Bezahlung für Krieger

Hier finden allgemeine DSA-Themen ihren Platz, zu denen es kein explizites Unterforum gibt.
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bLa9000
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Bezahlung für Krieger

Ungelesener Beitrag von bLa9000 » 10.07.2018 18:18

Hallo lieber Schwarm,

Ich mache mir seit ein paar Tagen Gedanken, was ich als vernünftige Bezahlung für meinen Krieger nehmen kann.

Er ist ingame die nächsten Jahre frei von Verpflichtungen und nutzt die Zeit um zu reisen und die Welt zu sehen. Aber Sowas will auch finanziert werden. Er will sich aber auch nicht von seiner Familie aushalten lassen. Geplant war, dass er sich für die Strecke zwischen Städten, Handelszügen als Geleitschutz anschließt.

Ist für einen ausgebildeten Krieger "Verpflegung + 2 Silber" pro Tag ok, oder wo würdet ihr ansetzen? Unterkunft und Bewaffnung stellt er natürlich selbst.
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Faras Damion
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Ungelesener Beitrag von Faras Damion » 10.07.2018 18:43

Für annehmbaren Lebensstil (Sozialstatus 7-9) braucht es 15 Dukaten pro Monat, also 5 ST pro Tag.
Das muss sich der Handelszug erst mal leisten können und wollen, also höchstens auf gefährlichen Strecken. Das kann spannend sein.

Alternativ könnte er sich auch einen reichen Gönner suchen. Das kann später ein schöner Abenteueraufhänger sein.

Oder du ignorierst den Stand und lebst sparsam. Sollen sich die Lackaffen zuhause doch das Maul zerreißen, du folgst dem Ruf der Landstraße und lebst in den Tag.

Oder du hast keinen Spaß an den Lebensstil-Regeln und ignorierst sie. :)

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bLa9000
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Ungelesener Beitrag von bLa9000 » 10.07.2018 18:49

Die Heimat ist weit weg (Bornland), noch dazu interessiert es ihn wenig was andere reden. Er würde die Strecken ja so oder so bestreiten, aber ein bisschen Handheld schadet auch nicht :)

Von daher, eher bescheiden und sparsam.
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Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 10.07.2018 18:51

Das hängt ganz extrem von "eurem Aventurien" ab.

Sagen wir mal: Als Krieger mit Brief steht ihm vernünftige Verpflegung und Unterbringung zu, dazu muss noch was überbleiben. Er soll ja am Ende der Reise was verdient haben und nicht +/- 0 da rauskommen. Von daher würde ich den Meister einfach fragen, wie bei euch das allgemeine Preisniveau ist. Denn Dein Krieger wird das ja kennen.
Und als Krieger würde ich auftragsbezogen Arbeiten, nicht die Tage zählen: "Fahrt von A nach B mit legaler Fracht, Schutz gegen Banditen und ähnliches, Nachsetzen inklusive, den Verhältnissen entsprechende standesgemäße Unterbringung (Im Wald der Schlafsack, im Gasthaus ein Einzel- oder Doppelzimmer) und Verpflegung (Fleisch! Wein!) für X Dukaten und ggf. Beuteanteil von y%. (Was Räuber eben so anschleppen)

X sollte dabei ungefähr dem Lebenstil für die doppelte Zeit der Fahrtdauer entsprechen. Anheuern wird jemand einen Krieger eh nur dann, wenn die Kutscher und ein paar Waffenknechte voraussichtlich als Bedeckung nicht reichen.

Andwari
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Ungelesener Beitrag von Andwari » 10.07.2018 18:57

Kommt aufs allgemeine Preisniveau an - der Krieger ist quasi Offizier, Gentleman-Kämpfer, hochqualifizierte Fachkraft ... 2 Silber + Nahrung wäre bei mir eher der Tarif für den angelernten Lagerhausbewacher oder entsprechendes Niveau.

In Aventurien hat kaum jemand je den Wunsch nach einem betont schlichten und materiellen Dingen entsagenden Leben verspürt - wer mehr hat, gilt mehr. Leute die dem Ruf der Landstraße folgen, können je nach Gruppen-Aventurien auch tatsächlich als Landstreicher behandelt werden, d.h. man macht ihnen erst freundlich am Tor klar, dass sie sich verziehen sollen - und wenn das nicht wirkt, macht das die Normalgesellschaft vllt. mit Steinwürfen und Knüppeln klarer.
=> Kein Idealzustand für Krieger.

Krieger können in meinem Aventurien tatsächlich für dieselbe Dienstleistung deutlich mehr verlangen als Alrik Normalsöldner - denn sie haben sämtliche TÜV-Aufkleber, gute Connections usw. + werden insbesondere sich direkt an die Leute wenden, die entsprechendes Niveau wollen. Das ist etwa, ob ich meine Kleidung beim Kik kaufe oder in der Edelboutique. Es ist also schon nicht mehr dieselbe Dienstleistung, weil sie ja ein Krieger und nicht nur der Gossensöldner anbietet.

Jeordam
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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 10.07.2018 19:10

Das ist eine Beleidigung des Kriegerstands. Auf seinem sozialen Niveau muss er 15-50 Dukaten pro Monat machen, zuzüglich eventuelle Familie, zuzüglich Altersvorsorge und Zwischenauftragszeit,, zuzüglich Ausgaben für Ausrüstung und gegebenenfalls Pferde.
5 ST pro Tag sind schon übelste Ramschpreise, ich würde eher bei einem Dukaten anfangen. Oder pro Bono und von Ersparnissen und/oder Familieneinkünften leben.
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Angorax
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Ungelesener Beitrag von Angorax » 10.07.2018 19:57

Aus einem Soldvertrag, den ich mal als Teil eines Gruppenkonzeptes eingebracht habe (Wir hatten einen Adligen mit Dukatendiarrhoe):

Sold
Es wird pro Tag gezahlt. Die Entlohnung findet mindestens alle sieben Tage statt.

Ein Tag einfacher Reise in Begleitung des Soldherren
6 Silbertaler

Ein Tag, an dem Geplänkel statt fanden
7 Silber 5 Heller

Ein kampfesreicher Tag
10 Silber

Der Soldherr verpflichtet sich, für die Wundversorgung des Söldners bis zur bestmöglichen
Gesundung mit dem siebten von zehn Teilen aufzukommen.

Der Soldherr verpflichtet sich, für die Instandhaltung der bei Dienstantritt eingebrachten
Ausrüstung des Söldners mit dem siebten von zehn Teilen aufzukommen.

Im Dienste des Soldherren errungene Beute wird dem Endwert nach zu einem Viertel (wir waren vier Spieler)
dem Söldner zugesprochen.

Edith sagt: Kost und Logis wurden nachverhandelt und, als "standesgemäß" definiert, per Hand auf den Ausdruck gekritzelt

Hat sehr gut funktioniert für mich.
...dann würden ja immer alle.

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bLa9000
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Ungelesener Beitrag von bLa9000 » 10.07.2018 20:13

Da hab ich wohl etwas zu niedrig angesetzt 😂
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Advocatus Diaboli
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Ungelesener Beitrag von Advocatus Diaboli » 10.07.2018 21:28

Das kommt halt drauf an, wie du es rechnen willst.

10-15D sind das, was du ausgeben müsstest für einen angemessenen Lebensstandard und wie bereits angemerkt wurde, geht es da nicht nur um Bequemlichkeit. Die Bequemlichkeit des Chars ist den Spielern meistens unwichtig, sonst würde man sie ja auch nicht auf gefährliche Abenteuerreisen schicken. Es geht darum, dass man seinen Stand behält. Wer alte Kleidung trägt, sich nicht badet/parfümiert und rasieren/frisieren lässt und billig statt teuer speist und nächtigt, der wird auch nicht mehr hoch angesehen. Kleider machen Leute. Das kostet aber eben alles Geld.
Viele Gruppen spielen so, dass sich regelmäßige Einnahmen und Ausgaben der Helden einfach ausgleichen und das dann jeweils zum Lebensstandard passt. Damit umgeht man komplizierte Rechnereien darüber, wie viel Bezahlung für was für wen angemessen ist und ob die Person davon ihren Lebensstandard halten kann oder nicht oder sogar mehr ausgeben kann (was zu einem höheren SO führen könnte). Gerade dann, wenn man längere Pausen überspringt, bietet sich dieses Vorgehen an.
Also könntest du, statt irgend einen Betrag fest zu legen, einfach sagen: Mein Krieger verdient in dieser Zeit so viel, dass er davon gut leben kann. Am Ende hast du dann einfach denselben Betrag auf dem Heldenbogen stehen, der da vorher stand und das ist halt dein Erspartes - Kleidung und Ausrüstung sind ebenso neu/gebraucht wie zum Ende des letzten gespielten Abenteuers etc.
Eine Low-Variante davon ist dieses "Verpflegung + x", was viele gerne in Verträgen drin haben - wenn man die Verpflegung als jeweils dem Stand angemessen annimmt und auch Pflege der Ausrüstung und Unterkunft usw. mitdrin sind. Wenn dein Krieger also angemessene Verpflegung bei dem Auftraggeber bekommt, die so ziemlich alle wichtigen regelmäßigen Ausgaben unnötig macht, dann muss er nicht noch zusätzlich 15D/Monat bzw. 5S/Tag bekommen. Dann finde ich 2S am Tag durchaus passend. Die werden dann halt für Kleinkram ausgegeben und sollte man sich auch nicht zusammen gerechnet gutschreiben am Ende der Zeit.
Kompliziert wird es, wenn du die Zeit nutzen willst, Geld zu verdienen, um im nächsten Abenteuer mit mehr Geld zu starten - wenn du dir vielleicht eine bessere Waffe leisten willst o.ä. Das muss gut mit der Gruppe besprochen sein, sonst kommt es leicht zu Unstimmigkeiten.
( o _
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Jeordam
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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 10.07.2018 21:47

bLa9000 hat geschrieben:
10.07.2018 20:13
Da hab ich wohl etwas zu niedrig angesetzt 😂
...und hast damit an die seelischen Narben von uns alten Säcken, die von der kiesowschen Spielerkleinhalttradition sozialisiert worden sind, gerührt.
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Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 10.07.2018 23:55

Andwari hat geschrieben:
10.07.2018 18:57
Krieger können in meinem Aventurien tatsächlich für dieselbe Dienstleistung deutlich mehr verlangen als Alrik Normalsöldner - denn sie haben sämtliche TÜV-Aufkleber, gute Connections usw. + werden insbesondere sich direkt an die Leute wenden, die entsprechendes Niveau wollen.
Geht aber nur, wenn es auf der Route gerade solche Leute gibt, die gerade Bedarf für einen Krieger haben. Er reist ja, weil er selber gerade von X nach Y will. Wenn das nun gerade keine Strecke ist, wo Handelszüge oder sonstwer Krieger braucht (entweder sehr sicher oder gering frequentiert, oder nicht mit hochpreisiger Ware, oder falsche Jahreszeit), dann findet er veilleicht gerade keinen Auftrag oder nur einen schlechter bezahlten.

Ich sehe das wie Advocatus Diaboli, mit standesgemäßer Verpflegung und Unterkunft, Ausrüstungsreparatur und evtl Beuteanteil plus etwas Handgeld Reingewinn ist er nicht schlecht bedient, wenn er das eh nur nebenbei macht.
"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Al'Anfa wieder eins drauf kriegen wird."
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Thymian
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Ungelesener Beitrag von Thymian » 11.07.2018 09:06

Du wirst halt mit dem gewöhnlichen Söldnerpack konkurrieren - Und das vermietet sich bereits ab 3 Silbertalern am Tag. Wahrscheinlich kannst Du einen Offizierssold rausschlagen, vielleicht 5 Silbertaler mit Kost und Logis. Wenn Du einen Zweihänder Dein Eigen nennst und genug Chuzpe mitbringst - vielleicht kannst Du Dich sogar als Doppelsöldner ausgeben und bis zu einem Dukaten am Tag verdienen.

Hängt aber alles davon ab, wie sehr Du Dich auf das Level eines Soldknechts herablassen willst. Nicht wenige ehrenvolle Krieger würden vielleicht sogar ganz auf den Sold verzichten.
Auch Satinav fragt das Leben nicht, dem er Stunde für Stunde und Atemzug für Atemzug raubt - und doch:
Ohne sein Vorüberschreiten gäbe es kein Wachsen, wäre Leben nicht Leben, sondern Vorhanden-Sein.

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Uli
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Bezahlung für Krieger

Ungelesener Beitrag von Uli » 11.07.2018 11:56

Thymian hat geschrieben:
11.07.2018 09:06
Hängt aber alles davon ab, wie sehr Du Dich auf das Level eines Soldknechts herablassen willst. Nicht wenige ehrenvolle Krieger würden vielleicht sogar ganz auf den Sold verzichten.
Hm, wie bitte? Woher stammt den diese Idee? Jede_r kriegt für die eigene Arbeit Lohn. Wenn Krieger_innen sich in einem Heer verdingen, erhalten sie Sold. Wenn sie einer Stadtgarde dienen, erhalten sie Lohn. Wenn sie die armen Schweine der Landwehr anführen, kriegen sie Taler. Wenn sie eine Leibwache ausführen, einen Schwertzug unterstützen, Armatus werden, Händlerkarren bewachen oder die Biervorräte verteidigen - sie bekommen auf jeden Fall mehr als einen warmen Händedruck. :)

Wenn sie zufällig einem bedrängten Reisenden aus der Patsche helfen, läuft das unter gute Sache aus Prinzip. Aber ich halte es für völlig alltägliche Normalität, dass sie ihre Fertigkeiten für die rechte Sache anbieten. Wachdienst ist meist nicht ruhmreich, aber wichtig und auf leeren Magen kämpft es sich so schlecht. :)


Ich finde dieses selbstlose bis selbstzerstörerische Heldentumklischee in Sachen Lohnverweigerung eher überzogen.

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Thymian
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Ungelesener Beitrag von Thymian » 11.07.2018 12:03

Uli hat geschrieben:
11.07.2018 11:56
Hm, wie bitte? Woher stammt den diese Idee? Jede_r kriegt für die eigene Arbeit Lohn. Wenn Krieger_innen sich in einem Heer verdingen, erhalten sie Sold. Wenn sie einer Stadtgarde dienen, erhalten sie Lohn. Wenn sie die armen Schweine der Landwehr anführen, kriegen sie Taler. Wenn sie eine Leibwache ausführen, einen Schwertzug unterstützen, Armatus werden, Händlerkarren bewachen oder die Biervorräte verteidigen - sie bekommen auf jeden Fall mehr als einen warmen Händedruck. :)
Das stimmt schon, aber mit einer größeren Gruppe zu reisen, weil man selber den selben Weg hat, die nicht besonders gefährdet ist, und ein Auge auf deren Sicherheit zu haben, ist jetzt nicht das selbe wie hauptamtlich ein Landwehrbanner zu führen. Ich sag ja auch nicht dass man das umsonst machen sollte, oder dass es die meisten machen würden, ich sag nur dass es sicher den einen oder anderen Helden mit Kriegerbrief geben mag, dem ein Geschacher um seinen mageren Tagessold von vornherein würdelos vorkäme.
Auch Satinav fragt das Leben nicht, dem er Stunde für Stunde und Atemzug für Atemzug raubt - und doch:
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Ungelesener Beitrag von Andwari » 11.07.2018 17:40

Wenn von Kriegern mit SO8 ein standesgemäßes Auftreten erwartet werden kann, das sich typischerweise nur mit soundsoviel Geld erreichen lässt - dann muss es irgendwo nicht nur etwas schlechter, sondern auch etwas besser bezahlte Tätigkeiten für Krieger geben.

Helden haben oft eher "intensive" Tätigkeiten, die eigentlich viel mehr Einsatz und Professionalität verlangen als irgendwo Burghauptmann oder Stellvertreter des Gardehauptmanns zu sein - gilt auch für jeden Söldner der mit einem Wagenzug unterwegs ist, das ist verglichen mit Torwache einfach die anspruchsvollere Aufgabe:

=> Warum sollten die langfristigen, ereignisarmen Beschäftigungen vergleichsweiste so gut und die "Action" so schlecht bezahlt sein? Wenn der schon etwas übergewichtige Burghauptmann mit seinem ständig rostgefährdeten Schwert den angegebenen SO halten kann, müsste das für hochmotivierte "Macher" doch noch stärker gelten? Der Burghauptmann ist ja nicht zwangsläufig älter/erfahrener, fähiger, mit mehr Beziehungen ausgestattet ... also nix, was ihn positiv gegenüber Helden herausstellt.
Siehe auch bei den Magiern die akademischen HiWi-Posten für Adepten: Meine Helden sind deshalb unterwegs, weil sie sich (auch finanziell) mehr versprechen als weitere 12 Jahre die Schulden abzustottern, in einer kargen Kammer zu hausen und den Magistern zu Ruhm zu verhelfen und die Studiosi vom Leib zu halten.

Wenn die "gut bezahlten" Krieger-Jobs mit einer Heldenkarriere unvereinbar wären, sollten sich die "fähigeren" unter den Kriegern doch eher danach umschauen und die zweit- und drittklassigen Typen machen die nächste Generation Raidris unter sich aus? Verkehrte Welt.

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Advocatus Diaboli
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Ungelesener Beitrag von Advocatus Diaboli » 12.07.2018 21:17

Thymian hat geschrieben:
11.07.2018 12:03
Uli hat geschrieben:
11.07.2018 11:56
Hm, wie bitte? Woher stammt den diese Idee? Jede_r kriegt für die eigene Arbeit Lohn. Wenn Krieger_innen sich in einem Heer verdingen, erhalten sie Sold. Wenn sie einer Stadtgarde dienen, erhalten sie Lohn. Wenn sie die armen Schweine der Landwehr anführen, kriegen sie Taler. Wenn sie eine Leibwache ausführen, einen Schwertzug unterstützen, Armatus werden, Händlerkarren bewachen oder die Biervorräte verteidigen - sie bekommen auf jeden Fall mehr als einen warmen Händedruck. :)
Das stimmt schon, aber mit einer größeren Gruppe zu reisen, weil man selber den selben Weg hat, die nicht besonders gefährdet ist, und ein Auge auf deren Sicherheit zu haben, ist jetzt nicht das selbe wie hauptamtlich ein Landwehrbanner zu führen. Ich sag ja auch nicht dass man das umsonst machen sollte, oder dass es die meisten machen würden, ich sag nur dass es sicher den einen oder anderen Helden mit Kriegerbrief geben mag, dem ein Geschacher um seinen mageren Tagessold von vornherein würdelos vorkäme.
Das wohl. Aber das sind dann adlige Krieger mit Landbesitz, die von den Erträgen ihres Besitzes leben... oder welche, die von der Familie Geld bekommen. Wer für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss, der verlangt auch Geld. Geschachert wird auch von arbeitenden Kriegern vermutlich trotzdem meist nicht. Man sagt einfach seinen Wert und der wird dann eben gezahlt oder nicht und wenn nicht, dann geht man zu nem anderen.
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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 12.07.2018 22:41

Eine Sache muss 100% klar sein: Krieger ist ein Beruf. Ein hochqualifizierter Beruf. Man übt ihn aus, um gut davon leben zu können. Werbegeschenke sind eine Sache, aber unterm Strich muss ein (hohes) Einkommen stehen, egal ob als Lehen, Apanage, Gehalt oder Werksvertrag.
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Vasall
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Ungelesener Beitrag von Vasall » 12.07.2018 23:02

Jup, die ganzen Dienstritter und Krieger bei Hofe erhalten, wie andere Beamte ja auch, einfach ihren Sold.

Der wird in der Regel in Form von Speis und Logis so wie regelmâßig neue Schuhe, Kittel und Beinkleider gezahlt. Aber Handgeld, Beute und Geschenke durch den Herren gehören ebenso dazu.

Anders als beim Söldner ist aber das Ehrenwort oder gar ein Treueschwur Basis für das Dienstverhältnis und der Krieger steht damit in persönlichem Band zu seinem Herren. Das gilt oft auch für Krieger und Ritter auf Aventiûre.

Ein Dienstherr muss mindestens ebenso Ehrbar sein wie der Krieger. Vom Meyer Dettel aus Hollerbach der seine Fuhre Weinbergsstecken nach Notmark fährt wird sich der Krieger sicher nicht anwerben lassen; von einer Patrizierdame Kollenbrander die einst den Sohn des Vizdoms in Romilys geheiratet hat und nun ihre Entourage vergrößern will, um den Ochsenzug nach Gareth zu geleiten, aber sicher schon.
Und für die Mühen wird sie ihren Rittern und Kriegern vielleicht auch einen Satz neue Pferdedecken oder ein paar Meter Seide für neue Hoftagskleider spendieren. Das fördert die Loyalität noch weiter.

Andwari
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Ungelesener Beitrag von Andwari » 13.07.2018 00:29

@Vasall
In welcher Form das sozial Angemessene gezahlt wird, ist eigentlich nebensächlich - bei DSA fangen gleich wieder einige das Rechnen an, wie viel man dadurch die Helden übervorteilen kann = genau darum geht es ja nicht, denn Mäntel und Ringe die der Fürst gibt, sind angemessen hochwertig und all das Zeug hat in einer Nicht-Überflussgesellschaft seinen anerkannten Wert.
Man sollte solche Ideen, sich nicht das Mehrbettzimmer zu leisten, sondern draußen in der Wildnis zu schlafen, dort mit vom Elf gejagtem Zeug viel besser zu speisen als in der Zivilisation und ansonsten mit dem "eins unter SO"-Level halt 2/3 der Kosten einzusparen da halt nicht in auszahlbare Dukaten ummünzen, denn das wird schnell viel Bargeld und bei den sozialen Konsequenzen kriegt man Widerspruch ("wer soll denn gemerkt und mitgezählt haben, dass ich letzten Monat 5 mal Eintopf statt Braten gegessen habe?")

Sich nicht von "niedriger gestellten" Leuten anwerben zu lassen, ist sehr restriktiv - damit hätten wir direkt wieder den Krieger, der die Katze kostenlos vom Baum retten muss, während sich sein phexgefälliger Gossenstreuner-Mitstreiter bei demselben Auftrag die Taschen voll macht?
Man kann das umgehen - indem halt z.B. irgendein Höhergestellter wünscht, im Dorf nach dem Rechten zu sehen. In Aventurien fehlen aber einige "automatisch höhergestellte" Hilfesuchende: Edle Frauen sind für den Ritter immer gültige Anwerber, selbst wenn er Königssohn und sie keine Prinzessin ist - und hinterher fragt auch keiner, ob sie den HKW-TaW hatte um ihn gesundzupflegen oder die Resssourcen um ihn wieder auszurüsten.

Aventurien ist oft auch in einem Umfeld, wo sich reiche Bürger, Kaufleute oder dämokratische Stadtratsrunden schon sehr erfolgreich im Spiel der Mächtigen mitmachen - und selbst adelige SC haben typischerweise eben keinen sonderlich guten Rückhalt (weil sie nur "adelige Abstammung" kaufen konnten, damit aber eben keine Aussicht auf ein größeres Lehen, keine "Verbindungen" und keine besonderen Einkünfte kriegen). "Ehrbarkeit" ist unter Politikern, Pfeffersäcken und scheinheiligen Geweihten ein ganz schwieriger Maßstab.
Dadurch, dass wir den Krieger angemessen be/entlohnen wollen, erzeugen wir eigentlich schon die benötigten Auftraggeber - wer sich die Begleitung durch einen Krieger leisten kann, wird schon irgendwie hochrangig sein oder wenigstens wen kennen, für dessen Gunst sich der Krieger ins Zeug legen kann.

Ein typischer Krieger kann auch schwer zwischen "Verpflichtung" unterscheiden, wo ja durchaus mal "true vassal of a wicked lord/lady" gefordert sein kann - und sozusagen "freiwilliger" Gefolgschaft - denn wenn wir "Ritterromantik" spielen, gehören die Krisen wegen gefühlt ehrenrührigem Handeln ja dazu und die hat nicht nur der Ritter sondern ggf. auch sein ritterlicher Herr.

Vasall
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Ungelesener Beitrag von Vasall » 13.07.2018 08:43

Andwari hat geschrieben:
13.07.2018 00:29
Dadurch, dass wir den Krieger angemessen be/entlohnen wollen, erzeugen wir eigentlich schon die benötigten Auftraggeber - wer sich die Begleitung durch einen Krieger leisten kann, wird schon irgendwie hochrangig sein oder wenigstens wen kennen, für dessen Gunst sich der Krieger ins Zeug legen kann.
Grundsätzlich ja, genau das steckt hinter meiner Aussage, ich hab ja bewusst eine Patrizierin gewählt, um auf die ständeübergreifende Ehrbarkeit hinzuweisen. Allerdings ist ja nicht jeder Reiche Pfeffersack und intrigante Baron automatisch ehrbar nur weil er Flocken hat.

Und ob der gut betuchte Auftraggeber dem Krüger nun wirklich ehrbar erscheint entscheidet sich natürlich in der jeweiligen Rollenspielrunde. Das ist ja ein Stück weit der Reiz daran einen Krieger/Helden von Stand zu spielen.

Mir ist nur die Unterscheidung wichtig:
  1. Krieger und Dienstritter und teils auch Soldaten gehen Dienstverhältnisse auf Basis, von Ehre und des Ehrenwortes ein. Dienst und Treue gegen Schutz und Schirm, was hier Lebensunterhalt und Gewährleistung der Standesprivilegien bedeutet.
  2. Söldnerarbeit wird auf Basis von Geldbetrag und Vertragsklauseln verhandelt (was nicht automatisch ehrlos sein muss, nur ein ganz anderes Geschäftsmodell darstellt). Kriegshandwerk und Gehorsam, gegen Sold und Beute
Kleinere Dienste wird der Krieger trotzdem tun können. Jeder Baron und Adelige bewirtet ihn gerne kostenfrei auf seiner Burg. Kümmert sich um Pferde und Waffen, weil er weiß, dass ein Krieger dem er Gastfreundschaft erweist auch Recht und Optionen hat die öffentliche Ordnung in seinem Lehen zu Pflegen, um so mächtiger der Krieger um so besser. Das ist in etwa so, wie wenn die Deutsche Bahn Polizeibeamten in Uniform pauschal die Fahrtkosten erstattet, weil sie weis, dass der Polizist eingreift wenn im Zug was passiert.

Auch bei Kriegern sind so Sachen einfach im Lebensstil mit drinn. Und wenn dem Krieger ei so einer Rettungsaktion mal ein Schaden passiert, dann hat er stets gute Chancen, dass ihm der örtliche Baron den Harnisch reparieren, oder gar einen Traber als Ersatz für das verlorene Roß überlässt. Ehrensache!

Wenn der Krieger von Bla9000 also unterwegs auf einen ehrbaren Kaufmann trifft, der ihn für die Passage um Geleit bittet und ihm Versichert, dass der Rat seiner Stadt oder seine Kaufmannsgilde ihm Verluste ersetzen könne, dann kann der Krieger durchaus dem Kaufmann dienen und an die Ehre des Kaufmanns appellieren, dass dieser ihm unterwegs einen standesgemäßen Lebensstandard ermöglicht, oder wenn er sich das nicht leisten kann, zumindest Verlustersatz und/oder Ehrenschuld schuldet, was ihm auch wieder Tür und Tor öffnet und bare Münze oder mehr wert ist.

Andwari
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Ungelesener Beitrag von Andwari » 13.07.2018 10:32

Die "ritterliche" Beschäftigungsvariante ist ja klar die gesellschaftlich höher anerkannte - was auch genau durch ihr ausstrahlen auf Soldateneide usw. deutlich wird. Das bedeutet umgekehrt, dass dieses Modell nicht zu viele handfeste Nachteile gegenüber "gib mir zwanzig Taler pro Woche" haben sollte. Von der reinen Zahl des SO kann man nicht runterbeissen und eigentlich wichtige Dinge wie z.B. die Qualität von Nahrung, Unterkunft, Kleidung usw. haben im Spiel oft wenig crunchige Auswirkungen.

Was die Auftraggeber auf der "ehrenhaft"-Schiene betrifft, neigen die oft dazu, auch die Gefährten des Kriegers mit einzuladen - weil das eben eine gespielte Szene ist, wo man die anderen IT-Gruppenmitglieder nicht ausschließen will. Wenn der Krieger dann intern die Bedeutung solcher Gunstbeweise erst mit Phexian ("ich geh noch mal über den Marktplatz, Gelegenheiten...") oder dem Wildbret-Elfen ("ich schlafe am liebsten im Wald") ausdiskutieren muss, wird das nix.

Der ehrbare beschützte Typ muss ggf. nochmal auftauchen und aus seinem "das werde ich Euch nie vergessen" einen handfesten, möglichst auch mal über dem Wert von "5 Personen, 2 Wochen Söldnerdienst" liegenden Betrag bzw. Beitrag generieren. Das soll eben nicht als "Sparmodell" dienen, weil es eigentlich das Premium-Modell ist. Wenn also der dankbare Kaufherr noch einen Ballen Stoff und beim Schneider etwas gut hat, dann müssen da merklich bessere Gewänder rauskommen als man einfach so kaufen würde = zwar für den Kaufherr immer noch günstig, aber er gibt trotzdem mindestens den Gegenwert von Söldnerdiensten.

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