DSA 4 vs DSA 5 Charaktere

Von A wie Abenteuerpunkte bis Z wie Zwerg: Alles über Erstellung und Entwicklung von Charakteren.
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GreedyGroot
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DSA 4 vs DSA 5 Charaktere

Ungelesener Beitrag von GreedyGroot » 23.06.2018 18:19

Ich habe mich online etwas in das DSA 5 Regelwerk eingelesen. Und mir gefällt vor allem die Charaktergenerierung ohne die Unterscheidung zwischen GP und AP. Allerdings habe ich das Gefühl das durch die anders berechneten Werte die Charaktere wesentlich schwächer sind. So haben die Charaktere wesentlich geringere Paradewerte und normalerweise auch niedrigere AsP. Habe ich also etwas übersehen oder wie kommt es das mir die meisten Charaktere die mir in den Sinn kommen schwächer erscheinen. Ist das so gewollt, damit die Charaktere sich weiter entwickeln können oder habe ich einfach übersehen wie man starke Charaktere generieren kann. (Mit Stärke beziehe ich mich in erster Linie auf Kampfwerte und die Stärke von Zauberern oder Liturgien) Nicht zuletzt erscheinen mir die meisten Sonderfertigkeiten sehr teuer. Vor allem wenn ich sie mit den Preisen für Eigenschaften vergleiche, wobei die Sonderfertigkeiten in DSA 4 im Vergleich zu den Eigenschaften bedeutend billiger sind. In DSA 4 kosten Sonderfertigkeiten in der Regel um die 200 AP wohingegen das Steigern von Eigenschaften die wichtig für den Charakter sind schon bei Beginn schnell um die 400 AP kosten.

Andwari
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DSA 4 vs DSA 5 Charaktere

Ungelesener Beitrag von Andwari » 23.06.2018 18:44

DSA4 und DSA5 sind zwei unterschiedliche Systeme - nur weil zwei mal "DSA" draufsteht, heißt das nicht, dass die irgendwie vergleichbar bzw. einfach zueinander skalierbar wären. Eigenschaftswerte haben einen anderen typischen Bereich, der Probenmechanismus ist anders, der Kampf läuft durch die meist massiv niedrigeren Paraden anders, der Talentbogen ist etwas anders, sämtliche Generierungskosten sind anders ...

Wenn Du mit DSA4-Vorstellungen einen DSA5-Charakter baust, wird das das Ergebnis ähnlich behindern wie wenn Du mit DnD, Earthdawn oder sonstwas im Hinterkopf an die Charaktererschaffung gehst.

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Nagamasa
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DSA 4 vs DSA 5 Charaktere

Ungelesener Beitrag von Nagamasa » 23.06.2018 19:52

Die Regelsysteme sind unterschiedlich soviel ist richtig, aber in vielen Vergleichen wurde deine Beobachtung durchaus bestätigt.
DSA 5 Helden sollen weniger können als DSA 4 Helden mit vergleichbarer Stufe. Zumindest ist dies eine gängige Meinung.
Beweisen kann ich es dir nicht. Meine DSA 5 Erfahrung beschränkt sich auf die Erstellung. Wirklich ausgetestet hab ich einen Charakter mit 10K Ap in DSA 5 nicht.

Faras Damion
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DSA 4 vs DSA 5 Charaktere

Ungelesener Beitrag von Faras Damion » 23.06.2018 23:28

Jein, das Spielgefühl ist einfach anders.

Ein paar Beispiele:
Man bekommt bei Kämpfen beständig wenig aber sich addierenden Schaden, dafür bekommt man die LeP schnell sehr hoch (50+). Man kann nicht mehr nebenher alle Gesellschafts- und Wissenstalente hochsteigern, dafür gibt es eine Menge Hobby-Talente, die fast nichts mehr Kosten (z.B. Tanzen, Singen). Man kann nicht mehr günstig viele Talente auf 3-4 steigern, dafür ist es im Vergleich günstig Talente bis 12 zu steigern (d.h. man hat weniger Talente, die dafür besser). Kampftalente sind sehr günstig, d.h. man beschränkt sich als Kämpfer nicht mehr auf wenige Waffenarten, sondern beherrscht viele. Eigenschaftspunkte bis 14 sind recht günstig. Sonderfertigkeiten sind teuer, d.h. man muss sich seinen Kampfstil genau überlegen. Überzahl ist weniger effektiv, Rüstung ist mächtiger. Zauberwirker haben viel weniger Zauber. Zaubertricks ändern den Spielalltag sehr. Geweihte können viel häufiger Liturgien wirken, diese sind aber schwächer als bisher. Bei Zaubern gilt häufig, dass sie ab 13 ZFP* extrem mächtiger werden.

Die Behauptung, dass mit DSA5 nur Bauerngaming möglich ist, halte ich aber schlicht und einfach für falsch. Im Gegenteil hatte ich sehr viel schneller das Gefühl, dass die Helden kompetent sind als in DSA4.

Wer allerdings versucht, die DSA4-Exploits 1:1 nachzubauen (den Thorwaler Krieger, den Blitz-Gildenmagier) wird enttäuscht sein. Dafür gibt es in DSA5 andere starke Builds.

Das ist auch gerade einer meiner Kritikpunkte: Die Zauber sind sehr unausgewogen. Der Sprung von Q4 auf Q5 ist häufig zu stark. Zaubertricks sind sehr unterschiedlich stark. Überhaupt wirken viele Details nicht gut durchdacht.

urza2222
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DSA 4 vs DSA 5 Charaktere

Ungelesener Beitrag von urza2222 » 24.06.2018 15:47

Faras Damion hat geschrieben:
23.06.2018 23:28
Jein, das Spielgefühl ist einfach anders.

(...)

Das ist auch gerade einer meiner Kritikpunkte: Die Zauber sind sehr unausgewogen. Der Sprung von Q4 auf Q5 ist häufig zu stark. Zaubertricks sind sehr unterschiedlich stark. Überhaupt wirken viele Details nicht gut durchdacht.
Ich kann mich hier (bzgl. letzterem: leider) voll und ganz anschließen. Ich spiele schon seit vielen Jahren DSA4/4.1 und nun seit bald einem Jahr auch DSA5. Zu Beginn durch DSA4 geprägt hatte ich auch meine Mühe mit dem Generierungssystem. Nun muss ich aber gestehen, dass ich in der Zwischenzeit min. wenn nicht sogar mehr Spaß habe DSA5 zu spielen als DSA4. Dies liegt aber nicht unbedingt nur an DSA5*

Allgemein zu DSA5:

Was DSA5 besser macht: viel einfacherer Einstieg für neue Spieler.

Wie aber leider schon von Faras Damion angedeutet ist die Ausführung meines Erachtens an gewissen Stellen schon an der Grenze zu respektlos. Es sind derart viele Logik-Fehler, Balancing Probleme, Widersprüche und allgemeine Ungenauigkeiten in den Büchern enthalten (und offensichtlich oft nicht von erfahrenen Rollenspielern geschrieben), dass es für mich nur an wenigen Orten ansatzweise ein mit Leidenschaft gestaltetes Spielsystem darstellt (vor allem da man dafür noch so viel bezahlen muss durch die zum Teil in 3-4 verschiedenen Büchern verteilten Grundregeln). DSA5 trifft somit den Zeitgeist ganz gut...

*Wenn man aber gute Freunde hat, Spass am Rollenspiel und gerne einen einfachen Einstieg in die Welt Aventuriens möchte (und sich nicht vor Hausregeln scheut) ist DSA5 durchaus geeignet.

Charaktere DSA5 vs. DSA4:

Sehr schwierig zu vergleichen, da die Generierung so unterschiedlich ist vor allem aus dem Grund, dass man versucht hat eine "faire" Generierung zu schaffen.

Was mich an DSA4 aber eben nie gestört hat, ist dass es gewisse Generierungs-Pakete gibt welche mehr Wert sind als andere. So der Waldelfische Zauberweber einfach mehr konvertierte Start-APs durch sein Paket bekommt als ein Ritter. Ich hatte aber auch das Glück, dass wir immer sehr Rollenspiel orientierte Gruppen hatten und sich somit nie jemand gross diesbezüglich beschwert hatte.

Was somit im DSA5 nicht mehr möglich ist: einen Exoten Aventurien-Getreu mit 1100-1200 zu generieren. Zum Beispiel: Nur schon das Grundpacket eines Elfen abverlangt derart viele APs, dass man mit den max. 80 Start-Vorteil-APs auf keinen grünen Zweig kommt und hier schon mit der ersten Hausregel ansetzen muss wenn man gerne noch etwas mehr Individualisierung möchte.

Kurz das Bsp. nach DSA5 vorgerechnet anhand eines normalen Waldelfen Zauberwebers gemäss automatischen Vorteilen aus DSA4:
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Altersresistenz (5AP)
Dunkelsicht I (10AP)
Gutaussehend I (20AP)
Herausragender Sinn (12AP)
Krankheitsresistenz I (10AP)
Nichtschläfer (8AP)
Richtungssinn (10AP)
Wohlklang (5AP)
Zauberer (25AP)
Zweistimmiger Gesang (5AP)

= 85 AP ohne Vorteil Zauberer. Sprich ein Aventurischer Elf ist nach Basisregelwerk nicht generierbar nach DSA5. Nichteinmal wenn man den Vorteil Zauberer als Vorteil unabhängige AP Vergabe rechnet. Man möchte jetzt aber noch einen Elfen spielen der auch Gutes Gedächtnis hat? Oder besser AsP regeneriert? Dann kann man die ganzen AP Begrenzung gleich ganz über Bord werfen...
Das Charaktergenerierungs-Korsett ist in DSA5 entsprechend eng geschnürt, mit der einen oder anderen Hausregel/Gruppenkonsens, aber durchaus spielbar, auch wenn der Beispiel-Elf oben durch die entsprechenden AP Ausgaben bei Zaubern und Vorteilen seine Kampf und allgemeinen Talente zu Spielbeginn vergessen kann.

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