DSA4 Freie Aktion nach Parade-Patzer?

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Lamertien
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Freie Aktion nach Parade-Patzer?

Beitrag von Lamertien » 11.10.2017 13:53

Kurze Frage zu Parade-Patzern:

Laut WdS verliert der Patzende alle noch verbliebenen "Aktionen".
Das steht so im Absatz vor der eigentlichen Patzertabelle.

Heißt das: ALLE Aktionen INKLUSIVE der FREIEN Aktionen?

Interessanterweise steht z.B. beim Hammerschlag-Manöver, dass der Ausführende alle weiteren Aktionen in der laufenden KR, NICHT aber die FREIEN Aktionen verliert. Das bedeutet: Held macht Hammerschlag, kann aber noch frei Ausweichen. hier wird also differenziert.

Wie ist das aber nach einem Patzer wie z. B. "Stolpern" oder "Waffe verloren" ?

Kann der Patzende dann nicht mehr frei ausweichen? Oder bleibt ihm noch diese Möglichkeit?

Krass ist das vor allem, wenn man gegen einen Kämpfer mit "Kampfgespür" patzt.

Wenn dem Patzenden keine Ausweich-Chance mehr gegeben wird, ist es ein leichtes für einen Kämpfer mit hoher AT, 2 unparierbare teils umgewandelte Wuchtschläge mit Ansage zu schlagen. Der Kampf ist danach in der Regel vorbei.

Ist das so beabsichtigt oder erlaubt ihr die "Freie Aktion" Ausweichen?

Danke für eure Meinung!

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Merios
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Freie Aktion nach Parade-Patzer?

Beitrag von Merios » 11.10.2017 15:47

MMn heißt "alle Aktionen" alle Aktionen. Also ja bei mir würden auch die Freien Aktionen verloren gehen.

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miTo
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Freie Aktion nach Parade-Patzer?

Beitrag von miTo » 11.10.2017 16:11

Da es sich beim Hammerschlag um ein "freiwilliges" Manöver handelt werden alle anderen Aktionen wohl eher aufgebraucht und gehen nicht verloren. Dem genauen Wortlaut folgend werden die Aktionen aufgegeben (freiwillig).

Da es sich bei einem Patzer allerdings um etwas Unfreiwilliges handelt ist man durchaus für den Rest der Kampfrunde komplett handlungsunfähig und muss sich erst mal wieder sammeln (Stichwort "Schrecksekunde").
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Abdul ben Dschinni
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Beitrag von Abdul ben Dschinni » 12.10.2017 13:55

Mein Verständnis des letzten Absatzes aus WdS 84 ist, dass man für einen AT- oder PA-Patzer dreifach bestraft wird: Die KR ist für den Patzenden sofort zu Ende und er muss alles erdulden, was seine Gegner in dieser KR machen, er erleidet ein Ereignis der Patzer-Tabelle und verliert INI je nach Ereignis. Für die Fragestellung heißt das, dass der Patzende alle Angriffsaktionen seiner Gegner im verbleibenden Teil der KR hinnehmen muss, ohne eine Abwehraktion oder freies Ausweichen zu haben. Hier ist es natürlich wichtig, genau darauf zu schauen, welcher Gegner noch ein Umwandeln ansagen kann.

Bei DSA 4.1 ist es übrigens meist nicht sinnvoll, für diese nicht abwendbaren ATs hohe Ansagen zu machen: Aufgrund des Abwendungswurfs patzen unbegabte Kampflaien häufiger, so dass der Patzende häufig eher niedrigen RS, niedrige oder mittelmäßige Werte bei KO und KK, einen niedrigen TaW Selbstbeherrschung (der auf MU/KO/KK gewürfelt wird) und nicht den Vorteil Eisern aufweist. Angesichts der niedrigeren Wundschwelle als in DSA 4.0 ist es meist effektiver, ATs mit allenfalls maßvollen Ansagen zu schlagen, um möglichst wahrscheinlich eine Wunde zu verursachen. Das geht gegen eine Wundschwelle von 5-6 und einen RS von 0-2 eher einfach, wenn keine Gegenwehr erfolgen darf. so dass man im Regelfall auf eine Chance oberhalb 50% kommt - und die geschlagene Wunde löst nach WdS 82 im besten Fall Kampfunfähigkeit für 1W6+3 KR aus. Patzt also ein ungerüsteter Kampflaie, beendet man den Kampf besser auf diesem Weg als durch hohe Ansagen. Die Ereignisse Waffe zerstört, Sturz und Waffe verloren behindern den Patzenden zudem auch noch in der / den nächsten KR, da ist es eher sinnvoll, nicht das Risiko einzugehen, bei Misslingen der AT mit hoher Ansage die hohe Ansage auch noch auf die nächste Aktion zu bekommen (WdS 59). Denn dann könnte der Patzende in der folgenden KR relativ ungefährdet seine Aktion Position ausführen. Ohne oder nur mit maßvollen Ansagen bekommt man im Regelfall mehr gelungene ATs (und ggf. mehrere Wunden) an den Patzenden.

Abdul, der hohe Ansagen in der Situation nur gegen gerüstete Profikämpfer nutzen würde

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Lamertien
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Beitrag von Lamertien » 12.10.2017 17:29

@Abdul
Streng genommen müsste der Gegner, der den Patzer ausnutzt ggf. sogar noch den Bonus "Überrumpelung" von 5 Punkten erhalten. Aber das wäre des Guten zuviel finde ich...

Wir spielen derzeit die Borbarad-Kampagne, da haben viele Gegner Kampfgespür und bessere Kampfwerte.... in diesem Fall könnte ein Patzer fast tödlich werden.... Mal sehen was ich als Spielleiter draus mache :devil:

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Abdul ben Dschinni
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Beitrag von Abdul ben Dschinni » 12.10.2017 21:24

Weder für die Boni für "Verteidiger überrumpelt" noch die Voraussetzungen für Passierschläge sind gegeben. Es sei denn, der Gegner ist hinter dem Patzenden, weil der Patzende dann nicht auf ihn achten kann. Das wäre mir dann doch zu fies. Aber das Patzer-Ereignis Sturz bringt die Boni für "Kampf gegen am Boden Liegenden" bzw. die Mali für "Kampf aus liegender Position heraus".

Persönlich erhöhe ich als Spielleiter auch die Patzerchance bei beengten Verhältnissen und bei rutschiger oder unebener Bodenbeschaffenheit. Diese fiese Hausregel führt zu mehr Patzern auf beiden Seiten. Hat sich echt bewährt.

Abdul, der die Patzer-Tabelle liebt

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Beitrag von Xeledonius Spareios » 12.10.2017 23:29

Jetzt spielen wir schon über 5 Jahre DSA 4,1 und diese (Patzer-)Regel wurde noch nie beachtet... Danke DSAForum ;)

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Lamertien
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Beitrag von Lamertien » 13.10.2017 09:57

Okay - dann haben wir alles geklärt - danke alle Meinungen! :-)

Ich fasse noch mal zusammen:

- Nach einem Patzer gibt es keine Aktionen mehr für den Patzenden, auch keine Freien Aktionen
- Passierschlag und Überrumpelungs-Vorteil "on top" kommt in der Regel für den Gegner des Patzenden NICHT zum Zuge
- Positionsvorteil-/Malus durch "am Boden liegend" ggf. schon

Die Konsequenz:
- ein fähiger Gegner kann somit einen Patzer mit Kampfgespür und freien Aktionen böse ausnutzen :devil:

Danke!

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