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von Keideran Labharion
15.08.2017 11:58
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
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Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Ein bisschen vermischen sich die Argumente in eurer Diskussion.

Was den ›Autorenschutz‹ angeht:
Ja, jeder der sich mit seiner schöpferischen Arbeit und seinem Namen in die Öffentlichkeit stellt, muss damit rechnen, dass ihm harter Wind ins Gesicht schlägt. Das bedeutet aber nicht, dass ein Kritiker daraus einen natürlichen Anspruch ableiten sollte, von der Keule auch Gebrauch zu machen.

Dass DSA-Autoren nicht die bestbezahltesten sind, muss natürlich keine Rücksichtnahme fertigen. Das Argument halte ich auch für etwas schwierig. Vielmehr sollten Anstand und echtes Interesse, dem Autoren zu helfen, Fehler nicht zu wiederholen, Motor der Rücksichtnahme sein.

Denn immerhin sind DSA-Autoren in erster Linie schreibende Fans, die ihren Beitrag zu ihrem Spiel leisten wollen und vorrangig nicht aus monetären Motivation, sondern aus ihrer Begeisterung herausschreiben. Und dabei kann man schonmal über das Ziel hinausschießen. (Ich spreche da aus eigener Erfahrung.)

Dies ist für mich der entscheidende Punkt, der das Autoren-Kritiker-Verhältnis bei DSA von anderer Literatur, Film, etc. unterscheidet, und der hier auch schon genannt wurde. Der Austausch ist direkter, persönlicher. Die Wahrscheinlichkeit, den Kritisierten direkt zu erreichen, ist höher, und dies erlaubt schon die Reflexion, wen man da und vor allem wie man diese Person addressiert.

Einen Autorenschutz sollten mMn durchaus Frischlinge genießen. Einem Jungautoren kann es die Motivation zu schreiben durchaus verhageln, wenn er verrissen wird, auf welch augenzwinkernde Art auch immer.

Beste Grüße!
Michael
von Keideran Labharion
14.08.2017 19:28
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)
Antworten: 61
Zugriffe: 5223

Verrisse in Rezensionen (war Niobaras Vermächtnis)

Ein gut geschriebener, intelligenter Verriss kann sehr unterhaltsam sein – übrigens auch für den betroffenen Schöpfer, der verrissen wird. Ich muss sogar zugeben, dass in Bezug auf Theater ein guter Verriss eher meine Lust weckt, mir eine Inszenierung anzuschauen, als eine Lobeshymne. :wink:

Es gibt natürlich auch die anderen Verrisse, die gezielt persönlich verletzten wollen, oder die selbstgefälligen, mit denen der Rezensent sich vor allem in seiner eigenen Eitelkeit sonnen möchte – aber die sind leicht zu durchschauen und als Verrissener ist man gut beraten, sie nicht an sich heranzulassen.

Und natürlich wollen wir die emotionalen Verrisse nicht vergessen, die meistens darin ihren Ursprung haben, weil ein Aspekt oder der ganze Gegenstand der Kritik etwas im Rezensenten getriggert hat. Das ist für mich das, was Sumaro mit der ›Verletzung durch das Werk‹ meint. Das muss nichts Schlechtes sein. Für den Vereißer ist es Teil der Verarbeitung, und zumindest von DSA kenne ich es, dann ein erster Ausbruch dem folgenden Dialog ganz zuträglich sein kann. Für den Verrissenen kann es ein Gradmesser sein, dass er etwas ausgelöst hat, was vielleicht gar nicht sein Absicht war (pder vielleicht sogar eine Bestätigung), daher durchaus ebenso nützlich wie jede andere Kritik.

Kurzum: Für mich ist ein Verriss nicht zwangsläufig etwas Schlechtes, sondern eine Form der Kritik, die wie jede andere ihre Berechtigung hat, wenn sie nicht aus dem Rahmen des Anstandes fällt.