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Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. ABs!]

Der Plot will es! Diskussionen und Anregungen zu offiziellen und inoffiziellen Abenteuern.
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Caldorian
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Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. ABs!]

Beitrag von Caldorian » 30.09.2015 00:13

Boron zum Gruße!

Hier werde ich die Spielberichte meiner Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" einstellen. Ziel dieser Kampagne ist es, einen Großteil der im Süden spielenden Abenteuer zu spielen und dabei ein ganz anderes Aventurien kennenzulernen. Insofern werden in diesem Thema auch einige Meisterinformationen enthalten sein. Jede "Staffel" der Kampagne umfasst ein inneraventurisches Jahr, die erste Staffel beginnt im Jahr 1025 BF / 340 GE.

Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Themas haben wir gerade die erste Sitzung hinter uns. Wir spielen im Schnitt monatlich; es kann also eine Weile dauern, bis hier Updates kommen. Wir sind aber eine langjährig-spielende und zuverlässige Gruppe, so dass plötzliche Abbrüche unwahrscheinlich sind. Die Zusammenfassungen werden durch einen der Spieler geschrieben.

Anmerkung: Unser Aventurien ist in mancherlei Hinsicht leicht abgeändert, wobei die größte Abweichung darin besteht, dass es flächenmäßig doppelt so groß ist. Bei offiziellen ABs werden unsere kleinen Anpassungen der Spielwelt, mit Ausnahme der längeren Reisezeiten, in der Regel keine Rolle spielen. Ich werde auch die offiziellen ABs entsprechend anpassen und/oder mit anderen ABs verwurschteln, wenn ich mir davon eine bessere Story verspreche.

Ich freue mich natürlich über alle Kommentare, Anmerkungen, etc.!

Hier unser Intro für die Kampagne, das jedes Mal zur Einstimmung abgespielt wird:

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Caldorian
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Re: Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. A

Beitrag von Caldorian » 30.09.2015 01:06

Die Spielercharaktere

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Naram-Sin al’damacht (Ahiram ben Dschadir)
Tulamide, Kultur Südaventurien, Gildenmagier (Akademie der Vier Türme zu Mirham), SO 7 (und damit "Anführer" der Gruppe)
  • Ahiram wurde 1006 BF in einem Novadi-Dorf nördlich von Port Corrad geboren. Obwohl seine Familie einfache Handwerker waren, hatten sie einen guten Stand. Aus ihren Reihen entstammten in der Vergangenheit einige Derwische.
  • Als 1008 BF die Al’Anfaner das Kalifat angriffen, wurde das ganze Dorf versklavt und nach Port Corrad gebracht. Bis 1011 BF mussten sie auf einer Plantage arbeiten. Während dieser Zeit verschwand sein Vater Dschadir ben Achmad. Offiziell starb er bei einer Expedition in den Dschungel. Seine Mutter Sheydan verfiel in tiefe Trauer und benötigte viel Unterstützung von ihrem Bruder Adnan. Jedoch wird bis heute gemunkelt, dass Dschadir ein Freibeuter geworden ist, um sich an Al’Anfa zu rächen.
  • In Port Corrad wurde seine Familie 1011 BF von einem reichen Händler aus Mirham gekauft, der von der handwerklichen Arbeit Adnans sehr beeindruckt war. Auf der Überfahrt kam das Schiff in einen Sturm und einige Passagiere gingen über Bord. Ahirams Onkel Adnan rettete dabei den reichen Händler. Bis heute sagt Adnan, es sei der Wille Rastullahs gewesen. In Mirham angekommen gab er ihnen aus Dankbarkeit die Freiheit. So waren sie Teil der Fana und konnten durch Arbeiten in einem Dorf vor den Toren der Stadt einigermaßen leben.
  • Ein Angestellter des königlichen Hofes kam einst vorbei um eine kunstvolle Arbeit Adnans abzuholen. Dabei fiel eine Lampe zu Boden, so dass es zu einem Brand kam. Doch Ahiram konnte auf mysteriöse Weise das Feuer bannen. Ein Magister der Akademie der vier Türme erkannte sein Potential und brachte ihn auf die Akademie.
  • Von nun an sah er seinen Onkel und seine Mutter nur noch selten. Für Adnan war Magie „Echsenwerk“, weswegen der Kontakt hier abbrach. Sheydan (die Mutter) lebte nach dem Verschwinden ihres Mannes eh sehr zurückgezogen, so dass auch hier der Kontakt eher unregelmäßig aber beständig war.
  • Nach dem Erhalt des Gildensiegels und als frischer Adept zog er nach Al’Anfa, um seine horrenden Schulden abzubauen und um die Welt zu sehen. Der Händler, der einst seine Familie aus der Sklaverei befreite, stellte ihn in Al’Anfa einigen Handelspartnern vor. Für diese arbeitete Ahiram einige Monate lang als Lohnmagier.
  • Einige Zeit später erhielt er von der Akademie (Spektabilität Salpikon Savertin) den Auftrag nach Port Corrad zu reisen, um wertvolle magische Pflanzen abzuholen und diese nach Mengbilla zur Alchimistengilde zu bringen. In der Nähe von Lorfas wurde ihre Karawane von Söldnern mit Unterstützung einiger Mohas angegriffen. Diese stahlen die Kräuter und flüchteten in die Sümpfe um das Loch Harodrôl. Ahiram verfolgte sie mit einem kleinen Trupp. Dabei entdeckte er ein Dorf von Achaz. Durch die Kenntnis von Rssahh war es Ahiram möglich einen von Ihnen als Späher zu anzuheuern. Mit Hilfe des Achaz gelang es der Gruppe, die Angreifer aufzuspüren und ihnen die Kräuter zu entreißen. Jetzt ist er in Mengbilla und sucht nach weiteren Möglichkeiten, Geld und Wissen zu erlangen (Alter 20).
  • In den Tempeln welcher Gottheit hat er in den letzten Jahren am meisten Opfer dargebracht? Mit welcher Gottheit kann er sich am meisten identifizieren? Hesinde (gerne auch etwas in Richtung H'Szint), der Form halber auch Boron (Al'Anfaner Ritus) und auch selten Aves und Mada. Jedoch findet er auch gutes an der Magier-Philosophie. Deshalb sieht er die Sterblichen hauptsächlich für ihr eigenes Schicksal verantwortlich.
  • Wie steht er zu Waldmenschen? Er war selbst einst Sklave und sieht deshalb nicht grundsätzlich auf die Waldmenschen herunter. Jedoch sieht er sie als eine primitive Kultur an. Er empfindet aber auch Neugier gegenüber ihrer Kultur.
  • Echsenmenschen? Die Mirhamer Magier sind die Experten in der Gilde für echsische Magie. Naram-Sin ist sehr fasziniert von den Errungenschaften und magischen Kenntnissen der alten echsischen Hochkulturen. Sollte er je die Möglichkeit bekommen ihren Geheimnisse auf die Spur zu kommen, so wird er nichts unversucht lassen. Er hat auch keine Bedenken mit den Achaz zu verhandeln.
  • Was ist das aktuelle Lebensziel Eures Charakters? Das Joch (die Schulden) der Akademie abzuwerfen.

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Krathon (Yuan Tiamartin)
Thorwaler, Kultur Südaventurien, Söldner-Veteran (Fußvolk / Schütze), abergläubisch und mit Einbildungen, SO 2
  • In Selem geboren und aufgewachsen; Halb-Thorwaler, der mit seiner Herkunft aber nur wenig verbinden kann, weil seine Eltern nicht viel Zeit mit ihm verbrachten und ihm nicht viel über seine Wurzeln beibrachten
  • Yuans Vater ist ohne Vorwarnung wahnsinnig geworden, als er fünf war, die Familie (sein Bruder und seine Mutter) hatte es danach extrem schwer, zu überleben; das hat ihn stark und zäh gemacht (sonst hätte es ihn umgebracht), im Gegensatz zu seinem Bruder, der immer etwas schwächlicher war
  • Yuan gehörte immer zu den großen, bulligen, starken Jungs, war aber auf der anderen Seite dennoch flink und geschickt
  • Als er 12 war, nahm er das erste Mal eine Waffe (eine Art Säbel) in die Hand, die er bei einem seiner Entdeckungsausflügen gefunden hatte und begann von nun an, seine Familie bewaffnet zu verteidigen und sich einen Namen im Viertel zu machen
  • Mit 14 bemerkte ihn ein Söldner, Romero, und nahm ihn zu sich und seiner Einheit, um ihm das Kriegshandwerk richtig beizubringen; er versprach Yuan viel Geld dafür, dass er seine körperlichen Talente einsetzen und verbessern könnte, um damit seiner Familie zu helfen; Yuan konnte dem nicht widerstehen
  • Nachdem seine Mutter etwas später gestorben war, nahm Yuan seinen Bruder zu den Söldnern mit, damit er dort versorgt wäre; das hat aber kein gutes Ende genommen; sein Bruder kam im Training um, darauf härtete sich Yuan von innen ab und wandte sich dem Kriegsgott Kor zu, um ihn vor diesem Schicksal zu bewahren
  • In den Folgejahren tat er alles, um am Leben zu bleiben und akzeptierte, was er dafür tun musste, „was nötig war“; Kor war offenbar an seiner Seite und schützte ihn: er verdiente sich den Namen Krathon (abgeleitet vom echsischen Kriegsgott Kr’Thon’Ch)
  • Zwischenzeitlich war neben seiner Kraft und Ausdauer auch sein Geschick und seine Koordination und sein gutes Auge bemerkt worden, so dass er auch am Kurzbogen ausgebildet wurde
  • Ohne, dass er das bewusst angesteuert hätte (oder dass es ihm Spaß gemacht hätte), entwickelte er sich zum Folterer. Ein paar seiner Kameraden hatten damit angefangen, Feinde zu quälen und zu foltern; er rutschte da mit rein, aus falsch verstandener Kameradschaft. Er fand (im Gegensatz zu anderen) zwar keinen Spaß daran, aber ohne seine Kameraden gegen sich aufzubringen, konnte er auch nicht einfach nein sagen, wenn es darum ging, sich zu beteiligen.
  • Einer der üblichen Söldneraufträge führte seine Einheit in die Nähe eines Echsendorfes in der Nähe von Selem. Dort gerieten sie in einen Hinterhalt der Achaz, bei dem seine gesamte Einheit aufgerieben wurde, er entkam schwerverletzt in den Dschungel, wo er sich bis zurück nach Selem zurückschleppte, um dort zu gesund zu werden. Im Sumpffieber hat er vergessen, was genau geschehen ist, aber noch während des Fiebers erkannte er sein Schicksal, die Aufmerksamkeit der H’Ranga wieder abzuschütteln.
  • In den folgenden Monaten versuchte er, sein Leben ohne Gewalt zu gestalten, fand aber nur niedrigste Arbeiten, die ihn weder richtig ernähren, noch dauerhaft ausfüllen konnten
  • Es dauerte lange, bis er sich eingestehen musste, dass ihm das das Kämpfen fehlte und er nicht dauerhaft ein gewöhnliches Leben führen konnte, er war sehr reizbar und unausgeglichen geworden
  • Hat sich wieder bewaffnet und ausgerüstet (was für ein befriedigendes Gefühl der Stärke!) und sich einer Karawane aus Port Corad nach Mengbilla als Beschützer angeschlossen, unter einem gewissen Naram-Sin Al’Damacht
  • Er will Selem und seine Geschichte dort hinter sich lassen und neu beginnen
  • Daran beteiligt, die Kräuter von Räubern zurückzugewinnen (über Achaz Dorf), wurde im Anschluss von Naram für weiteren Auftrag angeworben
Warum Abenteurer?
Sein Söldnerleben liegt hinter ihm, er bereut einiges, was er damals getan oder mit angesehen und nicht verhindert hat. Er weiß, dass er nie wieder fremdbestimmt (weder als Soldat, noch als Söldner) sein will, sondern sich seine Arbeit selbst aussuchen will; deswegen will er nicht mehr bei einer fremden Einheit sein, deren Anführer er sich immer und automatisch unterordnen muss. Als Abenteurer kann er nach einer erledigten Aufgabe weiterziehen und sich neue Gefährten suchen, wenn die bisherigen ihm nicht passen. Als Abenteurer denkt er ungebundener zu sein.

Verhältnisse
  • Zu Achaz: Hatte immer schon Kontakt zu den Achaz von Selem, die er zwar als seltsam empfand, aber doch gut mit ihnen auskam; Seit dem Hinterhalt: gefährliche Wesen, die unter der Gunst der H’Ranga stehen
  • Zu Sklaven: "So ist das hier im Süden"; nimmt diese Tatsache als gegeben an
  • Zur Obrigkeit: bislang wenig Kontakt gehabt, weder positiv, noch negativ
  • Zu Frauen: Können formidable Kämpfer sein und sind in der Lage, genau so mutig und geschickt zu kämpfen wie Männer
  • Zu Familie: Es ist noch nicht die Zeit, sich zu binden
Das Erbe von Selem / Einbildung:
„Die H’Ranga sind hinter mir her und werden mich holen, wenn ich sie nicht besänftige; Ich muss vor allem wieder gut machen, was ich den Achaz damals angetan habe.“; Einer der lebenden Götter der Echsen, „der unsichtbare Fischmensch“ (ein gewaltiger schwarzer Mahr), beobachtet ihn genau und notiert sich alles, was Krathon macht; kann sich nicht erinnern, was er den Achaz eigentlich tatsächlich angetan hat, er weiß nur, dass es etwas so schlimmes ist, dass er sich den Zorn ihrer Götter dafür auf sich gezogen hat; der Hinterhalt und die Vernichtung seiner Einheit waren die logische Folge; in diesem Zusammenhang viel Aberglaube (und Furcht), vor allem hinsichtlich der fremdartigen Achaz und deren Religion und Bräuche; sein großer Aberglaube führt dazu, dass er sich ein gewisses Wissen über Götter und Kulte angeeignet hat, vor allem über Selem und dessen Sagen und Legenden


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Travelio Ramónez (Aru, Schrecken der Inseln / Tapamname: Kingkongoha)
Utulu, Kultur Südaventurien, Seefahrer (Pirat) / Gladiator (Al'Anfanischer Stil), SO 3
  • Waldmensch aus 2. Generation
  • Geboren auf der Insel Token inmitten des Dschungels
  • Eltern: Vater Udongoha, Mutter Kalalucha
  • Schwestern: Mopane und Ubangi
Ich wurde als 4-jähriger aus dem Dschungel entführt und musste seitdem auf einer Plantage in Jaktar (westlich von Tyrinth zw. der Bucht von Al’Anfa und der Goldenen Bucht) auf den Feldern einer reichen Familie arbeiten. Dort schloss ich Freundschaft mit einem anderen Sklavenjungen namens Takate, der mein Ersatz für meine Familie wurde, von der ich nicht weiß, ob sie den damaligen Angriff überlebt hat. Meine Schwestern wurden nicht mit auf diese Plantage genommen und ich habe sie seitdem nicht wieder gesehen.

Während eines Brands auf der Plantage, der durch einen Blitzschlag verursacht wurde, machten Takate und ich uns im Alter von 9 Jahren auf und davon in Richtung Küste. Wir hatten Glück und durften auf einem großen Kahn als Schiffsjungen anheuern und das Deck schrubben, Kartoffeln schälen u.a. Unser Sklavenbrandmal auf dem rechten Oberarm identifizierte uns deutlich als solche, doch das war weiter kein großes Problem für den Rest der Crew, die aus einem bunt zusammengewürfelten Haufen von Haudegen, Nichtsnutzen und sonstigen Überlebenskünstlern bestand.

In den darauffolgenden Jahren wurden Takate und ich zu stattlichen Piraten „ausgebildet“ und schipperten durch die Meere, bis wir im Alter von 15 Jahren bei Al’Anfa überfallen, überwältigt und wieder zur Sklaverei gezwungen wurden.

Diesmal verschlug es uns nicht auf staubige Plantagen, sondern aufgrund unserer Statur in eine Arena, in der wir beide eigentlich als Löwenfutter draufgehen sollten. Allerdings stellten wir uns bei unserem ersten Kampf so geschickt an, dass wir sozusagen als Talente galten und das Glück hatten, auf einer Gladiatorenschule ausgebildet zu werden. Das war eine sehr leerreiche Zeit, die uns gemeinsam auch viel Spaß bereitet hat.

Nach Abschluss der Ausbildung dauerte es nicht lange, bis ich in einem Kampf die Chance erhielt, im Fall eines Sieges meine Freiheit zu erlangen und der Sklaverei wieder entkommen zu können. Dies war aufgrund meines jungen Alters relativ unwahrscheinlich und ich galt mehr als schnelles Opfer als ein Champion, dennoch ergriff ich die Chance und gewann den Kampf. Als Preis winkte mir eine Urkunde, die offiziell meine Freiheit bezeugte, welche ich leider nur mehr schlecht als recht genießen konnte, da meinem Blutsbruder Takate keine solche Chance angeboten wurde. Er kämpft weiterhin als Gladiator in der Arena zur Belustigung der Reichen bzw. um das tägliche Überleben.

Dennoch entschloss ich mich schweren Herzens dazu, die Möglichkeit zu ergreifen und Al’Anfa zu verlassen. Vorher schlossen Takate und ich aber einen Schwur, dass wir uns irgendwann wiedersehen würden. In der Nacht betäubte ich meine Selbstzweifel, das schlechte Gewissen Takate gegenüber und die Schmerzen bei der Entfernung meines Sklavenmals auf dem rechten Oberarm mit einer Flasche Schnaps, die mich beinahe umbrachte. Tags darauf schloss ich mich als Söldner der Seidenkarawane an und trat im Alter von 23 Jahren die weite Reise nach Mengbilla an, auf der ich zwei meiner künftigen drei Gefährten kennenlernen sollte.


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Pedro Novacasa
Mittelländer, Kultur Südaventurien, Hexer (Bruder der Fahrenden Gemeinschaft), Vertrautentier Tito (Boronsäffchen), SO 3

Alles begann in Nova Corapia, einer kleinen Plantagensiedlung im Süden von Chorhop. Hier hatte sich Eliaria Novacasa, Pedros Mutter und ebenfalls ein Kind Satuarias, nach ihrer Flucht aus dem Horasreich niedergelassen. Eliaria war vor den Dienern Praios geflohen. Genaueres zu diesen Ereignissen ist nicht bekannt, allerdings weiß man ja auch, dass es nicht viel benötigt, um die Diener des Sonnen- und Wahrheitgottes zu verärgern, schon gar nicht, wenn man der Zauberei mächtig ist. Yvonnya, seine Schwester war zu dieser Zeit schon geboren. Sie war die zweite Tochter Eliarias. Marbis, die Erstgeborene, hatte die Flucht aus dem Horasreich nicht überlebt.

Pedro hatte, im Gegensatz zu Yvonnya, die magische Gabe seiner Mutter geerbt und so sollte er von seiner Mutter geleitet ein Kind Satuarias werden. Früh stellte Eliaria fest, dass ihr Sohn nicht zu einem Teil ihrer Schwesternschaft werden würde, und so gab sie ihn, als es an der Zeit war seine Magie zu formen, in die Hände der befreundeten Hexe Heliantha. In der Zeit seiner Unterweisung sah Pedro seine Familie nur sehr selten, reiste Heliantha doch eher zwischen Mengbilla, Drôl und Port Corrad umher und nur selten nach Süden bis Chorhop.

Erst nachdem Pedro offiziell in seiner ersten Hexennacht der Gemeinschaft vorgestellt worden war, knüpfte er wieder engeren Kontakt zu seiner Mutter. Er reiste zurück nach Süden und verbrachte die kommenden Jahre zum Großteil in Chorhop.

Nur wenige Monde nachdem Pedro zurück in seine Heimat gekommen war, gewann Yvonnya in Chorhop die Taverne Seemannsgarn, eine kleine Hafenspelunke deren damaliger Besitzer sich im Rausch zu sehr von Phex gesegnet gefühlt, beim Würfeln alles auf einen Wurf gesetzt und verloren hatte. Zu dieser Zeit hätte keiner Yvonnya zugetraut, diese Taverne führen zu können, doch rasch stellte sich heraus, dass diese Taverne und sie nur auf sich gewartet hatten. Mit seiner Schwester und ihrer sehr bald gut gefüllten Taverne im Hintergrund war es für Pedro ein leichtes Leben in Chorhop. Er genoss das unbeschwerte Leben, das er bereits von Heliantha vorgelebt bekommen hatte, denn wenn er mal seine Schuld nicht mit Münzen begleichen konnte, tat er dies mit einem Lächeln (und einem Zauber). Nebenbei sei noch erwähnt, dass Yvonnya ab dem Tag, an dem sie die Taverne gewonnen hatte, an keinem Glücksspiel mehr teilnahm. Nach Ärger in Chorhop ist er nun nach Mengbilla gekommen, um den Ärger etwas abkühlen zu lassen.
  • In den Tempeln welcher Gottheit hat er in den letzten Jahren am meisten Opfer dargebracht? Mit welcher Gottheit kann er sich am meisten identifizieren? Insgesammt ist Pedro eher wenig religiös bzw. entscheidet wenig in seinem Leben auf den Grundsätzen einer Religion. Es ist nicht so, dass er ungläubig ist, die Götter spielen in seinem Leben nur eine nicht so große Rolle. Als Hexer wurde ihm Satuaria als verehrenswürdigste Göttin beigebracht und vorgelebt, als Herrin über alles Leben. Ihrer gedenkt er aber in aller Regel nicht öffentlich, sondern im Wesentlichen auf den Hexennächten. Satuaria, selten Satinav und sehr selten Levthan sind aber die Gottheiten die er anruft um Hilfe oder Unterstützung zu erlangen, das aber eher selten. Die Zwölfe versucht er im Wesentlichen auf seiner guten Seite zu halten, indem er ihnen dankt, wenn in seinem Leben etwas Entsprechendes geschehen ist. Ansonsten geht er davon aus, das er von den Göttern nicht beachtet wird und demnach auch nichts zu befürchten hat. Entscheidungen in seinem Leben trifft er nicht auf einer Glaubens- oder göttergesetzlichen Grundlage. Einzige Außnahme sind die Anhänger des Praios, vor denen ihn seine Mutter regelmäßig gewarnt hat und derentwegen sie aus dem Lieblichen Feld fliehen musste; ihnen gegenüber ist er vorurteilsbelastet. Wenn Pedro einen großen Gewinn verzeichnen kann, gibt er eine Spende als Dank an Phex, nach einer langen und/oder gefährlichen Reise dankt er Aves oder Efferd, je nach Reiseweg. Manchmal dankt er Nandus für eine bedeutende Information, die in seine Hände gefallen ist und gelegentlich sucht er Vergnügen in einem Rahja-Tempel. Außerdem hat sich als Geburtstagstradition ein Besuch im Tsa-Tempel eingeschlichen. Pedro hat also Phex, Rahja, Aves, Efferd, Tsa und Nandus die meisten Opfer dargebracht, in dieser Reihenfolge.
  • Wie stehen Eure Charaktere zu Waldmenschen? Der Großteil davon ist einfach, ungebildet und unzivilisiert, im Dschungel sind sie Wilde, aber grundsätzlich sind sie auch nur Menschen.
  • Echsenmenschen? Seltsam und unberechenbar, nicht grundsätzlich böse, aber trauen würde er ihnen aktuell nur so weit er sie sehen kann, da sie nahezu nicht zu lesen sind
  • Was ist das aktuelle Lebensziel Eures Charakters? So ein echtes Lebensziel hat er nicht. Aktuell lebt er für das Abenteuer, Gold und Lebensfreude. Insgeheim wäre er gerne reich und ungebunden, geht aber davon aus, das das ein Privileg der Wohlgeborenen ist.

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Re: Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. A

Beitrag von Caldorian » 03.10.2015 20:43

Sitzung 01 [enthält MI zu dem Fan-Abenteuer "Die Schatulle" von A. Melhorn]

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Anmerkung: Ich brauchte ein kurzes Abenteuer zum Einstieg in Mengbilla, weswegen ich mich für dieses Fan-Abenteuer entschied. Es wird allerdings das einzige nicht-offizielle Abenteuer in der Kampagne sein.
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Es war am 8. Praios 340 nach Golgaris Erscheinen als Naram-Sin den letzten der drei Gefährten traf, mit welchen er die größten Abenteuer seines Lebens bestreiten würde.

Naram-Sin hatte Krathon und Travelio, zwei dieser drei Gefährten, bereits auf seiner Reise nach Mengbilla als persönlichen Geleitschutz angeheuert und zu dritt waren sie nur wenige Tage zuvor mit der Seidenkarawane in Mengbilla angekommen. Durch die Karawanenführer der Seidenkarawane vorbereitet, hatten sie alle ihren Bürgerbrief, mit dem Recht eine Waffe zu tragen, erstanden und nun saßen sie gemeinsam im Schankraum des Haifischzahns, der Taverna, in der sie untergekommen waren. Da es bereits Abend wurde, füllte sich der Schankraum zusehends mit Männern und Frauen die ihr Tagwerk beendet hatten.

Unter den Menschen in der Taverna stach einer ein bisschen heraus. Nicht weil er besonders prunkvoll oder groß gewesen wäre, sondern da er mit einem Boronsäffchen an einem Tisch saß und beide aus einer gemeinsamen Schale aßen, jeder mit seinem eigenen Löffel. Auch Pedro, so der Name des Mannes mit dem Äffchen, fielen die drei auf, vor allem da ein Magier nicht gerade ein typischer Anblick in einer Taverna wie dem Haifischzahn war.

Pedro konnte von seinem Tisch aus sehen, wie eine Dirne zu den dreien an den Tisch ging und kurz mit ihnen sprach, um anschließend mit Krathon auf ein Zimmer zu gehen. Er kannte diese Dirne, hatte er sie in den zwei Wochen, die er bereits im Haifischzahn abgestiegen war, doch mit verschiedenen Männern nach oben gehen sehen. Und das einzige was all diese Männer gemeinsam hatten, war, dass sie später ohne Geld oder andere Wertsachen in einer Gasse aufgewacht waren, manchmal sogar ohne Kleidung. Da Pedro sich dachte, es könnte lukrativ werden, gut mit einem Magier zu stehen, schickte er Tito, das Boronsäffchen, hinter Krathon und der Dirne her, um den Raum zu markieren, in dem sie sich vergnügten, und warnte die Gefährten Krathons vor der Gefahr, in welcher sich dieser gerade befand. Die Warnung ernst nehmend folgte Travelio seinem Gefährten, um diesen vor Schlimmerem zu bewahren. Oben im Flur standen zwei düstere Gestalten, die offensichtlich daran interessiert waren, dass Travelio rasch wieder dorthin zurückkehrte, wo er her kam. Dieser ließ sich jedoch nicht einschüchtern, und als die Männer mit einem Knüppel und einem Messer bewaffnet auf ihn zugingen, zog Travelio seine zwei Säbel, was zumindest einen der beiden von seinem kämpferischen Vorhaben abzubringen schien.

Zur gleichen Zeit stürmte ein Haufen Bewaffneter den Schankraum des Haifischzahns. Sie gaben sich als Männer der Kurtisanengilde aus, um hier eine Razzia durchzuführen, im Wesentlichen prügelten sie jedoch nur einfach wahllos auf alle Besucher der Taverne ein, bis diese die Taverne verlassen hatten. Pedro gebot Naram-Sin ihm zu folgen und sie rannten mit all ihren Besitztümern und denen ihrer Gefährten hinter Pedro die Treppe hinauf. Der Mann mit den Knüppel machte sich nun ebenfalls aus dem Staub und aufgrund der neu aufgekommenen Dringlichkeit brach Travelio die Tür zu dem Raum auf, in dem sich Krathon gerade vergnügte. So gestört sprang die Dirne auf, zog sich rasch an und verschwand mit ihrer Bezahlung durch die gerade aufgebrochene Tür. Krathon wurde keine Zeit gegeben, sich über die Störung zu beschweren, und die vier Helden konnten dem Mob, der jetzt ebenfalls im oberen Stock wütete, durch das Fenster entkommen.

Auf dem Weg durch die Gassen stellten alle vier Recken fest, dass sie das gleiche Problem hatten: Sie brauchten Gold und keiner von ihnen gehörte einer Gilde in der Stadt an.

Sie waren gerade dabei zu erkennen, dass ihr Weg durch Mengbilla sich etwas ziellos gestaltete, als Travelio einen Schrei vernahm, dem daraufhin alle folgten. Der Schrei kam von einen Mann, der gerade am Boden liegend von zwei Schlägern bearbeitet wurde. Diesem zur Hilfe eilend stellten sich Naram-Sin, Travelio und Krathon bedrohlich vor die zwei Schläger, welche angesichts dieser offensichtlichen Übermacht ihr Vorhaben abbrachen und das Weite suchten, nicht jedoch ohne dem Mann noch eine Drohung zukommen zu lassen. Das Opfer stellte sich als Hakim Ronbebedor, ein Dragoman (Stadtführer) und Mitglied der Bettlergilde, vor. Bei dem Streit ging es anscheinend darum, dass die Fernhändlergilde der Meinung war, Stadtführungen gehörten in ihr Hoheitsgebiet und Hakim dürfe als Mitglied der Bettlergilde demnach nicht seinem Handwerk nachgehen.

Hakim bot seinen Rettern seine Dienste zu einem reduzierten Preis an und Pedro konnte zumindest eine kostenlose Führung für den Rest dieses Tages herausschlagen. Hakim führte die Helden durch Mengbilla ins Quad Rahjani und füllte die Zeit mit allerlei nützlichen und weniger nützlichen Informationen über die Stadt. Auf diesem Weg kam plötzlich ein schmutziger Kerl auf die fünf Männer zu gerannt, welcher von drei Stadtwachen verfolgt wurde. Er prallte mit Travelio zusammen, drückte diesem eine Schatulle in die Hand und rannte weiter. Zwei der Stadtwachen folgten dem Flüchtigen, die dritte blieb bei der Schatulle und machte Anstalten die fünf zu verhaften, da sie nun im Besitz der Schatulle waren. Auf die Aussage, dass sie den Dieb nicht kannten und ihnen die Schatulle gerade in die Hand gedrückt worden war, wollte sich die Stadtwache nicht einlassen. Als die Helden entscheiden mussten, sich mit der Wache anzulegen oder mit auf die Wache zu gehen, bot Hakim für einen kleinen Gefallen seine Hilfe an, die sie in dieser Situation gern annahmen. Keiner von ihnen wollte sich in dieser Stadt körperlich mit der Stadtwache auseinandersetzen, schon gar nicht vor Zeugen. Mit der Stadtwache zu gehen hatte aber auch keiner vor. Auf einen kurzen Pfiff von Hakim strömten von überall Bettler herbei und bedrängten die Wache mit der Bitte um ein paar Münzen, was genug Chaos verursachte, um der Stadtwache mit der Schatulle zu entkommen. Naram-Sin war nicht ganz so schnell wie seine Gefährten, konnte sich jedoch vor dem ihn verfolgenden Wachmann verstecken und dank Tito, den Pedro unbehelligt zurückschicken konnte, fanden sie sich rasch wieder zusammen.

Jetzt hatten sie Gelegenheit, die Schatulle genauer zu betrachten, derentwegen sie beinahe abgeführt worden wären. Die Schatulle trug das Wappen der Kurtisanengilde und in ihr befand sich eine recht kürzlich abgetrennte linke Hand mit einem Siegelring an ihrem Ringfinger und ein Brief. Der Ring trug das Siegel derer von Melchum, ebenfalls Teil der Kurtisanengilde. Auf dem Brief stand folgendes: „Elendiges Hurenpack! Diese Hand gehörte Eurem beliebten Korrero... Wenn nicht morgen bis Sonnenuntergang 500 Dekaten auf der blauen Dschunke unter dem Campo Bishdariel hinterlegt werden, tauchen bald noch mehr Körperteile auf!“

Nach kurzen Überlegen beschlossen sie, die Schatulle zur Gilde der Kurtisanen zu bringen. Mit der Angabe, man hätte sie nie geöffnet und wolle sie aufgrund des Siegels auf der Schatulle ihrem rechtmäßigen Besitzer zukommen lassen, planten sie von Ärger verschont zu bleiben und möglicherweise sogar noch eine Belohnung heraus zu handeln.

Doch zuerst war es an der Zeit zu erfahren, welchen Gefallen Hakim bei ihnen einfordern würde. Hakim berichtete, Schulden bei einem Geldverleiher zu haben, insgesamt 230 Dekaten! Hakim habe beim Glückspiel eine Pechsträhne gehabt und so sei eines zum anderen gekommen. Mehr bot er als Erklärung für seine unglaublich hohen Schulden nicht an. Der Geldhai, der vom Geldverleiher die Schuldscheine aufgekauft hatte, hatte jedoch zugestimmt, dass Hakims Schulden erlassen werden würden, falls er in einem Kampf gegen seinen Vorkämpfer als Sieger hervor gehen würde. Und nun wollte Hakim eine der vier Helden als seinen eigenen Vorkämpfer, vorzugsweise natürlich Krathon oder Travelio.

Da diesbezüglich an diesem Abend nichts mehr zu machen war, beschlossen alle zuerst die Schatulle zur Gilde der Kurtisanen zu bringen. Im Hof der Laternen, in welchem sich unter anderem das Gildenhaus befand, wurden sie von einer leichtbekleideten gut aussehenden Frau begrüßt. Sie versuchte sehr höflich die Gelüste der Helden zu erkunden und Naram-Sin von den anderen getrennt in die etwas edleren Bereiche des Hofes der Laternen zu geleiten. Dies musste dieser jedoch dankend ablehnen und klärte die Frau über den Grund ihres Kommens auf. Als sie das Siegel auf der Schatulle sah, geleitete sie die Helden dann in einen Warteraum. Hier servierte ihnen ein junger Mohaknabe köstlichen Gewürzwein, um ihre Wartezeit zu versüßen. Nach kurzer Zeit kam Romero Narrano, ein Assistent der Gildenmeisterin, in dem Raum und nahm die Schatulle dankend an sich. Als er die Schatulle etwas abseits der Helden öffnete, konnte man dabei zu sehen, wie ihm die Gesichtszüge entgleisten; mit dem Inhalt der Schatulle hatte er offensichtlich nicht gerechnet. Schnell gewann er jedoch wieder seine Fassung und Naram-Sin, Travelio, Krathon und Pedro fragten neugierig nach dem Inhalt der Schatulle, um ihre vorgegebene Unwissenheit zu untermauern. Romero Narrano verschwand daraufhin mit der Schatulle.

Nach etwas Wartezeit kam der Mohaknabe erneut, um die Helden in privatere Bereiche zu führen. Er brachte sie in einen Raum brachte, in dem sie von einer wunderschönen Frau empfangen wurden. Bei ihr handelte es sich um keine geringere als die Kyria Keidre dai Tarifa, das Oberhaupt der Kurtisanengilde. Nach einer kurzen, mehr oder minder plumpen Runde, in der Keidre dai Tarifa jedem einzelnen die Möglichkeit gab, ihr Respekt zu zollen, zeigte sie den vieren, was in der Schatulle war. Sie erklärte ihnen, dass Korrero einer von drei Mitgliedern der Kurtisanengilde war, die vor nicht allzu langer Zeit entführt worden waren. Alle drei gehörten zu einem elitären Kreis von Gesellschaftern, der nur auserwählte Kunden bediente. Eine der drei war vor zwei Tagen tot aufgefunden worden, Korerro und Ivomya (die anderen beiden) waren noch immer ohne eine Spur verschwunden. Im Gespräch kam die Überlegung auf, die Hand mittels Magie wieder an Korreros Arm anzubringen, was Naram-Sin als schwierig und möglicherweise nicht möglich wertete. Er bot jedoch an, die Hand bis auf weiteres vor zusätzlichem Zerfall zu schützen. Hier mischte sich Pedro kurz mit dem Einwand ein, dass ein solcher Zauber viel Kraft benötigte und Keidre dai Tarifa ihnen somit zumindest einen kleinen Gefallen schulden würde. Diese Einmischung führte zu einer abfälligen Bemerkung der Kyria über Pedros Rauheit und Ungehobeltheit. Nachdem sie bei der Begrüßung Pedros Flirtversuch noch wohlwollend kommentiert hatte, um über seine mangelnden Manieren hinweg zu gehen, sorgte diese abfällige Bemerkung dazu, dass in Pedro der Jähzorn die Oberhand gewann. Unüberlegt legte er eine magische Schönheit über sich und bot mit allem auf, was er an Verführungskunst zu bieten hatte, um dem Gildenoberhaupt zu beweisen, dass er sehr wohl „vielversprechend“ sei. Nach außen hin ließ Keidre dieser Versuch jedoch erneut unbeeindruckt. Pedro war sich aber sicher, dass sie sein Potential sehr wohl erkannt hatte und nur ihr Gesicht wahren wollte, was sein Gemüt wieder beruhigte.

Nun warteten alle nur noch darauf, dass Naram-Sin mit seinem aufwendigen Zauber fertig wurde, bevor sie das weitere Vorgehen besprechen konnten. Keidre dai Tarifa bot jedem 25 Dekaten pro geretteter Kurtisane an sowie einen Zuschlag, falls sie ihr den Namen des Übeltäters oder gar den Übeltäter selbst bringen würden. Krathon, der von Keidres Schönheit am meisten gefangen war oder dem Geld einfach am wenigsten bedeutete, ersetzte diesen monetären Zuschlag beinahe mit der Forderung nach einem Kuss von Keidre, was Naram-Sin jedoch abzuwenden vermochte. Die 500 Dekaten stellte Keidre dai Tarifa zur Verfügung und auch ein paar ihrer Männer, falls diese benötigt werden würden. So trennten sie sich dann auch wieder bis auf weiteres.

Am kommenden Morgen wollten sie sich zuerst um Hakims Gefallen kümmern und so trafen sich alle am Schwertmarkt. Hakim führte sie zu Huka-Hey Hapa, dem Hakim das Geld schuldete. Der Geldhai Huka-Hey Hapa war weiterhin bereit, Hakim die Schulden bei einem Sieg über seinen Vorkämpfen zu erlassen; sollte Hakims Kämpfer jedoch eine Niederlage erleiden würden sich seine Schulden verdoppeln. Der Kampf sollte noch am selben Tag stattfinden und Krathon wurde als Kämpfer ausgewählt. Nachdem sie alle eingewilligt hatten, zeigte sich dann der Kämpfer, welcher für Huka-Hey Hapa kämpfen würde: Svengar Thorson war ein hünenhafter Thorwaler, der Krathon klein und beinahe schmächtig erscheinen ließ. Plötzlich waren sich alle nicht mehr so sicher, ob der Kampf eine gute Idee gewesen war. Etwas beruhigend war es da schon, dass der Kampf nur bis zum ersten Blut ausgetragen werden sollte, wobei bei der riesigen Barbarenstreitaxt, die der Hüne trug, dies möglicherweise auch zu einer tödlichen Verwundung hätte ausreichen können.

Nachdem nun hier alles geklärt war, gingen sie erneut auf zum Hof der Laternen, um die letzten Kleinigkeiten zu klären. Romero Narrano empfing sie, bei ihm war Adira Medaïon, eine junge Frau welche ihm offensichtlich vorgestellt war. Dieser verließ jedoch rasch das Zimmer nach der Ankunft der Helden. Mit Romero klärten sie die Einzelheiten zur Geldübergabe und die Männer, die sie benötigen würden.

Nachdem auch hier alles vorbereitet war, sahen sich alle vier noch den Übergabeplatz an, bis es Zeit für den Arenakampf gegen Svengar Thorson war. Huka-Hey Hapa hatte das Ganze zu einem kleinen Ereignis aufgeblasen, vermutlich um noch etwas Gold mit Wetten zu verdienen. Eine kleine Gruppe Auserwählter wettete auf ihren Favoriten. Auch Naram-Sin, Travelio und Pedro setzten etwas von ihrem noch verbleibendem Geld auf Krathon. Dieser stand mit Schild und Speer bewaffnet seinem Gegner gegenüber. Als der Kampf begonnen hatte, schwang dieser seine Axt unerbittlich, doch Krathon konnte diese an seinem Schild abgleiten lassen und seinen Gegner mit dem Speer auf Abstand halten. Und gerade als es so schien, als würde der Hüne seine Axt auf Krathon niederprallen lassen, gelang es diesem seinen Speer in den Oberarm seines Gegners zu stoßen. Nicht tief, aber genug, um den Kampf für sich zu entscheiden. Hakim war begeistert, war er doch mit einem Mal seine Wettschulden losgeworden, und Krathons Gefährten waren ebenfalls um etwas Geld reicher.

So trennten sie sich von Hakim und machten sich auf zu der Stelle, an der das Lösegeld übergeben werden sollte. Die blaue Dschunke war ein sehr altes Boot, das scheinbar schon sehr lange nicht mehr zur See gefahren war und es momentan auch nicht schaffen würde, sollte man den Versuch wagen. Der Übergabeplatz war seltsam gewählt. Es gab keinen schnellen Fluchtweg und auch der Weg über das Wasser war eher schwierig, war die Dschunke doch von Booten umgeben, mit denen man auch nicht so eben hätte davon fahren können. Dennoch platzierten sie die Truhe mit dem Gold auf der Dschunke, postierten sich und die Männer der Kurtisanengilde so wie es für sie am sinnvollsten erschien und warteten ab. Eine gefühlt ewige Zeit geschah nichts. Dann konnte Travelio, der auf einem benachbarten Boot Stellung bezogen hatte, eine Gestalt sehen, die sich an der Truhe zu schaffen machte. Sie machte jedoch keine Anstalten, die Truhe Richtung Land zu bewegen. Ebensowenig näherte sich ein Gefährt für die Flucht über das Wasser. Dann sah man, wie die Gestalt einen Trank zu sich nahm und anschließend mit der Kiste ins Wasser sprang. Schnell realisierte Naram-Sin, dass es sich um einen alchimistischen Trank gehandelt haben musste, der das Atmen unter Wasser erlaubte. Bei dem Gewicht der Kiste musste die Gestalt schnell auf dem Grund angekommen sein und zunächst sah keiner eine Möglichkeit, die Truhe so einfach wieder vom Grund zu bergen. Dann fiel Pedro eine Geschichte ein, die er gehört hatte: Die Stufen am Efferdtempel sollten angeblich bis auf den Grund des alten Hafens reichen. Wenn die Gestalt also vom Grund mit der Kiste nach oben laufen würde, würde sie wohl dort heraus kommen. Da keinem etwas Besseres einfiel, machten sich alle so schnell wie möglich auf zum Efferdtempel.

Nur wenige Menschen waren dort um diese Zeit, doch die wenigen staunten nicht schlecht, als plötzlich jemand eine Kiste tragend die Stufen empor stieg. Die Helden versuchten zusammen mit den Männern der Kurtisanengilde, ihm unauffällig zu folgen, was ihnen jedoch nicht gelang. Tito, den Pedro daraufhin losschickte, hatte mehr Glück. Der Mann versteckte die Kiste auf der Insel der Träume und verschwand, nachdem er sich einen Anteil aus der Kiste genommen hatte. Sich in Etappen ausruhend versuchten sie das Versteck so unauffällig und durchgehend wie möglich im Auge zu behalten. Am Vormittag kam der Mann erneut, füllte das Gold in einen Sack und ging mit ihm in den alten Praiostempel auf dem Montesola, in welchem sich ein Hamam befand. Müde folgten die Helden dem Mann so unauffällig wie sie es konnten, was ihnen bis ins Dampfbad gelang. Dazu gehörte, alle Ausrüstung abzulegen und nur mit einem Handtuch bewaffnet in das Bad zu gehen.

Im Bad bemerkte der Mann seine Verfolger jedoch erneut und begann zu fliehen. Wohl wissend, dass sie dieses Spiel aufgrund ihrer Müdigkeit nicht mehr allzu lange durchhalten würden, beschlossen sie diesmal den Mann einzuholen und niederzuringen, was ihnen aufgrund seiner Traglast mühelos gelang. Es stellte sich heraus, dass es sich nur um einen Mittelsmann handelte. Er hatte die Aufgabe bekommen, die Kiste an besagter Stelle abzuholen, mittels des Wasseratem-Tranks zu bergen und am Folgetag im Dampfbad das Gold seinem Auftraggeber zu übergeben. Der Auftraggeber warte auf ihn in einem der hinteren Räume. Seine Geschichte wirkte glaubwürdig und so ließen sie ihn seine Aufgabe vollenden, um anschließend seinen Auftraggeber zu schnappen. Sie ließen ihn mit dem Sack voll Gold vorerst allein in den Raum. Als er dann kurze Zeit später aus dem Raum stürmte und schnellstmöglich an ihnen vorbei rannte, gingen die Helden sofort in den Raum. Dort erwartete sie ein weiterer Mann im Badetuch, in der einen Hand einen Mengbillar, in der anderen den Sack voll Gold. Kampfbereit stellte sich der waffenmäßig überlegene Mann den vier Helden. Travelio erhielt durch die Waffe des Mannes einen kleinen Kratzer und bekam somit das im Mengbillar befindliche Angstgift zu spüren, so dass er vorerst das Weite suchte. Krathon und Pedro konnten zwar verhindern, von dem Dolch getroffen zu werden, Krathon musste seine Fausthiebe jedoch vorsichtig platzieren, um nicht in den Dolch zu schlagen, während sich Pedro die Aufgusskelle schnappte und dem Mann damit zusetzte. Das ganze Treiben schien jedoch nicht wirklich zu einem Ende zu kommen, bis Naram-Sin sich auf den Boden legte, den Boden unter den Füßen des Mannes weich werden ließ, um ihn anschließend wieder zu erhärten. Von diesem Zauber überrascht und nun nicht mehr in der Lage, seine Füße zu bewegen, erkannte der Mann, dass er verloren hatte. Er ließ seinen Mengbillar sowie den Beutel fallen und ergab sich.

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Re: Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. A

Beitrag von Caldorian » 01.11.2015 12:58

Sitzung 02 [enthält MI zu dem Fan-Abenteuer "Die Schatulle" von A. Melhorn]

Pedro nahm den Dolch und den Beutel voller Gold an sich, während Naram-Sin den Mann befragte. Dieser hieß Drebek Pydoktis und gab an, für Salpico Medaïon, einen Kyrios der Traumkrauthändlergilde, zu arbeiten. Somit stellte sich Salpico als Kopf hinter der Entführung, dem Mord und der Lösegelderpressung heraus. Pydoktis berichtete, dass Ivomya und Korrero gerade im Keller des Gildenhauses der Traumkrauthändlergilde gefangen gehalten werden. Drebek sei von Salpico beauftragt worden, das Geld entgegenzunehmen und bei ihm abzugeben. Er gehe nicht davon aus, dass Salpico seine Gefangenen frei lassen werde; viel eher werde er beiden das Leben nehmen, nachdem er das Gold erhalten habe. Auf die Frage nach Salpicos Bewachung berichtete Drebek von üblicherweise drei bis vier Wachen in seiner Nähe, wovon ein Leibwächter speziell ausgebildet sei. So müde, wie sie alle waren, hatten sie keine weiteren Fragen mehr an Drebek Pydoktis. Naram-Sin befreite ihn aus dem Boden und sie führten ihn aus dem Badehaus. Draußen übergaben sie Drebek an die Männer der Kurtisanengilde, die auch den Beutel mit Gold an sich nahmen, den Pedro beim Umziehen unbemerkt um weitere 10 Dekaten erleichtert hatte. Drebek hatte offensichtlich Angst vor dem, was die Männer der Kurtisanengilde mit ihm anstellen würden, dennoch hatte keiner der Helden eine bessere Idee. Immerhin mussten sie verhindern, dass Drebek zu seinem Herrn gelangen konnte, bevor sie eine Chance hatten, die entführten Kurtisanen zu befreien.

Das Gildenhaus der Traumkrauthändlergilde war nicht weit entfernt an der Piazza Pentagramma, doch da alle vier fürchterlich übermüdet waren, beschlossen sie, die Rettungsaktion um eine Ruhephase zu verschieben, und mieteten sich im Gasthaus „Zum goldenen Berg“ ein. Dort schliefen sie länger als eigentlich angedacht, stärkten sich noch und machten sich schließlich zum Gildenhaus der Traumkrauthändlergilde auf.

Auf der Piazza Pentagramma war noch einiges los. Der Vordereingang des Gildenhauses wurde von zwei Wachen bewacht und der Innenhof war durch einen großen eisernen Zaun unzugänglich gemacht. Es zeigte sich, dass keiner der Helden einen solchen Einbruch jemals durchgeführt hatte. Waren sie doch mit viel zu wenigen Informationen hier angekommen und rätselten jetzt bereits schwer daran, wie sie an den Wachen vorbei kommen könnten. Pedro schlug vor, die Wachen einfach zu bitten zu gehen, was die anderen drei eher belächelten, da sie zu diesem Zeitpunkt noch nichts von seinen magischen Fähigkeiten wussten. Pedro ging jedoch daraufhin zu den zwei Wachen, die sich ihm in den Weg stellten und nach seinen Anliegen fragten. Er fasste den beiden kurz an die Stirn und erweckte in ihnen ein Verlangen nach einem Freudenmädchen im Hof der Laternen. Kurz darauf war Pedro vergessen, die beiden verließen ihren Posten und machten sich durch die Stadt zum Hof der Laternen auf. Hier wurde Naram-Sin erstmals gewahr, dass der Mann mit dem Affen mehr als ein einfacher Streuner war.

Pedro winkte die anderen zu sich und sie betraten, verwundert vom plötzlichen Aufbruch der Wachmänner, das Gildenhaus. In der großen Eingangshalle war glücklicherweise zu diesem Zeitpunkt niemand, doch nun stellten sie erneut fest, dass sie dort sehr blauäugig eingedrungen waren. Wie sollten sie den Weg in den Keller eines so großen Gebäudes unbemerkt finden? Blindlings gingen sie einfach durch die nächste Tür. Dahinter kam ein Gang, wo sie von einem Mann gesehen wurden. Dieser ließ einen Ruf nach Wachen los, welcher glücklicherweise unbeantwortet blieb, und verbarrikadierte sich anschließend in einem Raum. Nun sah die Situation so aus, als ob sie sich in Kürze durch das Gildenhaus kämpfen müssten, wofür sie nicht genug Mann waren; daher änderten sie kurzerhand ihren Plan und verließen das Gildenhaus auf dem Weg, auf dem sie es betreten hatten. Ihr neuer Plan sah vor, zum Gildenhaus der Kurtisanengilde zu gehen, dort Verstärkung zu holen und dann das Gildenhaus der Traumkrauthändlergilde zu stürmen.

Kurz nachdem sie die Piazza Pentagramma hinter sich gelassen hatten, änderte sich ihr Plan jedoch erneut. Wieder hatten sie unüberlegt und spontan gehandelt! Ihnen wurde klar, dass die Zeit, die sie zur Organisation der Verstärkung benötigen würden, über Leben und Tod der entführten Kurtisanen entscheiden könnte. Sollten diese sterben, würde dann sicherlich ihnen angelastet werden; vor allem, da sie bereits einen halben Tag seit Erhalt der Informationen hatten verstreichen lassen. Pedro warf die Idee ein, Mengbilla einfach zu verlassen, doch die anderen waren entschlossen, ihren Auftrag zu beenden. So eilten sie erneut zum Gildenhaus der Traumkrauthändlergilde. Der Haupteingang war noch immer unbewacht, so dass sie ein zweites Mal unbehelligt in das Gildenhaus kamen. Diesmal liefen sie in der Eingangshalle geradeaus, tiefer in das Hauptgebäude. Ihr Plan war es, den ersten, dem sie begegnen würden, gefangen zu nehmen und ihn nach dem Weg zum Verließ zu fragen. Noch bevor sie jemandem begegneten, fanden sie jedoch eine Treppe nach unten. Am Fuß der Treppe trafen Naram-Sin, Krathon, Travelio und Pedro in einem Gang auf vier Wachen, die zwar ein wenig überrascht waren, aber durchaus darauf vorbereit, Eindringlinge abzufangen. Es war ein schwerer Kampf, unter miserablen Lichtverhältnissen. Krathon konnte sich gut behaupten und auch Naram-Sin gelang es, sich mit seinem Magierstab gut zu verteidigen, doch Travelio, der seine Säbel durch die Wachen gleiten ließ, bekam einige Hiebe ab und Pedro, welcher zwar ein paar gut platzierte Treffer landen konnte, wurde am Ende von einem ihrer Gegner schwer verwundet niedergestreckt. Einer der Wachen war, nachdem der Kampf entschieden war, noch bei Bewusstsein. Von ihm konnten sie erfahren, wo die Kurtisanen gefangen gehalten und wie sie bewacht wurden. Krathon sorgte im Anschluss dafür, dass keine der Wachen ihnen wieder gefährlich werden konnten, während Naram-Sin seine letzte noch verbleibende Astralkraft nutzte, um Pedro notdürftig zu heilen.

Sie folgten den Angaben der Wache dem Gang bis zu einer Tür, hinter der sie sehr entfernte Stimmen vernehmen konnten. Hier bereiteten sich alle noch einmal auf einen Kampf vor. Travelio öffnete vorsichtig die Tür. Dahinter befand sich nicht wie erwartet ein Raum, sondern eine Treppe hinunter in einen Gewölbekeller. Vorsichtig folgten sie den Stufen. Der Gewölbekeller war voll von lose stehenden Kisten und Fässern, wobei sich am gegenüberliegenden Ende drei Sklavenkäfige befanden, in denen jeweils eine Person gefangen gehalten wurde. Davor stand ein älterer, edel gekleideter Mann, vermutlich Salpico Medaïon, der mit einem Assistenten sprach. Nahe der Treppe standen zwei Wachen. Gerade als Krathon mit seinem Bogen ansetzen wollte, um einen gezielten Schuss auf den Assistenten abzufeuern, schepperte Travelio mit seinem Kürass gegen seinen Säbel. Sie waren bemerkt! Die Wachen benötigten einen Moment, um sich zu orientieren, doch der Assistent des alten Mannes reagierte blitzschnell. Im nächsten Augenblick hatte er seinen Degen und Parierdolch gezogen und hechtete bereits über und um die Kisten auf die Eindringlinge zu. Krathons Pfeil ausweichend musste er jedoch seinen Ansturm erstmal am Treppenende abbrechen. In dieser Situation zeigte Pedro offen seine magische Begabung: Er warf einen Besen auf den Assistenten zu, den er zu Krathons Verwunderung bereits auf dem Weg mitgenommen hatte. Im Flug erhielt der Besen ein Eigenleben und begann ungehemmt auf den Assistenten einzuschlagen. Dieser war sichtlich irritiert und versuchte zunächst, den Besen zu zerschlagen. Rasch realisierte er jedoch, dass es wohl das Beste sei, den Magier hinter dem Besen zu bezwingen. Glücklicherweise standen die vier Helden so auf der Treppe, dass er dazu zunächst an Travelio und Krathon vorbei musste. Travelio kämpfte mittlerweile bereits mit einem der Wachmänner, während der zweite Wachmann durch einen zweiten Schuss Krathons niedergestreckt worden war. Krathon hatte danach seinen Speer gegriffen und unterstützte Travelio. Travelio setzte sich heroisch gegen die Wache und den formidabel kämpfenden Assistenten durch, nicht jedoch ohne selbst schwere Treffer hinnehmen zu müssen. Jeder andere Mann wäre durch die Verletzungen sicherlich zu Boden gegangen, doch Travelio war durch seine Zeit in der Arena gestählt. Am Ende gelang es den vier Helden erneut, den Kampf siegreich zu beenden, diesmal sogar ohne, dass einer von ihnen zu Boden gegangen wäre. Salpico Medaïon hatte während des ganzen Kampfes keine Anstalten gemacht einzugreifen oder zu fliehen; auch jetzt schien er nicht sonderlich beunruhigt darüber zu sein, dass die vier Eindringlinge gerade seine Wachen überwältigt hatten.

Naram-Sin und seine Gefährten wandten sich nun dem Mann und den Sklavenkäfigen zu. Bei zwei der Gefangenen handelte es sich um die vermissten Kurtisanen Korrero und Ivomya. Beide waren noch am Leben und ihre überwältigende Schönheit im Wesentlichen unversehrt, wenn man von Korreros Hand absah, deren Stumpf jedoch gut versorgt wirkte. Die dritte Gefangene war Adira Medaïon. Ohne Widerstand zu leisten, übergab Salpico den Schlüssel für die Käfige an die Helden, so dass die die Gefangenen befreit werden konnten. Es stellte sich heraus, dass Adira Medaïon Salpicos Tochter war. Sie war aus dem Hof der Laternen entführt worden, während die Helden die Übergabe des Lösegeldes überwachten. Salpico hatte die Entführung und Lösegelderpressung nur eingefädelt, da er mit der Entscheidung seiner Tochter, der Kurtisanengilde beizutreten nicht einverstanden war. Er wollte sich an Firnyan von Melchum und Keidre dai Tarifa rächen, eine Entschädigung erpressen und seine Tochter zurückzwingen. Salpico begann nun, um sein Leben und seine Freiheit zu verhandeln. Er bot jedem Helden 100 Dekaten für seine Freiheit und den Tod der zwei Kurtisanen. Seine Tochter sollte selbstverständlich verschont bleiben. Adira flehte derweil die Helden an, ihren Vater nicht an Keidre dai Tarifa auszuliefern, da diese ihm Schreckliches antun würde. Die beiden Kurtisanen Ivomya und Korrero forderten den Tod des Kyrios. Letzten Endes ließen sich die Helden nicht auf Salpicos Geschäft ein; sie führten die befreiten Kurtisanen sowie Adira und Salpico aus dem Gildenhaus, glücklicherweise ohne weiteren Widerstand. Draußen heuerten sie Sänftenträger an und ließen sich zum Hof der Laternen tragen.

Im Hof der Laternen wurden Korrero und Ivomya sofort in Empfang genommen und zur Versorgung von den Helden getrennt. Die vier Helden, Adira und ihr Vater wurden daraufhin in einen Folterkeller geführt. Jedoch war nicht bei jedem Schrei, der hier vernommen werden konnte, klar, ob er in Vergnügen oder in Agonie seinen Ursprung hatte. Sicher war aber, dass dort nichts geschah, was mit Göttergefälligkeit zu tun hatte. Im Folterkeller erwartete sie Keidre dai Tarifa. Hinter ihr war Drebek Pydoktis, der Mann aus dem Badehaus, auf einen Bock gebunden. Er war nur noch halb bei sich, sein Rücken war durch Peitschenhieben verunstaltet, es war unklar, ob ihm noch Schlimmeres passiert war. Vollkommen unbeeindruckt von der Darstellung von Grausamkeit, die hier allgegenwärtig schien, begrüßte Keidre dai Tarifa die sechs. Sie umarmte und küsste ihre Liebhaberin Adira und ließ Salpico abführen. Anschließend geleitete sie die Helden abermals in ihre privaten Gemächer, welche deutlich angenehmer waren. Dort erhielten sie ihre Belohnung, d.h. 25 Dekaten für jede befreite Kurtisane sowie nochmals 25 Dekaten für die Befreiung Adiras und die Auslieferung ihres Vaters. Keidre war sich bereits über die Verwicklung von Salpico Medaïon sicher gewesen, nachdem Adira entführt worden war.

Mit ihrer satten Belohnung machten sich Naram-Sin, Krathon, Travelio und Pedro wieder aus dem Staub. Nach dem, was sie im Keller des Hof der Laternen gesehen und gehört hatten, war für sie alle dieses Haus der Lieblichkeit und Lust von einem dunklen Schatten überdeckt worden, von dem selbst Keidre dai Tarifas makelloser Anblick nicht ablenken vermochte. Nicht einmal bei Krathon.

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Anmerkung: Ab nun folgen die offiziellen Abenteuer, beginnend mit "Kamaluqs Rache"... Mal sehen wie sich Naram-Sin, Travelio, Krathon und Pedro in der grünen Hölle schlagen! :devil:
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Re: Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. A

Beitrag von Caldorian » 14.12.2015 22:59

Sitzung 03 [enthält MI zu dem Abenteuer "Kamaluqs Rache" aus A125 Questadores]

Eine Woche war seit der Beteiligung der Helden in den Streitereien zwischen der Kurtisanen- und der Traumkrauthändlergilde vergangen. In den Straßen Mengbillas schien sich nun ein Gildenkrieg anzubahnen, dem auch die restlichen Gilden nicht fern bleiben würden. Dieser schwelende Konflikt und die Tatsache, dass ihr Geld dahin schwand, ließ die vier Helden wieder verstärkt nach einer Möglichkeit suchen, in dieser götterverlassenen Stadt eine Geldquelle aufzutun. Pedro hatte in der vergangenen Woche viel Zeit mit einer in Mengbilla lebenden Tochter Satuarias verbracht, von welcher er ein paar neue Zauber gelernt hatte. Krathon hatte sich hingegen im Arenaviertel von einem Veteranen im Schildkampf trainieren lassen. Travelio hatte sich in Mengbilla herumgetrieben, um die Stadt besser kennenzulernen, während Naram-Sin über die Gelehrten der Stadt versucht hatte, eine bezahlte Arbeit aufzutun, welche nicht mit einer der Gilden oder den Gesetzen der Stadt kollidierte.

An diesem Abend waren alle vier Helden gemeinsam in der Taberna "Zum Haifischzahn" bei einem frühen Abendmahl, als ein Junge den noch menschenleeren Schankraum betrat. Der Knabe ging von Gast zu Gast, offensichtlich auf der Suche nach jemandem; auch bei den Helden machte er halt und fragte schließlich nach Naram-Sin. Ihm übergab der Botenjunge eine Nachricht und verschwand daraufhin wieder, offensichtlich unzufrieden mit dem Ikossar, den ihm Krathon als Obolus für seinen Dienst gegeben hatte. Agusto K'Hesthofer, Erzmagister und Vorsteher des Tempels der Allwissenden Schlange hatte die Nachricht an Naram-Sin geschickt, da er von Naram-Sins Arbeitsuche gehört und die Hesinde-Kirche einen Auftrag für den Magier und sein Geleit hatte.

Da es noch nicht allzu spät war, machten sich Naram-Sin und seine Gefährten direkt zum Tempel der Allwissenden Schlange auf. Angekommen in den ehrwürdigen Hallen mussten sie einen kurzen Augenblick warten und konnten die Darstellungen der Göttin und ihrer Heiligen in Mengbilla bewundern, bevor sie von Agusto K'Hesthofer empfangen wurden. Der Erzmagister war ein älterer Mann mit würdevollem Erscheinungsbild und einer rauen Stimme, der sie in seinem Arbeitszimmer empfing. Er berichtete über eine Mission im Dschungel am Ufer des Hey-Mo-Watu-Flusses. Die Mission sei von Nacladara, einer Hesindepriesterin, Thisdan, einem Anhänger der Tsa, und Madaion aus Teremon, welcher dem Bund des Wahren Glaubens angehörte, gegründet worden. Sie hatten zum Ziel, den Waldmenschen in dieser Gegend den wahren Glauben und etwas Bildung nahe zu bringen. Nacladara habe einmal jährlich einen Bericht über die Fortschritte ihrer Bemühungen geschickt. Dieser Bericht habe den Tempel in den vergangenen Jahren jeweils in der ersten Rahja-Woche erreicht, sei im vergangenen Jahr jedoch nicht eingetroffen und damit seit sechs Wochen überfällig. Bis zur letzten Nachricht von einem Jahr habe es geschienen, als ob die Missionsarbeit erfolgreich und friedlich vonstatten ginge. Es habe keinen Anhalt für Schwierigkeiten oder Streitereien mit der Tapo-Sippe gegeben, welcher die dortigen Waldmenschen angehörten. Nun bat der Erzmagister Naram-Sin und seine Männer, zu diesem Außenposten zu reisen und dort nach dem Rechten zu sehen. Als Entlohnung bot er ihnen den Segen der Göttin sowie insgesamt 100 Dekaten, wovon er 20 Dekaten im Voraus für Ausrüstung bereit stellte. Auf die Frage, wie man dieses Dorf erreichen könne, berichtete K'Hesthofer von Katalinya Tiamartin, der Frau des Alchemisten Nicolo Tiamartin, einem Experten in der Kunst des Giftmischens. Dieser sei ebenfalls in dieser Region verschollen und nun stelle seine Frau eine Expedition zusammen, um nach ihrem Gatten suchen zu lassen. Es war der Plan von Agusto K'Hesthofer, dass sich die Helden dieser Expedition anschließen sollten. Die Reise zum Handelsposten, von dem man den Hey-Mo-Watu hinaufrudern konnte, würde etwa fünf Tage in Anspruch nehmen. Zwar würde der Auftrag die Helden an oder gar in die grüne Hölle führen, doch es war eine Möglichkeit, das götterverlassene Mengbilla zu verlassen; somit nahmen die vier den Auftrag an.

Nachdem sie den Auftrag der Hesindekirche angenommen hatten, suchten sie Katalinya Tiamartin auf. Sie gingen direkt vom Hesindetempel zum Anwesen der Tiamartins, wo sie nach einer kurzen Zeit von der Hausherrin empfangen wurden. Es gelang ihnen, Katalinya Tiamartin davon zu überzeugen, dass sie sich der Expedition anschließen durften, indem sie es als Gefallen für die Hesindekirche verkauften. Von Senhora Tiamartin erfuhren sie auch, dass sie die Expedition nicht allein finanzierte: Die Perainekirche sandte Nahrungsmittel zur Mission und finanzierte einen nicht unerheblichen Anteil des Unterfangens. Nicolo Tiamartin war vor zwei Monaten in die Region gereist, um nach neuen Rezepturen für Gifte zu suchen, und Katalinya hatte seit seiner Abreise nichts mehr von ihm gehört. Insgesamt bestand die Expedition aus 30 Söldnern, welche mit der Suche nach Nicolo Tiamartin und dem Schutz der Nahrungsmittel beauftragt waren. Naram-Sin gelang es, für die potentiell magische Hilfe bei der Suche nach Senhor Tiamartin noch einen zusätzlichen Lohn von 17 Dekaten herauszuschlagen, wobei Senhora Tiamartin durchblicken ließ, dass magische Dienstleistungen wohl in das Ressort der Alchemistengilde gehörten. Dennoch war sie bereit, über die fehlende Gildenmitgliedschaft hinwegzusehen, da es um das Leben ihres Ehemanns ging. Sie überreichte Naram-Sin einen Anteil von 5 Dekaten im Voraus sowie ein Schreiben, welches ihn und seine Männer bevollmächtigte, in drei Tagen gemeinsam mit den übrigen Männern auf dem Schiff "Haiflosse" auszulaufen. Die "Haiflosse" unter Kapitänin Marcia Quesada sollte die Söldner, welche von einem gewissen Lacondo Cismenez befehligt wurden, und nun auch die Helden von Mengbilla an die Mündung des Hey-Mo-Watu-Flusses bringen, von wo aus sie mit kleineren Flussbooten zur Siedlung gebracht werden würden. Einzige Bedingung war, dass Naram-Sin die Ausrüstung und den Proviant für sich und seine Männer selbst besorgen würde.

Den nächsten Tag verbrachten sie damit, die Ausrüstung für ihre Expeditionsteilnahme zusammenzusuchen. Keiner von ihnen hatte jemals wirkliche eine Expedition in den Dschungel begleitet, geschweige denn ausgerüstet, und so gestaltete sich die Planung etwas unkoordiniert. Dennoch waren sie am Ende mit genug Proviant für einen Monat, Hängematten, Seilen, Lichtquellen, einer Tinktur gegen Moskitos und ein paar Heiltränken ausgestattet.

Pedro hatte in den vergangenen Tagen vermehrt das Gefühl, beobachtet zu werden, machte sich aber nicht mehr daraus und schob dieses Gefühl auf die zunehmenden Spannungen in der Stadt. Am Tag vor ihrer Abreise stellten sie dann jedoch fest, dass doch mehr dahinter steckte: In einer Gasse schnitt vor und hinter ihnen jeweils ein maskierter Mann ihren Weg ab. Mit den Worten "Für Salpico Medaïon!" griffen sie blitzschnell an. Nach einen kurzen Gefecht, bei dem es einem der Angreifer gelungen war, Krathon mit seiner Waffe leicht zu verwunden, versuchten die Angreifer bei einer drohenden Niederlage zu fliehen. Einem der beiden Angreifer gelang es tatsächlich zu verschwinden, der zweite hatte nicht so viel Glück. Krathons Stiche mit dem Speer setzten ihm schwer zu und Naram-Sin ließ seine Waffe wachsweich und damit nutzlos werden. Dieser Übermacht entgegenstehend versuchte der Angreifer sich mithilfe einer Rauchbombe zu verbergen und zu entkommen. Die Bewegungen des Mannes vorausahnend traf ihn Krathon jedoch mit seinem Speer in den Rauchschwaden. Als der von Naram-Sin heraufbeschworene Wind den Rauch beiseite geblasen hatte, wurde der zu Boden gegangene Körper des Angreifers sichtbar. Es schien alles noch einmal glimpflich abgelaufen zu sein, obwohl die Angreifer sehr gute Kämpfer gewesen waren. Nach kurzer Zeit stellte sich dann aber heraus, dass die Waffen der Attentäter vergiftet gewesen waren; Krathon, der von einer der Waffen verwundet worden war, musste dies am eigenen Leib ertragen. Das Gift war glücklicherweise nicht mächtig genug, um ihn zu töten, setzte ihm aber dennoch schwer zu.

Es schien gut zu sein, dass sie am kommenden Tag die Stadt verlassen würden. Wer weiß, was in der Zeit bis zur Abholung ihres Lohns geschehen würde und ob sich dann noch jemand für sie interessieren würde, bei all dem, was sich in den Straßen der Stadt gerade entwickelte.

Am nächsten Tag gingen sie an Bord der "Haiflosse". Mit ihnen an Bord der Karavelle waren Kapitänin Marcia Quesada mit ihrer Mannschaft sowie die 30 Mercenarios. Gemeinsam sollten sie alle in den nächsten fünf Tagen das zweimastige Schiff beherbergen.

Alles in allem blieb jede Gruppe unter sich. Die Mannschaft des Karavelle war damit beschäftigt, ihrer Arbeit nachzugehen, die Mercenarios verhielten sich den Außenseitern gegenüber zurückhaltend. Unter den Mercenarios stachen vier Personen aus der Masse. Allen voran natürlich Lacondo Cismenez, der Anführer der Mercenarios, sowie Nazmeya saba Oymira ay Fasar, eine Tulamidin und die Zweitrangige unter Cismenez. Dazu noch der Mercenario Pahahe, ein Waldmensch und Kundschafter der Truppe, und Zeradia Calamares. Lacondo Cismenez war ein typischer Anführer, trotz seiner grimmigen Miene scherzte er hier und da mit seinen Männern oder mischte sich unter sie, verbrachte aber die meiste Zeit mit Planung: Er sprach mit der Kapitänin, studierte Karten oder blätterte durch das Versorgungsregister. Bei einem Gespräch mit ihm stellte Naram-Sin fest, dass er zwar nicht unhöflich, aber auch nicht bereit war, seine Informationen freizügig zu teilen. Nazmeya war eine kühle und harte Frau; sie war durchgehend darauf bedacht, dass alle Männer wussten, wo deren Platz war, und dass die Männer jederzeit auf alles vorbereitet waren. Die wenigen Male, in denen sie an Übungskämpfen teilnahm, zeigte sie, dass sie ihre Position durchaus gerechtfertigt innehatte. Keiner der Männer konnte es auch nur annähernd mit ihrer Kampfkraft aufnehmen. Pedro versuchte einmalig mit Pahahe zu sprechen, stellte aber schnell fest, dass dieser kein Interesse daran zeigte. Er konnte lediglich herausfinden, dass er vom Stamm der Yakosh-Dey war und mit den Waldmenschen an ihrem Ziel nichts zu tun hatte. Pedro realisierte, dass er von Pahahe wohl nicht viel mehr erfahren würde und ließ den Mann für den Rest der Reise in Ruhe. Eine weise Entscheidung wie er im Nachhinein erfuhr, hatten doch einige bereits erwartet zu sehen, wie Pahahe Pedro auf die Planken legen würde, nur für den versuchten Kontakt. Zeradia Calamares stach nur deshalb aus der Gruppe, da sie die einzige zu sein schien, die sich für die vier interessierte. Sie kam offen und regelmäßig zu Naram-Sin und seinen Gefährten, wobei sie rasch feststellte, dass sie mit dem Magier nicht so viel gemein hatte, mit Krathon und Travelio aber sehr wohl. Zeradia war eine lebensbejahende Frau mittleren Alters, welche sich diese Eigenschaft trotz all dem, was sie bereits erlebt und überlebt zu haben vorgab, erhalten hatte. Außerdem erzählte sie gerne Geschichten. Von ihren Geschichten waren sicher nicht alle wahr, denn sie sprach über auf Schlingern reitenden schwarzen Ogern, von Zul'Marald, dem Quell der ewigen Jugend, sowie von weiteren Schrecken und Geheimnissen, welche sie erlebt, überlebt oder von denen sie gehört hatte. Sie war auch die erste, die ihren Auftrag deutlich gefährlicher aussehen ließ, als die vier bisher angenommen hatten. Zeradia machte kein Geheimnis daraus, dass sie durchaus erwartete, einige Männer im Dschungel zu verlieren. Dabei stellte sie klar, dass ein gefallener Freund niemals im Urwald zurückgelassen wird!

Alles in allem war es eine erfreulich ereignisarme Reise. Sie konnten an einem Tag sogar ein paar Necker sehen, die das Schiff begleiteten, und sie verloren bis auf einen unvorsichtigen und betrunkenen Söldner, der ins Meer stürzte, keine Männer. Nur an einem Tag kam Aufregung auf, da es kurz so aussah, als müssten sie bereits hier auf offener See ihre Ladung und ihr Leben verteidigen: Als sie in die Gewässer nahe Chorhop kamen, bemerkten sie, wie ein kleineres Schiff die Verfolgung aufnahm. Sobald das Schiff nahe genug war, hisste es die schwarze Flagge der Piraten. Rasch machten sich alle für einen Kampf bereit, als unter ihren Verfolgern ein großer Schatten unter der Wasseroberfläche erschien und größer wurde. Dieser Schatten stellte sich als mächtiges Seeungeheuer mit dem Körper einer riesigen Schlage heraus, schnellte neben den Verfolgern aus dem Wasser, schlang sich um deren Boot und brach es in der Mitte entzwei. Keiner wusste so genau, ob er erleichtert darüber sein sollte, dass sie dem Angriff der Piraten entkommen waren, oder ob sie als nächstes von dem riesigen Ungetüm angefallen werden würden. Dementsprechend war die Stimmung nach diesem Ereignis für den restlichen Tag noch sehr angespannt.

Nach fünf Tagen kamen sie endlich unbeschadet in dem kleinen Handelsaußenposten an der Mündung des Hey-Mo-Watu-Flusses an. Von dort würden sie sich mit Flussbooten weiter flussaufwärts ihrem Ziel nähern. Der Außenposten war ein gesetzloser und dreckiger Ort, an dem sie die Nacht verbringen mussten. Naram-Sin, Krathon, Travelio und Pedro waren froh, dass sie mit den Söldnern angekommen waren und als Teil von ihnen angesehen wurden, denn wie sie selbst erleben mussten, konnte man hier bereits für ein falsches Wort einen Dolch zwischen den Rippen sitzen haben, ohne dass sich jemand dafür interessierte.

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Caldorian
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Re: Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. A

Beitrag von Caldorian » 31.12.2015 11:48

Sitzung 04 [enthält MI zu dem Abenteuer "Kamaluqs Rache" aus A125 Questadores]

Nach einer Nacht im Handelsposten war es am Morgen Zeit, den anstrengenden Teil der Reise zu beginnen. Am Flussufer waren Einbäume für die vier Helden und ihre Begleiter vorbereitet und die Mercenarios hatten bereits begonnen, ihre Ausrüstung in die Boote zu laden. Jedes Boot war für maximal fünf Personen ausgelegt, doch um alle Ausrüstung zu transportieren waren es ein paar Boote mehr. Naram-Sin, Krathon, Travelio und Pedro bekamen ihr eigenes Boot, was die Reise flussaufwärts für alle zu einem sehr anstrengenden Unterfangen machen sollte.

Der Hey-Mo-Watu war ein Fluss wie ihn bisher nur Travelio aus der Nähe gesehen hatte. Rechts und links waren keine Ufer, sondern nur Flussbänke aus Baumwurzeln zu sehen, die scheinbar im Wasser standen und auf dem Grund des Flusses wurzelten. Auch folgte der Fluss keiner klaren Richtung, sondern schien mehr ein Labyrinth aus Wasserwegen und Mangroveninseln zu sein. Selbst eine klare Strömungsrichtung war nicht auszumachen. Bereits am zweiten Tag war allen klar, dass sie dort ohne einen kundigen Führer nicht wieder herausfinden würden. Durch den verzweigten Aufbau waren die Wasserstraßen manchmal sehr breit, manchmal aber auch so dicht, dass sie von Baumwipfeln überwuchert waren und die Helden somit keinen Blick auf den Himmel werfen konnten. Ein zugleich idyllisch schönes wie auch beängstigendes Naturschauspiel. Die anhaltende schwüle Hitze machte allen sehr zu schaffen, die häufig nachmittags und abends von Regenschauern durchbrochen wurde, nur um anschließend noch unerträglicher zu werden. Dazu kam noch das Rudern (unter Anleitung des seefahrterfahrenen Travelio), war es doch eine Tätigkeit, an die sie nicht gewohnt waren. Es klappte mal besser und mal schlechter. An einem Tag fielen sie kurz vor ihrem Lager sogar so weit zurück, dass sie die anderen Einbäume aus den Augen verloren; gerade als sie befürchteten, durch die Mercenarios verlassen worden zu sein, konnten sie den Lagerplatz ihrer Mitreisenden hinter einer Biegung ausmachen. Der abendliche Lagerplatz gestaltete sich ebenfalls mal günstiger und mal ungünstiger. Wirklich bequem wurde es in der grünen Hölle nie, doch es gelang ihnen zumindest meist nachts ein wenig Ruhe und Erholung zu finden. An einem Reisetag war ihr Weg flussaufwärts, sehr zum Leidwesen aller, durch umgefallene Bäume versperrt, so dass sie einen größeren Umweg auf sich nehmen mussten, was Zeit und Kraft kostete. Doch waren es nicht nur Unannehmlichkeiten wie Hitze, Moskitos, Blasen an den Händen oder eine wenig erholsame Nachtruhe, die ihnen hier entgegen standen; es drohten auch akute Gefahren für Leib und Leben in dieser so fremden Welt. An einem Tag ruderte der Einbaum der vier Helden zu nah an den Flussrand und somit an die dortigen, im Wasser lauernde Krokodile heran. Nachdem Krathon unvorsichtigerweise eines davon mit dem Ruder getroffen hatte, schnappte es mehrfach nach ihnen. Schließlich biss es sich in Naram-Sin fest und versuchte, ihn ins Wasser zu zerren. Alle versuchten frenetisch entweder das Tier zum Ablassen zu zwingen, oder mit dem Einbaum weg zu paddeln. Die harten Schuppen des Ungetüms und der beengte Raum auf dem wackeligen Einbaum machten einen Kampf jedoch sehr schwer, während an ein Davonrudern nicht zu denken war, solange das Krokodil am Arm und an der Schulter des inzwischen bewusstlosen Naram-Sin festgebissen war. Zuletzt gelang es Pedro mit einem glücklichen Hieb seines Rabenschnabels, das Krokodil zu verwunden und somit zum Ablassen von seiner Beute zu bringen. Durch die blutende Wunde des Tieres wurde dieses nun für die anderen Krokodile zur einfachen Beute, was den Helden die Möglichkeit zur Flucht gab. Nachdem sie sich in Sicherheit wähnten, heilte Pedro einen Teil der Verletzungen des Naram-Sin oberflächlich. Am Abend ließ ein dankbarer Naram-Sin seine Wunde auf magische Weise noch gänzlich verschwinden.

Am Nachmittag des sechsten Tages—es war ausgesprochen nebelig an diesem Tag—erreichten sie endlich ihr Ziel: ein kleines Waldmenschendorf aus Pfahlbauten, in dem zunächst alles in friedlichem Einklang zu sein schien. Kinder spielten, Frauen wuschen, in einigen Hütten wurde gekocht und ein paar Jäger schienen mit ihrer Beute zurückzukehren. Dieses Bild änderte sich mit ihrer Ankunft allerdings schnell. Als die Waldmenschen die Boote erblickten, wurden sie hektisch; die Älteren, Frauen und Kinder verschwanden in den Hütten, alle wehrfähigen Dorfbewohner stellten sich mit ihren einfachen Waffen den Neuankömmlingen entgegen. Auch die Mercenarios griffen zu ihren Waffen. In Kürze stand, so wirkte es, eine kleine und gut gerüstete Truppe einem Haufen unbekleideter Waldmenschen mit angespitzten Stöcken entgegen. Ein Blutbad schien nur noch einen Augenblick entfernt, als ein älterer Mann aus einer Hütte gelaufen kam und alle im Namen Tsas aufforderte, ihre Waffen zu senken. Es war Thisdan, der Geweihte der Tsa, einer der drei Priester der Mission in diesem Dorf. Thisdan stellte sich rasch beschwichtigend zwischen die zwei Gruppen. Cismenez trat vor, auch Naram-Sin stellte sich zwischen die beiden Gruppen und gab sich als Gesandter des Erzmagisters Agusto K'Hesthofer zu erkennen. Thisdan bat inständig beide Gruppen darum, diese Situation friedlich zu lösen. Schließlich gelang es ihm, die Situation zu entschärfen. Vorsichtig senkten die Waldmenschen ihre Waffen, so dass auch die Mercenarios misstrauisch den Bitten des Geweihten nachkamen. Anschließend wurde den Söldnern ein Platz im Dorf zugewiesen, wo sie ihr Lager errichten konnten. Die Waldmenschen blieben in respektvollem Abstand, jedoch schien ihre Furcht etwas zu weichen und auch die in den Hütten versteckten Mitglieder des Stammes kamen wieder hervor. Naram-Sin, Krathon, Travelio und Pedro wurden von Thisdan in seine Hütte eingeladen.

Es folgte ein ersten kurzes Gespräch mit Thisdan, in dem er ihnen etwas zu Essen anbot. Der Geweihte musste sie jedoch schnell wieder verlassen, um bei der Einweisung und Unterbringung der Mercenarios und deren Waren zu helfen. Thisdans Hütte war einfach eingerichtet. Außer seinem Schlafplatz waren noch zwei weitere Lagerstätten in der Hütte, welche offensichtlich seit einiger Zeit ungenutzt geblieben waren. Nach einiger Zeit kehrte Thisdan dann zurück und sie setzten ihr Gespräch fort. Von Thisdan erfuhren die vier Helden, dass er dort mit Nacladara und Madaion gelebt habe. Diese seien aber vor einiger Zeit in den Dschungel gegangen und seither nicht mehr gesehen worden. Thisdan schien dies wenig zu stören. Er sprach vom Kreislauf des Lebens und seiner Hoffnung, dass die beiden anderen Geweihten ihre Bestimmung gefunden hätten. Thisdan berichtete, dass vor einigen Monaten ein Alchimist aus Mengbilla gekommen sei, um nach neuen Giften zu suchen. Thisdan sei weder ein Freund dieses Unterfangens gewesen, noch sei er ein wissenschaftlich gebildeter Mann, so dass er nicht viel mit dem Alchemisten zu tun gehabt habe. Nacladara hingegen sei dem Alchimisten sehr zugetan gewesen; sie habe sich für das Wissen und das Forschungsobjekt des Alchimisten interessiert. Auch Madaion habe viel mit den beiden gesprochen. Nacladara sei schließlich zusammen mit dem Alchimisten und dessen Leibwächtern gen Süden aufgebrochen. Auf die Frage, was sie suche, habe sie nur kryptisch geantwortet. Nachdem Nacladara und der Alchimist nach einigen Wochen immer noch nicht wiedergekehrt gewesen seien, sei ihnen Madaion gefolgt und seither ebenfalls verschwunden. Thisdan wirkte froh darüber, den Alchimisten und seine Söldlinge nicht mehr im Dorf zu haben.

Nach dem Gespräch gingen sie noch durch das Dorf. Während Pedro versuchte, Kontakt zu den Dorfbewohnern zu knüpfen, sprach Naram-Sin mit Capitán Cismenez. Dieser gab an, den Waldmenschen nicht zu trauen, und zeigte sich besorgt darüber, dass es scheinbar keine Information über das Verbleiben des Nicolo Tiamartin gab. Naram-Sin berichtete über dessen Aufbruch gen Süden vor einigen Monaten, was Cismenez jedoch nicht zuversichtlicher wirken ließ. Pedro hatte sich währenddessen mit einigen Mohaha-Kindern angefreundet und erfuhr von diesen auch nicht mehr, außer dass keiner der Mohaha in den Süden gehe, da dort ein großes Tabu sei (und eventuell Menschenfresser).

Die Nacht verbrachten die Helden in Thisdans Hütte. Der Plan war, am nächsten Morgen mit einem kleinen Söldnertrupp einen Tag in den Süden zu reisen, um die dortige Gegend auszukundschaften.

Am kommenden Morgen wurden sie durch Kampflärm geweckt. So rasch wie möglich machten sie sich kampfbereit und stürmten aus der Hütte. Als sie nach draußen traten, war der ganze Trubel bereits nahezu wieder vorbei. Die Mercenarios hatten die Mohaha angegriffen und gefangen genommen. Es war ein Bild der Verwüstung: Die meisten Mohaha waren zusammengepfercht und gefesselt. Die wenigen, die sich noch mit ihren primitiven Waffen zu verteidigen suchten, hatten offensichtlich nicht die geringste Chance. Einige Mohaha lagen bereits tot am Boden, ihr Blut färbte das Land ihrer Ahnen. Unter den Söldnern gab es allenfalls ein paar Blessuren. Thisdan versuchte vergebens, die Katastrophe zu beenden. Naram-Sin unternahm ebenfalls einen Versuch, doch auch er scheiterte. Für Cismenez stand fest, dass die Mohaha Nacladara, Madaion und allen voran Nicolo Tiamartin getötet hatten. Das Gold, das sie für den Verkauf dieser Mohaha auf dem Sklavenmarkt erhalten würden, sollte als Blutgeld für ihr Verbrechen gelten. Pedro schien es fast so, als sehe Cismenez keine Möglichkeit mehr auf eine erfolgreiche Mission und versuche nun seinen Profit zu retten. Von seiner Verpflichtung, nach Nicolo Tiamartin oder zumindest seinen sterblichen Überresten zu suchen, wollte Cismenez angesichts seines neuen Planes nichts mehr wissen. Thisdan drohte mit dem Unmut der Götter und flehte Cismenez an, diesen Wahnsinn zu beenden. Naram-Sin drohte ihm mit dem Verlust seines guten (?) Rufes. All die Überzeugungsarbeit konnte Cismenez jedoch nicht dazu bringen, die Gefangenen freizulassen, doch er gewährte den Helden eine Frist von 12 Tagen, um den Alchimisten im Dschungel zu finden. Allerdings gewährte ihnen für dieses Unterfangen Cismenez weder Hilfe noch einen Dschungelführer, nicht einmal einen der gefangenen Mohaha. Unter diesen Umständen erschien allein den Versuch, Tiamartin im der grünen Hölle zu finden, wie sicherer Selbstmord. Thisdan schien jedoch eine Lösung zu haben, wirkte er doch durch diesen Vorschlag zuversichtlicher.

Naram-Sin, Krathon, Travelio und Pedro packten daraufhin ihre Sachen und trafen sich anschließend mit Thisdan an Dschungelrand. Bei Thisdan war ein junger Mohaha namens Mumpoto, dem es gelungen war, sich im Wald zu verstecken und der Gefangennahme durch die Söldner zu entgehen. Er war bereit, die vier Helden in den Süden zu führen, zumindest bis an die Grenze der Tabuzone.

Mumpoto war überraschend positiv gestimmt, vor allem wenn man bedachte, dass gerade seine gesamte Sippe in die Gewalt von Sklavenhändlern geraten war. Mumpoto glaubte jedoch fest an Tsa und vertraute den vier Helden, die von Thisdan auserkoren worden waren. Außerdem sah er keinen Grund, warum das Unterfangen nicht gelingen sollte. Der Weg durch den Dschungel war äußerst beschwerlich, zumindest für Naram-Sin und seine Gefährten. Mumpoto wirkte eher wie bei einem Spaziergang im Park. Der Mohaha war ungewohnt redselig. Er wollte viel wissen, erzählte aber auch etwas. So erfuhren sie, dass Namen bei den Mohaha wohl immer eine Bedeutung haben; mit der Idee, einen Namen ohne Bedeutung zu tragen, schien Mumpoto nicht zurecht zu kommen, so dass die Helden Bedeutungen für ihre Namen erschufen, wo sie nicht schon vorhanden waren. Mumpoto, dessen Name „Rasch-auf-dem-Baum“ bedeutete, kannte sie nun als Naram-Sin „der Glänzende“, Krathon „Blutiger-Tod-böser-Menschen“, Travelio „der Starke“ und Pedro „der Listige“. Vor allem Krathons Beiname schien ihm sehr gut zu gefallen, klang er für ihn doch wie ein mächtiger und furchteinflößender Kriegername.

Gefühlt kamen sie kaum voran. Nach der aktuellen Schätzung würde es sehr knapp werden, wenn sie rechtzeitig an (oder gar in) die Tabuzone und wieder zurück wollten, zumal Mumpoto sie nicht in die Zone hinein begleiten wollen würde. Nachdem sie sich zwei Tage mühevoll durch den Dschungel gekämpft hatten, stellten sie am dritten Tag dann auch noch fest, dass sie nicht nur gegen die Zeit und den Dschungel kämpften, sondern auch gegen mindestens einen Verfolger. Am zweiten Tag wurde Pedro von einem Blasrohrpfeil getroffen und anschließend noch von ihrem Verfolger aus dem Dickicht niedergestochen. Naram-Sin konnte den Angreifer jedoch erkennen: Es war Panhahe. Sie suchten rasch einen leicht verteidigbaren Platz, um ihre Kräfte neu zu sammeln. Der Stich und das Gift hatten Pedro nahezu getötet, doch dank eines ihrer Heiltränke war davon in Kürze nahezu nichts mehr zu erkennen. Später an diesem Tag kamen sie dann noch an einen Fluss. Da sie keine Brücke sehen konnten und eine Kletteraktion über die Bäume entlang des Flusses eher nicht in Frage kam, ließ Naram-Sin das Wasser erstarren, so dass sie den Fluss unbeschadet überqueren konnten. Nur Mumpoto musste gerade zu über das erstarrte Wasser geschleift werden. Nachdem Naram-Sin den Fluss wieder fließen ließ, legten sie noch eine größere Strecke zurück, bevor sie ihr Nachtlager aufschlugen, in der Hoffnung ihre Verfolger an diesem Fluss abgeschüttelt zu haben. Bevor sie jedoch in ihrem Lager Ruhe finden konnten, mussten sie noch einige Palmvipern aus ihren Hängematten entfernen, die sie glücklicherweise rechtzeitig bemerkt hatten.

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Re: Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. A

Beitrag von Caldorian » 16.01.2016 17:22

Sitzung 05 [enthält MI zu dem Abenteuer "Kamaluqs Rache" aus A125 Questadores]

Die Reise durch den Dschungel blieb beschwerlich. Immer wenn sie gerade dachten sich daran gewöhnt zu haben, schien sich die grüne Hölle eine neue Grausamkeit ausgedacht zu haben, die sie den fünf Recken entgegenstellen konnte, seien es riesige Springegel auf ihren Rücken oder ein Loch im Rucksack, durch das sie Ausrüstung oder Wasser verloren. Außerdem waren da ja noch ihre Verfolger, welche sich immer zum ungünstigsten Zeitpunkt einzumischen schienen. Gerade als sie mit etwas Mühe einen ungefähr 50 Schritt hohen Steilhang hinunter kletterten, wurde Pedro erneut von einem der Blasrohrpfeile Panhahes getroffen. Pedro konnte zwar dank seines Zaubers noch rasch den Steilhang hinunterlaufen, so als wäre er eine ebene Fläche, doch er bekam unten erneut die schwächende Wirkung des Giftes zu spüren. Nun sahen sie auch, dass Panhahe nicht alleine hinter ihnen her war. Oben am Hang zeigten sich noch Nazmeya und ein weiterer Söldner. Die drei versuchten, den Abstieg durch das Werfen von Steinen zu erschweren, doch für einen wirklichen Steinhagel waren sie zu wenig und der Hang war nicht steil genug, so dass nur Naram-Sin am Ende etwas den Halt verlor und ein letztes Stück nach unten stürzte. Unten machten sich die Helden bereit, ihre Verfolger zu empfangen. Diese erkannten jedoch sofort, dass sie schlechte Karten hätten, wenn sie den Steilhang hinunterklettern müssten, insbesondere wenn Krathon in dieser Zeit einen nach dem anderen mit dem Bogen abschießen könnte. Daher zogen sie sich wieder in den Dschungel zurück.

Pedro wollte rasten und die Wirkung des Giftes abwarten, doch Mumpoto drängte voran. Sie waren am Rand des Gebietes der Panaq-Si, eines kannibalischen Waldmenschenstammes, dessen Mitglieder Mumpoto als Monster beschrieb. Mumpoto wollte dieses Gebiet auf alle Fälle so schnell wie möglich wieder verlassen. Und wieder hatte der Dschungel eine neue Gefahr gefunden, mit der er die Helden bremsen konnte. Travelio entdeckte auf dem Weg durch das Dickicht ein altes Grab, das mit einem Totempfahl versehen war; sobald er es erblickt hatte, ging er augenblicklich zu Boden. Mumpoto sprach sofort von einem Satuul und verdeckte seine Augen, um nicht auch durch den Fluch des Totempfahls befallen zu werden. Pedro zerrte Travelios Körper weg, um dann erschreckt festzustellen, dass dieser keine Lebenszeichen mehr zeigte. Sich an die Warnung Zeradias erinnernd—„Man lässt keinen Kameraden im Dschungel zurück“—verteilten sie Travelios Ausrüstung, die hauptsächlich aus Proviant und Dschungelbedarf bestand, ohne groß auszusortieren, und schleppten Travelios Körper mit sich. Trotz all dieser Widrigkeiten gelang es ihnen, das Gebiet der Panaq-Si an einem Tag zu durchqueren, glücklicherweise ohne deren Bekanntschaft gemacht zu haben. Anschließend mussten sie durch eine Höhle und schlugen am Ausgang der Höhle ihr Nachtlager auf. Das Tragen von Travelio hatte sie alle an den Rand der Erschöpfung getrieben, dennoch war Krathon geistesgegenwärtig genug, um diesen Ort als gute Möglichkeit für einen Hinterhalt zu erkennen. Sie ruhten sich in der Nacht so gut wie möglich aus. Wie durch ein Wunder der Götter erwachte auch Travelio in dieser Nacht aus seinem todesähnlichen Zustand. Mumpoto deutete dies als Zeichen Tsas und erlangte erneute Zuversicht, doch Pedro erinnerte sich daran, einmal von einer Krankheit gehört zu haben, im Volksmund als Schlafkrankheit bezeichnet, die genau diesen Verlauf haben soll. Allerdings hatte keiner die Muße oder Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, und bis auf ein leichtes Schwächegefühl schien es Travelio wieder gut zu gehen. Sie waren froh, ihn weder zurücklassen noch weitertragen zu müssen sowie ihn für den bevorstehenden Kampf an ihrer Seite zu wissen.

Sie gaben sich viel Mühe damit, ihren Hinterhalt zu planen, dieser scheiterte jedoch schlicht an ihrer nicht vorhandenen Fähigkeit sich richtig zu verstecken. Ihre Verfolger waren tatsächlich nur drei, nämlich Panhahe, Nazmeya und ein weiterer Mercenario; diese hätten zwar die Möglichkeit gehabt, sich in die Höhle zurückzuziehen, doch zumindest Nazmeya und der Söldner sahen nicht erholter aus als die vier Helden und schienen auch keine Geduld mehr für Panhahes zermürbende Attacken zu haben. Daher stürmten sie einfach in einen offenen Kampf. Der Kampf sollte schnell und hart werden. Der Mercenario stürmte geradewegs auf Krathon zu, wurde jedoch von dessen Pfeil niedergestreckt. Panhahe stellte sich gegen Travelio und Mumpoto, konzentrierte sich aber mehr auf Travelio als stärkeren Gegner. Dies erlaubte Mumpoto, einige gute Treffer gegen den Yakosh-Dey zu landen, so dass Panhahe rasch in die Defensive gedrängt war. Als Pedro dann noch einen seiner magisch prügelnden Stöcke in den Kampf gegen Panhahe geschickt hatte, blieb diesem keine Chance mehr. Zwar war er ein sehr flinker und geschickter Kämpfer, doch gegen diese Übermacht konnte er alleine nichts mehr ausrichten. Nazmeya erkannte die Gefahr des Magiers zu Kampfbeginn und schickte diesen mit ihrem ersten Schlag zu Boden. Krathon eilte daraufhin Naram-Sin zur Hilfe. Dabei ließ er seinen Schild zurück, stürmte stattdessen direkt auf Nazmeya zu. Diese ließ ihren Warunker Hammer mit all seiner Wucht auf Krathon niederprasseln, so dass er mit einem Schlag und zu Boden ging. Geringere Krieger hätte dieser Angriff wohl direkt in Borons Hallen geschickt, Krathon verlor jedoch nur schwer verletzt das Bewusstsein. Den auf sie magisch einhämmernden Stock ignorierte Nazmeya und wandte sich nun Pedro zu. Dieser bewegte sich aber anhaltend von der furchteinflößenden Tulamidin weg. Da er flinker als sie war, erkannte sie schnell, dass eine Verfolgung vorerst vergebens war. Stattdessen griff sie Travelio an. Travelio, dessen einer Sklaventod im Kampf gegen Panhahe zerstört worden war, hatte gerade die Waffe des niedergestreckten Mercenarios aufgehoben, als ihm Nazmeya gegenüberstand. Wieder setzte sie zu einem mächtigen Hammerschlag an, doch dieser lief ins Leere. Im Anschluss konnte selbst die mächtige Nazmeya nichts gegen den beidhändig kämpfenden Travelio, Mumpoto sowie den unaufhaltsam prügelnden Stock ausrichten und ging schließlich zu Boden.

Da sie keine Möglichkeit hatten, die drei Verfolger mitzunehmen, und diese entweder tot oder bereits Golgaris Schwingen hören konnten, sorgten sie zumindest dafür, dass keiner der noch Lebenden einen langsamen und qualvollen Tod im Dschungel sterben musste. Dank ihrer Heiltränke und ein bisschen Magie war auch von diesem Kampf schon in Kürze nur noch wenig zu spüren, doch ihre Vorräte gingen merklich zuneige. Bevor sie weiterzogen, schufen sie eine so göttergefällige Grabstätte wie es mir ihren eingeschränkten Mitteln in der Kürze der Zeit möglich war; sie legten die Erschlagenen von ein paar Steinen bedeckt mit einem provisorischen Boronsrad in die Höhle.

Im Eilmarsch setzten sie ihren Weg fort, machte ihnen Mumpoto doch Mut, dass sie noch am selben Tag die Tabu-Zone erreichen würden. Schon vor dem Erreichen der Tabu-Zone wurde Mumpoto erschreckend still. Krathon wollte an einer mit Schrumpfköpfen drapierten Warnung überhaupt nicht mehr weiter gehen, bevor es Pedro gelang, ihm neuen Mut anzuhexen. Auch der Dschungel schien langsam leiser zu werden. Als sie eine Steintafel passierten, welche mit alten Symbolen bemalt war, erklärte Mumpoto, dass sie am Rande der Tabuzone angekommen seien. Der junge Mohaha nahm jedoch all seinen Mut zusammen und betrat, entgegen vorheriger Aussagen, mit den vier Helden die Tabu-Zone.

Mit der Dämmerung kamen sie an ein verlassenes Dorf aus zehn Langhäuser, die im Kreis um einen großen Platz standen. Alles war überwuchert, die Häuser waren verschlossen und mit Symbolen bemalt. Mumpoto, der es nun doch mit der Angst zu tun bekam, eilte bei diesem Anblick rasch zur Grenze des Tabu zurück. Am Dorfrand fanden sie auch den verwesenden Leichnam eines offensichtlich gut gerüsteten Mannes. Der Ausrüstung nach zu urteilen, war es kein Waldmensch gewesen, und der Leichnam schien deutlich jünger als das Dorf zu sein. Da alle ein ungutes Gefühl hatten und sich keiner bei Nacht in dem unheimlichen Dorf aufhalten wollte, kehrten sie zu Mumpoto zurück, um außerhalb der Tabu-Zone zu rasten. Dieser war wenig erfreut darüber, in der Nähe des verfluchten Dorfes eine Nacht verbringen zu müssen.

Die Nacht war wenig erholsam. Inmitten der Nacht weckte Mumpoto seine Gefährten und sie konnten ein gelbes Augenpaar ausmachen, das um sie herumschlich. Rasch entzündete Naram-Sin die Flamme in seinem Zauberstab und sie stellten sich alle in einem Verteidigungskreis um die Lichtquelle auf. Zwar schien das, was auch immer sie gesehen hatten, im Dschungel verschwunden zu sein, doch keiner konnte mehr ein Auge zu machen. Am Morgen zog zu allem Überfluss auch noch ein Nebel auf. Noch länger wollten sie jedoch nicht warten, und so machten sie sich zurück zum Dorf auf. Mumpoto kam diesmal mit, da er mehr Angst vor dem Alleinsein als vor dem Tabu zu hatte.

Bei genauerer Betrachtung konnten sie sehen, dass die Häuser sehr aufwendig mit lehmverstärkten Bastmatten vor den Türen und Fenstern versiegelt worden waren, auf denen allerlei Symbole angebracht worden waren. Bei einer der Hütten war die Türe offensichtlich geöffnet worden. Vorsichtig entfernten sie die Bastmatte komplett vom Eingang und leuchteten in die Hütte hinein. Im Inneren sahen sie mehrere Leichen und einen großen Stein in der Mitte, auf dem ein Bündel lag. An der Hauswand lagen nebeneinander vertrocknete Leichname mit zugenähten Augen und Mündern und dazu unpassend lag der durch fürchterliche Wunden entstellte Leichnam einer Frau im grünen Gewand der Hesindekirche—Nacladara aus Al‘Anfa. Das Bündel auf dem Stein sollte nun alles aufklären: Es beinhaltete ihren Schlangenreif und ihr Buch der Schlange, in welchem sie alle Ereignisse niedergeschrieben hatte:

Nacladara hatte diesen Ort gemeinsam mit Nicolo Tiamartin und dessen Männern erreicht und in ihrer Wissbegierde eine der Hütten geöffnet, nur um dadurch ihrer aller Tod heraufbeschworen zu haben. Sie beschrieb in ihrem Buch eine fürchterliche Bestie im Dschungel, die einen der Männer nach dem anderen gerissen hatte. Am Ende waren nur noch sie, Nicolo und einer seiner Männer in der Hütte verschanzt. Offensichtlich war sie zu verletzt gewesen, um den Dschungel zu durchqueren; als ihnen das Wasser ausging, ließen Nicolo und sein Handlanger sie zurück und versuchten ihr Glück, nur um kurz darauf ebenfalls dem Monster zum Opfer zu fallen.

In diesem Moment ertönte ein Mark erzitterndes Gebrüll im Dschungel, das von überall zu kommen schien. Sie steckten das Buch der Schlange und den Schlangenreif ein, ein Beweis für den Verbleib Nicolo Tiamartins und die Unschuld der Mohaha, und verließen nun so schnell wie möglich diesen verfluchten Ort. Es war immer noch neblig und so war ihr Vorankommen zusätzlich behindert. Plötzlich wurden sie von einem mächtigen Jaguar aus dem Dickicht angesprungen. Sie rannten los, doch in ihrer Hast übersahen Krathon und Naram-Sin eine Jagdgrube der Panaq-Si und stürzten hinein. Auch Travelio und Pedro mussten nun dort verharren, um den beiden aus der Grube zu helfen. Dies nutzte der Jaguar, um weitere Angriffe aus dem Dickicht des Dschungels zu starten. Zwar gelang es Travelio, das Tier im Blick zu behalten, doch mit seinen mächtigen, scheinbar übernatürlichen Sätzen sowie blitzschnellen Reflexen war es schwer, die Bestie effektiv zu bekämpfen. Nachdem mehrere Angriffe auf Travelio abgewehrt worden waren, erwischte der Jaguar Pedro mit einem mächtigen Biss, während dieser gerade Krathon aus der Grube half, und streckte ihn nieder. Nach jedem Angriff verschwand der Jaguar wieder so schnell im Dschungel wie er gekommen war. Mit einem weiteren Satz setzte er Mumpoto zu, der nicht so viel Glück wie Pedro hatte. Die mächtigen Krallen und das Maul des Raubtieres ließen den Mohaha nach nur einem Angriff leblos zu Boden fallen. Noch während der Jaguar Mumpoto zerfleischte, gelang es Travelio schließlich das große Ungetüm zu erschlagen. Als Krathon und Naram-Sin aus der Grube gestiegen waren, sahen sie die Leichname des Jaguars und Mumpotos in tödlicher Umarmung, während der schwer verwundete Pedro gerade wieder zu sich kam. Daneben stand Travelio, verhältnismäßig unversehrt.

Mumpoto wollten sie nicht im Dschungel zurücklassen und so schulterten sie den kleinen und leichten Leichnam des Mohaha in eine Decke gehüllt. Auf dem Weg zurück schien der Dschungel nicht mehr so viel gegen ihre Reise zu haben und zu ihrem Glück hatten sie auf ihrem Weg in den Dschungel eine leicht zu verfolgende Schneise geschlagen, der sie nun einfach zurückfolgen konnten. Dennoch war die Reise alles andere als entspannend. Ihre Lagerplätze waren ohne Mumpotos Hilfe mehr schlecht als recht und die Salbe gegen Mücken ging zu neige. An manchen Tagen hatten sie bisher das Gefühl gehabt, dass die Salbe gar keine Auswirkung hatte, doch jetzt merkten sie, dass sie durchaus ihren Preis wert gewesen war. Als die Stärksten schulterten Krathon und Travelio abwechselnd Mumpoto. Naram-Sin musste hingegen all das Gepäck tragen, da Pedro nicht verwundet, sondern auch noch am Blutigen Rotz erkrankt war. Er überlebte die Rückreise nur deshalb, weil Naram-Sin jeden Morgen die wenige Astralkraft, die er regeneriert hatte, in einen Heilzauber für Pedro fließen ließ. An ein Vorausfliegen, um den Beweis sicher und fristgerecht ins Dorf zu bringen, war in Pedros Zustand nicht zu denken.

Mit dem Segen der Götter gelang es ihnen, noch innerhalb der Frist das Dorf zu erreichen. Thisdan war sehr erleichtert, Cismenez weniger. Zähneknirschend erkannte er die Unschuld der Mohaha an und befahl seinen Männern diese frei zu lassen. Die Information über den Verbleib Nazmeyas und Panhahes machte diesen Verlust nur noch schlimmer. Cismenez erweckte zwar glaubhaft den Eindruck, als ob die drei auf eigene Faust gehandelt hatten, dennoch hatte er mit Panhahe einen sehr guten Dschungelführer und mit Nazmeya eine formidable Kämpferin verloren.

Nach dieser Entwicklung drängte Cismenez zum Aufbruch. Der Dorfschamane und Heiler kümmerte sich in der kurzen Zeit so gut es ging um Pedro, was ihn den Blutigen Rotz von diesem Zeitpunkt an verhältnismäßig gut und rasch überstehen ließ. Naram-Sin versuchte derweil, mehr über den Jaguar und die Tabu-Zone herauszufinden, musste sich aber mit der spärlichen Information begnügen, dass es wohl mächtige Schamanen gibt, welche die Gestalt von Kamaluq annehmen können. Es könnte also durchaus sein, dass es sich bei der Bestie um einen Waldmenschen-Schamanen gehandelt haben möge. Mehr seiner Geheimnisse gab der Schamane der Tapo-Sippe jedoch nicht preis.

In Mengbilla angekommen wirkte der Dschungel bereits wieder weit weg. Die Wunden und Krankheiten waren geheilt und die Stimmung war gut, immerhin hatten sie alle Aufträge erfüllt und waren alle vier noch am Leben. Der Erzmagister Agusto K’Hesthofer war betrübt über das Schicksal von Nacladara, sah aber in der Übergabe ihres Schlangenreifs und ihres Buches der Schlange ihr Vermächtnis und ihren Platz in Hesindes Hain als gesichert. Wie vereinbart gab er den Helden den Rest ihrer Bezahlung. Katalinya Tiamartin hatte offensichtlich mit freudigerer Botschaft gerechnet. Nach der Information über den Tod ihres Mannes zog sie sich rasch zurück, war für kein weiteres Gespräch mehr zu erreichen und überließ einem ihrer Angestellten die Auszahlung der vereinbarten Restsumme.

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Anmerkung: Das Abenteuer wäre etwas länger (und gefährlicher) geworden, wenn die Charaktere weitere Hütten in der Tabu-Zone geöffnet hätten. Da sie jedoch nur in die bereits geöffnete Hütte gingen, konnten keine weiteren Satuuls entkommen. (Ich hatte beschlossen, dass der Dämon, den Nacladara versehentlich befreit hatte, bereits durch den Jaguar-Schamanen gebannt worden war.)

Insgesamt hat den Spielern das Abenteuer viel Spaß gemacht, trotz der schweren Herausforderungen, welche ihren Charakteren mehrmals beinahe das Leben gekostet hätten. Nun fürchten sie die grüne Hölle zurecht; also ein guter Start für eine Meridiana-Kampagne!

Als nächstes wird eine Verballhornung von „Der Fluch der Schwarzen Schlange“ und einer aufgepimpten Version von „Bishdariels Fluch“ folgen.

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Caldorian
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Re: Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. A

Beitrag von Caldorian » 29.02.2016 23:31

Sitzung 06 [enthält MI zu dem Abenteuer "Der Fluch der Schwarzen Schlange" aus A156 Strandgut und zu A68 Bishdariels Fluch]

Der weitere Aufenthalt der Helden in Mengbilla war länger als erhofft. Die Seidenkarawane, mit der Naram-Sin, Krathon und Travelio angekommen waren, hatte die Stadt bereits wieder verlassen, so dass eine Reise gen Port Corrad auf dem Landweg keine gute Idee erschien. Eine Reise zu Schiff war währenddessen für die meisten von ihnen zu teuer; außer Travelio hätte sich auch keiner wirklich ernsthaft auf einem Schiff anheuern lassen können. Daher waren sie gezwungen, in der Stadt zu verweilen und vorsichtig nach einem Auftrag Ausschau zu halten, welcher sie von woanders hinbringen würde, ohne dass ihre Suche sie in einen Konflikt mit den Gilden bringen würde. Dieses Unterfangen gestaltete sich schwieriger als erhofft.

Nach zwei Wochen waren sie keinen Schritt weiter und konnten nur dabei zusehen, wie Mengbilla ihnen die Dekaten stetig aus der Tasche zog. Schließlich wurde in der Taberna „Zum lüsternen Achaz“, in der sie untergekommen waren, ein Schreiben für Naram-Sin abgegeben. Ein gewisser Fedesco Salvian lud den Magier und seine Männer zu sich ein, um etwas Geschäftliches zu besprechen. Fedesco empfing die vier in einem edlen Gasthaus am Plaza Pyrdacor. Hier strotzte alles nur so vor Reichtum und Fedesco Salvian war da keine Ausnahme. Er trug nur edelste Stoffe und jeder seiner Finger war mit einem von Edelsteinen besetzten Ring verziert. Salvian war ein wohlhabender horasischer Kaufmann, welcher eine wichtige Lieferung nach Al'Anfa hatte, die er beschützt wissen wollte. Mehr wollte er vor einer Zusage der Helden nicht preisgeben. In Anbetracht seiner Residenz in Mengbilla erschien sein Angebot den Helden als nicht besonders großzügig, doch nach einigem Verhandeln gelang es Naram-Sin schließlich, den Preis etwas nach oben zu verhandeln. Jeder von ihnen sollte 13 Dublonen erhalten, davon die Hälfte im Voraus sowie einen Schuldschein über die zweite Hälfte, welcher in Al'Anfa eingelöst werden könne. Überdies gab es fünf Dublonen Spesengeld zusätzlich für die gesamte Gruppe. Die Reise mussten sie jedoch aus eigener Tasche bezahlen. Er gab ihnen jedoch den Namen eines Schiffes, der „Pelikan“, dessen Kapitän ein alter Handelspartner war und ihnen einen guten Preis machen würde. Anschließend erfuhren die vier Recken auch, worum es ging: Fedesco Salvian war es gelungen, in den Besitz eines Pergaments zu gelangen, an welchem eine gewisse Magistra Liabeth Shadaan von der alanfanischen Universität großes Forschungsinteresse habe. Ihr, und nur ihr persönlich, sollten sie das Schriftstück in Al'Anfa übergeben. Die Magistra würde auch die Schuldscheine einlösen. Salvian gab an, sich selbst wohl aufgrund seiner horasischen Herkunft nicht in Al'Anfa sehen lassen zu können, weshalb er das Dokument über Mittelsmänner dorthin bringen lassen müsse. Fedesco Salvian war kein sympathischer Mann und die Bezahlung, wenn man die Reisekosten abziehen würde, war auch nicht unbedingt üppig, doch der Auftrag sorgte dafür, dass sie die Stadt verlassen könnten, und ein Pergament zu übergeben erschien ihnen einfach genug.

Sie machten sich direkt von Salvian’s Unterkunft zum Hafen auf, um nach der „Pelikan“ Ausschau zu halten. Es handelte sich um eine hochseetaugliche zweimastige Karavelle, welche gerade beladen wurde. Ohne Schwierigkeiten konnten sie sich bis zum Kapitän der Pelikan durch fragen, um mit diesem eine Überfahrt zu vereinbaren. Der Kapitän, ein gewisser Phrygaïos Syrtakis, war ein kurz und breit gewachsener Mann mit Wurzeln auf den Zyklopeninseln. Alle vier buchten sich ein Bett in einer Kabine, jeweils zu zweit in einer. Naram-Sin bekam eine Vergünstigung, da er sich verpflichtete, sofern es in seiner Macht stünde, seine Magie zu Gunsten der Reise einzusetzen. Krathon versuchte, für eines seiner Amulette einen Preisnachlass zu erhandeln, endete aber mit einem neuen Amulett, für das er selbstverständlich zahlen musste, sowie einer Anstellung als Seesöldner, für die er ebenfalls bezahlte. Insgesamt kam er jedoch noch günstiger davon als Travelio und Pedro, was ihm ausreichte. Die „Pelikan“ reiste am kommenden Morgen ab, so dass alle vier ihre Ausrüstung holten und an diesem Tag bereits ihre Kabinen auf dem Schiff bezogen. Die Reisegesellschaft bestand nun aus den vier, dem Kapitän mit seiner Mannschaft und sechs weiteren Passagieren, die sie alle im Laufe der kommenden Reise kennen lernen sollten.

Den ersten Tag verbrachten alle damit, sich mit ihrer neuen Umgebung vertraut zu machen. Sie schauten auf der „Pelikan“ alles an, wo sie ohne Schwierigkeiten Zutritt hatten, und sprachen mit dem einen oder anderen Gast.

Ihre mysteriösesten Reisebegleiter waren eine Söldnerin mit einer Augenklappe, welche durchaus kampferfahren wirkte, sowie ihr orkischer Sklave, der unter Deck mit der Fracht in einem Käfig transportiert wurde. Pedro versuchte zwar eine Weile irgendetwas von dem Ork zu erfahren, doch offensichtlich beherrschte dieser keine Sprache, die auch Pedro verstand – falls das Grunzen, das er von sich gab, überhaupt eine Sprache darstellte.

Außer dem Versuch, mit dem Ork zu sprechen, tauschte Pedro noch ein paar Worte mit Naima Amarizio, einer schönen und wohlgekleideten Schneiderin, aus. Als er den sie begleitenden Kater sah, entlarvte er diese schnell als Tochter Satuarias und gab sich ebenfalls zu erkennen. Sie war eine Schöne der Nacht und stellte direkt klar, dass Pedro sich aus ihren Angelegenheiten herauszuhalten habe, da er sich sonst gegen die Schwesternschaft stellen würde, ohne mehr über den Grund ihrer Anwesenheit zu verraten.

Naram-Sin sprach derweil mit Jakon Tuchschneider und erfuhr, dass er ein hesindetreuer Gelehrter aus dem Horasreich war, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, Bildung zu einem frei zugänglichen Gut für die Armen und Sklaven Al’Anfas zu machen. Naram-Sin warnte ihn eindringlich davor und versuchte, ihm die Torheit dieses Unterfangens aufzuzeigen, doch Jakon ließ sich nicht von seiner Idee abbringen.

Ein weiterer Gelehrter an Bord war Elgor Bachenthal, ein Alchemist aus Riva. Ihm war es anscheinend gelungen, aus Grüngelben Blasentang ein Pulver gegen Seekrankheit zu gewinnen. Nun reiste er die Westküste Aventurien entlang, um mehr von diesem speziellen Seetang zu finden, um mit seiner Entdeckung reich werden und das Seereisen revolutionieren können. Elgor war klein und hager mit reichlich Pflegeprodukten auf der Glatze und im Bart.

Die dritte Frau an Bord war Telemache Vÿis, eine Zyklopäerin. Telemache war auf dem Weg nach Al’Anfa, um ihren Bruder Nikomandros aus der Arena freizukaufen. Dieser war vor längerer Zeit nach einem Scharmützel verschollen und für tot erklärt worden, doch vor nicht allzu langer Zeit war sein bester Freund und Begleiter zurückgekehrt und hatte berichtet, das Nikomandros in Al’Anfa als Gladiator in der Arena kämpfen musste. Telemache hatte ein kleines Vermögen in wertvollen Edelsteinen in ihrem Gepäck, um ihren großen Bruder frei zu kaufen. Sie bat Naram-Sin um Hilfe, der ihr Vertrauen gewinnen und dadurch all dies erfahren konnte. Travelio wurde daraufhin von Naram-Sin in das Gespräch integriert, da dieser das Schicksal als Gladiator bereits hinter sich hatte. Leider konnte Travelio Telemache wenig Gutes berichtet, war er doch der einzige Gladiator, den er kannte, der es in die Freiheit geschafft hatte.

Nebenbei gab es hier und da kleine Streitereien unter den Matrosen über verschwundene Gegenstände, denen sie wenig Achtung schenkten, bis Krathon aus der Kabine nach oben kam und aufbrausend auf den Kapitän zuging. Sein in Mengbilla für viel Gold erworbener Kriegsbogen war aus der abgeschlossenen Kabine entwendet worden und nun verlangte er eine Erklärung beziehungsweise seinen Bogen zurück. Halfdan Lykmor, der Steuermann ging zwischen die beiden und konnte das Ganze beruhigen, bis Naram-Sin hinzu gerufen wurde, da dieser den zweiten Schlüssel zur Kabine besaß. Naram-Sin machte sich sofort zur Kabine auf, da er auch um seine Besitztümer fürchtete. Er fand eine von Krathon in Eile durchsuchte und in Unordnung hinterlassene Kabine vor, seine Sachen waren aber noch alle vorhanden. Auf dem Weg zurück an Deck musste er an der Kabine des Elgor Bachenthal vorbei und sah darin durch die offene Tür Krathons Bogen. Sofort konfrontierte er Elgor und verlangte eine Erklärung. Dieser war offensichtlich nicht erfreut über diese Störung und verstand nicht, was das mit dem Bogen in seiner Kabine auf sich hatte. Er schien ernsthaft nicht zu wissen, wie der Bogen in seine Kabine gekommen war, äußerte sogar seinen Unmut darüber, dass Krathon einfach seine Sachen bei ihm in der Kabine abgestellt habe. Mit dem Kriegsbogen ging Naram-Sin nun an Deck und übergab diesen Krathon. Nach einem kurzen Gedankenaustausch war allen klar, dass der Bogen nicht von Bachenthal entwendet worden war, sondern von einer anderen Person, die damit Unfrieden stiften oder von etwas anderem ablenken wollte.

Elgor Bachenthal, der viel Zeit mit einem Enterhaken an der Reling verbracht und Dinge aus dem Wasser gefischt hatte, fand später an diesem Tag das was er suchte, nämlich den Grüngelben Blasentang. Sofort rannte er aufgeregt zum Kapitän, um diesen davon zu überzeugen, hier in die Sargassosee zu steuern und dort zu warten, bis Bachenthal genug Tang abgeerntet hatte. Für diese Unterbrechung bot er dem Kapitän eine beachtliche Summe an Gold, doch Halfdan mischte sich ein und konnte den Kapitän davon überzeugen, dass die Gefahr hier auf offener See in einem Seetangfeld festzustecken kein Gold der Welt wert sei. So setzten sie ihre Reise fort, sehr zum Unmut Bachenthals, der noch so viel Seetang aus dem Wasser fischte wie möglich.

Am Abend kam es erneut zu Streitereien unter den Seeleuten. Das Essen für die Mannschaft war offensichtlich versalzen, wobei der Smutje diesen Vorwurf vehement ablehnte und einen Klabautermann dafür verantwortlich machte. Am darauf folgenden Morgen wurde der Schlaf durch Geschrei an Deck beendet. Nachdem alle vier Recken bekleidet an Deck waren, dauerte es eine Weile, bis sie die Situation erfasst hatten: Das Schiff war in der Sargassosee gefangen, es herrschte eine Flaute und zu allem Überfluss waren auch der Südweiser, der Efferdstab sowie der Quadrant zerschlagen worden. Die Nachtmannschaft, darunter der Steuermann Halfdan Lykmor, lag auf Deck, als ob sie sich betrunken hatte und nun ausnüchterte. Nachdem sie mit einem Eimer Wasser geweckt worden waren, lief Halfdan wütend auf Elgor Bachenthal zu und beschuldigte diesen, sie alle vergiftet und das Schiff in das Seetangfeld gesteuert zu haben. Daraufhin schnappte Halfdan den überrumpelten Bachenthal und warf ihn kurzerhand über Bord, bevor ihn jemand aufhalten konnte. Dank Naram-Sins magischem Seil konnte Bachenthal jedoch rasch und körperlich unversehrt zurück an Bord geholt werden. Halfdan versicherte, am Abend zuvor sicher nicht so viel Rum getrunken zu haben, dass er seinen Dienst nicht pflichtbewusst hätte ausführen können. Daher nahm man die noch nicht ganz geleerte Flasche Rum und bat Bachenthal, diesen auf Giftspuren zu untersuchen.

Der Tag blieb so wie er begonnen hatte – es kam kein bisschen Wind auf. Die Matrosen versuchten daraufhin mit Beiboten die „Pelikan“ aus dem Seetangfeld zu Rudern, gaben dieses Unterfangen jedoch auf, als zwischen dem Seetang mehrere Tigerhaiflossen auftauchten.

Naram-Sin, Krathon, Travelio und Pedro versuchten den Tag über herauszufinden, was geschehen war, konnten sich jedoch keinen guten Reim auf die Geschehnisse machen. Die Navigationsgeräte waren mit so viel Gewalt zerstört worden, dass der Lärm allein alle hätte wecken müssen, und das Schloss der Kiste mit den Navigationsgeräten war offensichtlich durch einen Zauber zerstört worden.

kamakura
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Registriert: 01.06.2016 15:18

Re: Meridiana-Kampagne "Im Schatten des Raben" [MI zu div. A

Beitrag von kamakura » 06.07.2016 01:20

Echt cool. Insbesondere eure Charakter-Ausarbeitungen gefallen mir.

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