HW02 Ein Goblin mehr oder weniger

Hier können DSA-Abenteuer bewertet und bereits bewertete Abenteuer eingesehen werden.
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Thallion
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HW02 Ein Goblin mehr oder weniger

Ungelesener Beitrag von Thallion » 30.09.2015 14:00

Dieser Thread ist zur Diskussion der Inhalte des im September 2015 erschienenen DSA5-Abenteuers HW02 Ein Goblin mehr oder weniger von Gudrun Schürer bestimmt.

Vielleicht hast du Erfahrungen mit dem Abenteuer gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Tipps, Fragen oder Meinungen zu dem Abenteuer. Dieser Thread ist zur Sammlung dieser Informationen und Themen gedacht.

Darüber hinaus kann man in diesem Thread das Abenteuer auch bewerten, um so eine grobe Orientierungshilfe für andere Nutzer zu bieten. Hier gelangst Du zur Übersicht über alle anderen bisher durchgeführten Bewertungen.

Bitte nur dann abstimmen, wenn du das Abenteuer als Spieler oder Spielleiter erlebt oder es zumindest gelesen hast!

Wenn dies nicht der Fall ist, dann stimme bitte nicht ab. Vielleicht spielt ihr das Abenteuer in einigen Monaten und du willst dann abstimmen, könntest es aber nicht mehr, wenn du schon abgestimmt hättest, ohne das Abenteuer zu kennen.

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Engor
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Re: HW02 Ein Goblin mehr oder weniger

Ungelesener Beitrag von Engor » 01.10.2015 17:57

Die "Heldenwerk"-Abenteuer sind auf schnelles Spielen ausgelegt, was eben eine Reduzierung auf 16 Seiten mit sich bringt. Da besteht natürlich das Risiko, dass an einigen Stellen Platz fehlt, um einzelne Aspekte der Handlung angemessen ausgestalten zu können. Was bei "Hexenreigen" toll funktioniert hat, gelingt bei "Ein Goblin mehr oder weniger" meiner Meinung nach nur zum Teil.
Das Wohnviertel, in dem die Helden recherchieren, ist gut beschrieben, vor allem die gesamte Nachbarschaft mitsamt den Bewohnern, so kann der Spielleiter jede Menge falsche Spuren auslegen und die Helden mit vielen Figuren konfrontieren.
Leider fehlt es mir dann aber in zwei wichtigen Bereichen an Ausgestaltung:
1. bei dem Antaganonist ist mir sowohl seine Persönlichkeit als auch seine Agenda zu schwammig, man bekommtnoch nicht einmal genau raus, mit was er schmuggelt und wer seine Geschäftspartner sind
2. gibt es als Verbündete der Goblin und der Spielercharaktere die Diebesbande der Mondkinder, wobei nicht wirklich klar wird, wie eng die Bindung ist und woher sie genau rührt.

Schade ist, dass weder der Erzschurke noch seine wichtigste Handlangerin, die seine Schläger kommandiert, eigene Werte bekommen, die sie individueller darstellbar erscheinen lassen.

Schön ist dafür die titelgebende Thematik getroffen, hier wird die schwierige Situation der Goblin in Festum deutlich, die maximal geduldet werden, im Notfall aber von den Autoritäten wenig Hilfe erwarten dürfen und deren Leben wenig gilt.
Meine ausführlichere Kritik findet sich hier: https://engorsdereblick.wordpress.com/2 ... r-weniger/

Hier gebe ich 3 Punkte

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Re: HW02 Ein Goblin mehr oder weniger

Ungelesener Beitrag von Curthan Mercatio » 26.03.2016 19:08

Inhalt
Generell finde ich die Thematik eines Kriminalfalles unter Goblins großartig und tatsächlich wird die Stimmung unter dieser geduldeten und missachteten Gruppe gut eingefangenen. Rassismus als Thema in einem DSA Abenteuer hat durchaus Seltenheitswert.

Die Konkrete Umsetzung überzeugt dann schon weniger. Der Einstieg ist ziemlich ausführlich gehalten (dieser Platz fehlt dann am Ende) und das Auftreten eines mysteriösen Adeligen gleich zu Beginn hat das Potenzial, die Gruppe sofort auf eine falsche Fährte zu locken. Eigentlich vermutete ich die Einführung eines NSC für die Theaterritterkampagne, aber da weder Name noch Aussehen der Person genau beschrieben werden, können die SC die Person gar nicht wiedererkennen.

Schließlich setzen sich die Helden auf die Spur des Ermordeten, der von einem anderen Verbrecher fälschlicherweise für den Goblinmörder gehalten wurde. Die Befragung der Nachbarschaft ist dabei sehr schön ausgearbeitet. Die Personen bleiben dabei eher klischeehaft, haben aber dafür Wiedererkennungswert. Allerdings lassen sich bei der Befragung kaum wertvolle Hinweise finden. Doch selbst wenn ist es egal, weil die Helden den Mörder gar nicht finden müssen.

Denn das haben bereits die Goblins getan. Sie bieten den Helden den Mörder als Austausch gegen den wahren Goblinmörder an. Denn der hat bereits zahlreiche Goblins aus dem Gewissen. Die eigentliche Informationssuche ist dann aber erstaunlich kurz und kaum ausgearbeitet. Wenn die Helden nett zu einem kleinen Goblin waren, erfahren sie sofort, wo sich der Mörder aufhält. Oder sie durchsuchen aufs geradeheraus die Keller aller Wohnungen, und enttarnen dabei sofort den Verdächtigen.

Sobald sich der Verdacht erhärtet, müssen die Helden in dessen Haus eindringen. Allerdings hat der Mörder eine geradezu absurd hohe Anzahl von etwa 20 Schlägern angeheuert. Mit eventuellen Verbündeten unter den Goblins und den Mondschatten können die Helden den Goblinmörder überwältigen und bekommen dann den ursprünglichen Mörder ausgeliefert.

Bewertung
Wo das Abenteuer gegen Anfang gut ausgearbeitet ist, wird es gegen Ende sehr fragmentarisch. So bleiben viele Fragen offen. Was ist der Hintergrund des Mörders? Womit schmuggelt er? Wer sind die mysteriösen Mondschatten, die überall ihre Finger im Spiel haben? Was hat es mit den vielen anderen goblinischen NSC wie der Firungeweihten auf sich?

Für die Werte fehlt leider der Platz. Hier sind nur die Wertekästen für den Gardisten und den Handlanger abgedruckt, von denen sich zuminest ersterer schon im Almanach findet. Dafür sind DSA5 Wertekästen so lange, dass diese 2 Wertekästen für 0815-Gegner eine der elf Seiten des Abenteuers füllen. Für den Bösewicht war kein Platz mehr, und es fehlen Werte für die zahlreichen sozialen Proben.

Das größte Manko des Abenteuers ist aber die Motivation der beteiligten NSC, die für mich eher merkwürdig bis bizarr sind.
  • Da wäre einmal der Dieb, der unter der Hand Schutzgeld von den Goblins nimmt und duch die Morde unter Zugzwang gerät. Nun fürchtet er, dass dadurch sein Ruf bei seinem Verbrecherkartell sinkt. Doch offensichtlich fiel seine Schutzgeldaktion den Mondkindern gar nicht auf. Warum sollte es sie also kümmern? Und warum würden sie irgendwelchen Goblins mehr glauben als ihrem eigenen Mitglied?
    Jedenfalls versucht sich der Kleinkriminelle nicht etwa hinauszureden oder haut ab, sondern lässt auf einen vagen Verdacht hin einen angesehenen Stadtbürger ermorden. Was für die Mondkinder natürlich ein sehr viel größeres Problem als das eigentliche Schutzgeld ist und ihm am Ende den Kopf kostet.
  • Der Goblinmörder ist nicht besser. Er wird von einem Goblin als Schmuggler identifiziert. Eigentlich könnte er sich ruhig zurücklehnen, da sein Wort gegen das eines verängstigen Goblins steht. Meinetwegen könnte er auch die Familie des Goblins einschüchtern oder sie diskreditieren. Stattdessen ermordet er sieben Goblins, nur weil sie dem Gesuchten ähnlich sehen! Selbst wenn er Goblins verachtet, ist dieses Verhalten dermaßen irrational und dumm, dass es einfach nur haarsträubend ist. Noch merkwürdiger ist nur, dass es bei sieben Morden keinen einzigen Zeugen oder direkten Hinweis auf ihn oder seine Komplizin gibt. Der Mann ist ein Profikiller!
  • Leider steht auch diese Tatsache im völligen Widerspruch zu seinem sonstigen Handeln. Denn er wird ursprünglich nur ertappt, weil ein Goblin durch die Kanalisation in seinen Keller spaziert. Damit konnte ja niemand rechnen. Danach verschließt er diesen Zugang nicht etwa, sondern sichert ihn nur mit einer Bärenfalle. Deswegen können später die Helden auf dem genau gleichen Weg ins Haus kommen.
  • Der Goblin, der die Ereigbnisse ins Rollen bringt, handelt auch nicht gerade schlau. Er versteckt sich, während draußen seine Verwandten umgebracht werden (wovon er von dem Goblinjungen wissen müsste). Klar, er ist ein Hasenfuß. Doch er könnte den ganzen Spuk sofort beenden, indem er seiner Ältesten davon berichtet. Stattdessen lässt er sich vom Mörder jagen und seine Verwandten sterben.
Fazit
Eine an sich gute Idee, die etwas an dem mangelnden Platz, vor allem aber an den extrem seltsamen Handlungsweisen der beteiligten NSC leidet.
2 Punkte.
Neu: Jahresrückblicke - Reaktionen auf Ilaris und Wo wir es verkackt haben.

Pharelis
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Re: HW02 Ein Goblin mehr oder weniger

Ungelesener Beitrag von Pharelis » 27.03.2016 20:12

Die Autorin liest mit und bedankt sich für die ausführlichen Bewertungen (wenn auch, in Engors Fall, etwas spät).

Der 'Goblin' war eines der ersten Abenteuer der Heldenwerkreihe und zum Abgabezeitpunkt waren einige Designentscheidungen noch nicht getroffen worden. Beim Layout hat sich herausgestellt, dass das ursprüngliche Manuskript schlicht zu umfangreich war. Dem Rotstift sind dann einige Hintergrundinfos zum Opfer gefallen. Ich fand das auch schade, aber die Kürzung war leider notwendig.

Für den interessierten Leser fasse ich den Grundgedanken kurz zusammen:

Meisterinformationen: Stanko Ilmerow will in Festum in Zusammenarbeit mit den mendenischen Fälscherwerkstätten einen Schmugglerring im großen Stil aufbauen. Er hat sich auf nautische Instrumente spezialisiert, die er günstig von den Fälscherwerkstätten einkauft, in einer Hafenstadt wie Festum aber teuer weiterverhöckern kann. Allerdings taugen die Geräte nichts. So ist der Sohn von Ilmar Persanzig, der in der Eingangsszene einen kurzen Auftritt hat, aufgrund seiner nagelneuen Navigationsgeräte verschollen. Der Vater ahnt, dass mit den Instrumenten etwas nicht stimmt, mutmaßt aber, dass die Mondkinder seinem Sohn den Schrott angedreht haben. Deshalb macht er Druck bei der Stadtwache.

Ilmerows Sorgen gelten weniger der Aufdeckung seiner Schmuggeleien durch die Behörden, sondern der Enttarnung seines Netzwerks durch seine Konkurrenten, d.h. den Mondkindern. Der Schmuggel in Festum ist zwar hauptsächlich in Goblinhand, aber das nimmt Ilmerow nicht ernst. Mantka Riiba wiederum will einerseits ihre Leute schützen, hat andererseits aber auch Interesse daran, die neue Konkurrenz loszuwerden. Deshalb arbeitet sie mit den Mondkindern zusammen, denen Konkurrenz natürlich auch nicht ins Konzept passt. Beide Parteien hatten bis dahin zwar bemerkt, dass 'sich etwas tut', aber keine konkreten Hinweise auf Ilmerows Schmuggelring. Mit dem Auftauchen der Helden bietet sich die Gelegenheit, Nachforschungen anstellen zu lassen, die in der Art weder von Goblins, noch von den Mondkindern ausgeführt werden können.

Zu Ilmerows Mordmotiv: Er will unter allen Umständen verhindern, dass Informationen oder auch nur Gerüchte über die Besuche seiner mendenischen Geschäftspartner durchsickern, die ungesehen über die Kanalistion in sein Haus gelangen können. Sein Netzwerk ist noch in der heiklen Aufbauphase und alteingesessene Verbrecher wie die Mondkinder könnten ihm auf viele Arten ins Handwerk pfuschen, angefangen von der Einschüchterung potentieller Käufer, über das Abwerben seiner Zulieferer bis hin zur finalen Lösung mittels Armbrustbolzen.

Balduin von Schlössleberg
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Re: HW02 Ein Goblin mehr oder weniger

Ungelesener Beitrag von Balduin von Schlössleberg » 12.08.2016 01:14

Dieses Abenteuer habe ich als Spieler erlebt. Der Spielleiter hat mir sehr Leid getan, dieses für einen 16-Seiter äußerst komplexe Abenteuer leiten zu müssen.

Wir Spieler hatten zwar stets mehrere Spuren, denen wir folgen konnten. Jedoch bestand bei Spielern und Helden nicht die notwendige Motivation, systematisch das ganze Goblin-Slum zu durchfragen, um inhaltlich endlich weiterzukommen. Den Todesstoß hat bereits ganz am Anfang die Erkenntnis gegeben, dass der Mordfall sehr viel komplexer ist als zu Beginn angenommen. Wer hat schon Lust, für eine Goblinsippe (zu der die Helden in keinerlei Beziehung stehen) ganz andere Mordfälle zu lösen, alleine um Hinweise für den eigentlichen Auftrag zu erhalten?

Ich halte es für möglich, dass erfahrenere Spieler als wir hier viel Spaß an der anspruchsvollen Detektivarbeit gehabt hätten. Vorzuwerfen ist dem Abenteuer jedoch, dass die Komplexität für Spieler mit "gering/mittel" irreführend niedrig angesetzt ist.

Des Weiteren ist unverständlich, warum das Abenteuer unbedingt in der Großstadt Festum spielen musste, eine Stadt, welche im Abenteuer nicht annähernd adäquat beschrieben wird.
(2/5)

Alramyr
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Re: HW02 Ein Goblin mehr oder weniger

Ungelesener Beitrag von Alramyr » 22.06.2017 15:42

Ich habe das Abenteuer über 3 Abende mit meiner Gruppe geleitet.

Insgesamt kam es gut an und es gab viel zu lachen. Groink wurde von der Gruppe recht schnell ins Herz geschlossen, so dass die Motivation hinter dem Goblinmörder herzujagen kein Problem darstellte. Groink sollte ja geholfen werden.

Zwischenzeitlich musste ich ein wenig improvisieren, weil die Helden nicht alle Nachbarn von Sewersky interviewt haben und deshalb Ilmeroff eine unbekannte Größe darstellte.

Ein Problem, das sich für mich ergab, war die Menge an Schurken, die Ilmeroff beauftragen sollte 4 pro Held, dazu kommen noch er und seine Helferin. Das wären bei mir dann 22 (!) Menschen gewesen, die sich in 6 Zimmern und 2 Gängen hätten aufhalten müssen, Wobei ein Zimmer noch der Kohlekeller war. Da er nicht wusste, wann die Helden auftauchen, müssten also 22 Personen in 6 Zimmern mehrere Tage und Nächte überstehen...

Ich habe die Anzahl dann reduziert und noch passend Schlafsäcke verteilt, um irgendwie zu erklären, wo die eigentlich herkommen.

Ein wenig ärgerlich war auch, dass zwar Goblins mit zum Kampf genommen werden können, aber nirgendwo Kampfwerte für einen Goblin standen. Ich habe mir dann mit denen aus der Thorwallertrommel beholfen. Trotzdem war das ärgerlich.

Nichts desto trotz hatten wir beim Spielen viel Spaß und ich würde 4 Punkte verteilen.

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