R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

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Ghorio
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R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Ghorio » 16.03.2010 11:12

Dieser Thread dient zur Diskussion der Inhalte des im Juli 2001 erschienenen und mittlerweile überarbeiteten Romans Das zerbrochene Rad: Nacht von Ulrich Kiesow.

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Nacht
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Nightcrawler
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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Nightcrawler » 16.03.2010 12:05

Weil die Handlung endlich in die Gänge kommt und sich mehr auf die eigentliche Handlung konzentriert, auch wenn noch immer Handlungsstränge verfolgt werden, die gar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben:
3 von 5 zerbrochenen Rädern.

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Ghorio
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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Ghorio » 16.03.2010 12:52

@Nightcrawler: Welche Handlungsstränge wären denn das ?

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Nightcrawler
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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Nightcrawler » 16.03.2010 13:48

Wassjef ist zwar jetzt mehr in die Haupthandlung eingegliedert, meine ich mich zu erinnern, aber mit einigen Umwegen und Ausführlichkeiten an für mich nicht relevanten Stellen. Und Matajew bekommt weiterhin viel Raum eingeräumt, der in meinen Augen in einem Buch mit einer Thematik wie das Zerbrochene Rad an falscher Stelle ist.

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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Nightcrawler » 16.03.2010 14:44

Kann man hier nicht eigene Beiträge löschen?

Nachricht der Moderation

Nein, kann man nicht, aber ich habe ihn soft-deleted.
Jetzt können nur noch du und Moderation/Administration ihn sehen.
Ist das in deinem Sinne?
Zuletzt geändert von Namaris am 16.03.2010 14:47, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Ghorio » 16.03.2010 15:03

Ja da muß ich dir zustimmen. Die Liebeleien der Gräfin waren etwas langatmig.

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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Robak » 18.03.2010 18:17

5 Punkte für den Bornland Roman, der mich mit seinen vielen Nebenlienien an "Das Lied von Eis und Feuer" erinnert.


Gruß Robak

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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Harteschale » 21.03.2010 23:37

3 Punkte von mir für einen soliden, detailvollen Roman, der nicht ganz so langatmig ist wie sein Vorgänger.
Im Vergleich zur Konkurenz an nicht-DSA Fantasy aber auch keine Spitzenklasse.
Zuletzt geändert von Harteschale am 20.02.2011 16:28, insgesamt 1-mal geändert.
Neu überarbeitete Dämonenregeln: Die Kunst der Invokation

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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Arlisin » 22.03.2010 23:32

Klasse Roman. Das Ende fand ich nicht so gut. Bonuspunkt für Dachse die echt super waren.
4 von 5
Zuletzt geändert von Arlisin am 22.03.2010 23:33, insgesamt 1-mal geändert.

Senebles
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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Senebles » 28.03.2010 11:45

Alles bewegt sich letztlich determiniert auf die Endschlacht zu. Die Rolle Nahemas empfinde ich als zweispältig. Die Art und Weise, wie sie die Geflügelten zusammenbringt, finde ich gelungen. Dass sie Waldemar und Ayla entwertet, finde ich überflüssig.

Leider bleibt einem am Schluss auch pathetischer Kitsch ("alle hatten den Karmoth gerufen") nicht erspart.

Zwei Punkte.
Zuletzt geändert von Senebles am 02.03.2012 13:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Whyme » 04.04.2010 20:56

Ebenfalls volle Punktzahl, die Begründung ist identisch mit der zum ersten Teil. Ich besitze das Buch noch in der gebundenen Gesamtausgabe, daher kann ich beide Teile nicht getrennt bewerten.

LG
Whyme
Die zwei wichtigsten Tage in deinem Leben sind der, an dem du geboren wurdest
und der, an dem Du weißt, wofür.

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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Auribiel » 29.04.2010 02:37

Einer der wenigen DSA-Romane, den ich nie fertig gelesen habe... stellenweise extrem langatmig und das angespickte Ende etwas zu kitschig. 2 Punkte.

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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Theaitetos » 29.04.2010 08:05

Volle Punktzahl von mir, für die Darstellung der Charaktere im Angesicht von Krieg und Frieden.

Moebius
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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Moebius » 10.10.2010 17:48

Ich habe mir die Romane im Zusammenhang mit meiner Leitung der Borbarad-Kampagne gekauft. Es sind die einzigen DSA-Romane, die ich gelesen habe, insofern vergleiche ich in der Bewertung nur mit anderen Büchern und stelle die Ansprüche, die ich an normalen Lesestoff stelle. Meine Bewertung gilt für beide Teile, weil ich es schwer finde, sie zu trennen, die beiden Postings unterscheiden nur sich in einigen Details.

Positiv:
+ Sprachlich und technisch sauber geschrieben.
+ Erzählt etwas über einen Abschnitt der aventurischen Geschichte, der mich interessiert.

Negativ:
- Die Charaktere in dem Buch sind wenig ausdifferenziert, sondern bleiben unglaubwürdige Schablonenzeichnungen - trotz der vielen Buchseiten, die der Autor zur Verfügung hat. Teilweise sind die Figuren schon von ihrer Anlage her reichlich überzogen (z.B. Thesia von Ilmenstein: Eine faltenlose Schönheit, obwohl Mitte 50, edel bis in die Haarspitzen, dabei meisterlich in Schwertkampf, Taktik, Politik...).
- Auch die Handlungsweise der Charaktere ist oft nicht richtig glaubwürdig und ergibt sich nicht aus dem Charakter und der Situation heraus. Teilweise sind Aktionen grotesk überzeichnet, sei es bei Gilia "Ich-töte-was-immer-mir-vor's-Schwert-läuft" oder bei Uriel "Ich-bin-böse-also-wähle-ich-immer-die-böse-Handlungsoption" (gilt auch für andere Bösewichte). Die Handlung erinnert mich oft an Railroading in Abenteuern: "Ich Autor will, dass etwas Bestimmtes genau so passiert, also tut es das auch, egal ob es sich glaubwürdig aus der Ausgangskonstellation ergibt oder nicht." Das stört das Eintauchen ins Buch doch ungemein.
- Der vorhandene Inhalt wird überdehnt und oft sehr langatmig erzählt, wenn auch nicht so schlimm wie im ersten Teil.
- Ich mag den Scheibstil nicht, stellenweise wird es unerträglich kitschig und/oder schwülstig.
- Das Buch versucht oft, literarisch zu sein, anstatt dem zu folgen, was es ist: Ein Fantasyroman eben. Das wirkt auf mich teilweise unfreiwillig komisch (gerade die Dächsin ist ein Paradebeispiel).
- Und zu guter Letzt fand ich es ausgesprochen kindisch, wie Ulrich Kiesow mit der von jemand anderem entworfenen Tjeika verfahren ist, die nun mal seiner Thesia von Ilmenstein bei der Wahl der Briefspieler den Titel der Adelsmarschallin weggeschnappt hat.

Fazit: Kann man lesen, um mehr über die Ereignisse im Bornland 1020-21 BF und die Schlacht auf den Vallusanischen Weiden zu erfahren. Ein Lesegenuss war es für mich nicht. Gute 2 Punkte, da etwas mehr Tempo als der erste Teil.

DrGonzo
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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von DrGonzo » 22.12.2010 15:58

Sehe es sehr ähnlich wie Moebius...

Ich mag, auch wenn ich ein begeisterte RPGler bin kaum noch einen Fantasyroman (zu platt schon x mal gelesen). Lediglich GRRM und Joe Abercrombie haben es geschafft und daher haben DSA Romane eh einen schweren Stand.

Die Kiesowschen WDRZ Romane gefallen mir aber recht gut (für einen DSA Roman).
Diese Dachsidee fand ich recht lustig, ähnlich wie auch in den Karl Heinz Witzko Romanen finde ich solche Ideen immer schön, da sie das ganze ein wenig brechen. Halt alles mit einem Augenzwinkern.
Die Gesamtgeschichte wurde hier und da ein wenig lang und zum Teil hätte mir mehr Tiefe bei den Charakteren besser gefallen.
Trotzdem eine Nette Story im Umfeld um die G7 Kampagne.
Thesia konnte ich als Alleskönnerin eh nie leiden und auch Nahema hinterlässt bei mir immer so einen Beigeschmack.
Diese Tjeikageschichte hatte ich damals (ist schon was her) einfach akzeptiert. Mit dem später hinzugekommenen Wissen um die Hintergründe versaut es einem den Roman schon sehr. Kinderkram!!!

Zusammenfassend. Netter solider DSA Roman. Mit der richtigen Einstellung unterhaltsam und als Background für Borbi und Co fast schon ein Muss.

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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Curthan Mercatio » 19.02.2014 16:48

Die Handlung zieht in diesem Teil noch deutlich mehr an als im ersten Teil und strebt dem Ende entgegen. Die Handlungsbögen werden schön miteinander verwoben und ein der Twist mit der Dächsin Grimbart am Ende ist wirklich gelungen. Deutlich besser jedenfalls, als wenn die supertolle Thesia von Ilmenstein ihren Gegner in einem furiosen Duell besiegt hätte. Auch wenn es meiner Meinung nach immer noch zu viele Grimbart-Szenen waren.

Die immer noch vorhandenen Mary-Sues stören mich in diesem Teil weniger, Nahemas Auftritt wirkt sogar fast bescheiden. Das hatte ich nicht erwartet.

5 Punkte.

Interessant ist auch hier, wie der Autor in Gestalt des Chronisten der "bitterbösen" Tjeika am Ende noch Übles an den Hals wünscht. Hier scheint ein "outbook"-Konflikt durch, denn eigentlich ist Tjeika zwar wenig sympathisch, aber meistens in der bemitleidenswerten Opferrolle. Gegen Ende hin stellt sie sich sogar mutig gegen ihren Vater. Ein Bösewicht sieht für mich anders aus.
Neu: Jahresrückblicke - Reaktionen auf Ilaris und Wo wir es verkackt haben.

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Baaderan
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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Baaderan » 17.04.2014 01:20

(Da ich den Roman als Ganzes bwertet hab, hier ein Copy von meinem Post im Dämmerungs-Thread:)

Ich habe 3 Punkte vergeben (übrigens auch für den gesamten Roman), weil ich ein wenig hin- und hergerissen bin. Immerhin habe ich als Jugendlicher das Buch gelesen und vor kurzem noch mal das Hörbuch gehört (ich meistere gerade G7 :wink: ) und als Jugendlicher war ich tatsächlich sehr beeindruckt von der vermeintlichen Komplexität aufgrund der vielen Handlungsstränge. Als Hintergrundquelle für den zeitlichen Abschnitt und das Bornland ist es auch heute noch recht schön, aber beim 2. mal hat die Geschichte doch arg an Faszination verloren. Für mich liegt dies zuallererst an dem ziemlich aufdringlichen "moralischen" Unterton, der insbesondere am Ende des Buches kaum mehr zu ertragen ist. Meisterinformationen: Ganz schlimm fand ich z.B. die Sterbeszene von Mengbilla, die sogar noch damit kommentiert wird, dass diese Katharsis angeblich vom Leser gewünscht sei...
Die fehlende Figurenentwicklung wurde auch schon angesprochen, da habe ich nicht viel hinzuzufügen, ausser vielleicht der Beobachtung, dass die Einteilung in "Gut" und "Böse" im Einzelfall wie z.B. Tjeika fast ausschliesslich von der Erzählerebene vorgenommen wird, so dass sämtliche Handlungen der Person dann stets bereits "rollengerecht" einsortiert werden. Das gibt mir ein sehr unangenehmes Gefühl des Belehrtwerdens...

Da ich aber mit 14/15 meinen Spaß damit hatte und ich die Hintergrundinfos noch immer recht spannend finde, gibt's dann eben die 3 Punkte.
leite auch gerade 7G... schon laaaaaange Zeit ;o)
aktuelles Abenteuer: Schatten im Zwielicht (bisher: 2 Sitzungen)

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Madalena
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Re: R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Madalena » 07.08.2014 13:24

Ich kann die Teile nicht getrennt bewerten, sondern nur als Gesamtwerk. Ich habe keinen Gesamtbewertungsthread gefunden (falls ich ihn übersehen habe bitte verschieben), daher schreibe ich mal hier ohne abzustimmen.

Das Zerbrochene Rad ist ja bekanntermaßen eine Anleihe an Krieg und Frieden, und dieses literarische Vorbild schimmert auch relativ deutlich durch. Natürlich können sich Kiesows läppische eintausend Seiten ;) nicht ernsthaft an Tolstois Monumentalwerk messen. Wenn wir als Messlatte nicht ein Meisterwerk der Weltliteratur nehmen, bleibt aber zu sagen, dass es sich doch um einen sehr guten Fantasyroman handelt.

Das Buch führt uns in den Norden Aventuriens, ins Bornland. Auf anschauliche Weise werden uns Leben und Kultur im Land des Schwarzen Bären vorgestellt. Wir erfahren von den Festlichkeiten des Adels gleichermaßen wie von den alltäglichen Nöten der kleinen Leute und der eisernen Hand der Bronnjaren, die je nach individuellem Naturell teils wohlwollend, teils tyrannisch, aber stets streng herrschen. Über all dem liegt der Schatten von Borbarads Rückkehr. Zunächst sind es nur düstere Vorahnungen und Gerüchte über ferne Schlachten, doch nach und nach schält sich heraus, dass der Strom der Ereignisse gar nicht so weit weg ist vom beschaulichen, rückständigen (Verzeihung, traditionsbewussten!) Bornland. Ein paar Akteure sammeln Truppen, spinnen Intrigen, spinnen Bündnisse und versuchen so erste Weichen zu stellen, ehe die Konflikte in offenem Krieg kulminieren.

Kiesow versteht es, das Thema des epischen Kampfes Gut gegen Böse zu verflechten mit stimmungsvollen Beschreibungen, mit Erzählungen von Liebe und Freundschaft, Verlust und persönlichen Lebenskrisen, hier und dort garniert durch prickelnde Erotik, mancherorts auch garniert durch verstörende Erotik. Auch wenn ich schon vorher wusste, wie es am Ende ausgeht, hatte das Buch doch sehr viel Spannung für mich zu bieten.

Ein paar besondere Leckerbissen und erwähnenswerte Dinge:
  • * Eine der besten Beschreibungen einer Partie Rote und Weiße Kamele - einfach genial!
    * In einer der ersten Szenen dreht sich alles um die vielbeschworene "Elfische Weltsicht", und wie diese sich von der menschlichen unterscheidet. Ehrlich gesagt fand ich den Elfen zu "vulkanierhaft", mein Elfenbild ist anders und ich war froh, dass danach keine Elfen mehr auftauchten. Trotzdem war die greifbare, konkrete Schilderung einer etwas anderen Herangehensweise sehr interessant.
    * Die Geschichte mit Arvid, Algunde und Matajew hatte nichts mit Krieg und Dämonen, großen Schätzen oder alten Geheimnissen zu tun, aber es war einfach eine zutiefst menschliche Geschichte, bei der man so richtig mitfühlen kann.
    * Der wohl skurrilste Handlungsfaden drehte sich um einen Dachs. Immer wieder fragt man sich: "Was soll das? Was hat das mit der Geschichte zu tun?" und wird zum Spekulieren angeregt. Trotzdem habe ich Kiesow ein, zwei Mal verflucht, wenn wir mal wieder unspektakuläre Neuigkeiten aus dem Leben eines Wildtieres erfuhren auf die ich gar keine Lust hatte, ich aber andererseits auch nicht weiterblättern wollte weil ich ja wissen wollte, was es nun mit dem Dachs auf sich hat. In der finalen Entscheidungsschlacht aber bekam ich dann auch einmal große Augen - inmitten von Sieg und Sterben, Helden und Dämonen kam mir auf einmal eine Vorahnung: Jetzt kommt die Sache mit dem Dachs, jetzt wird Meisterinformationen: Uriel von Notmark mit seinem Pferd in den Dachsbau einbrechen.. Naja, ganz so "jetzt" war es nicht, ein bisschen musste ich mich gedulden, aber als es dann schließlich genau so kam, musste ich laut lachen und konnte mir eine gewisse Genugtuung nicht verkneifen. 8-) Was war es jetzt mit dem Dachs: Ein genialer Gag, von langer Hand vorbereitet, oder doch eher ein absonderlicher Einfall der besser nicht zu Papier hätte gebracht werden sollen? Ich kann mich nicht entscheiden, das muss wohl jeder Leser selbst beurteilen.
    * Darüber hinaus gab es noch viele kleine Details, die das Buch toll mach(t)en.
Kritik muss ich leider aber auch üben:
  • * Auch wenn der Schreibstil im Großen und Ganzen angenehm war, gab es doch auch ein paar Stellen, die man wohl unter "literarischer Griff ins Klo" verbuchen muss. Beispielsweise will ich kurz vor Beginn der finalen Schlacht keine viertelseitige Abhandlung über verschiedene aventurische Zeitrechnungen lesen. :???: Hier könnte aber auch reingespielt haben, dass Kiesow durch seinen tragischen Tod keine Gelegenheit mehr hatte, das Buch noch einmal zu überarbeiten.
    * Am Ende des Buches betritt gleich ein ganzer Schwung wichtiger neuer Charaktere die Bühne. Auch wenn der alte DSA-Hase mit Namen wie etwa Herzog Waldemar dem Bären durchaus etwas verbindet, war es doch nicht grad elegant die einfach so in die Geschichte reinzuschubsen. Für mich bleibt der Geschmack des Namesdropping.
    * Geradezu archetypisch war die Rolle von Kiesows gleichermaßen faszinierender wie umstrittener Lieblingsfigur. Nahema, das Miststück das immer undurchschaubar ist, niemanden an sich ranlässt und eigentlich jedem übel mitspielt, mit dem sie zu tun hat, hat im Finale eine Überraschung parat: Meisterinformationen: Die coole Mirhiban, die obercoole Thesia und Na-Chuck Norris-hema sind alte Busenfreundinnen. We proudly present the Heilige Dreifaltigkeit der Mary Sue. :rolleyes:
    * Einfaches Dorfleben ist ja durchaus stimmungsvoll, und ein Herz für die "kleinen Dinge" ist sympathisch, aber meist nicht so ganz spannend. Gegen Ende hätte es ruhig ein kleines bisschen weniger sein können.
Soweit die Punkte, die mir jetzt einfallen. Im Gesamtfazit gibt es gute und schlechte Sachen, aber die guten überwiegen. Ich gebe dem Zweiteiler 4,5 Punkte, mit Tendenz eher Richtung 5. Einem jeden DSA-Spieler kann ich es nur wärmstens ans Herz legen, und auch sonstige Fantasyliebhaber die immer schon mal aventurische Luft schnuppern wollten könnten es zum Einstieg in die DSA-Welt schlechter treffen. Alles in allem eine würdige Krönung von Kiesows Lebenswerk!

Nachtrag:
Nachdem ich die anderen Bewertungen durchgelesen habe, noch ein paar Punkte:
  • * Die Rolle des Erzählers war in der Tat etwas schwammig. Teilweise ein auktorialer Erzähler, dann aber wieder mit dem Anspruch, selbst ein Aventurier zu sein (aber wer???) - was ich beim Lesen als etwas irritierend empfand. Aber auch hier möchte ich wieder anmerken: Kiesow starb kurz nach Ende des Buches. Ich weiß nicht, ob er das Buch noch mal überarbeitet hätte, oder nicht, aber es könnte eine mögliche Erklärung für "Unsauberheiten" sein. Der moralische Zeigefinger hingegen war fehl am Platze.
    * Sollte die Tjeika-Sache wirklich stimmen, wäre das ohne Frage ein ziemlich unsauberer Zug - was man dem Menschen Kiesow durchaus zum Vorwurf machen könnte, was mich aber in der Geschichte selbst nicht gestört hat (von der Verurteilung durch den Erzähler am Ende abgesehen).
    * Die Zeichnung der Charaktere als schablonenhaft und ohne Entwicklung, das Verzetteln in Nebenhandlungsstränge - diese Kritikpunkte die hier einige gemacht haben teile ich nicht. Ich fand gerade das eigentlich sehr schön. Da sind Geschmäcker wohl verschieden.

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Loirana
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R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Loirana » 31.05.2018 12:39

Das zerbrochene Rad ist bis dato der einzige DSA Roman den ich gelesen habe. Nachdem ich mich durch den ersten Teil gekaut habe (dieser hat so seine Längen) geht es hier "zur Sache", soweit man das sagen kann.

Die Handlungsstränge aus dem ersten Teil werden hier teilweise "endlich" zusammengestrickt. Doch auch hier wurde zu meinem Leidwesen die Handlung gestreckt. Ich konnte mit der Romanze zwischen der Gräfin von Geestwindskoje und dem Bauernsohn nur wenig anfangen, obwohl ich Romantik in Fantasyromanen nicht ablehne. Irgendwie kam sie dennoch stets als "nervig" rüber, möglicherweise aufgrund der Tatsache, dass der Szenenwechsel nach Geestwindskoje meist deutlich interessantere Szenen unterbrach.

Sehr gut gefallen hat mir hingegen der Werdegang von Gilia von Kurkum, die ich in "Dämmerung" nach dem ersten Kapitel fast vergessen hatte, bis sie im Epilog einen epischen Auftritt hatte. Ihre Selbstzweifel und ihren Kummer trägt sie nun das halbe Buch lang mit sich rum, weigert sich das Erbe ihrer Mutter anzutreten, bis ihr ein eindeutiges göttliches Zeichen klar macht, dass sie vor ihrem Schicksal nicht weglaufen kann. Wie schon im Epilog von "Dämmerung" hat sie mehr als nur einen epischen Auftritt, der Kampf gegen die paktierenden Meuchelmörder ist aber einer der denkwürdigsten.

Nahemas Auftritt aus dem Anfang von "Dämmerung" trägt nun auch endlich seine Früchte, denn kurz vor der entscheidenden Schlacht tritt sie auf um Gilia die Schwanenflügel zu überreichen. Die Beschreibung der Schlacht, einschließlich des Wendepunktes beim Ritt der Geflügelten war so großartig in Schrift gefasst, dass ich sogar beim Schreiben dieser Zeilen Gänsehaut bekomme.

Die Geschichte findet in diesem Buch einen epischen Abschluss und lässt Geschmack auf mehr - zu schade, dass Kiesow nicht die komplette Borbaradkrise als Roman verfassen konnte. Als jemand, der jedoch die G7 Kampagne nicht mitspielen konnte, gab mir das Buch einen guten Einblick in die Stimmung zur Zeit der G7 Kampagne, dem Wendepunkt der Borbaradkrise und dem Bornland im spezifischen.

Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen (Matajew reißt es echt runter...)
Die alte Welt ist längst verloren, in die Neue trägt uns der Wind

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R057: Das zerbrochene Rad: Nacht

Ungelesener Beitrag von Alrik Normalpaktierer » 07.11.2018 20:51

Kurzfazit: Roman mit Stärken und Schwächen, der unter den DSA-Schmökern Maßstäbe setzt.
4/5 Punkten.

Handlung: Thema des Buches sind Schrecken und Banalität des Krieges. Diesem Thema wird im Laufe der Handlung entlang der Frage nachgegangen, ob Dämonen diesen Schrecken etwas hinzufügen können.
Während der Plot nicht komplex ist - auf die ein oder andere Art steuern verschiedene Bornländer durch einen Krieg - wird diese Komplexität eingezogen, in denen verschiedene Figuren und Parteien und ihre Handlungsstränge eingeführt werden, immer wieder zusammen- und auseinanderlaufen. Dadurch liest sich die Sache abwechslungsreich. Alles ist auch soweit nachvollziehbar und glaubwürdig im Rahmen des Erforderlichen.
Allerdings werden diese Fäden nicht immer souverän gesponnen. So fallen die Bösewichte in der Buchmitte für eine lange Weile heraus, obwohl eine Figur hier eine wichtige Entwicklung durchmacht und die Seiten wechselt. Umgekehrt wird mit den Kaiserlichen eine neue Partei so spät eingeführt, dass ihre zum Teil grandiosen Szenen nicht die mögliche emotionale Wucht entfalten. Ob es sich bei den zahlreichen Rückblenden immer um ein Stilmittel handelt (oder nicht auch mal Ungeschick) fragt sich etwa dann, wenn eine Figur in einem langen Brief Eigentümlichkeiten einer Schlacht benennt, auf die sich in deren Beschreibung wenige Seiten zuvor kein Hinweis findet. Unverständlich ist, warum ein langer Exkurs in Form eines Märchens den Hintergrund eines Artefakts erklärt - dieses Märchen wird im Roman weder mit der Handlung noch mit dem Setting verknüpft. Dabei hat die Figur, die sich um das Artefakt bemüht, selbst etwas Märchenhaftes. Nichts wäre leichter gewesen, als sie in das Märchen einzuschreiben und damit ihr Interesse an dem Artefakt zu erklären. Insgesamt gibt es viel Kürzungspotential - etliche Durchbrechungen der vierten Wand wirken einfach nur geschwätzig und fügen erzählerisch nichts hinzu und mindestens eines der "Zwischenspiele" ist ebenso überflüssig wie das Märchen und kann seinem Sujet nicht genügen.
Persönlich fand ich auch das Ende schwach - die Endschlacht des Romans ist keinesfalls die des Krieges, zugleich bleiben die Konsequenzen für die meisten Figuren überschaubar. Im Rückblick fühlt sich ihr Kriegszug daher eher nach Klassenfahrt als nach epischem Schicksal an.
3/5 Punkten

Figuren:
Der besondere Reiz ist natürlich das Zueinander von Adligen und Gemeinen und es gelingt auch weitgehend sehr gut, die Unterschiede nachvollziehbar zu machen. Gerade viele der Nebenfiguren haben enormen Charme. Ich mag auch die Anfälle von Weisheit, wie sie Gerion oder Nahema haben.
Im Sinne des Themas sind die schlimmsten Bösewichter profane Charaktere und der Dämonenbeschwörer ein vergleichsweise armes Würstchen. Das gefällt mir sehr gut (obwohl ich seine Szenen wegen dieser Irrelevanz zu lang finde), wie auch die Vielzahl an profilierten weiblichen Charakteren. (Was man in einem Kiesow-Roman kaum zu hoffen wag: bei manchen verzichtet er sogar darauf, die Form ihrer Brüste zu beschreiben, wenn es keinen Anlass dazu gibt. Da ist auf jeden Fall erzählerische Reifung zu früheren Romanen festzustellen.) Dass einige von diesen Frauen dann doch oft wieder im Schatten ihrer Männer stehen - geschenkt
Weniger gut gelingen die zwei Figuren, die gewissermaßen als dritter Stand, larger-than-life, dargestellt werden sollen. Da sind die erzählerischen Möglichkeiten dann offensichtlich ausgereizt, aber es ist immer noch ok.
4/5 Punkten

Aventurizität:
Einfach klasse. Bei vielen der kleinen Szenen birst die Stimmung aus jedem Komma. Die Adelsherrschaft und Kriegsführung mit vormodernen Mitteln wird vergleichsweise glaubwürdig dargestellt. Die Speisekarte ist möglicherweise ein bisschen zu viel des Guten, aber über ein beiläufig eingestreutes Lied freue ich mich natürlich immer. Etwa die modischen Details zeigen auch, dass die verbreitete Kritik, die Anleihen aus unterschiedlichen historischen Epochen würden Aventurien unglaubwürdig machen, ins Leere geht, wenn man sorgfältig erzählt.
Habe ich auch was zu kritisieren? Nee, aber ich wundere mich, dass Kiesow offensichtlich nicht wusste, wie (Metall-)Rüstungen funktionieren. Wie schon in älteren Romanen gibt es keine wattierte Unterkleidung.
5/5 Punkten

Sprache:
Wie gesagt, die einzelnen Beschreibungen haben mich schwer begeistert, besonders im Vergleich zu in dieser Hinsicht schwächeren DSA-Romanen. Das heißt nicht, dass nicht manche Sätze gekünstelt wirken würden. Die Dialoge sind oft ein wenig geschwätzig, was die Figuren unfreiwillig unsouverän aussehen lässt. Im Zusammenhang des Romans fallen auch die Schlachtszenen schwach aus, auf die es in einem Roman über den Krieg natürlich schon ankäme.
3/5 Punkten

Es wird immer wieder empfohlen, das Buch zur Vorbereitung der G7-Kampagne zu lesen. Da sich das Personal und die Handlung um die Gezeichneten nur in der Neuauflage der G7 mit dem Finale des Romans überschneidet (und da eine detaillierte Schilderung vorweg zu lesen mich persönlich eher einschränken würde) kann ich diese Empfehlung nicht wiederholen. Hilfreich ist meines Erachtens allenfalls der Anhang mit Angaben zu Schlachtverläufen und Zeichnungen der Schlacht von Eslamsbrück und auf den Vallusanischen Weiden - ich hoffe jedoch, dass die auch ins Abenteuer übernommen wurden.

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