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Die Geschichte der Kinder Mustafa ibn Mustafas

Der Plot will es! Diskussionen und Anregungen zu offiziellen und inoffiziellen Abenteuern.
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Merry
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Die Geschichte der Kinder Mustafa ibn Mustafas

Beitrag von Merry » 19.03.2016 18:41

Die Kinder Mustafa ibn Mustafas

Mustafa ibn Mustafa, erstgeborenes und einziges eheliches Kind des Casanova Mustafa ibn Mustafa, von dem er auch den Namen hat; die Mutter ist eine reiche Dame aus der Oberstadt Rashduls; lüsterner Taugenichts und Alleskönner, ganz der Vater

Gunnar Mustafason, zweitgeborener Sohn Mustafa ibn Mustafas, die Mutter war eine Thorwalerin der Otta „Drachen von Llanka“; Leutnant der Infanterie der Armee des Mhaharanyats Aranien a.D. mit durchschlagendem thorwalschem Erbe

Hassan „al-Barak“ ibn Mustafa, drittgeborener Sohn Mustafa ibn Mustafas, die Mutter ist eine Potentatin aus Palmyrabad; Stabsleutnant der Armee des Mhaharanyats Aranien a.D., der sich sehr streng an der ur-tulamidischen Kultur orientiert und auch das ur-tulamidische Pantheon verehrt und fürchtet

Salima saba Mustafa, viertgeborenes Kind und älteste Tochter Mustafa ibn Mustafas, die Mutter ist eine namenlose Frau aus Fasar; Balayan nach Marwan al’Nazzar, die ob ihres Geschicks mit den Kurzschwertern trotz des Daseins als Frau von ihm ausgebildet wurde
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Merry
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Re: Die Geschichte der Kinder Mustafa ibn Mustafas

Beitrag von Merry » 19.03.2016 18:44

4. Phex 1028 BF / 34 d.U.A. – Hassan „al-Barak“ ibn Mustafa
– Die Verdammten des Südmeers –

Es sind nun zwei Wochen vergangen, seitdem Gunnar und ich die Streitkräfte zu verlassen hatten. Die neue Miralay der Einheit schien es nicht gern zu sehen, dass Männer ihr Konkurrenz machen könnten, hatten wir doch die Möglichkeit, zu Agha selbst aufzusteigen. Mit einer feierlichen Entlassung mit allen Ehren kam man dem nun zuvor. So sei es. Wer wäre ich, würde ich Bel Akharaz’ Urteil widersprechen? Der Gott der Gerechtigkeit wird ebenjene walten lassen.

Noch immer sind wir in Zorgan, noch immer auf der Suche nach einer neuen offiziellen Anstellung, doch noch immer war uns kein Glück beschert. Ich hörte jedoch von einem Mann, der sich selbst nur „Abdulon der Händler“ nennt. Dieser plane eine Handelsreise auf die Gewürzinseln und sei auf der Suche nach fähigen Geleitschützern und Matrosen, trug man mir zu. Dies ist sicher nicht die Art von Arbeit, die ich zu tun gedachte. In den Dienst einer Sultana hätte ich mich stellen wollen, doch, bei Shulvor, mir sind nicht mehr als ein paar Schekel verblieben.

So machten wir uns des Morgens auf zum Kontor des Herrn Abdulon, dessen Verheimlichung des Namens des Vaters oder der Mutter, sei es nun der Personenname oder der Familienname, mich misstrauisch werden lässt. Unterwegs begegneten wir, sicher in einer Stadt wie Zorgan keine Seltenheit, aber doch der Erwähnung wert, einer jungen Dame in einfacher Straßenkleidung. Wäre nicht das Frettchen auf ihrer Schulter gewesen, hätte man sie kaum wahrgenommen, doch es war etwas anderes, was mir kalte Schauder über den Rücken laufen ließ: Sie sprach, doch es stand keiner dabei. War sie besessen? War es die gefürchtete Bel’Khelel, die Rücksichtlose, die Egoistische daselbst, die dort bei ihr war? Jene gefürchtete Herrin, ihr Reich zu zerstören, wir einen Krieg fochten? Oh, was haben wir in Oron für Taten, für Leid, für Grausamkeiten gesehen…

Ich machte Gunnar auf die Elende aufmerksam und beschleunigten Schrittes liefen wir weiter zum Kontor, wo wir erfuhren, dass, welch’ Merkwürdigkeit, man sich erst am folgenden Tage für die Expedition einschreiben könne. Und plötzlich stand dort wieder dieses Mädchen, starrte uns an. Sie muss uns verfolgt haben. Hat die Rücksichtslose es etwa auf uns Brüder abgesehen? Sind wir nicht vor zwei Wochen genug gestraft worden?

Während Gunnar die Abwesenheit sämtlicher Eloquenz demonstrierte, als er versuchte, ein unverfängliches Gespräch zu beginnen, stahl ich mich an dem Mädchen vorbei. Sie müsse vom dämonischen Wirken befreit werden, dachte ich mir, umrundete sie und versuchte, ihre Arme zu ergreifen, dass man sie festhalten und einem Tempel zum Exorzismus überstellen könnte. Doch ich hatte nicht mit der Macht des Dämons gerechnet, die er dem Mädchen bereits gegeben haben muss. Schnell wie der Blitz Rahandras kam ihr Tier über mich und schlug Zähne und Krallen in mein Gesicht und wie ich nichts sah, gelang es dem Mädchen, Gunnar zu entkommen.

Unter Beißen und Kratzen wurde das dämonische Ungetüm in den Tempel des Gottes Firun gebracht, dem man heute die Herrschaft über Tiere aller Art zuschreibt. Obwohl Gunnar darauf bestand, das Wesen behalten zu wollen, konnte ich den dortigen Priester von seiner wahren Natur überzeugen. Ich weiß nicht, was mit ihm geschehen wird, aber ich bin mir sicher, dass Zorgan fortan vor dem Ungetüm sicher sein wird.

Nach diesem Abenteuer befand ich es für nötig, erst einmal ein Badehaus aufzusuchen. Mein Gesicht brauchte Pflege, mein Körper und mein Geist bedurften Entspannung und so zog ich mich für den Rest des Nachmittages zurück und pflegte die ein oder andere kurzweilige Unterhaltung mit anderen Gästen des Hauses. Auch Gunnar bedurfte wohl einer Pause. Er zog sich auf das Meer zurück, um ein wenig zu fischen. Wieder einmal schlug wohl sein thorwalsches Erbe durch.

Doch wider Erwarten endete der Tag nicht ruhig und wieder war es das Mädchen, das Unruhe brachte, denn kaum kehrte ich zu unserem Gasthof, der „Seerose“, zurück, saß es dort im Schankraum, die Anwesenden beobachtend und wohl jemanden suchend, zur Tarnung eine Schale mit Obst verspeisend. Mir lief es eiskalt den Rücken hinab. Suchte sie uns? Sie war wohl von Bel’Khelel besessen und Gunnar und ich fochten wider Oron und wir schlugen das Moghulat bei Dorgulawend und Zorgan. Trieb die Rücksichtslose sie als Rachegeist, der uns verfolgen sollte, bis uns das gleiche Schicksal ereile, wie jene, die wir mit Hilfe der Götter schlugen?

Ich eilte die Treppe hinauf, hoffend, dass Gunnar bereits zurückgekommen wäre, doch hatte ich kein Glück. Er erschien erst nach einer Viertelstunde, von Fischen redend, und schien perplex, als ich ihm von der Besessenen berichtete. Doch als er verstand und wir die Treppe hinabstiegen, sie zu stellen, war sie verschwunden. Während Gunnar die Wirtin fragte, ob sie das Mädchen gesehen habe, behielt ich sämtliche Eingänge des Schankraumes im Blicke. Auch Avesha wäre meinem Blicke nicht entgangen. Wir erfuhren jedoch, dass sie sich nach oben gestohlen habe, und schlichen ihr nach. Doch die Götter waren heute wohl nicht mit mir; wieder sollte ich eine unrühmliche Rolle spielen. Denn wir teilten uns auf, und der, der das Mädchen fand, war mein Bruder. Und er stellte sie in unserem Zimmer, rief mir zu, ich solle nach unten eilen, dass ich sie ergreifen könne, wenn sie aus dem Fenster zu fliehen gedachte.

Doch dort unten war ich zum Warten verdammt und obgleich ich zweifellos feststellen konnte, welches Fenster zu unserem Zimmer gehörte, kam das Mädchen nicht herausgesprungen und ich kehrte einige Minuten später zurück. Dort stand Gunnar über ihr. Er hatte sie bewusstlos geschlagen, sie hielt noch einen Kohlestift in der Hand, mit dem sie gerade dabei gewesen war, meinen Kessel zu beschmieren. Wer weiß, was die Egoistische ihr eingeflüstert hatte?

Wir fesselten die Unselige und ich suchte die Stadtwache auf, berichtete von dem Einbruch und der vermeintlichen Besessenheit. Für mich gab es Beweise, aber es hatte ja sonst kaum einer gesehen, was ich gesehen hatte. So wurde das Mädchen mit einem Eisenkragen wider die dämonische Macht ausgestattet und in den Kerker gebracht. Die Anhörung zu diesem Falle wird morgen in der Früh stattfinden, und Gunnar und ich werden aussagen, was wir sahen, was wir erfuhren und was wir ahnen. Bel Akharaz wird sein Urteil fällen und es wird gerecht sein.

Bevor ich nun diese Zeilen schreibe, genoss ich doch ein gutes Mahl. Was mir Gunnar vorhin zu vermitteln versuchte, war, dass er einen großen Dorsch gefangen und die Wirtin überredet hatte, ihn für die Gäste des Etablissements zuzubereiten. Der Koch versteht sein Handwerk, das muss man ihm lassen, und ich wünsche nur, dass Ankhatep meinem Bruder auch weiterhin beistehen wird.
Zuletzt geändert von Merry am 16.04.2016 17:21, insgesamt 1-mal geändert.

Merry
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Re: Die Geschichte der Kinder Mustafa ibn Mustafas

Beitrag von Merry » 10.04.2016 10:44

5. Phex 1028 BF / 34 d.U.A. – Gunnar Mustafason
– Die Verdammten des Südmeers –

Ha, ich könnte mich immer noch bepissen vor Lachen. Die kleine Einbrecherin wurde lediglich dazu verurteilt, Hassans Kessel wieder zu polieren und eine Geldbuße zu tun. Ich wünschte fast, ich könnte zeichnen, sein wutentbranntes Gesicht, das ja zudem immer noch durch die kleinen Zähnchen des kleinen Tierchens der kleinen Einbrecherin etwas entstellt wirkte, hätte ich nur zu gern für meine alten Tage festgehalten. Hätte ja nicht gedacht, dass diese Gerichtsverhandlung derart lustig werden kann. Hassan ist scheinbar immer noch davon überzeugt, dass die Kleine besessen ist, obwohl die Priester das verneinten. Ich muss wohl etwas auf ihn aufpassen, nicht dass er nachher noch selbst vor den Richtern landet. Seit wir die Armee verlassen haben, zieht er sich immer weiter in seinen Glauben und zu seinen komischen Göttern zurück. Dabei war der ganze Tag doch überaus lustig. Zuerst hatten wir die Reste von meinem großartigen Fang gestern. Ich hätte nicht gedacht, dass es in so einer Stadt, bereits kurz hinter dem Hafen schon so große Fische gibt. Ich muss da unbedingt nochmal hin und mein Glück wieder versuchen. Dann sind wir zu der Anhörung der kleinen Einbrecherin. Und wie die Götter es so wollen, laufen wir kurz darauf, auf dem Weg zu Abdulon, einem Fremden über Weg, welcher große Ähnlichkeiten mit unserem Vater hat. Er scheint ein sehr netter Kerl zu sein, wenn er auch leicht verwirrt war, was allerdings daran liegen könnte, dass er letzte Nacht wohl etwas zu tief in die Weinkaraffe schaute. Denn als ich ihn nach seinem Namen fragte, antwortete er nur, er hieße Mustafa. Darauf fragte ich ihn nach dem Namen seines Vaters, worauf er wieder nur mit Mustafa antwortete. Ich dachte zuerst, er hätte meine Frage nicht richtig verstanden, aber auch beim zweiten Mal gab er dieselbe Antwort. Und auch auf die Frage wie denn der Vater seines Vaters heißen würden antwortete er wiederum nur mit Mustafa. So dauerte es doch eine kleine Weile, bis ich dahinterkam, dass sein voller Name Mustafa ibn Mustafa ist und dass sein Vater auch diesen Namen trug. Er erzählte mir zudem, dass er, wie unser Vater, aus Rashdul sei und auch er auf der Suche nach seinen Geschwistern sei. So verabredeten wir uns des Abends im Gasthaus Zur Seerose um gemeinsam etwas zu trinken. Darauf machten wir uns endgültig auf den Weg zu Abdulon. Als wir dort waren, ließ ich Hassan für uns verhandeln, er hat für sowas ein besseres Händchen. Alles was ich verstanden habe, war irgendwas von Gewürzinsel und der Blutigen See. Aber wir kriegen eine eigene Hängematte, gutes Geld und, wenn wir Glück haben, auch ein paar gute Kämpfe. Klingt ganz nach einer Seereise nach meinem Geschmack. Leider müssen wir darauf wohl noch warten, unser Schiff läuft erst in sieben Tagen aus. Als wir dann gegen Abend ins Gasthaus kamen, war Mustafa schon anwesend. Und neben ihm direkt die kleine Einbrecherin. Sie versucht wohl ihre Schulden zusammenzugaunern. Und so wie mein Freund schon wieder dem Wein zusagte, musste ich einfach dazwischen gehen. Mustafa muss mich dann wohl verwechselt haben, denn gerade als ich der kleinen Einbrecherin sagen will, dass sie sich jemand anderen suchen soll, tritt Mustafa mir zwischen die Beine. Darauf hab ich mich umgedreht und ihm erst mal richtig umgehauen, sodass er fast aus seinen Schnabelschuhen flog. Danach setzten wir uns an einen Tisch und ließen den Wein fließen, sogar Hassan setzte sich kurz dazu. Und bevor ich mich von Mustafa trennte, da ich müde wurde, beschloss er, Hassan und mich zu begleiten, denn auch er ist auf der Suche nach seinen Geschwistern und so können wir uns ja dann gegenseitig bei der Suche nach unseren Geschwistern helfen. Ich hoffe, Hassan und ich finden unsere anderen Geschwister bald, und Mustafa auch die seinen.

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