R155: Lemiran

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R155: Lemiran

Ungelesener Beitrag von Thallion » 22.01.2015 11:46

Dieser Thread dient zur Diskussion der Inhalte des im Juli 2014 erschienenen Romans Lemiran von Stefan Unterhuber.

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Lemiran
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Sumaro
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Re: R155: Lemiran

Ungelesener Beitrag von Sumaro » 22.01.2015 14:22

Ich habe den Roman gelesen und bin eigentlich nicht wirklich enttäuscht. Mir gefällt die Darstellung der Licht/Hochelfen nicht und auch nicht die Darstellung der Götter in weiten Teilen, wie sie beschrieben werden, allerdings ist dies sicherlich auch der Darreichungsform als elfisches Märchenbuch geschuldet, dass von irgendeinem NSC (oder Autoren-SC) gefunden und übersetzt wird.

Die Geschichte von Lemiran, dem Kriegsherren der Elfen, ist dabei weitestgehend unspektakulär, weil es faktisch keinen dramaturgischen Bogen gibt. Selbst Szenen in denen der Protagonist großem Leiden ausgesetzt wird (oder eben auch mal stirbt und dann von Göttern zurückgebracht wird), haben wenig emotionale Zugkraft, was auch sicherlich dem bibelähnlichen Schreibstil geschuldet ist, den ich persönlich für ein elfisches Märchenbuch (ja ich weiß, es sind die Zauberlegenden von ALLEN elfischen Legendensängern) unangebracht und unpassend finde.

Wem aber bereits der Vorgänger gefallen hat, wird sicherlich auch bei Lemiran etwas bereicherndes finden. Für mich hat es mehr festgelegt, dass SO meine Lichtelfen und meine Hochelfen nicht sein werden. Im Kontext mit neueren Götterwerken wie der Historia gibt es einige Übereinstimmungen und einige Brüche mit dem Hintergrund, so dass man sich stellenweise im Göttergestoße wiederfindet und zum Teil befremdet wird von der seltsamen Darstellung aventurischer, historischer Entitäten.

Ich gebe daher für mich, und auch nur dank der daraus resultierenden Erkenntnis, dass ich meine Hoch- und Lichtelfen niemals an das offizielle Bild anlehnen werde, 2 Punkte.
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Hotzenplotz
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Re: R155: Lemiran

Ungelesener Beitrag von Hotzenplotz » 17.05.2015 13:06

Hinweis: Meine Bewertung umfasst sowohl "Aldarin" als auch "Lemiran".

Wow, ich bin jetzt noch begeistert. Ich habe mich selten von einem DSA-Werk so fesseln lassen, wie von diesen beiden Romanen.
Der Stil ist irgendetwas zwischen Bibel, Simarillion und Edda. Es fehlen fantasytypische, langatmige Beschreibungen und Eingangszenen. Statt dessen werden ganze Jahrhunderte oder Schlachten in wenigen Sätzen erklärt. Der Autor bedient sich einer altertümlich klingenden, in die Gedankenwelt der Elfen mMn jedoch passenden, Sprache.
Mich hat der Schreibstil dabei so gepackt, dass ich die Bücher nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Man erfährt viel über die Emotionen und das Werden der Elfen in ihrer Frühgeschichte. "Aldarin" ist dabei eher in einer beobachtenden, suchenden und passiveren Situation als "Lemiran", bei dem es deutlich actionreicher zugeht (kein Wunder, wird er doch zum ersten und größten "thara" der Elfen).
Stellenweise zeichnen sich beide Romane, besonders aber Lemiran, durch eine sehr deutliche Gewalttätigkeit aus.

Für mich als Spielleiter der Phileasson-Saga haben beide Romane gute Einblicke in das Innenleben der ersten Elfen gegeben.

Beide Romane erhalten von mir die volle Punktzahl (5).

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Sumaro
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Re: R155: Lemiran

Ungelesener Beitrag von Sumaro » 17.05.2015 13:19

Pat hat geschrieben:Stellenweise zeichnen sich beide Romane, besonders aber Lemiran, durch eine sehr deutliche Gewalttätigkeit aus.
Gemessen an was sind die brutal? Dem üblichen DSA-Schrieb oder generellen Romandarstellungen? Gemessen an WH40k Romanen scheint es mir bei DSA geradezu idyllisch zuzugehen. Auch weil immer alles wieder gut wird.
Pat hat geschrieben:Für mich als Spielleiter der Phileasson-Saga haben beide Romane gute Einblicke in das Innenleben der ersten Elfen gegeben.
Ohje, ich hoffe sie sind keine solch wehleidigen, weinerlichen Geschöpfe die sich nur von ihrem impulsiven Gefühl leiten lassen, wie es die beiden Protagonisten sind.

Aber scheinbar polarisiert das Buch in der Tat ziemlich stark. Ich war eher enttäuscht davon wie wenig kriegerisch Lemiran eigentlich ist und wie schwach im Endeffekt seine Persönlichkeit abseits zweier Aspekte beleuchtet wird. Meines Wissens nach waren Elfen immer Wesen, die eine große emotionale Zugänglichkeit haben, gerade aufgrund solcher Aspekte wie des Salasandras. Leider schaffen es die Romane das nicht wirklich zu beleuchten und wirklich tiefgründige Protagonisten zu erschaffen sondern lediglich Werkzeuge der Geschichte auf eindimensionaler Ebene.
Das wäre mMn auch deutlich besser kommunizierbar, wenn der Autor (es handelt sich ja quasi um eine Geschichte in der Geschichte eines Erzählers) klar machen würde, dass die elfischen Sagen offenkundig sehr platt sind, was die Tiefe betrifft und ganz bewusst jegliche Tiefgründigkeit oder weitergehende Entwicklung der handelnden Ausblenden. Sprich, dass man Lemiran relativ stupide beschreibt, weil die Elfen glauben, er sei relativ stupide gewesen. Hätte man dann noch ein paar Szenen hinzugemischt, in denen man eine wirkliche Tiefgründigkeit erlaubt hätte, etwas über das platte Fantasy-Genre hinaus, eine selbstreflektiertheit, die nicht in der notwendigen Korrumpierung des Protagonisten (die quasi von Beginn an absehbar war) endet, hinzugefügt hätte, wäre das Potential nicht so deutlich verschenkt worden.

Wer also auf der Suche nach ätherischen Elfenwesen ist, die etwas mythologisches in sich tragen, wird in der Profanität der beiden Bände, vor allem aber in der Profanität Lemirans, eher wenig Zugang finden.
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Hotzenplotz
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Re: R155: Lemiran

Ungelesener Beitrag von Hotzenplotz » 17.05.2015 17:00

Sumaro hat geschrieben:
Pat hat geschrieben:Stellenweise zeichnen sich beide Romane, besonders aber Lemiran, durch eine sehr deutliche Gewalttätigkeit aus.
Gemessen an was sind die brutal? Dem üblichen DSA-Schrieb oder generellen Romandarstellungen? Gemessen an WH40k Romanen scheint es mir bei DSA geradezu idyllisch zuzugehen. Auch weil immer alles wieder gut wird.
Die Gewaltdarstellung ist teilweise sehr deutlich (z. b. bei der Folterung Lemirans). Es wird eben deutlich beschrieben, statt es zu umschreiben oder nur anzudeuten. Dazu braucht es keinen Vergleich. Die empfundene Brutalität ist etwas anderes. Und ja, DSA-Romane sind scheinbar öfter eben hotzenplotzig (ich verwende mal einen Begriff, der öfter auch mal im Zusammenhang mit Aventurien fällt, um zu verdeutlichen, was ich meine). Da ich die Sammlung aber gerade erst gekauft habe und noch lange nicht durch bin, ist das nur eine Einschätzung aus der Ferne.
Und davon ab: Die Bücher, die ich am brutalsten in Erinnerung habe, sind nicht die gleichen, die die Brutalität am deutlichsten dargestellt haben. Das kann aber schon allein dem Genre geschuldet sein (interessanterweise denke ich gerade an Raidris umstrittene "Strandpartie" im Gegensatz zu Szenen aus "Pimp" ;)).
Sumaro hat geschrieben:
Pat hat geschrieben:Für mich als Spielleiter der Phileasson-Saga haben beide Romane gute Einblicke in das Innenleben der ersten Elfen gegeben.
Ohje, ich hoffe sie sind keine solch wehleidigen, weinerlichen Geschöpfe die sich nur von ihrem impulsiven Gefühl leiten lassen, wie es die beiden Protagonisten sind.
Ist das eine reine Provokation oder willst du es wirklich wissen? Falls das eine Frage mit wirklichem Interesse ist, kannst du meine Darstellung Vilans, des Hochelfen aus "Ein Traum von Macht" gerne hier: http://www.tanelorn.net/index.php/topic ... msg1966322 nachlesen. Den Gesamtüberblick über das Recken-Saga-Diary gibt es hier: http://www.tanelorn.net/index.php/topic,91369.0.html
Das Ganze gibt´s auch nochmal im Phileasson-Projekt. Ich denke, dass ich zur Ausgestaltung der Hochelfen in unserer Recken-Saga nochmal was sagen werde, allerdings wohl erst bei den Inseln im Nebel.

Von dem Original der Phileasson-Saga wird vermutlich nicht mehr so viel übrig bleiben, vor allem aber werden die Darstellungen der fenvar´e, insbesondere Niamh, eben etwas anders ausfallen. Jede Runde und jeder SL wird das sicherlich nach ihrem/seinem Geschmack entscheiden dürfen.
Nur weil einer viel weint, heißt es übrigens nicht, dass er weinerlich ist. Es heißt vielleicht vor allem, dass er viel "in die Fresse" bekommt, um es mal polemisch zu sagen. :wink:
Sumaro hat geschrieben: Aber scheinbar polarisiert das Buch in der Tat ziemlich stark. Ich war eher enttäuscht davon wie wenig kriegerisch Lemiran eigentlich ist und wie schwach im Endeffekt seine Persönlichkeit abseits zweier Aspekte beleuchtet wird. Meines Wissens nach waren Elfen immer Wesen, die eine große emotionale Zugänglichkeit haben, gerade aufgrund solcher Aspekte wie des Salasandras. Leider schaffen es die Romane das nicht wirklich zu beleuchten und wirklich tiefgründige Protagonisten zu erschaffen sondern lediglich Werkzeuge der Geschichte auf eindimensionaler Ebene.
Das wäre mMn auch deutlich besser kommunizierbar, wenn der Autor (es handelt sich ja quasi um eine Geschichte in der Geschichte eines Erzählers) klar machen würde, dass die elfischen Sagen offenkundig sehr platt sind, was die Tiefe betrifft und ganz bewusst jegliche Tiefgründigkeit oder weitergehende Entwicklung der handelnden Ausblenden. Sprich, dass man Lemiran relativ stupide beschreibt, weil die Elfen glauben, er sei relativ stupide gewesen. Hätte man dann noch ein paar Szenen hinzugemischt, in denen man eine wirkliche Tiefgründigkeit erlaubt hätte, etwas über das platte Fantasy-Genre hinaus, eine selbstreflektiertheit, die nicht in der notwendigen Korrumpierung des Protagonisten (die quasi von Beginn an absehbar war) endet, hinzugefügt hätte, wäre das Potential nicht so deutlich verschenkt worden.

Wer also auf der Suche nach ätherischen Elfenwesen ist, die etwas mythologisches in sich tragen, wird in der Profanität der beiden Bände, vor allem aber in der Profanität Lemirans, eher wenig Zugang finden.
Für mich ist das von dir Gesagte eine Stilfrage. Bei der Art, wie das faedhari dargestellt wird, ist die relative eindimensionale Darstellung, bzw. das konzentrieren auf wenige Aspekte der beiden Protagonisten, gewollt und passend.
Andererseits hätte eine auch nur annähernd "echte" Charakterdarstellung wohl kaum in ein so dünnes Büchlein gepasst. Ich persönlich hätte mir das aber auch nicht gewünscht.
Ich glaube, ich verstehe deine Kritik und deine Wünsche. Das Buch, was daraus resultieren würde, wäre sicherlich ein gänzlich anderes.
Vielleicht eins, dass ich dann mit 1 und du mit 5 bewertet hättest? :wink:
Im Ernst: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das gewollt hätte. Mein Problem mit "Tie´Shianna" zum Beispiel ist, dass mir die Charaktere zu menschlich sind. Vielleicht deshalb, weil ein menschlicher Autor wohl kaum einen Lichtelfen/Hochelfen nachvollziehen kann und bei dem Versuch scheitern muss. Da ist mir eine Andeutung in Sagenform schon lieber.

Btw: Ich habe eben nochmal kurz in die Edda geschaut, weil ich den Vergleich dazu herangezogen habe und mir nicht sicher war. Aber auch da ist es so, dass ganze Geschehnisse, auch charakterliche Eigenheiten, mit wenigen Worten erledigt sind. Auch da (Nibelungen) wird viel von Tränen und Gram gesprochen. Ist Brunhilde etwa auch weinerlich? :ijw:

Was mich noch interessiert: Warum ist Lemiran für dich wenig kriegerisch? Für mich ist er der Inbegriff des Kampfes - Krieg ist sicher nochmal was anders, trotzdem: warum?

Das bringt mich noch zu einem anderen Punkt: Offenbar haben wir für die Protagonisten ein vollkommen anderes Gefühl. Wodurch entsteht das wohl? Deute ich Dinge hinein, die nicht da sind?

Aber vielleicht sollten wir an anderer Stelle diskutieren? Das ist doch ein Bewertungsfaden, kein Diskussionsfaden, oder?

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Merios
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R155: Lemiran

Ungelesener Beitrag von Merios » 01.01.2018 05:42

Wie auch "Aldarin" gebe ich auch "Lemiran" 4 Sterne. Vieles das ich im Review von "Aldarin" schrieb, ist auch noch in "Lemiran" gültig.

"Lemiran" ist ähnlich platt wie "Aldarin", liest sich aber viel flüssiger. Der Protagonist ist mir hier auch lieber. Letztlich erzählen beide Romane sehr unterschiedliche Geschichten von noch unterschiedlicheren Charakteren, setzen diese aber gut um. Auch wenn es an Charakterbschreibung wieder etwas mangelt, konnte ich mir Lemiran doch gut vorstellen. Entsprechend mitgenommen hat mich sein offensichtlicher Weg in den Untergang.

Beide Bücher laden dazu ein, sich Gedanken über die Geschehnisse zu machen und wie sie mit unterem Aventurien verknüpft sind.

Nach beiden Romanen saß ich da und sah mich vor einer Mauer aus Fragen, die einem der Roman nicht beantwortet. Zumindest bieten die "Anmerkungen des Übersetzers" einen Ansatz. Ich für meinen Teil, kann mir ein Gespräch mit diesem "Übersetzer" gut vorstellen und wüsste beinahe gerne seine eigene Geschichte.

Wo "Aldarin" eher von der mythischen Andersartigkeit der Elfen erzählt hat, haben wir mit "Lemiran" einen etwas "profaneren" Ansatz. Wobei ich mir ein ähnliches "Machtpotential" eher von dem Charakter Aldarin gewünscht hätte.

Alles in allem empfand ich "Lemiran" angenehmer als "Aldarin", obwohl ich beiden 4 Sterne vergebe.

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