Ordensverrat - AWOL und seine aventurische Folgen.

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Darjin
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Ordensverrat - AWOL und seine aventurische Folgen.

Beitrag von Darjin » 27.12.2016 17:24

Wie geht die aventurische Umwelt (und damit ihr, geneigter Leser, als (Mit-)Spieler oder Meister) damit um, wenn ein (Laien-)Mitglied eines klerikalen Ordens im Laufe seines Abenteurerlebens auf einmal feststellt, dass das Leben außerhalb der Klostermauern doch nicht so schlimm ist und ihm mehr liegt.

Sei es, dass ein Bannstrahler feststellt, dass er (in Anleihe an dem Baron, der ja auch Erzinquisitor UND oberste KGIAler war) garnicht so schlecht darin ist, Unwahrheiten zu erzählen, zu lügen, sich fremden Eigentums zu bemächtigen, Magie nützlich sein kann und man damit durchaus der praiosgefälligen Ordnung dienlich sein kann.
Oder ein Golgarit die Rahjafeierlichkeiten in Belhanka nach gehörigem Vorglühen gleich bis in den Praios ausdehnt und darüber hinaus zum wahren ganzjährlichem Partylöwen mutiert.
Oder dem Efferdbruder, der seine Bestimmung als Smutje im Nordmeer findet und dabei bestimmt nicht immer nur kalte-Platte serviert.

Ich weiß, extreme Beispiele und sicherlich irgendwo über Prinzipientreue/Verpflichtungen/Moralcodex regeltechnisch abgedeckt. Aber wenn der Char in seiner Entwicklung sich dann doch dafür entscheidet, sich von diesen Schranken frei zu machen (Nachteile wegkauft), durchaus in der dauerhaften Charentwicklung denkbar.
Wie hart sind die Strafen? Ächtung? Erzfeinde bis in den Tod? Gesucht? Schandmal? Oder barmherziges Verzeihen nach Rückzahlung aller ausstehenden Verpflichtungen und Versicherung, dem Orden weiterhin als Externer wohl gesonnen zu sein?
„Man muß uns, glaube ich, nie so viel Verachtung zeigen, wie wir verdienen.“
Michel de Montaigne (1533-1592)

Jadoran
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Re: Ordensverrat - AWOL und seine aventurische Folgen.

Beitrag von Jadoran » 27.12.2016 17:59

Das kommt einfach ganz auf die Umstände an. Aus vielen Orden kann man "in good standing" wieder raus. Nur sollte mand as machen, bevor man öffentlichkeitswirksam gegen dessen Prinzipien verstösst.

Regeltechnisch müssen die Nachteile - edit: so vorher GP-bringend genommen - weggekauft werden, SO-Vorteile etc. fallen weg... Ansonsten kommt es ganz auf die Herangehensweise an. Wenn man einen geneigten Vorgesetzten hat, der einsieht, dass der Laienbruder einfach nicht für das Ordensleben geschaffen ist, und der Absprung nicht gerade in der Stunde der Not passiert, dann kann das eine völlig schmerzlose Angelegenheit sein. Man nimmt halt seinen "Abschied im Guten". Die Kollegen klopfen einem noch mal auf die Schulter und wünschen einem alles Gute und man bleibt sich gewogen.

Anders siehts natürlich aus, wenn man mit seinem Verhalten den Orden bereits in Mißkredit gebracht hat. Der Golgarit etwa als Spottgedichte vortragender Bänkelsänger einem Adligen auf die Nerven gegangen ist. Der Gänseritter im falschen Ehebett erwischt wurde. etc. etc. Da kann schon ein Ausschluss a la "Raustrommeln des Kameradenschweins" anfallen.

"Gesucht" ist eher was für weltliche Verbrechen, da müssen schon mehr als einfache Verstösse gegen die Ordensregel her. Etwa ein "Von der Fahne gehen" in Kriegszeiten bei einem Kämpferorden.
Zuletzt geändert von Jadoran am 27.12.2016 19:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ordensverrat - AWOL und seine aventurische Folgen.

Beitrag von Curthan Mercatio » 27.12.2016 18:23

Was Jadoran sagt. Beim unehrenhaften Ausscheiden bietet sich natürlich "Schlechter Ruf" an.
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Andwari
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Re: Ordensverrat - AWOL und seine aventurische Folgen.

Beitrag von Andwari » 27.12.2016 19:34

Kommt stark auf den Orden an - von diversen Rondra-Orden ist bekannt, dass sie nach ein paar Einsätzen "mangels Masse" sang- und klanglos aufgelöst wurden. Einige (z.B. die Horasritter) sind kaum von weltlichen Interessengemeinschaften zu unterscheiden, andere von bestimmten Berufsgruppen dominiert (z.B. die Anconiter) oder schon arg speziell (z.B. Marbiden).

Die regeltechnische Umsetzung ist in DSA4.1 leider arg uneinheitlich - mal als komplette Profession, mal als Professionsaufsatz mit z.B. Verbindungen gegen Verpflichtungen und für einige gibt es nicht mal das.

Ein generelles "Verpflichtungen wegkaufen" sehe ich da nicht - besonders wenn z.B. die Ordensmitgliedschaft im Abenteuer als "Belohnung" präsentiert wurde und man davon nix als Scherereien hatte. Die "Klostermauern" sind in vielen Fällen gar nicht existent, eine nach außen wahrnehmbare Ordensstruktur bisweilen fraglich - und entsprechend eine mögliche Reaktion der Umwelt eben sehr vom Einzelfall abhängig.

Der Threadtitel beschreibt da die vmtl. unsinnigste Vorgehensweise - warum sollte jemand der weg will das nicht vorher klären? In vielen Fällen dürfte dann "...verrat" auch eine viel zu große Vokabel sein. Selbst wenn man den Orden samt seinen Oberen inzwischen doof findet - das muss man denen nicht direkt aufs Brot schmieren.

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Na'rat
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Re: Ordensverrat - AWOL und seine aventurische Folgen.

Beitrag von Na'rat » 27.12.2016 20:53

Würde auch sagen, dass es vom Orden abhängt und v.a. welche Position man ausfüllt. Der Bannstrahl ist ja eher eine bewaffnete Miliz, da herrscht in den unteren Rängen wohl ein ständiges kommen und gehen, in den oberen Rängen sieht es schon anders aus.
Anders bei den Golgariten oder gar den Sonnenlegion, dass sind Karrieren für Spezialisten, da lässt man selbst das Fußvolk nicht gehen, Verluste sind einfach zu schwer auszugleichen.
In solchen Vereinen wird man eher auf einen ruhigen Posten versetzt.

Witzigerweise sollte es jedoch so sein, dass der Austritt aus den ,einfachen' Orden, wie dem Bannstrahl, Efferdbrüder und CO, zwar am leichtesten ist aber selbst der einvernehmliche Abschied die härtesten Konsequenzen hat. Beispiel, wenn man aus dem Fußballverein einer Kleinstadt austritt hat man sich gleichzeitig auch von dem Mittelpunkt des sozialen Lebens ausgeschlossen, man gehört einfach nicht mehr dazu.
Bei den ,ernsthaften' Orden sollte der Austritt zwar schwieriger sein, aber die Folgen eher wenig dramatisch. Beispiel, wenn der SEK'ler, der zufällig in der Kleinstadt wohnt, dass SEK verlässt nimmt ihn die Dorfpolizei wahrscheinlich mit Handkuss und das restliche Umfeld hat eh keine Ahnung was man so gemacht hat, vergessen kann man nur das Wohlwollen der noch verbliebenden SEK'ler.

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X76
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Re: Ordensverrat - AWOL und seine aventurische Folgen.

Beitrag von X76 » 27.12.2016 23:31

So lange man offiziell Mitglied ist, ist man in allen Belangen den Ordensregeln unterworfen und wird natürlich auch dafür belangt, wenn man gegen diese verstößt.

In militärischen Orden gibt es sicherlich Disziplinar- und Leibstrafen bis hin zur Exekution in gravierenden Fällen (z.B. Desertion). Aber auch in zivilen Orden gibt es sicher Strafen, um Fehlverhalten zu ahnden (von unangenehmen Aufgaben bis zur "Inhaftierung" und Straf/Bußdienst).

Bei kirchlichen Orden kommt noch das Kirchenrecht hinzu, welches ebenfalls drastische Strafen zur Folge haben kann. Wobei die Kirchen in schweren Fällen auch karmale Strafen (z.B. Exkommunikation WDG S. 255) verhängen können.

In manchen Kirchen ist auch die Verbannung nicht unbekannt.

In der Regel wird man wohl erst wenn die "Schuld" beglichen ist, die Möglichkeit zum Austritt haben. Andersherum hätte der Orden / Kirche sonst keine oder nur eingeschränkte Vollzugsmöglichkeiten.

Also erst Strafe "absitzen" und dann kann das neue Leben beginnen. Wenn man also merkt, dass das Leben in Orden und/oder Kirche nicht das Richtige ist, sollte man unbedingt den Ausstieg vorbereiten bevor man Mist baut.

Nicht alle Orden nehmen ihr Mitglied völlig ein. Die Bannstrahler bestehen zu weiten Teilen aus Praiostagsmitgliedern (die z.B. nur am "Wochenende" für den Orden da sind) und die Mitgliedschaft ist in der Regel zeitlich begrenzt. Trotzdem unterliegen sie natürlich im Dienst und im weiteren Sinne (wohl in der Regel eher lasch kontrolliert) auch in ihrer "Freizeit" den Ordensregeln (s.o.).

Ebenso wie gemäßigte Orden ein Mitglied "bei groben Unstimmigkeiten" vielleicht auch ohne weitere Strafen einfach raus werfen.

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