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Das harte Leben eines Perainegeweihten

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BruderTjorben
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Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von BruderTjorben » 04.12.2016 15:20

Peraine zum Gruße, liebe Leute!

Ich bin Bruder Tjorben und noch ganz neu in DSA unterwegs. (Bei meiner ersten Runde habe ich diesen Archetypen vom SL bekommen. Da ich selbst auch in der Medizin arbeite war es mir ganz recht). In mein erstes "Abenteuer" bin ich mehr oder minder hineingestolpert. Ich war in Greifenfurth bei einer Messe und habe zu den Leuten gesprochen, dann ging alles etwas drunter und drüber und machte Bekanntschaft mit Hexen und vor allem mit der Hexe Gwynna. Die Gruppe mit der ich unterwegs war, war mit mir als Geweihten sehr tolerant, vor allem mit dem Geode Zwerg habe ich mich sofort angefreundet und er findet es immer schön einen Perainegeweihten mit dabei zu haben.

In meiner zweiten Runde besuchte ich Angbar und das Fest der Freuden und musste detektivische Meisterleistungen erbingen. Zum Glück traf ich auf dem Weg meinen Zwergenfreund und war nicht ganz alleine dort im Laufe stieß noch ein Hochstapler (Streuner) mit dazu, der mir leider oft zu verstehen gab wie groß doch seine Abneigung gegenüber Geweihten ist. Ich halte zudem nichts von Gewalt und stelle mich deswegen lieber hinten an wenn ich spüre das ein Hinterhalt geplant wird, aber bin ich deswegen gleich ein schlechter Spieler? Ich habe vorgeschlagen eine Ranke aus Pflanzen vor einem Eingang zu platzieren um damit die Leute zu fangen, ohne gleich mit dem Dolche zuzustoßen, dies brachte mir auch wieder nur verächtliche Blicke

(Als das Abenteuer beendet war musste ich mir dann noch eine Predigt anhören, wie schlimm doch Geweihte sind und die äußerst schlecht für Beginner sind. Ich selbst jedoch habe mich in meine Rolle mehr als verliebt, dennoch hat es mir zu denken gegeben).

Sind Geweihte wirklich so schlimm? Warum werden sie von den meisten einfach nicht akzeptiert und als "Spieler die man mitschleift" betitelt. Ich bin erst noch dabei mir eine Hintergrundgeschichte aufzubauen. Ich lasse mich von dem Gesagten jetzt nicht davon abbringen meinen Geweihten weiter zu spielen. Aber habt ihr auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Welche Tipps könnt ihr mir geben?

dead-flunky
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von dead-flunky » 04.12.2016 15:32

Klingt so, als hättest du ne kindische Gruppe.

Geweihte sind bei DSA 4 relativ schwierig zu spielen, weil sie einen ganz eigenen Regelkatalog haben. Das trifft aber auf 5 nicht mehr zu. Also k/A was die haben. Vielleicht wollen deine Mitspieler einfach kein wandelndes Gewissen dabei haben.

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Assaltaro » 04.12.2016 15:33

Ja ich kenne das Problem ein wenig. Ich selbst spiele auch wahnsinnig gerne Geweihte, darunter auch einige Pazifisten.
Doch viele empfinden Geweihte tatsächlich als störend, weil sie wegen ihrem Moralkodex einfach manche Sachen nicht zu lassen. Ich finde die Lösung mit den Ranken gut, man muss nicht immer alles sofort mit Gewalt lösen. Manche wollen es allerdings immer.

Zu dem Punkt nichts für Beginner:
Das kann ich so nur halb unterschreiben, denn es kommt stark auf den Anfänger an. Geweihte erfordern im Vergleich zu anderen Konzepten die Bereitschaft sich in die Welt einzulesen, aber dafür hat man etwas an der Hand an dem man sich orientieren kann. Also würde ich sagen, wenn du bereit bist dich schon zu Beginn mit der Welt abseits der Runden zu beschäftigen (z.b. Peraine-Vademecum lesen) ist es ein idealer Charakter, gerade wenn du auch OT Ahnung von Medizin hast.

Tipps kann ich dir da eig keine groß geben. Das einzige was mir einfällt, ist OT zu fragen, warum er Geweihte so schlimm findet. Wenn als Grund raus kommt, dass er einfach gerne mal "den Bösen" spielt und gerne metzelt, passt ihr allgemein als Spieler nicht recht zusammen.
Ich hatte da ein ähnliches Problem mit meiner Tsa-Geweihten, weil ein Spieler meinte, dann spielt er nicht mit, weil sie jeden Kampf verhindert. (Tsa gibt es in 5 noch nicht, aber in 4.1 hatte sie einige Liturgien um Kämpfe zu verhindern bzw. zu beenden)
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von BruderTjorben » 04.12.2016 15:47

@Assaltaro: Es war ja sozusagen OT. Es wurde mir zu verstehen gegeben das im gesamten Verlauf des Spieles bei dem er teilgenommen hatte, nie das Gefühl hatte ich wäre in der Rolle. Ich habe eben Leute befragt, mit meiner Sinnesschärfe versucht Details herauszufinden und auf einmal wo es kurz vor einem Kampf steht komm ich an und sage "Ich bin aber kein Kämpfer, warum müssen wir unbedingt kämpfen?". Ganz einfach, weil die ganze Geschichte über sehr friedvoll war und es einfach keinerlei Gründe gab zu sagen "Hey Leute, können wir das nicht auch gewaltlos lösen".
Ich solle doch lieber einen Heilmagier spielen, dazu müsse ich übrigens nicht viel wissen.

Meine Gründe den Geweihten weiter zu spielen sind aber sehr verständlich und meiner Meinung nach akzeptabel. Bruder Tjorben darf nämlich in Begeleitung einer Hexe den Blautannwald betreten (er findet Hexen auf eine Art schon faszinierend, solange sie ihre Fähigkeiten nur nicht in böser Absicht einsetzen und schlechte Erfahrungen mit Hexen hat er bis jetzt noch nicht gemacht, er hat nur freundliche kennen gelernt und ein Perainegeweihter ist laut meines Wissens neuen Sachen eigentlich recht aufgeschlossen und betrachtet sie erst einmal bevor er darüber urteilt) und auch in Folge des ersten und nun zweiten Abenteuers dennoch viel erlebt und ich möchte nicht aufgrund einer Einzelmeinung den ganzen Charakter nun wegwerfen und einen von Grund auf neu aufbauen.

Es ist schwer in einer Rollenspielgemeinde unter zu kommen, vor allem für neue Leute, die auf einmal mit alteingesessenen spielen. Ich war der Meinung das DSA da etwas toleranter ist.

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von WeZwanzig » 04.12.2016 15:51

BruderTjorben hat geschrieben:Es wurde mir zu verstehen gegeben das im gesamten Verlauf des Spieles bei dem er teilgenommen hatte, nie das Gefühl hatte ich wäre in der Rolle. Ich habe eben Leute befragt, mit meiner Sinnesschärfe versucht Details herauszufinden und auf einmal wo es kurz vor einem Kampf steht komm ich an und sage "Ich bin aber kein Kämpfer, warum müssen wir unbedingt kämpfen?". Ganz einfach, weil die ganze Geschichte über sehr friedvoll war und es einfach keinerlei Gründe gab zu sagen "Hey Leute, können wir das nicht auch gewaltlos lösen".
Ich solle doch lieber einen Heilmagier spielen, dazu müsse ich übrigens nicht viel wissen.
Du klingst wie jemand, den ich gerne in meiner Runde hätte. Deine Mitspieler hingegen wie jemand, den ich nach den ersten Abend aus der Gruppe hinaus komplimentiert hätte.
Ehrlich, ich finde es klingt danach, als seien deine Kameraden irgendwelche Monster-Metzler, die nur jemanden brauchen, der sich am Ende wieder zusammenflickt. Du hingegen wirkst wie ein Immersions-Spieler, der sich gerne in einer fremden Welt bewegen und beobachten will. Das wird auf Dauer nicht gut gehen...
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Assaltaro » 04.12.2016 15:56

Ich glaube das hängt nicht am System, sonderen daran mit wem man spielt nzgl der Toleranz. Nur den ersten Absatz verstehe ich nicht. Es muss nicht in jedem Abenteuer zwingend zu einem Kampf kommen. Und wenn du es als Peraine-Geweihter gewaltlos lösen willst, bist du sehr wohl in der Rolle. Immerhin willst du Leben schützen.

Sowas ich lesen, liegt der Geweihte wirklich. Ich stelle sie mir auch sehr aufgeschlossen und tolerant vor. Ich denke, dass der andere Spieler einfach niemanden mit Moralkodex oder Prinzipientreue in der Runde will. (Im Übrigen sind auch die meisten Akademien für Heilmagie sehr pazifistisch^^) Was sagen denn die anderen dazu? Scheinbar hat nur der Streuner ein Problem mit Geweihten oder?
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von BruderTjorben » 04.12.2016 16:02

Der Zwerg und ich verstehen uns sehr gut und sind auf einer Wellenlänge. Auch der Spielleiter ist überzeugt von der Rolle.

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Assaltaro » 04.12.2016 16:04

Dann solltet ihr wirklich mal mit dem Spieler des Streuners reden, was er sich eig vom Rollenspiel erhofft, denn ich fürchte es sind verschiedene Dinge und er passt nicht zu euch. Das Problem hatte ich auch, weshalb meine ersten Tischrunde nicht mehr spielt. So etwas ist immer sehr schade, aber manchmal hilft es nur sich von einem Spieler zu trennen.
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Bullf » 04.12.2016 19:02

Kann Assaltaro nur Recht geben.
In der Rollenspieltheorie spricht man von verschiedenen Spielertypen.

Es gibt den Cinematic-Spieler, dem Regeln eher unwichtig sind, dafür aber jede Szene episch sein wie eine Schlacht aus Herr der Ringe. Der Simulationsspieler will eine möglichst realistische Welt und versucht auch Schmerz zu vermeiden, da er weiß, dass er sich selbst als Heiler niemals in den Kampf stürzen würde, auch wenn es ihm nicht weh tut, wenn seine Spielfigur den Kiefer gebrochen bekommt. Der Würfelspieler hat große Freude an Würfelorgien und könnte stundenlang Ork 213b mit Doppelaxt "umwürfeln", nur um sich danach glucksend auf Ork 214 mit Orkreiterbogen zu stürzen. Der Theaterspieler, hat viel mehr Spaß daran, jeden Dialog auszuspielen und möchte sich auch abseits des Abenteuers im Badehaus mit dem Barbier über Parfüme unterhalten und der Amsel auf dem Zaun ein Liedchen trällern, das bis zur fünfzehten Strophe auch ausgesungen werden muss...

Das wären nur ein paar Beispiele für die gängigsten Spielertypen oder Spielerklischees. In der Realität findet man immer Mischungen aus den verschiedenen Typen (man siehe hierzu nur Assaltaros Profilkommentar: 75% Method Actor, 71% Storyteller, ..., 17% Power Gamer).

Man kann nun diese Typen mehr oder weniger stark bewerten, aber man sollte ihre Existenz nicht verleugnen.
Und es gibt nunmal Spielertypen, die weniger harmonieren als andere. Wenn du also eine Gruppe hast, die einzig aus Würfelspielern besteht, die einen Ork nach dem anderen umkloppen wollen, dann hat diese Gruppe keinen Platz für einen Simulationsspieler, der nach seinem ersten Angriff angeekelt das Schwert sinken lässt, weil er von oben bis unten mit Blut besudelt ist ... oder eben für den Peraine-Geweihten, der weiß, dass lebenschonendes Kämpfen für alle Beteiligten am erstrebenswertesten ist.

Das heißt aber NICHT, dass der Simuatlionsspieler nicht gut oder gar falsch spielt, sondern lediglich, dass er in der Gruppe nicht gut aufgehoben ist. Vielleicht ist aber auch die ganze Gruppe eine Simulationsspieler-Gruppe und der Wüfelspieler sollte sich eine andere suchen.

Das heißt in der Konsequenz, dass du dir vielleicht eine Gruppe suchen solltest, die besser zu dir passt ... oder aber es liegt nicht an dir, sondern am Streuner oder an sonst wem und die sollten sich ne neue Gruppe suchen.

Ich persönlich finde deine Herangehensweise sehr gut und löblich. Sie ist tatsächlich eher eine, die ich von erfahreneren Spielern kennen, die über ihre Jugendsünden-Zeit hinaus sind.
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Assaltaro » 05.12.2016 07:58

Wobei die Werte aus so nem Online Test stammen und zumindest bei mir scheint er wirklich zuzutreffen.
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Numaron
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Numaron » 05.12.2016 11:56

@Offtopic weist du noch wo der Online Test ist/wie er heißt?

Assaltaro
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Assaltaro » 05.12.2016 12:01

Ne, den link hab ich nicht mehr. Sry
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Daruzian
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Daruzian » 05.12.2016 12:02

Bartle Test, findet man dutzende bei Google.

Andwari
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Andwari » 05.12.2016 12:05

Klingt für mich eher nach einem Problem des "Streuners" - nennen wir den doch mal anders, also "gerissenen Geschäftemacher", "antisozialer Abzocker", "zwielichtiger Zwischenweltler", "herumtreibender Halunke", ... ;-)

... kein Wunder dass der Probleme mit jemandem hat, der ein gewisses moralisches Konzept verfolgt. Wenn dem ein "toleranter" Perainegeweihter schon gegen den Strich geht, fragt man sich warum dessen Chari nicht jedes Wochenende grün und blau geprügelt wird und schon längst irgendwo aufgehängt wurde = Peraine-Geweihte sind typischerweise nicht die mit der Fackel, hilfsbereit, nicht geldgierig, arbeiten hart und hoffen brav, dass niemand ihnen mehr als üblich vom Ertrag wegnimmt.
=> Praktisch jeder andere Geweihte (außer Phexgeweihten, die üblicherweise nicht als solche zu erkennen sind) würde dem Streuner vmtl. deutlich mehr Kontra geben.

Wenn man die Welt Aventurien nicht völlig "dumm" darstellen will, bist Du als Geweihter für die Gruppe schon einfach durch Dein dabei-sein sehr wertvoll. Denn Du hast überall einen positiv wahrgenommenen Status - Zwölfgöttergeweihte sind "die Guten" und Perainegeweihte im Speziellen wirkliche Helfer in allerlei Nöten - ohne Dich wären die anderen vmtl. nur eine misstrauisch beäugte Bande Herumtreiber.

Du störst nur leider den "Streuner" bei seinen 'kriminellen' Geschäften - sich als "was Besseres" auszugeben ist im Mittelreich absolut nicht gesellschaftlich akzeptiert. Je nachdem, als was man sich ausgibt - und wer sich davon betroffen fühlt, kann das zwischen einem mehr oder weniger rabiat geahndeten Verbrechen und einem Schwerverbrechen rangieren, für das sogar die Todesstrafe drin ist, wenn der Ankläger wichtig genug ist. Sich als Adeliger oder Geweihter auszugeben, ohne es zu sein, gehört in die letztere Kategorie. Greifenfurt und Angbar sind zwei Städte, wo man einen bei irgendwelchen Schurkereien enttarnten Luftikus eher hart anfassen wird.

Geweihte zu beleidigen ist übrigens auch ein Schwerverbrechen, sie anzugreifen eines das fix den Kopf kosten kann.

Sich als "... ich bin Streuner und Hochstapler" vorzustellen ist mMn sehr unschön, egal ob es im Spiel (völlig irre, sich in der Taverne als Verbrecher zu outen" geschieht oder nur am Spieltisch - durch die Erwähnung dieser "Profession" erzeugt der Spieler nämlich schon einen ungewollten Informationsvorsprung: Eigentlich sollte so was der Charakter des Mitspielers herausfinden, dass der standesbewußte "liebfeldische" Großhändler in Halbseide eigentlich aus dem Bettler&Kleinkriminellen-Milieu der Nachbarstadt stammt.

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Vetrecs
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Vetrecs » 05.12.2016 16:40

Perainegeweihte geniessen gerade beim einfachen Volk hohes Ansehen.
So ein Streuner dürfte für einen Perainegeweihten ein echtes Bekehrungsobjekt darstellen. Ein verlorener Sohn der zurück zu den Glauben an Peraine und den 12 Göttern gebracht werden muss.
Am besten geht das Wohl über harte Arbeit, Bescheidenheit und barmherzigkeit...

Wenn dir der Perainegeweihte so sehr gefällt könnte das für dich das Vademecum der Peraine interessant sein.
http://www.ebay.de/itm/Peraine-Vademecu ... Swx2dYI0~j

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Assaltaro » 05.12.2016 16:58

Andwari hat geschrieben:
Sich als "... ich bin Streuner und Hochstapler" vorzustellen ist mMn sehr unschön, egal ob es im Spiel (völlig irre, sich in der Taverne als Verbrecher zu outen" geschieht oder nur am Spieltisch - durch die Erwähnung dieser "Profession" erzeugt der Spieler nämlich schon einen ungewollten Informationsvorsprung: Eigentlich sollte so was der Charakter des Mitspielers herausfinden, dass der standesbewußte "liebfeldische" Großhändler in Halbseide eigentlich aus dem Bettler&Kleinkriminellen-Milieu der Nachbarstadt stammt.
Wobei ich finde, dass diese OT Geheimhaltung nicht unbedingt sein muss. Zum einen funktioniert es eh nur bei absolut festem Spielleiter, wenn da mal durchgewechselt wird, weil eben jeder auch mal spielen möchte ist das eh vorbei.
Zum anderen gab es zumindest bei uns immer vorm ersten Spieltag ein Treffen zum Charakter besprechen und ich finde da sollte jeder ehrlich sagen, was er spielen wird. Man muss sowieso ständig IT von OT Wissen trennen, wenn da noch die wahre Profession des Mit-SC dazu kommt, ist das auch schon egal.
Aber das ist wohl ziemlich off-topic
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von X76 » 05.12.2016 18:47

BruderTjorben hat geschrieben:Sind Geweihte wirklich so schlimm? Warum werden sie von den meisten einfach nicht akzeptiert und als "Spieler die man mitschleift" betitelt.
Ein Grund ist, dass manche Spieler nicht viel von Religion und Gläubigkeit halten und deshalb auch ihre Charaktere damit nichts anfangen können (sie können oder wollen da nicht trennen) und manchmal sogar überreagieren (z.B. Götter feindlich dargestellt werden).

Auch die Standesgesellschaft (einer ist mehr wert als der andere und jeder hat seinen Platz, den er nur schwer verlassen kann) ist für manchen Spieler einfach "unbegreiflich". "Warum lassen sie sich das gefallen?" "Warum sollte ich vor dem Adeligen knien?" "Warum den Priester respektieren?" Sind doch auch nur Menschen wie jeder andere!". In der Standesgesellschaft liegen zwischen den Ständen jedoch Welten (Rechte, Pflichten, Behandlung, Möglichkeiten...).

Hier treffen auch "Historische Simulation" und "Fantasy" aufeinander. Es gibt genug Vorlagen, die her deutlich "pro Fantasy" sind, was sich dann oft in "ich kann machen was ich will" endet (was aber auch in Fantasybereich eben meist nicht der Fall ist/wäre).

Selbst wenn es keine Probleme auf Spielerebene gibt, können Geweihte "unerwünscht" sein.

Das kann am schon genannten Standes"problem" liegen (betrifft z.B. auch Adelige), da sie einfach besser gestellt sind (oder zumindest sein sollten). Sie werden von der Spielwelt (bisweilen auch: Spielleiter) bevorzugt behandelt, kommandieren ihre Mithelden herum, bestimmen wo es lang geht etc. und das ist nicht in jeder Gruppe erwünscht. Verschärft wird dieses Problem, wenn die sozialen Unterschiede innerhalb einer Gruppe sehr groß sind (der Hochadelige Krieger, der einfache Geweihte und der heimatlose Thorwalpirat). Mancher Piratenspieler "hat irgendwann keinen Bock mehr der Dreck am Stiefel zu sein".

Außerdem sind Geweihte natürlich strengen Regeln unterworfen. Sie haben nicht nur einen Kodex den sie befolgen müssen und der oft "Heldenaktionen" sabotiert oder ganz verbietet, sondern auch Verpflichtungen gegenüber ihrer Kirche. "Ich gebe das Artefakt (böse Buch, Schatz...) natürlich meiner Kirche" ... leider wollen es die anderen Helden lieber selbst behalten. Zusammen mit der oben genannten Standeshoheit kann das leicht zu "über den Kopf der anderen weg" Entscheidungen führen.

Verschärft werden diese Probleme oft durch den SL, der den Priester "natürlich" auf eine Mission schickt oder ihn zum Ansprechpartner der NSCs oder gar zum Auftraggeber der "Quest" macht. Aventurisch oft völlig zu Recht wohlgemerkt, aber für die anderen Spieler oft nicht gerade wünschenswert. "Gefühl übergangen und/oder entmündigt zu werden". Wobei dann natürlich auch noch die Spielereinstellung negativ sein kann (s.o.), was die ganze Problematik erst recht anfeuert.

Ein letzter verbreiteter Punkt ist die Darstellung des Geweihten selbst. "Menschlich" und "überhöht" sind beides völlig legitime Spielweisen, kommen aber bei den Spielern verschieden an. Der eine mag das Eine lieber und der Andere mag genau das Gegenteil. Außerdem ist so mancher Geweihte "Moralapostel", "Spielverderber" ... oder kurz zusammengefasst der "Klotz am Bein".

Vor allem aber schränken "Extreme Helden" (wozu nur allzu oft auch Geweihte zählen) automatisch die Freiheiten der anderen Spieler ein. X will den Geweihten Y spielen, also fallen schon mal Hexen, Schwarzmagier (was auch immer) weg. Zwar kann man Hochstapler, arme Jäger etc. spielen, hat aber wenig Freude daneben und steht im Schatten solcher Helden (z.B. weil der Kodex auch ihr Spiel einschränkt). "Ich spiel den Geweihten (den Krieger, die Hexe, den Schwarzmagier, den Ork...)" bedeutet also oft eine Einschränkung für die Mitspieler und dessen muss man sich auf jeden Fall bewusst sein. So mancher SL erteilt da vorschnell sein OK "Spiel ruhig den Geweihten" und der Rest wird nicht gefragt.

Grundsätzlich ist der Geweihte in der Gruppe eine Bereicherung, nicht nur weil er "zaubern" kann, sondern v.a. auch wegen seines Standes. Aber er muss eben wie alle anderen Helden auch zur Gruppe und der Gruppendynamik passen. Genau hier liegt aber oft auch das Problem eines gut gespielten Geweihten - er wird genau dadurch zu Belastung.

Euer Konkretes Problem könnt ihr mMn nur durch ein Gespräch klären. Welches Problem hat man mit dem Geweihten? Warum will man ihn nicht mehr dabei haben? So wie Du Deinen Spielstil beschreibst, scheint mir das ein guter Geweihter zu sein (von wegen nichts für Anfänger). Aber vielleicht ist genau das das Problem. Unter Umständen bedeutet das, dass Du Zugeständnisse machen musst, um den Held weiter in dieser Gruppe spielen zu können (z.B. die Spielweise ändern musst).

Ein Beispeil für einen "Geweihten" der ganz gut mit "Abschaum" harmoniert ist vielleicht Bruder Tuck aus der Robin Hood Geschichte. Der mag auch keine Gewalt, ist aber trotzdem Mitglied der Bande und legt durchaus auch mal selbst Hand an den Feind. Auch der Perainkodex erlaubt strengere oder "grauere" Auslegungen und Spielweisen. Vielleicht wäre damit Eurem Spielfrieden schon geholfen.

Suche das Gespräch mit Deinen Mitspielern! Nicht rätseln oder rum probieren. :wink:

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Assaltaro » 05.12.2016 21:06

Ja reden ist normalerweise der richtige Weg. Das musste ich auch vor kurzem Lernen.
Ich dachte in einer Runde schon meine Rondrageweihte passt gar nicht und stört alle anderen. Als ich fragte ob ich wechseln soll, meinten aber alle sie finden es gut, dass ich der moralische Gegenpol bin. ^^

Wenn dieser Spieler aber wirklich die Einstellung hat "Geweihte sind doof" könnte das auch rein gar nichts bringen. Ich würde aber auf jeden Fall mal nachfragen, warum er dieser Ansicht ist. Denn gerade zu den niedrig SO Gruppen passt Peraine sehr gut, da es auch die Gottheit der Bauern ist und wenn ein Dorf einen Geweihten hat ist es meist Peraine, Travia oder Tsa.
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Andwari » 05.12.2016 21:15

@X76
Von den von Dir aufgezählten generellen Problemen mit "bessergestellten Standespersonen" ist doch gerade der Perainegeweihte eigentlich weitmöglichst entfernt - und der Spieler scheint den auch noch umgänglich, tolerant, nicht fundamental pazifistisch, usw. zu spielen = der macht mMn nix falsch, was er ändern sollte. Gerade weil er als Peraine-Geweihter nicht mal ständig den Meinungsführer mimen muss, sondern auch mal zurückstecken darf.

Die Beschreibung von BruderTjorben hört sich weniger nach einem dominanten Spielstil durch den Geweihten an als mehr danach, dass er als willenloses Verbandspäckchen mitkommen und ansonsten die Schnauze halten soll.

@Assaltaro
Ein auf Geheimhaltung gegen die Spielwelt fußendes Konzept gerade gegenüber einem Anfänger damit abzusichern, dass man dem diese Info drückt, ist mMn nicht spielfördernd. BruderTjorben erwähnt nicht mal die notwendige Tarnidentität des "Streuners(Hochstapler)", weil die eben nicht als Spielinhalt ankam.

Gerade bei einem eher dominant und anscheinend auf Kontrolle seiner Mitspieler hin arbeitenden Streuner-Spieler (dem Neuling hinterher noch mal separat zu drücken, wie er denn gefälligst anders spielen soll...) unterstelle ich genau das manipulative Verhalten, das ich genau bei solchen Spielern/Rollen schon wiederholt beobachten durfte: Die aufgedrückte OT-Info ist doppelte Absicherung, jeder halbwegs gute Spieler wird sich scheuen, diese auszunutzen und wenn am "Hochstapler" doch was hängen bleibt (sei es auch aus davon unabhängig gewonnenen Infos), konfrontiert man den Mitspieler und Umgebung mit dem Vorwurf, IT und OT nicht zu trennen.

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Assaltaro » 05.12.2016 21:26

So hatte ich das noch gar nicht bedacht. Ich hatte eher gemerkt, dass die OT Geheimhaltung sehr störend ist, weil dadurch laufend mit dem SL geflüstert/Zettel geschrieben wird und jeder weiß, da ist ein Geheimnis, was die Neugier erst recht anfacht.
Wenn man aber die geheime Identität OT schon vorher kennt, kann man sich eher darauf konzentrieren, ob er IT wirklich mal einen Fehler macht oder einfach darüber lachen, wie geschickt er sich anstellt und die anderen Chars IT nichts ahnen.

Aber sicher kann dein Fall auch auftreten und gerade, wenn keine Tarnidentität bekannt ist, zeugt es davon, dass der Streuner ein eher "schlechter" Spieler ist.
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von BruderTjorben » 05.12.2016 22:00

Ich möchte mich gerne für den ganzen Input bedanken und mich auch mal dazu äußern.

Ich bin kein gläubiger Mensch, überhaupt nicht. Ich sehe die Kirche und diese Institutionen für eine Gemeinschaft, sofern sie gute Ziele verfolgt, als gut, sofern man dieser folgen mag. Deswegen ist es für mich umso interessanter einen solchen Charakter zu spielen.

Nun wieder zum Charakter:
Ich bin auch nicht der übertriebene "Moralapostel". Ich bringe mich in die Gruppe mit ein und versuche diese Gruppe weiter zu bringen. Sammel Heilkräuter damit immer ein guter Vorrat in meinem Beutel mit dabei ist. Aber ich stehe nicht dauernd da und sage "Das ist gegen das Gesetz", "Das darfst du aber nicht machen" und sonstiges. Ich war sogar sehr tolerant als jemand mit einem Dietrich ein Schloss aufgemacht hat, einfach aus dem Grund, weil wir hinter dieser verschlossenen Tür eine vermisste vielleicht sogar gefangen gehaltene Person vermuteten. Vielleicht war aber genau das, was vielleicht auch den anderen Spieler gestört hat, weil ich nicht in einer Tour mit erhobenem Zeigefinger durch die Gegend gelaufen bin. Auch war eben dieser Spieler erbost, weil ich in meinen Heldendokumenten nachschlagen musste, was ich denn nochmal alles für Liturgien habe (wie gesagt, ich bin Anfänger).

Ich habe mich sogar gestern hingesetzt und ein Manifest für meinen Charakter aufgesetzt, welches ich bei einer der nächsten Runden vorlesen werde um den Mitspielern zu erklären wer mein Charakter eigentlich ist, was er so macht und vor allem ob er sich überhaupt selbst als "Abenteurer" bezeichnet.
Der letzte Absatz lautet:
Aber er bezeichnet sich nicht als Abenteurer, er sucht nicht aktiv den Nervenkitzel. Er hilft dort, wo Hilfe benötigt wird und manchmal brauchen eben auch außergewöhnliche Menschen und Kreaturen Hilfe.
Ich finde meinen Geweihten sehr vielseitig. Er muss nicht alles verschenken was er hat. Er kann auch ein von einer Hexe geschenktes Pflanzenkundebuch für sich selbst behalten, da er weiß, dass das in seiner Kirche oder im Perainehain schlecht ankommen könne, wenn die wissen, dass das Buch von einer Hexe stammt. Er benutzt es aber nicht eigensinnig sondern es kann der Gruppe und auch eben den Leuten in dem Abenteuer, die uns über den Weg laufen, doch sehr nützlich sein.
Er besitzt auch einiges an Geld. Welches er aber bis jetzt bei jedem Abenteuer nur dafür verwendet hat für seine Gefährten Getränke und Essen zu bezahlen.

Ich werde mich bemühen beim nächsten Spiel mehr das Gespräch zu suchen (bin aber der Meinung das dieser Spieler nur zufällig mal mitgemacht hat, da er gerade mal Zeit hatte). Aber es scheint wirklich eine ganz persönliche Abneigung gegenüber Geweihten zu sein und v.a. wenn die von "neuen Spielern", "Beginnern" gespielt werden. Man wird es sehen.

Mich hat das ganze sogar mehr beflügelt mich noch mehr in meine Rolle zu vertiefen und mich noch mehr damit zu beschäftigen und auseinander zu setzen.

(Kurze Frage zwecks dem Internen Abkürzungen. IT = InTopic (im Spiel), OT = OffTopic (außerhalb des Spiels))?

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X76
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von X76 » 05.12.2016 22:06

Andwari hat geschrieben:@X76 (...) der macht mMn nix falsch, was er ändern sollte. G
Ich finde auch, dass er nichts falsch macht und der Geweihte klingt absolut stimmig. Ob er trotzdem was ändern sollte, richtet sich aber auch nach seiner Gruppe "passt er so hinein?".
BruderTjorben hat geschrieben:Ich habe vorgeschlagen eine Ranke aus Pflanzen vor einem Eingang zu platzieren um damit die Leute zu fangen, ohne gleich mit dem Dolche zuzustoßen, dies brachte mir auch wieder nur verächtliche Blicke

(Als das Abenteuer beendet war musste ich mir dann noch eine Predigt anhören, wie schlimm doch Geweihte sind und die äußerst schlecht für Beginner sind.
Es ist durchaus möglich, dass sich die Gruppe im Stich gelassen fühlt. "Ein Mann fehlt, da Geweihter = nutzlos". Sollte die Gruppe das tatsächlich so sehen, steht der Geweihte auf verlorenem Posten und Bruder Tjorben wäre mit einem anderen Helden vermutlich besser "aufgehoben". Der vorgeschlagene Heilmagier ist da aber ganz sicher keine Lösung. Da muss schon etwas "moralisch flexibles her". Am Besten jemand, der keine Skrupel hat in solchen Situationen auch mit dem Dolch zu zustoßen. "Gruppe zieht an einem Strang"

Wie groß ist denn Eure Gruppe? Braucht ihr in Gefechten wirklich jeden Mann? Falls ja, kann Dein Geweihter notfalls einen Feind beschäftigen? (beschäftigen heißt nicht besiegen, durchhalten reicht völlig). Ist die Gruppe auf "Power" orientiert? Sprich Helden müssen "etwas reißen" können, um "ihren Platz" zu verdienen?
BruderTjorben hat geschrieben:Es ist schwer in einer Rollenspielgemeinde unter zu kommen, vor allem für neue Leute, die auf einmal mit alteingesessenen spielen. Ich war der Meinung das DSA da etwas toleranter ist.
DSA ist so tolerant, wie man es haben möchte, wie auch jede Spielgruppe und sogar jede Heldengruppe ihre ganz eigene Dynamik hat. Das aber gerade erfahrene DSA Spieler den Geweihten, so wie Du ihn beschreibst kritisieren, wundert mich allerdings. Als Peraingeweihter ist er wie gesagt so absolut stimmig.

Es kann jedoch sein, dass er nicht zum Spielstil Deiner Gruppe passt. "Haudraufspielweise". Dann kannst Du Dich entweder anpassen oder gehen. Gerade wenn in einer Gegend Rollenspieler selten sind, muss man leider oft mit Abstrichen leben. In einer Gruppe zu spielen, hindert Dich allerdings auch nicht daran Dich nach Alternativen um zu sehen, die vielleicht besser zu Deinem Spielstil passen.

Edit: Die Beträge haben sich überschnitten. Das o.g. ist keine Antwort auf den Post darüber!

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BruderTjorben
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von BruderTjorben » 05.12.2016 22:20

Das sind wechselnde Gruppen innerhalb eines offenen Spieleabends in einer Begegnungsstätte. Der Spielleiter war der Selbe, der Zwerg auch und der Thorwaler. Der Seefahrer und der Paladin vom letzten Mal schlossen sich der Splittermond-Gruppe an. Von daher waren nur der Thorwaler diesmal als großer Kämpfer dort, da auch der Geode Zwerg das Leben schützenswert findet. Er kämpft zwar sofern es nötig ist aber aktiv angreifen ist auch ihm zu wider
Ich habe aber bei meinem letzten Abenteuer einen schönen Wanderstab bekommen. Mit diesem kann man bei zukünftigen Abenteuern jemanden "zu Fall bringen" ohne das dieser großartig verletzt ist sondern einfach nur mal richtig schön strauchelt und ohne wirkliche Gewalteinwirkung außer Gefecht gesetzt wird
Vielleicht muss ich mir einfach eine feste Gruppe zum Spielen suchen, bei der ich einfach meinen Charakter einbringen kann.

Ich fande aber auch den Spielleiter klasse, da er nicht auch dauernd darauf pochte: Ihr müsst jetzt schlafen, ihr müsst was essen, ihr müsst was trinken, das ist nicht möglich, das musst du nun moralisch verwerflich finden. Er gestaltet es sehr einsteigerfreundlich.

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X76
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von X76 » 05.12.2016 23:00

BruderTjorben hat geschrieben:Das sind wechselnde Gruppen innerhalb eines "offenen Spielertreffs".
In diesem Fall brauchst Du Dir das Gemecker nicht so zu Herzen zu nehmen. Die Kritiker haben einfach einen anderen Spielstil. "Da draußen" gibt es auf jeden Fall Spieler, die wie Du ticken.

So ein Spieltreff ist eine gute Gelegenheit verschiedene Stile und Spieler kennen zu lernen. Da bestimmt viele davon auch eine Stammgruppe haben, stehen die Chancen gut, dass Du früher oder später genau in die richtige Gruppe eingeladen wirst.

Alternativ kannst Du sympathische Spieler auch einfach mal zur Bildung einer neuen Spielrunde oder zumindest häufigeren gemeinsamen Runden im Treff anregen. Dann hast Du auch viel mehr Einfluss darauf, wer mitmachen darf und wer nicht.

Für wechselnde Runden ist es unabhängig davon sinnvoll, wenn Du Dir eine kleine Heldenauswahl erstellst. So kannst Du deutlich flexibler auf die Ansprüche von Abenteuern und Gruppen reagieren. Der "friedliebende Geweihte" ist eben nicht für jedes Abenteuer die erste Wahl. Anbieten kannst Du den Lieblingshelden natürlich trotzdem.
Ich habe mich sogar gestern hingesetzt und ein Manifest für meinen Charakter aufgesetzt, welches ich bei einer der nächsten Runden vorlesen werde um den Mitspielern zu erklären wer mein Charakter eigentlich ist, was er so macht und vor allem ob er sich überhaupt selbst als "Abenteurer" bezeichnet.
Zum "Eignungstest" des SLs ist eine knappe Variante vielleicht ganz gut. Der Gruppe würde ich so etwas aber nicht vorlesen. "Geschichte" und "Art" bringt man viel besser an geeigneten Stellen selbst im Spiel ein. Es ist auch für die Mitspieler interessanter das nach und nach heraus zu finden (oder auch nicht, wenn es sie nicht interessiert), als von vorne herein "gespoilert" zu werden.

Ich stehe als SL nicht auf Seitenlange Heldenbeschreibungen und mir sind knappe Eckdaten viel lieber. Außerdem bevorzuge ich wenige Details und dafür umso mehr "weiße Flecken", die ich selbst ausfüllen darf. Andere SL lieben hingegen lange und detaillierte Einführungen. Da ist jeder eben anders.

Ein Manifest hat in über 20 Jahren Rollenspiel aber noch keiner verfasst und vorgelesen. Das wäre wirklich mal was Neues. :)

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Bullf » 06.12.2016 10:28

Muss mich zu dem Manifest auch X76 anschließen. Würde das auch nicht vorlesen.

Aus mehreren Gründen:

1. Es ist super gut, sowas für sich zu machen, da man immer wieder was in der Hand hat, was einem bei der Entscheidungsfindung hilft, allerdings verändert sich ein Held während eines Abenteuers ständig. Gerade wenn man sich Helden nach dem 1., 2., 3.,5. und 10. Spielabend anschaut, wirst du jedes mal wahrscheinlich ein komplett neues Konzept schreiben müssen, da der Charakter wächst.
Gib deinem Charakter auch die Freiheit sich zu verändern und halte dich nicht sklavisch an dein Manifest. Das interessante an einem Charakter ist mMn seine Veränderung in der Geschichte.
Schau dir jede gute Geschichte (egal ob Game of Thrones, Breaking Bad, Faust oder der Pate) an. Immer ist es die Veränderung der Figuren, die die Geschichte erzählenswert macht.

2. Du machst dich angreifbar! Wenn du das vorliest, kann - und bei deiner Gruppe bin ich mir sicher, dass es auch passieren wird - einer der Spieler sagen: "Aber du hast doch geschrieben, dein Charakter mag keine Goblins. Also musst du ihn jetzt töten. Sonst spielst du einen Charakter falsch!"
Mit so einem Outing am Anfang lässt du dich viel zu sehr festnageln.
Ich kann verstehen, dass du jetzt von selbst was ändern willst, weil du dich auf die nächste Runde freust - wie das meistens ist, wenn man mit DSA anfängt - und dir ganz viele Gedanken machst, wie es noch besser und stimmiger wird. Aber ich würde da nicht überreagieren. Lass das ganze auf dich zukommen. Es hat dir ja niemand gedroht dich aus der Rollenspielgruppe auszuschließen. Manchmal braucht es auch ein paar Spieleabende, bis man aneinanderwächst.

3. Du nimmst der Spielgruppe die Spannung. In der Filmsprache gibt es einen Leitsatz, den bspw. Game of Thrones hervorragend umsetzt: "Show, don´t tell". Sag deinen Mitspielern nicht, wie dein Peraine-Geweihter tickt, sondern zeige es ihnen. Deswegen spielt man ja Rollenspiel. Weil man Dinge ausspielen will. Sonst würde man zum Schreibklub gehen und sich gegenseitig Geschichten vorlesen.
Wenn Elfen Elfen helfen helfen, helfen Elfen Elfen helfen.

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Andwari » 06.12.2016 12:12

@IT/OT
Ja, korrekt

Ich finde es hilfreich, sich Gedanken über den eigenen Charakter aufzuschreiben, auch z.B. die "20 Fragen" aus dem WdH S.294 können helfen (es gibt mMn einige bessere Fragen als die, aber egal).

Das der ganzen Gruppe vorzulesen würde ich nicht machen - besser darstellen als vorlesen. Viele Spielleiter, gerade in neu zusammengestellten Gruppen, freuen sich über ein paar Eckpunkte, wie der Charakter so drauf ist. Nicht alle Fragen sind in allen Gruppen gleich wichtig - man kann da Antworten auch auf "später" verschieben.

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von BruderTjorben » 07.12.2016 21:03

Okay, vielen lieben Dank für die ganzen hilfreichen Tipps. Bin euch sehr dankbar!

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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von Assaltaro » 07.12.2016 21:04

Erzähl uns dann wie sich das noch entwickelt *neugierig bin*
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Re: Das harte Leben eines Perainegeweihten

Beitrag von BruderTjorben » 07.12.2016 21:41

Das nächste Treffen ist dann erst wieder im Januar. Werde euch aber sehr sehr gerne auf dem Laufenden halten ;)

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