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von X76
20.02.2018 13:01
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Handwerk Alchemie
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Handwerk Alchemie

Alchemie ist die Magie des Stofflichen und umfasst alle "besseren" Erzeugnisse (diese gelten auch als magische Gegenstände, z.B. Heiltränke welche augenblicklich LE herstellen). Davon abgegrenzt gibt es noch die profane Alchemie, welche sich um die "niederen" Produkte wie Seifen, Lösungen, Potenzmittel etc. dreht.

Unabhängig von der Alchemie gibt es die kräuterkundlichen Mittel (welche es auch in Form von Tränken gibt, z.B. Einbeerentrank). Einen kleinen Überblick findet man WDS S. 161.

Entscheidend ist ob das Produkt alchemistisch verarbeitet wurde und nicht das benutze Talent (auch ein Hexenheiltrank ist alchemistisch und magisch, selbst wenn er z.B. mit Kochen erstellt wurde). Alchemistisch sind auf jeden Fall fast alle Produkte der Alchemie in WDA. Während die Mehrheit der Tränke, Salben etc. aus ZBA zu den kräuterkundlichen Mitteln zählen.

Es geht nicht darum, ob die Sache ein Preisschild hat oder eine Tätigkeit bezahlt wird, sondern dass mit Magie ein quasi göttlicher "Soforteffekt" erzielt wird. Natürliche (kräuterkundliche Mittel, HK, nächtliche Regi) Heilung ist deutlich abgegrenzt von magischer Heilung. Das karmale Heilung eigentlich immer wohlwollend betrachtet wird, auch wenn sie übernatürlich ist, ist klar (kommt direkt von der Göttin, im Gegensatz zur Magie die Menschen nach so mancher Ansicht gar nicht haben sollten).

Ob die Quelle der Heilung für eine Person, einen Perainegeweihten etc. einen Unterschied macht oder nicht, ist verschieden. Aber nicht jede Heilung muss automatisch gefällig oder erstrebenswert sein. Was akzeptabel ist, muss am Ende jeder selbst festlegen und insbesondere Todkranke und Sterbende haben oft eine sehr große Akzeptanz der Mittel. :wink:

"Magie" egal ob Zauber, Ritual, Trank oder Artefakt wird von vielen Aventurieren jedenfalls argwöhnisch betrachtet (wenn es einem hilft natürlich oft weniger argwöhnisch) und die Hexe, die in ihrer Hütte irgendwelche obskure Mittelchen braut, muss der Kirche nicht unbedingt gefallen.

Alchemie und Zauberei sind ganz sicher keine verdammungswürdigen Bereiche, aber sie werden nicht von allen Aventurierern als gut oder angemessen angesehen und auch innerhalb der Priesterschaft gibt es sicherlich auseinander gehende Meinungen dazu und mehr wollte ich mit dem ganzen auch nicht ausdrücken.

Entsprechend kann man in einem etwas liberaleren Tempel einen Heiltrank bekommen und in einem eher konservativ geführten wird man wohl eher einen Saft in die Hand gedrückt oder gleich die Hand aufgelegt bekommen. Das Dank magischen Tränken praktisch jeder "einen Hauch Göttlichkeit" (oder ist Ersatz treffender?) dabei haben kann, schmeckt sicher nicht jeden Geweihten.

Magische Heilung muss kein, kann aber ein Problem sein.
von X76
19.02.2018 22:16
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Handwerk Alchemie

Infernal Acid hat geschrieben:
19.02.2018 16:33
Diese Aussage läuft darauf hinaus, dass nur liturgisches Heilen erwünscht ist
Das habe ich nie gesagt und auch nie gemeint. Ich meine natürliche Heilung (also mit HK, Kräutern, Säften etc.) und natürlich auch karmale Heilung, aber eben keine Magie (Zauber, Elementare, Alchemie etc.) und das ist keine angedichtete Sache. Unklar ist nur wie die Perainekirche offiziell dazu steht.
von X76
19.02.2018 14:58
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Handwerk Alchemie

Infernal Acid hat geschrieben:
14.02.2018 10:53
Peraine ist die Göttin der Heilkunst und was, wenn nicht Heiltränke (=Alchemie) gehört zur Heilkunst?
Auch wenn Hesinde die Göttin des Wissens ist, ist bei weitem nicht alles Wissen für jeden geeignet oder auch nur gefällig.

Innerweltlich und auch auf Regelebene unterscheidet man durchaus zwischen den verschiedenen Arten der Heilung (z.B. profan gegen magisch, natürlich gegen alchemistisch etc.) und auch innerhalb der Peraine Kirche wird man Unterschiede machen.

Das Ergebnis (z.B. ein geheilter Patient) heiligt jedenfalls nicht automatisch die Mittel.

Generell gibt es in Aventurien viele Vorbehalte gegen magische Heilung (wozu auch alchemistische Produkte zählen). Manche Kreise lehnen diese sogar komplett ab und noch mehr misstrauen dieser Art "zu heilen" (z.B. aus Aberglaube oder falscher Frömmigkeit).

Das die Befürworter mit "alle Heilung kommt von Peraine" argumentieren ist absolut glaubwürdig, aber ebenso gibt es die andere Seite die es deutlich differenzierter sieht. Dazwischen ist die Mitte, die wohl wie oben umrissen irgendwo dazwischen steht. Nur weil ein Trank heilt, ist er nicht gleich Heilkunst.

Wenn man sich mal die heilenden Liturgien ansieht, wird deutlich das Heilung immer mit Handlungen durch Priester und Patient einher gehen. Dieser offensichtlich wichtige Teil entfällt natürlich beim Gott aus der Flasche. "Trinken und wirkt" Das manche Priester Zweifel an der Gefälligkeit von Alchemie haben, ist da nur verständlich. "Absolution ohne Verdienst".

Bei Pflanzentränken, Trockenkräutern etc. die von "Peraine" kommen, ist das etwas anderes (hier kommt die Heilung auch erst mit der Ruhe).

Es dürfte jedenfalls nicht so sein, dass man allgemein sagen kann "heilt doch - also alles super!". Da gibt es sicher ebenso viele Ansichten wie in der Rondrakirche zum Begriff "Ehrenhaftigkeit". :wink:

Das besonders die Leute, die daran verdienen nichts zweifelhaftes daran sehen ist natürlich ebenso klar. Nicht umsonst ziert viele Heiltränke der Storch. :)
von X76
14.02.2018 00:15
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Handwerk Alchemie

Yab hat geschrieben:
13.02.2018 19:50
Es wäre denkbar, dass der Magier die Miete für einen Laborplatz via "Magiespende" für magisch zu ergänzende Gebräue bezahlt, oder?
Für den (erleichterten) Zugang zu Laboren und Bibliotheken, für Lehr- und Lernerlaubnisse und viele weitere solcher Vorteile nimmt man als Gildenmagier die vielen Restriktionen der Gilde auf sich. Kurz gesagt "deshalb ist man doch im Club".

Der freie Handel mit Alchemie ist sogar einer der größten Erfolge der Grauen für ihre Mitglieder:

Mitgliedschaft: Die Gilde hat für ihre Mitglieder erwirkt, an einigen Grenzen keinen Zoll zahlen zu müssen, was vor allem dem Handel
mit alchimistischen Exotika zugute kommt. Der Beitrag beläuft sich auf 20 Dukaten alle zwei Jahre oder ersatzweise zwei Monate unentgeltliche
Dienste an einer Akademie oder in einem Orden der Gilde. " (WDZ S. 261)

Als Magier aus Khunchom "Angesehener Fachmann für Alchemie" und als Mitglied im vielleicht einflussreichsten Alchemistenbund dürften es Dir nicht schwer fallen Labore für eigene Zwecke anmieten zu können. Ob Du überhaupt eine Gegenleistung erbringen musst und wie diese aussieht richtet sich ganz nach dem Ort und den Interessen des Eigentümers.

Wissen, Zaubereinsatz (insbesondere für nicht oder minder magiebegabte Alchis), Dienste, Unterricht uvm. sind sicherlich öfter gefragt, als Geld oder fertige Tränke (wobei es da natürlich auch seltene Kostbarkeiten gibt - aber die produziert man meist nur auf Nachfrage).

@ Geweihte

Heilung etc. ist natürlich Peraine gefällig, allerdings sind alchemistisch verarbeitete Zutaten nicht mehr natürlich. Hardliner werden sich also eher an Trockenkräuter, Salben, Sud, Saft und natürliche Tränke halten. Offenere Geweihte haben damit sicherlich weniger Probleme.

Hauptproblem der Perainekirche ist vermutlich oft die Finanzierung. Teure Labore, exklusive und damit teure Zutaten etc. liegen wohl oft außerhalb ihrer doch eher begrenzten Möglichkeiten. Zumal die Göttin ja persönlich für Beistand sorgt - die "Göttin in der Flasche" als falscher Gott für ein paar Münzen zu kaufen klingt da vielleicht etwas armseelig. Zumal man wirklich bedürftige oder würdige Leute auch mit einmal Weiheobjekten ausstatten kann.

Ein paar alchemistische Heilmittel für den Notfall haben sicher (dafür braucht man aber kein Labor, sondern einfach nur ein religiösen Heiltrankbrauer - Stichworte Abgaben und Tempelzehnt in Naturalien :wink: ), aber ein geschäftsmäßiger Verkauf eher nicht.
von X76
12.02.2018 23:01
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Handwerk Alchemie

Yab hat geschrieben:
12.02.2018 21:15
Ich war zwischenzeitlich allerdings verunsichert, ob meine Peraine-Geweihte da überhaupt Zugang zu hat, habe aber geraede noch mal nachgeschlagen, dass sie per Profession sogar 2 TaW bekommt.
Einige Professionen bekommen in "Berufstalenten" (z.B. Alchemie) ein paar Punkte. In der Regel soll dies einfach eine Grundkenntnis darstellen (beim der Profession Händler wird dies z.B. als kommerzielles Interesse bezeichnet) und ist wohl vor allem fürs Erkennen und Einschätzen gedacht und weniger für eine praktische Anwendung (z.B. Juwelenschleifen für den Schmuckhändler oder Winzer für den Weinkaufmann).

Natürlich hat man das Talent trotzdem "voll" und kann es auch praktisch anwenden (z.B. um mit Alchemie Tränke zu brauen oder mit Juwelier Steine zu schleifen), nur bauen die meisten dieser Personen ihre Fähigkeiten nicht weiter aus (schließlich sind es keine Juweliere, Alchemisten etc.). Im Fall der Alchemie dienst ein niedriger Wert wohl vor allem zur "Analyse nach Augenschein", der Kenntnis gängiger Produkte (z.B. auch Haltbarkeit oder korrekte Lagerung) und weniger dazu sich selbst ins Labor zu stellen.

Wirkliche Beschränkungen oder Hindernisse dies doch zu tun, gibt es wie gesagt nicht und das ist auch gut so (dafür gibt es schließlich im Zweifelsfall Proben, die TAW etc. berücksichtigen).
Yab hat geschrieben:
12.02.2018 21:15
habt ihr noch einen Tipp, wo ich die Rechte und Gesetze einer jeden Stadt / Region nachlesen kann?
Die erste Anlaufstelle ist auf jeden Fall die Regional- bzw. Stadtbeschreibung. Dort wird man aber in der Regel nur etwas finden, wenn es ungewöhnlich "anders als sonst wo" ist (-> Normalzustand in den Kapiteln über Alchemie). Generell gibt es nur wenige konkrete Gesetzeshinweise (man will die Spieler wohl nicht zu sehr gängeln) und meistens liegt es deshalb ganz beim SL seine eigenen Gesetze "zu machen" (siehe auch allg. Hinweise beim Talent Rechtskunde WDS S. 29).

Aber auch in Romanen, dem aventurischen Boten etc. findet man immer wieder mal tiefer gehende Informationen (z.B. im Roman Tagrichter zur Alchemie und Magieanwendung in Elenvina und dem Leben eines Alchemisten, seiner Zunft etc., da die Hauptperson u.a. Alchemistin ist).

Wissen muss man solche ganz speziellen Dinge aber meiner Meinung nach sowieso nicht. Das zu Wissen, was ich oben "Rund um Vorrechte und Einschränkungen" umrissen habe, sollte eigentlich völlig ausreichend sein, um glaubhaft Recht und Gesetz im Spiel zu improvisieren.
von X76
12.02.2018 17:21
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Handwerk Alchemie

Auf Regelebene muss man nur die entsprechenden Regeln (z.B. zum Aktivieren und Maximalwerten) beachten.

Auf aventurischer Ebene kann natürlich nicht jeder alles, überall und überhaupt lernen. Dies wird z.B. durch die Regeln zu Lehrmeistern, Berufsgeheimnisse etc. umgesetzt, wenn man mit diesen Optionalregeln spielt.

Unabhängig von den Regeln und den Lernmöglichkeiten, gibt es außerdem noch Spielweltbegrenzungen:

Ähnlich wie die Magie als Beruf den Magiern vorbehalten ist, ist auch die Alchemie ein Berufsfeld das nur bestimmten Personengruppen (Alchemisten [Profession], Magier) gestattet ist. Entsprechend darf sich nicht jeder Tränkebrauer als Alchemist ausgeben (nicht jeder Wundarzt ist ein Medicus etc.) und mit seiner Kunst Geld verdienen (siehe Hinweise z.B. beim Alchemisten WDH S. 155).

Andere Alchemisten (im Sinne von nutzen das Talent) sind auf "Wundermittel", "Quaksalberei", "Hausmittel" und ähnliche Umschreibungen angewiesen und können selbst mit guten Kenntnisse der Alchemie, meist nur deutlich weniger verdienen als ordentliche Alchemisten.

Besonders in Städten gelten unabhängig davon oft strenge Gesetze und Regelungen zur praktischen Anwendung der Alchemie (z.B. Bauauflagen, Sicherheitsanforderungen usw.), was Hinterhofalchemisten und Wohnwagenloborbetreiber zusätzlich an den Rand der Kriminalität treibt. Außerdem dürfte es für "andere Alchemisten" oft schwierig sein, auf legalem/öffentlichen Weg an Laborausrüstung zu kommen.

Zünfte und Gilden haben gerne ihre Finger auf allen Geschäften und auch die Obrigkeit hat ein so gefährliches Handwerk in der Regel genau im Auge...

Das Erlernen der Kunst ist also praktisch oft das kleinere Problem. :wink:

Ob ihr das auch so umsetzen wollt, ist natürlich ganz Eure Entscheidung. Ihr könnt freilich für Euer Aventurien entscheiden, dass jeder Alchemie kann und darf. Im offiziellen Aventurien ist der Weg aber eigentlich steiniger.