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HA in "guter" Tradition?

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Eadee
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HA in "guter" Tradition?

Beitrag von Eadee » 18.11.2016 10:10

Tut mir leid das ich ein neues Thema eröffne, aber der Thread HA ja/nein ist anscheinend gesperrt worden während ich meinen Text getippt habe, und ich werd das jetzt nicht alles verkommen lassen:


Meiner (subjektiven) Meinung nach ist man mit der HA und DSA5 nur in guter Tradition geblieben sich seine bestehende Spielerschaft vergraulen zu wollen weil man glaubt zeitgemäßer sein zu müssen um neue Spieler für DSA zu gewinnen.

Der erste Umbruch diesbezüglich war die Borbaradkampagne die auf Kosten einer wunderschön bunten Spielwelt besonders episch sein muss, nur damit man am Ende des ganzen ganze Ländereien hat die als Horrorsetting herhalten. Ich gebe ja zu, world of darkness und cthulluh waren damals schon groß, aber ich spiele eben ein explizites Horrorspiel wenn ich Horror will, da muss man mir nicht die halbe Spielwelt zerbomben damit ich das in DSA auch habe. Aus einem schön buntem Aventurien entwickelte sich daraufhin ein Aventurien wo es nur noch Graustufen gab. Niemand war mehr wirklich gut, alle nur noch eine unterschiedliche Abstufung von verdorben.

Diese Entwicklung hatte damals noch vor den Göttern halt gemacht. Die waren in 90% der Fälle schlicht als "gut" aber in unterschiedlicher Farbe zu bezeichnen, lediglich die Kirchen waren öfter fehlbar und von Machtgier einzelner Geweihter betroffen. Durch die HA wird nun alles so gedreht das die Götter selbst schon ein Haufen verdorbenen Packs ist. Spielt man einen Geweihten kann man sich also nur überlegen "welcher Gott ist das geringere Übel?" Eigentlich hat sich die echsische Ansicht zu den Göttern bewahrheitet "fürchte die Götter, versuche ihre Aufmerksamkeit nicht zu erregen und wenn dies doch geschieht bete um sie zu besänftigen."

So, damit sind Götter nun also auch noch verdorbenes Pack, grau ist das neue bunt. Ich glaube ich paktiere mal lieber, da weiß ich wenigstens was für ein Übel ich mir wähle.

DSA5 versucht von den Regeln her nun noch krampfhaft mehr Shadowrun oder D&D zu werden (die Redax scheint sich noch nicht einig welches der beiden es nun werden soll und arbeitet daher gezielt in beide Richtungen).

Ich hatte ehrlich bei der Ankündigung der DSA-beta gehofft das wiedener Vernunft in die Hallen der Redax findet, aber bisher habe ich das aus meiner Sicht nicht erleben dürfen, statt das DSA wieder zurück "zu sich selbst" findet strebt man nun in eine ganz andere dritte Richtung.

Die HA war auch ein solcher Hoffnungsschimmer bis sie erschien, es ist halt schon bitter wenn dann genau dieser zu einem Schlag in die Magengrube wird.

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Ardor
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Re: HA in "guter" Tradition?

Beitrag von Ardor » 18.11.2016 10:47

Ja, der andere Thread ist aus guten Grund gesperrt worden. Die Positionen sind in der HA-Frage wohl schon zu gefestigt, als dass hier jemand für neue Erkenntnisse durch Argumente der "Gegenseite" offen wäre.

Hm, auf die Idee die Borbaradkampagne als Ausgangspunkt einer Entwicklung zu sehen, die in der HA mündete bin ich ehrlich gesagt nicht gekommen. Zumal es auch keine Konsistenz in der Redaktion und Autorenschaft gibt. Ulrich Kiesow ist während der laufenden Kampagne verstorben. Schmidt Spiele kurz darauf in Konkurs gegangen und DSA ein halbes Jahr auf Eis gelegen, bevor Fanpro selbst die Produktion in die Hand genommen hat.

Hadmar (von) Wieser hat noch aus Pflichtbewusstsein die Borbarad-Kampagne mit abgeschlossen, bevor er DSA den Rücken gekehrt hat.

K.H. Witzko ist relativ zu Beginn der Post-Borbarad-Ära ausgestiegen, abgeschreckt von der pfiffigen Idee: "Jetzt schreibt mal jeder zu ganz anderen Themen wie bisher, damit frischer Wind in die Bude kommt."

Später die Übernahme von Ulisses, der "Aufstand der Wachholzisten".

Nein, einen über mehrere Jahren durchgezogenen Masterplan, in dem es darum geht, wo sich DSA hin entwickeln soll gibt es definitiv nicht, weil die planenden/entscheidenden/schreibenden Personen zu häufig gewechselt haben.

Vielleicht ist genau der Punkt das Problem.

Es gibt immer wieder Ansätze, die nicht wie gehofft bei der Spielerschaft ankommen. Ich sage nur "DSA Professional" oder das "Dark Force"-Sammelkartenspiel.

"DSA meets Lovecraft" in Form von "Borbarads Erben" ist bei Teilen der Spielerschaft auch nicht so gut angekommen. Ein über längere Zeit andauernde Status Quo zwischen den "Bösen" in Form der Heptarchien und den "Guten" war nach der G7-Kampagne für viele inakzeptabel, denke ich.

Und das war so, weil es eben KEIN grau sondern reines schwarz/weiß gab zwischen Schwarzen Landen und Restaventurien, zwischen (Erz-)Dämonen und Göttern. Da hätte ein wenig mehr grau (Borbarads Erben, die an den Eroberungen festhalten und eben AUCH Dämonen als Werkzeug benutzen, aber keine regelrechten Reiche des Bösen mit Erzdämonenverehrung) meiner Meinung nach sogar ganz gut getan.

Das Bild der der "Götter in Grau" sehe ich persönlich vor der HA nicht wirklich. Und vielleicht ist es genau nach dieser GUT (tm) gegen BÖSE (tm) - Szenerie besonders schwer zu verkraften...

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