DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Hier finden allgemeine DSA-Themen ihren Platz, zu denen es kein explizites Unterforum gibt.
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Sarafin
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Sarafin » 09.05.2017 12:43

Denderan Marajain hat geschrieben: In meinen Augen ist das Klar

Formulierungen wie "Du Hurensohn" oder "Your face is birthcontrol" sind NICHT adäquat
Ich denke da sind wir uns einig. Ich habe oft den Eindruck, es ist die Lust am zerreißen, die dazu führt, dass die Diskussion abgleitet. Aber das hat mal jemand viel elaborierter ausgeführt.
„Nimm niemals Böswilligkeit an, wenn Dummheit hinreichend ist.“
~ Hanlon’s Razor

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Denderan Marajain
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Denderan Marajain » 09.05.2017 12:47

Fenia_Winterkalt hat geschrieben:"Eine Klinge führen.." allein das ist doch schon destruktiv.
Oder "grundsätzlich wehleidig".. was sind denn das für Ausdrücke? Sowas hätte da nichts zu suchen finde ich.

Wenn Kritik konstruktiv ist und entsprechend anständig rübergebracht wird, dann wird sich auch niemand zurückziehen.

Was will ich denn mit einer Diskussion erreichen? Das Abenteuer qualitativ besser werden oder das der Autor mal merkt das ich da und kampfbereit bin und er sich ja vorsehen muss!
Man kann sich aber auch alles schlecht reden :rolleyes:

eine feine Klinge ist nichts negatives oder destruktives nur weil das Wort Klinge vorkommt und nicht wehleidig bedeutet man sollte nicht beim kleinsten Gegenwind zum Weinen anfangen ;)

Wenn ich eine Kritik formuliere und mich diverser Stilmittel bediene ist daran nichts auszusetzen solange ich nicht persönlich werde und als Autor sollte ich so etwas aushalten können.

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Fenia_Winterkalt
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 09.05.2017 12:52

Wieso muss ein Autor etwas 'aushalten'?
'grundsätzlich wehleidig' ist definitiv persönlich.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Benutzer 498 gelöscht » 09.05.2017 13:05

Ich glaube, es geht gerade am Punkt vorbei. Grundsätzlich kann ein Forum im strafrechtlich zulässigen Bereich sich Regeln setzen, wie es will. Die Frage war doch, wimre, warum ein Autor u. U. hier im Bewertungsthread nichts mehr schreibt. Will man die Teilnahme von Autoren fördern, so ist ein möglichst sachlicher Diskurs sicher hilfreicher, als mit rhetorischer Finesse seine Punkte zu machen.

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Denderan Marajain
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Denderan Marajain » 09.05.2017 13:18

Fenia_Winterkalt hat geschrieben:Wieso muss ein Autor etwas 'aushalten'?
'grundsätzlich wehleidig' ist definitiv persönlich.
Ein Autor stellt sich mit seinem geistigen Produkt vor seine Kunden -> er muss auch Kritik vertragen aka etwas aushalten

Und nein es ist nicht persönlich wenn ich allgemein sage " man solle nicht so wehleidig sein". Ich sage ein wenig dickere Haut muss man haben wenn man sich der Öffentlichkeit aussetzt


@Salaza

Es geht hier nicht darum "Punkte zu machen"

Jadoran
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 09.05.2017 14:07

Fast jeder Autor bekommt gerne konstruktives Feedback für seine Arbeit, aber sich anmaulen lassen, ggf. noch mit der Begründung "das mußt Du aushalten" ist eben keine inhaltliche Auseinandersetzung.
Manche können mit Kritik ebenso schlecht umgehen wie andere kritisieren können. Bei der Teilnahme an Wettbewerben war mir immer ein vernünftiges Feedback am wichtigsten, wo mir die Juroren schrieben, was und warum ihnen etwas gefallen oder nicht gefallen hatte. Das war ganz offen auch am schwersten zu bekommen. Aber mit "Ich finde es unpassend, in Aventurien religiöse Konflikte zu thematisieren" weiß ich wenigstens, woran ich bin, während eine schnöde niedrige Punktzahl in "Aventurische Stimmigkeit" einen nur ratlos zurückläßt.
Ich glaube, als Autor kann man nur daran wachsen, wenn man in die Diskussion mit Gesprächswiligen einsteigt. Glücklicherweise gibt es in diesem Forum ja auch den Mute-Knopf, so daß man sich innerlich wappnen kann, bevor man den Beitrag von jemandem liest, bei dessen Postings man öfters Kreislaufprobleme bekommt.

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Denderan Marajain
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Denderan Marajain » 09.05.2017 14:11

Jadoran hat geschrieben:Fast jeder Autor bekommt gerne konstruktives Feedback für seine Arbeit, aber sich anmaulen lassen, ggf. noch mit der Begründung "das mußt Du aushalten" ist eben keine inhaltliche Auseinandersetzung.
Manche können mit Kritik ebenso schlecht umgehen wie andere kritisieren können. Bei der Teilnahme an Wettbewerben war mir immer ein vernünftiges Feedback am wichtigsten, wo mir die Juroren schrieben, was und warum ihnen etwas gefallen oder nicht gefallen hatte. Das war ganz offen auch am schwersten zu bekommen. Aber mit "Ich finde es unpassend, in Aventurien religiöse Konflikte zu thematisieren" weiß ich wenigstens, woran ich bin, während eine schnöde niedrige Punktzahl in "Aventurische Stimmigkeit" einen nur ratlos zurückläßt.
Ich glaube, als Autor kann man nur daran wachsen, wenn man in die Diskussion mit Gesprächswiligen einsteigt. Glücklicherweise gibt es in diesem Forum ja auch den Mute-Knopf, so daß man sich innerlich wappnen kann, bevor man den Beitrag von jemandem liest, bei dessen Postings man öfters Kreislaufprobleme bekommt.
Ok ich lasse denn meine Aussage bzgl Sachlichkeit wird anscheinend nicht wahrgenommen und man hängt sich an Schlagworten auf

Fröhliche Diskussion euch weiterhin :cookie:

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Gubblinus
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Gubblinus » 09.05.2017 14:11

Ein Autor muss erstmal gar nichts, er ist vielleicht seinen zukünftigen Kunden verpflichtet, die sich mit ihrer Kaufentscheidung äußern. Ein Autor muss sich NICHT für sein Werk rechtfertigen, und zwar bei niemandem (außer seinem Verlag).
Genau diese Einstellung des "der Verlag" oder "der Autor" müsse sich rechtfertigen (oder auch irgendwelche Reiter) ist schon mal ein sehr herablassender, aggressiver und arroganter Zugang. (weil das immer davon ausgeht "natürlich ist meine eigene Meinung derartig wichtig dass sich gefälligst einer von denen Zeit nehmen soll mir zuzuhören"

Der Kunde ist selbstgewählt und freiwilliger Kunde, niemand zwingt ihn dazu, und er hat auch kein Recht darauf dass sich der Autor Kritik durchliest, und schon gar nicht darauf dass er antwortet (oder nicht beleidigt ist).

Ein Autor kann sich auch entscheiden sich nicht der Öffentlichkeit auszusetzen (Autoren und ihre Werke sind nicht automatisch Gegenstand öffentlicher Diskussionen denen sie zuhören müssten). Gibt genug (auch sehr erfolgreiche) Autoren die aufgehört haben Rezensionen und Kritiken zu lesen (und erst recht und sowieso darauf zu antworten!), weil es zu nichts führt, und weil sie sich (wie gesagt) sowieso vor niemandem verantworten müssen (außer vielleicht ihrem Verlag gegenüber). Diese holen sich positive Kritik aus ausgesuchten Quellen, nicht von jedem dahergelaufenen Kunden ... der Kunde kann den "Diskurs" führen indem er die nächste Kaufentscheidung nicht tätigt, ansonsten hat er kein Recht dass Autor oder Verlag ihm zuhören, oder mit ihm reden. Wer meiner Meinung nach nichts sinnvolles zu meiner Arbeit beizutragen hat, mit dem verschwende ich nicht meine Zeit. (und dieses Urteil ob eine Kritik sinnvoll ist, bildet sich der Autor selbst)

Ich verstehe ehrlich gesagt überhaupt nicht wofür oder weshalb, und vor allem auf welcher Basis, sich ein Autor oder ein Verlag für irgendwas rechtfertigen müsste. Oft tun hier Kunden so als besäßen sie den Verlag oder Autor, nur weil sie Kunde sind.
Mitnichten ...

Und ehrlich gesagt, wäre ich DSA-Autor würde ich dieses Forum sicher meiden, da schlägt einem zu viel negative Kritik entgegen die sowieso zu nichts führt, und ich würde als Autor den Teufel tun Kritiken auch noch zu kommentieren oder mich zu rechtfertigen. Das tue ich wenn ich zum Beispiel in diesem Forum ein Werk präsentiere und zur Diskussion stelle, weil dann frage ich explizit nach Kritik. Wenn ich allerdings das Gefühl bekommen ich müsste mich für irgendwas rechtfertigen, dann bin ich auch in der Situation ganz ganz schnell wieder weg ...

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Gwydon
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Gwydon » 09.05.2017 14:14

Bedenkt bitte eines: Die große Masse der Autoren schreiben freiberuflich und aus reiner Leidenschaft. Da die Bezahlung nicht gerade üppig ist (und bezahlt wird der veröffentlichte Text, sonst nichts), läuft das alles in der Regel in der Freizeit neben einem Brotberuf, der Familie und eventuellen sonstigen Freizeitaktivitäten. Wieviel Energie man da zusätzlich noch in Foren oder auch anderen Kanälen aufbringt, entscheidet jeder für sich, aber ich verstehe jeden einzelnen Autor, der sich nicht hinsetzen und lange, sorgsam formulierte Repliken schreiben will, weil eine knapp hingeworfene Antwort - schon öfter erlebt - gerade im Internet schnell als "wehleidig", "Rechtfertigung", "kann mit Kritik nicht umgehen" aufgefasst wird. Klar muss ich Kritik ertragen können, wenn ich etwas veröffentliche - aber wieviel Zeit ich in die Diskussion investieren will, hängt tatsächlich auch stark davon ab, wie sie geführt wird.

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BenjaminK
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von BenjaminK » 09.05.2017 14:37

"Aushalten müssen" ist vielleicht eine überspitzte Formulierung. Ich denke, dass prinzipiell ja niemand etwas muss, aber davon ab "muss" jemand, der sein geistiges Eigentum veröffentlicht, damit leben können, wenn es jemandem nicht gefällt. Geschmäcker sind verschieden und so sind auch Ansprüche an ein Abenteuer, ein Regelwerk und einen Roman von Person zu Person unterschiedlich.

Das hat aber weniger mit Rechtfertigung zu tun, als dass der Autor sogar in der komfortablen Lage ist, insbesondere kritisch eingestellte Leute zu erreichen. Erst einmal bekommt er die Nase dran, was manchen Leuten nicht gefällt. Das muss man nicht annehmen, das kann man selektieren, aber es gibt die Möglichkeit des Lesens. Äußert er sich und stellt sich der "Höhle des Löwen" kann er Punkte gut machen, die sonst eventuell zu einem negativen Meinungsbild für die Zukunft führen würden. Auf ein "Vom Autor XYZ kauf ich nix mehr, weil mir dies und jenes nicht gefällt." kann man dann reagieren und für die Zukunft Besserung geloben oder auch bewusst darauf verzichten und zB anführen, warum wieso genau JENES so sein muss und unveränderlich ist. Vielleicht entdeckt der Autor auch, dass er eine bestimmte Zielgruppe besonders gut anspricht und dafür eine andere besonders verschreckt und kann dies in Klappentexten und Vorworten berücksichtigen.

Voraussetzung bleibt aber die sachliche Kritik am Werk, nicht am Menschen und nicht als Stellvertreter für andere Dinge.

Die Frage, die sich mir halt stellt ist, warum "damals" noch fleißig Autoren sich der Kritik gestellt und die verbalen Auseinandersetzungen eingegangen sind und jetzt eher weniger davon zu sehen ist. Hat sich der Ton so drastisch geändert oder was schreckt - im Gegensatz zu "damals" - ab? Von Zeit zu Zeit verirrt sich ja doch mal ein Autor noch ins Forum *g*
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Gubblinus
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Gubblinus » 09.05.2017 14:58

Zeit die man besser mit der Familie verbringt? Zeit für die man nicht bezahlt wird?
Oder auch der Tonfall mit dem Kritik vorgebracht wird.
Oder vielleicht auch einfach Autoren, die sich die Kritik schlicht nicht anhören wollen (zumindest nicht von den Personen die sie in Foren vortragen), auch das gibts, und auch das kann ich gut verstehen.
Ja, man muss damit leben dass jemand das Werk nicht gut findet, man muss das aber nicht lesen :)

"besonders kritisch eingestellte Leute" sind oft nicht die die einen als Autor weiterbringen ... ist zumindest meine persönliche Meinung. Weiterbringen tun einen die, die das Werk gut finden, und darüber hinaus Kritik bieten. Wer das Werk schlecht findet, trägt oft nichts dazu bei dass es besser wird. (wie gesagt, ist meine persönliche Meinung).

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Benutzer 498 gelöscht » 09.05.2017 15:08

Gerade konstruktive Kritik ist sicher eine sehr hilfreiche Sache. Ohne Kritik (auch positive, was ja gerne mal vergessen wird - Kritik muss ja nicht per se negativ ausfallen) wird es schwer, sich selbst als Autor zu verbessern. Und klar, man kann niemandem verbieten etwas doof zu finden, was man selbst geschrieben hat. Will man aber einen aktiven Austausch und nicht nur im besten Fall stummes Mitlesen des Autors, so ist es sicher hilfreich, Kritik so konstruktiv wie möglich zu verpacken. Im Idealfall sollte natürlich auch ein Autor nicht bei jeder negativen Meinung gleich an die Decke gehen. Aber andererseits, hat ein Autor sicher genug Möglichkeiten, seine Zeit gewinnbringend einzusetzen.
Warum aktuell hier kaum noch Autoren aktiv sind, da bleiben im Endeffekt nur Mutmaßungen. Mein Gefühl ist, dass die zurückliegenden Diskussionen zu DSA5 und auch zu Ulisses als Verlag eine Menge Erde verbrannt haben. Ich glaube schon, dass das Einige von hier vertrieben hat. Das wieder umzukehren wird, wenn es überhaupt klappt, sicher nicht schell gehen.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von BenjaminK » 09.05.2017 15:11

@Gubblinus
Der erste Block klingt nach einer generellen Erklärung. Aber war es "damals" anders? Also hat DER Autor "damals" keine Zeit mit Familie verbringen wollen? Wurde er "damals" besser für Zeit im Forum bezahlt? Wurde die Kritik "damals" von anderen Personen in den Foren vorgetragen? Warum wollten sich "damals" schlicht mehr Autoren die Kritik anhören, als heute? Hat sich der Tonfall gegenüber "damals" so sehr geändert?

Dass es immer Gründe gibt, warum ein Autor sich keine Kritk anhören möchte, ist trivial. Nur interessant ist für mich eben; Warum "damals" und heute nicht mehr?
Salaza Lautenspieler hat geschrieben:Will man aber einen aktiven Austausch und nicht nur im besten Fall stummes Mitlesen des Autors, so ist es sicher hilfreich, Kritik so konstruktiv wie möglich zu verpacken.
Ich glaube, bei dem Punkt nicken alle :D
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Zordan von Bethanstrand
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Zordan von Bethanstrand » 09.05.2017 15:22

Jetzt kommt viel Text. Ich wollte in der Mittagspause schon antworten, aber dann kam dies und das. Einiges wurde schon sehr ähnlich hier formuliert, ohne dass ich gleich explizit zustimme. Entschuldigt etwaige Redundanzen, aber so ist meine Meinung halt vollständiger.

Ich gehe mal gar nicht auf die Ebene, ob man ein Recht dazu hat, nach dem Erwerb eines Produktes in der Öffentlichkeit zu äußern, dass es Müll sei. An dieser Stelle nur der Verweis auf Hotelbewertungsportale, wo Kunde Schadensersatz zahlen mussten, weil sie in Bewertungen erhobene Behauptungen nicht beweisen konnten. Inzwischen gibt es sogar dafür spezialisierte Anwaltskanzleien...

Darum geht es ja aber nicht. Ich kann verstehen, dass man sich auf ein Buch freut, es liest und dann hier seine Meinung äußern möchte. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen. Ob das ein Autor liest oder nicht, ist ihm überlassen. Feedback kann helfen, zukünftige Werke zu verbessern, dazu muss es aber auch in diesem Sinne formuliert sein. Und da geht es mit den Knackpunkten los - an dieser Stelle sollte man wirklich mal überlegen, ob Rezensenten und Autoren nicht mal gemeinsam entwickeln wollen, was hilft und was nicht.

Ich will mir hier jetzt keine Beispiele herauspicken, daher halte ich es allgemeiner. Vollständig ist das nicht, nur ein Anriss.

Nehmen wir mal den typischen Satz: "Der Plot ist konstruiert und hanebüchen, alle Personen handeln die ganze Zeit über unlogisch." Das ist ein Klassiker für eine schlechte Bewertung und man würde an dieser Stelle sofort zustimmen, dass ein unlogischer Plot und willkürliche agierende Protagonisten nicht zu einem guten Buch passen.
Als Autor hilft mir der Satz aber kein Stück weiter und es führt nur zum Hochfahren der Defensivmauer: "Da versteht mich halt einer nicht, was soll's? Andere finden es toll." Eine solche Reaktion dürfte ja auch nicht im Sinne des Bewertenden sein, es sei denn, es gibt Applaus vom Forum dafür, weil man der härteste Kritiker überhaupt ist, der nichts über Hurensöhne schreibt, aber eine feine Klinge führt, für die es dann anerkennenden Applaus gibt. In ein solches Forum verirren sich Autoren aber nicht, weil es dort nicht um die Bücher geht, sondern um die Überlegenheit beim Kritisieren.
Schwierig am obigen Satz ist zudem, dass der Kritiker mal eben nebenbei die gesamte Deutungshoheit für sich proklamiert. Wie(so) sollte man mit ihm diskutieren? Er hat sich ja vorsorglich schon mal jeden Interpretationsraum genommen. Eine Antwort wirkt dann schnell pampig oder rechtfertigend. Eine Diskussion mit einem Autor kann so gar nicht erst stattfinden.
Letztendlich signalisiert mir ein solcher Satz dann außerdem, dass der Kritiker keine Mühe darauf verwenden wollte oder damit schlicht nicht erfolgreich war, positive Ansätze zu sehen. Das ist nicht unbedingt als Vorwurf gemeint, vielleicht ist ja dann auch wirklich das ganze Buch Mist gewesen. Aber das ist viel, viel seltener der Fall, als man den obigen Satz liest.

Oftmals ist nicht der gesamte Plot doof, sondern eine Grundprämisse des Plots wird vom Leser anders bewertet, als es der Autor meinte oder gesehen hat. Würde der Rezensent diese Prämisse mitgehen, wäre der gesamte Plot darauf aufbauend schon viel logischer. Gleiches bei den Regeln: "ICH mag die alte Parade von DSA4, DSA5 macht es anders, die Kämpfe sind anders, MIR gefällt das alles nicht, ICH finde DSA5 sowas von daneben." Das ist eine Meinung, aber der Regeldesigner hatte eine andere. Wie sollen die beiden zusammen finden?
Was ich selten gelesen habe war: "Die Regeldesigner wollen mit der Quasi-Halbierung der Parade die folgenden Dinge erreichen: X und Y. Das gelingt ihnen damit - zumindest an dieser und jener Stelle, dort weniger - aber es führt eben dazu, dass Kämpfe nun so und so ablaufen. Wer diesen Spielstil bevorzugt, für den eignet sich DSA5. Wer dagegen die langen Kämpfe von DSA4.1 mag, der könnte sich damit schwer tun." Jetzt kann man sich hinsetzen und das "dort weniger" besprechen, Auswirkungen von Alternativen diskutieren und am Ende für diejenigen, die diesen Spielstil mögen, eine optimierte Version bauen. Das muss nicht das Ziel eines jeden Rezensenten hier sein, aber an solchen Diskussionen hätten Autoren ein Interesse.

Meiner Meinung nach fehlt es hier oft an etwas, dass ich "wohlmeinendes Einlassen" nennen möchte. Für mich geht es bei konstruktiver Kritik nicht nur um den Ton, sondern vor allem um die Intention dahinter. Einem Märchenabenteuer wurde z.B. vorgeworfen, der Plot sei unlogisch, die Figuren handeln wie in Grimms Märchen, das ist unlogischer Mist. Das kann man ja so sehen, aber die Intention eines Märchenabenteuers war es ja gerade, märchenhafte Handlungen mit ebensolchen Motiven und Personen zu gestalten. Wenn jemand sagt, es ist ihm zu viel Märchen, ist das legitim. Aber den Plot als unlogischen Schmarrn zu kennzeichnen, wird dem Text nicht automatisch gerecht.

Nun gibt es vielleicht mehr Anerkennung für die scharfe Klinge hier und das ist vielleicht mehr Motivation für das Schreiben einer Kritik als das Auseinandersetzen mit dem Werk, um dem Autor zu helfen besser zu werden. Dann ist es so, aber dann ist dieses Forum kein Ort, wo sich Autoren hinbegeben müssen - was nützt es ihnen auch?

Mir als Autor hilft es z.B., wenn genau erklärt wird, was nicht funktioniert. Dann weiß ich z.B. auch, was ich besser machen sollte in Zukunft oder bei zukünftigen Auflagen. Ein Klassiker ist z.B. der Verweisfehler beim Soloabenteuer. Wenn ich lese, dass es "einige Verweisfehler oder Sprünge im Text gibt" hilft das bei der Fehlersuche nicht - vor allem wenn zig andere Spieler diese Kritik nicht äußern. Gibt es nun einen Fehler und wenn ja wo? Solche Dinge sind für eine neue Auflage behebbar, aber dann müssen sie klarer benannt werden. Und genauso hilft es mir auch, wenn gute Dinge herausgestellt werden - dann gibt es nämlich mehr davon.

Ich finde es ja schön, dass im hier verlinkten Thread probiert wird zu erklären, wie man gute Aspekte eines Buches hervorheben kann. Aber die dahinter liegende Intention fand ich schon bemerkenswert, frei formuliert: "Verrisse fallen mir leicht, da muss ich nur schreiben, was ich schlecht finde. Aber wie soll ich mich über ein Werk äußern, über das ich nicht meckern kann?" Das könnte für einen Autor sehr überspitzt formuliert bedeuten: "Es fällt mir leicht zu kritisieren und zu sagen, dass da jemand versagt hat, aber wenn jemand nicht versagt hat, weiß ich nicht, was es sonst über sein Werk zu sagen gäbe. Also schreibe ich vor allem deswegen Rezensionen, um das Versagen anderer aufzuzeigen (und mich damit hier selbst vor dem Publikum hier zu erhöhen)." Ich will das gar nicht dem Initiator des verlinkten Threads unterstellen und ich schätze es sehr, dass hier einen Thread zum Thema positive Rezensionen gibt, aber wenn man den Spieß umdreht, zeigt sich halt auch eines der Probleme, warum viele Autoren aufgehört haben, hier an Diskussionen teilzunehmen.

Die oft unterschwellige Frage ist nämlich, warum sollte ich in eine Debatte hier einsteigen. Sind hier zugewandte Menschen, die sich mit möglichst vielen Aspekten meines Werkes auseinander gesetzt haben? Hilft eine Äußerung meinerseits beim gegenseitige Verstehen? Kann ich daraus eine Lehre ziehen? Oder habe ich das Gefühl, eine Antwort von mir würde nur Gegendruck aufbauen, vor dem dann die Debatte erst richtig zündet, weil man sich dann gegenüber dem Autor noch viel stärker als gewitzter Kritiker mit Deutungshoheit etablieren? Ohne jemandem Böses unterstellen zu wollen, kann dieser unbewusste Fragenkatalog dazu führen, dass sich Autoren hier nicht mehr äußern. Und bei der Beantwortung der Fragen dazu geht es eben weniger darum, ob ich sachlich oder persönlich wehleidig bin, ob eine Kritik plump oder scharfzüngig, aber nicht beleidigend ist, sondern es geht viel eher darum, welche Intention ich dem Kritisierenden unterstelle.

Um mit einem positiven Beispiel zu schließen: Die Idee, in Soloabenteuern hinter Abschnitte, in denen ein Zeitabschnitt vergeht, ein übersichtliches Z+1 zu schreiben, stammt aus diesem Forum. Eine konkrete Idee, dazu noch so formuliert, dass sich nicht jeder als Idiot betrachten muss, der diese Idee nicht hatte, und schon wird das nächste Buch ein bisschen besser.

Am Ende soll das hier keine Pauschalabrechnung mit Kritikern sein. Mir geht es darum, Kritiker und Autoren zusammenzuführen, weil das ein bereichernder Prozess sein kann - wenn er denn als solcher ehrlich angestrebt wird. Bevor es aber zu Veränderungen kommen könnte, muss halt der Ist-Zustand betrachtet werden. Und dabei kann EINE Autorenmeinung vielleicht helfen.

PS: Ich kann einiges ab, ich lese hier alle Kritiken und versuche etwas daraus zu ziehen. Es klappt halt nicht immer und manchmal bin ich einfach auch trotz einer gut formulierten Kritik komplett anderer Meinung.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von WeZwanzig » 09.05.2017 16:27

Okay dann muss ich mich hier wohl doch mal äußern^^:
Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Ich finde es ja schön, dass im hier verlinkten Thread probiert wird zu erklären, wie man gute Aspekte eines Buches hervorheben kann. Aber die dahinter liegende Intention fand ich schon bemerkenswert, frei formuliert: "Verrisse fallen mir leicht, da muss ich nur schreiben, was ich schlecht finde. Aber wie soll ich mich über ein Werk äußern, über das ich nicht meckern kann?" Das könnte für einen Autor sehr überspitzt formuliert bedeuten: "Es fällt mir leicht zu kritisieren und zu sagen, dass da jemand versagt hat, aber wenn jemand nicht versagt hat, weiß ich nicht, was es sonst über sein Werk zu sagen gäbe. Also schreibe ich vor allem deswegen Rezensionen, um das Versagen anderer aufzuzeigen (und mich damit hier selbst vor dem Publikum hier zu erhöhen)." Ich will das gar nicht dem Initiator des verlinkten Threads unterstellen und ich schätze es sehr, dass hier einen Thread zum Thema positive Rezensionen gibt, aber wenn man den Spieß umdreht, zeigt sich halt auch eines der Probleme, warum viele Autoren aufgehört haben, hier an Diskussionen teilzunehmen.
Dann muss ich wohl ein bisschen erklären: Ich schreibe Rezensionen tatsächlich nicht mit dem Hauptgedanken, dass der Autor des Werkes sich diese Rezension durchließt. Wenn ich eine Rezension schreibe, dann vor allem für andere Leser dieses Buches. Sprich für interssierte Spieler und Meister. Ich möchte ihnen dann entweder das Werk empfehlen, wenn es mir gefallen hat, ihnen davon abraten, wenn es mir nicht gefallen hat, oder sie auf potentielle Probleme aufmerksam machen, wenn es teils so teils so war. Meist entweder schon mit Ideen, wie man es besser machen könnte, oder, falls mir nichts einfällt, in der Hoffnung, das jemand anderer eine gute Idee hat.
Ich schreibe dabei auch tatsächlich nicht immer sachlich, sondern schildere beispielsweise unpassende Szenen gerne mal überspitzt, mit dem Ziel die Leser zu unterhalten. Aus dem einfachen Grund, das ich selber solche Rezensionen lieber lese, als staubtrockene, sachliche Kritiken. (Um bei einem deiner Beispiele zu bleiben: Den Satz "Abschnitt 67 verweist auf 14, dabei sollte es 41 sein" hat in einer Rezension mMn nichts zu suchen. Das schreibe ich vielleicht auf die Fehlerseite im Wiki, aber für die Aussage "Verweise sind nicht richtig" braucht es mMn kein Beispiel).
Ja, Verrisse kann ich auch schreiben, aber selbst da versuche ich meine Meinung nachvollziehbar zu begründen (und halte mich in letzter Zeit eh ein wenig damit zurück, seit ich einen Autor damit tatsächlich von hier verscheucht habe :oops: ).
Warum mir nun Rezensionen über gute Werke schwer fallen: Ich sehe viele Sachen, die ein gutes Werk ausmachen wahrscheinlich als zu selbstverständlich an und erwähne sie daher nicht. Sachen wie "Rechtschreibfehler gab es keine/kaum", "die NPCs handeln wohldurchdacht, man hat das Gefühl sie sind echte Personen und nicht nur Mittel den Plot voran zu bringen", "alle Regeln wurden korrekt angewandt", "Die Helden können etwas bewirken und sind nicht bloß Statisten" oder "das Abenteuer fügt sich harmonisch in die Welt Aventurien ein" erwarte ich von einem Abenteuer. ich werde versuchen, solche Punkte ab jetzt auch in den Rezensionen hervorzuheben. Bisher dachte ich eher in die Richtung "ah gut, das hat er richtig gemacht, dazu muss ich nichts schreiben".
Also abschlißend: ich gelobe Besserung und werde versuchen von nun an auch bewusst das positive hervorzuheben.
DSA, trotz der Regeln, nicht wegen der Regeln

Zordan von Bethanstrand
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Zordan von Bethanstrand » 09.05.2017 17:28

Ich finde deine Kritiken mitunter auch durchaus unterhaltsam, aber ich wage mal die These, dass man informativ, konstruktiv und unterhaltsam zusammenbringen kann. Damit will ich nicht andeuten, dass es dir nie gelungen wäre oder du das nicht auch tust. Es geht mir wieder darum, durch Zusammenarbeit etwas zu schaffen, was Leser und Autoren gut verdauen können.

Ich verstehe die Absicht voll und ganz, ein Buch empfehlen zu wollen oder eben nicht. Ich verstehe ebenfalls die Absicht, dabei den Leser unterhalten zu wollen. Aber es besteht dabei schnell die Gefahr, dass so eine unterhaltsame Kritik nur für einen zweiten WeZwanzig (um mal bei deinem Post zu bleiben) eine treffende Kaufempfehlung wird. Ich finde es in Rezensionen hilfreich, wenn das Werk so behandelt wird, dass ich mir aus den Einzelbewertungen eine Gewichtung bauen kann und dann zu meiner Kaufentscheidung komme. Ich hole mal ein bisschen aus und will mal aufzeigen, was ich meine. Das ist vielleicht auch ein Beispiel für "Auf eine Art gedacht, auf eine andere angekommen." Ich bleibe dabei mal bei den Solos.

Der Vampir von Havena hat eine relativ geradlinige Struktur. Es gibt eine etwas offenere Episode, aber die Abschnitte liegen relativ gesehen eher hinter- als nebeneinander. Der Vorteil ist, dass mehr Storyentwicklung vorangetrieben werden kann. Die Extremform wäre halt ein Buch, dass streng linear immer von einem zum nächsten Abschnitt verweist. Jedes Wort trägt zur Story bei. Der Vorteil ist dabei der größere Raum für die Entwicklung der Geschichte, die mit vielen Wendungen versehen sein kann. Der Nachteil ist, dass Entscheidungen beim zweiten Spielen weniger weit in Verästelungen führen. Es gibt mehr Knoten, auf die man schneller zurückspringt. Der Vampir von Havena nutzt die Zeichen also stärker in der Tiefe, weniger in der Breite, mehr Geschichte, weniger Optionen zum Ausprobieren. Das fanden übrigens einige durchaus kritikwürdig.

Bei der Konzeption der Verschwörung der Magier war die Frage, ob es wieder dieser Entwurf wird oder ein anderer. Wenn man die Geschichte kompakter hält, kann man mehrere optionale Wege anbieten. Die Geschichte wird kürzer, die Optionszahl steigt, man reduziert also die Tiefe und gewinnt in der Breite. Da das erste Solo tiefenorientiert war und ich das freie Herumlaufen in der Akademie interessant fand, habe ich mich bei der Verschwörung für ein breitenorientiertes Abenteuer entschieden. Die Story lässt sich kompakter zusammenfassen, dafür gibt es mehr zum Erkunden in der Akademie.

Du merkst, dass ich deiner Kritik im Bewertungsthread gar nicht widerspreche, wenn du schreibst, die Story sei kompakt. Ja, das ist so und zwar mit Absicht. Wenn man ein Soloabenteuer spielen will, dass so viel wie möglich Geschichte transportiert, ist der Vampir passender. Wenn man mehr in der Breite erkunden will, dann ist es eher die Verschwörung. Mehr Zeichen würden das Problem lösen, dickere Bücher sind aber teurer. Auch hier sind Entscheidungen zu fällen. Am Ende probiere ich es zu variieren, um möglichst viele Geschmäcker anzusprechen und für Abwechslung zu sorgen.

Warum schreibe ich das alles? Muss das ein Rezensent alles bedenken und dann sagen, dass er es nicht mag, aber der Autor hat bestimmt ganz viel nachgedacht? Nein. Aber ich will aufzeigen, dass eine Sache, die einer Person missfällt, genau das Kaufargument für eine andere sein kann. Und wenn eine Rezension dann eine Kaufentscheidungshilfe sein soll, wäre es in meinen Augen hilfreich, solche Dinge neutraler anzugehen - was ja nicht heißt, dass man nicht schreiben darf, dass es einem persönlich missfällt.

Noch eine Sache: Man muss sicherlich nicht wie in einer wissenschaftlichen Arbeit alles be- oder widerlegen, aber warum sollte in einem Text, der für andere eine Kaufentscheidung sein soll, nicht auch ein Tipp stehen, wenn es einen Zahlendreher gab? "Wer jetzt mit dem Kauf liebäugelt, der sei noch gewarnt, dass er bei Abschnitt X nicht wie angedeutet mit den beiden Jungfern im Schlafgemach landet, wenn er Abschnitt AB aufschlägt, sondern in der Höhle eines Ogers. Hier hat sich ein Zahlendreher eingeschlichen, Rahjaische Freuden erwarten den Leser bei Abschnitt BA."

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von WeZwanzig » 09.05.2017 18:27

Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Es geht mir wieder darum, durch Zusammenarbeit etwas zu schaffen, was Leser und Autoren gut verdauen können.
Dem Ziel schließe ich mich gerne an. Wäre natürlich ideal, wenn das klappt.

In dem Sinne: Ich habe mal meine Bewertung der Verschwörung ein wenig ergänzt, in der Hoffnung, das sie informativer, sachlicher und hilfreicher für Leser UND Autor wird. :)
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Cavia
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Cavia » 09.05.2017 21:56

Zordan von Bethanstrand hat geschrieben: Ich erhebe hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber um mal einen willkürlichen Punkt zu nennen: Sich selbst verstärkendes Desinteresse. Warum sollte jemand einen ellenlangen Artikel für Nandurion schreiben, wenn keiner darauf antwortet oder ihn kommentiert. Aufmerksamkeit ist der einzige Lohn des Schreibers dabei. Weniger Feedback führt zu weniger Artikeln, weniger Artikel führen zu weniger Interesse. Früher habe ich Nandurion fast täglich aufgerufen, jetzt reicht es einmal wöchentlich, weil außer einer Linksammlung im Rahmen der Web-Schau dort nicht viel steht. Die Botendispute dort waren z.B. eine gute Rückmeldung für uns Autoren, die gibt es aber nicht mehr. Folglich fehlt wichtiges Feedback für Autoren und für Leser wird die Website uninteressanter.
Zornbold hat geschrieben:
Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Die Botendispute dort waren z.B. eine gute Rückmeldung für uns Autoren, die gibt es aber nicht mehr. Folglich fehlt wichtiges Feedback für Autoren und für Leser wird die Website uninteressanter.
Just ist ein neuer Botendisput erschienen.
Im Prinzip stimme ich dir aber zu, es gibt zur Zeit relativ wenige Inhalte bei Nandurion. Woran das liegt vermag ich nicht zu sagen.
Hi zusammen,

vielleicht ist das jetzt ein Thema zu viel für diesen Thread, aber ich klinke mich mal kurz zum Thema Nandurion ein.

Was Zordan sagt, ist in jedem Fall richtig, zumindest für mich persönlich. Artikel schreiben, vor allem Rezensionen, Kolumnen und dergleichen im Gegensatz zu News, macht man schon vor allem wegen der Leserzahlen und der Kommentare und der sich möglichst ergebenden Diskussion. Da ist leider bei Nandurion, ähnlich wie in den Foren, total tote Hose. Allgemeine Kolumnen oder Texte zu älteren Publikationen stoßen noch auf einigermaßen vorhandenes Interesse, alle in jüngster Zeit veröffentlichten Rezensionen oder Dispute zu DSA5-Produkten haben gemeinsam, dass keine Kommentare vorhanden sind. Selbst wenn wir es mal ausnahmsweise geschafft haben, ein Produkt sehr zeitnah zum Erscheinen zu besprechen. Auch zu News gibt es keine Kommentare mehr.

Woran das aus Sicht unserer Leser liegt - Blogs doof im Vergleich zu FB/YouTube, DSA5 doof, Nandurion doof ... ich weiß es nicht.

Dazu kommt die Kombination aus immer mehr und mehr und mehr Content und immer weniger Leuten mit immer weniger Zeit. Früher gabs ab und an mal eine Produktankündigung, ein paar Rezensionen und Blogartikel und vielleicht mal sowas wie Werkstattberichte oder dergleichen zu berichten. Heute laufen in einer Woche gerne mal an die 10-15 neue Lets-Play-Videos auf, plus 5 Rezensionen plus 5 News allein von Ulisses (das dreifache Erscheinungsdatum F-Shop - normale Händler - Ebook-Shop ist da alleine schon ein Albtraum für News-Seiten, auch wenn wir uns inzwischen intern drauf verständigt haben, nur noch ein Erscheinungsdatum zu verartikeln und den Rest nur noch twittern) plus verschiedene weitere Neuigkeiten ... das ist einfach eine Menge Kram. Und an sich ist es auch super, dass es so viele Dinge zu berichten gibt, aber es ist einfach auch mehr Arbeit. Daher sind wir ja schon bei vielen Sachen zu Listen gewechselt, statt zu jeder Folge Let's Play und jeder Rezension einen Absatz Text zu schreiben.

Es sei hierzu erwähnt, dass nicht alle Nanduriaten alle Bereiche der Seite abdecken, wir haben da eine interne Aufteilung, und vieles sind auch Dinge, die hinter den Kulissen laufen, wie TechSupport oder halt Korrekturlesen usw. Für den Newsbereich sind wir halt so ... 3 Leute. Alle davon mit eigenem Haushalt, Job und anderen Hobbies. Und wenn dann alle drei gerade mal 3 Tage beschäftigt sind ... gibts halt an Tag 4 den Mega-Listen-Artikel mit 18 Links. Macht die Leser wohl nicht so glücklich, uns auch nicht, aber die Alternative wäre, nur noch selektiv News zu berichten und das ist eigentlich genau das, was unserem Selbstverständnis widerspricht und was Nandurions Funktion als Schnittstelle aller möglicher "kleinerer" Seiten zum Thema DSA unterlaufen würde.

Und auch bei Rezensionen ist sehr viel mehr zu tun, seit halt nicht nur Regionalband X, sondern Regionalbundle X mit Spielhilfe, Rüstkammer, Kurzgeschichten, Karten und Soundtrack erscheint. Ohne jetzt die Bundles als solche zu kritisieren oder zu diskutieren, aber es ist einfach mehr Arbeit. Und wenn man sich dann mit den Sachen auseinandersetzt und was dazu schreibt (und korrekturliest und layoutet und bebildert und ankündigt) ... na, stellt euch einfach so nen Tumbleweed in der Kommentarspalte vor. Das ... ist ... so ... demotivierend. Also jetzt mal nur so aus meiner persönlichen Sicht gesprochen.

Und ja, jetzt kommt bestimmt das naheliegende "dann sucht euch doch mehr Leute!"-Argument ... und glaubt uns, wir versuchen es. Aber auch von den Leuten, mit denen wir schon Kontakt haben und bei denen Interesse da ist, hören wir dann leider meistens, dass sie aus Zeitgründen nicht mit einsteigen wollen.

Insofern wird der Berg an Material immer größer, der eigentlich noch bearbeitet werden will, während wir gleichzeitig damit kämpfen, überhaupt noch die News halbwegs aktuell zu halten. Und das ist gleichzeitig auch nicht sehr motivierend für zusätzlichen Content wie Spielhilfen oder zusätzliche Kolumnen oder dergleichen.

Im Großen und Ganzen also ein ähnliches Bild wie hier im Forum - früher war mehr Lametta.
Because no one else here will save you.

Jenseit des Horizonts - Charaktertagebuch.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Zordan von Bethanstrand » 09.05.2017 22:39

@Cavia: Ich glaube euch das sofort. Die Community braucht insgesamt mehr Schwung und irgendwie muss sich das wieder anstupsen lassen, sonst wäre die Abwärtsspirale ja wirklich nur schwer aufhaltbar. Wenn man sich mal anguckt, was in den Altforen so passiert, dann scheint es bei vielen eine auf- und dann wieder eine absteigende Bewegung zu geben. Es ist zur Zeit aber - und da beschwere ich mich nicht - sehr ruhig alles in allem: keine Skandale, keine Dramen. Vielleicht lebe ich ja in einer kleinen Filterblase dieses Threads, aber alles in allem scheint mir von allen Seiten der Wunsch nach Belebung und friedlichem, produktivem Miteinander zu bestehen. Inzwischen hat der typische DSAler aber eben auch Familie und Kinder, da hat sich vieles getan. Das Internet ist nicht mehr unser Neuland, DSA ist keine 16-Stunden-pro-Tag-Zweitstudium mehr neben der Vormittagsvorlesung, sondern integriert sich ganz anders ins Leben. Da ändert sich gerade sehr viel und das muss es wohl auch.

Ein guter Weg scheint mir da Kräfte zu bündeln und noch stärker zu kooperieren. Aber ich kann ja auch leicht sagen, dass mehr Leute besser wären, und gleich darauf verweisen, dass ich neben Job, Familie und Spielen so viel Zeit wie möglich ins Schreiben stecke und entsprechend wenig Zeit für Newsartikel habe.

@WeZwanzig: Ich habe sehr neugierig deine editierte Kritik gelesen und gleich mehrere Anknüpfungspunkte gefunden, zu denen ich einfach mal nur ganz wertneutral die Idee dahinter erklärt habe. Ob man das jetzt stimmig findet oder nicht, kann jeder Leser entscheiden, aber ich hatte das Gefühl, eine gute Gelegenheit zu haben, meine Sicht der Dinge darzustellen. Danke dafür!

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von bluedragon7 » 10.05.2017 01:17

@Zordan
Vielleicht sollten wir (also Autoren, dsaforum, Nandurion, Ulisses u.a.) mal die Köpfe zusammenstecken und schauen was wir zusammen auf die Beine stellen können, es würde uns ja allen nützen wenn die Community etwas mehr Schwung bekäme.
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Zohltan » 10.05.2017 08:28

Cavia hat geschrieben: Woran das aus Sicht unserer Leser liegt - Blogs doof im Vergleich zu FB/YouTube, DSA5 doof, Nandurion doof ... ich weiß es nicht.
Als ehemaliger Kommentator (zwar unter anderem Nick, aber was soll's) von Nandurion kann ich dazu noch was sagen. Ich habe früher immer als erstes Nandurion angesurft um mich mit DSA News zu versorgen. Mit der Umstellung auf DSA5 ist mein Interesse an DSA abgeflaut und ich habe mich dann anderen Rollenspielen geöffnet. Ich bin also immer als erstes auf rsp-blogs.de und schaue was da so passiert. Aus dem Grund lese ich auch mehr auf dem Tanelorn, wohlgemerkt, lese. Da ich mich jetzt aber seit gut zwei Jahren immer weniger mit DSA beschäftige und auch durch die Änderung des Boten keinen Boten mehr abonniere, komme ich mit der Geschichte nicht mehr nach. Es passiert was in Aventurien, siehe aktuellen Disput, aber ich kann damit nichts anfangen, da ich aus der Meta raus bin. Mir fehlt auch die Zeit mich da wieder reinzulesen und habe so die OSR Bewegung und System Matters für mich entdeckt. Damit kann ich viel komfortabler (auch in Aventurien oder einem Klon) spielen.

Schlussendlich ist es eine Verschiebung der Interessen.

Ich habe mal kurz geschaut wie die "Zahlen" so bei Facebook und YouTube sind:

Orkenspalter TV - 15,274 subscribers (YouTube)
Nick-Nack - 754 subscribers (YouTube)
Nandurion - 1.095 likes
Das schwarze Auge - 11.737 likes
Orkenspalter TV - 3,033 likes

Mal als Vergleich, ist natürlich International...

Dungeon and Dragons - 718,298 likes
Pathfinder - 36,077 likes

Bei Orkenspalter sind noch viele LARPer mit drin und ich dachte Nick-Nack hätte mehr...

Habe leider nicht die Zeit das besser und informativer aufzuarbeiten.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Zorni » 10.05.2017 09:28

bluedragon7 hat geschrieben:@Zordan
Vielleicht sollten wir (also Autoren, dsaforum, Nandurion, Ulisses u.a.) mal die Köpfe zusammenstecken und schauen was wir zusammen auf die Beine stellen können, es würde uns ja allen nützen wenn die Community etwas mehr Schwung bekäme.
Wir sind in Kontakt mir beiden genannten. Vieles von dem, was hier so genannt wurde ist auch in diesen Gesprächen Thema.
Schaun 'mer mal was letztlich rauskommt.

Andwari
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Andwari » 10.05.2017 12:10

@Metaplot
Weiter oben schreibt Zohltan im Nebensatz
Zohltan hat geschrieben: Es passiert was in Aventurien, [...] aber ich kann damit nichts anfangen, da ich aus der Meta raus bin.
Das ist mMn ein wichtiges Argument.

1. Ich glaube, das "Lebendige Aventurien" hat nie echt funktionieren können, einfach weil die personellen Ressourcen nie da waren. Es war überall Stillstand, an einigen wenigen Stellen Bewegung und manchmal ein Hüpfer nach vorne, wenn eine missachtete Region gerade wieder mal ins Rampenlicht kam.
2. Die Illusion (brauchbare Realitätsdichte) des Lebendigen Aventurien ist damit verknüpft, wie viel die Community zu einem bestimmten Thema macht.
3. Das heißt, die mMN wenigen (!) Gruppen die nahe an der Zeitlinie spielen, sind um so wertvoller, je mehr sie ihre Karten vom im Abenteuer beschriebenen Gebäude, die Ausarbeitung zu abweichenden Plotlösungen usw. öffentlich zur Verfügung stellen.
4. Die Borbaradkampagne oder Phili heute ist nicht, was anno dunnemals geschrieben wurde - sondern das plus die Bearbeitung von dutzenden Gruppen.
5. In uralten Zeiten konnte man den Einfluss der dem Autoren willig durch sein Abenteuer folgenden Probespielgruppe noch förmlich greifen (nicht immer elegant, wenn der Plot gerade dem Streuner folgt, der im gedruckten Abenteuer gar nicht vorkommt, weil er SC war) - und das vmtl. alles sehr aktiv spielende Leute, die viel Kontakt mit anderen sehr aktiv spielenden Leuten hatten.
6. Was macht heute eine Gruppe von Mittdreissigern, die nach Jahren (!) Spiel (nicht: 3* pro Woche) endlich durch das JdF durch ist, dabei extrem viel modifiziert hat, dem SL für all seine Modifikationen dankbar ist aber viele gar nicht wissen wollen, was er alles geändert hat (weil man sich informieren konnte, dass das Original-Abenteuer an einigen Stellen schrecklich sei).
7. Feedback an Community? Die Auswahl an spielbaren Themen hat zugenommen, 1992 konnte man nur Phili und/oder Khômkrieg sowie Einzelabenteuer machen und auf die Orken warten. Heute kann man all das immer noch spielen und andere Kampagnen halt auch.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 10.05.2017 12:41

Zum Thema Rezensionen fand ich das hier schon mal recht hilfreich: http://asboran.de/2016/09/22/schoener-l ... zensionen/
wobei einiges natürlich schon gesagt wurde.
75% Method Actor, 71% Storyteller, ..., 17% Power Gamer


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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Dingens » 10.05.2017 13:44

Zum Thema Kritik und Rezension:

Wenn ich hier im Forum ein Abenteuer bewerte, möchte ich anderen Spielern meine persönliche Meinung zu diesem Abenteuer darstellen. Wichtig hier "persönlich" und "Meinung". Ich gebe mir erst gar keine Mühe, einen objektiven Standpunkt einzunehmen - ich schildere, was mir gefallen hat, und was nicht, Dinge die in meiner Runde gut ankamen oder nicht funktionierten. Vielleicht schreibe ich auch noch ein paar Sätze zu Änderungen, die ich weitergeben möchte - erneut mit Blick auf andere Spieler (Meister) und ohne Rücksicht auf Allgemeingültigkeit. Für einen Autor ist meine Bewertung an sich so ziemlich sicher nutzlos, weil wenig direkt umsetzbare konstruktive Kritik enthalten sein wird. Insbesondere Dinge wie "Rechtschreibfehler", "schlechtes Layout" usw. würde ich nicht im Detail ausführen, inhaltliche Kritik wird häufig durch persönliche Vorlieben von mir geprägt sein. Erst wenn aus vielen Einzelbewertungen dieser Art ein Gesamtbild entsteht, das der Autor als repräsentativ für die Käuferschaft des Abenteuers ansehen kann, kann er aus solchen Bewertungen vielleicht etwas für sein nächstes Werk rausziehen. Das funktioniert bei der aktuellen Anzahl Bewertungen hier im Forum aber auf keinen Fall.

Auf der anderen Seite: Wenn ich ein Review schreibe, wie ich das als Wissenschaftler kenne - also eine Kritik mit dem Ziel, ein Werk zu verbessern - kommt ein fundamental anderer Text dabei herum. Dann wird plötzlich wichtig, das Werk von einer neutralen Position zu betrachten, Probleme konkret aufzuzählen und ggf. Verbesserungshinweise zu geben. Also genau das, was sich Zordan oben (als Autor) gewünscht hat.

Was ich sagen möchte: Das sind zwei völlig verschiedene Herangehensweisen mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen, und beide sind interessant und wichtig. Ich möchte persönliche Meinungen in überschwänglichem Lob oder scharfer Kritik lesen und schreiben können, auf der anderen Seite möchte ich auch, dass der Autor (falls interessiert) brauchbares Feedback bekommt. Ein konstruktives Review schreibe ich aber nicht, wenn ich nicht sicher bin, dass es einen interessierten Leser (=den Autor) findet - dafür kostet es mich einfach viel zu viel Arbeit im Vergleich zu einer einfachen Bewertung auf Basis meiner persönlichen Meinung. Ich denke, damit bin ich nicht alleine. Hier würde es dann helfen, wenn sich der Autor von selbst zu Wort meldet, vielleicht sogar in einem eigenen Thread, und um verwertbares Feedback bittet. Dass das funktioniert, haben wir ja hier an einem konkreten Beispiel schon gesehen.

TL;DR: Bewertungen hier im Forum und nützliches Feedback für den Autor sind nicht deckungsgleich und sollten es auch nicht werden. Beides ist wichtig und sollte getrennt abgefragt werden.

Zur allgemeinen Diskussion DSA-Community-Seiten

Ich bin ein passiver Konsument, insbesondere beispielsweise auf Nandurion lese ich mehr oder weniger alles, was Hans mir hier ins Forum weiterleitet, habe aber noch nie etwas kommentiert. Trotzdem sind die Beiträge von Nandurion meine beste Quelle, um halbwegs auf dem Stand zu bleiben, und ich bin den Autoren sehr dankbar. Bitte weitermachen! Vielleicht könntet ihr ja auch auf Nandurion eine Art "Danke"-Funktion einführen, mit denen Leser sich für einen Text bedanken können, die keinen ausführlicheren Kommentar haben? Dann bekommen die Autoren wenigstens eine Zahl glücklicher Leser als positives Feedback zurück.
Zur Wiki würde ich grundsätzlich gerne etwas mehr beitragen, spiele aber so weit in der Vergangenheit (vor JdF) mit DSA 4.1, dass die Artikel, die ich suche, üblicherweise bereits existieren und meines Erachtens nach vollständig sind.

Für alles andere fehlt mir einfach die Zeit. Falls es hilft, würde ich aber durchaus finanziell unterstützen, wo dies sinnvoll wäre und hilft, Content den ich nutze zu erhalten und auszubauen. Dazu müssten sich die entsprechenden Verantwortlichen dann zu Wort melden und Möglichkeiten einrichten (Kickstarter, Patreon, ...).

Grüße
Dingens

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Zohltan » 10.05.2017 15:00

Andwari hat geschrieben:@Metaplot
1. Ich glaube, das "Lebendige Aventurien" hat nie echt funktionieren können, einfach weil die personellen Ressourcen nie da waren. Es war überall Stillstand, an einigen wenigen Stellen Bewegung und manchmal ein Hüpfer nach vorne, wenn eine missachtete Region gerade wieder mal ins Rampenlicht kam.
Mich interessiert der Metaplot auch nicht besonders (mehr). Den der DSA Metaplot/Geschichte ist einfach schlecht. Es gibt heutzutage, was es bis vor ein paar Jahren noch nicht gab, richtig tolle Serien mit einem richtig guten Metaplot bzw. einer Geschichte. Ich war nie Seriengucker und bin es jetzt geworden. Das gucke ich mir an wenn ich passiv was erleben will und mit Ereignissen mitfiebern will. Wenn ich jetzt Rollenspiele, will ich keinen Plotschutz oder sonst was sondern meine/unsere Geschichte spielen. Da brauche ich nur die Bühne und das reicht. Dadurch verliere ich natürlich auch ein wenig den Zusammenhalt. Den mein Weiden oder Albernia sieht ganz anders aus, als in den Büchern. Da wirken nämlich Spieler und die verändern Aventurien eben...

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Andwari » 10.05.2017 23:42

@Zohltan
Ich war auch nie ganz nah an der Zeitline - was ich aussagen wollte war, dass die Teile der Community die es waren, für zusätzliches Material, Bugfixes, Alternativrouten usw. gesorgt haben.
Die Borbaradkampagne war Mitte der 90er vllt. ähnlich "schlecht" wie andere heute stark kritisierte Kampagnen - aber sie wurde besser, je mehr Leute sie gespielt haben.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von KlickKlack » 11.05.2017 13:36

Zohltan hat geschrieben:
Andwari hat geschrieben:@Metaplot
1. Ich glaube, das "Lebendige Aventurien" hat nie echt funktionieren können, einfach weil die personellen Ressourcen nie da waren. Es war überall Stillstand, an einigen wenigen Stellen Bewegung und manchmal ein Hüpfer nach vorne, wenn eine missachtete Region gerade wieder mal ins Rampenlicht kam.
Mich interessiert der Metaplot auch nicht besonders (mehr). Den der DSA Metaplot/Geschichte ist einfach schlecht. Es gibt heutzutage, was es bis vor ein paar Jahren noch nicht gab, richtig tolle Serien mit einem richtig guten Metaplot bzw. einer Geschichte. Ich war nie Seriengucker und bin es jetzt geworden. Das gucke ich mir an wenn ich passiv was erleben will und mit Ereignissen mitfiebern will. Wenn ich jetzt Rollenspiele, will ich keinen Plotschutz oder sonst was sondern meine/unsere Geschichte spielen. Da brauche ich nur die Bühne und das reicht. Dadurch verliere ich natürlich auch ein wenig den Zusammenhalt. Den mein Weiden oder Albernia sieht ganz anders aus, als in den Büchern. Da wirken nämlich Spieler und die verändern Aventurien eben...
Ich denke dies ist einer der wichtigsten Punkte um die Kritik an DSA5 zu verstehen. Wenn man mal von den Regeln absiehst, ist es der so immens gewachsene Anspruch an Erzählung der es so schwer macht DSA Stories positiv zu bewerten.
Der Anspruch an Erzählungen ist in den letzten 20 Jahren einfach gestiegen.
Das nahm bereits mit GRRM seinen Anfang, plötzlich war da eine Fantasy Welt die um so vieles komplexer und interessanter war als Alles was der zähe Metaplot zu bieten hatte...
Heute wird man durch komplexe Plots und vielschichtige Charakterzeichnung verwöhnt, DSA kann da nicht mit halten. Es liest sich wie Hobby Schreiberei und das ist es ja auch!
1992 lächelte man darüber und steckte viel Arbeit in die Anpassung der Kampagnen, heute greift man eben garnicht mehr zu den Vorlagen, es lohnt sich einfach nicht.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Mithrandir » 11.05.2017 13:45

Tatsächlich finde ich, das auch neben der subjektiv für manche schwierigen Regelüberarbeitungen und dem, gefühlten, neuen propagierten Spiel- und Leitstil, der Metaplot das Problem ist.

Ja, der Metaplot war früher manchmal unausgegoren, man merkte hier und da Autorenwechsel und lange Pausen in manchen Plotsträngen und manche verhungerten sogar ganz. Auch war es als "Neuling" schwierig reinzukommen und ihn zu verstehen und evtl. mögen zu lernen. Die "alten Hasen" konnten auch Geschichten erzählen aus ihrer "begleitenden Metaplotspielzeit", die kein neuer verstand. Aber....es gab einen. Es gab eine Metaplotgeschichte, die über erlebbare Abenteuer MIT weitergeführt wurde (neben Boten und Quellenbüchern).

Der neue Metaplot wirkt (!) nach einer Mischung aus
a) "Ich hab ne geile Idee, ich mach das mal!" (teilweise als Einzelabenteuer, teilweise als Kampagne), ohne das überhaupt versucht wird, das irgendwie mit bisherigen oder zukünftig geplanten Plotentwicklungen abzugleichen und "in Linie" zu bringen.
und
b) "BÄÄM! Explosionen. Krass. Cool. Schlimm. TRAILER!!"

Mich schreckt das halt ab. Ich mag einen Metaplot, der die Welt weiterentwickelt, optimalerweise eben auch durch Abenteuer und Kampagnen.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 11.05.2017 13:58

Wobei ich einen Metaplot, der die Welt stark verändert, schon wieder problematisch finde. Ich kenne einige Gruppen die noch immer vor Borbarad spielen, weil sie die Entwicklungen darin und ganz besonders die Entstehung der schwarzen Lande nicht mögen.
Solche Gruppen werden sich dann kaum neue Hintergrundbände holen, wenn ihnen die neue Welt nicht gefällt.
Andererseits wird es vermutlich nie einen Metaplot bzw. Weltänderung geben die allen zusagt.

Ich bin da also immer etwas zwiegespalten was Metaplot im Allgemeinen betrifft.
75% Method Actor, 71% Storyteller, ..., 17% Power Gamer


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