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von Gaudi
16.11.2017 13:44
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Schelmischer Einbrecher?
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Schelmischer Einbrecher?

Für den rumtauschenden Schelmen-Einbrecher viel mir auch gleich noch ein, das zumindest in meiner Welt auch der Begünstigte eines solchen Schelmengeschenks erstmal Probleme kriegen würde, wenn es sich nicht um profanes Geld handelt. Wenn der Schelm das Silbergeschirr aus einer Adeligenwohnung klaut und dem armen Kürschner schenkt, der ja nur abgewetztes Holzgeschirr hat, dann hat der Kürschner viel schneller ein Problem als der Schelm (wenn er nicht erwischt wurde), denn wenn jemand das Zeug beim Kürschner sieht, wird der natürlich sofort selbst als der Dieb verdächtigt. Der Schelm schadet also nicht nur den eigentlichen Opfern, sondern auch den vermeintlich Begünstigten.
Wie ich schon geschrieben habe, ist der Hauptkritikpunkt an diesem Konzept. Ich sehe es aber weniger als Hindernis, sondern als Startpunkt, welches enorm spannende Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Das erfordert natürlich beim Spieler ein entsprechendes Fingerspitzengefühl. Und bringt enorm viele Möglichkeiten mit sich, zu scheitern....

...man muss sich darauf einlassen und darf nicht davor zurückscheuen zu sagen:
"Das passt nicht zu unserem Spielstil."
"Das passt nicht zu meiner Abenteuerplanung."
"Du passt nicht in unsere Gruppe."
"Ich geh jetzt aber trotzdem nach links."
"Ich mach das trotzdem und trag die Konsequenzen."

Ich wäre echt gespannt darauf gewesen, ob das Konzept trägt, welche Probleme es mit sich bringt und ob dieser Schelm die Integration in die Abenteurergruppe schafft. Und wenn nein, woran es gescheitert ist. Leider kommt es ja erstmal nicht dazu. :grübeln:
von Gaudi
27.10.2017 06:50
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Schelmischer Einbrecher?
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Schelmischer Einbrecher?

Witziger finde ich persönlich:
-Einbruch, ohne etwas zu klauen oder insbesondere etwas da zu lassen und dann zu lachen über den, der denkt beim Einbruch ist ihm etwas geklaut worden - eine große Aufregung - ein Spaß ... und nachdem das Opfer nämlich gemerkt hat, dass eben nichts fehlt, kann auch dieser selber ggf. sich freuen und lachen...
Ja, Stichwort "Die fetten Jahre sind vorbei". Da konnten die Opfer auch herzlich drüber lachen.

Aber wir haben gelernt, dass das schelmische Humorverständnis nicht mit deinem übereinstimmen muss. Von daher ist das nur ein schwaches Argument. Zumal das Thema Charakterentwicklung - so wie ich den Begriff genutzt habe - nicht als Rechtfertigung für die Einbrüche taugt. Im Gegenteil: Wenn der Schelm einen Spaß macht, über den nur er lachen kann, dann wird er spätestens beim dritten Mal merken, dass was schief läuft. Und wenn er einem Ratsherren aus seinem Schlafzimmer eine goldene Praiosstatue klaut, die nicht viel später beim Stallburschen Alrik gefunden wird, dann wird er - allerspätestens wenn Alrik die Hand abgehackt wird - darüber nachdenken, welche Steine er ins Rollen gebracht hat.

Und hier bin ich völlig mit dir einig: Wenn das den Spieler nicht dazu bringt, das Verhalten seines Charakters (stückweise) anzupassen, dann ist diese Spielweise in meinem Aventurien fehl am Platze.

Das heisst nicht, dass der Charakter dann nicht mehr einbricht. Aber die Praiosstatue liegt nächstes Mal dann im <Hier Göttername einsetzen>-Tempel in der Spendenschale. Oder er treibt anderen Schabernack im Haus, der nicht auf andere zurückfallen kann. .... was auch immer: Es ist nicht das WAS, das den Schelm definiert. Es ist das WARUM.
von Gaudi
24.10.2017 12:58
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Schelmischer Einbrecher?
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Schelmischer Einbrecher?

Dealson hat geschrieben:
24.10.2017 11:57
Anscheinend sind Schelme tatsächlich weit zerstörungswilliger, als ich dachte...
Definitiv. Wie man die streitende Gruppe mit einem nebenbei daher gemurmelten Zagibu zur Einigkeit bringen kann ist echt erstaunlich.....
Aber bei der zweiten Aussage bleibe ich.
Mit 'na aber der der Schelm findet es halt witzig' kann man alles begründen und verliert dabei gleichzeitig aus dem Auge, dass auch der Schelm will, dass andere es witzig finden. Es mag wahrlich beschränkte Schelme geben, die dann mal nen Jahr brauchen, um zu sehen, dass ihr Witz wirklich Mist ist, aber ein Schelm, der sein Leben lang nach der einen Person sucht, die seine zahllosen Einbrüche zum Lachen reizen, verliert ein wenig seinen schelmischen Charakter.
Definitiv. Aber das Konzept oben stellt den Startpunkt dar. Zu jedem Charakter gehört zwangsweise eine Konfrontation mit der Realität. Manche nennen das liebevoll Charakterentwicklung.
Fun fact: Ich dachte immer, dass die schelmische Rep. das Schaden anderer Menschen ausschließt, aber zumindest im WdZ (S. 328) findet der Aspekt insgesamt keine Erwähnung. Gegen Aventuriens eigenen Joker ist wohl nicht viel einzuwenden. Er findet es halt lustig.
Klassischer Schwarzschelm. Wobei dann schon ein sehr pervertiertes Humorverständnis zu Grunde liegen muss.
von Gaudi
20.10.2017 11:14
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Thema: Schelmischer Einbrecher?
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Schelmischer Einbrecher?

Madamal hat geschrieben:
20.10.2017 08:34
Andwari hat geschrieben:
20.10.2017 08:01
Ich finde es unfair, ein Chari-Geheimnis, das auch gegen die Gruppe weiter bestehen soll auf "trennt ihr mal brav Spieler- und Charakterwissen" zu vereinfachen
Im Grunde gebe ich Dir Recht - den Einzelfall würd ich aber tatsächlich von (a) den Mitspielenden und (b) der Art des Charaktergeheimnisses abhängig machen.

Es gibt sicher Spielerinnen und Spieler, die man mit so einem Mehrwissen überfordert. Kein Zweifel. Aber im Grunde wissen Spielerinnen und Spieler immer ein wenig mehr als ihre Heldinnen und Helden - und sei es, daß sie tatsächlich mitbekommen, daß ein Spieler immer wieder mit dem Meister tuschelt (weil sie in echt nämlich nicht schlafen wie die Charaktere gerade im Abenteuer). Und das finde ich - aber das ist nur meine persönliche Meinung - dann noch viel störender, nerviger (und vielleicht auch verletzender) als die Anforderung, als Spielerin etwas nicht zu wissen, was mein Held weiß.

"Kleine" Geheimnisse lassen sich auch noch eher verbergen. Ein magisches Kartenspiel, das ich vielleicht auch mal in einem Spielchen mit einem Mithelden einsetze, entfaltet seine Wirkung sicher besser, wenn sein Geheimnis außer mir nur der Meister kennt. Aber einen Charaktergrundzug komplett zu verbergen, das ist schon eine etwas größere Nummer.

Konkret: In unserer Gruppe gibt es eine Hexe, die ihr magisches Wesen komplett geheim hält. Natürlich wissen am Tisch alle davon. Die bekommen ja auch die Zauberansagen und Würfe mit und sehen den Charakterbogen. Aber im Spiel wird konsequent drauf geachtet, daß alle satuarische Magie immer mit völlig magiefreiem Handeln kombiniert wird. Daß sich die Hexe keine Gedanken um die tatsächliche Qualität ihrer "Heilkräuter" oder Wunderverbände macht, weil sie mit "Hexenspeichel" nachhilft oder daß sie statt auf Klettern auf "Spinnenlauf" würfelt, bekommen die Spieler, nicht jedoch die Charaktere mit.

>o<
Das ist doch vergleichbar mit Proben, die der Spielleiter für die Spieler würfelt. Es kann deutlich spannungsfördernder für die Spieler sein, wenn sie eben nicht wissen, ob eine Fährtensuchenprobe nun gelungen ist oder nicht. Vor allem dann noch, wenn in der Gruppe keine Einigkeit herrscht, welcher Spur sie denn jetzt folgen sollen.

Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass jede Probe nun verdeckt gewürfelt werden muss.
von Gaudi
18.10.2017 10:07
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Schelmischer Einbrecher?
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Schelmischer Einbrecher?

Was bringt das der Gruppe? So ein Charakter wird doch auch dazu erstellt, daß er mit seiner Gruppe Abenteuer erlebt und Aufgaben löst. Der ein oder andere Randschauplatz ist sicher nett und kann den Spielabend echt auflockern. Aber der Char sollte schon auch "zu irgendwas zu gebrauchen" sein
Wenn du schon so anfängst, dann sollte es in der Tat kein Schelm werden. :lol: :P

Aber die Frage ist berechtigt. Darüber sollte man sich definitiv Gedanken machen, wenn man dieses Charakterkonzept verfolgt.
von Gaudi
17.10.2017 07:57
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Schelmischer Einbrecher?
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Schelmischer Einbrecher?

Das Konzept ist gut. Die Umsetzung spannend. In meiner Vorstellung steigt der Schelm da in fremde Häuser ein und tauscht Dinge aus. Bevorzugt bei den Leuten, die ihm zuvor negativ aufgefallen sind. Aber vielleicht auch bei den Leuten, die ihm positiv aufgefallen sind in anderer Richtung.

Bei den Einen wird die goldene Praiosstatue gegen den hölzernen Fuchs ausgetauscht.
Bei den Anderen der altbackene Kanten Brot gegen einen saftigen Schinken.

Das da der Verdacht direkt auf den Schelm fällt... finde ich weit hergeholt, aber klar ist natürlich, dass er sich nicht erwischen lassen sollte. Einbruch ist Einbruch. Und wer auf frischer Tat ertappt wird, darf nicht auf Milde hoffen. Zudem fällt der Verdacht meist zunächst auf die Fremden. Aber das ist ein allgemeines Problem mit den fahrenden Einbrechern.

Ansonsten gilt das, was die anderen auch schon geschrieben haben. Der Schelm ist kein einfacher, aber extrem interessanter Charakter. Er benötigt Fingerspitzengefühl, um die Gratwanderung zwischen lustig und nervtötend zu meistern. Und innerhalb der Gruppe sollte Einigkeit herrschen, wie die feste Gewohnheit interpretiert werden soll, damit es nicht zu Enttäuschungen kommt.

8-)