Das Leben unter Wasser


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 20.09.2016 10:04 
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Für Ausflüge an Land könnte man einen Wasserbeutel oder ein anderes Behältnis auf dem Rücken tragen und darin durch Umrühren oder Umwälzen für Sauerstoffzufuhr sorgen. Von dem Behältnis geht dann ein Schlauch zu und einer von den Kiemen weg.
Die Frage ist, wieviel Wasser da ein z.B. menschengroßer Wasseratmer braucht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 20.09.2016 11:36 
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Ich möchte nochmals darauf verweisen, dass die Mahre die Probleme anderer aquatischer Lebewesen in Bezug auf das Überleben an Land nicht gehabt haben oder davon weit weniger eingeschränkt gewesen sein dürften. Auch ihre Nachfahren, die Risso, können stundenlang an Land bleiben, erschöpfen dabei allerdings schneller (Krakoniern wird laut ZBA "nur kurze Zeit an Land ohne Benetzung ihrer Haut" zugestanden; die haben aber in Lamahria nicht in entscheidender Weise gewirkt).


Nochmals - da die Krakonier gerade erwähnt werden - zur Götterwelt der Mahre:
Aus möglichen Ableitungen vom krakonischen Glauben könnten Quodazil, Schamaschtu, Yo'Nahoh, Sholai'rr'rak und Vurr-Krauk'Z bekannt gewesen sein. Vielleicht waren das vor dem Fall Charyptas Tierkönigen (welche selbst oft bestimmten Göttern nahestehen) ähnliche Geschöpfe, die als Schutzherren der domestizierten Wesen betrachtet wurden. Interessant wäre die Entwicklung des mahrischen Pantheons durch Charyptas Fall und die Abgrenzung von den als in feindlicher Beziehung gesetzten Krakoniern von Wahjad. Evtl. wurde Globomong oder Kryptor/Krp'tr als eine von Charypta getrennte Entität wahrgenommen.
Offenkundig hat sich in Lamahria zuletzt die falsche Meeresgott-Lobby durchgesetzt, selbst wenn sie den Wandel ihrer Göttin nicht bemerkt haben (die Wahrnehmung ist ja unter Achaz und Krakoniern noch heutzutage eine andere).
Dieser Wandel - und evtl. die Verdrängung anderer Meeresgottheiten - mag Spuren hinterlassen haben, die in der Architektonik und konservierten Kultur Lahmarias auszumachen sein könnten und gleichzeitig ein Menetekel für die Konsequenz der Entfesselung von Charyptoroths Macht darstellen (sei es durch die verschlingende Kraft des Erzdämons oder durch die Intervention anderer Wesen und Götter).

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 20.09.2016 22:48 
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Landatmung
Die Landatemfähigkeit der Mahre ist ein sehr guter Punkt, den ich bisher noch nicht beachtet habe. Das hat recht weitreichende Konsequenzen. Einerseits kommen die Mahre dadurch leichter an oberirdische Ressourcen wie Bronze oder Holz. Holz hält sich zumindest in feuchtem Boden sehr lange. Viele Städte (zB Amsterdam) wurden auf Holzpfeilern errichtet, die sich im feuchten Boden Jahrhunderte halten. Bronze könnte als Metall bei Waffen und als Schmuck Verwendung finden und wird natürlich auch oberirdisch verhüttet. Mit Alchemie können Holz und Bronze noch härter/haltbarer gemacht werden.

Andererseits stellt sich die Frage, wie Mahre überhaupt die Fähigkeit zur Atmung unter Wasser entwickelten. Ein schönes Szenario wäre eine Klimaveränderung oder übermächtige Feinde oder eine göttliche Strafe, die die Mahre zum Leben über Wasser zwang. Nur die stärksten Mahre und die Stämme, die schon erste Erfahrungen über Wasser gesammelt hatten, überlebten. Danach konnten alle Mahre auch an Land überleben. Gleichzeitig machten die neuen Erfahrungen über Wasser die mahrische Hochkultur unter Wasser möglich - etwa durch verbesserte Werkzeuge aus Bronze. Gleichzeitig kann ich mir den Aufenthalt an Land für junge Mahre gut vorstellen, einfach um sicher zu stellen dass die Landatmung im Fall des Falles erhalten bleibt. Wobei die oberen Schichten es sich in der Spätzeit von Lahmaria vielleicht auch "richten können".

Wissen und Gesellschaft
Die Wissensaufbewahrung entweder magisch in Kristallen, profan auf Stein oder - für weniger wichtiges oder nur kurzzeitig interessanteres Wissen auf einer Art Papyrus gefällt mir. Bibliotheken werden in diesem Fall relativ groß und platzraubend. Dadurch bieten sich zentrale Bibliotheken an, die auch so große Mengen an Wissen beinhalten können. Das passt gut zu einer Zivilisation, die sich an wenigen, großen Zentren konzentriert. Dieses zentral gelagerte, teilweise magisch gespeicherte Wissen hat mindestens zwei wichtige Folgen:

Erstens gibt dieses Wissen magisch begabten Mahren ein deutlichen Vorteil. Nur sie können Wissen magisch speichern und vielleicht sogar abrufen. Nur sie haben relativ einfache Möglichkeiten, ihr Wissen geheim zu lagern. Das macht es relativ wahrscheinlich, dass die führende Klasse der Mahre sich aus magisch begabten Individuen zusammensetzt. Da es bei den Mahren aber vergleichsweise viele Magiebegabte gibt, ist dieses Kriterium nicht ganz so exklusiv wie bei menschlichen Magokratien. Trotzdem wird es aufgrund dieses Kriteriums eine relativ klare Einteilung in Schichten geben: Magisch begabte Elite, magisch begabte Mittelschicht, unmagische Unterschicht.

Zweitens kann ein größtenteils zentralisiertes Wissen sehr leicht kontrolliert werden. Da Wissen auch Macht bedeudet, kann das die Einteilung in unterschiedliche Gesellschaftsschichten noch verstärken. Die Eliten können den unteren Schichten jeweils Zugang zu unterschiedlichen Mengen an Wissen geben - und wieder entziehen. Unter diesen Voraussetzungen halte ich eine Gesellschaft für wahrscheinlich, die in ein relativ strikes Kastensystem gegliedert ist.

Darüber hinaus wird es natürlich spekulativ. Ich nehme einmal an, dass sich ein Kastensystem nicht über die Herkunft definiert. Denn Familienbeziehungen scheinen bei keiner untermeerischen Kultur besonders wichtig zu sein. Durch was kann ein Kastensystem entstehen? Magiebegabung ist hier sicherlich ein Punkt. Die höheren Kasten dürften magiebegabten vorbehalten sein. Erstens könnte Befähigung eine Rolle spielen: Ein erfahrener Anhänger der Elite teilt die jungen Mahre in ihre Kasten (traditionell). Oder es zählt die Leistung in der Zeit ober Wasser (leistungsorientiert, vl zu modern). Oder ein magisches Artefakt wie ein sprechender Hut teilt die jungen Mahre ein (magisch). Oder die Priesterschaft teilt die jungen Mahre verschiedenen Prinzipien zu (mystisch).
Letzteres finde ich besonders interessant, weil es auch der Priesterschaft eine wichtige Rolle gibt. Wenn die Mahre Götter als Prinzipien begreifen, spielt die Priesterschaft weder als Vermittler zur Gottheit noch als Besänftiger der Gottheit eine große Rolle. Ihre übernatürlichen Möglichkeiten sind in einer Hochkultur mit vielen Magiebegabten nicht unersetzlich. Doch über die Zuordnung der einzelnen Jungmahre zu unterschiedlichen Kasten bekommen sie gesellschaftliche Relevanz. Plötzlich werden sie zu einem bestimmenden politischen Faktor, schließlich sollen die eigenen Günstlinge in hohen Positionen landen. Zusätzlich ist eine solche strikte, unumkehrbare und gesellschaftlich akzeptierte Einteilung der Bevölkerung in Kasten ein interessantes Element, das eine Kultur ein Stück weit fremdartiger werden lässt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 20.09.2016 23:08 
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Stein als Schriftmedium ist so sagenhaft unpraktisch, dass es sich schlicht verbietet. Das Material muss leicht zu bearbeiten sein, darf aber nicht zu spröde sein, dass man es noch bewegen kann. Vom Gewicht mal nicht zu reden. Zumal frühe Schriften furchtbar praktische Entwicklungen waren, leicht zu bearbeiten, widerstandsfähig und gut zu lagern. Stein erfüllt bestenfalls eines davon.
Überhaupt Schrift. Ton in den man was ritzen kann und der die Ritzungen dann beibehält gibt es nicht. Tinten, Kreiden und Kohlestifte scheiden auch aus. Da müsste man, schon wieder, ein Wundermaterial erfinden.

Edit:
Die chinesische Schrift hat wohl als Ritzung auf Schildkrötenpanzern angefangen, die Grenzen dieses Materials sind aber ziemlich offensichtlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 20.09.2016 23:48 
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Ein Kastensystem gefällt mir. Wenn ich mir vorstelle dass die Brut allgemein geschieht (der Laich wird abgelegt in einem Brutraum, und egal von wem er ist, als gesellschaftliches Gut angesehen) dann würde ich entweder der Priesterkaste die Einteilung überlassen (entweder unterstützt durch Hellsichtsmagie, Artefakte, oder eine Art "Orakel"), oder die Selektion des Stärksten einführen (sobald die Kinder ein gewisses Alter haben müssen sie über Land, und je nachdem ob sie zurückkommen, und mit wievielen Schätzen sie zurückkommen, werden sie in Kasten eingeteilt).
Wenn du eine Einteilung nach Magie willst, wäre die Priesterkaste die einteilt zu bevorzugen, weil die das erkennen könnte, und nach diesem Kriterium (vermischt mit Gutdünken) einteilt.
Auch ein Mischsystem ist denkbar ("normale" Kasten die eingeteilt werden durch den "Überlebenstest", und daneben eine Priesterkaste in die man von den Ältesten dieser Priesterkaste erhoben wird)

Bei Schrift muss man etwas kreativer werden, denn Tinte und ähnliches scheidet genauso aus wie Ton. Kohlestift und Kreide könnte aber durchaus noch funktionieren (haftender Abrieb unter Wasser könnte über Öl/Wachs/Fettbeimengung durchaus noch funktionieren), genauso wie Wachsplatten generell noch funktionieren sollten unter Wasser (wurden von den Römern ja auch verwendet). Alternativ könnten auch auf "Papyrus" (aus was das jetzt wirklich ist ist egal, organisches Material, in flacher Form) geschrieben werden mit einem Stift der die entsprechenden Stellen zum Beispiel verkohlt/aufwärmt um so zu schreiben (entweder durch Magie, oder auch durch chemische Reaktion).
Oder Papier könnte vorher behandelt sein mit einem photosensitivem Stoff, und geschrieben wird in abgedunkelten Räumen mit Stiften mit leuchtenden Enden (Lumineszenz ist unter Wasser ein sehr häufiges Phänomen, und damit gar nicht mal weit hergeholt). Das würde auch das Versperren des Wissens wieder sehr plausibel machen, weil man dieses Wissen ja vernichten könnte indem man es hellerem Licht aussetzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 21.09.2016 01:02 
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Zitat:
Oder Papier könnte vorher behandelt sein mit einem photosensitivem Stoff, und geschrieben wird in abgedunkelten Räumen mit Stiften mit leuchtenden Enden (Lumineszenz ist unter Wasser ein sehr häufiges Phänomen, und damit gar nicht mal weit hergeholt). Das würde auch das Versperren des Wissens wieder sehr plausibel machen, weil man dieses Wissen ja vernichten könnte indem man es hellerem Licht aussetzt.
Das wird dann allerdings schwer ohne Licht zu lesen - es sei denn, die Photosensitivität zeigt sich in einer Texturveränderung und man liest die Schrift mit den Fingern wie Braille.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 23.09.2016 17:19 
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Entweder es ist nur Fotosensitiv für helleres Licht, oder eben für andere Wellenlängen.
Wir schaffens ja auch Filme zu entwickeln ohne in kompletter Finternis arbeiten zu müssen :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 23.09.2016 17:29 
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Das ist zwar richtig, aber Dunkelkammern geben traditionell keine guten Leseräume ab. :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 23.09.2016 17:36 
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Vielleicht wird mit ungefiltertem Sonnenlicht an der Luft entwickelt und dann in einer gewissen Wassertiefe gelesen. Da werden ja diverse Wellenlängen sehr unterschiedlich stark gedämpft.

Lesen könnte man auch im Licht von Gwen Petryl, Biolumineszenz oder Magie. Denen fehlt irdisch betrachtet eben eine Wellenlänge und aventurisch eben Praios' gestrenger Blick...


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 23.09.2016 18:44 
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Gubblinus hat geschrieben:
Ein Kastensystem gefällt mir. Wenn ich mir vorstelle dass die Brut allgemein geschieht (der Laich wird abgelegt in einem Brutraum, und egal von wem er ist, als gesellschaftliches Gut angesehen) dann würde ich entweder der Priesterkaste die Einteilung überlassen (entweder unterstützt durch Hellsichtsmagie, Artefakte, oder eine Art "Orakel"), oder die Selektion des Stärksten einführen (sobald die Kinder ein gewisses Alter haben müssen sie über Land, und je nachdem ob sie zurückkommen, und mit wievielen Schätzen sie zurückkommen, werden sie in Kasten eingeteilt).

Ich würde es kombinieren. Der Massen-Laich-Nachwuchs wird ja zuerst mal durch eine Art von Schule gehen, da ja erst Weitergabe durch Erziehung eine Kultur wirklich erschafft. Deshalb würde es sich anbieten, wenn das Schulsystem in Priesterhand ist. Die Priester würden dann durch praktische Selektion und durch (verpönte) Absprachen die Zuteilung während der Ausbildung übernehmen. Das hat auch den Vorteil, dass es nicht nur einen Weg an die Spitze gibt und die Bevölkerung das grundsätzlich als "fair" sehen könnte, während man eben trotzdem die übliche Korruption und Dekadenz haben kann.
Meiner Meinung nach sollte man dann so eine Massenschulung noch mit der Brutalität einer Massenaufzucht verknüpfen. D.h. wenig/keine Rechte für die Frischlinge, hohe Ausfallquote durch Tod sowie eine Gesellschaft, die dem Individuum weniger Bedeutung beimisst (gerade solange es eben bloss der Masse angehört und nicht der Elite).


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 23.09.2016 18:52 
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Zur Schrift mal folgenden neuen Vorschlag:
Die Inka hatten eine Knotenschrift, welche aus Knoten und farbigen Schnüren bestand. Dieser Ansatz sollte doch im Wasser umsetzbar sein.

Ich gebe auch noch zu bedenken, dass in alten Hochkulturen Schrift oft zur Verwaltung diente, sie muss nicht zwangsweise da sein, um Wissen zu speichern. Gerade wenn man Priester, Magier und Herrscher in Kasten einteilt, kann auch sehr viel mehr mündliche Überlieferung von geheimem Wissen innerhalb einer Kaste üblich gewesen sein. Man vergleiche hierzu derische sowie irdische Druiden, welche ihr Kultur/Geheimwissen ja nicht niederschreiben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 23.09.2016 19:19 
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Gorbalad hat geschrieben:
Vielleicht wird mit ungefiltertem Sonnenlicht an der Luft entwickelt und dann in einer gewissen Wassertiefe gelesen. Da werden ja diverse Wellenlängen sehr unterschiedlich stark gedämpft.

Lesen könnte man auch im Licht von Gwen Petryl, Biolumineszenz oder Magie. Denen fehlt irdisch betrachtet eben eine Wellenlänge und aventurisch eben Praios' gestrenger Blick...

Bleibt die Frage, wie sich Schrift überhaupt entwickelt hat, wenn am Ende ein extrem aufwändiges System steht.

@Knotenschrift: Von der weiß keiner ob und wie sie funktioniert hat
Verwaltung ohne, Speicher ' kann man glatt vergessen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 23.09.2016 19:31 
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Na'rat hat geschrieben:
@Knotenschrift: Von der weiß keiner ob und wie sie funktioniert hat

Den Einwand verstehe ich nicht. Ich muss doch nicht wissen, wie das historische Original genau funktioniert hat, nur damit ich die grundlegende Idee übernehmen kann. Es ist doch einfach so, dass Farben, Knoten und z.B. eingeflochtene Perlen/Steine eben durchaus zur Informationsspeicherung dienen können, das reicht doch, um so was für eine Fantasie-Kultur zu übernehmen.

Na'rat hat geschrieben:
Verwaltung ohne, Speicher ' kann man glatt vergessen.

Ich finde das zu einschränkend. Man kann eine Menge Dinge lagern, nicht bloss Reis, und man kann wesentlich mehr, als nur gelagerte Güter verwalten. Wieso sollte man Schildkrötenherden, Perlmuttgewinnung oder Brutrechte nicht verwalten wollen? Man könnte auch Fronarbeit abrechnen oder magische Ressourcen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 24.09.2016 02:02 
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Bei der Knotenschrift weiß niemand, ob es überhaupt eine ,Schrift' war oder nicht doch so etwas wie eine Gedächtnisstütze, letzteres meint zumindest die Wiki.

Schrift ist als ,Speicher' von Wissen entstanden, für ganz praktische buchhalterische Belange. Die Nutzung in einen religösen Kontext kam deutlich später.
Allerdings machte erst Schrift hinreichend komplexe Gesellschaften möglich. Ohne die muss man sich eine ganze neue Art von Zivilisation ausdenken, die sich ohne Schrift organisieren kann. Ein Schwarmbewußtsein drängt sich geradezu auf.
Kann natürlich auch anders laufen, nur kennt die Menschheit solche Systeme eben nicht.

Für eine Unterwasserschrift bräuchte man also einen Schriftträger der im Wasser was taugt und gleichzeitig in der Anfangsphase super leicht verfüg- und nutzbar war. Bevor es dann komplexer werden kann.
Da bleiben eigentlich nur Ritzungen auf organischen Material, dessen Haltbarkeit ziemlich enge Grenzen gesetzt sind. Was gerade hinsichtlich einer schriftgestützen Verwaltung arge Schwierigkeiten bereitet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 24.09.2016 06:52 
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Na'rat hat geschrieben:
Da bleiben eigentlich nur Ritzungen auf organischen Material, dessen Haltbarkeit ziemlich enge Grenzen gesetzt sind. Was gerade hinsichtlich einer schriftgestützen Verwaltung arge Schwierigkeiten bereitet.
Im Wasser gibt es einiges Material was man hier verwenden könnte. Zuallererst sind mir Sepiaschalen eingefallen.

Ein bisschen mehr Fantasie Na'rat!


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 24.09.2016 14:19 
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Es muss die Entwicklung ja nicht genauso ablaufen wie auf der Erde, und auch auf der Erde gab (und gibt) es Gesellschaften die ohne Schrift organisiert waren, Handel betrieben, Herrscher hatten etc. Wichtig war die Schrift für größere Reiche und zur Vereinfachung des ganzen, und dann natürlich zur effizienten Wissensweitergabe, vor allem in modernen Zeiten.
Aber Handwerker und kleinere Gesellschaften sind sehr sehr lange ohne die Fähigkeit der Schrift ausgekommen, und tun es teilweise heute noch.

Eine Knotenschrift wäre durchaus vorstellbar für einfache Verwaltung. Sie hat allerdings den Nachteil dass sie nicht "bildgestützt" sein kann und dadurch wirklich mehr einer "Geheimschrift" ähnelt als erste irdische Ansätze von Schrift. 5 Punkte und ein Bild von einem Schaf sind auch ohne Kenntniss der Schrift zu verstehen. 5 Knoten und das Knotenmuster für ein Schaf, das wird schwieriger. Daher müsste in dem Fall zuerst eine Gesellschaftsorganisation entstanden sein (einen Herrscher/Kaste gegeben haben die diese Schrift brauchen, erlernen und halten kann) bevor Schrift entsteht. Aber auch dafür (Entstehung von lokalen Herrschern ohne Schrift) gibt es irdische Beispiele.

Wenn die Schrift nicht Bildgebend gebunden wäre, so wäre sie mit Sicherheit deutlich unterschiedlich als jegliche Schrift die wir haben, je nachdem auf was die Sprache basiert mit der die Meereswesen kommunizieren. Wenn es über verschiedene Klicklaute geht (die sich im Wasser gut verbreiten und damit gut gehört werden können, und auch von irdischen Meeresbewohnern verwendet werden) kann zum Beispiel eine Knotenschrift eine exakte lautmalerische Entsprechung der Sprache darstellen solang man genug unterschiedliche Knoten für jeden existenten Klicklaut hat. Eine Entstehung so einer Knotenschrift als exakte Darstellung der Lautbildung der Wörter wäre damit unter Wasser wesentlich plausibler als über Wasser (wo es eher mehr unterschiedliche Laute, dafür keine so schnelle Lautfolge gibt).

Erste Schriften wurden auch irdisch auf Knochen und Stein gefunden, ein Beginn der Schrift ohne Ton/Wachs/etc ist also ohne Probleme möglich, und irdisch auch belegt. Knochen/Horn/Muscheln/etc bieten genug Möglichkeit für eine einfache Verwaltung (die in der Regel nur Aufzählungen von Dingen beinhalten, und keine langen Texte, auch die ersten irdischen Aufzeichnungen sind kurze verwalterische Notizen um zB zu wissen dass in dem Lager 50 Fass Korn lagern ohne ständig nachzählen zu müssen.

Also ich muss ehrlich sagen ich hab sehr wenig Probleme mir eine unterirdische Gesellschafts/Schriftentstehung vorzustellen die eben auf Horn/Muschel/Knochen/Holz oder eben über Knotenschrift (als direkte Entsprechung der ersten Sprache) basiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 29.09.2016 09:59 
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@Schrift

Fakten:
Ein Fisch in einem Bach kann ohne sich (viel) zu bewegen in Richtung bachaufwärts hinter einem Stein "stehen".
Zwerge könnten Strukturen tasten, die allen anderen verborgen bleiben. Eine von ihrem Schöpfer ihnen gegebene Fähigkeit zum Leben im Fels.

1. Schlussfolgerung:
Man wird wohl davon ausgehen können, dass die maritimen Spezies von ihrem jeweiligen Erschaffer ähnlich wohlwollend mit Fähigkeiten ausgestattet wurden, die ihrem Lebensbereich entsprechen. Dass sie also wie Fische über ihren Körper Strömungen spüren und benutzen können.

2. Schlussfolgerung:
So wie der Fisch also die Strömung "lesen" kann, und sich dann daraus resultierend so hinter einem Stein positionieren kann, dass er vom Strudelsog an seinem Platz gehalten wird, können auch maritime Spezies Strömungen "lesen".

3. Schlussfolgerung: Maritime Spezies haben erkannt, dass an manchen Stellen, Strömungen - mit einem erkennbaren Schwankungsbereich - stets gleich sind. Als vernunftbegabte Wesen haben sie gelernt, dass und wie Veränderungen, z.B. an einem Korallenriff in die Strömungmuster einwirken. Daraus hat sich dann aus einem groben Mustersatz (z.B. "Achtung Haigefahr") eine Schrift entwickelt. Diese wurde dann genutzt, um Inhalte, die für die Wesen wichtig genug waren, in Riffe oder ähnlichem einzuarbeiten, die über die Strömungswirbel, dann den Eingeweihten immer zur Verfügung standen. (Man könnte sogar überlegen, ob sich mit jahreszeitlich bedingten Veränderungen der Strömung auch der Inhalt ändert.)

Da diese Art Schrift nicht für das Alltagsleben taugte, war und blieb diese Schrift den Eingeweihten (Priestern, Herrschern, Gelehrten) vorbehalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 29.09.2016 10:11 
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Die Idee gezielter Bearbeitung von Fels- oder Korallenformationen, die sich dem unkundigen Beobachter nur als Ansammlung von Aushöhlungen, löchrigen Durchgängen und Erkern präsentieren, in denen Strömungsverhältnisse aber als ertastbare Zeichenfolgen gedeutet werden können, gefällt mir. Das wären dann sehr allgemeine, wohl eher kurz zu fassende Informationen (von gewisser Beständigkeit) auf der Ebene von Ausschilderungen, quasi die haptische Variante irdischer Piktogramme bzw. eine ausgeklügelte Form der bereits angesprochenen lithographischen Informationsspeicherung. Das regt an, darüber nachzudenken, inwieweit aquatische Kulturen in der Lage waren, Strömungen zu beeinflussen und was das jeweils für Informationszugänge und deren Sicherung bedeuten könnte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 09.01.2017 21:49 
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Das dürfte aber kaum weniger aufwändig als Steintafeln sein.

Ich bin mittlerweile schon recht weit, aber für einen letzten wichtigen Bereich würde ich gerne eure Kreativität anzapfen. Wie sieht der Alltag der Mahre aus? Wie sehen ihre Wohnungen innen aus? Welche Verhaltensweisen zeigen sie? Haben sie Hobbies? Gibt es Aberglauben? Wie zeigen sie Gefühle?

Darüber gibt es keine publizierten Informationen, wäre aber immens wichtig, wenn man die Mahre lebendig darstellen möchte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben unter Wasser
BeitragVerfasst: 10.01.2017 00:04 
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Registriert: 27.08.2015 22:46
Ich könnte mir vorstellen, dass Klang, Musik, Schall eine deutlich wichtigere Rolle einnehmen als optische Formen, sowohl im Bereich Speicherung von Wissen wie auch im allgemeinen kulturellen Leben. Statt einer Schrift könnte es z.B. Klangscheiben oder -röhren geben... Malerei, Bildhauerei etc. wäre kaum ausgeprägt, dafür diverse Formen von Musik: Gesang, Orchestral, Polyrhythmie und Polyphonie, die z.B. das Isdira oder moderne horasische Entwicklungen im Bereich der Musik ähnlich wie Kindergestammel neben der Prosa eines Thomas Mann oder eines Fjodor Dostojewski aussehen lassen - einzig dass das menschliche Ohr und der menschliche Geist nur einen Teil der komplexität erfassen können. Jedes Hausoberhaupt der Oberschicht hätte sein eigenes Großensemble, Häuser der Mittelschicht würden zumindest kleinere Combos unterhalten. In der Unterschicht wäre neben Volksliedern Karaoke weit verbreitet, man würde versuchen, die aktuellen Gassenhauer der Top100 nachzusingen/-spielen.

Sportmäßig könnte Ringen sehr beliebt sein, oder eine Mischung aus Quidditch und Buskurdh (so als dreidimensionales Mannschaftsjagdspiel).

Reifere würden sich gerne am Sinnieren über den Fluß der Gezeiten, den Wechsel der Strömungen etc. erfreuen, oder auch am Debattieren - wobei es hier als unhöflich gelten würde, ein abschließendes Argument zu setzen (und im Menschlichen Sinne die Debatte zu gewinnen); Ziel wäre vielmehr, den Flow möglichst lange zu halten.

Wohnen würde das einfache Volk in Bodennähe oder sogar in Höhlen. Wer es sich leisten kann, würde dagegen Behausungen aus Perlmut und Koralle, kombiniert mit Seetanggeflecht vorziehen, die in die Höhe ragen und bei besonderes wohlhabenden sogar die Wasseroberfläche durchbrechen - letzteres ist ein Ausdruck von Luxus, da die anbrandenden Wellen Schäden verursachen und häufige Reparatur notwendig machen. Die unterste soziale Kaste wären übrigens die Sandträger, die den ganzen Tag den in die Wohnungen eingeschwemmten Sand wieder nach außen befördern.


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