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von Curthan Mercatio
14.08.2017 08:46
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
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Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Ich hingegen hätte Lust, mein Ilaris selbst einmal zu verreißen. Ich denke, das wäre einmal ein nettes Experiment.
von Curthan Mercatio
13.08.2017 20:19
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Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
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Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Ich glaube nicht, dass es in den Zeiten des Internets und der Shitstorms große Probleme gibt, seine Kritik sichtbar zu machen. Vor allem nicht für Kabarettisten und Satiriker, die selbst meist VIPs sind. Oder dass man reichen VIPs oder armen Autoren ein unterschiedliches Maß an Respekt angedeihen lassen sollte. Aber das ist ja schon lange nicht mehr das Thema. Ich wollte nur deinem vorhergehenden Beitrag widersprechen, der einen schriftlichen Verriss in die Ecke moralisch bedenklicher oder illegaler Handlungen rückt.

Mein wesentlicher Standpunkt war, dass man (gute) Verrisse durchaus differenziert betrachten kann.
von Curthan Mercatio
13.08.2017 18:57
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Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
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Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Umgekehrt gibt es mit Kabarett und Satire Kunst- und Unterhaltungsformen, die in ähnlichem Maße Respektlosigkeiten und Beleidigungen enthalten und sich großer Beliebtheit und Akzeptanz erfreuen.
von Curthan Mercatio
13.08.2017 18:21
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Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
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Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Ich tue mir damit schon etwas schwerer und ich denke, eine differenzierte Betrachtung schadet hier nicht.

Aus der Sicht eines Autoren ist ein Verriss absolut verzichtbar, wie Alex ja auch bestätigt hat. Er hilft einem Autor nicht und verletzt Gefühle und schlimmstenfalls nimmt es dem Autor die Lust zu schreiben. Also gehören Verrisse weg. Ich verstehe das, allerdings ist das nicht die einzig mögliche Sicht. Aus der Sicht des Konsumenten kann ein guter Verriss unterhaltsam sein. Für mich persönlich ist das Lesen eines Verrisses ein guilty pleasure, wobei ich besonders Verrisse schätze, in denen sich auch der Rezensent nicht absolut ernst nimmt. Ein guter Verriss ist für mich wie Kabarett - unterhaltsam, übertrieben und pointiert. (Auch hier gibt es ja enorme Qualitätsunterschiede.) Damit bin ich wohl nicht allein, zumindest gibt es zum Beispiel im Standard mit Christian Schachinger quasi einen professionellen Verrissschreiber - die Nachfrage muss also da sein.

Am schwierigsten wird es aber aus meiner Sicht als Moderator hier. Hier muss ich das Recht der Autoren, nicht beleidigt zu werden, gegen das Recht der Schreiber, ihre Meinung kundzutun, abwiegen. Und mir im Nachhinein wahlweise eine "vergiftete Atmosphäre" oder "Zensur" vorwerfen lassen. Aus dieser Sicht wird die Entscheidung immer eine Gratwanderung sein. Alle Beleidigungen zuzulassen, ist keine Option. Alle Verrisse zu löschen, ebenfalls nicht. Für meine moderative Tätigkeit habe ich also eine Grenze gezogen: Auch polemische Kritiken sind erlaubt, solange sich die Polemik gegen das Werk richtet. Polemik gegen den Autor nicht. Wobei es schwierig ist, beides zu trennen.

Diese drei Sichtweisen sind sicherlich nicht alle. Aber schon aus diesen drei Sichtweisen komme ich nicht zu einem so eindeutigen Urteil wie andere hier, die hauptsächlich aus der Sichtweise des Autoren oder des Konsumenten heraus argumentieren.
von Curthan Mercatio
13.08.2017 15:02
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Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
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Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Würdest du daraus ableiten, dass es keine Verrisse mehr geben sollte?
von Curthan Mercatio
13.08.2017 13:49
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Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
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Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Ich sehe den Kollateralschaden ehrlich gesagt nicht. Die allermeisten Plattformen bieten Verrisse und konstruktive Kritiken an, je nach dem Autor der Rezension und dem rezensierten Werk. Und das quer über alle Genres. Ich halte hier Autoren schon für fähig, zwischen den Verrissen und den konstruktiven Kritiken zu differenzieren und mit beiden Varianten entsprechend umzugehen. Sonst dürfte man sich ja gar nicht mehr mit Kritik auseinandersetzen, weil man in Gefahr liefe, auf einen Verriss zu stoßen.

Auch den negativen Einfluss eines Verrisses sehe ich nicht. Ein Verriss polarisiert erst einmal: Manche stimmen ihm voll und ganz zu, andere gar nicht. Diese Polarisierung erzeugt immer Aufmerksamkeit und bringt eine Diskussion in Gang. Diese ist meist lebhaft und hitzig und erfordert schon einmal moderative Eingriffe. Doch die Aktivität ist in den allermeisten Fällen sehr hoch. Ein Beispiel ist Historia Aventurica. Die Historia hat ziemlich polarisiert, wurde verrissen und trotzdem war die Aktivität dazu so hoch wie zu wenigen anderen Werken davor und danach.

Verrisse sind nicht das Ende der Diskussion. Langeweile und Desinteresse sind das Ende der Diskussion.

Insofern haben sowohl Verrisse als auch konstruktive Kritik ihren Platz. Man muss sich nur bewusst sein, was diese beiden Arten der Rezension tun und wofür sie gut sind. Ein Verriss generiert Aufmerksamkeit und kann eine Diskussion in Gang bringen. Aber bei einem Verriss darf man nicht davon ausgehen, dass man damit den Autor irgendwie hilft. Wenn man dem Autor oder anderen Kunden helfen möchte, ist eine kostruktive Kritik wesentlich sinnvoller. Das gilt in einer kleinen Community wie dieser natürlich besonders, weil hier Autoren die Kritik tatsächlich wahrnehmen und darauf reagieren können.

Deine Wunsch nach "keinen Verrissen" ist für mich deswegen genauso sinnlos wie der Wunsch des TE nach "mehr Mut zu Verrissen".

edit: schöner formuliert & Rechtschreibung
von Curthan Mercatio
13.08.2017 12:04
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Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
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Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Das ist klar. Schon aus emotionalem Selbstschutz wird der Autor einen Verriss nicht an sich heran lassen. Ich denke das geht jedem so, der viel Arbeit in ein Projekt investiert hat und nicht gerade über übermenschliche Selbstbeherrschung verfügt - mir auf jeden Fall.

Wobei ein Verriss auch gar nicht das Ziel hat, dem Autor bei der Verbesserung des Produktes zu helfen. Der Verriss richtet sich eigentlich gar nicht an den Autor, sondern viel mehr an seine Leser. Er nicht verbessern, sondern unterhalten. Insofern ist es vielleicht gar nicht so schlimm, wenn der Autor sich nicht zu viel um einen Verriss kümmert.