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von Cavia
16.08.2017 08:38
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
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Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Sumaro hat geschrieben:
15.08.2017 13:14
Ein Verriss führt niemals zur Verbesserung des Produktes, da das Produkt keine Massenware ist, die erneut und verbessert rausgebracht wird, sondern im Regelfall ein Machwerk, welches dann genauso stehen bleibt. Sprich, das Finale von Haffax, die Geschichte mit Nandus, dies alles bleibt unberührt. Es gibt keinen konstruktiven Diskurs, weil die Weichen gestellt wurden. Konstruktiv könnte Kritik nur sein, wenn der Autor auch nachbessert, beispielsweise ein neues Finale schreibt. Ansonsten bleibt die Konstruktivität für den Autor ohnehin vollkommen auf der Strecke. Er kann seine Meinung darlegen, er kann auch seine Haltung rechtfertigen, aber am geschriebenen Wort ändert sich nichts mehr. Das ist doch der Punkt des Ganzen. Konstruktivität innerhalb der Spielgemeinde ist dann nämlich wieder etwas ganz anderes. Aber ist Pardona erst einmal in den Kessel geworfen, bleibt sie im Kessel, egal wie konstruktiv ich dem Autor Alternativen darlege. Der offizielle Kanon bleibt vom konstruktiven Diskurs gänzlich unberührt.
Bestenfalls bleibt die vage Deutung, dass es sich vielleicht in Zukunft bessern würde, dass in irgendeiner fernen Zeit die Dinge einen Retcon erfahren mögen, dass ein anderer Autor das Thema erneut aufgreift, und es in seinem Sinne neu beschreibt. Vielleicht mit der Erinnerung des Diskurses im Nacken. Aber das ist wirklich nur eine vage Hoffnung. Die Historia, in ihren subtilen Änderungen, ist da eine einzigartige Haltung gewesen, die wohl nur auf den wahrlichen Shitstorm zurückzuführen ist, mit dem man verschiedenste Fraktionen auch innerhalb des Geschichtskapitels, welches ja ebenfalls Historie umgeschrieben hat und manchmal in chaotischem Nonsens wiedergab, vor den Kopf gestoßen hat.
Mal hierzu ganz kurz eingeworfen: Das mag für Verrisse von Romanen, Filmen oder PC-Spielen ja komplett richtig sein. Die ändern sich natürlich nicht, da muss man dann mit leben.
Aber ein Rollenspielprodukt ist doch hier die eine wichtige Ausnahme, weil es eben nicht vom Verfasser direkt weitergereicht wird, jedenfalls nicht ausschließlich. Die Setzungen der Historia können in der Spielrunde komplett oder zum Teil ignoriert oder umgedeutet werden. Eine Settingbeschreibung kann nach Wünschen der Runde umgestaltet werden. Und vor allem Abenteuer - die liest ja nur der SL vorher, die Spieler werden mit dem gedruckten Abenteuer maximal dann konfrontiert, wenn sie es aus Interesse nach dem Spielen selber durchlesen. Sprich, hier ist ja die Chance für jeden Rezensenten, wirklich noch was am Produkt zu verbessern: indem er Vorschläge macht, wie man das Abenteuer umgestaltet, wie Schnitzer oder Logiklöcher umgangen werden können, was man besser weglassen sollte, etc. Das ist natürlich kein Grund, an der Bewertung was zu ändern, wenn man das Abenteuer in Druckform schlecht findet. Es ist auch keine Pflicht, die einen Rezensenten trifft. Aber WENN man den wirklich das Interesse hat, konstruktiv was zu verbessern, was anderen Benutzern des Produktes hilreich ist, dann ist hier durchaus die Chance da.