DSA5 Hügelzwergischer Gardist

Von A wie Abenteuerpunkte bis Z wie Zwerg: Alles über Erstellung und Entwicklung von Charakteren.
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Gork
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Hügelzwergischer Gardist

Beitrag von Gork » 03.02.2018 23:43

Hallo!

Nach langer Abstinenz kehre ich nach Aventurien zurück. In der Gruppe in der ich spielen werden, werden Erfahrene Charaktere nach DSA 5 gespielt. Ich habe mir die Helden der Mitspieler anschauen können und meine, dass es um hier vernünftig mit zuspielen, einen Charakter braucht, der (auch) ein wenig optimiert ist. Ich will nicht sagen, dass hier extremes PowerGaming betrieben wird. Aber die Helden sind eben tatsächlich solche und entsprechend gut in ihren Schwerpunkten. Und es gibt keine "Zuckerbäcker"... Der Gruppe würde grds. ein Streuner fehlen. Also soziale Fähigkeiten in eher unhöfischer Umgebung (Gassenwissen!) und derartiges.

Auf einen Streuner habe ich aber keinen Bock. Ich wollte schon immer mal einen Hügelzwerg machen. Ich habe mir deshalb folgendes einfallen lassen:

Der Charakter ist als Sohn Hügelzwergischer Wirtsleute groß geworden. Er hat schon früh im Ausschank und beim bedienen geholfen und hierbei mit Menschen (und was sonst so vorbei kam) umzugehen gelernt. Die Vorstellung einfach das Gasthaus zu übernehmen, hat ihn aber abgeschreckt. Der Kontakt mit Reisenden hat in ihm die Lust auf Abenteuer geweckt. Nach dem er volljährig geworden ist, ist er daher nach Ferdok gegangen und hat sich der dortigen Stadtgarde angeschlossen. (Für einen Hügelzwerg ist das schon ziemlich viel Abenteuer...) Bei der Garde absolviert er die Ausbildung und bleibt noch ein paar Jahre (für einen Zwerg keine lange Zeit...). Kollegen und Bürger schätzten ihn. Bei den Vorgesetzten war er aber nicht gut angesehen. Ihm fehlt die praiotische Überzeugung das Recht der Stadt unbedingt durchsetzen zu müssen. Solange Ruhe und Frieden herrscht, ist ihm das egal. Er neigt dazu weg zu schauen, wenn irgendwo eine kleine Gaunerei geschieht. Überhaupt hat er eine sehr entspannte Herangehensweise an den Dienst. Nicht das er wirklich schwere Verbrechen nicht verfolgen will, bei Kleinigkeiten gibt es sich aber kaum noch Mühe, seinen Mangel an Motivation zu verbergen. Außerdem richtet er einen erheblichen Teil seiner Energie darauf die "nötigen" Genussmittel (Tabak, Süßigkeiten, Gewürze...) zu erhalten und nimmt hier auch gerne von Bürgern kleine "Aufmerksamkeiten" entgegen. Das militärisch-straffe kann er sich nicht angewöhnen, dafür ist er einfach zu gemütlich. Als man ihm nahelegt zu gehen, ist ihm das recht. Er möchte jetzt Aventurien sehen und richtige Abenteuer erleben....

Das hügelzwerigsche soll vor allem durch Genusssucht rauskommen. Die Fähigkeiten eines Streuners hat er sich "von der anderen Seite aus" erarbeitet. Ich denke zB auch daran, ihn Schlösser knacken zu lassen (Die Dietriche hat er mal einem Delinquenten abgenommen und behalten). Was das Kämpfen angeht, denke ich auf jeden Fall an Armbrüste. Die SF "Überdrehen" würde zur Missachtung von Vorschriften passen.

Mein große Frage ist jetzt der Nahkampf. Da Armbrüste in meinen Augen nur als Erstschlagwaffe taugen, braucht der Gardist natürlich einen Nahkampfstill. Was meint ihr, würde hier passen, wäre nicht zu teuer (ich muss ja noch einiges andere finanzieren) und gleichzeitig halbwegs effektiv? Ich hatte mit DSA 5 noch überhaupt nichts am Hut. Welche SF sind "Must-haves"?

Einhandkampf (mit Axt oder Streitkolben) würde in meinen Augen gut zu einem Gardisten passen, erscheint mir aber von der Wirksamkeit her wenig attraktiv?
Einen Schild fände ich schwierig mit der Armbrust zu kombinieren. Da müsste ja erst Waffe UND dann der Schild bereit gemacht werden, nachdem ich geschossen habe...
Zweihandhiebwaffe würde gehen. Aber erscheint mir für einen Gardisten ein bisschen krass , oder? :grübeln:

Ich bin für Ideen und hinweise dankbar!

HerbyGunner
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Beitrag von HerbyGunner » 04.02.2018 03:24

Ich kenne mich in DSA5 nicht genug aus um dir die "optimale" Waffengattung zu sagen, aber für mich sind Stangenwaffen die traditionellen Waffen der Garde, also Hellebarden etc. 2-Hand-Hiebwaffen sehe ich auch als etwas plump an, passen allerdings (wie die Hiebwaffen an sich) zur zwergischen Kultur. Klassische Zweitwaffen sind neben Streitkolben/Knüppel sicher noch (Kurz-)Schwerter.

Macaldor
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Beitrag von Macaldor » 04.02.2018 09:24

Je nachdem wie "hart/zäh" dein Hügelzwerg im Kampf sein soll würde ich "Schilde" nicht außer acht lassen. Ja es dauert länger bis er bereit ist (wobei auch net länger als 2 Waffen), jedoch ist der Defensivvorteil enorm. Über ein aktiv geführten Schild mit entsprechenden FW erreicht man durchaus noch hohe Paradewerte (17+).

Auf Grund der reduzierten PA-Werte ist mMn Finte ein noch größeres must have als in DSA4.1
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Infernal Acid
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Hügelzwergischer Gardist

Beitrag von Infernal Acid » 06.02.2018 18:33

Wenn Armbrüste als Primärwaffen gesetzt sind, würde ich Schwerter als Nahkampfwaffe nehmen. Schwerter bieten die SF "Einhändiger Kampf", welche bei Verzicht auf einen Schild nützlich ist. Zudem besitzt diese Waffengattung Exemplare mit Reichweite Mittel und Kurz, was auch von Vorteil sein kann.

Bei Hiebwaffen würde ich unbedingt zum Schild raten, da er einfach diesen Kampfstil immer aufwertet.

Stangenwaffen wären sicher passend zum Hintergrund, wobei das Mitführen einer Stangenwaffe zusätzlich zur Armbrust sich eher umständlich anhört. Von daher würde ich einen Schützen mit einer einhändigen Waffe ausrüsten, weil das sicher vernünftiger ist.

Darjin
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Hügelzwergischer Gardist

Beitrag von Darjin » 06.02.2018 21:54

Naja, so eine Armbrust ist nicht gerade eine Leichte Waffe und hat eine hohe Ladezeit, entsprechend sicher sollte der Schuss sitzen und entsprechend wertvolle ist eine ruhige, stabile Feuerbasis...

Vielleicht wäre ein Schild oder eine zweihandwaffe welche als Stütze für die stabile Basis eine Zweitfunktion haben kann.
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Hügelzwergischer Gardist

Beitrag von Faras Damion » 07.02.2018 18:24

Sehr günstig und effektiv ist folgendes:
Vorteil Reich und eine dicke Rüstung
Einhandwaffe und SF Finte I, Einhändiger Kampf und Klingensturm http://www.ulisses-regelwiki.de/index.p ... sturm.html
Schwere Armbrust als Kampferöffnung

In DSA5 ist es sehr günstig Waffentalente zu steigern, deshalb kannst Du ruhig noch Stangenwaffen und Dolche auf Maximum setzen. Bei den SF solltest Du dich auf wenige beschränken.

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X76
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Hügelzwergischer Gardist

Beitrag von X76 » 07.02.2018 23:22

Der Klassiker für Gardisten ist natürlich die sehr vielfältig einsetzbare Hellebarde (Stangenwaffen). Wie ich eben erstaunt feststellen musste, wird das DSA 5 System dem sogar weitgehend gerecht.

Normal geführt hält man sich damit kurze und mittlere Waffen auf Abstand (Abzüge für den Feind, lässt sich per SF weiter verbessern), greift man sie jedoch nur mit einer Hand tritt ein interessanter Effekt ein:
Zweihändige Stangenwaffen einhändig führen

Helden können Stangenwaffen, die mit zwei Händen geführt werden müssen, auch einhändig führen. In diesem Fall gilt allerdings: die Waffenreichweite sinkt von lang auf mittel, die Waffe verursacht –1 TP und der PA-Modifikator verschlechtert sich um 1. Dadurch ist es z. B. möglich, dass ein Speerkämpfer gleichzeitig einen Schild führen kann. Es ist allerdings nicht möglich, zwei Stangenwaffen gleichzeitig zu führen. (aus der offiziellen Regelwiki)
Durch die besondere Waffeneigenschaft (Abzüge in beengter Umgebung sinken um 2) kämpft man so schließlich mit geringeren Abzügen unter beengten Bedingungen als ein Handwaffenkämpfer (z.B. mit einer Axt) -> -2/-3 statt -4/-4 - allerdings ist die Hellebarde grundsätzlich eher mäßig in der Verteidigung.

Für einen Gardisten sind auch manche Manöver, wie z.B. das zu Fall bringen ( http://www.ulisses-regelwiki.de/index.p ... ingen.html ) interessant, da man damit z.B. Gegner an der Flucht bzw. Bewegung hindern kann bzw. sie zum leichten Ziel für die Kameraden macht. Dinge die man mit einem Schwert oder ähnlichen Waffen nicht erreicht.

Unter dem Strich ist sie also eine gute Kontrollwaffe, die sich auch sehr gut verschiedenen Kampfbedingungen anpassen kann. Insbesondere mit den "Auf Abstand halten" SF gibt es für viele Feinde solide Abzüge (wenn der Feind erst gar nicht trifft, braucht man keine schwere Rüstung - Gardisten sind ja eher leicht gerüstet -> viel bequemer für einen Hügelzwerg!).

Der Schaden fällt jedoch geringer aus, als bei Schwertern (Dank "Einhändigem Kampf" und "Klingensturm") bzw. zwei einhändigen Waffen im BHK.

Da Du aber nicht der Hauptkämpfer zu sein scheinst, würde ich der Hellebarde eine Chance geben (unterstreicht auch die Bequemlichkeit Deines Hügelzwerges z.B. im Punkt Rüstung). Zwar wirst Du nicht so viel austeilen, wie ein BHK oder Zweihänderkämpfer aber dafür freuen sich sicherlich gerade solche Kameraden wenn Du einen gefährlichen Feind zu Boden schickst.

Da Du selbst auf engstem Raum noch passabel kämpfen kannst, brauchst Du nicht zwangsweise eine Seitenwaffe. Es ist jedoch ratsam wenigstens Raufen mit zu steigen, was Dir z.B. das Festhalten eines entwaffneten Gegners und viele andere Dinge erlaubt.

Ich würde nur eine leichte bis mittlere Rüstung anlegen (Stufe Stoff oder mex. Leder - was praktisch z.B. auch ein Küraß und Sturmhaube sein könnte). Zusammen mit der Balastungsgewöhnung 1 bist Du dann nicht oder nur gering belastet, was einem Gardisten natürlich entgegen kommt - egal ob auf der Verfolgungsjagd, bei Ordnungsaufgaben oder beim Wache stehen.

Insgesamt kannst Du damit Deinen gemütlichen Zwerg sicher gut Umsetzen. Außerdem gibt eine Stangenwaffe vielleicht auch eine solide Wanderhilfe ab. Die Armbrust ist sicherlich eine gute Ergänzung und leistet z.B. bei der Stadtverteidigung gute Dienste und ist natürlich auch im Heldenalltag nicht verkehrt. Das man mit der geladenen Armbrust Schwierigkeiten hat, seine Hellebarde mit zu führen sollte klar sein. Aber der Gardist ist wohl eher selten auf der Pirsch. Aber schießen, Armbrust weg und bereit gelegte Stangenwaffe greifen, sollte kein Problem darstellen.

Infernal Acid
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Hügelzwergischer Gardist

Beitrag von Infernal Acid » 08.02.2018 12:01

X76 hat geschrieben:
07.02.2018 23:22
Insgesamt kannst Du damit Deinen gemütlichen Zwerg sicher gut Umsetzen. Außerdem gibt eine Stangenwaffe vielleicht auch eine solide Wanderhilfe ab. Die Armbrust ist sicherlich eine gute Ergänzung und leistet z.B. bei der Stadtverteidigung gute Dienste und ist natürlich auch im Heldenalltag nicht verkehrt. Das man mit der geladenen Armbrust Schwierigkeiten hat, seine Hellebarde mit zu führen sollte klar sein. Aber der Gardist ist wohl eher selten auf der Pirsch. Aber schießen, Armbrust weg und bereit gelegte Stangenwaffe greifen, sollte kein Problem darstellen.
Allerdings ist Gardist ja nur die Vorgeschichte und nicht der Spiel-Alltag des Helden. D.h. dass er dann eben nicht darauf bauen kann, dass jeder Konflikte neben seinem Torhaus stattfindet, wo er alles griffbereit hat.

Seiner Beschreibung nach stellt er es sich wohl so vor:
1.) Zwerg denkt sich, dass Gefahr droht.
2.) Zwerg macht seine schwere Armbrust bereit (und überdreht die auch noch).
3.) Zwerg durchstöbert die Ruine/Höhle/Wald von XYZ.
4.) Zwerg stösst auf Ork/Oger/Goblin.
5.) Zwerg schiesst dem Gegner ein Loch in den Pelz.
6.) Zwerg greift zu seiner Nahkampfwaffe und erledigt den röchelnden Gegner.

Dabei muss er die Hellebarde eben mittragen. Schlimmer noch, er braucht beide Hände für die bereitgemachte Armbrust. Es wäre also von Vorteil, eine Nahkampfwaffe zu nehmen, die man nicht mit Händen tragen muss.

Das ist natürlich vom Spielstil abhängig und oft wird das Herumtragen auch einfach ignoriert (was wie wo ist, ist für viele Gruppen zu viel Micro-Management). Da muss der Spieler selber entscheiden, womit er in seiner Gruppe durchkommt.

Ich persönlich würde einfach eine Stangenwaffe nicht als Zweitwaffe verwenden, weil die dafür nicht geeignet sind. Als Primär-Waffe, bei einem Helden, der auch noch eine Armbrust im Gepäck hat, kommt sie aber sicherlich gut. Eine ungeladene Armbrust umzuhängen ist auch einfacher, als eine Hellebarde. Das gibt dann aber einen Helden, der die Armbrust nur selten hervor nimmt, da sie eigentlich nur für Fernkämpfe gedacht ist.

PS:
Gardisten nach Regelwerk: Armbrüste und Raufen sowie 2 aus Hiebwaffen, Schwerter und Stangenwaffen.
=> Dies ist kein schlechter Ansatz. Armbrüste sind optimal, um befestigte Stellungen zu verteidigen, Stangenwaffen sind im Freien gut und Hiebwaffen/Schwerter taugen für Innenbereiche. Ein so aufgestellter Gardist taugt zumindest gut für seinen Job.

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