Warum das Horasreich gehasst wird?

Allgemeines zu Aventurien, Myranor, Uthuria, Tharun, Den Dunklen Zeiten & Co.
Gelkadosh
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Ungelesener Beitrag von Gelkadosh » 17.03.2005 14:16

(Bravo! Ich weiß ganz genau, warum ich einer Freizeitbeschäftigung nachgehe, in der sich intelligente Menschen austoben... .)

Ist dann der Vinsalter Krieger, der mit einem Tuzakmesser kämpft, die ultimative, anmaßende PG-Kreatur, die in einem sorgsam mittelalterlich zurückgebrochenen Aventurien zum Freiwild erklärt wird?
Schade, ich habe soviel Spaß mit ihm... .

Im Ernst: Was ist jetzt das Argument, das nach alldem übrigbleibt, außer persönlichem Geschmack?

Honoraemulo
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Ungelesener Beitrag von Honoraemulo » 17.03.2005 15:31

Amat von Lowangen hat geschrieben:Nebenbei erwähnt: Ich habe im Japanischen Kulturinstitut in Köln Japanisch gelernt und habe in der Bibliothek des Museums für Ostasiatische Kunst gearbeitet, wo ich mehr als ein Buch über Japan lesen konnte.
Dann solltest du hier nicht so einen Bloedsinn verzapfen. Die "kurofune" haben nicht Nagasaki bombadiert (das verwechselst du mit einer Atombombe). Perry ist in der Tokyo Bucht angelandet. Seine Schiffe waren keine Stahlschiffe, sondern Dampfschiffe -- sogar nur zwei der vier. Das erste hochseetaugliche ironclad war die franzoesische La Gloire von 1859. Uebrigends hatten deine "fruehmittelalterlichen" Japaner 1576 sechs Eisen (Stahl?) beschlagene Kriegsschiffe. Ach ja -- ironclad ist Englisch und steht fuer "eisenbeschlagen", das waren noch lange keine Stahlschiffe aus reinem Stahl. "Nur" Holzschiffe mit einer Panzerung.

Die Schlacht von Hampton Court war erst 1862, und die Monitor und Merrimac waren auch nur Holzschiffe, denen man einfach die Aufbauten abgekappt und durch Stahl ersetzt hatte.

Und die Behauptung, dass sich Japan seit 1000 n. Chr. abgeschottet haette, hast du ja (gleucklicherweise) schon selber wieder zurueckgezogen.

EDIT: http://www.blackshipsandsamurai.com/

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Amat von Lowangen
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Ungelesener Beitrag von Amat von Lowangen » 17.03.2005 15:51

Okay, da muss ich mich geschlagen geben: Die Beschreibung lautete wörtlich "Schiff aus Stahl". Es leuchtet mir aber ein, da ich gelesen habe, dass die Schiffe aus dem amerikanischen Bürgerkrieg die ersten dieser Richtung waren.

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Adanos
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Ungelesener Beitrag von Adanos » 19.03.2005 14:42

Übrigens, Amat, erschien mir laut www.chababien.de Chababien durchaus römisch-antik angelegt. Viel mehr als das dekadente Al'Anfa, das einen Stilmix par excellence durchmacht. Da ist nämlich recht wenig römisch, bis auf die Optimaten, äh Granden und Plebejer, äh Fanas.

Galeeren gab es wie gesagt, bis ins 16. Jh.

Die Bewaffnung der wichtigsten militärsichen Einheiten erscheint mir auch nicht römisch, keine Kurzschwerter, keine Speere, eher Sklaventod oder gar Boronssichel.

Die Fremdenlegion ist auch keine Prätorianergarde, da es keinen Imperator gibt. Und sie ist ja recht unabhängig und eher von Frankreich geklaut.

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Amat von Lowangen
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Ungelesener Beitrag von Amat von Lowangen » 29.03.2005 10:14

Ups, lange nicht gelesen: Der Kampfstil mit dem Kurzschwert ist sogar typisch für die Al'Anfaner. In MbK wird sogar vorgeschlagen, einen eigenen Schwertgesellenstil mit dem Kurzschwert für Al'Anfa zu kreiieren, und auch die Al'Anfanischen Söldner sind im leichten Fußvolk am stärksten, da wiederum überwiegen die Kurzschwerter. Davon, dass sie almadanische Boronsicheln verwenden würden, habe ich noch nie gehört. Außer im Khomkrieg hatten sie es doch auch nie mit Reitern zu tun, oder?

Klar: Al'Anfa ist nicht Rom. Aber dennoch, die Gemeinsamkeiten überwiegen.

Gulmond
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Ungelesener Beitrag von Gulmond » 29.03.2005 12:46

Eigentlich nicht.
Es gibt ein paar, aber es gibt auch ein paar Unterschiede

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Amat von Lowangen
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Ungelesener Beitrag von Amat von Lowangen » 29.03.2005 14:42

Gut, dann überwiegen halt die Gemeinsamkeiten mit Karthago. Ändert mMn wenig.

Gelkadosh
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Ungelesener Beitrag von Gelkadosh » 04.04.2005 13:50

Sehe da auch eher ein bycantinisches Szenario mit maurischen und kolonial-spanischen einflüssen. Verstehe nicht, was daran antik sein soll (von der Paraderüstung der Tempelögarde mal abgesehen).
Der SG-Stil mit zwei Kurzschwertern ist ja wohl eher ein Treppenwitz, oder?

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Amat von Lowangen
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Ungelesener Beitrag von Amat von Lowangen » 04.04.2005 14:25

Zur Antinke in Al'Anfa: Man lese den Thread.

Gelkadosh
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Ungelesener Beitrag von Gelkadosh » 04.04.2005 15:03

Amat, ich habe dazu schon mal was gesagt. Ich verstehe einfach nicht, was da "antik" sein soll.
Galeeren?
Bis Lepranto 1477 klar dabei.
Arena?
Na gut. Gabs in Byzanz aber auch, nur nicht so groß wie in Rom (und daher hervorragend mit der in Al'Anfa vergleichbar).
Dekadente Oberschicht vs. ausgeplünderte Restbevölkerung?
Ich glaube, das ist eine kulturelle Konstante.

Militärisch:
Die Basaltfaust verwendet Boronssicheln. Das so hervorgehobene "leichte Fußvolk" ist ja wohl der "Schwarze Bund des Kor". Dessen Ausrüstung kann man in RuL finden, die ist mal gar nicht antik. Ansonsten hast du die "Dukatengarde" (dito) und die Fremdenlegion (s.o.). Kurzschwerter findest du höchstens bei der Stadtgarde als HW, ansonsten vielleicht als Seitenwaffe. Die Waffe der Wahl in Al'Anfa ist das Hau- oder Entermesser.
Meiner Meinung nach alles späte DSA-Renaissance.

Bornsky
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Ungelesener Beitrag von Bornsky » 05.04.2005 11:23

Mir ist es unverständlich warum man nur den Horasiern Hochmut vorwirft.
Gegenüber der Selbstüberschätzung und den Allmachtsgebärden der Vertreter des Mittelreiches wirkt das doch eher bescheiden!!!

Zudem ist mir unklar warum dem Horasreich vorgeworfen wird, daß es eben nicht unzivilisiert und bildungsfeindlich ist.
Schlimm und unsympatisch ist da eher der blinde Fanatismus der Mittelreicher, Thorwaler, Andergaster, Nostrianer und Novadis.
Sie sind durch SELBSTGEWÄHLTEN Wahn und Stumpfsinn verblendet.
Und auch Aventurien DARF den Gesetzen der LOGIK folgen!
Also warum soll ein Land der Wissenschaft dann nicht auch von seiner Offenheit profitieren?
Der Fortschritt sollte belohnt werden!

Warum sind andere Länder sympatischer, wenn sie Einfluß ausüben wollen?
Hat das Horasreich nicht längst seine Zeche gezahlt?

Ich finde ein selbstbewustes & KULTURSCHAFFENDES Volk sympatischer als Reiche, die ihre Macht einzig auf die Gabe der Magie stützen(selbst also fast nichts dazu beitragen) & die von Haßgetriebenen, weltfremden Weißmagiern verseucht und geschirmt werden oder aus Rachsucht verblendeten Familienclans bewohnt werden.

Letztlich ist der Wiederaufstieg des Horasreiches der gerechte Lohn für die lange Zeit des Ringens um Freiheit!!!

Und allen Meistern die Angst vor überlegenen Horasianern in ihren Gruppen haben, rate ich dies als Herausforderung und Eignungstest für ihr meistern zu begreifen.

Zuletzt möchte ich noch Eliel danken, daß er zu den Wenigen gehört, die objektiv sind, die nicht ein Mittelreich-Einheits-Aventurien wollen und auch dafür, daß er nicht zu den bedingungslos Redaktionsgläubigen zählt!!!
Denkt daran in Aventurien geht es nicht darum das Mittelalter zu KONSERVIEREN!!!

Karasuk
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Ungelesener Beitrag von Karasuk » 05.04.2005 14:37

@ Geldakosh: Die Seeschlacht von Lepanto fand am 7. Oktober 1571 statt, du hast dich um fast ein Jahrhundert vertan.

Deine Anmerkungen zu den Handwaffen und Rüstungen sind ansonsten vollkommen richtig: nichts Römisches zu finden. Selbst die Kurzschwerter der Stadtgarde dürften mit den römischen Gladius nur sehr wenig zu tun haben.

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Amat von Lowangen
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Ungelesener Beitrag von Amat von Lowangen » 05.04.2005 17:08

Haben wir nicht schon auf Seite 11 festgestellt, dass Al'Anfa eher Karthago als Rom entspricht?

Warum der Schwertgesellenstil mit zwei Kurzschwertern für Al'Anfa ein Witz sein sollte, habe ich bisher nicht verstanden. Natürlich passt er nicht da rein, aber das kommt halt daher, dass er ein Schwertgesellenstil ist.

Ich verstehe nicht, wie man so offensichtliche Merkmale wie die in Al'Anfa ignorieren kann: Ein oligarchisch regierter Stadtstaat, eine offen herrschende Priesterschaft, der Koloss von Al'Anfa über der Hafeneinfahrt, antike Säulenbauweise...
Was zur Hölle soll denn daran auch nur der Renaissance ähneln?
Bornsky hat geschrieben:Und allen Meistern die Angst vor überlegenen Horasianern in ihren Gruppen haben, rate ich dies als Herausforderung und Eignungstest für ihr meistern zu begreifen.
Gleiches gilt für alle Meister, die Munchkins, PGs, schlecht gespielte Schelme oder ähnliches in ihrer Gruppe haben.

Gulmond
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Ungelesener Beitrag von Gulmond » 05.04.2005 17:42

Ein oligarchisch regierter Stadtstaat, eine offen herrschende Priesterschaft, der Koloss von Al'Anfa über der Hafeneinfahrt, antike Säulenbauweise...
Was zur Hölle soll denn daran auch nur der Renaissance ähneln?
An die Rennaissance erinnern vor allem: Oligarchisch regierter Stadtstaat, offen herrschende Priesterschaft und Säulenbauweise.
[/quote]

DarkEmbrace
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Ungelesener Beitrag von DarkEmbrace » 05.04.2005 19:56

Gulmond hat geschrieben:An die Rennaissance erinnern vor allem: Oligarchisch regierter Stadtstaat, offen herrschende Priesterschaft und Säulenbauweise.
Naja auf die Weise können wir natürlich schön im Kreis diskutieren. Schließlich trägt die Rennaissance nicht umsonst ihren Namen, sprich die Rückbesinnung die sogenannte antike Hochkultur. Das kann es nicht sein, wir müssen schon über die Basis reden, also ob die genannten Argumente Fassade oder Prunkt ist, oder auch wirklich im Alltagleben greift.

Beim eben genannten würde ich die offen herrschende Priesterschaft eher der Antike zuweisen, weil mir nur wenige bis gar keine Beispiele aus der Renaissance einfallen, aber aus der Antike einige.
Oligarchisch regierter Stadtstaat kann man in der Tat auch beiden zuordnen, hier können wir mMn keinen Favoriten festmachen.
Ebenso die Säulenbauweise. Wobei: In der Rennaissance waren Säulen eher Zierbauten und hatten meist keine tragende Funktion. Wenn sich also in Bezug auf Al'Anfa die verwendung von Säulen in der Architektur belegen ließe, kann man es doch vielleicht eher der einen oder anderen Gruppe zuweisen.
Die Arenen dagegen sprechen eher eindeutig für eine Antike Kultur.

Ich glaube es wird im Endeffekt auf einen byzantinisch-karthagischen Mischstaat hinauslaufen, der aber eher an der Antike orientiert ist (wie das byzantinische Reich auch in Gedenken an sein goldenes Zeitalter, als es noch groß und mächtig war).

Auf jeden Fall denke ich darüber würde sich ein eigener Thread lohnen oder ggf. diesen hier aufzusplitten. Es ist nämlich schon ziemlich OT.

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Amat von Lowangen
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Ungelesener Beitrag von Amat von Lowangen » 05.04.2005 23:06

Gulmond hat geschrieben:An die Rennaissance erinnern vor allem: Oligarchisch regierter Stadtstaat, offen herrschende Priesterschaft und Säulenbauweise.
Du zerstörst mein letztes bisschen an Glauben an die Menschheit...

In der Renaissance wurde der ganze Antike Krempel wieder ausgegraben. Also war er vorher wohl mal verschüttet worden. Wurde er in Aventurien aber nie. Ohne Tod keine Wiederauferstehung. Also, wenn wir in Aventurien etwas Antikes finden, dann muss es wohl logischerweise aus der Antike stammen.

Hast du nicht auch behauptet, ein Schwert wäre nicht mittelalterlich, weil es auch noch zu anderen Zeiten verwendet wurde?
Gulmond hat geschrieben:Die benuitzten Waffen [Maraskans] sind nicht mittelalterlich (die gab es nämlich nicht nur im Mittelalter)
Doch, ich glaube, auch den Bock hast du geschossen.

Die Pyramiden von Giseh bleiben auch antik, selbst wenn sie heute eben noch immer stehen!

Gulmond
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Ungelesener Beitrag von Gulmond » 06.04.2005 07:59

In der Renaissance wurde der ganze Antike Krempel wieder ausgegraben. Also war er vorher wohl mal verschüttet worden. Wurde er in Aventurien aber nie. Ohne Tod keine Wiederauferstehung. Also, wenn wir in Aventurien etwas Antikes finden, dann muss es wohl logischerweise aus der Antike stammen.
Und wenn es gerade erst gebaut wurde?
Ebenso die Säulenbauweise. Wobei: In der Rennaissance waren Säulen eher Zierbauten und hatten meist keine tragende Funktion. Wenn sich also in Bezug auf Al'Anfa die verwendung von Säulen in der Architektur belegen ließe, kann man es doch vielleicht eher der einen oder anderen Gruppe zuweisen.
Ja nun, dann müssten wir es doch wohl der anderen Gruppe zuweisen.
Säulen, Arkaden etc. dienen nur der Verschönerung

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Kalijo
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Ungelesener Beitrag von Kalijo » 06.04.2005 08:07

Tja, Gulmond, was ist, wenn die letzten unzivilisierten irdischen steinzeitlichen Indios jetzt gerade eine steinzeitliche Hütte gebaut haben? Ist die dann postmoderne Neosteinzeit? Also einfach die Rennaissance der Steinzeitarchitektur? Oder einfach Steinzeit? Weil dieser bestimmte Stamm nie aus der Steinzeit rausgekommen ist.

Und was die reine Schmuckaufgabe der Säulen in Al'Anfa angeht: bitte Quellen. Sonst ist das einfach nur eine ungestützte Behauptung von dir. Ungefähr so ungestützt wie (vielleicht) die al'anfanischen Gebäude wären, wenn du ihnen plötzlich die Stützfunktion ihrer Säulen entziehst.

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Hane
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Ungelesener Beitrag von Hane » 06.04.2005 08:55

;) Säulen, wie sie hier verstanden werden, haben fast nie eine Tragende Funktion. Sie Tragen nette Gesimse, Giebel, Bolkone, die einfach nett aussehen sollen.

Die tragenden Elemente sind in der Regel Pfeiler, mehr eckig und eindrucksvoll und kommen auch im Mittelalter vor. Man kam einfach nicht an ihnen vorbei, wenn das Gebäude stehen bleiben sollte.

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Ungelesener Beitrag von Gulmond » 06.04.2005 09:34

Kalijo hat geschrieben:Tja, Gulmond, was ist, wenn die letzten unzivilisierten irdischen steinzeitlichen Indios jetzt gerade eine steinzeitliche Hütte gebaut haben? Ist die dann postmoderne Neosteinzeit? Also einfach die Rennaissance der Steinzeitarchitektur? Oder einfach Steinzeit? Weil dieser bestimmte Stamm nie aus der Steinzeit rausgekommen ist.
Und ist dann im Umkehrschluss das Brandenburger Tor antik?
Und was die reine Schmuckaufgabe der Säulen in Al'Anfa angeht: bitte Quellen. Sonst ist das einfach nur eine ungestützte Behauptung von dir. Ungefähr so ungestützt wie (vielleicht) die al'anfanischen Gebäude wären, wenn du ihnen plötzlich die Stützfunktion ihrer Säulen entziehst.
Al'Anfanische Architektur bitte in IDM nachlesen.
Wird dort beschrieben.

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Kalijo
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Ungelesener Beitrag von Kalijo » 06.04.2005 09:44

@Gulmond: nur das dein Umkehrschluß weder logisch noch wissenschaftlich zulässig ist:

eine Rennaissance Kunst (wie z.B. Rennaissance oder Neoklassizismus) greift einen Stil auf, der zwischenzeitlich aufgegeben wurde / ausgestorben war. Das gilt sowohl für die pseudo-antiken Bauten der Rennaissance, als auch für die des Neoklassizismus. Also auch für das Brandenburger Tor.

Eine "echte" Kunst ist dagegen eine, die nicht zwischenzeitlich aufgegeben wurde. Also ist die Hütte der Steinzeit Indios heute genauso steinzeitlich, wie sie es wäre wenn sie vor 100.000 Jahren gebaut worden wäre.

Würdest du die gleiche Hütte bauen, wäre es dagegen neo-steinzeitlich, da du eben nicht in einer Kultur aufgewachsen bist, die diese Kunst/Stil tradiert hat.

Dementsprechend ist Al'Anfa dann "antik" wenn es diesen Stil kontinuierlich tradiert hat, und rennaissance, wenn dieser Stil "ausgestorben" war, und wiederbelebt wurde.

Oder als anderes Beispiel: die kalifornischen Hippies die seit den 60-igern stets den gleichen Stil getragen haben, tragen Hippie Stil.
Die Kiddies von heute, die die Klamottenkiste ihrer Eltern ausgraben (also Sachen die seit 20 Jahren nicht mehr getragen wurden), tragen Neo-Hippie Stil.

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Ungelesener Beitrag von Gulmond » 06.04.2005 10:21

ementsprechend ist Al'Anfa dann "antik" wenn es diesen Stil kontinuierlich tradiert hat, und rennaissance, wenn dieser Stil "ausgestorben" war, und wiederbelebt wurde.
Gut, in AL'Anfa haben wir keine kontinuierlich tradierten Baustile.
AL'Anfa hat immer Stile von außen aufgenommen und vermengt.
Kwein Wunder ist die Stadt doch urtulamidischen Ursprungs, die aber später von den Bosparanern quasi neugegründet wurde.

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Varana
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Ungelesener Beitrag von Varana » 06.04.2005 13:10

Öhm, nur mal so...
"Renaissance" ist ein irdischer Kunststil, den man als Vorbild für eine Phantasie-Kultur (z.B. Al'Anfa) nehmen kann. Ob diese Phantasie-Kultur dann genauso wie die irdische Renaissance sich auf eine ältere Tradition bezieht, kann sein, ist aber nicht notwendig - notwendig wäre es nur, wenn auch die Al'Anfaner ihren Stil als "Wiedergeburt" bezeichnen.
Wenn nicht, ist der Ausdruck "Renaissance" nur eine Krücke zur bildlichen Vorstellung des Stils der Phantasie-Kultur und hat mit den Quellen und der Entwicklung der irdischen Epoche nichts zu tun.

Und da die Renaissance zwar auf die Antike zurückgreift, aber bitte keineswegs dasselbe ist, kann man durchaus behaupten, daß z.B. Al'Anfas Kunststil sich an der irdischen Renaissance orientiert, aber daß dieser Stil in Aventurien eben eine Neuentwicklung ist (den auch kein Aventurier "Wiedergeburt" nennen würde).

Ob das auf Al'Anfa jetzt zutrifft oder nicht, ist damit nicht gesagt, dazu kenne ich mich in al'anfanischer Architektur zu wenig aus. Aber legitim ist diese Einordnung durchaus.

Karasuk
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Ungelesener Beitrag von Karasuk » 07.04.2005 09:50

Von welchen aventurischen Baustil reden wir denn überhaupt, der in Al´Anfa so das Bild prägen soll?

Säulenbaustile sind mir nämlich drei bekannt:

Der güldenländische Baustil wäre etwa 2000-2500 Jahre alt und am ehesten mit einer aventurischen Antike gleich zu setzen. Dieser Baustil wird im damals wenn überhaupt schon erbauten Al´Anfa definitiv nicht vorhanden gewesen sein.

Danach kamen die Dunklen Zeiten, in der deutlich anders gebaut wurde. Eher Mittelalterlich würde ich sagen.

Der Helaische Baustil wurde von der letzten Horas gleichen Namens eingeführt und ist etwa 1000 aventurische Jahre alt. In All Anfang, dessen Zerstörung die Schöne Kaiserin befahl wird sich auch dieser Baustil kaum finden.

Stattdessen finden sich einige Bauwerke im Befreiungsstil, aus der Zeit der Klugen Kaiser (z.B. die Zwingfeste), der Priesterkaiser und nicht zuletzt aus der Friedenskaiserzeit (eslamidische Bauten mit Zwiebeltürmen).

Zu guter Letzt gibt es den in Horas- und Mittelreich sich ausbreitenden Neogüldenländischen Stil, wobei ich aber auch kein Gebäude in Al´Anfa nennen könnte, dass so gebaut ist.

Alanfanische Bauten weisen einen wilden Mix aus verschiedenen ausländischen und eigenen Elementen auf. Der verspielte Havenastil, eslamidische Kuppeldächer, Arkaden aus Edelhölzern (klingt für mich eher nach Kolonialbauweise) und spatenförmige Fenster.


Hoffe ich konnte helfen.


Karasuk


P.S.: ich könnte wegen Neogüldenländischer Architektur und Atriumshäusern auch vom Horasreich behaupten, es sei doch nicht Barock, sondern von der römischen Antike angehaucht, genauso wie Gareth und Punin mit Hippodrom und Gladiatorenkämpfen. Macht aber wenig Sinn.

Generell sind alle aventurischen Kulturen und Zivilisationen ein wilder Mix aus verschiedenen irdischen Anleihen und eigenen Elementen. Das macht ihren besonderen Charme aus. Sie auf biegen und brechen mit einer einzelnen irdischen Kultur vergleichen oder sie gar angleichen zu wollen, halte ich für von Grund auf falsch. Bei Maraskan würde man mich z.B. in der Luft zerfetzen, wenn ich einen Angleich an das irdische Japan verlangen würde. Ich bin gegen eine Zerstörung des ganz eigenen Charmes und die krampfhafte Suche nach irdischen Paralellen. Aventurien ist anders! Punkt!

Karasuk
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Ungelesener Beitrag von Karasuk » 08.04.2005 07:16

Nachdem ich endlich mein IDM wieder zurück habe, habe ich nach Gebäuden in Al´Anfa gesucht, die klassische Elemente aufweisen. Ich konnte kein einziges finden, selbst der große Tempel des Boron ist eher eine Kathedrale, als ein klassischer Tempel, soweit ich das aus der knappen Beschreibung schließen kann. Klassische Säulen sind jedenfalls nirgendwo erwähnt.

Im Gegensatz dazu finde ich in Gareth ein halbes Dutzend solcher Bauten, v.a. auch Sakrale, die zumindest Neogüldenländisch sind. Allein ein Blick auf das Cover von "Die Kaiserstadt Gareth" reicht da schon fast aus.


Karasuk

Heike Wolf
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Ungelesener Beitrag von Heike Wolf » 08.04.2005 21:54

Hiho,

wilde Diskussion hier :lol:

In Sachen Architektur findet man in Al'Anfa nahezu alles, auch neogüldenländisches.
Ansonsten kann ich Karasuk nur zustimmen - Al'Anfa ist nicht nur Rom oder nur Renaissance, sondern ein Mix aus allem (bis hin zu 19. Jh. Südstaaten, die in IDM allerdings etwas in den Hintergrund getreten sind): Rom, Byzanz, Renaissance (v.a. Spanien, aber auch Anklänge an Italien) ... Auf Karthago bin ich bislang noch nicht gekommen, kann aber sein 8)
Außerdem müssen Anleihen nicht immer 1:1 übernommen sein. Der rat der Zwölf erinnert an den Senat, ist aber keiner. Dafür paaren sich römisch-kaiserzeitliche Dekadenz mit römisch-republikanischer Cliquenherrschaft + Patronatssystem. Obwohl letzteres auch byzantinisch ist. Die Boronkirche agiert wie kriegslüsternde Renaissancepäpste, und die Klamotten passen nach Spanien des 16.Jh. (der Begriff Armada im Übrigen auch). In der alten Spielhilfe gab es übrigens noch die Toga als Kleidungsstück der Granden :lol: Die Tuniken haben wir ihnen aber gelassen ...

Viele Grüße
Heike

Karasuk
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Ungelesener Beitrag von Karasuk » 08.04.2005 22:40

Das ist jetzt wenigstens schon das zweite Mal, das ein Redaktionsmitglied sagt, das es mir zustimmt... vielleicht sollte ich doch dem Drängen meiner Kommilitonen nachgeben und mich für einen Praktikumsplatz bei Fanpro im Sommer bewerben...

@ Heike: Wie ich das bei einer solchen Wortmeldung immer tue: schön, das Mitglieder der Redax auch in solchen Foren präsent sind und die Nähe zu den Spielern wahren. Danke!


Karasuk

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Lumpi der lumpige lump
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Ungelesener Beitrag von Lumpi der lumpige lump » 08.04.2005 22:52

exil_mage hat geschrieben:Ich verstehe eh nicht was ihr alle für Probleme mit dem HR habt!
Ist doch schnuppe ob es in zeitlich und technologisch in Aventurien passt oder nicht.
Oder wollen wir die westlichen Industrienationen mit den Urwaldeinwohner im Regenwald vergleichen? Ja verdammt noch mal, warum sind die Europäer so weit fortgeschritten? NIEDER MIT DEM FORTSCHRITT!!!

Ich hab keine Probleme damit, dass eine Fantasiewelt verschiedene Epochen (sowohl kulturell als auch technologisch) miteinandere verbindet... ihr könnt doch in den Regionen spielen, die euch gefallen...

ES LEBE DIE MONOTONIE!!! äh? jetzt red ich schon selber so :oops: :lol:

wie wäre es wenn wir noch die Farbe aus Aventurien abschaffen? 256 Grautöne reichen doch, oder? :wink:

Wünsch euch frohes Rollenspiel!

exil_mage
deine Vorstellung vom Rollenspeil hat was 8)

Adarrio
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Errungenschaften

Warum das Horasreich gehasst wird?

Ungelesener Beitrag von Adarrio » 26.11.2017 22:25

Den zwölfen zum gruße,

Ich habe mit großem Interesse diese Diskussion aus dem Jahre 2005 gelesen.

Als aventurischer Neuling habe ich hier sehr viele Informationen über die politische und militärische Lage meines geheimen Lieblings, des lieblichen Feldes im speziellen, und aventuriens im allgemeinen erhalten.

Jetzt sind schon einige Jahre ins Land gegangen, und Dere hat sich vermutlich stark verändert.

Daher wollte ich gerne wissen, was sich da verändert hat? Leisten sich die Liebfelder immer noch ein solch großes Heer? Sind sie immer noch die "besten" in allen Gebieten? ( zwar subjektiv, aber wohl der Grund dieses threads )
Wie steht es mit den Thorwalern? Mussten die Horasier mal intervenieren?

Vor allem. Ist der Hass der Community noch so stark? ;-)
Den ein oder anderen Spruch, von wegen perrücke oder schminke, habe ich auch schon gehört.

Amat von Lowangen seine Meinung würde mich auch speziell interessieren, da er der wehementeste Gegner war. Hoffentlich ist er noch online.

Ich möchte natürlich nicht dieses Forum ausnutzen um die Bücher zu ersetzen. Etwaige links würde ich gerne auch haben.
Mich interessieren die fluff Informationen die man aus dem aventurischen Boten bekommt.
Und da ist dieses Forum, mit ihren vielen langjährigen Spielern, der perfekte Ratgeber.

Gruß Adarrio

Nimmerland
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Warum das Horasreich gehasst wird?

Ungelesener Beitrag von Nimmerland » 26.11.2017 23:19

Ooh, ein Threadnekromant übelster Sorte;)

Also ich mag die Horasier sehr gerne ~ bin aber selbst erst kürzlich mit denen in Kontakt gekommen. Danke, dass du diesen witzigen alten Faden rausgekramt hast; ist schon ein bisschen aventurische Kulturgeschichte, die hier begraben liegt. Ich nutze die Gelegenheit und lese selbst mal ein bisschen, bevor ich mir eine qualifizierte Aussage anmaße...
"Burn the land and boil the sea - you can't take the sky from me."

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