DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

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Advocatus Diaboli
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Advocatus Diaboli » 12.11.2017 21:17

Nachricht der Moderation - Eadee

Märzhäsin hat geschrieben:
12.11.2017 16:38
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht warum es bei DSA dieses scheinbar stark ausgeprägte Konzept von Rivalität, Neid und Screentime zwischen den Spielern und ihren Charakteren gibt. Ich habe manchmal das Gefühl dass es vielen DSA-Spielern nicht um Kameradschaft und Freundschaft innerhalb der Gruppe geht wie es bei anderen Rollenspielen der Fall ist sondern dass sich jeder in einem Konkurrenzkampf mit den anderen Spielern befindet bei dem es offensichtlich darum geht möglichst viel Screentime vom Spielleiter zu erlangen.
Ist das ein DSA typisches Phänomen? Möglich. Ich denke, das gibt es auch in anderen Rollenspielen, aber hier vielleicht extrem. Es hängt sehr von den Spielern ab, ob und wie sehr das auftritt. Oft hat man Spieler, die erst PC Rollenspieler gespielt haben und dort im Single Player epische Helden waren und das jetzt am Spieltisch auch sein wollen mit echtem Publikum. Wenn man gewohnt war, dass der Mehrspielermodus nur PvP ist oder wie gut man in der Bestenliste abschneidet... da bedarf es Umgewöhnung, als Gruppe zu denken. Auch wenn beinah jeder irgendwann verinnerlicht hat, dass man nicht gegeneinander spielt, sondern allenfalls gegen den SL, bleibt häufig der gedankliche Vergleich. Sowas kann auch abfärben. Ich erwische mich selbst öfter dabei, als mir lieb ist und habe nie groß PC Rollenspiele gespielt.
Es hängt tatsächlich auch sehr von dem Char ab, den man spielt. Zum einen sind DSA-Charaktere oft extrem detalliert ausgearbeitet - mehr als in jedem anderen Rollenspiel was ich kenne. Man hat eine höchst komplexe Hintergrundwelt und einen komplexen Char darin. Dadurch will man den Char oft Dinge tun lassen, Wege gehen lassen, auf die einen die anderen SC nicht begleiten wollen oder können - oft hat das gar nichts mit den Abenteuerplot zu tun. Der ist dann mal unwichtig. Da muss die Screentime mal gesplittet werden, damit man seinen Char tatsächlich charakterlich entwickeln kann. Damit sollte man es aber natürlich nicht übertreiben, damit die anderen nicht zu lange Zuschauer bleiben müssen. V.a. sollte es nicht oft sein. Und der andere Punkt ist dann tatsächlich das, was Abdul wohl meint: Die Anteile, die man als einzelner Spieler am Erfolg eines Abenteuers hat. Ein Kämpfer in einer Gruppe voller Kämpfer zu sein, kann sehr frustrierend sein, wenn man immer der schlechteste Kämpfer ist. Aber der einzige Wildnischarakter in einer Gruppe zu sein, die nie durch die Wildnis reist, kann auch frustrierend sein.

Wenn man wert darauf legt, in Sachen Screentime nicht arg hinter anderen zurück zu bleiben, würde ich nach meiner Erfahrung immer davon abraten, einen Wildnischarakter zu spielen. Die meisten Abenteuer sind sehr leicht ohne schaffbar und wenn doch mal Wildniselemente drin sind, ist das schnell mit ein paar Würfen abgehandelt. Gesellschaftsherausforderungen werden eher ausgespielt, Kämpfe zwar auch mehr gewürfelt, aber eben deutlich komplexer und länger. Damit ein Char mit Fokus Wildnis auf mehr Screentime kommt, muss der SL das schon gezielt einbringen. Das sehe ich als "gefährlicher" an als den elfischen Kämpfer. Gekämpft wird immer. vielleicht kämpfen andere besser, aber man hat definitiv was zu tun. Und mit den Buffzaubern kann man auch gut zum Supporter für andere werden und sich so seeehr beliebt in der Gruppe machen. Wenn der Krieger den Mobboss dank Axxelbuff erledigt... naja gut. Viele rondrianische Krieger lehnen sowas ab. Selbst schuld. Wenn sie die Magie nicht wollen und du nutzt sie, dann sollte es nicht schwer sein, mit ihnen mitzuhalten oder sie gar zu übertrumpfen.
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Rhonda Eilwind
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Rhonda Eilwind » 12.11.2017 22:11

Märzhäsin hat geschrieben:
12.11.2017 16:38
Ich bin es aus anderen Rollenspielen gewohnt dass man miteinander und nicht gegeneinander oder nacheinander spielt bei dem jeder Charakter pro Spielsitzung nach einander 15 Minuten Screentime erhält wie es mir hier mal erklärt wurde. Wie soll das überhaupt gehen wenn man die Abenteuer gemeinsam erlebt und sich meistens alle Charaktere am gleichen Ort befinden?
Das verstehe ich auch nicht - aber ich muss dir ehrlich sagen, ich kenne das aus anderen Rollenspielen von früher deutlich ausgeprägter als aus DSA.
Advocatus Diaboli hat geschrieben:
12.11.2017 21:17
Möglich. Ich denke, das gibt es auch in anderen Rollenspielen, aber hier vielleicht extrem.
Wie gesagt - ich kenne das eher aus anderen Rollenspielen. Ich hab früher einige Jahre AD&D 2ndEd (Forgotten Realms) gespielt, und in der Gruppe war das teils sehr ausgeprägt. Allerdings waren die auch weniger Rollen-Ausspieler als Effektmaximierer - da war der Streitpunkt dann eher, dass der Charakter x sich doch bitte screentime-mäßig (auch wenn es den Ausdruck da so noch nicht gab) zurückhalten möge, auch wenn XYZ immer sein Job war, weil der Mage/Priest/sonstwas das mit seinen neuen Sprüchen jetzt besser kann.

Oder dass Artefakt xy, das zwei Charaktere hätten nutzen können, grundsätzlich von einem Spieler beansprucht wurde, weil er fand, seine Aktionen seien für die Gruppe wertvoller und es sei also wichtiger, dass sie nicht schief gehen.

Es ist uns auch mal ein neuer Mitspieler nach kürzester Zeit wieder stiften gegangen, weil er fand, mit dem Charakter, den er immer spielt, habe er in der Gruppenkonstellation "zu wenig zu tun".

Bei DSA hatten wir (zumindest damals) dieses Problem irgendwie nie (in keiner meiner beiden Gruppen). Und ich hätte auch nie erwartet, das da anzutreffen.

Aber natürlich gibt es auch Leute, die DSA so spielen, wie meine AD&D-Kollegen eben AD&D - als ne Art Hindernisparcours, der in der bestemöglichen Geschwindigkeit mit größtmöglichem Gewinn ohne Verluste durch optimale Zusammenarbeit bewältigt werden muss. - Ich hab erst auf Alveran.org gelernt, dass das einfach zwei verschiedene Spieltypen sind, die auch Namen haben (die habe ich nur schon wieder vergessen - unsere DSA-Spielweise ging aber eher Richtung Storytelling) - und wenn alles am Charakter schon bei der Erschaffung wertetechnisch optimiert wird, um den größtmöglichen Erfolg zu garantieren (oder die Risiken zu minimieren) - dann ist vielleicht auch zu wenig Screentime ein Problem, weil auch die als ausbleibender Erfolg bewertet wird.
Advocatus Diaboli hat geschrieben:
12.11.2017 21:17
Es hängt sehr von den Spielern ab, ob und wie sehr das auftritt.
Das denke ich auch. :)

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Eadee
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Eadee » 13.11.2017 08:45

@Märzhäsin DSA ist eigentlich ein von Grund auf Kooperation befürwortendes System.
Das Kampfsystem ist derart gestaltet dass es mehr Sinn macht Gegner zu flankieren als sich in Einzelduelle zu verstricken. Direkte Schadensmagie ist unsagbar teuer, so dass es viel lukrativer ist Buff-Zauber wie Axxeleratus oder Armatrutz zu sprechen. Und selbst da macht es rechnerisch mehr Sinn den unmagischen Krieger zu verstärken als dass der Magier sich selbst bufft um selbst in den Kampf zu ziehen.

Das Problem kommt meiner Meinung nach also nicht von der Systemseite, sondern eher von den Vorerfahrungen und Erwartungen der Spieler.

Wie oben erwähnt kann das aus der PC-Spiel-Richtung kommen, aber auch von anderen Rollenspielen. Wenn jemand zB von D&D3,5 kommt und gewohnt ist dass der Magier irgendwann gewaltige Gegnerhorden einfach mit einem Fingerschnippen ausradiert, dann wird er in DSA schnell merken dass dies mit der teuren Kampfmagie nicht drinn ist.
Das sind dann so leute die die AsP-Regeneration hochschrauben und den mundanen Kampf runterdrosseln damit die Magier jede Kampfrunde ihren Feuerball schleudern können:
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Shandrahel
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Shandrahel » 13.11.2017 10:55

@ Märzhäsin
Ich habe Gruppen erlebt die versucht haben von der "Engine" perfekt zusammenzupassen, jeder seine Nische, sich möglichst gut ergänzend um jeder Situation möglichst gut gewachsen zu sein.
Ich habe Gruppen erlebt die versucht haben vom Hintergrund und RP möglichst gut zusammenzupassen um keine grossen Probleme beim Ausspielen zu haben.
Dann wieder welche die auf völlige Freiheit gesetzt haben, schließlich ist es RP und das kann auch mal einen Konflikt in der Gruppe bedeuten auch wenn man dann eben nicht wirklich ins Abenteuer zieht oder halt 2 Hellsichtmagier am Start sind.

Letztendlich glaube ich das die meisten schon irgendwann einmal der "Held" der Geschichte sein wollen. Die meisten Char-Konzepte laufen darauf hinaus das die Figur irgendetwas besonders gut kann. Wenn das jetzt bei zwei Spielern am Tisch genau oder fast genau das Gleiche ist ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht das man sich "in die Quere kommt". Und das kann am Tisch durchaus stören.
Besagter Elfenkrieger könnte immer wieder erleben das die Vollkämpfer deutlich besser kämpfen und die Magier deutlich besser Zaubern.
Wobei ich hier das Problem nicht wirklich sehe da der Elf an sich ja schon seine ganz eigene Nische darstellt und dadurch genug eigene Momente haben sollte.

In unserer aktuelle G7 Gruppe suchen wir grad einen neuen Spieler und wir werden schon versuchen zu schauen das das nicht nur vom Hintergrund gut genug passt um nicht nur Probleme zu machen als auch das der Spieler eben sowas wie eine eigene Nische hat oder wenigstens nicht direkt eine andere besetzt. Ganz konkret haben wir 2 Gildenmagier, noch einer würde eher keinen Sinn machen da sich nicht nur die Fähigkeiten sondern auch das Drumherum sehr ähneln. Er/Sie müsste sich irgendwie absetzen. Auch würde ich einen 2. Angroschgeweihten Schmied eher ablehnen.

Ein Abenteuer sollte für jeden die Möglichkeit bieten auch mal zu scheinen. Bei längerfristigen Gruppen muss das sicher nicht an jedem Abend passieren. Genauso kann es ja nervig wenn man gezwungen ist spielfigurferne Dinge zu machen die dann entsprechend nicht gut funktionieren, mich würds zum Beispiel nerven wenn unser Meister im Moment einen Fokus auf Wildnissfähigkeiten setzen würde da wir niemanden haben der das könnte. Oder wenn man als mittelreichischer Großhändler plötzlich Hütten im Dschungel zimmern müsste und sich beständigen Gefahren ausgesetzt sähe...

Im übrigen kriegen deine Chars ja sogar in so einem Thread "Screentime", dui solltest das vestehen können :).

Nimmerland
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Beitrag von Nimmerland » 13.11.2017 10:56

Ich würde auch nicht sagen, dass das ein DSA-Problem ist - solche Sachen sind sehr davon abhängig, in welcher Gruppe, mit welchem Spielstil und mit was für Menschen du spielst.
Jede Spielerin steht irgendwo zwischen dem Wunsch nach viel- oder wenig Screentime, zwischen PvP und Kooperation, hat eine andere Vorgeschichte und andere Dinge, die ihr einfach Spaß machen. Eine schöne Erfahrung für alle entsteht umso mehr, je besser diese Parameter in der Gruppe zusammen passen oder je nachdem, wie kompromissbereit, einfühlsam und 'erwachsen' die Spieler sind.
Was du im ersten Post schreibst, klingt nach großer Frustration darüber, dass dies in deiner Gruppe bislang nicht so gut funktioniert hat. Grundsätzlich hilft ehrliche und direkte Kommunikation (Probleme ansprechen, als Gruppe nach Lösungen suchen) oder mit anderen Leuten spielen - ein Wechsel des Systems würde da nur wenig Abhilfe schaffen.

Wenn es um Screentime geht, da hatte ich auch schon alles: In meiner bornischen Bauergaming-Runde habe ich eine extrovertierte Spielerin, die sehr viel Screentime hat und einfach immer die Initiative ergreift - die anderen beiden haben nur ein sehr geringes Screentimebedürfnis, so dass es erstmal passt, sie die anderen beiden aber manchmal nach vorne schiebt oder die Spieler animiert, damit sie nicht alles allein entscheidet. In meiner Schleiertanz-Runde hatten zwei Spielerinnen ~90% der Screentime, was den drei übrigen Spielern recht war, aber ab und zu zu Streit zwischen den beiden geführt hat. In meiner Horasreichrunde passen Spielstil, Screentimebedürfnis und System so gut zusammen, dass ich wirklich überrascht war, wie viel sich da an Spaß gewinnen lässt.

Grundsätzlich kann ich da als Meister auch viel regulieren: In meinen Runden verbiete ich PvP (in Form von Proben oder Aktionen gegeneinander) solange nicht beide Parteien im konkreten Fall einverstanden sind ("soll er doch versuchen, mich zu bestehlen!") und ich kann Screentime mit ein bisschen Konzentration gerecht und den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend verteilen.
Zuletzt geändert von Nimmerland am 19.11.2017 11:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Wizkatz
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Wizkatz » 13.11.2017 11:26

Ich stimme dem allermeisten meiner Vorposter zu, und ich denke, es ist auch ziemlich normal, dass die unterschiedlichen Spielstile auch von den selben Spielern abwechselnd bevorzugt werden können, auch wieder systemabhängig. Wobei ich auch hier DSA eher kooperationsfördernd sehe, in unserer Runde waren es (wenn dann) eher unsere Shadowrun- oder Dark-Heresy-Runden, bei denen Spieler ihre Charakterkonzepte noch mehr im Vorfeld planten und auch sich hin und wieder aufregten, wenn der eine neue Skill des Scharfschützen gerade von jetzt auf gleich ihre Kampfleistungen mäßig erscheinen lässt.

Wobei bei DSA, wie auch in vielen anderen Threads erwähnt, man bei der Klassenwahl auch schon viel "falsch" machen kann, wenn man das mal so böse sagen darf, wenn es um Kompetenzen geht; wenn dann ein Spieler merkt, dass sein Char einfach generell weniger kann und weniger nützlich ist als jeder der anderen Chars, dann kann das natürlich zu Frust führen, ohne dass das jetzt notwendigerweise direkt als Neid und Rivalität betitelt werden müsste...

(Beispiel unserer Runde: Schildsöldner BgB Gladiator und ein Wundarzt haben selbes AP-Level, da merkt man schon, wer ab Start mehr auf Kampf gedrillt war und dann aber auch immer noch mehr Punkte für Schleichen und andere Flexibilitätstalente überhatte. Mein Magier hat mehr als 2000 AP weniger als die, was aber null auffällt gegenüber zwei nichtmagischen Chars, teilweise sie sogar problemlos überflügelt in Nicht-Kampf-Situationen. Mit Magie ist eben alles besser. ;) )

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Rhonda Eilwind
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Beitrag von Rhonda Eilwind » 13.11.2017 12:52

Tehe - als ich Shandrahels Beitrag gelesen habe, ging mir auf, dass der Spieler, der die AD&D-Runde sehr schnell wieder verlassen hat, ausgerechnet einen Elfenkrieger spielte... :ijw:

Okay, im Rückblick betrachtet war das schon klassisch:

Wir hatten zwei Krieger-Priester (also, Kriegsgott-Priester) dabei, die ordentlich kämpfen und zaubern konnten. Und dazu noch einen ziemlich zauberfertigen Barden und einen Magier (plus einen Fassadenkletterer, aber ich denke, der war nicht so das Problem). Damit konnte der Elf also weder als Krieger noch als irgendwie Zauberbegabter (falls er das denn war) "besonders viel" reißen - und sei es nur Aktionen an sich. :D

Er hatte jedenfalls recht schnell den Eindruck, er kriegt in der Gruppe als Charakter keinen Fuß in die Tür, und hat sich dann wieder verabschiedet.

(Wobei ich nach wie vor denke, das hätte sich alles mit der Zeit gefunden. Klar waren die Abläufe schon eingespielt, aber es war jetzt nicht so, dass ihn niemand was hätte machen lassen. - Er hätte ja als Neueinsteiger auch durchaus, wenn er sich mit diesem Charakter überflüssig vorkam, was anderes spielen können - wollte er aber nicht, er spielte eben "immer" Elfenkrieger. Damit passte es dann eben nicht zusammen.)

Andwari
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Andwari » 13.11.2017 13:10

"Screentime"
ist doch eigentlich kein originärer Begriff dieser wettbewerbsorientiert spielenden Gamisten - die würden wohl einfach direkt nach der Höhe der TaW/ZfW fragen. Da steckt schon eine ordentliche Portion "Gamismus-Vermeidung" drin - quasi wie erkläre ich dem Charaktergeschichten-Erzähler (Narrativist), wie er neben eher gamistisch oder simulationistisch orientierten Mitspielern/Spielleitern nicht überfahren wird.
Also eher "Anleitung zum Zusammenspiel mit Gamisten" als etwas, worauf der Gamist achtet. Auf die Idee, einen Chari zu spielen, der mangels Alleinstellungsmerkmalen (1) in wichtigen Betätigungsfeldern (2) kaum wahrgenommen wird, kommt der ja vllt. gar nicht.

(1) muss nicht heißen, absolut gesehen "gut" zu sein - unter Blinden ist der Einäugige König. Dem SL zu sagen "ich will auch mal Verhandlungen, Wildnis, Handwerk oder sonstwas ist relativ einfach und die meisten SL machen das dann auch.
(2) ist nicht nur Kampf, oder? Kampf hat den Vorteil, dass es um was geht, nämlich vmtl. um nicht viel weniger als das Heldenleben. In anderen Feldern muss man die "Bedeutung" evtl. erst klarstellen - dadurch dass die im Erfolgs-/Misserfolgsfall da Abenteuer merklich erleichtert/erschwert. Das kann auch heißen, dass man zwar weiß dass es die Abkürzung über den Waldpfad gibt, aber man doch trotz Eile außen rum die längere und bequemere Strecke muss, weil man halt "draußen" ziemlich unfähig ist (und das vllt. sogar einschätzen kann)

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Talasha
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Beitrag von Talasha » 13.11.2017 13:58

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht warum es bei DSA dieses scheinbar stark ausgeprägte Konzept von Rivalität, Neid und Screentime zwischen den Spielern und ihren Charakteren gibt. Ich habe manchmal das Gefühl dass es vielen DSA-Spielern nicht um Kameradschaft und Freundschaft innerhalb der Gruppe geht wie es bei anderen Rollenspielen der Fall ist sondern dass sich jeder in einem Konkurrenzkampf mit den anderen Spielern befindet bei dem es offensichtlich darum geht möglichst viel Screentime vom Spielleiter zu erlangen.
Ich kenne das genauso von meinen sporadischen DnD-Besuchen. Interessanterweise ist ja die DnD-Version die dagegen gehalten hat, nämlich die 4., gewaltig gefloppt.

Nachtrag:
Ich lehne mich mal ein bisschen aus dem Fenster und behaupte:
Das liegt an dem Drang sich seine Screentime selbst erarbeiten zu wollen. Man möchte nicht vom SL beschenkt werden, sondern seine Glanzlichter dadurch setzen weil man selbst gut(was auch immer das nun genau bedeutet) spielt.
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Beitrag von Märzhäsin » 13.11.2017 14:33

Shandrahel hat geschrieben:
13.11.2017 10:55
Oder wenn man als mittelreichischer Großhändler plötzlich Hütten im Dschungel zimmern müsste und sich beständigen Gefahren ausgesetzt sähe...

Im übrigen kriegen deine Chars ja sogar in so einem Thread "Screentime", dui solltest das vestehen können
Sehr unterhaltsame Anspielung an meine Großhändlerin aus Windhag.

Nur verstehe ich nicht was das in diesem Fall mit Screentime zu tun hat. In einem Forenabenteuer erhält ein Charakter jedes mal Screentime wenn er irgendetwas sagt oder macht. Meine Großhändlerin erhält auch Screentime wenn sie einfach nur mit einem nachdenklichen Blick in der Ecke steht ohne etwas zu sagen. Jede einzelne Handlung ist dort nun mal ein eigener Beitrag. Außerdem glänzt sie zur Zeit nicht sondern macht sich aufgrund mangelnder Survival-Kentnisse im Dschungel vor den Augen der Mannschaft komplett zum Löffel. Aber es muss auch jemanden geben der für die Unterhaltung sorgt darum kann ich damit leben.
Talasha hat geschrieben:
13.11.2017 13:58
Interessanterweise ist ja die DnD-Version die dagegen gehalten hat, nämlich die 4., gewaltig gefloppt.
Pathfinder hat auch dagegen gehalten und ist erfolgreicher als die vierte und fünfte Edition von D&D, das kann man also nicht verallgemeinern.

Außerdem sind die Charakterklassen in D&D perfekt darauf abgestimmt sich zu ergänzen und bei schwierigen Herausforderungen zusammenzuarbeiten. Ich habe ziemlich lange D&D 3.5 und Pathfinder gespielt und es gab nie diese Rivalität und diesen Neid zwischen den Charakteren bezüglich Screentime.

Wer sich in seinem Stolz und seiner Ehre verletzt fühlt weil sein fiktives Alter Ego vermeintlich zu wenig Aufmerksamkeit gegenüber den anderen bekommt der hat ein Problem im Real Life, dem hilft kein Regelsystem der Welt.

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Beitrag von Talasha » 13.11.2017 14:48

Märzhäsin hat geschrieben:
13.11.2017 14:33
Pathfinder hat auch dagegen gehalten und ist erfolgreicher als die vierte und fünfte Edition von D&D, das kann man also nicht verallgemeinern.
DnD 3.X hält da gar nicht dagegen, da verlässt man sich auf den SL der die Screentime verteilen soll, und gut ist.
Märzhäsin hat geschrieben:
13.11.2017 14:33
Und es ist leider wirklich so dass ich gerade bei DSA-Spielern oft einen gewissen Fanatismus feststelle den ich aus anderen Nerd-Subkulturen nicht gewohnt bin. Und mit dieser Meinung bin ich nicht alleine die taucht auch in diversen Rollenspiel-Blogs auf.
Wenn man sich die Versionskriege bei DnD so ansieht sehe ich da keinen so großen Unterschied.
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Beitrag von Märzhäsin » 13.11.2017 15:35

Wozu braucht man überhaupt Screentime? Was soll das bei einem Pen and Paper-RPG überhaupt sein?

Entweder ich will zusammen mit Freunden eine spannende Geschichte erleben und bin dann kooperativ oder ich will alleine die Welt retten, dann spiele ich ein Computer-RPG wo alle außer meinem Charakter nur NSCs sind.

Rivalität ist vielleicht am Arbeitsplatz angemessen aber sicherlich nicht in einer geselligen Runde mit Freunden.

Freunde sind für mich keine Rivalen.

Ich finde dieses krampfhafte ringen nach Aufmerksamkeit und Screentime und die damit verbundene Rivalität zwischen Spielern absolut kindisch. Kurioserweise zeigen aber meistens gerade ältere Nerds dieses Verhalten.

Manche versuchen vielleicht auch am Spieltisch zu kompensieren dass sie im Real Life nichts zu melden haben und keine Aufmerksamkeit bekommen. Dadurch entstehen dann Angst und Aggressionen gegenüber anderen Spielern die irgendein Talent steigern über dass der eigene Charakter ebenfalls verfügt.

Das führt dann zu folgenden Äußerungen:

"Dein Charakter hat ja auch Etikette auf 7, du Nachmacher! Ich bin der Gesellschaftscharakter, keiner außer mir darf Etikette steigern! Ihr stehlt mir alle die Show! Ich bekomme zu wenig Aufmerksamkeit und Screentime! Ihr macht meinen Charakter überflüssig!" *heul*.

Es ist doch nur ein Spiel.

Manche hier im Forum scheinen DSA zur Realitätsflucht zu verwenden und würden scheinbar lieber in Aventurien als in der realen Welt leben.

Wizkatz
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Wizkatz » 13.11.2017 15:48

Uhm, ich glaube praktisch niemand hier hat sich gerade als Verfechter einer radikalen Screentimeverteilung ausgesprochen, die meisten haben eher aus einer objektiven Haltung versucht zu erklären, woher eventuell verschieden Sichtweisen und damit auch Spielweisen kommen (könnten).

Du dagegen unterstellst gerade "manchen hier im Forum" im Generalverdacht, realitätsflüchtig zu sein und kompensieren zu wollen "dass sie im real life nichts zu melden haben". Ich glaube niemand hier hat etwas geäußert, dass eine solche Aussage rechtfertigt.

Das hier ist eine freundliche Diskussion, um deinen vorletzten Satz aufzugreifen, und kein gegeneinander anstreiten.



In meiner eigenen Erfahrung waren es zumeist die Anfänge in einer Rollenspielgruppe aus Teenagern damals, wo es Reibereien gab zwischen Spielern, die total damit einverstanden waren nicht die erste Geige zu spielen (Ein Krieger, der seiner Plattenrüstung abschwor und nur mit Holzstab herumlief weil er geodische Magie lernen wollte... :lol: ) und denen, die verbissen vieles darauf setzten, irgendwie derjenige mit den zwei Enduriumzweihändern zu sein, der in jedem Kampf eindeutig der Spielmacher sein muss. Aber solche Auswüchse zähle ich dann doch eher zu Teenager-Phasen, soetwas habe ich in verschiedenen Gruppen lange nicht mehr gesehen, schon gar nicht bei DSA.

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 13.11.2017 15:57

@Märzhäsin

Um wen oder was geht es dir eigentlich? :???:

Um "echtes" DSA, um "Foren-DSA", um "dieses" Forum?

(wenn es screentime in einem Forum gibt, habe ich wohl allein wegen der Länge meiner Beiträge zu viel... :oops: )

Ich kenne das Geiern um Spezialauftritte und den Fokus des Geschehens so maximal vom AD&D. Und ich weigere mich, mich für irgendwelche Rundumschläge vereinnahmen zu lassen.

Ich hab nun noch nie online gespielt - aber vielleicht ist es da mit der Screentime auch noch mal anders und stärker reguliert, weil es (noch) erheblich langweiliger ist, vor dem Bildschirm zu sitzen und ewig lange der One-(wo-)man-show einer Person zuzuschauen bzw. zu lauschen, als wenn man gemeinsam am Spieltisch sitzt?
Zuletzt geändert von Rhonda Eilwind am 14.11.2017 12:13, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Fenia_Winterkalt » 13.11.2017 15:59

@Märzhäsin
Also solche Behauptungen wie 'ältere Nerds' machen dies und das etc. möchte ich doch bitte nicht lesen.
Weder sind wir alle 'Nerds', noch neigen ältere/jüngere Spieler, bestimmte Geschlechter oder Glaubensanhänger zu besonderen Verhaltensweisen. Das zu behaupten geht wirklich zu weit.
Und weil man gerne den coolen Krieger spielt muss man noch lange kein RL Versager sein. Ist ja echt krass was du von deinen Mitspielern denkst.

Was das Ringen um Aufmerksamkeit angeht.. Glashaus?

Back2Topic.

Ich finde gerade DSA bietet sich für kooperatives Spiel an. Welten wie WoD sind da schon schwieriger, weil keiner erstmal Grund hat einem anderen zu Vertrauen.

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Beitrag von Märzhäsin » 13.11.2017 16:17

Also so hart war das jetzt auch wieder nicht von mir gemeint, wenn ich euch verletzt habe möchte ich euch dafür um Entschuldigung bitten.

Ich verstehe es nur ganz einfach nicht. Das ist alles.

Ich habe manchmal bereits genügend Probleme mit Rivalität und Streitereien in meinem Berufsleben und im Alltag, da möchte ich mir das nicht in meiner Freizeit antun wenn ich harmlosen Hobbys nachgehe.

Hobbys sind für mich zum entspannen da. Wenn sie aufgrund von Dingen die ich für unwichtige Kleinigkeiten halte zu Streitereien führen, fühlt sich das für mich im ersten Augenblick nun mal kindisch an und führt auch dazu dass ich eben keine Freude mehr an dem jeweiligen Hobby habe denn wo bleibt die Entspannung wenn es am Spieltisch so zugeht wie manchmal in meinem Alltag?

Es mag auch Leute geben die lieben Konflikte und streiten sich gerne aber ich gehöre nicht zu dieser Personengruppe.

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Beitrag von Fenia_Winterkalt » 13.11.2017 16:42

Rollenspiel ohne Konflikte kann man sich sparen, finde ich.
Aber das Thema fragt ja ob das an DSA liegt.

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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Talasha » 13.11.2017 16:52

Fenia_Winterkalt hat geschrieben:
13.11.2017 16:42
Rollenspiel ohne Konflikte kann man sich sparen, finde ich.
Aber das Thema fragt ja ob das an DSA liegt.
Es geht ja nicht um IC-Konflikte sondern um OOC-Konflikte, eine Möglichkeit dafür ist eben NIschenschutz. Wenn jeder seine Ecke hat in der er glänzen kann, muss niemand sich streiten.
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Beitrag von Hesindian Fuxfell » 13.11.2017 16:57

Märzhäsin hat geschrieben:
13.11.2017 15:35
Wozu braucht man überhaupt Screentime? Was soll das bei einem Pen and Paper-RPG überhaupt sein?
Sieh es doch einfach mal nicht immer negativ.
Wenn ein Spieler den ganzen Abend nur dasitzt und passiv dem Spielverlauf folgen kann, da dieser ihm und seinem Charakter nichts abverlangt, könnte dies langweilig für ihn sein, oder? Im Endeffekt kann er dann auch mit Freunden einen Film schauen.
Um so etwas zu verhindern sollte eine Gruppe halt zusammen daran arbeiten, dass für alle was dabei ist, "jeder Screentime bekommt".
Dabei geht es aber auch nicht um irgendwelche Ausgleichssysteme und Minuten zählen. Das wäre ja auch kein Zusammenarbeiten.
Der dessen Name nicht getanzt werden darf.
wenn Tom Riddle an einer Waldorfschule gewesen wäre

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Desiderius Findeisen
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Desiderius Findeisen » 13.11.2017 17:13

Bei uns sieht der Spielleiter und auch die Spieler zu, dass jeder seine „Screentime“ bekommt, damit keiner, wie von Hesindian schon geschrieben, gelangweilt herumsitzt, weil sein Charakter nix zu tun bekommt. Unsere Spieler spielen sich gegenseitig an. Das hat nix mit Neid oder Streit zu tun und artet auch nicht in Bürokratie aus.😉
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Beitrag von Märzhäsin » 13.11.2017 17:15

Aber ich finde das man bei Freunden die Screentime gar nicht aufzuteilen braucht weil ja die Szenen meistens gemeinsam erlebt werden und sich fast immer alle an einem Ort befinden, so war es jedenfalls bei den Abenteuern die ich erlebt habe.

Und jeder kann eigentlich mit NPCs interagieren wann immer er möchte, keiner muss einfach nur stumm am Tisch sitzen.

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Beitrag von Desiderius Findeisen » 13.11.2017 17:23

Natürlich werden die Abenteuer gemeinsam erlebt, aber viele Spieler möchten halt auch sehen, das ihr Charakter der Gruppe weiterhilft durch das, was er gut kann. Wenn ich einen Dieb spiele, dann möchte ich auch mal was klauen oder Herumschleichen. Der Spielleiter oder auch die Mitspieler sollten das dann auch mal möglich machen.
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Shandrahel » 13.11.2017 17:32

Wiedermal kommt mir die Vision einer Märzhäsin die unter einer Brücke wohnt... :wink:

Ich hab mir grad nochmal den post durchgelesen der zu diesem Thread geführt hat und es fällt auf das die Antworten viel neutraler und netter sind als das. Viele haben dir versucht zu erklähren warum es den Begriff von Screentime im Rollenspiel geben könnte, inwiefern er Sinn macht.

Ich glaube den von dir unterstellten Streit gibt es so nur selten bei Erwachsenen. Um eine Rivalität oder sowas ging es bei den "Screentime" Tipps auch nicht, sondern um Spassmaximierung.

Übertrag nicht immer deine schlechten Erfahrungen auf alle und überspitz sie dabei auch noch.

Samweis
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Samweis » 13.11.2017 17:49

Märzhäsin hast du mal überlegt, ob du mit den falschen Leuten spielst? Ich spiele selbst schon einige Jahre und habe einen einzigen Streit, bzw. unschöne Situation erlebt, die endete dadrin, dass ich, der andere Spieler und der Meister, nachdem der Rest gegangen waren zu dritt eine halbe Flasche Whiskey geleert haben und uns beim nächsten Mal wieder ganz doll lieb hatten.

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Beitrag von Märzhäsin » 13.11.2017 17:55

Shandrahel hat geschrieben:
13.11.2017 17:32
Wiedermal kommt mir die Vision einer Märzhäsin die unter einer Brücke wohnt
Ich lebe während den wärmeren Monaten in einer Sasse und in den kälteren Monaten in einem Bau, so wie andere Hasen auch.

Es ist auch manchmal sehr schwierig mit den Pfoten auf der Notebook-Tastatur zu tippen und ich muss ständig in das nahe gelegene Dorf hoppeln um den Akku aufzuladen.

Spaß beiseite: Ich bin wirklich kein Engel aber ein Troll bin ich definitiv nicht und böse Absichten verfolge ich genau so wenig.
Desiderius Findeisen hat geschrieben:
13.11.2017 17:23
Natürlich werden die Abenteuer gemeinsam erlebt, aber viele Spieler möchten halt auch sehen, das ihr Charakter der Gruppe weiterhilft durch das, was er gut kann.
Das ist dann aber für mich mehr eine Frage der Kompetenz und Nützlichkeit innerhalb der Abenteurergruppe und weniger eine Frage der Screentime.
Samweis hat geschrieben:
13.11.2017 17:49
Ich spiele selbst schon einige Jahre und habe einen einzigen Streit, bzw. unschöne Situation erlebt, die endete dadrin, dass ich, der andere Spieler und der Meister, nachdem der Rest gegangen waren zu dritt eine halbe Flasche Whiskey geleert haben und uns beim nächsten Mal wieder ganz doll lieb hatten.
Das ist wunderschön und wunderbar wenn es so läuft aber bei mir läuft es leider nicht so. Und seien wir mal ehrlich: Es kommt mindestens dreimal pro Monat vor dass sich ein Spieleiter hier registriert und danach fragt wie er seine Spieler ingame für eine bestimmte Handlung bestrafen könnte anstelle auf die Idee zu kommen das mit den Spielern in einem vernünftigen Gespräch zu klären, vielleicht ist den Spielern nicht mal bewusst das sie etwas falsch gemacht haben? Aber soweit denken die meisten gar nicht.

Aber ich glaube ich lasse es besser bleiben. Es führt zu nichts und mit allem was ich schreibe mache ich es nur noch schlimmer.

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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Samweis » 13.11.2017 18:01

Aber dann such dir einfach eine andere Gruppe, eine Gruppe bei der dir das Spielen Spaß bringt. Den Tip würde ich dir, also nicht dir als Märzhasin, sondern jedem der so über seine Arbeitsstelle spricht, übrigens auch für deine Arbeit geben. Wenig ist aus meiner Sicht so wichtig, wie Teamarbeit auf der Arbeit. Weil du einfach nirgendswo anders wach so viel Zeit verbringst

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Beitrag von Desiderius Findeisen » 13.11.2017 18:02

Märzhäsin hat geschrieben:
13.11.2017 17:55
Desiderius Findeisen hat geschrieben:
13.11.2017 17:23
Natürlich werden die Abenteuer gemeinsam erlebt, aber viele Spieler möchten halt auch sehen, das ihr Charakter der Gruppe weiterhilft durch das, was er gut kann.
Das ist dann aber für mich mehr eine Frage der Kompetenz und Nützlichkeit innerhalb der Abenteurergruppe und weniger eine Frage der Screentime.
Das hängt beides zusammen: Was nützt einem Kompetenz und Nützlichkeit wenn der Spielleiter nie die entsprechenden Situationen schafft oder andere Spieler diese Situationen (ungewollt weil einfach impulsiv) an sich reißen.
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Eadee » 13.11.2017 18:04

Märzhäsin hat geschrieben:
13.11.2017 17:55
Und seien wir mal ehrlich: Es kommt mindestens dreimal pro Monat vor dass sich ein Spieleiter hier registriert und danach fragt wie er seine Spieler ingame für eine bestimmte Handlung bestrafen könnte anstelle auf die Idee zu kommen das mit den Spielern in einem vernünftigen Gespräch zu klären, vielleicht ist den Spielern nicht mal bewusst das sie etwas falsch gemacht haben? Aber soweit denken die meisten gar nicht.
Ich nehme das "dreimal pro Monat" mal als Stilmittel der Übertreibung hin. Ja, es kommt immer wieder vor, aber die Ratio stimmt nicht ganz.
Tatsächlich musst du es aber auch in relation setzen. Wie viele Spielrunden gibt es wohl da draussen deren Spielleiter hier nicht verzweifelt aufschlagen und eine Lösung brauchen? Ich behaupte (ohne mich auf handfeste Statistiken stützen zu können) dass ein Großteil der Spielrunden diese Probleme nicht hat.

Und aus meiner persönlichen Erfahrung behaupte ich*, dass Spiele wie Shadowrun und World of Darkness weit höheres Spieler-Konfliktpotential haben als DSA (vom Charakter-Konfliktpotential mal ganz abgesehen).

*weil es auch hierfür leider keine empirisch erhobenen Daten zu geben scheint,
Method Actor: 88%, Storyteller: 75%
Tactician: 63%, Powergamer: 54%
Casual Gamer: 38%, Specialist: 33%, Butt-Kicker: 29%

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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Curthan Mercatio » 13.11.2017 18:07

Ein System wie DSA hat es schwer, Rivalität und Neid zu vermeiden. Systeme mit weniger Freiheit in der Charaktererstellung und einem Klassensystem haben es da leichter.

Das liegt hauptsächlich an der freien Generierung in DSA. In den meisten Fällen ist diese freie Generierung ein Vorteil, weil sie sehr viele Konzepte ermöglicht und sich gut in die Spielwelt einfügt. In manchen Fällen kann sie sich aber auch als Nachteil erweisen. Denn durch die freie Generierung passiert es relativ schnell, dass zwei Spieler teilweise oder ganz dieselbe Rolle abdecken - möglicherweise ohne dass das die Spieler bei der Generierung merken.
Sagen wir einer der Spieler generiert einen Ritter mit Schwert und Schild, ein anderer einen thorwalschen Söldner des leichten Fußvolkes. Dann setzen beide auf dieselbe Rolle - den Kampf mit Schwert und Schild. Dazu kommt wahrscheinlich noch, dass der Thorwaler wegen des unfairen Generierungssystems diese Rolle wesentlich besser erfüllt als der Ritter. Dadurch wird der Ritter nur schwerlich in dieser Rolle glänzen. Nun könnte der Ritter natürlich auch andere Rollen erfüllen, zum Beispiel die des höfischen Diplomaten. Wenn es aber zum Beispiel noch einen Höfling in der Gruppe gibt, wird auch das schwierig. Und es ist auch nicht gesagt, dass der Spieler das überhaupt will; vielleicht hat er sich den Ritter hauptsächlich als Kämpfer und Verteidiger seiner Gefährten vorgestellt, was völlig in Ordnung ist.
In solchen Situationen kann es sehr leicht zu Neid und Konflikten kommen. Das ist nur natürlich. Man freut sich, in der Gruppe eine bestimmte Rolle zu erfüllen und wird dann bitter enttäuscht. Natürlich können sehr erfahrene Gruppen so etwas teilweise verhindern, indem sie ähnliche Konzepte gar nicht erst zulassen. Aber dafür braucht man schon sehr viel Erfahrung in einem System. Mir als SL ist nach etwa 2 Jahren SL-Erfahrung fast genau der oben beschriebene Fehler passiert, was für ordentlich Konflikt in der Gruppe gesorgt hat. Für einen Neuling dürfte das noch schwieriger sein, denn ein Neuling bräuchte hier viel mehr Transparenz und Hilfestellungen.
Deswegen ist es wohl auch kein Zufall, dass es in vielen Beiträgen hier um neue Spieler geht. Meiner Meinung nach liegt der Fehler hier nicht an den Neulingen, sondern am System: Der Neuling hat eine Rolle im Kopf. Aber er scheitert daran, einen Charakter zu generieren, der diese Rolle erfüllen kann. Entweder weil er "falsch" steigert, also seine Punkte nicht so ausgibt, dass er am Ende die nötigen Fertigkeiten für seine Rolle hat. Oder weil ein anderer Spieler diese Rolle schon besetzt. Oder weil es diese Rolle in dem System einfach nicht gibt. Am Ende landet er bei einem Charakter, der die Vorstellungen nicht erfüllt. Das führt natürlich zu Frust. Und wenn es einen anderen Spieler gibt, der die gewünschte Rolle besser erfüllt, zu Neid.

Transparenz ist dann auch der große Vorteil eines Systems mit starren Klassen und einer eingeschränkten Generierung. Wenn es in einem System die Klassen Barbar, Jäger und Diplomat gibt, weiß auch ein Neuling sofort, was er bekommt: Der Barbar wird der beste Kämpfer sein, der Jäger der beste Fernkämpfer und Wildniskundige, und der Diplomat wird das Reden übernehmen. Und selbst für den Neuling ist es völlig transparent, mit wem er sich dieselbe Rolle teilt - nämlich mit allen, die dieselbe Klasse wählen. Umgekehrt wird ihm niemals eine andere Klasse die Rolle streitig machen. Der Diplomat wird niemals so gut kämpfen wie der Barbar, weil er einfach nicht dieselben Fertigkeiten erlernen kann.
Das gilt in einem gut gemachten Klassensystem auch dann, wenn es mehr Klassen gibt. Es könnte jetzt als Kämpfer den Barbar und den Ritter geben. Beide sind Kämpfer, aber durch ihre unterschiedlichen Fertigkeiten werden sie trotzdem unterschiedliche Rollen haben. Zum Beispiel könnte der Barbar mehr Schaden machen, aber der Ritter hält mehr aus und kann seine Gefährten besser beschützen. Das weiß auch der Neuling schon, wenn er diese Klasse wählt. Er weiß, was er bekommt und mit wer dieselbe Rolle erfüllt. Dadurch können viele Konflikte durch enttäuschte Erwartungen und Neid vermieden werden, gerade bei Neulingen.

Insofern ist DSA (vor allem 4.1, aber auch 5) ein System, das Konflikte und Neid zwischen den Spielern fördern kann. Durch die intransparente Generierung laufen Neulinge leicht ins offene Messer und erschaffen Charaktere, die nicht ihre gewünschte Rolle erfüllen können. Systeme mit Klassen sind transparenter und daher einsteigerfreundlicher. Sie haben die besseren Voraussetzungen, um Konflikte und Neid zwischen den Spielern zu vermeiden.

Das soll übrigens nicht heißen, dass ich Klassensysteme besser finde. Sonst wäre Ilaris ein Klassensystem. Ich mag die freie Generierung, die viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten bietet und viele ungewöhnliche Konzepte ermöglicht. Davon profitieren aber gerade erfahrene Rollenspieler. Würde ich ein System für Rollenspielneulinge schreiben, hätte es ganz sicher Klassen.
Advent Advent,
ein Lichtlein brennt,
erst Rausch, dann Heim, dann wandelbar,
und am vierten sind die Kinder da.

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Rhonda Eilwind
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Beitrag von Rhonda Eilwind » 13.11.2017 18:09

Hast du dir schonmal bewusst gemacht, wie viele Leute DSA spielen und wie viele Spielleiter es gibt?

Es ist doch so - wer von denen kein Problem mit seiner Runde oder seinen Spielern hat, der fragt auch nicht in einem Forum um Hilfe.

Und die Probleme mit engagierten Meistern, die eigentlich noch nicht verstanden haben, dass Spieler nicht bloß Statisten sind... Und die mit (überwiegend übrigens jüngeren und männlichen) Spielern, die Den obercoolen Helden spielen wollen, bei dem alle anderen bewundernd schweigen... ;) - Und der mit allem durchkommt - die gibt es in der Tat nach meinem Dafürhalten bereits, so lange es Rollenspiele gibt - und zwar systemübergreifend.

(um mal zwei häufige Anlässe für Konflikte am Spieltisch zu erwähnen, die so recht oft in Foren auftauchen).

Das ist aber wirklich keine Frage von DSA oder nicht-DSA. Wer so tickt, tut das auch in einer anderen Spielwelt.

Und ja, das macht keinen Spaß.

Aber, nochmal: wer das Problem hat, möchte es abstellen und sich vielleicht Hilfe suchen - wer es nicht hat, wird einfach spielen und nicht hier posten. ;)
Zuletzt geändert von Rhonda Eilwind am 14.11.2017 12:14, insgesamt 1-mal geändert.

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