Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Von A wie Aves bis Z wie Zholvar: Alles über (mehr oder weniger) anbetungswürdige Kräfte, ihre Diener & Schergen.
Alara
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Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Alara » 19.11.2015 12:58

Aves zum Gruße,

ich habe ein Problem mit einem meiner Spieler. Er spielt in unserer Runde einen Efferd-Geweihten. Nun habe ich die Spieler um eine Auflistung von ein paar Jugendsünden gebeten und bekomme folgendes:

"Als Richert in Andergast ankam blieb er eine Nacht in einer ruhigen und friedlichen Taverne. Dort fand er dann einen älteren Mann den er wieder erkannte als den Bodyguard des Sklavenhändlers der in Richert's Kindheit seine kleine Schwester gekauft und verschleppt hat. Erfüllt von Wut und Jähzorn lauerte er dem Mann auf seinem Heimweg auf und schlug ihn hinterrücks bewusstlos. Er verschleppte ihn in eine verlassene Hütte außerhalb der Stadt die er auf den Hinweg gefunden hatte und fesselte ihn dort. Erst verhörte er den Mann nur um heraus zu finden das er sich schon vor Jahren zur Ruhe gesetzt hatte und seit geraumer Zeit nicht mehr mit SklavenHändlern verkehrt. Doch das reichte ihm nicht und er folterte den Mann weiter. Immer wieder stellte er dem Mann die selben fragen und erhielt keine neuen Informationen. Er kaufte wachgift und Schmerzmittel von zwei verschiedenen Kräuterfrauen in der Stadt und langsam nahm dem gefesselten man erst seine Fingernägel dann die ganzen Finger Hände Füße und die halben Arme. Er hielt ihn gerade so am leben und mit hilfe des Wachgifts bei bewusstsein bis er ihm dann den Rumpf Aufschnitt und ihm bei lebendigen Leibe das Herz rausriss. Als er dann blutverschmiert über der Leiche stand fing er an zu weinen wie ein kleines Kind. Er weiss selbst nicht genau wieso aber danach ging er sich reinigen doch selbst Geweihtes Wasser brachte ihn nicht dazu sich sauber zu fühlen. Das ganze Schauspiel dauerte 2 Tage und danach ging er zum örtigen Schmied der seinen Efferbart für ihn ausbesserte. Er nahm seinen Dreizack wieder an sich und realisierte das es das einzige saubere war das ihm geblieben ist dad einzige das ihm helfen konnte nicht mehr in so einen Blutrausch zu verfallen. Sein einziges Stück Menschlichkeit. Das ist nur 2 Wochen her und seit dem hat er seinen Efferdbart nicht zur Seite legen können ohne sich schrecklich unwohl zu fühlen"

Wie würdet ihr damit verfahren? Mein erster Ansatz war, ihm mindestens Grausamkeit 5 oder Rachsucht 5 zu verpassen, ihn seitdem Götterferne spüren lassen und karmales wikren kann er so natürlich auch vergessen.
Hat ihr noch Ideen/Anregungen oder Erfahung mit Spielern, die aufgrung fehlendem Einfühlungsvermögen zu solchen Extremen neigen?

EDIT:
da das gerade etwas aus dem Ruder läuft in den Antworten, Aufhänger sind:
-das gezielte und lange Handeln, dass nicht durch eine Affekthandlung oder Laune erklärt werden kann
- und nein, ich will hier niemanden erziehen, ich suche ein inneraventurisch-sinnvolles Umgehen damit (das Problem outgame zu klären wäre ein anderes Thema)

(Weitere Erläuterungen zu Charakter und Spieler fidnet ihr in meiner Antwort weiter unten.)

Vielen Dank für Eure bisher so zahlreichen Antworten! :)
Zuletzt geändert von Alara am 19.11.2015 13:52, insgesamt 1-mal geändert.

Berto
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Berto » 19.11.2015 13:17

Erst einmal würde ich den Spieler die Nachteile selbst wählen lassen - wenn er nicht ohnehin schon passende Nachteile bei der Erstellung gewählt hat, kannst du ihm deine Gedanken nahe legen. Interessant wäre vielleicht auch noch eine Variante der Artefaktgebundenheit.

Darüber hinaus würde es mich allerdings interessieren, warum du dem Spieler mangelndes Einfühlungsvermögen unterstellst? Und was dich in deinen Augen in die Position bringt, über ihn zu urteilen und dich als Erzieher aufzuspielen? Nur weil er sich allerlei Grausamkeiten ausmalen kann, ist er noch lange kein Psychopath.
Zumal derartige Grausamkeiten leider ziemlich menschlich sind. Durch unsere Geschichte ziehen sich Blutbäder und Gewaltexzesse wie ein roter Faden. Ausgiebige, peinliche Befragung wegen Nichtigkeiten ist dabei nicht nur ein Phänomen des Mittelalters oder der frühen Neuzeit (Stichwort: Inquisition), sondern findet sich auch in der vermeintlich so zivilisierten westlich-neuzeitlichen Welt noch bedauerlich häufig.

Ich kann zudem den Grund für das entzogene Karma nicht erkennen. Efferd ist kein besonders menschenfreundlicher Gott und ich frage mich, warum er jeden einzelnen Fall selbst abstrafen sollte. Das widerspricht meiner Auffassung von Göttlichkeit.

Edit: Danke an TT. Den Hinweis auf ein klärendes Outgame-Gespräch hab ich glatt vergessen. Das erscheint auch mir sinnvoller.
Zuletzt geändert von Berto am 19.11.2015 13:22, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von TrollsTime » 19.11.2015 13:20

@ Alara
Ja:
Mit dem Spieler reden, dass dir sein Spielstil bzw dramaturgischer Stil nicht passt.

Alles andere ist herumdoktorn an den Symptomen und bringt euch keinen Schritt weiter.

(Auch wenn ich anderer Meinung bin wie Berto und sicherlich auch Efferd hier eine kritische Meinung zu haben dürfte, da bringt uns nicht weiter)
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Avariel Fink » 19.11.2015 13:22

Ich würde das auch vollkommen entspannt sehen. Ist halt eine recht krasse Background-Story - mehr aber auch nicht. Geweihte dürfen auch menscheln und dürfen demnach auch seelische Abgründe haben. Streng genommen macht das den Helden sogar deutlich interessanter als die üblichen 08/15-Holzschnitt-Archetypen, Gesinnung: rechtschaffen-gut.

Für was genau soll man denn da jetzt den Spieler bestrafen?

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von TrollsTime » 19.11.2015 13:25

Das ist doch reine Geschmacksache, Kinners.
Ich fände sowas auch widerlich.
Dann würde ich mit dem Spieler reden und sagen "Ich mag das nicht bzw kann das nicht! Nimm ne entspanntere Story, bitte!".

That's all.

Aber sich dran zu stören, nicht drüber zu sprechen und dann ingame irgendwie zu "erziehen" fände ich auch unpassend...
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von BenjaminK » 19.11.2015 13:28

Ich sehe da nirgendwo einen Bestrafungsgrund. Der Spieler sollte sich einen dunklen Fleck, also ein verwerfliches Ereignis ausdenken, hat sich etwas ausgedacht und gleichwohl die Brücke zur Normalität geschlagen. Mangelndes Einfühlungsvermögen oder fehlende Sozialisation kann ich bei demjenigen nicht erkennen, denn er verherrlicht ja nicht, sondern stellt es als Schandfleck dar, indem der Char sich schmutzig fühlt und den Schmutz nicht abgewaschen bekommt.

Efferd hat ne ganze Stadt zerstört, war auch nicht zimperlich. Also so wirklich ein Freund der Menschen ist er auch nicht, wobei gegenteilige Ereignisse ja eher nur die 3x3 Gesichter des Efferd bestätigen *G*

Was das abbilden in Regeln angeht; Hier kann man nahelegen vielleicht entsprechende Nachteile zu wählen, aber andererseits ist es ja kein bestimmender Zug, denn es ist doch (nach bisheriger Schilderung) nur einmal passiert und dafür schämt sich der Charakter bzw. möchte keine Wiederholung. Wenn er generell grausam ist und das auch dauerhaft gespielt wird, sollte da ein entsprechender Nachteil vom Spieler selbst gewählt werden oder besser "...schon worden" sein.
Leitet gerade;
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von TrollsTime » 19.11.2015 13:34

Es ist doch ganz einfach
A verlangt von B eine düstere Geschichte zu schreiben.
B schreibt diese.
Sie ist düster.
Sie ist A aber zu düster. (= Problem, um dass es hier geht)

Lösung:
A geht zu B und sagt: "Sorry, zu heftig für mich. Reduzier bitte die Düsternis etwas"
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Berto » 19.11.2015 13:35

@TT: Ich denke, deinen Aussagen wird dir keiner widersprechen. Ich bspw könnte mit so einer Hintergrundgeschichte leben, insbesondere in der Art und Weise wie sie aufgezogen ist. Wie Benjamin schreibt, wird nichts verherrlicht und die Brücke zur Menschlichkeit geschlagen. Damit ist die Hintergrundgeschichte wahrscheinlich sogar besser, als die xte Abwandlung von "Meine Familie wurde von den Orks erschlagen und jetzt bin ich von Rachegelüsten erfüllt in die Welt hinausgezogen".
Man kann damit natürlich auch ein Problem haben - nur sollte das dann auch so kommuniziert werden und nicht über den Umweg der moralisierenden In-Game-Erziehung bei gleichzeitiger Unterstellung fehlender Einfühlsamkeit seitens des Spielers angegangen werden. Denn gerade letzteres geht gar nicht, spricht Alara ihrem Mitspieler doch im Grunde einen wichtigen Teil seiner Menschlichkeit ab. (Ich weiß, ich weiß, das ist vielleicht etwas überzogen. Ich lasse es dennoch mal als Verdeutlichung meiner "Empörung" stehen.)
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von TrollsTime » 19.11.2015 13:36

Ich stimme insoweit Berto zu.

REDET MITEINANDER (wenn eure Stile kollidieren)
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Alara » 19.11.2015 13:43

Danke, Berto. :)

Sorry, das mit dem Einfühlungsvermögen habe ich nicht näher erläutert, da der Beitrag sonst viel zu lange geworden wäre. Das ist ein generelles Problem und begründet sich nicht auf diese eine Begebenheit. Und ich will ihn nicht erziehen, ich suche nur eine inneraventurische Lösung, logisch auf ihn zu reagieren.
Ursprünglich wollte er dem Charakter unbedingt den Vorteil Empathie verpassen (was ihm der andere Meister ausgeredet hat, da er ihn ja auch einfach empathisch spielen kann, ohne 30GP Nachteile dafür auf sich zu nehmen (in unserer Runde halten wir Vor- und Nachteile bewusst gering). Es ist also nun ein Efferd-Geweihter mit einer hohen Menschenkenntnis und Seelenheilkunde und der Spieler will ihn immer als unglaublich empathsich darstellen. Defacto reagiert er aber total sprunghaft auf alles, was er mitbekommt(auch wenn das nur zu Beschreibungszwecken der Atmosphäre dient) und anstatt mitfühlend zu sein mischt sich der Geweihte in alles ein und und überschreitet die persönlichen Grenzen seiner Gefährten und der Hälfte aller NPCs, tritt also jedem zu nahe. (Das ist jetzt auch alles nicht wertend gemeint, sondern nur eine Bescheribung von dem, was passiert, die übrigens alle anderen Spieler teilen.)

Dass Efferd ein mürrischer und launenhafter Gott ist, ist mir bewusst. Deinen Denkansatz finde ich gut. Ich frage mich nur, wie viel Grausamkeit ist zu viel? Kann Efferd darüber hinwegsehen? Ich meine, immerhin handelt der Geweihte gezielt und durchaus lange, das kann er mit seinen paar Punkten Jähzorn nicht abdecken. Einen Menschen zwei Tage lang grusamst zu foltern und zu töten kann man nicht als Affekthandlung abtun. Das ist so mein Hauptproblem bei meinen Überlegungen.

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 19.11.2015 13:43

BenjaminK hat geschrieben:Ich sehe da nirgendwo einen Bestrafungsgrund.
Also ich schon, heimtückischer, vorsätzlicher und besonders grausamer Mord. Bei mir wäre so ein Monster die Weihe los.
Jemanden zu Tode zu foltern mag, bei einem bestimmten Aventurienbild, lediglich ein Stilelement sein. In den meisten anderen Fällen gibt es andere Mittel und Wege.
BenjaminK hat geschrieben: Efferd hat ne ganze Stadt zerstört, war auch nicht zimperlich.
Der ist auch ein Gott, kein Mensch.
Alara hat geschrieben: Wie würdet ihr damit verfahren?
Sich mit allen Mitspielern mal zusammensetzen und klären, was für ein Aventurien man will. Das deutlich flauschige offizielle, wo der Mensch dem Menschen nur in Ausnahmefällen ein Wolf ist, oder eines von Game of Thrones.

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von TrollsTime » 19.11.2015 13:48

Wenn du auf eine Ingame-Lösung allerdings bestehst, sind ich und wohl auch Na'rat wohl die falschen Ansprechpartner.

Ich bringe es mal auf den Punkt:
Stört dich sein Spielstil/Erzählstil auch als Mensch?
Oder nur inneraventurisch?
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Feuer!
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Feuer! » 19.11.2015 14:10

Okay, nur damit ich das richtig verstehe: Du hast ihn nach der Charaktererstellung um Hintergrundgeschichte gebeten und willst ihn jetzt dafür bestrafen, dass er dir etwas geschildert hat? Warum hast du überhaupt nach Jugendsünden gefragt? Worum ging es dir dabei? Denn ich sehe es ziemlich kritisch, dass du ihn um ein Stück negative Hintergrundgeschichte bittest und dann seinen Charakter dafür quasi umbauen willst (denn nichts anderes sind zusätzliche Nachteile beziehungsweise Entzug eines teuren Vorteils (geweiht)).

Er hat die Folterung und den Mord nicht einfach so im Rahmen eurer Handlung ausgespielt, sondern ihn auf deinen Wunsch als Hintergrund erdacht. Wenn dir der Hintergrund nicht zum Charakter passt, dann sag ihm das und bitte ihn um einen anderen Hintergrund.

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Berto » 19.11.2015 14:19

@Alara:
Dann ist alles in Ordnung. ;) Wobei ich bei deiner Beschreibung eher auf mangelnde Erfahrung, denn fehlendes Einfühlungsvermögen schließen würde. Wirklich empathische Charaktere darzustellen ist finde ich eine ziemlich große Herausforderung.

Nochmal kurz zu den Nachteilen:
Ich würde wie gesagt den Spieler selbst wählen lassen an deiner Stelle. Ich ziehe allerdings auch völlig gleichberechtigte (man könnte auch sagen anarchistische) Gruppenstrukturen vor, da geht es ohne ein großes Maß an Selbstbestimmtheit auf Spielerseite nicht anders.

Was die Bestrafung durch Efferd angeht:
Du hast natürlich recht, das 2 Tage Folter unter Nutzung von aufputschenden Substanzen, damit der zu Folternde nicht zu früh draufgeht, sich nicht mehr unter Jähzorn subsummieren lässt. Mit Affekt hat das ganz und gar nichts zu tun.
Insofern ist das natürlich nichts, was Efferd unter gewissen Umständen vielleicht sogar gut heißen würde. In meinen Augen ist es aber nichts, was für Efferd wirklich verwerflich ist. Er würde in meinem Aventurien der Sache neutral gegenüber stehen. Allein schon, weil das Ausmaß viel zu klein ist, als dass er davon überhaupt Notiz nimmt. Was ist denn schon eine einzelne, menschliche Seele in den Augen eines so extrem mächtigen und unsterblichen Wesens?
Ein quasi-direktes Eingreifen Efferds durch Karma-Entzug würde ihn nur unnötig profanisieren, in meinen Augen.

Wer allerdings mögliche Konsequenzen ziehen wird, sind natürlich weltliche Instanzen. Selbst wenn man ein deutlich roheres Aventurienbild anlegt, als es offiziell gezeichnet wird, so ist die Aktion nichtsdestotrotz ziemlich grausam. Aus Gründen der öffentlichen Ordnung wird also ein eventueller Machthaber zumindest versuchen des Täters habhaft zu werden. Schließlich hat der Efferdani durch seine Selbstjustiz an der zwöflgöttlichen Ordnung gerüttelt und darüber hinaus genügend Grausamkeit an den Tag gelegt, dass man ihn problemlos als Monster brandmarken könnte. Eine gewisse Doppelmoral der Machthaber (die in ihren Folterkellern im Grunde nicht schlimmere Menschen als den Efferdani angestellt haben), kann ich mir als sehr interessant vorstellen (sollte man aber ggf auch dem Spieler erläutern, damit der sich nicht unter Umständen verarscht vorkommt).

Wenn du unbedingt ein übernatürliches Eingreifen haben willst, könnte ein Dämon aus Blakharaz' Domäne auf den guten Mann aufmerksam werden. Da bin ich mir aber unschlüssig, wie stylisch ich das finde. ^^
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Alara » 19.11.2015 14:42

@Feuer!
Die GEschichte hatte er sich bereits ausgedacht als der Charakter noch nicht fertig generiert war. Er wollte sie mir als Meister erst nicht preisgeben, als ich um die 20 Fragen gebeten habe. Ich hab ihm dann erklärt, dass das nicht geht, dass ich Bescheid wissen muss und mich als Spielleiter vorbereiten muss und nicht ins kalte Wasser geworfen werden will, wenn das dann plötzlich ingame auftaucht. Ich hab ihm dann erstmal ein wenig Zeit gelassen, sich daran zu gewöhnen und darauf zu reagieren. Dazu hat er sichd ann durchgerungen, als ich nach den Jugendsünden gefrat habe (weil sie auf einen magischen Spiegel treffen werden, wenn man reinschaut, beklagt sein "ich" im Spiegel Dinge, die es bereut), als Beispiel hatte ich angefügt, dass man einer Marktfrau einen Apfel gestohlen haben könnte.

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Alara » 19.11.2015 14:46

@Benjamin K,
er handelt ja nicht aus dem Affekt heraus. Damit hätte ich kein Problem. Jemanden zwei Tage gezielt und grausam zu foltern kann man nicht mal eben mit Jähzorn oder im Affekt abhandeln. Darum geht es mir.
Mal abgesehen davon, dass man Gott und Mensch nicht vergleichen kann, wenn Efferd eine ganze Stadt zerstört, macht er das vermutlich auch nicht zwei Tage lang mit größter folternder Hingabe und sämtlichen Hilfsmitteln sondern schlägt sie in seiner Wut mal eben kurz und klein.

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von TrollsTime » 19.11.2015 14:48

Ich frage noch mal:
Stört dich seine Geschichte nur inneraventurisch?
Oder auch dich ganz persönlich?
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Ungelesener Beitrag von Alara » 19.11.2015 14:55

@trollsTime,
sorry, ich komme gar nicht hinterher mit antworten...^^'

also ich persönlich stehe dem Geschehen an sich neutral gegenüber, für mich muss das nur alles logisch sein.
Die Idee, einen Geweihten zu spielen, der sich von den 12en entfernt hat und nun Reue zeigt, ist definitiv sapannend und eine interessante Herangehensweise. (Nur denke ich nicht, dass das von ihm so gemeint war.) Er kann so grausam gewesen sein, wie er das will, nur sollte das dann zu seinem Charakter passen und sich auch in dessen Werten niederschlagen.
(Unter Logik verstehe ich u.a. dass er ein gewisses Gassenwissen bräuchte, um an Schlafgift zu gelangen und auch um eine gute Punktzahl an HK Wunden, um den verstümmelten am Leben zu erhalten. Die Dosierung iast auch wieder eine andere Frage, die finanziellen Mittel auch.)

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von TrollsTime » 19.11.2015 14:57

Achso, dann hatte ich dich missverstanden.
Und bin - ohne jede Häme - dann auch raus, da ich da nichts mehr beitragen kann.
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Ineluki
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Ineluki » 19.11.2015 15:05

Das ist schon eine recht heftige Hintergrundstory, stimmt.
Die würde ich bei einem Geweihten auch eher nicht erwarten.

Auf der anderen Seite:
Es ist bloß eine Hintergrundgeschichte. Wenn der Geweihte solche Anwandlungen im Spiel hätte, wäre das wohl ein größeres Problem.
So hat der Charakter ein moralisches Dilemma. Er hat etwas getan, für das er hoffentlich Reue empfindet und das er irgendwie büssen und wieder gut machen will.
(Die Gottesferne kann schließlich einmal vom Gott kommen, oder es ist "nur" sein eigenes Gewissen.)
Er hat einen wunderbaren Grund, an schlechten Eigenschaften wie Jähzorn, Grausamkeit, Rachsucht o.ä, zu arbeiten, sofern vorhanden.
Ein Heldenleben ist damit auch begründet: Bußquesten. (In Tateinheit mit Angst vor Strafverfolgung vielleicht.)
Mit dieser Straftat und der versklavten Schwester hat er dir auch ausgezeichnete Ansatzpunkte für dich als SL geliefert.

Ich würde dem Char definitiv keine Nachteile aufdrücken. Wenn du partout nicht mit der Geschichte leben kannst, rede mit dem Spieler.
Ansonsten würde ich allenfalls überprüfen, ob die Geschichte sich in den Nachteilen (und uU den Vorteilen) wiederfindet. Wenn nicht, rede mit dem Spieler und schlage vor, daß er entweder bei den Vor-/Nachteilen etwas ändert oder eine dazu passende Geschichte nimmt.
Solange der SC nicht absolut unpassende Sachen da stehen hat (Pazifismus, Gewaltlosigkeit, Rettung jeden Lebens, praiotische Gesetzestreue etc), besteht aber auch kein wirklicher Handlungsbedarf.
---
Nicht verarbeitete Kindheitstraumata können möglicherweise viel Auslösen, was ansonsten nie geschehen würde. Vielleicht kennt sich ja ein Mitforumit in Psychologie aus und kann dazu was sagen. Ich würde es jedenfalls nicht ausschließen, daß Rauschzustände, psychotische Schübe oder was auch immer so lange dauern. Es muß ja auch nicht jeder Folterknecht oder Scharfrichter ein Psychopath sein.
(Übrigens scheint es relativ unempört hingenommen zu werden, wenn sich Helden durch Räuberbanden und andere Gegner metzeln, ohne es großartig mit anderen Lösungen zu versuchen oder hinterher ihr Gewissen beruhigen zu müssen.)

Du solltest weder den Spieler noch den Charakter für die bloße Existenz dieser Geschichte bestrafen.
Laß die Umwelt bloß auf eine angemessene Art reagieren.
Überlege dir:
Gibt es Zeugen, und was haben die gesehen?
Wird der Tote vermisst? Wenn, von wem? Familie? Freunde? Geschäftspartner?
Gibt es eine Autorität, die an einer Aufklärung interessiert ist? Oder an einer Vertuschung? Oder wird nur gelangweilt das Nötigste getan?
Hatte der Tote Feinde, die als alternative oder offensichtlichere Verdächtige dienen können?
Schließlich: Wie lange dauert es überhaupt, bis der Tote vermisst oder sogar gefunden wird?

Ich sehe folgende plausible Möglichkeiten:
-es passiert nichts (aus Mangel an Zeugen, Beweisen, Interesse)
-es erwischt den Falschen
-der SC ist noch in der Gegend und wird gejagt, kann aber entkommen (->Gesucht)
-der SC wird identifiziert, ist aber außerhalb des Einflußbereiches (->Gesucht)

Wird er erwischt, ist der SC ein Kandidat für den Henker, also muß er entkommen, befreit werden, oder er wird eben nicht erwischt. Dann könnte er noch Probleme mit Kopfgeldjägern bekommen, oder ggfs. schickt ihm jemand gezielt Auftragskiller oder Fänger hinterher.
Ich würde dem SC vom göttlichen Chef keine Steine in den Weg legen (wie fehlende KE-Regeneration, Frevlermal oder so) - außer, der Spieler hat nichts dagegen oder fände es sogar interessant. Dann sollte er mMn aber auch direkt einen göttlichen Fingerzeig bekommen, wie er sich rehabilitieren kann.

Mehr fällt mir nicht ein.

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BenjaminK
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von BenjaminK » 19.11.2015 15:55

@Alara
Ich hab weder gesagt, dass der Schandlfeck in der Hintergrundgeschichte aus Jähzorn geboren ist, noch hab ich gesagt, dass Efferd auch in langer Vorbereitung Städte zum maximalen Leiden lang zieht :)

Ich hab gesagt, dass Efferd nicht der menschenfreundliche Gott ist. Dementsprechend wird sich auch keiner am Karma-Hahn beschweren und aus moralischen Gründen den Hahn zu drehen.
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Ungelesener Beitrag von Alara » 19.11.2015 16:06

@Ineluki,
wow, danke für die ausführliche Antwort! :)
Da ist auf jeden Fall viel zum Nachdenken dabei.

Jadoran
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.11.2015 16:32

Die Geschichte ist schon sehr horror,mäßig. mir persönlich wäre das einfach zuviel - ich brauche das nicht. Aber die Geschmäcker sind verschieden und es ist somit ein OT-Problem. Wenn Du mit solchen Helden-Verhaltensweisen ein Problem hast (denn warum sollte der Held im Spiel NSC anders behandeln?) dann sag es und kläre es im Gespräch. Nicht jeder mag Jack-Bauer Verhörmethoden am Tisch und genau wie detailiert beschriebene Kopulationen, ins Anatomische gehende Kampffolgen, IT-Gewalt gegen Kinder etc. ist eben die detaillierte Beschreibung so ausgeprägter Folter etwas, worüber man am Tisch einen Rapport herstellen muss. Wer das "mag" ist drum kein schlechter Mensch oder potentieller Gewalttäter, aber ich eben hätte keine Freude, mir am Tisch sowas anzuhören.

Der Spieler sollte seinem Helden freiwillig ab Generierung Grausamkeit verpassen, denn was sein Held da veranstaltet hat, ist keine Jugendsünde sondern aventurisch ein abscheuliches Verbrechen. Falls es herauskommt und er verurteilt wird, wird der Held sicher hingerichtet.

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 19.11.2015 18:32

Ineluki hat geschrieben: Es ist bloß eine Hintergrundgeschichte. Wenn der Geweihte solche Anwandlungen im Spiel hätte, wäre das wohl ein größeres Problem.
Weil? Irgendwie büßen sagt sich auch immer so leicht, gesagt. Wenn der Frevel des Geweihten, der ja eigentlich nicht so schlimm ist, da er ja immer noch Geweihter ist, keine zentrale Rolle spielt war es auch auf dieser Ebene nicht so schlimm.
Was haben wir dann? Einen grausamen Mord, der den Göttern egal ist, und auf der Suche nach Buße stolpert man in mehr oder weniger banales Abenteuer nach den anderen.
Hätte es da nicht auch ein weit banaleres Verbrechen getan, welches den banalen Folgen angemessen ist?
Ineluki hat geschrieben: So hat der Charakter ein moralisches Dilemma. Er hat etwas getan, für das er hoffentlich Reue empfindet und das er irgendwie büssen und wieder gut machen will.
Wie will man Mord wiedergutmachen? Wo das Dilemma sein soll sehe ich auch nicht, der Mann hat sich gänzlich freiwillig dazu entschieden einen anderen Menschen brutalst möglich zu Tode zu foltern.
Oder ist das Dilemma, dass das er sein Verbrechen geheim hält?
Ineluki hat geschrieben: Er hat einen wunderbaren Grund, an schlechten Eigenschaften wie Jähzorn, Grausamkeit, Rachsucht o.ä, zu arbeiten, sofern vorhanden.
Ach, alle die niemanden ermordet haben haben dies nicht?
Ineluki hat geschrieben: Ein Heldenleben ist damit auch begründet: Bußquesten.
Also den Bock zum Gärtner macht.
Ineluki hat geschrieben: Mit dieser Straftat und der versklavten Schwester hat er dir auch ausgezeichnete Ansatzpunkte für dich als SL geliefert.
Sehe ich anders, so eine Tat verlangt, in einem hinreichend flauschigen Aventurien, jede Menge Aufmerksamkeit, der sich der Spieler naturgemäß mit seinen Mitspielern teilen muss. Ich gehe mal davon aus, dass deren Charaktere nicht auch alles Mörder sind, sondern ganz harmlose Motivationen haben. Schon haben wir ein Ungleichgewicht, dass entweder zugunsten des einen Spielers ausgeht oder den Mord dadurch banalisiert, indem er wie die Hintergrundelemente der anderen SC's behandelt wird.
Ineluki hat geschrieben: Ich würde dem Char definitiv keine Nachteile aufdrücken.
Ich schon. Zuerst würde ich aber den Spieler beschwatzen, ob es nicht auch ein paar Nummern kleiner geht. Damit sich der mordende Geweihte neben dem Taschendieb oder den notorisch neugierigen Magier einreiht, indem er eben kein mordender Geweihter ist sondern schlicht ein brutaler Schläger.
Ineluki hat geschrieben: Solange der SC nicht absolut unpassende Sachen da stehen hat (Pazifismus, Gewaltlosigkeit, Rettung jeden Lebens, praiotische Gesetzestreue etc), besteht aber auch kein wirklicher Handlungsbedarf.
Ich schon, selbst Phexgeweihte, die sich sonst für nichts zu schade sind, ziehen bei Mord eine Grenze. Will der Spieler nicht doch lieber einen Korgeweihten spielen?
Ineluki hat geschrieben: Übrigens scheint es relativ unempört hingenommen zu werden, wenn sich Helden durch Räuberbanden und andere Gegner metzeln, ohne es großartig mit anderen Lösungen zu versuchen oder hinterher ihr Gewissen beruhigen zu müssen.
Kunststück, ist auch ein gänzlich anderer Zusammenhang. Das eine Notwehr bei einem bewaffneten Raubüberfall und das andere eben heimtückischer, grausamer Mord. Das eine ist aventurisch völlig in Ordnung, dass andere schlicht asozial.
Ineluki hat geschrieben: Laß die Umwelt bloß auf eine angemessene Art reagieren.
Überlege dir:
Gibt es Zeugen, und was haben die gesehen?
Wird der Tote vermisst? Wenn, von wem? Familie? Freunde? Geschäftspartner?
Gibt es eine Autorität, die an einer Aufklärung interessiert ist? Oder an einer Vertuschung? Oder wird nur gelangweilt das Nötigste getan?
Hatte der Tote Feinde, die als alternative oder offensichtlichere Verdächtige dienen können?
Schließlich: Wie lange dauert es überhaupt, bis der Tote vermisst oder sogar gefunden wird?
Womit wir dann wieder bei dem Mehr an Aufwand wären, dass dem mordenden Charakter und seinem Spieler entgegengebracht werden muss.
Ineluki hat geschrieben: Dann sollte er mMn aber auch direkt einen göttlichen Fingerzeig bekommen, wie er sich rehabilitieren kann.
Weil?

Kurz, ich halte einen krassen Ausreißer im Charakterhintergrund, im Vergleich zu den anderen SC's, für grundsätzlich problematisch und würde mir ganz genau erklären lassen, wie eine solche Tat in der jeweiligen Götterwelt gänzlich folgenlos bleiben kann (seine Aufgabe als Seelsorger hat der Mörder ja gründlich verfehlt und Götter die nicht mal ihr eigenes Bodenpersonal bei so etwas maßregeln bringen eine ganze Reihe von anderen Problemen mit sich) und wie diese im weiteren Verlauf des Spiels thematisiert werden soll.

Jeordam
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Jeordam » 19.11.2015 19:20

Meiner Ansicht nach liegt wenn dann nur ein ausseraventurisches Problem vor. Bei Grausamkeiten o. ä. hat der Gruppenkonsens die Meinung des Empfindlichsten zu sein.

Inneraventurisch? Kein Problem. Folter, Verstümmelung und grausamste Hinrichtungsmethoden sind aventurisch vollkommen akzeptiert und unter anderem durch Praios göttlich legitimiert.
Dass elbst in die Hand zu nehmen ist nicht unbedingt die legalste Variante, aber sie wird eh von 95% aller Spielgruppen praktiziert und Efferd ist in der Beziehung auch nicht so ein Korinthenkacker wie Praios.
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 19.11.2015 20:16

Mir geht es nicht um eine juristische Definition von Unrecht, sondern um eine moralische. Und die Moral der Zwölfgötter, die so etwas widerliches abnicken, ist nun mal eine ganz andere als die Göttern, welche derlei sanktionieren.

Auch hinkt der Vergleich, es war eben keine legitime Folter, Leib- oder Todesstrafe, sondern Mord an niedersten Beweggründen.

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Jeordam » 19.11.2015 20:49

Die Zwölfgötter nicken das ganz definitiv ab. Ansonsten sähe das aventurische Rechtswesen deutlich anders aus.

Der Unterschied zwischen legitimer Strafe und Mord besteht im großen und ganzen nur darin das der Efferdgeweihte kein belehnter Adliger ist. Dann hätte er das nämlich vollkommen legitim auf seinem Lehen durchziehen können, Ochsenblut sei dank.
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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 19.11.2015 21:02

Jeordam hat geschrieben:Die Zwölfgötter nicken das ganz definitiv ab. Ansonsten sähe das aventurische Rechtswesen deutlich anders aus.

Der Unterschied zwischen legitimer Strafe und Mord besteht im großen und ganzen nur darin das der Efferdgeweihte kein belehnter Adliger ist. Dann hätte er das nämlich vollkommen legitim auf seinem Lehen durchziehen können, Ochsenblut sei dank.
Ist er aber nicht, hat er aber nicht und überhaupt spielt es für die vorliegende Problematik keine Rolle. Er hat zu Befriedigung seiner eigenen Gelüste einen Wildfremden zu Tode gefoltert.

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Talasha » 19.11.2015 21:06

Efferd dürfte sich nicht darum scheren, auf solche Fälle wären eigentlich nur Peraine, Tsa und Rondra zwingend sauer Kor, und Praios vielleicht ebenfalls. Ansonsten Rachsucht und Grausam als NAchteile finde ich passend.
Sir Isaac Newton ist der tödlichste Bastard im ganzen Weltraum!

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Re: Geweihter foltert und tötet Menschen - Konsequenzen?!

Ungelesener Beitrag von Zordan Zornbold » 19.11.2015 21:08

Fassen wir doch mal zusammen:

Gesellschaftlich ist dieses handeln nicht akzeptabel. Joa
Der Charakter reagiert etwas über. Absolut.
Es widerspricht den Geboten der Zwölfe (Respektive Efferd der hier den Karmahahn steuert) Nöpe

Warum sollte es von Efferd Konsequenzen geben, wenn nicht eine einzige seiner Regeln verletzt wurde.
Im Gegenteil er hat seinen Emotionen Ausdruck verliehen (Zwei Tage Trauer- und "Wut-" Arbeit.).
War doch im Grunde alles in Ordnung, er hat blutigste Rache genommen und ein schweres bis minder schweres Verbrechen begangen (Genaue Rechtslage ist jetzt nicht so bekannt.), damit hat Efferd an sich jetzt nicht am Hut, er hätte ihn auch noch einlegen und verspeisen können, solange er ihn nicht über Feuer zubereitet.

Bleibt also nur noch die Frage ob ihr das in der Gruppe überhaupt haben wollt.
Gleichzeitig ist auch die Frage zu klären ob der Spieler soetwas tragisches überhaupt rüberbringen kann, bzw. damit zuviel Spotlight "klaut".
Alles Gründe um das abzulehnen, aber Inneraventurisch sehe ich kein Problem.
(Wenn selbst langjährige Paktierer und Chimärenbeschwörer zu Tsa-Geweihten werden können, ist das hier wohl kein Problem.)

Abgesehen davon, nur weil der Spieler mal irgendwann ausgerastet ist kriegt er ja wohl nicht direkt Jähzorn/ Rachsucht. Man darf solche Sachen ja auch ohne den entsprechenden Nachteil ausspielen.
"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Kurt Cobain)

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