A141.7 Der unsichtbare Tod (Basargeschichten)

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JR
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A141.7 Der unsichtbare Tod (Basargeschichten)

Ungelesener Beitrag von JR » 30.03.2008 18:12

Dieser Thread ist zur Bewertung und Diskussion der Inhalte des Abenteuers A141.7 Der unsichtbare Tod von Heike Wolf vorgesehen, das 2005 im Band A141 "Basargeschichten" erschienen ist.

Vielleicht hast du Erfahrungen mit dem Abenteuer gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Tipps oder Fragen oder möchtest einfach nur allgemein deine Meinung zum Abenteuer kundtun oder deine Bewertung begründen. Der Thread ist deshalb auch zur Diskussion des Abenteuers vorgesehen.

Ansonsten gilt:
Bitte nur dann abstimmen, wenn du das Abenteuer als Spieler oder Spielleiter erlebt oder es zumindest gelesen hast!

Wenn dies nicht der Fall ist, dann stimme bitte nicht ab. Vielleicht spielt ihr das Abenteuer in einigen Monaten und du möchtest dann abstimmen.

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JR
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Ungelesener Beitrag von JR » 20.04.2008 16:02

In diesem Abenteuer hat mir besonders die Idee gefallen, dass die Helden dadurch überrascht werden, dass der Böseweicht bereits Opfer seines eigenen Plans geworden und selber an den Zorgan-Pocken gestorben ist. Auch der Gedanke, das Abenteuer durch einen Wettlauf mit der zeit zu beenden ist gut, doch leider für ein Finale ungenügend ausgearbeitet. Zudem verhindern die Helden nur ein weiteres Ausbreiten der Pocken und können zur Heilung nichts beitragen, was die Idee des Aufbauens eines Zeitdrucks (um einen erkrankten Mithelden oder befreundete Meisterpersonen zu retten), irgendwie nicht 100prozentig unterstützt. Da hätte die Autorin sich besser etwas einfallen lassen sollen (beispielsweise, dass die Namenlosen-Artefakte nicht nur der Auslöser sind).

Aber vielleicht kann mir jemand auch noch folgende Frage beantworten: Was bringt es den Helden, im Archiv gewesen zu sein und den Ort gefunden zu haben, an dem die Artefakte verschüttet waren? Im Prinzip doch nur die Zahl der Artefakte (zwölf und nicht 13), oder?

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Varana
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Re: A141.7 Der unsichtbare Tod (Basargeschichten)

Ungelesener Beitrag von Varana » 02.06.2009 22:57

Das Abenteuer hat einige nette Ideen, aber auch einige Probleme.

Positiv: Es ist ein eher interaktionslastiges Abenteuer, Krankheiten und Seuchen spielen sonst selten eine Rolle, die meisten Spuren führen tatsächlich auch irgendwo hin, und die Idee mit dem toten Bösewicht hat was.

Auf der negativen Seite: Die Idee mit dem toten Bösewicht beraubt das AB des Finales. Man hangelt sich von hier nach dort, und dann klingt das Ganze so langsam aus. Die Idee, wie gesagt, ist nett, aber für den Spannungsbogen tödlich.
Ein großes Problem ist mMn, daß die Ansteckungsgefahr der Pocken völlig verharmlost wird. Lt. WdS muß man bei Berührung eines Kranken in 25% der Fälle eine KO-Probe +10 ablegen* - was sowohl im Falle der Helden, die die ganze Zeit mit Kranken und den auslösenden Artefakten zu tun haben, als auch bei den Stadtbewohnern, die einige Tage lang keine Ahnung haben, daß die Pocken wüten, mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Ansteckung führen dürfte (von den Geweihten ganz zu schweigen).
* Kann es sein, daß es hier auch wieder unterschiedliche Regeln gibt?!?
Daß man am Ende auf dem Höhepunkt der Epidemie ein Schiff ablegen läßt, ist irgendwie doof - wenn man das dagegen streicht, ist praktisch jedes Finale des AB gestorben.
Dazu kommen ein paar kleinere NSC-Versager - wenn jemand mit Zorganpocken zum Perainetempel gebracht wird, ist es unsinnig, daß die Geweihten die Familienmitglieder einfach wieder wegschicken, ohne sicherzugehen, daß sie sich nicht angesteckt haben. Aber gut, das läßt sich ausbügeln.

Klingt negativer, als es ist - 3 Punkte. :)
Wie gesagt, im Großen und Ganzen ein annehmbares Abenteuer, das auch zeitlich ziemlich unabhängig mal kurz eingeschoben werden kann. Man sollte nur selber dafür sorgen, daß die Helden die Pocken überstehen können.

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Doc Sternau
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Re: A141.7 Der unsichtbare Tod (Basargeschichten)

Ungelesener Beitrag von Doc Sternau » 03.06.2009 23:50

Im großen und ganzen stimme ich Varana zu, möchte hier aber nochmal betonen, dass das Abenteuer viel zu wenig auf die Seuchensituation eingeht. Wenn man das Ganze so liest erhält man den Eindruck von hie und da mal ein Fall, der sich relativ einfach unter Kontrolle bringen lässt. Dem dürfte aber ganz und gar nicht so sein. Selbst die im Abenteuer angegebene KO-Probe +7 ist für Alrik-Normalaventurier mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu schaffen. In einer Gesellschaft wo häusliche Krankenpflege eher die Norm ist, ist die Bevölkerung praktisch völlig durchseucht, bevor man gucken kann.
Dass die Peraine-Geweihte dann auch noch versuchen soll, das ganze zu verharmlosen... naja.
Hier hätte man tatsächlich mit der Ausnahmesituation arbeiten sollen, anstatt das Problem als eher harmlos darzustellen. Gerade wie Zorgan auf eine Situation reagiert, die die Stadt schon einmal fast vernichtet hätte, wäre sehr interessant gewesen. Zumindest fehlt aber in jedem Fall ein Kasten, der dem SL Hilfe dabei gibt, was bei der Ausbreitung der Seuche geschieht: Sperrung der Stadt, Panik, Abschottung der Reichen, Mobs die sich einen Weg aus der Stadt freikämpfen wollen etc. pp.
Hier wird mMn extrem viel verschenkt - wie oft hat man schon die Möglichkeit so ein Abenteuer zu bauen?

Das der Höhepunkt, die Abreise der letzten Seuchenquelle, dann noch durch völlige nicht Ausgestaltung glänzt, ist auch sehr heftig. "Hier müssen sich die Helden ins Zeug legen, um das gerade abgelegte Schiff noch aufzuhalten." - und das war's. Hier wären zumindest 2-3 Anhaltspunkte, was sie denn für Möglichkeiten hätten, sehr nötig gewesen.

Ebenfalls bitter ist, dass die Helden eigentlich nichts erreichen können, außer die übernatürlichen Seuchenherde einzusammeln - gegen die zu dem Zeitpunkt schon extrem weit verbreiteten normalen Überträger bietet das Abenteuer keine Lösung.

Das Abenteuer in sich ist, bis auf die beschriebenen Mängel, jedoch schlüssig und funktioniert durchaus.

Mit der Wertung bin ich mir unschlüssig. Auf seinem dargestellten - unrealistischen - Level funktioniert das Abenteuer durchaus und dürfte etlichen Runden einen schönen Spielabend bereiten. Auf ein realistisches - und der angegebenen Regeltechnik entsprechendes - Seuchenszenario angepasst, ist es dagegen eher ungenügend.
Ich gebe entsprechend auch nur 2 Punkte - mir ist das Seuchenszenario einfach zu mangelhaft ausgearbeitet und der SL wird mit der eigenen Ausarbeitung auch völlig allein gelassen.

@JR: In dem Keller liegen laut Abenteuer noch mindestens 3 der Artefakte. Außerdem erfahren die Helden wieviele es insgesamt gibt, sodass sie wissen, wann sie alle eingesammelt haben.

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Thallion
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Re: A141.7 Der unsichtbare Tod (Basargeschichten)

Ungelesener Beitrag von Thallion » 31.01.2011 15:03

Als reiner Szenario-Vorschlag im Aventurischen Boten wäre es mit diesem Ausarbeitsungsgrad vollkommen ok gewesen. Als eigenständiges Anthologie-Abenteuer für mich aber nur 2 Punkte wert.

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Clandestinus
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Re: A141.7 Der unsichtbare Tod (Basargeschichten)

Ungelesener Beitrag von Clandestinus » 05.12.2012 15:14

Kann mich der allgemeinen Kritik voll und ganz anschliessen. Eigentlich ganz nett, aber mangelhaft ausgearbeitet.

Meine Abenteuererfahrung:
Wir haben 4 oder 5 Sitzungen dafür gebraucht. Dazu muss man aber sagen, dass es für unsere neue Gruppe (die sich auch sehr schnell verändert hat) der Einstieg war und damit die Zusammenführung der Helden, die Reise nach Zorgan, etc. den Großteil der Erfahrung ausgemacht haben.
Das eigentliche Abenteuer haben wir nach meiner Einschätzung in ~7 Stunden durchgespielt, nachdem wir richtig in Fahrt gekommen sind.

Ich würde an dieser Stelle gerne 3 Punkte vergeben, aber da mit zwei kurzen Blicken ins Regelbuch das gesamte Konzept des ABs scheitert kann ich nicht mehr als enttäuscht sein.*
Schlimmer geht immer, also vergebe ich 2 Punkte für einige überaus schöne, wenn auch unausgereifte, Ideen.

Alles weitere kann ich wohl erst beurteilen wenn ich das AB selbt komplett durchgelesen habe, kann also sein das meine Wertung nicht die finale ist.

Gruß,
C.



* welche zwei Punkte?
1) Wenn ich das richtig sehe dauert es 13 Tage bis die Krankheit überhaupt ausbricht. Das nimmt den ganzen erwünschten Zeitdruck und ist dabei eigentlich das namenlos hinterhältige daran, was den Reiz ausmachen hätte sollen:
Sobald man den ersten Todesfall zu beklagen hat (um überhaupt sowas wie eine Sperrung des Hafens, Quarantäne, etc. zu veranlassen), ist es eigentlich zu spät, da sich viel zu viele Leute angesteckt haben. Dazu nochmal 12 unheilige Relikte die man ganz platt überall verteilen kann? Tschüss, Zorgan, war schön mit dir :rolleyes:

2) Aus der Beschreibung der betreffenden Liturgie ging hervor das man damit Krankheiten (binnen einer Woche!) heilen kann, nicht das man Helden damit quasi temporär den Vorteil Immunität gegen Zorganpocken verpasst. Auch zweifach aufgestuft kann ich mir das nicht wirklich vorstellen, aber ich bin auch nicht so firm mit karmalem Wirken...
So oder so, wahrscheinlich sollte ich mich freuen das man überhaupt Bezug zu etwas aus einem Regelbuch nimmt, anstatt einfach zu sagen "It's Magic!" :wink:

Jassafer al-Alam
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Re: A141.7 Der unsichtbare Tod (Basargeschichten)

Ungelesener Beitrag von Jassafer al-Alam » 05.08.2013 15:06

Hallo zusammen,

ich hatte das Vergnügen das AB als Spieler zu erleben (Fasarer Beherrscher) und habe von unserem Meister nachträglich noch die Infos erhalten. Vorab sei gesagt, dass ich die Thematik eigentlich sehr reizvoll und spannend finde - der Kampf gegen eine Seuche ist in DSA-Abenteuern nicht gerade alltäglich. Gerade da mein Magier Familie in Zorgan hat war auch eine starke persönliche Motivation gegeben, allein, die Ausbreitung der Zorganpocken durch die Verteilung der Objekte war ein Witz.
Wir waren sehr schnell dabei die Objekte einzusammeln, die von ihrer Wirkung her zwar sehr interessant, aber im Großen und Ganzen nicht dazu geeignet sind, großflächige Wirkungen zu erzielen, dafür sind sie zu individuell (bspw. ein Brieföffner oder eine Tabakdose). Dies gilt nicht für alle Objekte, aber auf Grund ihrer Platzierung und der Tatsache, dass einige der Erstinfizierten allein sterben, trägt dies quasi zur Eindämmung der Seuche bei. Die Objekte zirkulieren nicht und das müssten sie auch nicht, wenn viele Personen damit in Berührung kämen, doch das war zumindest bei uns nicht der Fall. Somit blieben "nur" einige Dutzend Zweit- und Drittinifizierte, die in einer Großstadt wie Zorgan aber nur eine verschwindend geringe Minderheit ausmachen.
Ich muss meinen Vorrednern bezüglich des Punktes des Umgangs mit der Seuche großteils zustimmen: die Perainekirche verheimlicht die Seuche ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr (vorher kann ich mir das durchaus vorstellen, damit keine Unruhe oder gar Panik entsteht) und natürlich muss die Stadt unter Quarantäne gestellt werden. Dies hat der Meister bei uns auch abgeändert, aber da dies vom AB eigentlich nicht vorgesehen war, ist das meiner Meinung nach ein großes Manko.

Insgesamt ist die Rolle des Namenlosendieners sehr schlecht dargestellt - in unserer Runde hat er den Ruf einer unfähigen Witzfigur abbekommen, der letztlich sich selbst infiziert hat. Wie peinlich ist das denn gerade vor dem Hintergrund der Seuche? Eigentlich ist die Thematik gerade in Zorgan und den Erfahrungen der Stadt mit den Pocken sehr ernst, und auf Grund des vorgesehenen Ablaufs wird dies regelrecht karikiert, was eigentlich nicht passieren sollte.

Auch das Ende des Abenteuers ist nicht durchdacht, da das AB erstens nicht vorschlägt, wie die Pocken letztlich wirklich verschwinden, und zweitens die Bedeutung eines abfahrenden Schiffes mit einem Seuchenherd hier überhaupt nicht berücksichtigt wurde. Dieses Schiff kann von den Helden kaum gestoppt werden, da das AB scheinbar vorsieht, dass es bereits abgelegt hat - wir hatten glücklicherweise einen Hexer dabei, somit konnte der Zielhafen (in unserem Fall Elburum) rechtzeitig informiert werden, aber die Alternative wäre nur die Ausbreitung der Seuche in andere Regionen, und dann hätte es eine wirklich große Epidemie gegeben.
Das Ende der Seuche selbst ist aber ein weitaus größeres Problem, wenn man nicht gerade Elcarna vor Ort hat, weswegen der Meister bei uns zu einem Perainewunder greifen musste - ich hätte ehrlich gesagt nicht gewusst, was wir sonst gegen die Pocken hätten tun können (die Behandlungsmöglichkeiten sind da sehr eingeschränkt).

Alles in allem ist die Thematik sehr interessant und hat mich angesprochen, aber die Umsetzung scheitert grandios und zieht den Ernst der Lage absolut ins Lächerliche. Auch das Ende ist unausgegoren und bedarf der dringenden Überarbeitung durch den Meister.
2 Punkte von mir.

Viele Grüße,
Jassafer al-Alam

Cadrax Sohn des Cendrosch
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Re: A141.7 Der unsichtbare Tod (Basargeschichten)

Ungelesener Beitrag von Cadrax Sohn des Cendrosch » 25.09.2013 14:51

Hallo,

Ich habe "Der Unsichtbare Tod" vor etwa einem Jahr als Ersatz-Einstiegsabenteuer für "Schleiertanz" gemeistert und vor kurzem mit meinen Spielern über unsere Erfahrungen gesprochen. Wir haben Abschnitte, Charaktere und das Abenteuer selbst auf einer Skala von 1-10 bewertet, wobei 1 unspielbar, 5 durchschnittlich und 10 perfekt bedeutet. Hier ein Kommentar aus Meistersicht:

Der Kritik meiner Vorredner kann ich mich größtenteils anschließen. Das Hauptproblem des Abenteuer ist verschenktes Potenzial – denn die Grundidee verspricht schon einmal viel! Der Einstieg konnte meine Spieler noch überzeugen (7 Punkte) – die Helden erleben hautnah die Konsequenzen der Seuche, müssen fürchten, sellbst angesteckt zu sein, eine echte Bedrohung, die mit einem Mysterium einhergeht, wird aufgebaut – und dann baut das Abenteuer langsam, aber stetig ab.

Während die ersten Szenen im Perainetempel und der Beginn der Nachforschungen noch die aufgebaute Spannung halten – vorausgesetzt, sie werden vom Meister entsprechend ausgearbeitet – und Schwester Berilind, die ich auch später in anderen Abenteuern nocheinmal eingesetzt habe, ein recht beliebter Charakter war (7 Punkte), wird die Artefaktsuche bald repetitiv, und spätestens wenn der tote Bösewicht entdeckt wird, hat das Abenteuer seinen Zenit überschritten. Meine Spieler haben Fassir Torrenmacher jeweils einen Punkt (mit Abstand die schlechteste Bewertung, die irgendein Charakter in unseren Diskussionen bekommen hat) gegeben, und während man argumentieren kann, dass sein Tod sicherlich unkonventionell für ein DSA-Abenteuer ist, so ersetzt diese Tatsache nicht die völlig verlorene Spannung mitten im Abenteuer. Danach ist es quasi unmöglich, wieder Interesse aufzubauen. Die Bewertungen meiner Gruppe sanken rapide, von 4,6 für die Suche nach dem Schuldigen bis hinunter auf 3,3 für das danach.

Die andere Frage, die sich hier stellt, ist, was sich die ursprünglichen Namenlosendiener bei der Auswahl der Objekte gedacht haben – Pfeifenkopf, Obstschale, Brieföffner, Becher, Teetasse – klar, unauffällig sind sie, aber sie eignen sich besser für einen "Krankheitsanschlag" als für eine Epidemie. Warum nicht beispielsweise Münzen verfluchen, die ständig und überall zirkulieren?

Die Weissagungsszene scheint mir ziemlich fehl am Platz – es gibt keinen guten Grund, warum die Helden ausgerechnet darauf kommen sollten, und es gibt viele einfachere Möglichkeiten, die Hintergründe und die Vergangenheit der Seuche zu demonstrieren. Die anderen Kleinszenen sind okay, aber nicht besonders aufregend. Das Finale schließlich ist überstürzt und ziemlich unausgegoren. Soll man die Zukunft des Schiffzielortes von einer Athletikprobe der Helden abhängig machen, oder wie ist das ganze gedacht?

Das Hauptproblem ist aber tatsächlich der Umgang mit der Seuche selbst, bzw. der Mangel desselben. Hier wird die Gefahr der Zorganpocken einfach nicht wirklich realisiert. Weder die Inkubationszeit von 13 Tagen, die für etliche unvorhersehbare Fälle sorgen müsste, noch die gewaltige Ansteckungswahrscheinlichkeit von 25% werden wirklich beachtet. Die Zorganpocken müssten sich – gerade wenn man bedenkt, dass z.B. eine der angesteckten eine Prostituierte ist – viel weitläufiger ausbreiten, und wie genau die Perainekirche sie unter Kontrolle bringen soll ist mir ein Rätsel. Wie mein Vorredner, der einer der Spieler in meiner Gruppe ist, sagte, habe ich ein Perainewunder genutzt, um das Problem zu lösen, aber wirklich zufrieden war ich damit nicht. Auch was Belohnungen angeht ist das Abenteuer sehr zurückhaltend. "Der Dank der Geweihten" und "das Wohlwollen des Herrscherpaares" für die Rettung der Stadt vor einer grauenvollen Seuche? Das ist, gelinde gesagt, ein wenig mau.

All diese Probleme kommen natürlich primär dadurch zustande, dass sich eine so komplexe und potenziell weitreichend bedeutsame Thematik wie der Ausbruch der Zorganpocken hier nur über 6,5 Seiten erstecken darf – weswegen sich das ganze eher wie ein Szenariovorschlag als ein echtes Abenteuer anfühlt.

Insgesamt haben meine Spieler dem Abenteuer 4/10 Punkten gegeben, weswegen ich hier entsprechend mit einer 2/5 bewerte.

Viele Grüße,
Cadrax Sohn des Cendrosch

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hexe
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Re: A141.7 Der unsichtbare Tod (Basargeschichten)

Ungelesener Beitrag von hexe » 06.03.2017 09:18

Eigentlich spielleite ich keine Kaufabenteuer, weil ich als SL überhaupt nicht mit so viel vorgefertigten Zeug zu recht komme. Von daher sprach mich die eher szenariohafte Ausarbeitung des Ganzen an. Mehr Platz für mich, weniger unbrauchbares. Trotzdem sah auch ich die genannte Problem und wollte es deshalb auch nicht spielen. Nun aber saßen meine SCs während der Namenlosen Tag in Zorgan und da bot sich die Grundidee zumindest an. Darum viel überarbeiten, wobei ich dachte vielleicht interessiert es hier ja jemanden:

Problem A - Zorgan-Pocken und die Ansteckung
Um eine ähnliche Situation zu schaffen wie im AB beschrieben, dass sich nicht so viele anstecken und die Krankheit doch nicht so schlimm ist, wie das Regelwerk vermuten lässt, hatte ich mir folgendes überlegt:
Die Artefakte geben einen Krankheitserreger weiter, aber die gefürchteten Pocken brechen noch nicht aus, sondern es zeigt sich lediglich ein starkes Fieber. Wobei die Stärke von der Häufigkeit der Berührung des Gegenstand abhängig Um die Pocken zum Ausbruch zu bringen, muss im genannten Keller ein Ritual durchgeführt werden, damit hätte man ein plötzliches Erwachen der Seuche an vielen verschiedenen Orten. Bei uns waren die Namenlosen Tage ein guter Zeitpunkt dafür, aber jedes andere Datum wäre ebenso denkbar.

Problem B - Wo ist das Finale?
Die Idee mit dem verstorbenen Bösewicht ist zwar nett, nimmt aber auch viel. Durch das klassische Ritual zum Zeitpunkt X, das die SCs rechtzeitig verhindern können, hat man ein sehr bekanntes Finale. Wobei ich meine nicht davon abhalte nicht erst zu erscheinen, wenn der Dolch über dem Opfer schwebt, sondern gerne auch eher, wenn man den Hinweisen sinnvoll folgt. Was sie auch gemacht haben.

Problem C - Der Antagonist
Fasir wurde gestrichen und an seine Stelle trat der Peraine-Geweihte aus dem Abenteuer Schwarz zu Rot - ich hatte es nach Aranien verlegt. Der junge Geweihte hadert mit dem Schicksal, dass die Heilquelle doch keine ist und so viele Pilger sich falsche Hoffnungen gemacht hatten. Er will deshalb mit ihnen nach Anchopal pilgern – auch um mit sich selbst wieder ins Reine zu kommen. Auf dem Weg erliegen einige ihren Krankheiten und die Jahreszeit bringt seinen Zug in Zorgan zu einem Stopp. Dort kommt er immer mehr ins Grübeln, sodass die Gegenseite ihre Chance sieht. Man führt ihn zu den Artefakten, verspricht eine Lösung für das Leiden der Menschen und er sieht wieder Hoffnung. Schließlich lässt er die Artefakte verteilen und bereitet sich auf das Ritual vor. Am Ende ist er sehr verwirrt, aber auch entsetzt über sich und man übergab ihn der Boronkirche (den Seelsorgern nicht den Totengräbern...)

Problem D – Repetitives Einsammeln
Neben den genannten (Wasserpfeifenmundstück, Obstschale, Becher, Brieföffner, Teetasse, Öllampe) gab es bei uns noch Fächer, Abakus, Holzeimer, Flöte, Haarbürste, goldene Halskette. Um nicht so häufig durch die Stadt zu rennen, habe ich bei der Pfandleiherin Halima mehrere hinterlegt, die sie noch nicht weiter verkauft hatte. Man findet so 2 bis 3 und dann kommt ein Schwung 5-6, damit werden die Letzten nicht so zur Routine und man muss ich als SL nicht ganz so viel ausdenken. Den Holzeimer fand man einem Stall einer Karawanserei, die Flöte in der Gauklerschule, den Fächer in einem Bordell, den Abakus in der Schreiberschule, die Halskette bei einer den SCs schon bekannten Dame.


Die SCs stolpern da irgendwo rein, je nachdem wo sie sind, was sie so machen (Karawanserei, Magierakademie, Schreiberschulen oder Bordelle mögen SCs ja von sich aus mal aussuchen). Entscheidende Hinweise (Menge der Artefakte, Keller) fanden sie bei einem Ex-Abenteuer Hobby-Historiker Ernbrecht Thimorn Löwenhaupt-Binsböckel, der den Peraine-Geweihten in den Tempel begleitet hatte und nun selbst im Fieberschlaf liegt. Mit Hilfe unseres Boronis wurde er dessen Fiebertraum besucht, um mehr zu erfahren – da mag auch ein NSC-Boroni helfen. Wenn das nicht klappt, gibt es immer noch die Unterkunft Ernbrechts in Zorgan, wo man beliebig hilfreiche Aufzeichnungen dafür finden mag. Außerdem kann die Hesinde-Kirche helfen, wenn man mal eines der Artefakte zum Analysieren hat.
"Zulhamid ist aber gerade auch wieder Zucker!" - Lanzelind

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