblüffung sehen, dass sein Vater einen Scherz gemacht hat.
Der junge Prinz mustert seinen Vater etwas unsicher. "Ihr ... ihr scheint gar nicht zornig zu sein auf mich, Vater", meint er leise, sieht zu Boden und schiebt mit der Sohle seines Stiefels etwas den Sand hin und her.
"Dabei ... hab ich Euch doch ... so unendlich ... unendlich viel Kummer gemacht", fügt er leise hinzu und sieht zaghaft wieder auf.

Diaran runzelt die Stirn und mustert Elindir genau.
"Natürlich war ich zornig, Elindir", beginnt er und Elindir zieht den Kopf zwischen den Schultern ein.
"Ich war sehr zornig. Ich war zornig auf dich und deinen Dickkopf. Ich war zornig auf mich, dass ich dich nicht aufgehalten habe. Ich war zornig auf die Götter, dass sie mich mit einem solchen Schicksal strafen."
Er macht eine wegwerfende Geste.
"Doch die Zeit des Zorns ist lange vorbei. Du hast mit Kummer bereitet, das zu bestreiten wäre Lüge. Die Ungewissheit deines Schicksals war es, die mich all die Zeit plagte. Nicht zu wissen ob du lebst oder gestorben bist. Ob dich ein böses Los von mir fernhält oder du dich abgewandt hast. Doch nun ... nun verblasst dieser Kummer ... Du lebst. Du, der du mir das Wichtigste im Leben warst, lebst. Kein Leid in mir kann größer sein als diese Freude.
Und du bist noch jung! Du hast dein ganzes Leben vor dir! Du kannst nicht erahnen welch ein Segen dieses Wissen für mich ist!"
sagt der Fürst feierlich und zieht die Augenbrauen hoch.
Elindir hat stumm zugehört und bei jedem Wort wurden seine Augen weiter und weiter. Verlegen beißt er sich auf die Unterlippe und sieht zu Boden.
"Das heißt ... das heißt ... Ihr vergebt mir?" bringt er hervor. "Dass ich ... dass ich Euren Rat in den Wind geschlagen habe, Vater? Dass ich nicht auf Euch hören wollte? Wäre ich nicht so stur gewesen, wäre das doch alles nicht passiert. Ich hätte einfach auf Euch hören sollen ... auf Euch ... und auf alle anderen ... alle haben mir gesagt, es ist eine schlechte Idee. Und ich habe es trotzdem getan. Oh ... ich ... ich ... ich schäme mich so, Vater", gesteht er.
"Wegen mir habt Ihr gelitten. Und so lange!" Wieder beißt er sich auf die Unterlippe und sieht seinen Vater betrübt an.

Diaran senkt den Blick und lässt einige Zeit verstreichen bevor er wieder antwortet. "Du bist deiner Mutter so ähnlich", sagt er plötzlich etwas aus dem Zusammenhang gerissen.
"Obwohl die Tochter eines Grafen, tat sie immer, was ihr Herz ihr gebot. Sie war so herzlich und freundlich, aber auch bestimmt in ihren Wünschen."
Er seufzt.
"Sie hätte mich niemals geheiratet, wäre es nicht der Wunsch ihres sterbenden Vaters gewesen."
Diaran sieht auf und seinem Sohn ins Gesicht, der etwas verwirrt dreinblickt von dem Themensprung. Der Fürst erhebt sich und streckt sich ein wenig, lehnt sich dabei an die Wand der Hütte, auf deren Veranda Elindir und sein Vater sitzen. Stand die Hütte vorhin auch schon da? Den erneuten irritierten Blick kommentiert Diaran mit einem trockenem "Selbst ein Toter braucht doch ein Dach über dem Kopf."
Auch dazu fehlen dem Prinzen die Worte, so dass sein Vater mit der Geschichte fortfährt:
"Als ich erfuhr, dass dein Großvater mich und deine Mutter vermählen lassen wollte, schätzte ich mich sehr glücklich. Ich hatte eine arrangierte Ehe erwartet und fand deine Mutter bezaubernd, als ich schon nur von ihr hörte. Als zukünftiger Fürst Albernias wäre es mein gutes Recht die edelste und anmutigste Frau des Landes zu ehelichen. Doch so schön und klug wie sie war, so eigensinnig war sie auch! Sie hat sich zunächst geweigert mich zu heiraten, weil es ihr Traum war aus Liebe in den Bund zu treten!" Bei dem Gedanken muss er schmunzeln. "Da sie eine dritte Tochter war, standen ihre Chancen ja auch gar nicht so schlecht", räumt er ein. "Doch ihr Vater hatte das letzte Wort und so kam es zu einer Verlobung. Welch ein Narr wäre er auch gewesen den Kronprinzen abzuweisen."
Diaran seufzt. "Eingelöst wurde das Versprechen jedoch erst nach dem Tode deines Großvaters. Und auch dann noch hat es Jahre gedauert, bis ich das Gefühl hatte, deine Mutter ... wäre glücklich."
Elindir rutscht auf der Bank etwas hin und her. "Das ... das wusste ich gar nicht", meint er. "Das hat mir nie jemand erzählt. Ich ... ich nahm immer an, ihr, Mutter und Ihr, hättet euch sehr geliebt. Ihr habt unter ihrem Verlust immer so gelitten ..." macht er seiner Verwirrung Luft.
Diaran nickt.
"Ich liebe deine Mutter, mein Sohn, bis zum heutigen Tage. Ich habe vom Tag ihres Todes bis zum Ende meines Lebens nie aufgehört sie zu vermissen." Elindir blinzelt über diese emotionale Aussage.
"Ich habe sie immer gesehen, in allem, was du tust", fügt sein Vater hinzu und Elindir blickt ihn einfach aus großen Augen an, unfähig etwas zu sagen.
"Ja, mein Sohn. Ich vergebe dir", antwortet er schließlich doch auf die Frage. Feierlich hat der Fürst die Worte gesagt und Elindir seufzt ohne sein Zutun auf und schließt die Augen, da diese Last von seinen Schultern schwindet.

Erneut breitet sich ein Moment es Schweigens zwischen ihnen aus, in dem jeder seinen Gedanken nachhängt. Schließlich bricht Elindir die Stille. Der Prinz runzelt die Stirn.
"Heißt das, Mutter hat Euch nicht geliebt?"
Diaran legt verwundert den Kopf schräg.
"Wie kommst du darauf?" erkundigt er sich.
Sein Sohn zuckt mit den Schultern. "Weil Ihr sagtet, sie wollte Euch nicht heiraten. Dass sie gegen ihren Willen verlobt wurde ..."
Sein Vater sieht ihn nachsichtig an. "Ich verstehe ...
Ja, vielleicht ist es schwer für dich zu verstehen. Ich weiß, dass ich mit Adaque als deiner Verlobten einen Fehler gemacht habe. Ich hoffte, wenn ihr euch als Kinder bereits kennt, würde es leichter werden, dass die Liebe irgendwann dazu kommt. So wie bei deiner Mutter und mir. Manchmal braucht es die Zeit."

Elindir verzieht bei diesen Worten das Gesicht. "Nein ... keine Zeit der Welt hätte mich je dazu gebracht Adaque zu lieben", kommentiert er unerfreut.
Diaran nickt wieder. "Ich weiß, Elindir. Du fühlst dich nicht zu Frauen hingezogen. Das hast du mehr als einmal betont. Ich habe das schweren Herzens akzeptiert."
Der Prinz beißt sich auf die Lippen und sieht schuldbewusst zu seinem Vater. "Das ... ist nicht die ganze Wahrheit, Vater ..." beichtet er. Der Angesprochene zieht eine Braue hoch.
"Was willst du damit sagen?"
Wieder, doch diesmal aus einem anderen Grund, rutscht Elindir auf der Bank herum. Er hat die Hände ineinander gelegt und schaut beschämt zu Boden. "Dass ... ich mich verliebt habe ... in der neuen Zeit. In eine Frau."
Diarans Augenbrauen zucken überrascht zur Stirn und er blinzelt ein paar Mal. Dann seufzt er nachsichtig. "Wie schön. Ach, warum konnte das denn nicht früher passieren? Es hätte uns manches erspart." Ob er Elindir fragt, oder ein fernes Schicksal, das ist nicht ganz klar. Doch Elindir ist es, der antwortet: "Weil da immer Adaque zu heiraten wie eine düstere Wolke über mir hing."
Für einen Moment herrscht Schweigen und die beiden Männer, einer sitzend, einer stehend, sehen sich einfach an. Diaran, langsam verstehend, Elindir, froh dieses Geheimnis von seiner Seele geredet zu haben.
Schließlich bricht der Fürst das Schweigen. "Du hasst sie wirklich sehr, nicht wahr?" fragt er und erntet dafür einen ungläubigen Blick seines Sohnes.
"JA!" Nun doch etwas aufgebracht lässt sich Elindir dazu hinreißen zu rufen und springt auf. "Ich dachte das wäre in all den Jahren deutlich geworden!!"

Diaran schließt die Augen und winkt ab.
"Ich ... verstehe." Er greift sich kurz an die Nasenwurzel und öffnet dann die Augen wieder.
"Nun, Adaque ist ein paar Jahre nachdem du verschwunden bist, in ihre Heimat zurückgekehrt", wechselt er das Thema. Es wirkt so, als wolle er sich bewusst nicht aufregen.
"Sie hat, soweit ich hörte, anderweitig geheiratet. Und mittlerweile ist sie längst tot. Du bist sie also los", fügt er hinzu und seine Stimme ist etwas kühl geworden.
Elindir hat sich langsam wieder gesetzt. "Es ... es tut mir leid, Vater." Seine Hand greift um die Sitzfläche und er hält sich fest. "Ich ... ich wollte Euch nicht belügen. Und ... es ist ja auch die Wahrheit gewesen. Diese Liebschaften, von denen Ihr gehört habt ... die gab es. Ich habe Euch nichts vorgespielt oder Lügen erzählt ... Keine ... bis auf diese eine."
Er schaut traurig zu Boden. "Und auch darauf bin ich nicht stolz. Ich sah nur keinen anderen Weg mir zu helfen."

Elindirs Vater seufzt und schüttelt leicht den Kopf. "Nun gut. Was bringt es mir, mich zu grämen über Dinge, die lange vergangen. Sprechen wir nicht über das, was war, mich interessiert mehr was ist. Du sagtest du hast dich nach all den Jahrhunderten in eine Frau verliebt? Sie muss eine liebreizende Person sein, wenn sie dein Herz erobert hat. Oder sehr stur. Erzähl mir von ihr", sagt er und dass seine Züge sich erweichen bemerkt wohl nur jemand, der ihn gut kennt.
Der Prinz schaut auf. Etwas verblüfft lässt er die Sitzbank los und mustert seinen Vater. "Ihr ... habt ... Ihr habt Euch doch nie für meine Liebschaften interessiert ..." meint er, mehr oder weniger ohne sein Zutun und bereut es beinahe sofort.

"Das stimmt, zu Lebzeiten hab ich das nie getan ... ich ... ich weiß nicht wieso ... oder wie du hier bist, aber vielleicht ist dies unsere letzte Gelegenheit zu deinen Lebzeiten miteinander zu sprechen. Daher möchte ich dich in guten Händen wissen", sagt er und schaut weg. Offenbar fällt es ihm schwer so offen zu sprechen.
Elindir mustert seinen Vater. Dann lächelt er gerührt. "Ich verstehe", meint er leise und räuspert sich.
"Sie ... ist eine almadanische Adlige", beginnt er übergangslos, auch um das Thema zu wechseln, während sein Vater aufmerksam aufsieht.
"Ihr Name ist Vara Curiosa von Cerastes, sie ist die Tochter des Reichskammerrichters des Kaiserreiches, eines Barons aus Almada. Ihr Bruder führt die Baronie. Sie ist eine Gelehrte der Sterne ... sie ist so klug, Vater", erzählt er zunächst einmal die Fakten auf, die seinen Vater interessieren würden.
"Sie ... hm. Sie ist ein bisschen so ... wie Sonnenschein an einem regnerischen Tag", bemüht Elindir sich weiter Worte zu finden. "Vara hat das zweite Gesicht, müsst Ihr wissen, Vater. Und obwohl das ihr Leben sicher nicht einfach macht, ist sie so ... lebensfroh."
Elindir lächelt versonnen in sich hinein beim Gedanken an Vara.
"Sie ist ehrlich und mutig und gutherzig. Und sie hat so ein wunderschönes Lächeln. Es ist, als würde die Sonne aufgehen, wenn sie lächelt!" meint er mit viel Nachdruck. Dann kratzt er sich etwas verlegen an der Wange.
"Und ... uhm ... ich kenne sie seit etwa zwei Tagen ..." fügt er kleinlaut hinzu. "Um zu beurteilen, ob ich bei ihr in guten Händen bin, ist es da vielleicht noch etwas früh ..."

Diaran schmunzelt leicht und legt Elindir eine Hand auf die Schulter. "Eine almadanische Adlige? Von diesem Stand? Und sie ist dir ebenfalls zugetan?"
Elindir nickt langsam.
"Das freut mich für dich, mein Sohn. Sie mag zwar keine Prinzessin sein, dennoch sicherlich keine schlechte Partie. Du könntest es bedeutend schlechter treffen."
Dann zuckt er mit den Schultern. "Deiner Beschreibung nach scheint sie eine außergewöhnliche junge Dame zu sein. Die Wege des Schicksals sind unergründlich und ich bin gespannt, was du zu erzählen hast, wenn wir uns dereinst wieder sehen."
Diaran streicht seinem Sohn über den Schopf. "Du hattest schon immer die Gabe andere Menschen um dich zu scharen. Das scheint sich nicht geändert zu haben. Es beruhigt meine Seele zu wissen, dass es dir nicht schlecht ergehen wird."
Elindir mustert seinen Vater für einen Moment unverwandt. "Das ..." Er senkt den Blick.
"Es wäre sicherlich leichter ... und ich würde diese Gabe nicht so sehr brauchen, wenn ... nicht jeder, dem ich erzählte, ich wäre der Prinz, mich einen Lügner schimpfen müsste." Erst jetzt sieht Elindir wieder auf und seinen Vater an. Es war kein Vorwurf in seiner Stimme, doch es ist klar, worauf er hinauswill.

Diarans Miene verfinstert sich wieder und er schließt kurz die Augen, als ob ein Schmerz ihn durchfahren würde. "Das ... ich erwarte nicht, dass du verstehst, doch eigentlich hoffte ich, als mein Sohn und zukünftiger Fürst, dass du das tun würdest."
Nur eine Ohrfeige wäre wohl schmerzhafter gewesen. In Elindirs Gesicht zuckt es und er sieht seinen Vater betroffen an.
"Du warst verschwunden ... von einem Moment auf den anderen. Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich tun soll."
Diaran schweigt einen Moment, gefangen wohl in Erinnerung. Er zeigt die Verzweiflung nicht auf seinem Gesicht, doch Elindir spürt sie sehr deutlich, wie einen Stich im Herzen.
"Was für ein guter Fürst du gewesen wärst, mein Sohn", flüstert Diaran mit brüchtiger Stimme.
"Die Leute liebten dich. Es gab so viele, die an dir festgehalten haben. Die darauf vertrauten, dass du eines Tages zurückkehren würdest. Du warst ja verschwunden, nicht tot ... so wie Cathal." Er seufzt. Betroffen denkt Elindir zurück an den plötzlichen Tod seines Vetters Cathal, welcher der nächste in der Thronfolge gewesen wäre.
"Die Möglichkeit, dass ein anderer sich nach meinem Tod für dich ausgeben würde ... die Möglichkeit, dass die Menschen einen anderen Herrn nicht akzeptieren würden ... wir hatten mit Gareth gerade erst die schwere Zeit nach der Flut überwunden."
Diaran reibt sich mit einer Hand über das müde, alte Gesicht.
"Ich konnte keinen Bürgerkrieg riskieren."
Der alte Fürst sieht Elindir an. Und in seinen Augen kann der Prinz noch einen Grund lesen. Der Blick spricht von einem Zerbrechen, von Verzweiflung jenseits des eigenen Endes. Sein Vater hatte die Erinnerung einfach nicht ertragen.
"Du kannst mich verurteilen, wenn es dein Herz erleichtert, Elindir. Denn ich hatte ein Wahl. Doch alles, was ich tat, tat ich zum Wohle des Fürstentums." Starr blickt er Elindir an, sucht vielleicht Verständnis in dessen Augen oder etwas anderes. Hinter der ausdruckslosen Maske ringt Diaran mit der Fassung, die Erinnerung an diesen Teil der Geschichte scheint ihn besonders zu schmerzen.
Und Elindir sitzt da und sieht seinen Vater an. Stockend senkt er den Blick. "Ich verstehe", sagt er leise. Und plötzlich sind die Tränen wieder da. Unvermittelt beginnt er zu schluchzen.
"Ich weiß ... ich verstehe das ... Vater, ich verstehe Euch." Aus einem Impuls heraus springt Elindir auf und drückt seinen Vater vollkommen bar jeder falschen Scham an sich.
"Ich wünschte, ich hätte für Euch da sein können! So sehr! Ich wünschte es so sehr!", sagt er leise und sieht wieder auf, in ein überraschtes Gesicht. Diaran legt nur zögerlich die Arme um seines Sohnes Schultern. Der beginnt unvermittelt zu lächeln unter seinen Tränen.
"Ich bin so froh, dass ich hier sein darf", sagt er und gluckst oder schluchzt.
"Ich meine ... ich ...
ich ...
Ich bin einfach so froh, dass ich hier sein darf."
Erneut drückt er seinen Vater unbeholfen an sich. Der scheint etwas überfordert zu sein damit und wartet einfach ab, bis Elindir sich beruhigt hat.

Nach einer Weile lässt Elindir seinen Vater los und lächelt, während er sich mit dem Ärmel wieder über die Augen wischt.
"Ich ... ich habe Euch noch gar nicht berichtet, wie es mir erging ... nachdem ich in den Farindel ging ... und was geschah, seit ich zurück bin", fällt ihm auf. Diaran sieht aufmerksam zu ihm und nickt.
Mit einem tiefen Gefühl von Erleichterung setzt sich Elindir wieder und wartet, bis sein Vater neben ihm Platz genommen hat.
"Wie ich ja bereits berichtete, ging ich mit Ama'ilaion in den Farindel-" - "Was ist eigentlich aus ihm geworden?" unterbricht ihn sein Vater beinahe sofort.
"Lasst mich die Geschichte doch von Anfang an erzählen." - "Ich wollte nur fragen." - "Ja, aber ich erzähle die Geschichte." - "Du bist wie deine Mutter." - "Na offenbar hatte die einen guten Sinn für eine Geschichte!" schimpft Elindir amüsiert.
Beide lachen.
"Das hat sie", bestätigt Diaran mit einem sachten Lächeln und nickt. "Fahre fort."
Lächelnd leistet Elindir der Aufforderung Folge und erzählt. Von der Zeit im Farindelwald. Wie zauberhaft es dort war. Davon - und das erstaunt Diaran für einen Moment tatsächlich - dass Ama'ilaion nicht nur irgendein Holder sei, sondern der Sohn der hohen Farindel selbst.
"Ich habe ihn ja nie gesehen, aber nun verstehe ich die Worte, mit denen er beschrieben wurde, doch besser", gibt der Fürst grübelnd zu.
"So? Wenn sie seine Schönheit und Anmut gepriesen haben, sind sie mit Sicherheit wahr", kontert Elindir und grinst frech. "Aber wo war ich?" fährt er nach einer auffordernden Geste seines Vaters fort.
Beim nächsten Teil vergeht ihm das Lächeln jedoch. Er berichtet davon, wie er nach einer Weile nach Hause zurückkehren wollte und Farindel ihm erzählte, dass in der Welt der Menschen niemand mehr auf ihn warte. Und wie er erst nach seiner Rückkehr erkannte, was sie damit meinte.
"Ich war so ein Dummkopf", meint er verzagt und sein Vater legt ihm einen Arm um die Schultern.
"Ich konnte auch nicht in den Wald zurückkehren. Der Weg zurück war mir versperrt. Ich bin sicher, dass sie mich loswerden wollte, weil sie fand, dass ein Mensch nicht gut genug sei für ihren Sohn", meint er bitter. Diarans Miene bleibt eher ausdruckslos, doch Elindir braucht gar nicht hinter die Maske zu sehen, um zu wissen, dass sein Vater diese Ansicht durchaus teilt. Er seufzt.
"Und ... Ama- ... Amala-" will sich Diaran erkundigen.
"Ama'ilaion?" fragt Elindir und sein Vater nickt.
Er seufzt erneut.
"Er ist im Farindel zurück geblieben. Nachdem sein erster Ausflug in unsere Welt ihn beinahe getötet hätte, wollte man ihn nicht gehen lassen. Ich ... habe das verstanden. Heute denke ich, dass das nicht der einzige Grund war", fügt er bedauernd an und reibt sich mit den Händen über die Oberarme, als würde es ihn frösteln.
"Dann habt ihr euch Lebewohl gesagt?" fragt sein Vater nach.
Elindirs Miene ist steinern, die Lippen aufeinander gepresst. Er schüttelt den Kopf.
"Er sagte, er würde auf meine Rückkehr warten ... wir ... wir waren verabredet für ein Wiedersehen ... am Rande des Waldes ... ich ... ich habe nur vergessen ... ich ..."
Erneut gerät er ins Stottern. Und erneut legt Diaran seinem Sohn eine Hand auf die Schulter und als dieser aufblickt, steht ein sanft tadelnder Ausdruck auf seinem Gesicht. Elindir seufzt.
"Feen fehlt das Gefühl für die Zeit", erklärt der Prinz, nachdem er sich gefangen hat.
"Ich habe Ama'ilaion gesagt, ich würde ihn am Waldrand treffen. Nach derselben Zeitspanne, die ich im Wald verbrachte." Elindir senkt den Blick wieder, als er im Ausdruck seines Vaters erkennt, dass dieser versteht, was das bedeutet. Er spielt für einen kleinen Moment traurig mit der Kordel an seinem Ärmel.
"Nun, wenn ich dich recht verstehe, hast du ja bereits eine neue Liebschaft gefunden. Ich bin sicher, dass du über den Verlust hinweg kommen wirst", versucht ihn sein Vater auf seine spröde Art aufzumuntern. Doch Elindir macht eine wegwerfende Geste.
"Ich möchte nicht so gern darüber reden, Vater", bittet er und der Fürst gibt mit einem Nicken der Bitte statt.

Elindir überlegt kurz, wo er war.
"Nachdem ich den Farindel verlassen hatte, musste ich versuchen mehr schlecht als recht zurecht zu kommen. Ich war ja ohne besondere Reichtümer in den Farindel gegangen. Ich trug nicht einmal ein Kettenhemd, da die Feen Eisen verabscheuen. Nur meine Krone, meinen Siegelring und meine Laute führte ich bei mir."
Er seufzt.
"Ich musste die Laute veräußern, die Ihr mir geschenkt habt, Vater. Der Gedanke schmerzt mich immer noch. Aber nur so konnte ich mir Ausrüstung leisten, die mir erlaubt ein Krieger zu bleiben." Diaran schüttelt den Kopf. "Ich weiß, was sie dir bedeutet hat, Elindir, aber es ist nur ein Instrument. Wenn sie dir helfen konnte dir eine neue Existenz aufzubauen, dann hat sie damit einen Zweck erfüllt, den ich ihr nie zugedacht hätte, der aber sehr in meinem Sinne ist, mein Sohn", erklärt er.
Elindir nickt sachte. "Dennoch ... sie ist das Letzte, das mich noch an Euch erinnern konnte."
Für einen Moment schweigen sie beide, jeder hängt seinen Gedanken nach. "Meine Krone liegt in Honingen, im Hesindetempel", wechselt Elindir das Thema.
"Ich nahm an, es wäre besser, dass man sie nicht bei mir findet. Wo ich doch außer meinem Ring nichts habe, um zu beweisen, dass sie mir zusteht. Zumindest glaubte man mir dort, so dass sie einen Ehrenplatz in der Sammlung haben wird."
Elindir blickt auf das Meer hinaus. "Ich gab sie ihnen als Dank für die Monde der Aufnahme dort. Ich bin dorthin gegangen, als ich nicht wusste wohin ich mich wenden soll. Es war wohl ganz die rechte Entscheidung."
In knappen Worten berichtet der Prinz, wie es ihm in der folgenden Zeit erging. Wie man ihm im Hesindetempel half die neue Zeit zu verstehen - angefangen mit der albernischen Sprache, die sich doch gewandelt hatte in den Jahren. Dass es ihm half seine Gedanken zu zerstreuen. Doch nur etwas. Es ist keine schöne Zeit gewesen.
"Schließlich beschloss ich, nach Havena zu reisen ... ich ... ich wollte die Stadt sehen. Wie sie sich verändert hat. Und ... ich ..." Er sieht auf und Diaran an.
"Ich wollte Eure Stehle im Garten des Fürstenpalasts besuchen", fügt er leise hinzu und vermeint Rührung in den Augen des Fürsten zu sehen, bevor dieser zu Boden blickt. Doch die väterliche Hand um seine Schulter streichelt ihn sanft.
Für eine kleine Weile lauschen die beiden dem Rauschen der Wellen. Dieser Ort könnte ihm ebenfalls für eine Ewigkeit gefallen, denkt sich Elindir.

"Nun, ich bin also nach Havena geritten ... ich hab einen kleinen Umweg gemacht", beginnt er irgendwann wieder übergangslos zu berichten.
"Auf der Reise traf ich dann diese ... kuriose, kunterbunte Truppe."
Mit einem Lächeln erinnert sich Elindir an das Zusammentreffen mit seinen Weggefährten. Er berichtet von dem Abend, wo sie gemeinsam gefeiert haben - und das er sich das erste Mal seit langem wieder lebendig fühlte. Anschließend miemt er wieder mehr den Geschichtenerzähler, denn nun kommt der Teil, wo sie Niando trafen.
Elindir kostet es aus, wie sein Vater ihm seine gesamte Aufmerksamkeit schenkt und berichtet ausführlich von den Geschehnissen am Strand. In aller Bescheidenheit und Scham seine eigene Rolle dabei etwas weniger stark ausgeschmückt, als es ein anderer vielleicht getan hätte.
"Und nun dann ... dann versprach ich ihm, seiner Liebsten das Kleinod zu bringen", erzählt er etwas verlegen. Diaran schmunzelt. Immer breiter, schließlich grinst er.
"Du bist eben auch deiner Mutter Sohn ... und kannst nicht aus deiner Haut. So, also ein Bündnis mit einem unbekannten Wesen? Ich gebe zu, ich mache mir rechtschaffen Sorgen um deine Seele", fügt er mit nur halb gespieltem Ernst hinzu.
Elindir lächelt. "Das brauchst du nicht. Die Geschichte geht ja noch weiter."
Im Folgenden berichtet der Prinz von Varas Gesichte und deren Bedeutung, dem Weg nach Havena und den Bemühungen einen Weg zu Lata zu finden. Die zwischenmenschlichen Verwicklungen lässt er an dieser Stelle aus. Sein Vater muss ja nicht alles wissen. Umso ausführlicher erzählt Elindir von Latas Grotte. Seine Augen beginnen zu leuchten, als er von der Verwandlung in Necker erzählt.
"Nun veralberst du mich aber, mein Junge", gibt sich sein Vater ungläubig. "Die heilige Lata soll nicht nur ihren Herrn Efferd hintergangen haben, sondern hat euch auch noch in Wesen der Wellen verwandelt? Das denkst du dir doch jetzt aus."
Elindir schüttelt heftig den Kopf, dass seine Locken nur so fliegen. "Nein, es ist wahr! Ich ... ich habe ihn gesehen, Vater! Den versunkenen Palast!"
Und nun, da sein Sohn ihm von den Details eines Ortes berichtet, den er selbst nie gesehen hat, da öffnen sich die Augen des Fürsten. "Ihr wart wirklich dort ..." meint er staunend.
"Aber das sagte ich doch, Vater", lacht Elindir.
Aufgeregt erzählt er nun davon, wie er für den Flussvater sang und sein Freund einen Tanz vorführte. Wie Vara - natürlich Vara, sie war einfach so klug und gerissen - die Tochter des Fürsten fand und wir sie sich von dem Fest schlichen. Wie sie schließlich doch auffielen und fliehen mussten ... und mit zittriger Stimme von der Konfrontation mit dem Kraken. Die Geschichte ist noch nicht lange genug her. Elindir ist noch ganz aufgewühlt. Stockend erzählt er, wie sie dem Kraken nur knapp entronnen sind. Wie Fürst Iaiouri sie zum Tode verurteilte und er Vara an diesem Tag dreimal beinahe sterben sah. Mitfühlend drückt Diaran seinen Sohn etwas an sich.

Als Elindir zum Schluss der Geschichte kommt, ist er wieder etwas nachdenklich.
"Nun, am Ende der Geschichte entpuppte sich der unbekannte Fremde ... als Boron höchstpersönlich!" Es klang nicht weniger unglaublich oder absurd, wenn man es erzählte ... doch viel mehr nach einer Geschichte. Diaran zieht eine Braue hoch.
"Aha?" fragt er zweifelnd.
Elindir nickt.
"Ja ..." Er schweigt einen Moment.
"Der Herr ... er hat mich zu Euch geschickt. Um ... mit Euch zu sprechen ... weil ... Ihr rastlos wärt, all die Jahre." Aufmerksam blickt der Prinz seinen Vater an. Der liest in den Augen seines Sohnes keinen Scherz und keine Lüge. Diaran blickt zurück und schließt schließlich die Augen etwas.
"Wenn ... das die Wahrheit ist ... Dann bin ich ihm zu großem Dank verpflichtet für diese Gnade", meint der alte Fürst.
Elindir ergreift seine Hand und drückt sie. "Wir beide."
Vater und Sohn sehen sich einen Moment schweigend an.
"Wir beide", bestätigt Diaran schließlich und erwiedert den Druck der Hand.

Für eine kleine Weile sitzen die beiden einfach schweigend nebeneinander.
"Vater ... ich weiß nicht, ob es zu schmerzhaft ist, doch ... würdet Ihr mir berichten, was nach meinem Verschwinden im Fürstentum geschah?" bittet Elindir.
Sein Vater blickt auf und mustert seinen Sohn. Ohne ein Wort über einen Schmerz seines Herzens zu verlieren, beginnt Diaran ui Bennain zu erzählen.
"Zunächst geschah nicht viel. Ich wusste ja, wohin du gehen wolltest. Und auch wenn ich lange nichts von dir hörte, nahm ich an, es sei dem Umstand geschuldet, dass du aus dem Wald heraus keinen Kontakt aufnehmen konntest."
Das Meer rauscht sanft über die Worte.
"Nach einigen Monden erwuchs in mir dann doch eine Unruhe. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, so kann ich mich doch nicht darüber beklagen, dass du unverantwortlich handeln würdest. Selbst als du deinem Herzen gefolgt bist, hast du es erst getan, nachdem deine Pflichten es erlaubten. Besorgt über dein Schicksal ließ ich dich suchen."
Diaran schnaubt.
"Es war nicht ganz einfach Personen zu finden, die bereit waren in der Nähe des Farindelwaldes nach dir zu suchen. Geschweige denn jemanden, der in den Wald gehen würde."
Er schüttelt den Kopf.
"Schlussendlich war es eine Mischung zwischen Erinnerung an ihre Pflicht und Zwang, der half. Und bei einigen auch die Liebe zu dir: Zahlreiche deiner Kameraden aus der Garnision bei Honingen meldeten sich freiwillig. Dein Freund Aedin Caelman war besonders entschlossen dich zu finden und zu retten."
Gerührt blickt Elindir zu Boden. Er hatte kein Problem gehabt Anschluss zu finden in der Garnision. Doch dass die so abergläubischen Soldaten und Soldatinnen, die Personen, die teilweise nur flüsternd von der Herrin des Waldes sprachen, ihre Furcht überwanden ... für ihn ... bedeutete ihm viel. Er lächelt sachte.
"Leider blieben alle ihre Bemühungen erfolglos. Caelman ritt sogar bis tief in den Wald, doch nichts", unterbricht sein Vater seine Gedanken, um dann zu schweigen.
Er sieht Elindir an, offenbar schwelgend in Erinnerungen, die ihm keine Freude bereiten.
"Ich habe irgendwann die Kaserne geschlossen, damit es nie wieder zu solch einem Zwischenfall kommen würde." Unverkennbar eine Lüge, doch Elindir lässt seinen Vater das Gesicht wahren.
"Ich habe bis zuletzt gehofft, du würdest zurückkehren. Wie ich schon sagte: Ich habe niemals aufgehört überall nach dir suchen zu lassen. Derweil habe ich mich darauf konzentriert die diplomatischen Beziehungen sich nicht noch weiter verschlechtern zu lassen. Man schielte von allen Seiten auf unser schönes Land, das nun keinen Erben mehr hatte ..."
Diaran berichtet in seiner nüchternen Art von verschiedenen diplomatischen Begebenheiten, Verträgen und Absprachen, die sich in den folgenden Jahren ergaben. Und Elindir kommt nicht umhin festzustellen, dass er es genießt von einer Welt zu hören, in der er sich noch auskannte. All die neuen Verwicklungen der neuen Zeit, in der er nun lebt, haben ihren Reiz und sind durchaus ebenfalls spannend. Doch ... die Erzählungen seines Vaters bedeuten Heimat. Es ist ein Gefühl der Heimkehr, das sich bei ihm einstellt, während sie über Politik und die Tücken der Diplomatie diskutieren.

Irgendwann sind jedoch alle Worte gesagt und sie sitzen einfach ruhig beeinander, den Blick immer noch auf das Meer gerichtet.
Unvermittelt steigt Elindir neben dem salzigen Geruch des Wassers der Duft von gebratenem Fisch in die Nase. "Oh, wie mir scheint ist das Essen fertig!" meint Diaran mit leiser Vorfreude in der Stimme und erhebt sich gemächlich. Er streckt sich und atmet tief durch, bevor er sich die Gliedmaßen ausschüttelt. Elindir neben ihm schaut verdutzt auf die Hütte. Diaran wirkt mit einem Mal viel vitaler, viel energischer ... und jünger. Als wären zwanzig Jahre von ihm abgefallen.
"Das Essen ...? Wie ... ? Wer? Etwas konsterniert mustert er die Hauswand, als könne sie ihm seine Fragen beantworten.
Seines Vaters Miene derweil hellt sich auf und er dreht sich um, als die Tür der Hütte sich öffnet und eine schemenhafte Gestalt herauskommt. Zunächst ist sie nur nebulös, doch mit jedem Moment wird ihre Kontur klarer und schärfer und nimmt schließlich Form an. Jene Frau, die Elindir nur von Gemälden und aus der Vision im Palast kennt, steht mit einem Mal vor ihm, unbeschwert lächelnd in einem einfachen, aber hübschen Kleid.
Seine Mutter sieht jung aus, vielleicht sogar jünger als sie zum Zeitpunkt ihres Todes war, doch das galt ja für seinen Vater gleichermaßen. Ihre Züge lassen die Verwandtschaft zu Elindir klar erkennen; ein eher langgezogenes Gesicht mit zahlreichen Sommersprossen, tiefliegenden Augen und schmalen Lippen, blickt ihn an, die langen, brünetten Haare sind zu einer einfachen Frisur hochgesteckt. Sie kommt näher und legt Diaran eine Hand auf die Schulter. Dieser wirkt auf einmal so froh wie Elindir ihn zu Lebzeiten nicht gesehen hat. Entspannt und ausgeglichen steht sein Vater an der Seite seiner Mutter. "Mein Sohn, darf ich vorstellen ... deine Mutter Rahjala."

Diese lacht kurz als Diaran sie so formell vorstellt und kommt auf Elindir zu. "Hallo Elindir", sagt sie mit dieser bezaubernden Stimme, die Elindir von ihr erbte, und schließt ihren Sohn in die Arme. "Es ist schön dich nach all dieser Zeit umarmen zu können", meint sie freundlich. Sie hält ihn daraufhin an den Schultern auf Armeslänge von sich und mustert sein Gesicht. "Ihr habt mir gar nicht gesagt, was für ein stattlicher Bursche aus ihm geworden ist, Liebster!" tadelt sie ihren Gatten. Sie fährt mit den Händen über Elindirs Gesicht und betrachtet ihn liebevoll. "Wer hat dir denn die Nase so zerbeult? Ich hoffe doch sehr, dass er oder sie es bereut hat! Ich hab mir immerhin so viel Mühe gegeben mit dir ..." fragt sie, zunächst besorgt, dann grinsend und ihm zuzwinkernd, bevor sie ihn noch einmal umarmt.
Elindir für seinen Teil schaut ziemlich überfahren. Hatte seine Mutter das gerade wirklich gesagt? Und gegrinst? ... Von ihrem Tod als Mühe geben bei der Geburt gesprochen? Der Prinz schaut fassungslos. Im Palast war immer nur die Rede von ihrer Gutherzigkeit und Liebenswürdigkeit gewesen. Diesen üblen schwarzen Humor hatte niemand erwähnt. Rahjala sieht ihren Sohn fragend an.
"Alles in Ordnung? Du siehst so aus, als ob du einen Geist gesehen hättest." Sie sagt das ganz ernst, doch der Schalk versteckt sich in ihrem Blick.
Darauf muss Elindir dann doch gelöst lachen. "Nein!" lacht er. "Also ja! Also ich meine: Es ist alles in Ordnung!"
Rahjala grinst zufrieden. "Ich habe gehört, du lebst noch?" meint sie halb fragend zu den beiden Männern. Diaran nickt. Sie wendet sich wieder an Elindir.
"Dann solltest du nicht mit uns essen. Ich habe mal gehört, dass das für Lebende nicht so ... zuträglich ist." Sie lächelt etwas verkniffen.
"Aber du kannst dich zu uns setzen und wir unterhalten uns!" schlägt sie vor und klatscht erfreut in die Hände.
Nichts lieber als das. Elindir tritt mit seinen Eltern in die Hütte ein und während die beiden ein für fürstliche Verhältnisse recht karges Mahl zu sich nehmen, wird er irgendwie melancholisch. Alles an dieser Szenerie wirkte so richtig. Alles gehörte hier er. Er gehörte hier her. Ein Leben, das er nie gekannt hatte. Das ihm nie gefehlt hatte. Um das er nie getrauert hatte. Doch jetzt.
Er schweigt still. Und sehnt sich mit einem Teil seines Herzens nach diesem Leben. Irgendwann sehen seine Eltern von ihrer Unterhaltung auf. Belanglosigkeiten, über die sie geplappert hatten.
"Elindir ... du bist so still ... stimmt etwas nicht?" erkundigt sich seine Mutter besorgt. Er schüttelt den Kopf, während er die Lippen aufeinander presst und die Maserung der Tischplatte anstarrt. Als Rahjala um den Tisch herum kommt und ihn in den Arm nimmt, als sie ihm einen Kuss auf den Scheitel drückt, da bricht auch seine mühsam aufrecht erhaltene Selbstbeherrschung und einmal mehr beginnt er zu weinen. Trauer über die verlorenen Jahre. Er wusste ja gar nicht, wie sehr ihm diese Frau gefehlt hat in seinem Leben. Er hätte es ahnen können. Der Schatten auf der Seele seines Vaters ... Er hätte es ahnen können! Aber ... er war doch nur ein Kind gewesen ... Zaghaft schlingt er die Arme um Rahjala. Und seine Mutter ... die Unbekannte aus dem Spiegel ... sie schließt ihn in ihre Arme und tröstet ihn.
"Es ist schon gut", flüstert sie leise. "Wir sind da. Wir sind immer da. Wir werden immer da sein und über dich wachen, mein Sohn. Wir lieben dich." Sie ist so warm. So warm und voller Liebe.
Elindir braucht einen Moment, um sich zu beruhigen. "Danke" bringt er zustande und erwiedert die Umarmung. "Ich liebe Euch auch."

Seine Mutter blickt besorgt auf und schaut zu Diaran. Dann setzt sie sich und und strahlt Elindir plötzlich an. "Hey, weißt du was lustig ist? Ich kann hier so viel essen wie ich will und werde nicht fett!" plaudert sie ganz ungeniert.
Diaran verschluckt sich und beginnt zu husten. Elindir runzelt die Stirn und schaut fragend.
"Und tot zu sein hat noch ganz andere Vorzüge" fügt sie hinzu, nachdem sie kurz zu Diaran geschaut hat, und wackelt mit den Augenbrauen. Elindirs Vater lässt den Löffel fallen und klopft sich auf die Brust, um den Husten in den Griff zu kriegen, während ihr Sohn rote Ohren bekommt und peinlich berührt gar nicht weiß, in welche Richtung er zuerst weggucken soll. Manche Dinge wollte man über seine Eltern gar nicht wissen ... sich nicht einmal vorstellen. Rahjala beginnt laut zu lachen als sie das sieht.
"Ein Vorteil ist auch, dass man sich keine Sorgen machen, muss, dass er erstickt dabei", meint sie mit sanftem Spott zu Elindir, während sie ihrem Mann auf den Rücken klopft.
"Und um den Abwasch muss ich mich auch nicht kümmern!" ruft sie aus und macht eine wischende Handbewegung in Richtung Tisch. Die Teller, Löffel und das Essen lösen sich plötzlich in Luft auf, was Elindir überrascht aufsehen lässt. "Nun gut, das war zu meinen Lebzeiten auch so, nur dass dann Diener kamen ..."
Diaran schaut empört auf. "Rahjala!" meint er ungehalten, jetzt wo er wieder sprechen kann und sieht sie einen Moment an. Sie grinst breit zurück.
"Ich war noch nicht fertig!" beschwert er sich, wieder etwas ruhiger und geht über die übrigen Kommentare einfach hinweg, auch wenn die Entrüstung darüber in seinem Blick gut sichtbar war.
"Ach, zu viel ist nicht so gut für Eure Figur" antwortet Rahjala fröhlich.
"Habt Ihr nicht eben noch gesagt ..."
"Apapapap!" unterbricht sie und und lächelt Elindir an. "Er würde noch den ganzen Tag weiteressen wenn ich ihn nicht aufhalte" sagt sie grinsend zu ihrem Sohn.
Der beantwortet ihr Grinsen und nickt. Sein Vater hatte immer eine Vorliebe für das Essen gehabt, auch wenn es nicht so deutlich auftrug wie bei anderen. Amüsiert und entspannt plaudern die drei noch eine kleine Weile miteinander.
Irgendwann mustert Elindir seine Eltern mit einem versonnenen Lächeln. "Ich bin so froh", meint er halblaut in das vorherige Gesprächsthema - sein Lieblingsessen Koschammerzungen - und seine beiden Eltern halten inne und sehen zu ihm.
"Es ist so schön zu sehen, dass es Euch gut geht." Seine Eltern lächeln ihn an, ein Bild, dass er so noch nie zuvor gesehen hat. "Das gilt auch für uns. Zu wissen, dass du lebst und es dir gut geht bedeutet uns viel" sagt seine Mutter und schaut zu Diaran. Dieser nickt stumm mit gelassenem Gesichtsausdruck. Die stumme Verständigung der beiden wärmt Elindirs Herz.

Das sanfte Meeresrauschen hat eine eigenartig beruhigende Wirkung, auch auf Elindir. Die grünen Hügel, das Meer, eine Hütte an der Küste ... wenn es das war, was ihn nach dem Tod erwarten würde ... kein Leid, wie in der Welt der Lebenden, keine Kriege, keinen Streit. Ewiger Frieden. Nie wieder eine Sorge. Für einen Moment huscht der Gedanke durch seinen Kopf einfach hier zu bleiben. Bei seinen Eltern.
"Es ist Zeit zurückzukehren" erklingt in diesem Moment eine krächzende, raue Stimme von der Tür hinter Elindir. Er fährt herum. Hinter dem Ritter, in der Tür, steht ein Mann mittleren Alters, mit zotteligem schwarzen Haar, einem spitzen Kinn und einer krummen Nase. Seine hellblauen Augen mustern den Ritter neugierig. Das Gesicht des Mannes wirkt assymetrisch und fast schon angsteinflößend. Etwas schief lächelt er Elindir an und nickt seinen Eltern zu. Als Elindir sich kurz zu ihnen umwendet, hat das Fürstenpaar ehrfurchtvoll das Haupt geneigt.
Sein Blick fährt zurück zu dem Fremden, der ihm unter seinem schweren, schwarzen Reisemantel eine Hand entgegen streckt. "Wenn du länger bleibst, wird es dir schwerer und schwerer fallen zu gehen, bis du irgendwann nicht mehr dazu imstande bist."
Elindir schluckt. Er sieht wieder zu seinen Eltern. Sie lächeln ihn liebevoll an. Plötzlich erheben sie sich und die Hütte in der sie sitzen verschwimmt, bis sie wieder im Freien stehen. "Zeit für unseren Verdauungsspaziergang" sagt Rahjala zu Diaran, der etwas mürrisch guckt. Schließlich seufzt er jedoch und bietet seiner Liebsten einen Arm an, den sie freudig ergreift. Beide schauen zu Elindir und das Gefühl des Abschieds liegt in der Luft.

"Wir werden uns wiedersehen, mein Sohn. Ich bete zu Boron, dass dieser Tag fern sein möge und du ein langes und glückliches Leben führen kannst", beginnt Diaran. Ein kurzes Lächeln huscht ihm über seine Lippen. Rahjala hingegen blickt Elindir sehnsüchtig an und umarmt ihren Sohn noch ein letztes Mal. "Pass auf dich auf, Elindir! Dass du mir ja keinen Unsinn anstellst! Achso, und Enkelkinder wünsche ich mir natürlich! Von dieser Pflicht bist du nicht entbunden, nur weil wir nicht mehr da sind", sagt sie glucksend, während Elindir blinzelt und etwas gezwungen lächelt. "Ich ... werde mich bemühen", verspricht er und drückt sie. Dann geht sie einen Schritt zurück wieder an die Seite ihres Gatten.

Dieser scheint mit sich zu hadern, mehrmals macht er den Mund auf als würde er etwas sagen wollen, doch schweigt er. Schließlich, als Rahjala ihm eine Hand auf die Schulter legt, atmet er tief durch und blickt Elindir in die Augen. "Wenn ich dir einen letzten Rat geben darf, von Vater zu Sohn ... Nutze jeden Tag als wäre es dein Letzter! Du weißt nie, wann etwas das du liebst für immer vergeht." Er sieht mit einem irgendwie kummervollen Blick zu seine Frau, die seine Hand nimmt und drückt. "Wir sollten gehen, wir machen es nicht leichter", flüstert sie. Unwillig und traurig sieht Diaran zu seinem Sohn, genauso wenig bereit ihn gehen lassen zu wollen. Doch Rahjala zieht ihn sanft mit sich. Sie winken noch einmal. Dann wenden sie sich ab und gehen die Küste entlang.

Elindir sieht ihnen nach, wie sie Hand in Hand spazieren gehen und dabei immer kleiner werden. Nachdem sie so weit entfernt sind, dass ihre Konturen im seichten Nebel verschwimmen, dreht er sich wieder zu dem Fremden um und mustert ihn mit zusammengekniffenen Augen, während dieser noch immer dem Ritter eine Hand entgegenstreckt. Für einen Moment denkt er nach, dann fällt der Heller.
"Ihr ... ihr seid ... doch nicht etwa ..." entfährt es ihm und der schwarzhaarige Mann lässt ein krächzendes Lachen hören.
"Kein Geringerer", antwortet er auf die unausgesprochene Frage und grinst, wobei er die Zähne zeigt.
"Nicht viele, die ich von hier wieder mitnehme", kommentiert er und schnalzt mit der Zunge.
Elindir grinst schief. "Danke", meint er, beinahe kleinlaut. Dieser Mann wirkt irgendwie wie ein humorvoller, freundlicher Geselle. Nicht so, wie er sich gemeinhin den Tod vorgestellt hat.
"Komm. Sie warten auf dich." Der Fremde hält ihm erneut die Hand hin. Diesmal ergreift Elindir sie und nickt dem Mann zu. Dann jedoch blickt er sich noch eimal um.
"Hmm ... wenn ich so recht darüber nachdenke, erschien mir mein Vater gar nicht wie eine rastlose Seele. Was hat der Herr wohl damit gemeint?" erkundigt er sich bei seinem Diener.
"Eine rastlose Seele hat Frieden gefunden", sagt der Mann ruhig, als sei das eine Antwort, und sein schiefes Lächeln wird breiter.
Elindir runzelt die Stirn und grübelt darüber nach. Derweil plaudert der schwarz gekleidete Fremde weiter.
"Ach, und ich möchte dich bitten deiner Freundin eine Botschaft auszurichten. Mein Bruder entschuldigt sich dafür sie mit seinen Visionen geplagt zu haben, aber der Herr liegt uns seit Jahren in den Ohren mit seiner Sehnsucht. Nun ist endlich wieder Ruhe. Er lässt sie schön grüßen und verspricht sie in naher Zukunft nicht zu belästigen. Achso, und grüß die alte Schildkröte von mir."
Noch bevor Elindir begreifen kann, was der Fremde damit meint, beginnt sich alles zu drehen. Die Landschaft verschwimmt und Dunkelheit umhüllt ihn. Das Letzte, was Elindir wahrnimmt, ist das Rauschen des Meeres ... oder ist es das Rauschen der Schwingen? Es fühlt sich an als wäre Elindir unter Wasser und würde auf die Oberfläche zuschwimmen. Es ist dunkel, schwerelos und bedrückend, der Drang zu atmen wird größer. Dann taucht er auf.
In Latas Höhle

Mit dem Kopf in Varas Schoß reißt Elindir die Augen auf und schnappt ruckartig nach Luft. Der gerade eben noch ganz leblose Leib spannt sich an und sein Oberkörper schnellt ein kleines Stückchen hoch. Doch genauso schnell, wie die plötzliche Anspannung gekommen ist, fällt sie wieder von ihm ab. Der Ritter schließt die Augen erneut, atmet einmal tief ein und aus und lässt sich wieder zu Boden sinken.
Nachdem sein Kopf wieder in Varas Schoß zu liegen kommt, schlägt er erneut die Augen auf und blinzelt in das Halblicht. Er sieht sie unverwandt an, hebt die Hand nach ihrem Gesicht, lässt sie wieder sinken und beginnt dann zu versonnen zu lächeln. So sehr, dass seine Augen wieder beinahe geschlossen sind. Ein Ausdruck tiefen Friedens liegt auf Elindirs Gesicht. Er wirkt geradezu entrückt, wie er so da liegt.

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Ungelesener Beitrag von Cloverleave » 11.02.2018 18:38

In Latas Höhle

Als Elindir aufwacht, zieht sich Tamila zurück und rutscht ein bisschen weg, um den beiden erst einmal ihre Zweisamkeit zu lassen.

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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 11.02.2018 18:41

Varas Kopf ruckt selbst in die Höhe als sich Elindir unvermittelt aufbäumt. Sie lächelt ihm entgegen. Als seine Hand wieder hinunter gesunken ist greift sie vorsichtig danach. Ihre andere Hand legt sie an seine Wange "Willkommen zurück" sagt sie zärtlich. Tamilas wegrutschen bemerkt sie gar nicht. Elindir sieht... erlöst aus.. sein Glück scheint auf sie selbst abzufärben, zumindest macht es sie glücklich in so zu sehen.

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Ungelesener Beitrag von Sarafin » 11.02.2018 18:59

Als Vara ihn berührt, schließt Elindir die Augen wirklich wieder. Er atmet ganz ruhig und gleichmäßig, beinahe, als würde er schlafen. Doch das Lächeln auf seinen Lippen verrät, dass es nicht so ist.
"Wie lange ... ?" fragt er nach einer kleinen Weile, ganz leise nur, noch immer mit geschlossenen Augen. Die Worte sind zäh, als müsse er sich selbst dazu zwingen sie zu sagen.

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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 11.02.2018 19:03

"Nicht sehr lange.. wir haben es dir trotzdem etwas bequemer gemacht. Das Aufwachen ist manchmal schwierig.. du hast viel erlebt, aber dein Körper nicht.. nimm dir Zeit wieder mit ihm zusammenzufinden" sagt sie sanft.

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Ungelesener Beitrag von Sarafin » 11.02.2018 19:07

Als Vara zu sprechen beginnt flattern Elindirs Augen und er öffnet sie. Er runzelt die Stirn und greift träge mit der einen Hand nach ihrem Gesicht, während er die andere - jene, die sie hält - zum Mund führt und seinen Zeigefinger über die Lippen legt ohne ihre Hand loszulassen. Er schließt die Augen erneut.
"Shhhhh ..." macht er, als wenn er sie beruhigen müsste. Dann blickt er sie liebevoll wieder an und lächelt.

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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 11.02.2018 19:16

Vara dreht den Kopf leicht und küsst Elindirs Handfläche. Sie schweigt, lächelt und wartet. Was er wohl erlebt hatte?

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Ungelesener Beitrag von Sarafin » 11.02.2018 19:32

Elindir seufzt, irgendwie erleichtert, als sie schweigt. Ganz langsam öffnet er die Augen wieder und nimmt die Hände von den Lippen.
Sie sieht eine weitere Frage in seinem Gesicht, bevor er den Mund öffnet und Worte herauszwingt.
"Ist er ... ?" murmelt er.

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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 11.02.2018 19:34

"Ob er noch da ist? Wir sind alle noch da.. falls du das meinst.." versucht sich Vara an einer Deutung und blickt in Richtung von Boron und Liaiella.

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Ungelesener Beitrag von Sarafin » 11.02.2018 19:56

Elindirs Augenbrauen zucken, als Vara spricht. Doch als sie endet, schließt er mit einem erleichterten Lächeln die Augen wieder. Er nickt sachte und lässt die Hand von ihrem Gesicht sinken. In der nickenden Bewegung dreht er den Kopf etwas, so dass er schließlich die Wange an ihr Bein schmiegt.

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Stürmischer Herbst

Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 11.02.2018 20:26

Vara runzelt die Stirn.. es hatte ein bisschen den Eindruck als würden laute Geräusche und sprechen Elindir zu schaffen machen.. vielleicht noch eine Nachwirkung.. das würde hoffentlich schnell vergehen.. Sanft krault sie seinen Nacken.

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Loirana
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Stürmischer Herbst

Ungelesener Beitrag von Loirana » 11.02.2018 21:04

Boron nickt schlichtweg auf Tamilas zweite Absage zu einem Wunsch und schaut zu Liaiella. So wie Vara und Tamila sich um den knienden Ritter kümmern, schreiten die beiden zu Lata hinüber und legen je eine Hand auf ihren Panzer. Schweigend verbringen sie so mehrere Minuten bis schließlich Elindir erwacht. Boron entfernt sich wieder von der Schildkröte und nähert sich Elindir. Liaiella legt solange den Kopf auf Latas Panzer und streichelt über diesen.

Ein paar Schritt vor dem am Boden liegenden Elindir bleibt Boron stehen und mustert ihn. "Ihr habt die Reise durch die Spähren unbeschadet überstanden" sagt er, mehr eine Feststellung als eine Frage.
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Sarafin
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Ungelesener Beitrag von Sarafin » 11.02.2018 21:24

Elindir genießt es gekrault zu werden. Er seufzt mehrfach tonlos durch die Nase und nimmt Varas freie Hand in seine und reibt sein Gesicht daran.
Da Boron sich ihnen nähert und spricht, schlägt der Ritter die Augen auf. Er wirkt nicht erschrocken, doch mit einem Mal deutlich ernster und weniger weggetreten.
Er richtet sich aus der liegenden Position auf. Langsam und bedächtig. Elindir mustert Boron mit einem langen, ruhigen Blick. Dann nickt er. Auch das langsam und bedächtig.
Mit einem kurzen dankbaren und beruhigenden Blick zu Vara lässt er ihre Hand los. Und erhebt sich.

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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 11.02.2018 21:26

Vara gibt Elindir frei.. und gleichzeitig stellt sich ein seltsames Gefühl bei ihr ein.. wie eine Ahnung.. eine Ahnung von nichts gutem...

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Cloverleave
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Ungelesener Beitrag von Cloverleave » 11.02.2018 21:30

Tamila beobachtet Elindir aufmerksam. Und jetzt da er auch wacher wird, wirkt sie auch weniger besorgt.

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Sarafin
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Ungelesener Beitrag von Sarafin » 11.02.2018 22:01

Elindir mustert Boron und macht einen Schritt auf ihn zu. Dann einen zweiten. Einen dritten. Schließlich steht er direkt vor dem leibhaftigen Gott. Er mustert ihn, von Angesicht zu Angesicht, als sähe er ihn das erste Mal wirklich. Für einen Augenblick. Dann schließt Elindir die Augen. Er beugt ein Knie. Das Knie für die Herzöge, Fürsten, Könige und Kaiser. Er beugt das zweite Knie. Das Knie für die Götter allein. In einer langsamen und fließenden Bewegung geht Elindir vor Boron auf die Knie, die Rechte erhoben auf das Herz und senkt das Haupt. Einen Augenblick lang schweigt er.
"Danke" sagt er schließlich.
Und wieder schweigt er.
"Du hast mir und den meinen Genade zukomen laßen baere ieweder Vorstellungskraft, Herr", fährt er fort und verfällt in die vertraute Anrede, die den Göttern im Gebet zusteht. Er spricht langsam. Konzentriert. Und nicht besonders laut, doch vernehmlich.
Elindir hebt den Kopf und blickt in das schwarz umrahme Gesicht.
"In ihrem und meinem Namen will ich dir Dank dar bringen", flüstert er ergriffen.

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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 11.02.2018 22:14

Da wo Elindir kniet, steht Vara auf... ihre Hände ballen sich etwas nervös zu Fäusten... die Ergriffenheit Elindirs scheint ihr vollkommen abzugehen. Ihre Augen funkeln Boron fast böse an. Wehe er nimmt ihr Elindir jetzt weg.. wehe...

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Cloverleave
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Ungelesener Beitrag von Cloverleave » 11.02.2018 22:21

Langsam und ruhig erhebt sich Tamila und greift nach einer von Varas Fäusten, um sanft ihre Finger hinein zu schieben. Einfach nur, um ihr beizustehen.

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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 11.02.2018 22:38

Vara erwägt einen winzig kurzen Augenblick Tamilas Hand einfach wegzuschlagen, das böse funkeln trifft kurz die Rahjageweihte.. dann verschwindet es und Varas Hand entspannt sich etwas.. sie drückt Tamilas Hand kurz und presst die Lippen fest zusammen und schaut wieder zu Boron.

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Ungelesener Beitrag von Loirana » 12.02.2018 08:50

Boron steht starr vor dem knienden Elindir und schweigt. Erst nach einigen Augenblicken hebt er seine rechte Hand und legt sie sanft auf Elindirs Haupt. "Elindir ui Bennain, was Ihr und eure Gefährten für mich tatet war viel wertvoller, auch wenn ihr die Ausmaße nicht begreifen möget" antwortet er und schaut kurz zu Liaiella.

Boron schaut sich zwischen den Helden um, ohne sich anmerken zu lassen ob er den bösen Blick Varas bemerkt. "Ich habe die Wünsche die ihr mir entgegenbrachtet erfüllt. Seid gewiss, dass mein ewiger Dank euch gilt. Es mag Schicksal gewesen sein, dass wir uns an diesem Strand trafen, oder Zufall, doch sollt ihr wissen, dass ohne euch meine Liebste und ich nie zueinander gefunden hätten. Die Zeit ist nun gekommen, dass unsere Wege sich wieder trennen" sagt er und schaut zu Liaiella.
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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 12.02.2018 09:05

Varas Augen huschen über die Szenerie.. am Ende enspannt sie sich wieder.. was Tamila gleich bemerken dürfe. So richtig wusste Vara auch nicht was mit ihr los war.. das war sicher nicht gesund.. es strengte sie selbst unheimlich an. Sie lächelt Liaiella an.. und ringt sich auch dazu durch Boron kurz zuzunicken. "Ich wünsche euch alles gute.." sagt sie dann, und meint das auch so.

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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 12.02.2018 09:19

Vadiro und Rhiannon saßen noch immer im Sand. Der Zahori brauchte noch etwas Zeit. Er streichelt Rhiannon sanft und wirkt noch leicht abwesend. Dann Elindir erwacht und Boron zu ihm geht ist Vadiro neugierig.
"Komm lass uns schauen wie es ihm geht" sagt er dann zu ihr und erhebt sich langsam und nimmt sie an die Hand.

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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 12.02.2018 12:48

Auch Rhiannon hat ihren Geliebten einfach still im Arm gehalten und gestreichelt, langsam spürt sie doch die Erschöpfung des Tages, auch wenn dabei immer noch das Hochgefühl war, was Tsas Macht immer in ihr auslöst.
Sie erhebt sich auch langsam und geht eng an ihm zu den anderen und lässt sich dort wieder in den Sand sinken. Mit einem glücklichen Lächeln blickt sie alle der Reihe nach an und zuletzt wieder zu Boron. Ja Abschied, wie verabschiedet man sich vor einem Gott? Doch die Unsicherheit hält nicht lange an oder viel eher denkt sie nicht lange darüber nach. Wie schon am Anfang kniet sie sich erneut hin und geht mit dem Kopf fast bis auf den Sand hinab. "Wir taten es gerne, Herr. Werdet glücklich zusammen"
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